Medizinischer Dienst der KK bei längerer Krankschreibung – wie läuft das ab?

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  • Anouk
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    Hallo,

    ich bin jetzt seit Ende September krankgeschrieben. Die Absprache mit meiner Ärztin war, dass sie mich bis zum Jahresende krankschreibt. Bei unserem nächsten Termin kurz vor Weihnachten wollten wir gemeinsam das Ende meine Arbeitsunfähigkeit festlegen und der KK mitteilen.

    Die KK hat jetzt zum ersten Mal Krankengeld gezahlt (für knapp drei Wochen) und sich bei meiner Ärztin gemeldet. Wenn meine Krankschreibung länger fortbesteht, wird der medizinische Dienst eingeschaltet.

    Dass das irgendwann kommen kann, war mir klar. Dass die KK jetzt schon alle Geschütze auffährt, finde ich frech, aber ok, ich will schließlich Geld von denen, da dürfen die die Spielregeln festlegen.

    Ich bin entschlossen, am ursprünglichen Plan festzuhalten und die Krankschreibung bis Anfang Januar aufrechtzuerhalten. Den Arzt will ich sehen, der mir bescheinigt, dass ich keine Migräne habe!

    Die neue Prophylaxe bringt zwar ein bisschen etwas und der nicht vorhandeen Stress durch die Krankschreibung bringt auch etwas, aber es ist noch lange nicht toll und ich krebse immer noch bei etwa 10 Schmerztagen im aktuellen Monat rum (im Oktober waren es 26!).

    Wie läuft das mit dem Medizinischen Dienst? Kommen die zu mir oder gehe ich zu einem von der KK genannten Arzt? Ich gehe davon aus, dass der entsprechende Arzt nicht grundsätzlich mein Feind ist, sondern nur den Auftrag hat, im Interesse der KK zu prüfen, ob ich wirklich krank bin, richtig? Ist der fair?

    Bin gerade etwas aufgebracht und mein Kopf reagiert entsprechend und wummert kräftig… 🙁

    LIebe Grüße
    Anouk

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Hab gerade auf meinen Schmerzkalender geschaut, ich kann meinen Beitrag irgendwie nicht mehr bearbeiten.
    Es waren diesen Monat zehn Tage mit Schmerzmitteln, aber insgesamt fünfzehn Schmerztage – und der Monat ist noch nicht ganz vorbei…

    Josepha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 22

    Hallo Anouk,
    also ich bin seit dem 9.10.im Krankenstand von der Krankenkasse und im November wurde ich von der Krankenkasse aufgefordert eine Reha zu beantragen.
    Kurz vorher war ich bei einer Neurologin hab ihr meinen Werdegang geschildert,
    mit Medikamentenpause in Kiel und meiner Prophylaxe
    die ich dort bekommen habe,an dieser hat sie auch gerüttelt,
    sondern meinte gleich, dass ich medikamentös
    gut eingestellt wäre,
    aber irgendwie viel ihr wohl auf,
    dass es mir psychisch auch nicht besonders gut ging und sie fragte mich,
    ob ich mir vorstellen könne eine Psychosomatische Kur zu machen,der Schwerpunkt soll auf chronische Schmerzen und Kopfschmerzen liegen,
    ich war nicht abgeneigt,
    also schnell beantragt und da der medizinische Dienst war nun auch der Meinung war ,dass meine Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet sei, dann
    ging alles ganz schnell.
    Die Klinik habe ich mir selber ausgesucht,
    der leitende Oberarzt der Migräne Abteilung arbeitet mit Kiel zusammen,
    von daher hoffe ich da gut aufgehoben zu sein.
    Einziger Nachteil,
    wenn du von der Krankenkasse aufgefordert wirst eine Reha zu beantragen, ist,
    dass du dir den Termin nicht aussuchen darfst.
    Für mich bedeutet das,
    Weihnachten in der Klinik zu sein,
    okay,dass ist doof,
    aber sonst freu ich mich.
    Ich hoffe,dass das noch mal hilft,
    da ich außer Migräne auch noch andere chronische Schmerzen hab.
    Ich wollte dir damit jetzt nur sagen dass es ganz schnell passieren kann,
    dass du auch eine Reha beantragen musst,
    wenn du allerdings noch nicht in Kiel warst ,
    dann kann das ja auch dein erster Weg sein
    ,der auf jeden Fall erst mal der bessere sein wird.Alles Gute wünsch ich dir.

