New daily persistent headache

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  • Jonathan
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    Beitragsanzahl: 36

    Liebe Marianne,

    Ich glaube, dass Botox hat eine Zulassung für Migräne und Spannungskopfschmerzen hat. Bei mir lief das an der Uniklinik als eine Art kleine klinische Studie, also quasi als Experiment. Leider hat es bei mir nicht angeschlagen. Danach war ich nochmal ambulant in Kiel , und er Arzt dort meinte, er hätte mir im Vorhinein sagen können, das Botox bei NDPH nicht anschlägt 🙂 Ich denke es ist extrem wichtig, dass man sich mit einer so komplizierten Kopfschmerzart wie NDPH an einen versierten Experten/Klinik wendet, wo das gesamte Fachwissen vorhanden ist und man Vertrauen aufbauen kann.

    Aber immerhin hast du schoneinmal deine Diagnose. Das ist viel Wert. Vor meinem Aufenthalt in Kiel war ich bei unzähligen Ärzten, und keiner konnte mir sagen, warum ich permanent diese zermürbenden Dauerkopfschmerzen habe. Bis ich in Kiel die Diagnose bekommen habe.

    Ich kann dir einen Aufenthalt in Kiel nur ans Herz legen. Aber gibt es denn in Norwegen keine spezialisierte Klinik ?

    Eins interessiert mich noch. Haben bei dir die Kopfschmerzen auch von einem auf den anderen Tag angefangen und sind einfach nicht mehr weggegangen ? Oder war das eher schleichend ?

    Liebe Grüße, Jonathan.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 11 Monate von  Jonathan. Grund: Rechtschreibfehler
    Maahansen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Lieber Jonathan.

    Mein Kopfschmerz fing am 17. September 2012 an und ist nie wieder weggegangen? Ich war bei 7 verschiedene Neurologen und der 8. hat mir die Diagnose gegeben. Jetzt gehe ich nur zweimal im Jahr zur Kontrolle bei ihm. Er ist Professor in einer Uni-Klinik und ich fühle eigentlich, daß ich in guten Händen bin obwohl nichts bis jetzt geholfen hat.
    Jedes Mal gibt er mir zwei neue Präparate zum austesten bis wir uns Wiedersehen. Das Problem ist, daß ich mich immer viel schlechter fühle, wenn ich neue Medizine ausprobiere, als wenn ich „nur“ den Kopfschmerz habe. Die Nebenwirkungen sind so furchtbar.
    In Norwegen gibt es ein paar schmerzkliniken, aber leider nichts wie in Kiel sowie ich es verstanden habe.

    Liebe Grüße, Marianne

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Lieber Jonathan,

    es freut mich zu hören, dass der zweite Versuch mit Morphin (edit.) nun doch für eine bessere Lebensqualität sorgt. Ich wünsche Dir sehr, dass Du nun wieder unbeschwerter leben kannst. Die Schmerzspitzen sind zwar noch da, aber dieser zermürbende Dauerkopfschmerz ist endlich besser im Griff.

    Botox hat nur die Zulassung für chronische Migräne und wird auch nur für diese Indikation von den Kassen getragen.

    Liebe Marianne, wenn Du in dieser Klinik in guten Händen bist, ist das schon viel wert. Dein Arzt scheint sich ja auch mit selteneren Kopfschmerzarten aufzukennen und wird Dir hoffentlich auch weiterhelfen können. Leider muss man wirklich viel ausprobieren, bis man ein Medikament gefunden hat, was die Lebensqualität wieder ansteigen lässt. Dafür lohnt sich jedes Ausprobieren, meine ich, denn sonst ändert sich nichts.

    Alles Gute Euch beiden!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jonathan
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 36

    Liebe Bettina,

    ich melde mich nun nach längerer Zeit wieder einmal zurück 🙂
    Unsere zufällige Begegnung in der Schmerzklinik hat mich sehr beeindruckt und ich habe mich sehr gefreut dich einmal persönlich kennen zu lernen ! Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr ja mal auf das Treffen in Kiel.

