CBD-Öl als Prophylaxe bei chronischer Migräne

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  • Su
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    Hallo zusammen,
    Ich bin in letzter Zeit viel über alternative Behandlungsmöglichkeiten mit CBD-Öl bei chronischen Erkrankungen gestolpert, habe aber wenig Erfahrungsberichte gefunden. Deshalb wollte ich jetzt mal hier nachfragen, ob jemand CBD-Öl bereits getestet hat?
    Ich habe seit 10 Jahren Migräne, die sich in den letzten Jahren von wenigen, aber sehr heftigen Attacken mit Aura (blinder Fleck) hin zu vielen Anfällen mit eher niedriger bis maximal mittlerer Schmerzintensität entwickelt hat. Aktuell ist die Migräne auch wieder chronisch. Aura habe ich eher selten, wenn dann prolongiert in Form von Parästhesien in der rechten Gesichtshälfte und gelegentlich auch in der ganzen rechten Körperhälfte. Das hält sich dann meistens so zwei Tage, mal mehr, mal weniger.
    Da ich durch die niedrige Schmerzintensität zwar im alltäglichen Leben eher weniger eingeschränkt bin und beispielsweise mein Studium problemlos durchziehen kann, haben mein Neurologe und ich vor knapp einem Jahr entschieden, erst einmal alternative Behandlungen auszuprobieren, bevor ich z.B. Topamax ausprobiere. Daher nehme ich momentan morgens immer 400mg Magnesium und habe mit Ausdauersport angefangen (Cardio). Für einige Monate hat das auch sehr gut gewirkt und ich hatte nur ungefähr 4 Anfälle pro Monat. Leider scheint sich mein Körper jetzt an das Magnesium gewöhnt zu haben, seit Februar bin ich nämlich wieder im chronischen Bereich (was doppelt deprimierend ist, wenn man einmal weiß, wie es ist, selten Migräne zu haben…).
    Dennoch würde ich gerne bei pflanzlichen / alternativen Mitteln bleiben, da mir Topamax o.ä. wirklich nicht geheuer sind. Gerade bei CBD-Öl bin ich hoffnungsvoll, da meine Migräne oft von Erschöpfung ausgelöst wird und ich das Gefühl habe, mein Schlaf ist nicht mehr wirklich erholsam. Dazu kommt natürlich noch die Anspannung wegen der Migräne und dem dauerhaften Risiko eines Anfalls. Gegen beides soll CBD-Öl sehr gut helfen, und über die Prophylaxe hinaus auch die akuten Schmerzen gut lindern können.
    Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen und kann berichten, ob und wie CBD-Öl hilft?
    Schon mal vielen Dank und liebe Grüße,
    Su

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 150

    Liebe Su,
    ich habe auch einige Monate den Traum gehabt eine Linderung meiner (chronischen) Migräne mit vermeintlich nebenwirkungsfreien Naturheilkundemethoden erzielen zu können.
    Leider funktioniert das aber nicht.
    Natürlich habe ich auch CBD Öl 10 % für viel Geld in meinem Kühlschrank stehen und kann dir versichern, dass ich wirklich NULL Wirkung davon hatte. Nicht mal auf meinen Schlaf hatte es einen Einfluss.

    Du kannst das Magnesium übrigens auf 600 mg am Tag erhöhen und noch mit 400 mg Vitamin B2 (Riboflavin) ergänzen, wenn du dich noch nicht an andere Prophylaxen herantraust. Die Wirksamkeit ist in Studien nachgewiesen und einige Migränepatient*innen profitieren sehr von dieser Dosierung.

    Bei mir gehört die Erschöpfung übrigens zur Migräne. Es ist sozusagen ein Vorbote und nicht andersrum, dass die Erschöpfung die Migräne auslöst.

    Liebe Grüße

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  Indie.
    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 124

    Hallo Su,

    weil man von dem Öl soviel gutes hört wollte ich es auch testen (ich habe jeden Tag Spannungskopfschmerzen von leichter bis mittlerer Intensität und chronische Migräne). Erst 5%, dann 10, dann 24. Das kostet fast 150 Euro pro Fläschchen und ich habe es 5 Monate genommen und die Wirkung war leider genau null. Vom 24%igem würde ich aber wohlig müde abends, das war es aber schon.

    Meine Schwester hat es auch getestet, sie hat auch Migräne. Ihr hat es bei Anspannung geholfen aber auch nicht gegen Kopfschmerzen. Da aber Johanniskraut oder Lasea ihr im Bezug auf Aufregung genauso helfen und günstiger sind, nimmt sie das Öl auch nicht mehr.

