Heikas Adventskalender 2010

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    1.12.2010

    Eine kleine Weise

    Eine kleine Weise
    zieht ganz zart und leise
    durch das stille Tal.
    Warmer Schein der Kerzen
    öffnet unsre Herzen
    für das Kind im Stall.
    Alle Jahre wieder
    werden Menschen Brüder.
    Hoffnung neu erwacht.
    Frieden hier auf Erden
    könnte Wahrheit werden
    für mehr als eine Nacht.

    Anita Menger
    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    2.12.2010

    Miteinander warten

    Die Mutter zündete die erste Kerze am Adventskranz an. Jakob schaut in den Kerzenschein. „Warum muss man so lange auf das Christkind warten?“ fragte er. „Vier große Kerzen lang?“
    „Auf etwas Schönes muss man meistens warten“, sagt die Mutter. „Etwas Schönes braucht Zeit zum Wachsen. Zum Beispiel bis ein Kind geboren wird. Damals haben die Menschen lange Zeit auf die Geburt des Christkinds gewartet. „Wann kommt es denn endlich?“ haben sie gefragt. Auch die Mutter Maria hat viele Monate lang gewartet, bis sie das Christkind zur Welt bringen konnte.“
    „Hast du auf mich auch so lange warten müssen?“ fragt Jakob. „Ja, freilich“, sagt die Mutter. „Dafür war ich dann schön, und du hast dich gefreut“, sagt Jakob. „Sehr gefreut“, sagt die Mutter. Jakob schaut wieder in den Kerzenschein.
    „Miteinander warten ist nicht so arg“, sagt er.

    Lene Mayer-Skumanz

    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    3.12.2010

    Weihnachten

    Markt und Straßen stehn verlassen,
    still erleuchtet jedes Haus,
    Sinnend geh´ ich durch die Gassen,
    alles sieht so festlich aus.
    An den Fenstern haben Frauen
    buntes Spielzeug fromm geschmückt,
    Tausend Kindlein stehn und schauen,
    sind so wunderstill beglückt.
    Und ich wandre aus den Mauern
    Bis hinaus ins freie Feld,
    Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
    Wie so weit und still die Welt!
    Sterne hoch die Kreise schlingen,
    Aus des Schnees Einsamkeit
    Steigt’s wie wunderbares Singen-
    O du gnadenreiche Zeit!

    Joseph von Eichendorf (1788-1857)

    4.12.2010

    Weihnachtslied

    1. Dies ist die Nacht, da mir erschienen
    des großen Gottes Freundlichkeit;
    Das Kind, dem alle Engel dienen,
    bringt Licht in meine Dunkelheit,
    und dieses Welt- und Himmelslicht
    weicht hunderttausend Sonnen nicht.

    2. Lass dich erleuchten, meine Seele,
    versäume nicht den Gnadenschein;
    der Glanz in dieser kleinen Höhle
    streckt sich in alle Welt hinein;
    er treibet weg der Höllen Macht,
    der Sünden und des Kreuzes Nacht.

    3. In diesem Lichte kannst du sehen
    das Licht der klaren Seligkeit;
    wenn Sonne, Mond und Stern vergehen,
    vielleicht noch in gar kurzer Zeit,
    wird dieses Licht mit seinem Schein
    dein Himmel und dein alles sein.

    4. Lass nur indessen helle scheinen
    dein Glaubens- und dein Liebeslicht;
    mit Gott musst du es treulich meinen,
    sonst hilft dir diese Sonne nicht:
    Willst du genießen diesen Schein,
    so darfst du nicht mehr dunkel sein.

    5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne,
    bestrahle mich mit deiner Gunst;
    dein Licht sei meine Weihnachtswonne
    und lehre mich die Weihnachtskunst,
    wie ich im Lichte wandeln soll
    und sei des Weihnachtsglanzes voll.

    Kaspar Friedrich Nachtenhöfer (1624 – 1685)

    5.12.2010

    Weihnachtswundertraum

    Wir staunen und sind hell entzückt
    wie herrlich ist der Markt geschmückt.
    Und mittendrin bestrahlt von Licht
    das Christkind seine Botschaft spricht.
    Ein Chor das Weihnachtslied anstimmt
    der Zauber uns gefangen nimmt.
    Hier um den großen Tannenbaum
    lebt er – der Weihnachtswundertraum.
    In uns das Kind erwachen will –
    das sich noch heute – wenn auch still
    auf´s weihnachtliche Wiegenfest
    von Herzen freut – wenn man es lässt.
    Lasst es nur zu – habt doch den Mut
    das „Kind sein“ tut uns allen gut.
    Vergesst den Stress – nur Menschlichkeit
    ist Trumpf – in dieser stillen Zeit.

