Botox und Schwangerschaft

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  • Muddle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo,

    da ich chronische Migräne habe und Botox das einzige ist, was die Schmerzhäufigkeit reduziert, stelle ich mir die Frage, wie ich mich bei Kinderwunsch verhalte? Ist eine Botox-Auffrischung überhaupt möglich, wenn man schwanger werden möchte, es bereits ist oder wenn man stillt? Wenn nicht: Welche alternativen Methoden stünden mir zur Verfügung, um einigermaßen schmerzfrei durch diese Zeit zu kommen?

    Vielen Dank!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28447

    Herzlich willkommen bei uns, liebe Muddle. 🙂

    Schäden durch Botox beim ungeborenen Kind sind bis jetzt noch nicht beschrieben worden, aber ich habe Deine Frage weitergeleitet.

    Sonst wären noch Magnesiuminfusionen möglich, die teilweise auch recht gut helfen. Auch die tägliche Prophylaxe mit Magnesium ist während der gesamten Schwangerschaft möglich, sofern keine schwere Niereninsuffizienz besteht. Trotz allem immer Rücksprache mit dem Arzt halten und individuell beraten lassen

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 98

    Hallo Muddle,

    konkret auf Deine Frage antworten kann ich Dir mangels Erfahrung / Kompetenz in Sachen Botox leider nicht.

    WAS ich Dir aber sagen kann, ist, dass die Schwangerschaft die beste Zeit meines Lebens mit Migräne war. Ich hatte schon von Anfang an deutlich weniger Attacken, die ich dann mit Ibuprofen behandelt habe. Damals wirkte das noch :-/
    bei mir. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel war die Migräne WEG!!! Einfach traumhaft. Erst mit Eintritt der ersten Periode nach der Geburt ging der ganze Mist wieder von vorne los.

    Nun ist es natürlich spekulativ darauf zu hoffen, dass man zu den glücklichen migränebefreiten Schwangeren gehört, aber es ist zumindest eine berechtigte Hoffnung.

    Liebe Grüße
    Polarlicht

    Hartmut Göbel
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 460

    Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Botulinumtoxin Typ A bei schwangeren Frauen vor. In Studien an Tieren wurde eine reproduktionstoxische Wirkung nachgewiesen.
    Trächtige Mäuse, Ratten und Kaninchen erhielten während der Organogenese intramuskuläre Injektionen von BOTOX. Der NOAEL-Wert (No Observed Adverse Effect Level) in der Entwicklungsphase lag bei 4,1 bzw. 0,125 Einheiten/kg Körpergewicht. Höhere Dosen führten zu verminderten fetalen Körpergewichten und/oder verzögerter Skelett-Ossifikation. Bei Kaninchen wurden Aborte beobachtet.
    Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. BOTOX darf in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nur bei zwingender Indikation angewendet werden.
    Es ist nicht bekannt, ob BOTOX in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung von BOTOX während der Stillzeit kann nicht empfohlen werden.
    Also: Wer schwanger werden könnte oder ist, darf nur behandelt werden, wenn es absolut keine andere Möglichkeit gibt. Das gilt auch für die Stillzeit

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28447

    Vielen Dank für die schnelle Antwort, lieber Herr Professor Göbel!

    Die Botschaft ist eindeutig – kein Botox während Schwangerschaft und Stillzeit.

    Muddle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo,

    vielen lieben Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten.

    Das ist eine klare Ansage! Für mich zwar erstmal nicht positiv, aber es besteht ja, wie Polarlicht auch schrieb, die Hoffnung, dass alleine eine Schwangerschaft zur Verminderung der Migräne führt. Das höre ich nicht zum ersten Mal und es ist wenigstens ein gutes Gefühl, diese Hoffnung zu haben 🙂

    Eine Frage habe ich nun aber doch noch: Die letzte Botox-Injektion ist nun 3 Monate her. Wann ist der Wirkstoff denn komplett aus meinem Körper verschwunden und somit ungefährlich?

