Gutachtertermin zu EMR-Antrag

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  • Ella Amelie
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    Beitragsanzahl: 16

    Hallo Tanja, hallo Eva,

    ja, der Gutachter ist Neurologe und kennt sich mit Migräne und Trigeminusneuralgie gut aus.
    Ich habe mir von der RV das Gutachten zusenden lassen -möchte ja schließlich wissen was dort drin steht-.
    Der Gutachter hat das Schreiben schon 2 Tage nach dem Termin zur RV geschickt.
    Wahrscheinlich habe ich mit der schnellen Bearbeitung einfach Glück gehabt. Bei der Antragsstellung wurde von ca. 5-7 Monaten gesprochen.

    Liebe Grüße,
    Ella Amelie

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Hallo zusammen!

    Ich habe nun gestern meinen ersten Gutachtertermin gehabt -bei einer Psychiaterin/ Neurologin. Ein weiteres Gutachten vom Orthopäden soll noch folgen.
    Ich wollte Euch ja berichten wie es verlief:

    Es war insgesammt ganz in Ordnung- es kamen keine fiesen Hinterhälte, sondern es war sehr sachlich und routiniert.
    Manchmal haben mich die Fragen zu meiner Biographie etwas irritiert- ich fand das eigentlich nicht so wichtig- aber ich habe alles wahrheitsgemäß beantwortet.
    Absurderweise hatte es zeitweise fast etwas von einem Bewerbungsgespräch- wie wenn ich mich für die Rente bewerben müsste…ein skurriler Gedanke!

    Der sachliche Ton meines Gegenübers machte mich auch sehr sachlich. Also keine Tränen oder sonstiges. Ich zweifle im Nachhinein etwas an mir, ob mein Leidensdruck entsprechend angekommen ist.

    Ich hab gar kein Gefühl dazu, wie Sie meinen Zustand bewertet, und ob die Rente durchgeht. Weil alles so sachlich war, fehlt mir das Gefühl dazu.

    Jetzt hoffe ich mal, dass sich nicht alles noch so lange hinzieht, denn das ist ja schon irgendwie „auf die Folter gespannt“…

    Ja, soweit mal mein Bericht- ich bin wider Erwarten nicht aufgefressen worden…ist hoffentlich eine ermutigende Nachricht für alle, die in ähnlicher Situation sind!

    Viele Grüsse von Eva

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Eva,

    wie schön, dass Du „ganz“ geblieben bist. 🙂

    Die meisten können nicht beurteilen, wie das Gespräch für sie lief, das ist ganz normal. Die Gutachter machen ja einen Routinejob, nur für Dich ist alles neu. Warte in Ruhe ab und verbanne es jetzt mal aus Deinem Kopf. Jetzt läuft es, ob Du Dir nun Sorgen machst oder nicht. 🙂

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Rosi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Hallo miteinander,
    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich (52 J.) leide seit langer Zeit unter Migräne und starkem Tinnitus, was mit den Jahren immer schlimmer wurde, habe deswegen meine Arbeitsstelle gekündigt und letztes Jahr die EM Rente beantragt. Diese wurde abgelehnt und mit Hilfe des VDK wurde ein Widerspruch eingelegt. Jetzt soll ich noch zu einem orthopädischen Gutachter. Mein Problem ist, daß ich keinen Arzt habe, der mich ernst nimmt. Mein Neurologe meint, wegen Migräne und Tinnitus bekäme man keine Rente, ich müsse wohl wieder zum Arbeiten, da ja auch der Gutachter geschrieben hätte, daß ich zwar eingeschränkt leistungsfähig sei, aber arbeitsfähig. Allerdings war das Gutachten nicht ehrlich geschrieben, viel war nicht richtig wiedergegeben. Zum Beispiel wurde ich zum Gutachtertermin gefahren, aber es stand im Gutachten drin, daß ich selber gefahren sei, was nicht stimmt und einiges anderes stimmt ebenfalls nicht. Zur Reha war ich auch schon, aber die mußte ich abbrechen, weil der Tinnitus und die Migräne schlimmer wurden. Dies stand nicht im Reha-Abschlussbericht so drin und es stimmte auch viel nicht. Da ich keine ärztliche Unterstützung bekomme, suche ich über das Internet Hilfe. Ich bin derzeit arbeitslos und ziemlich verzweifelt, da ich nicht weiß wie es weiter geht. Als ich arbeitete hatte ich wöchentlich über mehrere Tage Migräne. Seit ich zuhause bin bekomme ich sie besser in Griff, wenn ich mich sofort hinlege. Sollte ich wieder arbeiten müssen, dann geht das Ganze wieder von vorne los. Ich halte schon den starken Tinnitus kaum aus und dann noch die Migräne dazu, das ist dann kaum zu ertragen. Medikamente habe ich bis jetzt nur Metamizol, Trimipramin und Citalopram bekommen, was nicht hilft. Zum einen habe ich die Frage, wer kann eine Migräne denn nachweisen, wenn man zu Hause liegt und keiner bekommt sie mit? Also ich meine, die Schilderungen der Migräne (fast wöchentlich) und auch Tinnitus und Depressionen sind anscheinend nicht glaubwürdig bzw. sagt der Neurologe, das sei kein Grund für Rente. Was kann ich tun? Ich leide sehr und weiß nicht mehr weiter.
    Wer weiß Hilfe?
    Liebe Grüsse
    Rosi

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Rosi,

    das tut mir sehr leid zu hören, dass Du so leidest und nicht unterstützt wirst!
    Ich weiss, dass es schon Mitglieder gibt, die berentet wurden- allerdings weiss ich nicht, ob sie noch andere Erkrankungen ausser Migräne hatten und wieviel Anfälle sie hatten.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation: ich habe Rente beantragt und weiss noch nicht wie die Gutachterin mich eingeschätzt hat, bei der ich vor ein paar Tagen war. Ich wäre auch verzweifelt, wenn sie ablehnen würden und wüsste erst mal nicht weiter.