    Anita Menger
    Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis der Autorin

    6.12.2010

    Der Bratapfel

    Kinder, kommt und ratet,
    was im Ofen bratet!
    Hört, wie’s knallt und zischt.
    Bald wird er aufgetischt,
    der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
    der Kapfel, der gelbrote Apfel.
    Kinder, lauft schneller,
    holt einen Teller,
    holt eine Gabel!
    Sperrt auf den Schnabel
    für den Zipfel, den Zapfel,
    den Kipfel, den Kapfel,
    den goldbraunen Apfel!
    Sie pusten und prusten,
    sie gucken und schlucken,
    sie schnalzen und schmecken,
    sie lecken und schlecken
    den Zipfel, den Zapfel,
    den Kipfel, den Kapfel,
    den knusprigen Apfel.

    (Volksgut aus Bayern)

    7.12.2010

    Das erste Licht

    Wenn´s draußen stürmt und trübe ist,
    zieht drinnen ein, ein kleines Licht.
    Es leuchtet bis ins Herz hinein,
    bringt Wärme uns mit seinem Schein.

    Es kündigt an die Weihnachtszeit,
    es sagt uns „haltet euch bereit,
    der Herr hat seinen Sohn gesandt,
    dass Freude sei im ganzen Land.“

    Drum schaut voll Dank in dieses Licht,
    auch wenn es draußen finster ist.
    Öffnet ihm eure Herzen weit,
    mit ihm beginnt die Freudenzeit.

    Nun strahlt auch schon das zweite Licht,
    wirft seinen Glanz auf dein Gesicht,
    schon bald ist es dann wie im Traum,
    es leuchtet hell der Lichterbaum.

    Christina Telker
    © ChT

    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    8.12.2010

    Vorweihnachtstrubel

    Grüner Kranz mit roten Kerzen
    Lichterglanz in allen Herzen,
    Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
    Zimt und Sterne in der Luft.
    Garten trägt sein Winterkleid,
    wer hat noch für Kinder Zeit?

    Leute packen, basteln, laufen,
    grübeln, suchen, rennen, kaufen,
    kochen, backen, braten, waschen,
    rätseln, wispern, flüstern, naschen,
    schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
    was sie auch von dir erwarten.

    Doch wozu denn hetzen, eilen,
    schöner ist es zu verweilen,
    und vor allem dran zu denken,
    sich ein Päckchen “Zeit” zu schenken.
    Und bitte lasst noch etwas Raum
    für das Christkind unterm Baum.

    © Ursel Scheffler, Kinderbücher, http://www.scheffler-web.de

    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    9.12.2010

    Der kleine Nimmersatt

    „Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
    ’ne Festung und Soldaten
    und eine Rüstung und ein Schwert,
    wie sie die Ritter hatten.

    Drei Märchenbücher wünsch ich mir
    und Farben auch zum Malen
    und Bilderbogen und Papier
    und Gold- und Silberschalen.

    Ein Domino, ein Lottospiel,
    ein Kasperletheater;
    auch einen neuen Pinselstiel
    vergiss nicht, lieber Vater!

    Ein Zelt und sechs Kanonen dann
    und einen neuen Wagen
    und ein Geschirr mit Schellen dran,
    beim Pferdespiel zu tragen.

    Ein Perspektiv, ein Zootrop,
    ’ne magische Laterne,
    ein Brennglas, ein Kaleidoskop –
    dies alles hätt‘ ich gerne.

    Mir fehlt – ihr wisst es sicherlich –
    gar sehr ein neuer Schlitten,
    und auch um Schlittschuh möchte ich
    noch ganz besonders bitten,

    um weiße Tiere auch von Holz
    und farbige von Pappe,
    um einen Helm mit Federn stolz
    und eine Flechtemappe;

    auch einen großen Tannenbaum,
    dran hundert Lichter glänzen,
    mit Marzipan und Zuckerschaum
    und Schokoladenkränzen.

    Doch dünkt dies alles euch zuviel
    und wollt ihr daraus wählen,
    so könnte wohl der Pinselstiel
    und auch die Mappe fehlen.“

    Als Hänschen so gesprochen hat,
    sieht man die Eltern lachen:
    „Was willst du, kleiner Nimmersatt,
    mit all den vielen Sachen?“

    „Wer soviel wünscht“ – der Vater spricht’s –
    „bekommt auch nicht ein Achtel. –
    Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
    in einer Dreierschachtel.“

    Heinrich Seidel, 1842 – 1906

    10.12.2010

    Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,
    führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht,
    leuchte du uns voran, bis wir dort sind,
    Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

    Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn
    und lässt uns alle das Wunder hier sehn,
    das da geschehen, was niemand gedacht.
    Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

    Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel,
    denn dieser arme Stall birgt doch so viel.
    Du hast uns hergeführt, wir danken dir.
    Stern über Bethlehem, wir bleiben hier.

    Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück,
    steht doch dein heller Schein in unserm Blick;
    und was uns frohgemacht, teilen wir aus:
    Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.

    Text und Melodie: Alfred Hans Zoller (1928-2006)
    (©) Gustav Bosse Verlag, Kassel

    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

    11.12.2010

    Die stillen Tage

    Wir backen Plätzchen – hören Weihnachtslieder,
    vier Kerzen schmücken unsren grünen Kranz.
    Die stillen Tage – sie beginnen wieder,
    die Welt erstrahlt im hellen Lichterglanz.
    Verzaubert lauschen Kinder den Geschichten
    von Jesu Christ – geboren einst im Stall.
    Von seinen Wundern weiß man zu berichten,
    sein Tun wirkt weiter hier und überall.
    Zu seiner Ehr’ wird Geben groß geschrieben –
    an Einsame und Kranke man jetzt denkt.
    Man ist bereit den Nächsten auch zu lieben
    und wird durch frohe Augen reich beschenkt.
    Ach, dass der Frieden dieser stillen Tage
    uns Menschen doch durchs ganze Leben trage.

    © Anita Menger
    (Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    12.12.2010

    Eine Fabel

    Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.

    „Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“

    „Schnee, viel Schnee“, sagte der Eisbär, und voller Verzückung schwärmte er: „Weiße Weihnachten!“

    Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, ohne Tannenbaum kann ich nicht Weihnachten feiern!“

    „Aber nicht so viele Kerzen“, heulte die Eule, „schön schummrig und gemütlich muss es sein, Stimmung ist die Hauptsache.“

    „Aber mein neues Kleid muss man sehen“, sagte der Pfau, „wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich nicht Weihnachten.“

    „Und Schmuck!“ krächzte die Elster, „jedes Weihnachtsfest kriege ich was: einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten.“

    „Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen“, brummte der Bär, „das ist doch die Hauptsache. Wenn es den und all die süßen Sachen nicht gibt, verzichte ich auf Weihnachten.“

    „Mach ´s wie ich“, sagte der Dachs: „Pennen, pennen, das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: mal richtig pennen!“

    „Und saufen“, ergänzte der Ochse, „mal richtig saufen und dann pennen.“ Aber da schrie er „Aua!“, denn der Esel hatte ihm einen Tritt versetzt: „Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?“

    Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache!“

    „Übrigens“, fragte er dann den Esel, „wissen das die Menschen eigentlich?“

    Johannes Hildebrandt: Das Wichtigste an Weihnachten (c) 2008 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags)

    13.12.2010

    Das Wunder der Heiligen Nacht

    Weihnachten ist das große Wunder
    der vergebenden Gnade Gottes;
    den verlorenen Leuten bietet ER ewiges Leben.
    Das ist das Wunder der Heiligen Weihnacht,
    dass ein hilfloses Kind unser aller Helfer wird.
    Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
    dass in die Dunkelheit der Erde die helle Sonne scheint,
    Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
    dass traurige Leute ganz fröhlich werden können.
    Das ist das Wunder der Heiligen Nacht:
    Das Kind nimmt unser Leben in seine Hände,
    um es niemals wieder loszulassen.

    Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910)

    Zur Person Bodelschwinghs:
    Er studierte Theologie und wurde Pfarrer, zuerst in Paris, dann in Dellwig bei Unna. 1869 starben innerhalb von zwei Wochen seine vier Kinder an Diphtherie. Bis 1877 bekam das Ehepaar Bodelschwingh noch einmal vier Kinder.
    1872 wurde er Leiter der 1867 gegründeten „Ev. Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische“ bei Bielefeld, die er später in „Bethel“ (hebräisch: „Haus Gottes“) umbenannte; inzwischen heißt sie „V. Bodelschwinghsche Stiftung Bethel“. Später übernahm sein Sohn das Werk, das noch heute existiert und sich um Menschen kümmert, die mit ihren speziellen Behinderungen zurechtkommen müssen.