    Viele Grüße,
    muddle

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 98

    Hallo Muddle,

    freut mich, dass Dir meine Schwangerschaftserfahrung mit der Migräne ein bisschen Auftrieb gegeben hat – zumal Du das ja auch schon von anderen gehört hast.

    Ich kann Dir ja nichts in Sachen Botox sagen, aber ich meinte aus Deiner Schilderung herauszulesen, dass Dich generell die Vorstellung beschäftigt, wie es während der Schwangerschaft mit der Migräne laufen könnte. Das ist ja oft eine Frage: „Was ist, wenn…?“ geht mir jedenfalls oft so.

    Und für mich war die Schwangerschaft eben die perfekte Migräne-Prophylaxe mit 100prozentiger Wirksamkeit ab dem zweiten Drittel. 🙂

    Ich denke, dass Du hier auch auf Deine botox-spezifischen Fragen noch gute Antworten bekommen wirst.

    Liebe Grüße,
    Polarlicht

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28447

    Liebe Muddle,

    mir ging es wie Polarlicht, dass ab dem zweiten Drittel alles bestens war und ich den Rest der Schwangerschaften ohne auch nur eine einzige Attacke überstand. 🙂 Die meisten berichten es so, sodass man manchmal im Spaß sagt, man möchte wieder schwanger sein. 😉

    Nach drei Monaten ist Botox weitestgehend abgebaut, sodass keine „Gefahr“ mehr besteht.

    Liebe Grüße und gutes Gelingen 😀
    Bettina

    Muddle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo zusammen,

    das sind ja erfreuliche Nachrichten. Dann muss ich mir ja keine Sorgen mehr machen, dass es irgendwie noch schädlich sein könnte. Ich hoffe einfach, dass ich zu den Glücklichen gehöre, bei denen eine Schwangerschaft die beste Prophylaxe ist 🙂 Und wenn nicht, dann nehme ich diese Zeit für ein Kind auch liebend gerne in Kauf. Es ist ja eine absehbare Zeit und ich könnte ggf. nach Schwangerschaft und Stillzeit wieder auf Botox zurückgreifen.

    Vielen lieben Dank für’s Mutmachen 🙂

    Liebe Grüße,
    muddle

    Stephanie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo,

    Ich habe bereits 3x eine Botox Behandlung (alle 3 Monate) bekommen. Ich leide bereits seit 2 Jahren an chronischer Migräne. Alle Medikamentenversuche sind gescheitert bzw. habe ich am Schluss keine Medikamente mehr vertragen. Botox hat mir sehr gut geholfen. Ich war zwar nicht komplett schmerzfrei aber die tägliche Migräne war nicht mehr ganz so schlimm. Meine letzte Botox Behandlung war im Februar 2017. Seit März bin ich schwanger und nun bereits in der 14. Woche. Die Migräne hat sich leider nicht verbessert und die tägliche Migräne ist wieder so schlimm wie vorher. Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Sumatriptan haben leider rein gar nicht geholfen. Wie kann ich mich in der Schwangerschaft nun verhalten? Wäre eine Botox Behandlung doch möglich? Ich weiß nicht wie ich die restlichen Monate mit diesen täglichen starken Schmerzen durchhalten soll.

    Grüße
    Steffilein

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28447

    Willkommen im Forum, liebe Steffilein. 🙂

    Eine Behandlung mit Botox während der Schwangerschaft ist leider nicht möglich! Auch andere Prophylaxen sollten nicht eingesetzt werden. Ebenso muss man sehr aufpassen mit Akutmedikamenten, sie wenn irgend möglich vermeiden.

    Hochdosiertes Magnesium kann sich positiv auswirken als tägliche Prophylaxe, auch im Akutfall. Bei starken Attacken „kann“ eine Magnesiuminfusion hilfreich sein, frage mal Deine behandelnden Ärzte dazu.

    Meist lassen die Schmerzen im Laufe der Schwangerschaft immer mehr nach, wenn das ein kleiner Trost ist für Dich. Achte auf Regelmäßigkeit, regelmäßige kohlenhydrathaltige Mahlzeiten und viel Ruhe.

    Alles Gute, schnelle Besserung und liebe Grüße
    Bettina

    Stephanie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5