    Ich denke in jedem Fall brauchst Du Berichte und Dokumentationen über Deine Schmerzen. Wieviele Schmerztage hast Du im Monat? Davon wird es doch vermutlich abhängig sein, ob du arbeitsfähig bist.
    Schlimm, dass Dein Neurologe Dich nicht unterstützt. Was ist mit deinem Hausarzt?
    Der Widerspruch über den VDK war sicherlich sinnvoll.
    Ich kann Dir leider nichts richtig Kompetentes dazu sagen. Ich denke Bettina wird Dir bald antworten.

    Viel Glück und verliere nicht den Mut!
    Evae

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Rosi, herzlich willkommen bei uns. 🙂

    Eva hat Dir ja schon Tipps gegeben. Führst Du eigentlich ein Schmerztagebuch? Es ist die beste Dokumentation Deiner Schmerztage und Du kannst es beim Arzt und Gutachter vorlegen.

    Wie viele Migränetage hast Du im Monat und wie behandelst Du sie? Nur mit Metamizol? Keine Triptane? Hast Du die Diagnose chronische Migräne? Wurde Dir schon die Therapie mit Botox angeboten?

    Schade, dass Dein Neurologe Dich nicht unterstützt. Ich hatte Dir per PN ja bereits die Liste der Schmerztherapeuten geschickt, die mit der Schmerzklinik zusammenarbeiten. Vielleicht findest Du ja einen in Deiner Nähe.

    Der VdK wird Dich gut unterstützen können, sie kennen ja die Problematik.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Matthias
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Um hier keinen Roman zu schreiben, in Kurzform. Das halte ich für wichtig oder hilfreich, um EU Rente zu bekommen:

    – möglichst GdB (ist keine Bedingung, hilft aber)
    – ein Sozialverband ist immer gut, die haben auch Anwälte, die sich dann mit einem etwaigen Widerspruch etc. befassen, möglich wären VdK oder SoVD
    – gute Befunde etc., die den Krankheitsverlauf dokumentieren
    – guter Arzt (besser, 2, 3 oder mehr aus verschiedenen Fachrichtungen), der einen unterstützt und hinter dem Rentenantrag steht
    – lange Krankschreibung, am besten am Stück (nicht unter 1 Jahr)
    – bei Ablehnung Widerspruch und möglichst nur über Anwalt oder eben VdK oder SoVD (ggf. bis zur Klage vorm Sozialgericht, was sogar für alle kostenlos ist)

    Das ist aus meiner Sicht das Wesentliche.

    Man sollte hier aber wirklich auch beachten, volle EU Rente bedeutet, Person X kann täglich nicht mehr als 3 Stunden arbeiten.

    Und was die Person bisher gearbeitet hat, spielt keine Rolle. Selbst wenn jemand Akademiker ist, er noch 6-7 Stunden täglich in einem Pförtner-Häuschen sitzen könnte, wo am Tag nur 2 LKW ankommen, dann gibt es i.d.R. keine Rente.

    Rein theoretisch ist jemand mit voller EU Rente quasi nicht mehr in der Lage, pro Tag 3,5 Stunden auf einer Parkbank zu sitzen, um die Passanten zu zählen (für eine Statistik o.ä.).

    Die Belastbarkeitsgrenze und damit die Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt (der gilt als Maßstab für die RV) der Person müssen also ziemlich gegen null gehen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Ziel sollte daher auf jeden Fall sein, mit adäquater Behandung gar nicht so weit zu kommen. Gelegentlich bekomme ich mit, dass schon ganz junge Menschen wegen Migräne eine Rente, teilweise auch volle Rente, anstreben. Bevor man viele Energien in die Erlangung einer Rente legt, sollte diese in die Verbesserung der gesundheitlichen Situation gelegt werden.

    Matthias
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Ja, natürlich sollte das Ziel sein, die Leistungsfähigkeit wieder herzustellen, wenn es möglich ist. Oder es nicht erst so weit kommen zu lassen. Stimmt.

    Mein voriger Beitrag bezog sich auf meine Erfahrungen allgemein, EU Rente wegen Migräne als Einzeldiagnose ist mir persönlich kein Fall bekannt. Kann ich mir auch schwer vorstellen. Allerdings als ein Teil der Sammlung von Beschwerden und Diagnosen, was dann zur Rente führte, da kenne ich Menschen.

    Man muss hier auch bedenken, die EU Rente ist erstmal immer zeitlich begrenzt. In 2 oder 3 Jahren kann sich das alles auch wieder ändern.

    Ich persönlich würde mir da auch immer die Fragen stellen, wie waren die (von mir aus) letzten 10-15 Jahre gesundheitlich und beruflich, falls der Gesundheitszustand dem beruflichen Werdegang in den letzten Jahren enorm im Weg stand, was wurde schon dagegen getan, was ist eventuell noch geplant, wie sind die Aussichten auf Besserung in absehbarer Zeit?

    Und da gibt es leider Menschen, wo eine Rente (vielleicht erstmal) nicht unvernünftig erscheint.