    Im Herbst war ich ja noch einmal in der Schmerzklinik in Kiel. Herr Professor Dr. Göbel hatte während der Chefarztvisite das Morphin ziemlich nach oben gesetzt, sodass der Arzt am Wochenende es wieder ein bisschen herunter setzen musste ( von 80mg/Tag auf 60mg/Tag), weil ich ziemlich „platt“ war. Ein paar Tage später wurde ich entlassen. Nach ein paar weiteren Tagen, an denen ich ziemlich müde war, ging es mir deutlich besser und bin seitdem (fast) schmerzfrei ( 🙂 ) . Manchmal ist mir ein bisschen übel und die Verdauung hat sich verlangsamt, aber das geht alles.

    Ich konnte vor einer Woche zum ersten Mal seit vier Jahren (!!!) „kopfschmerzfreie“ Weihnachten mit meiner Familie feiern und die Oper in Stuttgart ( Aschenputtel ) am ersten Weihnachtsfeiertag richtig genießen. Es ist ein kaum in Worte zu fassendendes Gefühl, (fast) keine Dauerkopfschmerzen mehr zu haben und ich hoffe, dass das nun auch so bleibt 🙂

    Ich wünsche Dir , und allen die hier mitlesen, ein ganz schönes, neues und vor allem aber ein Jahr 2016 mit weniger Kopfschmerzen.

    Liebe Grüße,
    Jonathan.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Lieber Jonathan,

    also ganz ehrlich, Dein Beitrag jetzt ist für mich grad ein richtiges Neujahrsgeschenk! 😀 Wir hatten schon all die Jahre hier in Headbook so einen angenehmen Austausch (abgesehen von Deiner beeinträchtigenden Erkrankung), sodass ich mich auch sehr gefreut hatte, Dich persönlich kennenzulernen. Auch ich war von Dir sehr beeindruckt, zeigte es mir doch, dass Du real ebenso sympathisch, freundlich und höflich bist, wie wir Dich virtuell kennenlernen durften.

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir weiterhin gut geht und Du endlich wieder leben kannst. 🙂

    Viele liebe Grüße, alles Gute weiterhin und mache es unbedingt möglich, zum Forentreffen zu kommen. 😀

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Lieber Jonathan,

    vielen Dank für deinen Beitrag 🙂 Es freut mich sehr, dass du seit deinem letzten Aufenthalt in Kiel fast schmerzfrei bist – dieses Lebensgefühl lässt sich aus deinem Beitrag direkt nachempfinden! Ich wünsche dir sehr, dass es so gut weitergeht!

    Dein Beitrag macht auf jeden Fall Mut, dran zu bleiben und nicht aufzugeben! Es lohnt sich… Ich würde mich freuen, zu lesen, wie es dir weiter ergeht 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    Spreefranzi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Hallo Ihr Lieben Auch-Kopf-Schmerzler da draußen! ich habe seit mehr als 2 Jahren nach Burn Out ganztägig und täglich quälende SChmerzen in Schläfen, Augen, Jochbein und oft auch Nacken. Dazu bei Bewegung an der Luft unter 15 Grad sehr oft schlimme Trigemnius. MRT alles ok.
    Meine Ärzte (spezielle Schmerztherapie, Neurologie/Psychatrie)unterstützen mich nicht bei meinen Versuchen, dem Schmerz einen Namen zu geben. Das sei völlig unwichtig. Ich bin da anderer Meinung.
    Nach Recherchen bin ich auf „atypischer andauernder Gesichtsschmerz“ auch idiopatischer Gesichtsschmerz gekommen. Es paßt für mich gut.
    Gibt es hier jemanden mit der Diagnose oder wie kann ich jemanden finden? oder passt auch der „New daily persistent headache“ ?? Warum eigentlich „New“? Ich habe große Schwierigkeiten bei ALLEM, auch am PC schreiben. Es tut einfach soo weh. Daher fällt es mir schwer die richtige Gruppe zu finden. Kann mir Jemand helfen?? Ich grüße euch herzlich und wünsche euch jeden Tag schöne Minuten…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Herzlich willkommen bei uns, lieber Spreefranzi. 🙂 Bitte kopiere Deinen Beitrag in diese Gruppe: https://headbook.me/groups/mein-persoenlicher-migraeneverlauf/forum/ Klicke auf den Link, scrolle nach unten und öffne ein Forum für Dich.
    Das ist dann Dein eigenes Forum, in dem wir Dir gezielt weiterhelfen können.