    14.12.2010

    Weihnachtswünsche

    Nun haben ihre Wünsche die lieben
    Kinder wieder aufgeschrieben.
    Die Älteste möchte´ eine Puppenstube,
    Pferd und Wagen erhofft sich der Bube,
    die Jüngste wünscht – sie ist noch klein –
    Kinkerlitzchen und Schnurrpfeiferei´n;
    sie wollen tausend bunte Sachen,
    die Kindern Spaß und Freude machen.
    Der Vater liest mit lächelndem Bangen
    die Zettel der drei, die unheimlich langen,
    und spricht: „Schier müsst´ ich ein Rothschild sein,
    wollt alles ich erfülln euch drei´n!
    Vorerst, wenn ich mir´s recht bedenke,
    möcht´ ich auch etwas zum Geschenke;
    ich möchte gern vom Jesusknaben
    zu Weihnacht – drei artige Kinder haben!“
    Der Bube senkt den Kopf auf die Brust,
    auch die Älteste fühlt sich getroffen vom Spotte –
    doch hocherfreut ruft die kleine Lotte:
    „Ach ja! Dann sind wir sechse just!“

    Richard Zoozmann (1863-1934)

    15.12.2010

    Verse zum Advent

    Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
    aber als Knecht Ruprecht schon
    kommt der Winter hergeschritten,
    und alsbald aus Schnees Mitten
    klingt des Schlittenglöckleins Ton.
    Und was jüngst noch fern und nah,
    bunt auf uns herniedersah,
    weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
    und das Jahr geht auf die Neige,
    und das schönste Fest ist da.
    Tag du der Geburt des Herrn,
    heute bist du uns noch fern,
    aber Tannen, Engel, Fahnen
    lassen uns den Tag schon ahnen,
    und wir sehen schon den Stern.

    Theodor Fontane (1819-1898)

    16.12.2010

    Was ist Advent?

    Es ist Advent
    und alles rennt.

    Alle rasen wie verrückt
    durch die Läden – voll geschmückt.
    Hektik, Stress in allen Gassen,
    überall sind Menschenmassen.

    Es ist Advent
    ein Lichtlein brennt.

    Gemütlich ist´s bei mir zuhaus
    ich mache alle Lichter aus
    und sitz bei Kerzenschein,
    mit einem Gläschen Wein.

    Was ist Advent?
    Kaum einer kennt …

    … noch die Geschicht von Jesus Christ,
    dass er zum Fest geboren ist.
    Lasst uns wieder daran denken
    und nicht nur an das große Schenken.

    Anette Pfeiffer-Klärle
    http://www.apk-gedichte.de
    (Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis der Autorin)

    17.12.2010

    Der Winter ist gekommen
    Und hat hinweggenommen
    Der Erde grünes Kleid;
    Schnee liegt auf Blütenkeimen,
    Kein Blatt ist an den Bäumen,
    Erstarrt die Flüsse weit und breit.

    Da schallen plötzlich Klänge
    Und frohe Festgesänge
    Hell durch die Winternacht.
    In Hütten und Palästen
    Ist rings in grünen Ästen
    Ein bunter Frühling aufgewacht.

    Wie gern doch seh ich glänzen
    Mit all den reichen Kränzen
    Den grünen Weihnachtsbaum;
    Dazu der Kindlein Mienen,
    Von Licht und Lust beschienen;
    Wohl schön´re Freude gibt es kaum!

    Da denkt‘ ich jener Stunde,
    Als in des Feldes Runde
    Die Hirten sind erwacht,
    Geweckt vom Glanzgefunkel,
    Das durch der Bäume Dunkel
    ein Engel mit herabgebracht.

    Und wie sie da noch oben
    Die Blicke schüchtern hoben
    Und sahn den Engel stehn,
    Da standen sie im Strahle,
    Wie wenn zum ersten Male
    Die Kinder einen Christbaum sehn.

    Ist groß schon das Entzücken
    Der Kinder, die erblicken,
    Was ihnen ward beschert:
    Wie haben erst die Kunde
    Dort aus der Engels Munde
    Die frommen Hirten angehört!

    Und rings ob allen Bäumen
    Sang in den Himmelsräumen
    Der frohen Engel Schar:
    Gott in der Höh‘ soll werden
    Der Ruhm, und Fried‘ auf Erden
    Und Wohlgefallen immerdar!

    Drum pflanzet grüne Äste
    Und schmücket sie aufs Beste
    Mit frommer Liebe Hand
    Dass sie ein Abbild werden
    Der Liebe, die auf Erden
    Solch großes Heil uns hat gesandt.

    Ja, lasst die Glocken klingen
    Dass wie der Englein Singen
    Sie rufen laut und klar:
    Gott in der Höh´ soll werden
    Der Ruhm, und Fried´ auf Erden
    Und Wohlgefallen immer dar!

