Neuer Job

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  • venus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 78

    Ich arbeite zur Zeit 8 Std/Woche und 1x die Woche ehrenamtlich. Seit vielen Jahren habe ich Migräne. Mal kommt die Migi alle Woche, mal alle zwei Wochen. Triptane helfen ganz gut.
    Ab und zu halte ich einen Anfall aus.

    Das ganze kann ich mit einer Arbeitszeit gut vereinbaren. Auch wenn ich mal Schmerzen haben sollte, kann ich schon irgendwie meine Stunden arbeiten (sind dann ja nur 4 Stunden am Stück) und dann ist wieder ein oder zwei tage Pause.

    Jetzt habe ich eine Stellenanzeige gelesen, die mich sehr interessieren würde. Es wären 20 Std. die Woche mit Öffnungszeiten des Büros, d.h. Anwesenheitspflicht, weil Parteiverkehr.

    Das Tätigkeitsfeld interessiert mich sehr. Doch habe ich Bedenken, wie ich das Ga nze mit meiner Migräne händeln soll, vor allem sollte sie schlechter werden. ich habe dann ja keine Ruhezeiten mehr.

    Ich bin hin und her gerissen, was ich tun soll. Soll ich mir den streß antun? Vom finanziellen her muss ich es nicht unbedingt tun. Mein Mann verdient genügend. Nur sollte mein Sohn in eine andere Stadt zum Studieren gehen, wird es etwas knapper werden.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Venus,

    diese Frage ist sehr schwer zu beantworten und es ist Dir auch kaum zu raten. Bist Du mit Deiner jetzigen Situation zufrieden? Bist Du auch intellektuell ausgelastet? Das Geld reicht ja bei Euch, wie Du schreibst und ich denke, wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich vielleicht lieber beim Bewährten bleiben. Du bist einerseits im Arbeitsleben integriert, hast andererseits durch die viele Freizeit eine höhere Lebensqualität. Hast Du Migränetage, kannst Du sie auch gut organisieren.

    Vielleicht machst Du Dir eine Liste, in welcher Du Deine jetzige und die Situation vergleichst, die Du hättest durch den anderen Job. Was meint Dein Mann dazu?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Venus,

    für mich ist auch eine wesentliche Frage, wie zufrieden Du jetzt bist mit Deiner beruflichen Situation. Auch eine Frage des Alters vielleicht, was Du beruflich noch erreichen möchtest in Deinem Leben.

    Ich bin kaum berufstätig und wenn , dann von zu Hause und ich bin immer wieder dankbar, meine Zeit so frei gestalten zu können, eben auch entsprechend meiner Migräne. Eine Tätigkeit mit Anwesenheitspflicht wäre für mich überhaupt nicht vorstellbar. Viele müssen das natürlich und kommen dann auch klar damit.

    Du kannst Dich aber ja auf jeden Fall bewerben und in diesem ganzen Prozeß wirst Du sicher auch Tendenzen entwickeln, was Dir nun besser zusagt.

    Viel Glück!

    Liebe Grüße
    Ulrike

    venus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 78

    Na ja, mir gefällt die jetzige Arbeit sehr gut. Doch merke ich, wenn ich im Büro bin, gehts mir einfach besser, als nur Zuhause. Die Stelle, die mich interessiert ist von den Aufgaben so ähnlich. Es sind allerdings noch Fragen offen, die mich interessieren würden.
    In meiner jetzigen Stelle kann ich leider nicht mehr Stunden arbeiten, sonst würde ich es sofort tun. Denn besser kann ich es gar nicht bekommen: Die Arbeit ist am Ort, ich kann den Arbeitstag wenn notwendig tauschen, weil auch noch eine Halbtags-Kollegin da ist. Das Klima ist gut und der Chef, lässt einem selbständig arbeiten.
    Es würde mich aber schon reizen, mehr Stunden zu arbeiten. Doch es ist natürlich schon ein Sprung von 8 Std. auf 20 Std./Woche. Mein Ehrenamt müsste ich dann auch aufgeben. Und wenn ich nur während der Öffnungszeiten arbeiten musss, ist es schon uninteressant. Denn ich keine solche Stellen, da ist oft viel Publikumsverkehr und für die „normale Arbeit“ ist dann keine Zeit – das wäre dann nichts für mich.
    Mein Mann fände es gut, wenn ich mich jetzt erst mal bewerben würde und dann weiterschauen.