    David
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Guten Abend,
    ich stelle mich leider hier mal vor. Ich hatte im April und Mai zwei KatheterAplationen am Herz. Bin Ende Mai nach Italien und habe dort den ganzen Juni unter harten/stressigen Bedingungen gearbeitet. Eines Nachts, das war ca. anfang Juli, bemerkte ich eine Veränderung in meinem Kopf. Einen seltsamen Druck der meine Wahrnehmung komplett veränderte. Bin dann noch zwei drei Tage zur Arbeit und musste resignieren. Der Druck war so enorm, verstärkt durch das arbeiten, dass ich nicht mehr weitermachen konnte. Der Druck besteht auf beiden Seiten sowie auch am Hinterkopf. Mein Nacken ist immer etwas verspannt und das nach links und rechts gucken fühlt sich komisch an. Wobei das mit dem Nacken inzwischen besser ist als noch vor einem Monat. Ich weiß inzwischen dass Sport, die Symptome verschlimmert. Eine Neurologin meinte es wäre der episodische Spannungskopfschmerz und ein anderer tippte auf Migräne. Jedoch denke ich, dass der episodische Spannungskopfschmerz nicht passt zu meinen Symptomen und die Triptane die mir der andere Neurologe verschrieben hatte, haben alles nur noch schlimmer gemacht. Dementsprechend kann es auch keine Migräne sein. Durch einen Tipp bei Facebook bin ich auf diese Kopfschmerzform NDPH gekommen und finde es passt ziemlich genau auf meine Symptome.

    Ich finde es ziemlich grenzwertig diese Kopfschmerzform. Da ich jeden Tag unter den Symptomen leide und dadurch innerlich immer mehr an Kraft verliere.. Dass dann noch Schwierigkeiten habe Termine zu bekommen macht alles nur noch viel schlimmer.

    Wie denkt ihr darüber? Denkt ihr ich bin auf der richtigen Fährte?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Willkommen auch hier, lieber David. ? Wir kennen uns ja schon aus der Migräne Community.

    Es wäre jetzt wichtig, zum Arzt zu gehen und gleich mal mit diesem Verdacht ankommen und ihn diskutieren. Dann merkst Du schon, wie sehr er im Thema drin ist und es können weitere Maßnahmen ergriffen werden. Ich hatte Dir auf Facebook ja schon geschrieben, welche Optionen man hat beim NDPH, sollte er sich dann bestätigen.

    Hast Du schon einen Termin vereinbart, oder meinst Du mit Deinem Satz „…Schwierigkeiten habe Termine zu bekommen macht alles nur noch viel schlimmer.“, dass Du keinen zeitnahen Termin erhalten kannst?
    Es macht wenig Sinn, über ungelegte Eier (sprich: ohne Diagnose) zu spekulieren und diesen oder jenen Tipp zu geben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo Jonathan

    Vielen Dank für deine Antwort auf meine PN.

    Es freut mich sehr, das es dir auch weiterhin so gut geht und du die Dauerschmerzen des New Daily Persistent Headache mit dem Morphin gut im Griff hast.

    Vielleicht wird ja das neue Opiat dir die Müdigkeit etwas nehmen.

    Bei mir scheint es auch so, das der gestiegene Schmerzpegel der NDPH meine Migräne zusätzlich triggert und ich an 2 Fronten kämpfen muss. Denn auch für die Migräne habe ich noch keine hilfreiche Prophylaxe gefunden. Das Tramadol werde ich, nach Absprache mit der Schmerztherapeutin, auf 150mg mal erhöhen.

    Ich werde auch deine Erfahrung mit zu meiner Schmerztherapeutin nehmen, da ich glaube das ihr die NDPH nicht so bekannt ist. Am Dienstag habe ich den ersten Termin nach der Klinik bei ihr und bin gespannt wie sie auf alle Neuigkeiten reagiert. Habe nämlich alle Unterlagen die das Verhalten und besonders auch die Ernährung betrifft und auch Unterlagen betreffend des NDPH, die ich von der Ärztin in Kiel bekommen habe für sie kopiert.

    Mich würde noch interessieren ob du das Opiat durchgehend in gleicher Dosis genommen hast oder auch mal eine Medipause gemacht hast. Und wie verhält es sich mit dem Autofahren. Sollte ich die Versicherung ansprechen? Welche Erfahrungen hast du damit?