    Robert Reinick , (1805 – 1852)

    18.12.2010

    Weihnachtszauber

    Bei frostig kalter Winterluft
    träum ich vom süßen Tannenduft
    und warmen Kerzenschein.
    Vom leisen Fall der weißen Flocken
    dem hellen Klang der Weihnachtsglocken
    und möchte Kind noch sein.
    Mit Ungeduld und voller Freud’
    erwarten was die Weihnachtszeit
    an Wundern mit sich bringt.
    Stattdessen hetze ich durch Straßen,
    besorge schnell was wir vergaßen –
    und nur die Kasse klingt.
    Voll Sehnsucht denke ich zurück
    an weihnachtliches Kinderglück –
    wie reich der Schnee doch fiel.
    Ich höre das Adventsgedicht
    das Mutter jeden Sonntag spricht –
    seh´ mich beim Krippenspiel.
    Und dann erst in der heil’gen Nacht –
    wie spannend wurde es gemacht –
    geheim war stets der Raum.
    Gemeinsam gingen wir hinein
    und sangen froh beim Kerzenschein
    das Lied: „Oh Tannenbaum“.
    Da rührt sich etwas tief in mir
    und plötzlich weiß ich – jetzt und hier –
    es liegt an mir allein.
    Das Kind ist einst im Stall geboren –
    der Zauber, er ging nicht verloren –
    er will gelebt nur sein.

    © Anita Menger
    (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

    19.12.2010

    Das Weihnachtsgeschenk

    von O. Henry (William Sydney Porter, 1862-1910)

    Ihr ganzes Vermögen war 1 Dollar, 87 Cent, davon 60 Cent in Pennystücken. Alles mühsam zusammengekratzt und gespart. Und morgen war Weihnachten. Nichts blieb übrig, als sich auf die kleine, schäbige Couch zu werfen und zu heulen. Das tat Della denn auch, und es beweist uns, dass sich das Leben eigentlich aus Schluchzen, Seufzen und Lächeln zusammensetzt, wobei das Seufzen unbedingt vorherrscht. Inzwischen betrachten wir das Heim etwas näher. Es ist eine kleine möblierte Wohnung zu acht Dollar in der Woche. Sie sieht nicht gerade armselig aus, ist davon aber auch nicht allzu weit entfernt. Unten im Hausflur hängt ein Briefkasten, in den niemals Briefe geworfen werden; daneben steckt der Knopf einer elektrischen Klingel, der kaum jemand je einen Ton abschmeichelt. Weiter befindet sich dort auch eine Karte, die den Namen „Mr. James Dillingham Young“ trägt. Dieses „Dillingham“ war während einer Zeit vorübergehen den Wohlstandes ins Leben gerufen worden, als sein Besitzer dreißig Dollar in der Woche verdiente. Jetzt, da das Einkommen auf zwanzig Dollar zusammengeschrumpft ist, muten die Buchstaben von „Dillingham“ etwas verschwommen an, als ob sie ernstlich beabsichtigten, sich zu einem bescheidenen anspruchslosen „D“ zusammenzuziehen. Wenn aber Mr. J.D.Y. jeweils seine Etage erreichte, so wurde er „Jim“ gerufen und von Frau J.D.Y., uns bereits als Della bekannt, zärtlich umarmt, womit das Buchstabenproblem unwichtig wurde. Somit ist alles in bester Ordnung.

    Della hörte zu weinen auf und tröstete ihre Wangen mit der Puderquaste. Sie stand am Fenster und schaute bedrückt einer grauen Katze zu, die im grauen Hinterhof über einen grauen Zaun balancierte. Morgen war Weihnachten, und sie hatte nur das wenige Geld, um Jim ein Geschenk zu kaufen.
    Im Zimmer hing zwischen den Fenstern ein Spiegel. Wie hingewirbelt stand Della plötzlich mit hell leuchtenden Augen vor ihm. Rasch löste sie ihr Haar und ließ es in seiner ganzen Länge fallen.

    Im Besitze der J.D.Y.s gab es zwei Dinge, in die sie ihren ganzen Stolz setzten. Das eine war Jims goldene Uhr, die vor ihm seinem Vater und seinem Großvater gehört hatte. Das andere war Dellas Haar. Hätte in der Wohnung jenseits des Hofes die Königin von Saba gewohnt, Della hätte ihr Haar zum Trocknen aus dem Fenster gehängt, einzig und allein, um die Juwelen und Schmuckstücke ihrer Majestät wertlos erscheinen zu hassen. Und wäre König Salomon mit all seinen aufgestapelten Schätzen selbst Concierge des Hauses gewesen, Jim hätte jedes Mal beim Vorbeigehen seine Uhr gezückt, um zu sehen, wie König Salomon sich vor Neid den Bart ausrupfte.

