Lohnfortzahlung, Krankengeld, wie läuft es wenn zwischendurch gearbeitet

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  • soleil
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob es hier perfekt passt, aber ich habe einfach kein Forum gefunden, in das es meiner Meinung nach so richtig gehört.

    Ich war vor 1,5 Jahren für ein Jahr und vier Monate wegen der Migräne krank geschrieben. Ich habe in der Zeit Krankengeld erhalten. Jetzt bin ich seit 1,5 Jahren wieder arbeiten. Natürlich habe ich immer wieder tageweise wegen Migräne gefehlt.
    Jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder am Stück krank geschrieben und habe heute eine Krankschreibung für weitere zweieinhalb Wochen bekommen. Ich hoffe, dass es dann endlich besser wird.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage. Normalerweise bin ich noch in der Lohnfortzahlung, da ich ja noch keine sechs Wochen krank bin.
    Aber was passiert, wenn mein Arbeitgeber eine Abfrage bei der Krankenkasse macht? Oder kann er das erst nach den sechs Wochen? Bei der Krankenkasse habe ich das schon vor längerer Zeit mal gefragt und keine wirklich verständliche Antwort erhalten. Da hieß es so: „Naja, vielleicht haben Sie ja einen guten Arzt, der sie wegen Frauenbeschwerden krank schreibt.“
    Ich hatte ja nur noch zwei Monate Krankschreibung wegen der Migräne übrig, in der ich Krankengeld erhalten würde.
    Wenn jetzt eine Abfrage durch den Arbeitgeber erfolgt und die Kasse die gesamten Tage der Migräne summiert in den letzen 1,5 Jahren, würde ich ja kein Krankengeld mehr bekommen, oder?

    Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich geschrieben.
    Mich belastet dieser Sachverhalt zusätzlich zum momentanen Status sehr. Die Angst mit Kindern ohne Geld dazustehen, macht mich zusätzlich fertig. Einen Rentenantrag wegen teilweiser Erwerbsminderung habe ich auch seit 1,5 Jahren laufen. Seit einem Jahr läuft der Widerspruch, nächste Woche erfolgt eine zweite Begutachtung. Ich bin sehr gespannt.

    Ich hoffe, irgendjemand hier kennt sich zu dem Thema aus.

    LG Soleil

    super-angie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 83

    Liebe Soleil,
    wenn auch noch die Angst ums Geld dazu kommt, ist das gar nicht gut und dann auch noch als Mutter. Da muss ich Dir doch schnell antworten.

    Also, die Fortzahlung des Lohns richtet sich nach § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz. Wichtig ist dabei, dass es sich um eine Arbeitsunfähigkeit infolge der SELBEN Erkrankung handelt. Bei zwei unterschiedlichen Erkrankungen beginnt jeweils eine eigene Entgeltfortzahlung zu laufen.

    Der Lohn wird für 6 Wochen fortgezahlt. Es sei denn, man war vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit nicht mindestens 6 Monate arbeitsfähig oder es ist seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit eine Frist von 12 Monaten noch nicht abgelaufen. Das ist ein gesetzlicher Anspruch, der nicht im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden kann.

    Der Arbeitgeber fragt also nach den 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit bei der Krankenkasse an, die ihm dann mitteilt, ob es sich um die selbe Erkrankung handelt. Das ist ein üblicher Vorgang.

    Soweit Du einzelne Tage Arbeitsunfähigkeit ohne Krankschreibung hattest, wissen die Krankenkasse und der Arbeitgeber nicht, warum Du krank warst (Es sei denn, Du hast es ihm z. B. in einer E-Mail gechrieben). Diese Tage können dann nicht mitgezählt werden.
    In Deinem Fall heißt das, Du hast also erneut 6 Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung!

    Anschließend bekommst Du Krankengeld. Auch hier beginnt der Zeitraum neu zu laufen. Vielleicht hast Du mit Deiner Anfrage bei der Krankenkasse einfach Pech gehabt.
    Und auch wenn der Anspruch auf Krankengeld ausläuft, geht es finanziell weiter. Aber das wird jetzt hier zu viel.
    Also keine Angst. Du schaffst das.

    soleil
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Hallo Super-Angie, danke für deine Antwort.
    Ungefähr verständlich ist das für mich. Ich habe in den letzten 1,5 Jahren gearbeitet, aber trotzdem immer mal wieder tageweise gefehlt, mit Krankenschein. Ich konnte kein halbes Jahr ohne Schein durchstehen.
    Heißt das, dass diese einzelnen Tage bei einer Abfrage mitgezählt werden?
    Ich weiß schon, dass ich nach Ablauf des Krankengelds zum Arbeitsamt gehen könnte. Aber bis ich dann Geld sehe, entsteht vielleicht schon ein größeres Problem. Es ist irgendwie zum Haare raufen und ich komme aus dee Jammerschleife gerade nicht raus.

    LG Soleil

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 160

    Hallo Soleil,

    bei mir sind diese einzelnen Tage auf Krankenschein innerhalb einen Jahres mit eingerechnet worden.
    Soweit ich das im Kopf habe, steht dir das Krankengeld für die 72 (?) Wochen für die gleiche Krankheit INNERHALB VON DREI JAHREN zu. Danach läuft die Zeit dann (hoffentlich) wieder neu. Es kann also sein, dass du nach 1,5 Jahren Krankengeld und 1,5 Jahren arbeiten gehen schon im neuen 3-Jahreszyklus bist.
    Es gibt „Sozialberatungen“, die dir das genau sagen können.

    Ich kann deine Existenzängste sehr gut nachvollziehen. Ich habe momentan auch das Gefühl, dass mir die Zeit davon läuft, während ich nach einer Profilaxe suche, die mich wieder arbeitsfähig macht.

    Alles Gute von mir, versuch dich nicht verrückt zu machen.

    Claudia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Soleil,

    Ich bin ja auch gerade am Thema Krankengeld dran (Medizinischer Dienst meinte nach 3 Wochen, mein Zustand habe sich verbessert und ich solle wieder arbeiten gehen, siehe mein Eintrag in dieser Gruppe vor ein paar Tagen).

    Ich habe nun gestern bei der Krankenkasse Widerspruch eingereicht (mit Unterlagen, die hoffentlich bezeugen können, dass sich mein Zustand NICHT verbessert hat).

    Jetzt muss ich abwarten.

    Aber was ich auch schon vorbeugend gemacht habe, ist es mich beim VDK anzumelden. Dazu wurde mir schon von anderen Betroffenen geraten, wenn man Probleme mit dem Krankengeld, aber auch z.B. Der Schwerbehinderung hat (ist bei mir im ersten Durchgang auch abgelehnt worden). Die unterstützen einen bei den Widersprüchen und geben Rechtshilfe. Ich werde den VDK in Anspruch nehmen, wenn die KK sich weigern sollte, mir Krankengeld zu zahlen oder die Schwerbehinderung wieder abgewiesen wird.

    Vielleicht könnte das auch etwasa für dich sein?

    Ich hoffe, dass du ansonsten von deinen Ärzten und deinem privaten Umfeld tatkräftig unterstützt wirst!
    Alleine mit Kindern in dieser Situation, das mag ich mir gar nicht vorstellen!

    Ich drücke dir die DAumen, dass sich alles schnell und einfach für dich regeln lässt!

    LG Claudia

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