    Merle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Hallo Anouk,

    vor ungefähr 10 Jahren hat ein Arzt vom MD zu mir gesagt und ich zitiere wörtlich: „Mit Migräne kann man ohne weiteres 8 Stunden am Tag arbeiten.“ Daraufhin habe ich die Praxis wort-und grußlos verlassen.

    Wie gesagt, das war vor 10 Jahren und in der Zwischenzeit hat sich viel getan in Punkto Aufklärung über Migräne und das ist bestimmt auch bei den MD`s angekommen.

    Warum ist es nur so schwer für Migränepatienten mit einem guten Gefühl an solche Sachen heranzugehen und hier die eigenen Interessen zu vertreten? Wenn ich mal längere Zeit krankgeschrieben war, hatte ich ein schlechtes Gewissen und Dir scheint es ja ähnlich zu gehen. Liegt es daran, das man die Migräne nicht auf den ersten Blick erkennt oder weil Nichtbetroffene glauben, wir haben uns das ausgesucht?

    Anouk, nimm den Kopf (soweit wie möglich) hoch, straff die Schultern und lass Dich bloß nicht verunsichern. Es ist Dein gutes Recht krankgeschrieben zu sein und Krankengeld zu beziehen!

    Ich drück Dir die Daumen!

    Merle

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Liebe Anouk,

    Du hattest durch Amitriptylin im letzten Monat eine Reduktion der Migränetage von fast 50 %, ist das richtig? Das wäre ja ein ganz toller Erfolg und würde heißen, dass die Prophylaxe wirklich gut greift.

    Wie es mit dem medizinischen Dienst läuft, möchtest Du wissen. Es kann gut und auch weniger gut laufen, da gibt es keine Regel. Ich wünsche Dir einen, der weiß, was Migräne bedeutet und fair auf Dich zugeht.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Danke für eure Antworten!
    Puh, das kann ja lustig werden! 🙁

    Wobei wir jetzt erstmal viele viele Arztberichte und Befunde an die KK weiterleiten werden, schließlich bin ich in den letzten Wochen von Pontius zu Pilatus gelaufen (zwei MRTs, Untersuchung der Nervenleitfähigkeit durch einen Neurologen, Termin beim Orthopäden, Lumbalpunktion ist geplant).
    Ich hoffe, dass die damit erstmal beschäftigt sind.

    Aber was mache ich, wenn die mir nicht glauben? Kann man gegen eine Aussage wie „mit Migräne kann man 8 Stunden am Tag arbeiten“ irgendwie vorgehen oder Widerspruch einlegen? Das geht ja sowas von gar nicht!!!

    Eine Reha über Weihnachten kommt für mich nicht in Frage. Ich habe kleine Kinder. Sollen sie ohne die Mama Weihnachten feiern?
    Da ich Mitte/Ende Januar gerne langsam wieder einsteigen würde, bin ich einer Reha gerade ziemlich abgeneigt. Meine Schmerzärztin hat bereits angegeben, dass das für mich aufgrund der Kinder nur zusätzlichen Stress bedeuten würde.

    Was die Reduktion der Migränetage betrifft, Bettina, kann ich nur mit einem Jain antworten. Ich habe im Oktober ja die Medikamentenpause gemacht und da es nach 14 (bzw. 13) Tagen ohne jeglichen Schmerzmittel deutlich besser geworden ist, vermute ich, dass ich im MÜK war, deshalb war der Monat auch so katastrophal.

    Letzten Monat waren es übrigens 17 Schmerztage. Aber dieser Monat fängt bislang recht vielversprechend an. Die nächsten Tage dürfte es zwar unruhig im Kopf werden, aber bislang habe ich erst einen Schmerzmitteltag und drei Schmerztage, trotz kranker Kinder und durchwachter Nächte.