    So fiel Dellas Haar wie ein goldener Wasserfall glänzend und sich kräuselnd an ihr herab. Es reichte ihr bis unter die Knie und formte beinahe einen Mantel. Mit nervösen Fingern steckte sie es rasch wieder auf. Einmal zögerte sie einen Augenblick. Zwei Tränen fielen auf den abgetragenen roten Teppich. Sie schlüpfte in die alte braune Jacke, setzte den alten braunen Hut auf und huschte, immer noch das glänzende Leuchten in den Augen, zur Tür hinaus, die Treppen hinunter und durch die Straße. Sie stand erst still, als sie bei einem Schild anlangte, auf dem zu lesen war: „Mme. Sofronie, An- und Verkauf von Haar aller Art.“ In einem Satz rannte Della ein Stockwerk hinauf; keuchend hielt sie an und fasste sich. Madame, groß, massig, zu weiß gepudert, sehr kühl, sah kaum aus, als wäre sie „Sofronie“.
    „Kaufen Sie mein Haar?“ fragte Della. „Ich kaufe Haar“, sagte Madame. „Nehmen Sie den Hut ab und zeigen Sie, was Sie haben.“ Herunter rieselte der braune Wasserfall. „20 Dollar“, mit geübter Hand wog Madame die Masse.
    „Geben Sie es, rasch“, sagte Della. Oh, und die zwei folgenden Stunden vergingen wie auf rosigen Schwingen. Vergessen war die zermürbende Vorstellung der fehlenden Haare. Sie durchstöberte die Läden auf der Suche nach Jims Geschenk. Endlich fand sie es. Sicher war es für Jim und niemand anders gemacht. Nichts kam ihm gleich in keinem der Läden. Es war eine Platin-Uhrenkette, einfach und geschmackvoll in Form und Zeichnung. Sie war es sogar wert, die Uhr zu ketten. Sobald Della die Kette sah, wusste sie, dass sie Jim gehören musste. Sie war wie er. Einundzwanzig Dollar nahmen sie ihr dafür ab, und mit den 87 Cent eilte sie heim. Mit dieser Kette au seiner Uhr durfte Jim in jeder Gesellschaft so eifrig, wie er wollte, nach der Zeit sehen. So schön die Uhr war, schaute er nämlich manchmal scheu darauf, weil das alte Lederband, das er an Stelle einer Kette benützte, so schäbig war.

    Als Della zu Hause ankam, ließ ihr Taumel nach, und sie wurde etwas vernünftig. Sie holte ihre Brennschere heraus, zündete das Gas an und machte sich daran, die Verheerung, die Großmütigkeit zusammen mit Liebe angerichtet hatte, wieder gut zu machen, was immer eine Riesenarbeit ist, liebe Freunde – eine Mammutaufgabe.
    Nach vierzig Minuten war ihr Kopf mit kleinen, nahe beisammen liegenden Löckchen bedeckt, die ihr ganz das Aussehen eines Lausbuben gaben. Lange schaute sie ihr Bild an, das der Spiegel zurückwarf, kritisch und sorgfältig. „Wenn Jim mich nicht tötet“, sagte sie zu sich selbst, „bevor er mich ein zweites Mal anschaut, so wird er sagen, ich sehe aus wie ein Chormädchen von Coney Island. Aber was konnte ich tun – oh, was konnte ich tun mit 1 Dollar und 87 Cent?“

    Um sieben Uhr war der Kaffee gemacht, und die heiße Bratpfanne stand hinten auf dem Ofen, bereit, die Koteletts aufzunehmen, die darin gebraten werden sollten.
    Jim kam nie spät. Della nahm die Kette in die Hand und setzte sich auf den Tisch bei der Türe, durch die er immer hereinkam. Dann hörte sie entfernt seinen Schritt im ersten Stockwerk, und für einen Augenblick wurde sie ganz weiß. Sie hatte die Gewohnheit, im stillen kleine Gebete für die einfachsten Alltagsdinge zu sagen, und sie flüsterte vor sich hin: „Lieber Gott, mach, dass er denkt, ich sei immer noch hübsch.“

