Schwerbehinderung befristet

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  • Caro Caro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Ihr Lieben,

    ich hatte nun endlich Anfang November meinen Erst-Antrag auf Schwerbehinderung gestellt, beim Versorgungsamt Oberbayern. Dem Antrag wurde nach 4 Wochen stattgegeben. Im Bescheid steht, dass ein Grad der Behinderung von 50 % festgestellt wurde
    – 50 % Migräne, 10 % Tinnitus, 10 % Fuß befristet bis „Ende Mai 2021“.

    Das sind 2,5 Jahre. Mein Impuls ist, keinen Widerspruch einzulegen, obwohl der Tinnitus zu gering angesetzt wurde und andere orthopädische Beschwerden nicht berücksichtigt wurden, bzw hatten diese kein Gewicht…

    Der aktuelle Behinderung hilft mir sehr. Andererseits könnte ich Feb 2019 Altersteilzeit beginnen, wenn die Behinderung bis März 2024 befristet wäre.

    Wäre es sinnvoll Widerspruch einzulegen um eine längere Befristung oder Unbefristet zu erreichen? Oder besser in einem Jahr einen Verschlechterungsantrag zu stellen. Dann wäre der Tinnitus länger dokumentiert.

    Wozu ratet Ihr mir? Danke für Eure Unterstützung

    Caro

    • Dieses Thema wurde geändert vor 6 Monate von  Caro Caro.
    Betty
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo Caro,

    ich persönlich bin den Weg des Verschlimmerungsantrages gegangen (1 Jahr später). Diesem wurde auch stattgegeben, aber nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt, bin zum Gutachter schickt worden und dann das von mir gewünschte Ziel erreicht.

    Ich persönlich werde den Weg des Verschlimmerungsantrages Ende 2019 ein weiteres Mal gehen.

    Wäre es für dich ggf. möglich auch später in ATZ zu gehen? Und diese läuft dann über einen kürzeren Zeitraum. Dann wäre ja noch etwas Zeit dazwischen.

    Nach meinem Kenntnisstand werden Schwerbehinderungen, wenn befristet, in der Regel maximal für 5 Jahre befristet. Da wärst du immer noch nicht im Jahr 2024. Das würde nur mit einem unbefristeten SB-Ausweis klappen.

    VG

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27789

    Hallo Caro,

    Im Bescheid steht, dass ein Grad der Behinderung von 50 % festgestellt wurde
    – 50 % Migräne, 10 % Tinnitus, 10 % Fuß befristet bis „Ende Mai 2021“.

    mit einem Grad von 50 hast Du doch alles, was Du brauchst. Die Gradzahlen (man spricht nicht von %) werden nicht addiert, sondern in ihrer Gesamtheit betrachtet und dann wird entschieden, wie groß die Behinderung insgesamt ist.

    Das sind 2,5 Jahre. Mein Impuls ist, keinen Widerspruch einzulegen, obwohl der Tinnitus zu gering angesetzt wurde und andere orthopädische Beschwerden nicht berücksichtigt wurden, bzw hatten diese kein Gewicht…

    Die Zeitspanne ist völlig üblich so. Tinnitus wird da gar nicht eingerechnet, auch die meisten Allergien nicht und vieles, das für uns vielleicht offensichtlich erscheint.
    Wenn Du Widerspruch einlegst – um welchen erstrebten Grad zu erhalten? – riskierst Du sogar noch ein runtergestuft Werden. Wozu Widerspruch einlegen, wenn Du den Grad von 50 sowieso erhalten hast und nur darauf kommt es doch an.

    Mein Rat: Alles lassen wie es ist, denn so ist es gut. Unbefristet gibt es heute kaum mehr, fast alles wird befristet.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 179

    Hallo Caro

    Genau wie du habe ich vor ein paar Tagen den Bescheid vom Versorgungsamt bekommen. Es war auch ein Erstantrag und der GdB wurde bis Mai 2020 ebenfalls mit 50 anerkannt. Meine Begleitsymptome spielten hierfür keine Rolle. Selbst der Dauertinnitus oder die Koordinationsprobleme haben keinen Grad der Behinderung bekommen. Dazu sollte man wissen, das sich die einzelnen Punkte nicht addieren. Und der Tinnitus wird auch nur mit zusätzlichen psychischen Folgen einen höheren GdB erhalten. Und psychische Folgen sind ja schon mit der Migräne eingerechnet.