    Vielleicht kann man dem MDK ja begreiflich machen, dass man einfach noch einmal vier Wochen abwartet, ob ich medikamentös jetzt richtig eingestellt bin oder ob die Dosis nochmal erhöht werden muss. Eine Besserung lässt sich ja schon nachweisen. Es muss halt nur noch besser werden…

    Als hätten wir es nicht schon schwer genug…

    Liebe Grüße
    Anouk

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Liebe Anouk,

    mach Dir nicht allzuviele Sorgen und lasse den Termin mal auf Dich zukommen. Deine Schmerzärztin unterstützt Dich und so wird das dann schon klappen.

    Ich drück auf jeden Fall ganz fest die Daumen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Josepha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 22

    Ja liebe Anouk,
    das kann ich gut verstehen, dass das keine Option für dich ist Weihnachten in der Reha. Aber wenn deine Ärztin dich da unterstützt,
    dann findet ihr bestimmt andere Lösungen. Ich drück dir die Daumen ,
    dass alles klappt und und du keinen Stress mit dem MDK bekommst. Und hoffentlich werden die Migräneanfälle etwas weniger.
    Ein schönes Weihnachtsfest dir und deinen Kindern:-)

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Danke ihr beiden!
    Ich bin auch zuversichtlich, dass es immer besser wird.
    Ich habe zwar momentan zum Abend hin immer Spannungskopfschmerzen (von der Müdigkeit), aber am nächsten Morgen sind die immer weg und ich achte sehr darauf, wirklich nur Medikamente zu nehmen, wenn es nicht auszuhalten ist.
    Mal abwarten, was die KK sagt, wenn die nächste Woche erfahren, dass ich noch nicht ganz fit bin.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Janosch
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 61

    Hier mal ganz frisch meine Erfahrungen von heute mit dem MDK BaWü in Mannheim:

    Mein Plan, den ich gemeinsam mit dem Schmerztherapeuten erarbeitet habe, nämlich im Oktober meine
    2te (und diesmal durchdachte) Wiedereingliederung zu beginnen kann ich sicherlich vergessen.

    Der „sehr kompetent“ wirkende Arzt (?) sagte mir nach etwa 60 Minuten Gespräch und etwas „Rumdrücken“
    und „Abhören“ dass er eine weitere AU bis September/Oktober nicht nachvollziehen kann.
    Ich sei ja „da“ und bin „völlig gesund“ – würde er etwas anderes beurteilen, würde er ja lügen.
    Er kann aktuell keine „Krankheit“ feststellen.

    Auch meine Erklärungsversuche, dass das derzeitige Aufdosieren der Prophylaxe mit Amioxid seine Zeit braucht
    um ein Ergebnis zu sehen (oder auch nicht), so wie es der Schmerztherapeut schriftlich geschildert hat,
    bügelte er damit ab, dass er sagte:
    „Aktuell sind Sie nicht krank, so wie Sie da sitzen, sind Sie gesund. Ich könnte Sie auch morgen wieder Arbeiten schicken.
    Sein Sie froh, wenn ich eine Wiedereingliedrung empfehlen werde.“

    Bei allem Respekt für alle Ärzte auf dieser Welt aber das war schon heftig.
    Ich werde nun mal das Gutachten abwarten und dann überlegen mindestens mal zu widersprechen oder gar Beschwerde über diesen
    Arzt einzureichen.

    Wenn alles blöd läuft, macht mir der MDK so all meine Ziele, Pläne und Hoffnungen kaputt, die ich bis heute Mittag noch hatte.
    Und dabei bin ich aktuell auf einem sehr guten Weg, meine Atackenfrequenz seit langem mal wieder einstellig zu halten!

    LG Janosch

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 5 Monate von  Janosch.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5699

    Lieber Janosch,

    das sind dann so Momente, in denen man (auch wenn das natürlich böse ist und man es nicht tun sollte) dem Gegenüber mal eine heftige Migräneattacke wünscht, so mit allem drum und dran und am besten für mehrere Tage.

    Ich musste mir Ähnliches wegen einer anderen Krankheit auch schon mal anhören. Es ging mir absolut total schlecht, doch schließlich war ich noch alleine in die Praxis gekommen, und wer das kann, kann sooo krank angeblich nicht sein. Was mich das damals „gekostet“ hat, bekam der Arzt nicht mit. Zudem bin ich ein Typ, dem man nicht leicht ansieht, wie schlecht