    Conny
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1024

    Hallo Venus

    Ich war jetzt auch lange Zeit auf der Suche und mich quälte es regelrecht das ich nicht richtig gearbeitet habe.
    Ich gehe nur 3 Stunden putzen in einem Haushalt und kann auch da jederzeit absagen wenn ein Anfall käme.
    Jetzt seitdem ich meine Migräne als Krankheit akzeptiert habe und weiß es bleibt so …habe ich mich verabschiedet von dem Gedanken und je mehr ich hier lese von den „Arbeitenden“ umso mehr schätze schätze ich meine Situation jetzt.
    Aber so denke und fühle ich ……..was du für dich entscheidest …das kann dir leider keiner abnehmen.
    Du alleine mußt das für dich entscheiden…auch dein Mann muß da „außen vor “ bleiben.

    Weißt du ….reizen würde mich auch sehr viel …nur durchstehen müßte ich es dann auch und das ist einfach dann Streß der nicht gut täte.
    Hättest du keinen Job wärs kein Thema ….bewerben und schauen was kommt und wies funktioniert ……kündigen könntest ja immer wieder….aber so würdest ja deinen 8 Stunden Job verlieren ..hmm ….nicht einfach .

    Ich wünsche dir ein glückliches Händchen mit deiner Entscheidung.

    Liebe Grüße Conny

    ulli
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Liebe Venus,
    wenn ich auf meinen Verdienst verzichten könnte, würde ich gerne mit dir tauschen.

    Ich arbeite 30 Std. in der Woche, 6 Std. täglich. Und die sind mir oft schon viel zu viel.
    Und das obwohl ich ein Einzelbüro habe, kein Kundenverkehr und keine stressige Arbeit. Trotzdem fällt es mir aufgrund meiner Migräne oftmals sehr schwer, arbeiten zu gehen – auch wenn das Triptan wirkt. Und Fehlzeiten habe ich auch reichlich.

    Reizen würde mich auch einiges aber ich bin schon froh, wenn ich ab und zu an schmerzfreien Tagen meinem Hobby nachgehen kann.

    Ich würde dir raten bleib bei deinem Job, setze dich nicht selber durch „Anwesenheitspflicht“ unter Druck und genieße deine Ruhezeiten.

    Denn so wie es sich anhört, bist du ja mit deinem Job zufrieden, hast nette Kollegen und einen Chef, mit dem du auch gut zurecht kommst.

    Viel Glück bei deiner Entscheidung.

    Liebe Grüße
    Ulli

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Venus,

    findet es nur Dein Mann gut, dass Du Dich bewirbst, oder willst auch Du das? 😉

    Du riskierst viel, habe ich das Gefühl und Deine jetzige Arbeitssituation ist ja kaum mehr zu toppen. Wie Ulli schon schreibt, könntest Du vielleicht eher versuchen, die herrliche Freizeit mehr zu genießen. Irgendwie muss ich jetzt an Goethes Spruch denken „Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von schönen Tagen“, denn er passt grad.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    Hallo Venus,

    ich trage jetzt mal zur Verwirrung in die andere Richtung denkend bei. Ich sehe es, wie dein Mann, bewirb dich, gehe ins Bewerbungsgespräch, solltest du eingeladen werden – wenn nicht, dann ist auch ok, kannste die Frage, ob eine Bewerbung nicht doch gut gewesen wäre, als erledigt abhaken – geh nach dem Gespräch in dich, wo du stehst, wie du dich fühlst und sollte es tatsächlich so kommen, dass man sich für dich entscheidet, ja dann wirst du vielleicht in deinem Prozess eine innere Entscheidung getroffen haben.