    Meine Regelrente wäre 2030 und wenn ich das richtig verstehe könnte ich mit der Schwerbehinderung bereits 2027 in Rente gehen. In meinem Schreiben steht auch, das kurz vor Ende der Befristung eine neue Begutachtung erfolgt um die Schwerbehinderung zu bestätigen oder auch nicht.

    Für mich das absolut Entscheidende ist, das ich mit diesem Grad der Behinderung, einen besonderen Kündigungsschutz besitze. Denn jetzt mit 55 Jahren will ich mich absolut nicht mehr mit dem Arbeitsamt auseinandersetzen. Mein Arbeitgeber ist auch voll informiert und will mich mit meinen Einschränkungen unterstützen.

    Da mir meine Arbeit immer viel Spaß gemacht hat, hoffe ich, das ich die Wiedereingliederung im Januar auch schaffe. Denn wenn nicht wäre ich nicht nur sehr traurig, sondern muss mich dann mit einer Erwerbsunfähigkeit auseinandersetzen. Dafür bin ich eigentlich noch zu jung.

    Ich denke eher darüber nach diese Feststellung so stehen zu lassen und für die Verlängerung dann schon im Vorfeld neue Gutachten zu besorgen.

    Gruß Flummi

    Caro Caro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Betty,

    ach stimmt, Du hast recht, selbst wenn ich jetzt 5 Jahre bekäme komme ich nicht bis zum frühesten Renteneintritt. 🙂 Ja, ich kann auch kürzere ATZ Verträge abschließen, somit ist nichts verloren, das einzige feste Datum ist der früheste Renteneintritt.
    herzlichen Dank für Deine Hilfe! Dann werde ich über Verschlechterungsantrag gehen.

    Liebe Grüße
    Caro

    Caro Caro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Bettina,

    ah, danke Dir, das wusste ich gar nicht, dass man von Graden spricht, nicht von %. Mir würde es beim Widerspruch nur um den Zeitraum gehen und da hat Betty mir schon aufgezeigt, dass mir das momentan nicht weiter hilft.
    Tinnitus und Orthopädie dienen nur der Untermauerung, wenn sie nicht zählen, dann sind sie unerheblich.

    Herzlichen Dank für Deinen Rat, so mache ich mir keine Sorgen mehr, dass ich einen Widerspruch versäumt habe 🙂 Mit Ämtern darf man keine Frist verpassen, deswegen war ich beunruhig. Bin sehr erleichtert, dass ich die 50 habe und beruflich nun geschützter bin.

    Liebe Grüße

    Caro

    Caro Caro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Flummi,

    unsere Bescheide sind wirklich vergleichbar, für ATZ zählt der frühest mögliche Renteneintritt, das ist das Datum Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit Abzügen von 10,8 (Abschlag in Prozent der monatlichen Rente). Ich nutze den Rentenbeginnrechner der Deutschen Rentenversicherung. Wir sind auch annähernd gleich alt.

    Ich habe zu aller erst bei der Rentenversicherung eine Kontenklärung beantragt, hatte einigen Lücken in der Versicherungszeit – Studium, Arbeitslosigkeit – die ich schließen wollte.

    Für mich ist der Kündigungsschutz auch das Wichtigste und die Transparenz gegenüber meinen Vorgesetzten, die mir unterstellt haben, ich wäre aus Faulheit öfter Kurzzeit Krank.

    Drücke ich Dir die Daumen, dass die Wiedereingliederung gut verläuft.

    herzlichen Dank für Deine Unterstützung.

    Liebe Grüße

    Caro

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27789

    Liebe Caro,

    das Wichtigste ist wirklich immer, den Grad von 50 zu erreichen, um von den Vorteilen profitieren zu können.

    Liebe Grüße
    Bettina

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