    Die Tür öffnete sich. Jim kam herein und schloss sie. Er war mager und hatte ein sehr ernstes Aussehen. Armer Kerl, erst zweiundzwanzig und schon mit einer Familie beladen. Er hätte dringend einen neuen Mantel gebraucht und hatte keine Handschuhe. – Jim blieb an der Tür stehen so unbeweglich wie ein Jagdhund, der eine Fährte wittert. Seine Augen waren auf Della gerichtet und hatten einen Ausdruck, den sie nicht deuten konnte und der sie erschreckte. Es war nicht Ärger. Della sprang vom Tisch herunter und lief auf ihn zu.
    „Jim, Lieber“, rief sie weinend, „schau mich nicht so an. Ich ließ mein Haar abschneiden und verkaufte es, weil ich es nicht ausgehalten hätte, ohne dir ein Geschenk zu Weihnachten zu geben. Es wird wieder nachwachsen. Du bist nicht böse, nicht wahr? Ich musste es einfach tun. Mein Haar wächst unheimlich schnell. Sag >Fröhliche Weihnachten< , Jim, und lass uns glücklich sein. Du weißt ja gar nicht, welch schönes - wunderbar schönes Geschenk ich für dich habe."
    „Dein Haar hast du abgeschnitten?“ fragte Jim mühsam, als hätte er selbst mit der strengsten geistigen Arbeit diese offensichtliche Tatsache noch nicht erfasst.
    „Abgeschnitten und verkauft“, sagte Della. „Verkauft ist es, sag‘ ich dir, verkauft und fort. Heute ist doch Heiliger Abend, du. Sei lieb, es ist doch für dich. Sei lieb, ich gab es ja für dich weg. Es kann ja sein, dass die Haare auf meinem Kopf gezählt waren“, fuhr sie mit plötzlicher, ernsthafter Verliebtheit weiter, „aber niemand könnte je meine Liebe zu dir zählen. Soll ich jetzt die Koteletts auflegen, Jim?“

    Nun schien Jim rasch aus seinem Trancezustand zu erwachen. Er nahm Della in seine Arme. Für zehn Sekunden wollen wir mit diskreter Genauigkeit irgendeinen belanglosen Gegenstand in entgegengesetzter Richtung eingehend betrachten. Acht Dollar in der Woche oder eine Million im Jahr – was ist der Unterschied? Ein Witzbold und ein Mathematiker würden uns beide eine falsche Antwort geben. Indessen zog Jim ein Päckchen aus seiner Manteltasche und warf es auf den Tisch.
    „Du musst dir über mich nichts Falsches vorstellen, Della“, sagte er. „Ich glaube, da gäbe es kein Haarschneiden, Dauerwellen oder Waschen in der Welt, das mich dazu brächte, mein Frauchen weniger zu lieben. Aber wenn du das Paket da auspackst, wirst du sehen, warum ich mich zuerst eine Weile nicht erholen konnte.“
    Weiße Finger zogen an der Schnur, rissen am Papier. Ein begeisterter Freudenschrei. Und dann – o weh ein rascher, echt weiblicher Wechsel zu strömenden Tränen und lauten Klagen erforderte die Anwendung sämtlicher tröstender Kräfte und Einfälle des Herrn des Hauses. Denn da lagen sie, die Kämme – die Garnitur von Kämmen, seitlich und rückwärts einzustecken, die Della so lange im Schaufenster einer Hauptstraße bewundert hatte. Fabelhafte Kämme, echtes Schildpatt, mit echten Steinen besetzt – gerade in den Farbtönen, die in dem wundervoll verschwundenen Haar so schön gespielt hätten. Es waren teure Kämme. Sie wusste es. Mit ganzem Herzen hatte sie diese Wunder begehrt. Und jetzt gehörten sie ihr, aber die Zöpfe, die mit diesen begehrenswerten Schmuckstücken hätten geziert werden sollen, waren fort.
    Trotzdem drückte sie sie an ihr Herz, und endlich konnte sie auch mit verschleierten Augen aufsehen und lächelnd sagen: „Mein Haar wächst ja so schnell, Jim!“

    Und dann sprang Della auf wie eine kleine Katze, die sich gebrannt hat, indem sie immerzu „Oh, oh“ rief. Jim hatte ja sein wunderschönes Geschenk noch nicht gesehen. Sie hielt es ihm auf der offenen Hand eifrig entgegen. Das wertvolle, matt glänzende Metall schien ihre heitere und feurige Seele widerzuspiegeln.
    „Ist es nicht großartig – das einzig Wahre? Ich habe danach gejagt, bis ich es fand. Du wirst jetzt jeden Tag hundertmal sehen müssen, wie viel Uhr es ist. Gib mir deine Uhr, ich muss sehen, wie die Kette daran aussieht.“
    Anstatt zu gehorchen, machte es sich Jim auf der Couch bequem, legte die Hände hinter den Kopf und lächelte.
    „Dell“, sagte er, „wir wollen unsere Weihnachtsgeschenke noch für einige Zeit aufbewahren, sie sind zu schön, als dass wir sie jetzt gebrauchen könnten. Denke, ich habe die Uhr verkauft, um das Geld für deine Kämme zu erhalten. Und jetzt, glaub‘ ich, ist es das Beste, du stellst die Koteletts auf.“

    20.12.2010

    Lied im Advent

    Immer ein Lichtlein mehr
    im Kranz, den wir gewunden,
    dass er leuchte uns so sehr
    durch die dunklen Stunden.
    Zwei und drei und dann vier!
    Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
    und so leuchten auch wir,
    und so leuchtet das Zimmer.
    Und so leuchtet die Welt
    langsam der Weihnacht entgegen.
    Und der in Händen sie hält,
    weiß um den Segen!