    Vielleicht ist diese Stelle ja auch für dich so erfrischend, dass sie eben nicht stressig ist sondern bereichernd. Selbstverständlich ist es so, dass man mit 20 Stunden anders gefordert ist. Fühle in dich rein, gehe achtsam Schritt für Schritt, denn ich denke im Ergebnis, wie auch deine Entscheidung ausfallen wird, wirst du diese o.g. Überlegungen mit rundem Ergebnis ohne bitteren Beigeschmack abhaken oder eben zugreifen.

    Viel Glück
    Übrigens ich habe eine feste 20 Stunden Stelle, bin vor ca. 4 Jahren von Vollzeit-auf Teilzeit runter. Parellel arbeite ich zusätzlich, aber das ist eine andere Baustelle und dies von zu Hause aus.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Also irgendwie denke ich sowieso, dass Venus es so machen wird, wie Du, liebe Semi, das vorgeschlagen hattest. 😉 Dann sind wir mal gespannt, was da rauskommen wird. Was immer es dann sein wird, es ist sicher das Richtige für Dich, liebe Venus! 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    venus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 78

    Also, ich hab mich auf diese Stelle beworben – aber leider oder vielleicht auch Gott sei Dnak eine Absage erhalten.

    Ich hab mir zwar schon erhofft, zu einem Gespräch eingeladen zu werden, nachdem ich jetzt bereits fast genau die gleichen Tätigkeiten erledige – aber was solls.

    Das zusätzliche Geld wäre zwar im Hinblick auf das Studium und die Ausbildung unserer Tochter gut gewesen. Doch der Streß wäre sicher auch mehr geworden, obwohl mir die Arbeit an sich sicher auch Spaß gemacht hätte.

    Vielleicht klappts wo anders.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4576

    Liebe Venus,
    auch ich habe das Gefühl, es ist genau so gekommen, wie es gerade richtig ist.
    Bettinas zetierter Spruch von Goethe passt sicher gut. Genieße die Zeit. Diese bringt Dir und Deiner Migräne mehr alls alles andere. Übrigends, mir hat das Relpacx auch nicht so gut getan. Ich habe mich auch umorientiert. Man muss halt schaun, bis man das richtige Triptan für sich gefunden hat.
    Dir alles Gute weiterhin.
    Lieber Gruß
    Sternchen

    Stanislaus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 13

    Hallo,
    ich habe ein paar Fragen und vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Ich habe auf Lehramt studiert und mache gerade mein Referendariat/Unterrichtspraktikum. Ich bin an einer Schule an der ich mich sehr wohl fühle und unterrichte dort allerdings nur vier Stunden (habe daneben Seminare). Ich habe häufig Migräne. Ich habe die Migränehäufigkeiit fürs erste Halbjahr 2017 ausgewertet (Anfang Jänner bis Ende Juni) und habe 48-mal in rund 180 Tagen Migräne oder andere Kopfschmerzen gehabt, (Hauptauslöser: Kälte, hohe Anfälligkeit wegen vorheriger Migräneattacke, Essen (zu scharf, zu viel, zu kalt), Helligkeit). Ich habe mich fürs nächste Schuljahr 2018/19 an Schulen beworben und an einer netten, sympathisch wirkenden Schule eine Zusage bekommen (16-18 Unterrichtsstunden und ich kann dort nicht weniger arbeiten). Ich weiß nicht, ob ich die Stelle annehmen oder ob ich mich nach einer Stelle mit weniger Stunden (10 Unterrichtsstunden) umsehen soll. Ich habe Angst mich zu überfordern und zu scheitern bzw. vor einer Chronifizierung der Migräneattacken.