    Ein guter Freund hat nach einer OP sehr starke Rückenschmerzen bekommen. Er wiederum schwört auf das Öl was die Schmerzen angeht und seine Freundin konnte kaum glauben als sie hörte, dass ich monatelang das 24%ige genommen habe (übrigens 10 Tropfen jeden Abend) und klar im Kopf war tagsüber. Sie meinte sie braucht vom 10%igem 2 Tropfen und ist Matsch im Kopf.

    Meine Tante wiederum hat sich das 10%ige als Einschlafhilfe gekauft, weil sie Schlafstörungen hat, und es hat ihr leider gar nicht geholfen.

    Eine andere gute Freundin von mir arbeitet als Krankenschwester auf der Krebsstation und sie meinte, dass dort fast alle kiffen weil es am besten gegen die Schmerzen hilft – besser als die Morphium und Co. Daher lassen sie sie auch im Krankenhaus gewähren und drücken 2 Augen zu. Aber das CBD-Öl meinte sie bringt ihrer Erfahrung nach nichts gegen Kopfschmerzen oder andere starke Schmerzen.

    Soviel von mir dazu und meinen Erfahrungen ?

    Liebe Grüße,
    Bea

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  Beatrice.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Su,

    mir hat ein Schmerzarzt vor Ort auch zu Cannabis-Öl zum Einnehmen geraten. Er drückte mir am Schluss des Gesprächs einen Prospekt darüber in die Hand, ich solle das probieren. Ein Fläschen hätte 95,-€ gekostet.
    Er war mit meiner besonderen Kopfschmerzproblematik überfordert, sagte ganz ehrlich, er wisse nicht, was ich habe, und könne mir nicht helfen. Das mit den Cannabistropfen war also eine Verlegenheitslösung. Und es betraf nur meinen Geldbeutel und nicht seinen, was für ihn sehr praktisch war. ?

    Dem Vorpatienten hatte der das CBD-Öl übrigens auch empfohlen gehabt (die Wände in dieser Praxis sind dünn… ? ), vielleicht hat er ja eine Beteiligung an der Herstellerfirma (kleiner Scherz).

    Cannabis wird bei gewissen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt, Migräne und Spannungskopfschmerzen gehören jedoch definitiv nicht dazu. Und dann bekommen diese anderen Patienten auch das „richtige“ Cannabis. Denn die frei käuflichen Tropfen haben einen gewissen Inhaltsstoff nicht, zumindest bei meinen Tropfen war das so. Verschreibt ein Arzt das „richtige“ Cannabis, fällt das unter das Betäubungsmittelschutzgesetz und muss bei den Kassen gesondert beantragt und erklärt werden. Wohl ein größerer bürokratischer Aufwand.

    Ich würde von dem Geld lieber shoppen gehen oder den Sommer über Eis essen… ?

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  heika.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Su,

    Dennoch würde ich gerne bei pflanzlichen / alternativen Mitteln bleiben, da mir Topamax o.ä. wirklich nicht geheuer sind.

    Topamax ist ein Medikament mit einem hohen Nebenwirkungspotential. Zu diesem Mittel würde ich erst greifen, wenn alle anderen Möglichkeiten der medikamentösen Prophylaxe ausgeschöpft sind.
    Es gibt vieles, das man einfach ausprobieren kann. Manchmal hat man nur geringe oder sogar keine Nebenwirkungen bei guter Wirkung.

    Der Gedanke, dass pflanzliche/alternative Mittel grundsätzlicher harmloser seien als hergestellte Medikamente, steckt in vielen von uns drin. Doch es ist eine falsche Annahme. Pflanzliche Mittel haben genauso einen Einfluss auf unseren Körper, manche sind sogar sehr belastend. Nur wird darüber viel zu wenig aufgeklärt.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Liebe Su,

    CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) werden gehypt, haben aber kaum Wirksamkeit. Schmerztechnisch hatte man sich viel erhofft, fast nichts ist eingetroffen – trotzdem wollen es viele testen. Es wird keinen Effekt auf die Migräne haben, aber versuche es einfach mal.

    Hier findest Du einen interessanten Report, den die TK mit unterstützt hatte. Er ist sehr ausführlich und legt dar, was die meisten nicht hören möchten. 😉

    Cannabis-Report

    Liebe Grüße
    Bettina

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