    Matthias Claudius (1740-1815)

    21.12.2010

    Das Weihnachtsbäumlein

    Es war einmal ein Tännelein,
    mit braunen Kuchenherzelein
    und Glitzergold und Äpfelein fein
    und vielen bunten Kerzelein:
    Das war am Weihnachtsfest so grün,
    als fing es eben an zu blühn.

    Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
    da stand’s im Garten unten,
    und seine ganze Herrlichkeit
    war, ach, dahingeschwunden.
    Die grünen Nadeln war’n verdorrt,
    die Herzlein und die Kerzlein fort.

    Bis eines Tags der Gärtner kam,
    den fror zu Haus im Dunkeln,
    und es in seinen Ofen nahm –
    hei! tat’s da sprühn und funkeln!
    Und flammte jubelnd himmelwärts
    in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

    Christian Morgenstern 1871 – 1914

    22.12.2010

    In der Christnacht

    Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen –
    der Markt lässt seine Wunder sehn:
    Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen.
    Das Kind blieb traumverloren stehn.
    Aufseufzt die Brust, die leidgepresste,
    die Wimpern sinken tränenschwer.
    Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste –
    ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
    Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine
    der Gaben köstliches Gemisch,
    Und eine reichgeputzte Kleine
    Streicht gähnend um den Weihnachtstisch.
    Das Schönste hat sie längst, das Beste,
    Ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr.
    Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste –
    Ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
    Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden,
    Wer des Erbarmens Preis verdient –
    Ich spräch: Das ärmste von euch beiden
    Bist du, du armes reiches Kind!

    Ottokar Kernstock (1848-1928)

    23.12.2010

    Weihnachtslied

    Dies ist der Tag, den Gott gemacht;
    sein wird in aller Welt gedacht!
    Ihn preise, was durch Jesum Christ
    im Himmel und auf Erden ist!

    Die Völker haben dein geharrt,
    bis dass die Zeit erfüllet ward;
    da sandte Gott von seinem Thron
    das Heil der Welt, dich, seinen Sohn.

    Wenn ich dies Wunder fassen will,
    so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;
    er betet an und er ermisst,
    dass Gottes Lieb unendlich ist.

    Damit der Sünder Gnad erhält,
    erniedrigst du dich, Herr der Welt,
    nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,
    erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil.

    Herr, der du Mensch geboren wirst,
    Immanuel und Friedefürst,
    auf den die Väter hoffend sahn,
    dich, Gott Messias, bet ich an.

    Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt,
    den Tag der heiligsten Geburt;
    und Erde, die ihn heute sieht,
    sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied!

    Dies ist der Tag, den Gott gemacht;
    Sein wird in aller Welt gedacht!
    Ihn preise, was durch Jesum Christ
    im Himmel und auf Erden ist.

    Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

    24.12.2010

    Weihnachtsglocken

    O Winterwaldnacht, stumm und hehr,
    Mit deinen eisumglänzten Zweigen,
    Lautlos und pfadlos, schneelastschwer,
    Wie ist das groß, dein stolzes Schweigen!

    Es blinkt der Vollmond klar und kalt;
    In tausend funkelharten Ketten
    Sind festgeschmiedet Berg und Wald
    Nichts kann von diesem Bann erretten.

    Der Vogel fällt, das Wild bricht ein,
    Der Quell erstarrt, die Fichten beben;
    So ringt den großen Kampf ums Sein
    Ein tausendfaches banges Leben.

    Doch in den Dörfern traut und sacht,
    Da läuten heut´ zur Welt hienieden
    Die Weihnachtsglocken durch die Nacht
    Ihr Wunderlied – vom ew´gen Frieden.

    Karl Stieler (1842-1885)

    Ich wünsche allen hier im Forum ein wunderschönes, frohes und besinnliches Weihnachtsfest und grüße alle ganz herzlich mit dem folgenden bekannten Weihnachtslied!
    Heika

    O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Welt ging verloren, Christ ward geboren:
    Freue, freue dich, o Christenheit!

    O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
    Freue, freue dich, o Christenheit!

    O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
    Freue, freue dich, o Christenheit!

    Johannes Daniel Falk, 1816 (1768-1826)

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Heika,

    das sind so wunderschöne und zu Herzen gehende Gedichte und Geschichten. Danke, dass Du uns täglich mit so schönen Gedichten, Sprüchen und Geschichten verwöhnt hast. Und auch ganz lieben Dank dafür, dass Du Dir die Mühe gemacht hattest, die Autoren zu kontaktieren und die Genehmigung fürs Einstellen der Werke erhalten hast.

    Ganz liebe Grüße
    Bettina

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