    Habe mit einer Psychologin geredet, die sich in dem Bereich Migränebehandlung sehr gut auskennt und in dem Bereich auch gearbeitet hat. Sie hat gemeint, dass sie das Angebot annehmen würde. Es ist allerdings kein psychologisches Beratungsgespräch im klassischen Sinn gewesen, sondern sie ist eine Freundin von mir und wir haben rund 30 Minuten darüber geredet. Sie hat gemeint, dass ich anfangen kann und wenn ich merke, dass es mir zu viel wird, kann ich dann Stunden abgeben.
    Ich weiß nicht, ob es Sinn macht meine Fragen hier zu posten, da viele Informationen über mich, mein Leben und meine Lebensumstände nicht enthalten sind.

    Ich arbeite seit vier bis fünf Jahren an der Verbesserung meines Gesundheitszustandes (Entspannungstechniken; Beschäftigung mit Psychologie; Achtsamkeitsmeditation; Sport; Besuche bei einer Neurologin; ich bin eine Zeit lang bei einer Psychotherapeutin, die auch Biofeedbacktrainerin ist, gewesen; regelmäßiger Tagesablauf, …).
    Mit 10 Unterrichtsstunden verdient man 1100 Euro Netto. Die Mieten sind dort wo ich wohnen würde allerdings hoch.

    Ist von euch jemand in einer ähnlichen Situation gewesen? Wie habt ihr euch damals entschieden und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ist es sinnvoll hier auf headbook.me um Rat zu fragen?
    Vielen Dank im Voraus!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monate von  Stanislaus.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monate von  Stanislaus.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Guten Abend Stanislaus,

    schön, dass du eine Zusage von einer Schule bekommen hast, an der du dir vorstellen kannst, zu arbeiten und dich wohlzufühlen.
    Ob du die Stelle annimmst oder dich nach einer Stelle mit weniger Stunden umsiehst, hängt von vielen Faktoren ab, die nur du beurteilen und abwägen kannst.

    Mit deinen genannten Zahlen hast du durchschnittlich 8 Tage pro Monat Migräne oder andere Kopfschmerzen. Da könntest du nochmal differenzierter schauen, an wie vielen Tagen es Migräne und an wie vielen Tagen es Kopfschmerzen sind.

    Ich würde mir an deiner Stelle folgende Fragen stellen, um einer Entscheidung näher zu kommen:

    1. Muss ich jeden Migräneanfall und jeden Kopfschmerz behandeln und habe ich eine gut wirksame Akutmedikation? An wievielen Tagen im Monat nehme ich Schmerzmedikamente oder Triptane? Kann ich die 10/20-Regel einhalten?
    2. Auf welche meiner persönlichen Auslöser kann ich bis zu welchem Grad Einfluss nehmen? An der Wetter- und Klimaschraube kannst du nicht drehen. Dein Essen hast du schon in der Hand.
    3. Habe ich eine gut wirksame medikamentöse Vorbeugung für die (chronische?) Migräne? Inwieweit helfen mir Magnesium und/oder Vitamin B2?
    4. Wie komme ich mit dem Stress, z.B. dem Lautstärkepegel, zurecht? Sind die 4 Stunden jetzt okay, wären 16 Stunden auch in Ordnung?
    5. Ist mir mit mehr Stunden trotzdem die Teilnahme an den Seminaren möglich oder fallen die mit der neuen Stelle weg?
    6. Hat sich mein Gesundheitszustand in den letzten vier bis fünf Jahren mit den Methoden, die ich anwende, verbessert? Gibt es noch Potential?
    7. Will ich alleine wohnen und muss dann die Miete alleine stemmen oder kann ich mir das Leben in einer WG vorstellen? Ist das auch möglich mit der Migräne und den Kopfschmerzen?

    Du schreibst, dass du an der neuen Schule nicht weniger arbeiten kannst. Deine Freundin empfiehlt dir, die Stelle anzunehmen und ggf. Stunden abzugeben. Ob und in welchem Rahmen das möglich ist, würde ich VORHER abklären. Wie groß ist die Schule, das Kollegium? Könnten eventuelle Ausfalltage einigermaßen gut abgefangen werden?