    Gruß Flummi

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Flummi,
    mir wurde in Kiel gesagt, dass ich nach einer Eingewöhnungszeit von, ich glaube es waren zwei Wochen, wieder mit Opioiden Autofahren darf. Zur Sicherheit, falls es mal eine Polizeikontrolle geben sollte, hab ich mir mehrere Rezepte eingescannt und immer im Handy dabei gehabt als Beweis. Dadurch hätte ich dann beweisen können, dass ich das Medi schon länger nehme. Bevor du die Versicherung „alarmierst“, was ich nicht gemacht habe, halte es auch nicht für nötig, solltest du dir unabhängigen Rat dazu einholen. Man sollte nicht umsonst schlafende Hunde wecken oder einen unerfahrenen Menschen bei der Versicherung aufschrecken ?. Ob mein Meinung richtig ist, weiß ich nicht.

    Ich wünsch dir gute Wirkung und wenig Nebenwirkungen,
    Julia

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo Julia

    Die Information das ich nach einer Eingewöhnungszeit von 2 Wochen erst wieder Auto fahren dürfte habe ich ebenfalls von meiner Ärztin in der Klinik erhalten. Des weiteren habe ich auch einen Opioid – Ausweis dort erhalten, den ich im Falle einer Kontrolle vorzeigen kann. Dort steht dann das Opiat und das Datum der Verschreibung drin.

    Betreffend der versicherungstechnischen Seite hat sie mir keine konkrete Antwort geben können, da das Problem in einer Grauzone liegt, wo es keine rechtliche Grundlage gibt. Ich wüsste jetzt auch nicht wo ich mir einen unabhängigen Rat holen kann.

    Gruß Flummi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Hallo Flummi,

    es besteht keine (!) Verpflichtung, Deine Medikamenteneinnahme irgendwo zu melden. Du entscheidest selbst, ob Du fit genug bist, ein Auto führen zu können. So wie man das ja auch mit dem Alkohol handhaben muss.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bernhard
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo, ich stelle mich hier mal vor.( m, 53 )leide seit dem 16. April 2016 unter permanenten Spannungskopfschmerzen. Die Schmerzen begannen zwei Monate nach einer Katheder Ablation am Herzen, von einer Stunde auf die andere.Die Kopfschmerzen sind im Bereich der Stirn / Schläfen. Seitdem habe ich keine Minute ohne diesen Kopfschmerz verbracht, die sich im Bereich zwischen 7 und 9 befinden und sich dumpf und drückend anfühlen. Ich verbrachte 2 Wochen in der Neurologischen Klinik mit MRT, CT, EEG, und Nervenwasserentnahme. Keine Diagnose, keine Änderung. Danach besuchte ich 2 Schmerztherapien ohne Erfolg. An Medikamenten habe ich nahezu alles ausprobiert, was es so gibt ( Amitryptilin, Topiramat, Novalgin, Jatrosom, Ibuprofen, Kortison, Lithium usw. bis hin zu Botox spritzen und der Einnahme von Cannabis.) Das alles hat keine Wirkung auf meine Kopfschmerzen. Zahnarzt, Augenarzt, HNO, Osteopath, Massagen, Ernährungsumstellung, diverse Heilpraktiker, das alles hab ich durch. Sogar ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klink war komplett nutzlos. Ich bin seit Monaten arbeitsunfähig und ratlos. Von meinem Neurologen habe ich die Diagnose bekommen “ New daily persistant headache“. Gibt es noch irgendwelche Ansätze.??

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 489

    Hallo Bernhard,

    ich hoffe, zumindest die Ablation war erfolgreich. Vielleicht schreibst Du auch noch einmal warum sie durchgeführt wurde (Vorhofflimmern?)

    Die evidenzbasierten Therapiemöglichkeiten bei NDPH sind schwierig.

    Aber Valproinsäure (600 – 900 mg p.d.) hast Du noch nicht probiert?
    Besprich das doch mal mit Deinem Neurologen, ob es da irgendwelche Kontraindikationen bei Dir gibt. Valproinsäure gilt meines Wissens als Standard–Therapieoption.

    Viel Erfolg!!!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Hallo Bernhard und herzlich willkommen bei uns. 🙂

    Wie Glückdererde bereis empfiehlt, wäre Valproinsäure noch einen Versuch wert. Eine mögliche Option wäre auch ein kurzzeitiger Kortison-Einsatz, um mal die Schmerzspirale durchbrechen zu können. Du erwähnst Kortison bereits, hatte es denn keine Wirkung? War es hoch genug dosiert?

