Stilles Ertrinken

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27907

    Liebe Mitglieder,

    zum Beginn der Badesaison möchte ich auf ein Thema hinweisen, das wichtig ist und sicher nicht jeder kennt. Wenn Menschen ertrinken, schreien sie nicht und wedeln nicht mit den Armen – sie ertrinken oft still und völlig unbemerkt, manchmal direkt neben anderen Badegästen. Passt daher auf Eure Mitmenschen auf und übt Euch darin, die Anzeichen zu erkennen.

    1. Hier ein Link, der beschreibt, warum man das Ertrinken oft nicht mitbekommt: https://www.rettungstaucher.org/2018/05/ertrinken-sieht-nicht-aus-wie-ertrinken/

    2. Hier findet man diverse Videos, die im Schwimmbad aufgenommen wurden und anschaulich zeigen, welche Personen wie im Wasser in Schwierigkeiten geraten: http://spotthedrowningchild.com

    3. Sekundäres Ertrinken; betrifft in der Hauptsache Kleinkinder und auch hierfür ist es enorm wichtig, die Mechanismen deuten zu können. https://www.n-tv.de/wissen/Kinder-ertrinken-ganz-still-article15312421.html

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Danke, Bettina, dass du dieses wichtige Thema hier zur Sprache bringst!

    Ich möchte euch gerne von einer eigenen schrecklichen Erfahrung dazu berichten, vielleicht erinnert sich dann ja Jemand im Ernstfall daran und handelt sofort. Denn nur sehr schnelles Handeln, entweder selbst oder laut um Hilfe rufen, wenn man selbst meint, es nicht zu können, erhöht die Chance auf Lebensrettung.

    Im Alter von 16 Jahren wurde ich am Badesee von meiner Mutter zu einem jungen Mann geschickt, der, offensichtlich bewusstlos, von seinen Freunden immer und immer wieder auf die Füße gestellt wurde. Sie waren völlig kopf- und orientierungslos, und es verging erstmal viel wertvolle Zeit bis ich mich durchsetzen und um ihn kümmern konnte.

    Ich habe ihn dann noch reanimieren können, so dass Herz und Kreislauf wieder funktionierten, das Bewusstsein hat er aber bis zum späten Eintreffen des Krankenwagens nicht mehr erlangt.
    Und da 1964 die Krankenwagen mit nichts weiter als einer Trage und einem Köfferchen mit Verbandsmaterial ausgestattet waren, bin ich mir nicht sicher, dass ich ihm wirklich habe helfen können. Ein immer noch schrecklicher Gedanke!

    Darum mein Appell: macht Erste Hilfe Kurse!

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Dies ist wirklich ein wichtiges und leider oft unterschätztes Thema – vielen Dank liebe Bettina fürs Einstellen!

    Noch ein Hinweis von mir als Rettungsschwimmer: Wenn eine Situation brenzlig wird, gerade im offenen Gewässer, dann denkt immer auch an eure eigene Sicherheit!
    Bei einem Bootsunglück im Rhein vor 3 Wochen kam auch ein Helfer ums Leben – gerade an Wehren finden sich immer wieder innendrehende Walzen, denen selbst gute Schwimmer nicht entkommen können. Als Rettungsschwimmer lernt man, wie man sich richtig verhält, wenn man in einen Strudel, eine falsche Strömung oder eine Buhne gerät und auch, wie man das Wasser vom Ufer aus einschätzen kann und wann man nicht mehr ins Wasser geht.

    Es ist unglaublich wichtig, zu erkennen, wann jemand im Wasser Hilfe braucht – aber genauso wichtig, wann man selbst überhaupt helfen kann oder die einzige Option darin besteht die 112 zu rufen und sich zu merken, wo genau man zuletzt eine Person gesehen hatte. Ich kann wirklich jedem empfehlen, beim DLRG in euer Nähe einen Rettungsschwimmkurs zu besuchen – und möchte mich gerne auch Julias Hinweis anschließen: lernt erste Hilfe – es kann Leben retten!

    Liebe Grüße, Tanni

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ja, Tanni, es ist so wichtig, da selbst Kompetenzen zu erlangen. Genauso oder noch wichtiger finde ich aber auch, seine Kinder in solche Kurse zu schicken.
    Die Erste Hilfe z.B. kann man schon sehr früh lernen. Ich bin damals mit 15 in die Johanniter Unfallhilfe eingetreten und konnte auch recht schnell schon an Einsätzen teilnehmen. Und auch in Eigeninitiative, wie oben geschrieben, versuchen zu helfen.
    Es ist auch für Jugendliche ein gutes Gefühl, keine Angst auch vor schlimmen Unfallsituationen haben zu müssen und kompetent helfen zu können.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat von  Julia.
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