    Der Beruf des Lehrers ist nicht einfach und zeitintensiv, nach Unterrichtsschluss ist für den Lehrer noch nicht Feierabend. Mehr Stunden bedeuten auch mehr Vor- und Nachbereitungszeit.

    Hast du die Methode deiner Freundin, die du im Forum „Nichmedikamentöse Vorbeugung“ zum Thema „Erlangung von Sozialkompetenz“ bei deiner jetzigen Fragestellung schon angewandt? Vielleicht hilft dir das beim Finden deiner Antwort.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Entscheidungsfindung!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Willkommen im Headbook, lieber Stanislaus. 🙂

    Solche Fragen beschäftigen viele Migränekranke, das ist ganz normal. Und ja, Du bist hier richtig – Headbook ist für alle Lebenslagen passend. 😀

    Sie hat gemeint, dass sie das Angebot annehmen würde. Es ist allerdings kein psychologisches Beratungsgespräch im klassischen Sinn gewesen, sondern sie ist eine Freundin von mir und wir haben rund 30 Minuten darüber geredet. Sie hat gemeint, dass ich anfangen kann und wenn ich merke, dass es mir zu viel wird, kann ich dann Stunden abgeben.

    Du hast eine gute und kluge Freundin, höre auf sie! Lass Dir nie im Leben von der Migräne diktieren, wie Dein Leben verlaufen soll. Wähle das aus, was Dir zusagt und gefällt und dann schau einfach mal, wie es läuft. Meist ist die Angst vor Versagen weit größer, als es dann tatsächlich sein wird. Vielleicht klappt alles wunderbar und Du bist total glücklich mit Deiner Entscheidung. Das würdest Du aber nie wissen, hättest Du es nicht ausprobiert.

    Also – wage es, es kann gut gelingen. Sollte es Dir tatsächlich zu viel werden, kannst Du doch jederzeit etwas zurückrudern. Aber nicht prophylaktisch schon mal den Kopf einziehen. 😉

    st von euch jemand in einer ähnlichen Situation gewesen? Wie habt ihr euch damals entschieden und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Ich war in den Zwanzigern noch nicht so schwer betroffen, wohl aber meine Tochter. Sie hat Medizin studiert, ist jetzt praktisch fertig und hat es gut geschafft trotz teilweise schwieriger Zeiten. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, ihr z. B. von diesem anstrengenden Beruf abzuraten, weil sie Migräne hat. Es ist ihr Traumberuf und Träume gehören gelebt. 🙂

    Ist es sinnvoll hier auf headbook.me um Rat zu fragen?

    Ja, ja und ja. 😉

    Du schaffst Das!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Stanislaus,

    dir da zu raten, ohne zu wissen, wie gut deine Attackenbehandlung funktioniert, ist schwer. Schreib doch mal, wie du behandelst und mit welchem Erfolg. Und auch, ob du eine Prophylaxe hast. Vielleicht gibt es dann noch bessere Möglichkeiten.
    Du hast in 6 Monaten an 48 Tagen Kopfschmerzen verschiedener Art gehabt, oder gingen die Migräneattacken über mehrere Tag?

    Das alles ist entscheidend, um dir helfen zu können, denn bei einer Anzahl von 8 Kopfschmerztagen pro Monat, die gut behandelbar sind, würde ich ohne nähere Kenntnis stark zu dem Rat deiner Bekannten tendieren. Oder sogar, da du ja gerade erst ins Berufsleben einsteigen wirst, zum Versuch mit einer Vollzeitstelle. Jetzt gleich nur mit 10 Stunden ins Erwerbsleben einzusteigen finde ich absolut nicht erstrebenswert, denn so wirst du nie merken, zu welcher Leistung du wahrscheinlich fähig wärest.
    1100,-€ Einkommen sind doch keine Perspektive mit der man ins Berufsleben starten sollte, wenn man studiert hat.