    Du beschreibst eher den dumpf-drückenden Kopfschmerz, der in Richtung Spannungskopfschmerz gehen könnte. In dem Fall ist die Empfehlung, trizyklische Antidepressiva einzusetzen. Ist der Kopfschmerz migräneartig, empfiehlt sich Valproinsäure. Diese sollte aber trotzdem auf jeden Fall getestet werden. Du hast nichts zu verlieren. Muskelrelaxantien werden auch empfohlen, die fehlen noch in Deiner Liste.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo Bernhard

    Herzlich Willkommen im Headbook.
    Ich hatte schon heute Mittag angefangen zu schreiben, aber da versagte bei uns das Internet. Wir haben jetzt erst einmal eine Notlösung gefunden.

    Ich war im letzten Oktober in der Schmerzklinik Kiel und nach einer Odyssee von über 24 Jahren bekam ich neben der Diagnose chronische Migräne auch die Diagnose New Daily Persistent Headache (NDPH).

    Der NDPH kann sowohl die Form eines Spannungskopfschmerzes wie bei dir, als auch eine migräneartige Form wie bei mir annehmen.

    Zu Beginn meiner Geschichte waren die Migräneattacken dabei noch nicht so häufig und ich habe mich irgendwann mit den dauerhaft bestehenden Spannungskopfschmerzen arrangiert. Dieses geht seit über 1 Jahr nicht mehr, da die Migräneattacken extrem an Fahrt zugenommen haben. Mittlerweile habe ich auch einen Grad der Behinderung von 50.

    Nach 1 Jahr Krankschreibung versuche ich jetzt trotzdem eine Wiedereingliederung. Ich hoffe noch in diesem Jahr mit Hilfe der Klinik eine Prophylaxe zu finden um eine Verbesserung zu erreichen. Mein Arbeitgeber unterstützt mich ebenfalls sehr gut.

    Bei mir haben damals die frei verkäuflichen Schmerzmittel ebenfalls keinerlei Wirkung gehabt und da sich keine Ärzte erklären konnten warum ich von jetzt auf gleich einen Dauerkopfschmerz hatte war die einfachste Lösung es auf die Psyche zu schieben. Ich war direkt vor dem Beginn dieser KS umgekippt und über Stunden bewustlos gewesen. Auch das konnte niemand erklären. Erst in Kiel habe ich die Erklärung bekommen, das es sich um eine Hirnstammaura gehandelt hatte.

    Der Aufenthalt in einer psychosomatische Klinik war genau wie bei dir ohne Erfolg. Das einzigst Positive was ich daraus mitgenommen habe war die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen (PMR). Sie hat mir im Laufe der Jahrzehnte immer wieder geholfen aus Stresssituationen rauszukommen.

    Meine bisherigen Prophylaxeversuche waren Amitriptylin, Doxepin und Metoprolol. Die beiden Tests mit Indometacin und Kortison waren ebenfalls erfolglos. Zur Zeit versuche ich Topiramat, bin aber erst ein paar Tage dabei. Eine leichte Verbesserung hatte ich auch nach der Einnahme von 1g Novaminsulfon bei starken KS die nicht der Migräne zuzuordnen waren.

    Bei allen Schmerz – oder Akutmitteln muss man aber an die 10/20 Regel denken, da man sonst in einen Medikamentenübergebrauch geraten kann.

    Da es für den NDPH noch keine gesicherte Therapieform gibt, versucht man mit den Vorgaben für die entsprechende Kopfschmerzform zu behandeln. Das heißt in meinem Fall eine Prophylaxe für die chronische Migräne zu finden.

    Wie lange hast du denn z. B. Amitriptylin genommen?  Denn man sollte einer Prophylaxe bis zu 12 Wochen Zeit geben um beurteilen zu können ob sie wirkt.

    Bei Spannungskopfschmerzen helfen auch Entspannungsverfahren wie die PMR oder Biofeedback, leichter Sport, Wärmeanwendungen.

    Bei mir wurde in Kiel ein Versuch mit retadiertem! Tramadol gestartet. Dieses hatte aber keinen Erfolg. Retadierte Opiate werden aber durchaus beim NDPH erfolgreich eingesetzt. Meine bisherigen Ärzte hier vor Ort lehnten das aber ab.