    Aus meiner Sicht, aber die ist sicher nicht auf jeden zu übertragen, denn ich habe mit wesentlich mehr Attacken ohne jedes wirksame Medikament, bis zu meinem 44. Lebensjahr klarkommen müssen, sollte man sich nicht vor lauter Angst allzusehr schonen, sondern erstmal alles versuchen, was irgendmöglich ist.

    Was sagt denn dein Arzt dazu? Den hast du doch sicher auch schon um Rat gefragt?

    Ich denke, das hast du so hart nicht hören wollen, aber einen anderen Rat kann ich dir ohne weitere Aspekte zu kennen, nicht anbieten.

    Alles Gute und ein trotz Kopfschmerzen erfolgreiches Berufsleben wünsche ich dir,
    Julia

    Rosinante
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 360

    Hallo Stanislaus,
    ich würde dir raten den Job anzunehmen.
    Ich bin selbst Lehrerin, mit chronischer Migräne und habe einen GdB von 50.
    Als Lehrer haben wir den Vorteil der vielen Ferien.Das gibt es in keinem anderen Beruf.
    Vieles bereite ich in den Ferien schon vor, natürlich habe ich auch Fehlzeiten, aber es gibt auch junge
    Kolleginnen und Kollegen, die wegen anderer Erkrankungen ausfallen.
    Ich liebe meinen Beruf, das ist mein Traumberuf und früher gab es keine Triptane. Da musste ich sofort nach Hause, wenn ein Anfall begann.
    Ich wünsche dir viel Zuversicht und höre auf das, was DU gerne möchtest.
    Liebe Grüße von Rosinante,
    die jetzt in die Schule fährt und sich auf ihre Schülerinnen und Schüler freut

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5622

    Hallo Stanislaus,

    von einem vollen Deputat würde ich definitiv abraten, weil ich weiß, dass auch vollkommen gesunde Junglehrer/-innen oft mit etwas weniger einsteigen. Die Routine in der Unterrichtsvorbereitung fehlt noch, ebenso schon älter erarbeitete Unterlagen, auf die man zurückgreifen könnte.

    Zuuu vorsichtig solltest du allerdings auch nicht sein, nur Mut! Wobei, wie andere schon so treffend geschrieben haben, es eben von vielen Faktoren abhängt, z.B. wie gut du behandeln kannst.

    Mir selber wäre schon alleine der Geräuschpegel einer Klasse ein Graus. Doch eine erfahrene Lehrerin mit schwerer, chronischer Migräne und vollem (!!) Deputat, die ich mal darauf angesprochen hatte, wie sie diese Dauerlärmkulisse denn erträgt, antwortete damals ganz knackig: „Das dulde ich einfach nicht!“ Manches hat man definitiv selber in der Hand.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monate von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monate von  heika.
    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Lieber Stanislaus,

    wenn die Schule einen netten Eindruck macht und du dir vorstellen kannst dich dort wohlzufühlen, würde ich die Stelle wohl auch annehmen. Ich kann zum Lehramt nicht soviel sagen, bin allerdings auch (noch) Studentin und kann die Gedanken durchaus nachvollziehen 😉

    Wenn du doch irgendwann merken solltest, dass es zu viele Stunden sind, wird sich dann auch wieder eine Lösung finden lassen. Wenn nicht an der Schule, dann an einer anderen. Vielleicht tritt der Fall aber ja gar nicht ein und du kommst mit den 16-18 Stunden super klar.

    Außerdem würde ich auch den Verdienst nicht ganz außer Acht lassen. Wenn die Mieten in dem Ort hoch sind, hast du mit wenig Stunden dann unter Umständen eine ganz andere Sorge (nämlich zu wenig Geld) und ob die Migräne dann damit besser ist, weißt du auch nicht sicher.

    Versuche dir nicht vorher zu viele Gedanken darüber zu machen, ob es geht oder nicht. Wenn es das ist, was du eigentlich gerne machen möchtest, dann probiere es. Sollte es dann doch nicht funktionieren wirst du dann andere Lösungen finden! 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Lieber Stanislaus,

    In diesen Dingen denke ich genau so wie Bettina. Lass dich in so wichtigen Lebensfragen nicht von der Migräne beeindrucken. Höre ganz allein auf dein Herz und Bauchgefühl.

    Ich bin seit nun 20 Jahren Lehrerin und habe immer Vollzeit gearbeitet, und das trotz hochfrequenter und chronischer Migräne. Das bedeutet bei uns in Luxemburg 23 Unterrichtsstunden plus dann eben die anderen Aufgaben, die anfallen. Die letzten Jahre habe ich allerdings nur noch 17 Unterrichtsstunden, weil ich in der Schulleitung bin und die Schulbibliothekarin bin.

    Die schlimmsten Erinnerungen punkto Migräne/ Job habe ich an meine ersten Jahre. Aber nicht weil meine Migräne heftiger oder frequenter war, sondern weil ich nicht über das nötige Migränewissen so wie adäquate Akutmedikation verfügte. Außerdem kamen zu dem Zeitpunkt die stark ausgeprägten Auren. Das machte mir Angst (manchmal auch meinen Kollegen, hehe), verunsicherte mich und ich hatte weder den richtigen Arzt noch die so wichtigen Medikamente.

    Das ist bei dir ja nicht der Fall, weil dir hier alle wichtige Informationen zur Verfügung stehen ?

    Ich nutze die Sommerferien immer dazu, alles (insofern möglich) vorzubereiten. Das gibt mir die nötige Gelassenheit, auch in schweren Phasen, da ich nur nach dem richtigen Ordner zu greifen brauche.

    In meiner Klasse ist der Geräuschpegel seeeehr niedrig. Meine Kollegen beneiden mich auch dieses Jahr wieder um meine ruhige Klasse, haha. Aber das ist kein Zufall. Bin ich in anderen Bereichen auch vielleicht etwas kulanter, so dulde ich keinen unnötigen Lärm.

    Was das Verbessern angeht, so setze ich viel auf Lernspiele mit Autokorrektur (LüK, Domino, Bandolino usw) so wie auf bewegtes Lernen. Das bringt die Kinder runter (-> danach wieder schön still ?), hat großen pädagogischen Nutzen und beschert keine zusätzlichen Verbesserungen.

    Ich will hier nicht alles einzeln aufzählen. Aber als Pädagoge findet man viele Wege und Kniffe, den Schulalltag weitgehendst migränefreundlich zu gestalten.

    Das A und O sind für mich aber vor allem auch die Kollegen. Deren Verständnis und Unterstützung nimmt so viel Last von meinen Schultern. Schon allein deswegen würde ich dir spontan raten, unabhängig von den Rahmenbedingungen, in die Schule zu gehen, an der du dich wohl fühlst.

    Ich habe eine Zeit lang Förderunterricht gehalten: weniger Schüler, weniger Organisation, mehr Flexibilität… Entgegen den Rat meiner Freunde und Familie und entgegen jeglicher Vernunft, habe ich vor zwei Jahren beschlossen, wieder eine Klasse in Eigenverantwortung zu unterrichten. Es war genau die richtige Entscheidung zu dem Zeitpunkt.

    Bin ich migränefrei, und es läuft gerade alles so richtig gut, weiß ich ganz genau, dass es für mich keinen schöneren Beruf gibt. Dieses tief empfundene Glück ist jede leidvolle, mit Migräne durchgezogene Unterrichtsstunde wert.

    Am allerschwersten fällt es mir, nach einer migräne-„durchzechten“ Nacht morgens aufzustehen, mich zurecht zu machen und Punkt 8 Ubr loszulegen. Das sind oft meine schlimmsten Stunden. Nach 1 bis 2 Stunden, wenn die Akutmedikation/ Kaffee/ Kohlenhydrate/ … greifen, bin ich dann wieder im Schwung ?