    Eine Option für dich wäre sicherlich, wenn dein Neurologe dich in die Schmerzklinik Kiel überweisen würde. Denn dort kennt mann sich auch mit Sonderformen von Kopfschmerzen aus und kann eine auf dich abgestimmte Therapie finden. Leider ist die Wartezeit sehr lang.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld, denn die wirst du brauchen.

    Gruß Flummi

    Bernhard
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo Flummi
    mit dem Amitriptilyn habe ich 3 Versuche unternommen. Ich bin aber über 5 Wochen Einnahme nicht hinausgekommen.(Nebenwirkungen)
    Auch mit Muskelentspannung und Sport hatte ich keine Verbesserung. Grad mache ich einen neuen Versuch mit Trimipramin. Nehm das jetzt 10 Tage. Es geht mir eher schlechter als vorher.Wegen der Muskelrelaxantien und der Valproinsäure werde ich meinen Neurologen mal ansprechen.
    Liebe Grüsse
    Bernhard

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Lieber Bernhard,

    ich weiß jetzt nicht, wie schnell du beim Amitriptylin aufdosiert hast und mit welcher Dosis Trimipramin du eingestiegen bist – gerade wenn man starke Nebenwirkungen hat, sollte man Antidepressiva langsam (bestenfalls mit Tropfen) einschleichen.

    Meist werden die Nebenwirkungen dann nach einiger Zeit schwächer, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat. Du kannst aus der Gruppe der Antidepressiva auch noch andere Präparate testen, z.B. Opipramol wird von vielen Patienten gut vertragen, die bei Amitriptylin starke Nebenwirkungen hatten. Da muss einfach jeder selbst ausprobieren.

    Wenn du schreibst, dass Sport und Muskelentspannung keine Verbesserung gebracht hat, würde mich interessieren, ob du es denn regelmäßig weiter betreibst oder nach ein paar Versuchen damit aufgehört hast. Beides braucht Zeit und Regelmäßigkeit, um etwas zu bewirken und auch wenn du nicht sofort Besserung bemerkst kann es langfristig sehr gut helfen 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo Bernhard

    Amitriptylin habe ich auch nicht vertragen. Deshalb der Wechsel auf Doxepin.

    Was die Medikation betrifft bewege ich mich eher auf Neuland, da ich im März letzten Jahres überhaupt erst weiß das ich eine primäre Kopfschmerzerkrankung habe. Diesbezüglich hast du ja auch schon gute Tipps bekommen.

    Die vielen Jahre in denen ich ohne Diagnose mit diesen Dauerschmerzen gelebt habe, hat mir eines sehr geholfen. Den Kopfschmerz zu ignorieren und wenn er zu stark wurde habe ich mir eine Aufgabe gesucht die meine volle Konzentration brauchte. Das klappte natürlich nicht immer, war aber oft eine Hilfe.

    Betreffend der Muskelentspannung nach Jakobsen hatte ich auch keine dauerhafte Schmerzerleichterung. Aber gerade in Stresssituationen konnte ich mit seiner Hilfe wieder neu starten und (heute weiß ich) einen migräneartigen Schmerz minimieren. Das habe ich beruflich auch häufiger angewendet.

    Letztendlich wird es schwierig werden den NDPH soweit zu besiegen, das es für uns erträglich wird. Egal welche Versuche wir auch starten, es wird uns immer einen Minischritt weiterbringen. Und selbst wenn es nur heißt „das war’s wieder nicht“ werden wir um genau diese Erfahrung reicher.

    Ich hoffe das wir beide irgendwann den richtigen Schlüssel an die Hand bekommen werden. Aber bis dahin ist noch viel Geduld gefragt.

    Gruß Flummi

    Bernhard
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo
    erstmal vielen Dank für die netten Antworten. Ich bin so froh endlich Leidensgenossen gefunden zu haben.Natürlich betreibe ich den Sport weiter. Lange Spaziergänge und Radfahren lenken ab und die Zeit vergeht. Bin jetzt seit 13 Monaten wegen der Kopfschmerzen erwerbsunfähig geschrieben. Das Amitriptilyn hab ich mit 50mg begonnen, dasTrimipramin mit 25mg /Tag). Bei mir wirkt aber gar nichts. Vielleicht habe ich auch zu wenig Geduld.
    Gruß Bernhard

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