    Ich habe deshalb zweimal die Woche erst um halb 10 Unterricht. (Alles möglich wegen der verständnisvollen Kollegen ?)

    Da ich die Migräne wieder mehr im Griff habe als sie mich (meistens auf jeden Fall ?), habe ich mich dieses Jahr sogar noch weiter aus dem Fenster gelehnt, und mich ins Komitee der nationalen Föderation der Schulleitungen gemeldet. Total unvernünftig, einfach weil es mir Spaß macht ? Auch dort weiß man Bescheid, dass ich zu jedem Moment eine Versammlung etc absagen kann. Aber all das lässt sich regeln und organisieren.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst, und ganz ganz viel Freude in diesem Traumberuf hast.

    Liebe Grüße,

    Jojo

    Stanislaus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 13

    Vielen herzlichen Dank für die großartigen Antworten! Ich freue mich sehr über die hervorragenden Tipps, die super Fragen und eure Erfahrungsberichte! Danke dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir zu helfen!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Na so gehts aber nicht, lieber Stanislaus. 😉 Wir möchten dann schon noch was von Dir hören, ok?

    Also jetzt aber erst mal viel Erfolg beim Start und melde Dich dann unbedingt noch mal nach Entscheidungsfällung.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Stanislaus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 13

    Ich habe mich dafür entschieden die Stelle anzunehmen und habe auch schon zugesagt.

    Ich habe Pro-Contra-Listen mit den verschiedenen Optionen geschrieben und dann ist sowohl von der Abwägung der rationalen Argumente, als auch aus meinem Bauchgefühl heraus die Entscheidung für eine Zusage gefallen.

    In die Pro-Contra-Listen habe ich alle Argumente, die für oder gegen diese Stelle und andere Optionen gesprochen haben, aufgeschrieben. Da habe ich auch eure Argumente miteinbezogen.

    Im Vorfeld habe ich auch Tipps aus dem alten, aber sehr empfehlenswerten und ermutigenden Buch SORGE DICH NICHT – LEBE angewendet.
    Ich habe mir folgende Fragen gestellt und die Antworten schriftlich festgehalten:
    1. Worüber mache ich mir Sorgen?
    2. Was kann ich tun?

    1. Was ist das Problem?
    2. Was ist die Ursache des Problems?
    3. Welche Lösungen sind möglich?
    4. Was ist die beste/ sind die besten Lösungen?

    Katrin hat mich auch daran erinnert, die Methode, die ich vor vier Jahren im Forum „Nichtmedikamentöse Vorbeugung“ zum Thema „Erlangung von Sozialkompetenz“ gepostet habe, anzuwenden. Ich muss gestehen, dass ich die Methode in der Zwischenzeit vergessen habe und ohne die Erinnerung von Katrin sicher nicht daran gedacht hätte. Sie war aber hilfreich. Ich habe ein Audioaufnahmegerät genommen und mir einen Freund vorgestellt, der ähnliche Probleme gehabt hat und mir gedacht, dass er in meiner Situation ist und mich um Rat fragt. Dann habe ich „ihm“ geraten was „er“ tun soll und das aufgenommen. Wenn ichs nicht aufgenommen hätte, wärs genauso gegangen.

    Ich meld mich ?

    Liebe Grüße
    Stanislaus

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 3 Monate von  Stanislaus.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    ??? Bravo! Herzlichen Glückwunsch, lieber Stanislaus, das ist (d)eine gute Entscheidung!!! Ich freue mich für dich!

    Ich wünsche dir alles, alles Gute in jeder Hinsicht und bin gespannt, was du dann berichten wirst!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Stanislaus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 13

    Danke Katrin für deine super Tipps und Fragen und für die Glückwünsche! 🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Lieber Stanislaus,

    danke fürs Updaten und gute Entscheidung.

    Guten und erfolgreichen Start und halte uns gerne auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Stanislaus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 13

    Danke liebe Bettina! Werd ich machen 🙂
    Liebe Grüße
    Stanislaus

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    🙂

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