Chronische Migräne

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 89)
  • Autor
    Beiträge
  • sternthaler
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 412

    Ich habe eine chronische Migräne, bei der ich jeden Tag Anfälle habe. Auch nach Medikamentenpausen hat sich nichts geändert, die Migräne kommt jeden Tag. Da ist es doch langsam egal obe ich mich an die 10 Tage Regel halte, dass verbessert doch nichts. Ich habe von einer Prophylaxe gehört, nur bei chronischer Migräne, das man jeden Tag morgens ein Triptan nimmt, egal ob die Migräne schon da ist oder nicht. Bei einigen hat sich der Zustand gebessert und die Migräne kam erst garnicht. Hat einer von euch das schon gehöhrt oder was sagt Prof. Göbel dazu. Bei chronischer Migräne, die wie bei mir auf keine Propylaxe anspricht ist doch eh schon alles egal.

    Pamela

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Pamela,

    täglich ein Triptan, sozusagen prophylaktisch, einzunehmen, ist auf gar keinen Fall eine Lösung. Folgendes hatte Prof. Göbel im vorigen Forum auf eine ähnliche Fragestellung geantwortet:

    Eine Dauermedikation mit Schmerzmittel ist nach unserer Erfahrung keine Lösung und endet in der Regel in der reaktiven Depression und sozialem Rückzug. Schließlich werden sich Organkomplikationen einstellen.

    Ich würde Dir raten, Dich nochmal mit Deinem behandelnden Arzt in Kiel in Verbindung zu setzen. Frage nach, welche Möglichkeiten es noch für Dich bezüglich Prophylaxe geben könnte. Immer wieder gibt es mal was Neues, andere Kombinationen, die sich bewährt hatten usw.

    Es tut mir so leid für Dich, aber bitte gib nicht auf. Irgendeine Lösung wird es auch für Dich geben.

    Alles Gute,
    Bettina

    sternthaler
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 412

    Hallo Bettina,

    die Depression hab ich sowieso schon und der soziale Rückzug hat wegen der Schmerzen auch schon stattgefunden. Also von diesen Standpunkt her wäre es vollkommen egal.
    Bei mir ist alles an Prophylaxe ausprobiert worden, null Erfolg
    Pamela

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Pamela,

    ich kann Deine Haltung sehr gut verstehen, aber ich fürchte, Du denkst in die falsche Richtung. Es ist auf keinen Fall egal, wenn Du aufgrund „falschen“ Vorgehens noch zusätzlich Organschäden provozierst. Irgend eine Möglichkeit gibt es immer, deshalb lass Dich nochmal beraten und versuche weiterhin alles zu unternehmen, damit es Dir wieder besser geht.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Simone
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 415

    Liebe Sternthaler,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei häufiger Triptaneinnahme über einen längeren Zeitraum leider die Wirkung nachlässt. Ich hätte große Angst, dann irgendwann kein wirksames Akutmedikament mehr in der Hand zu haben.

    Ich tröste mich oft damit, das Migräne wenigstens n i c h t g e f ä h r l i c h ist !! Aber Organschäden durch übermäßigen Triptangebrauch stelle ich mir furchtbar vor. Und die Migräne hätte sich dann vermutlich auch nicht verabschiedet!

    Gib nur die Hoffnung nicht auf und suche weiter nach anderen Möglichkeiten.

    Liebe Grüße
    Simone

    seepferdli
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 136

    Liebe Sternthaler,
    Auch ich hab schon gehört, dass Triptane in der Basistherapie angewendet wrden. i.d.R. handelt es sich um Naratriptan (glaub ich). Soviel ich weiss, ist es jedoch wictig, dass es nur für eine kurze Zeitdauer in der Basis ist. Nimm aber bitte rücksprache mit deinem behandelndem Neurologen.

    Seepferldi

    Hartmut Göbel
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 460

    Tägliche Triptaneinnahme ist auch bei chronischer Migräne kein geeigneter Weg. Es muss eine wirksame Vorbeugung gefunden werden. Zusätzliche Erkrankungen müssen ebenfalls gezielt behandelt werden. Nur so kommt man in einen stabileren Zustand.

    sternthaler
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 412

    Hallo Herr Göbel,
    ich war 3 mal in Kiel, es wurde keine Prophylaxe gefunden die mir hilft. Wobei ich natürlich auch einige Medikamente nicht vertragen habe und andere halfen nicht. Ich habe auch etliche Medikanentenpausen gemacht aber der Tag wo ich keine Kopfschmerzen mehr habe , der kam einfach nicht. Und jetzt steh ich da und weiss nicht mehr was ich tun soll. Mit der Meinung meiner Neurologin, die auch Fachärztin für Psychatrie ist, ich müsste jetzt damit leben und mich entscheiden, ob ich mein Leben vom Bett aus weiterleben will oder am Leben teilhaben will. Ich sollte mich doch im Fitnissstudio anmelden und Sport treiben. Es war für mich wie Hohn, ich liege da mit einer Migräne die kam auszuhalten ist und die täglich auftritt und sie sagt sowas zu mir. Natürlich ist das Vertrauen jetzt dahin. Also ich steh jetzt da und weiss einfach nicht mehr weiter und da habe ich einen Arzt aus … vetraut der mir gesagt hat, sowas kann man machen und bei manchen hilft es, es war mein letzter Strohhalm,und deshalb mache ich es jetzt so, obwohl ich was, dass es nicht gut und richtig ist. Aber aus Verzweiflung tut man fast alles.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Pamela,

    ganz sicher kann jeder hier Deine Verzweiflung nachvollziehen. 🙁 Du schreibst, dass Du bereits 3 mal in Kiel warst. Dort wurdest Du ja auf eine Prophylaxe eingestellt, die jedes Mal entweder nicht gewirkt hatte, oder die Du wegen Unverträglichkeiten absetzen musstest. Wie lange hattest Du denn die „verträglichen“ Prophylaxen eingenommen? Mindestens 3 Monate? Nimmst Du zusätzlich Magnesium, Vitamin B2, Coenzym Q10, Folsäure ein? Könnte nämlich sehr gut unterstützen. Wie sieht es mit dem (psychischen) Stress aus bezüglich der Arbeitslosigkeit Deines Mannes? Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, hierbei psychologische Unterstützung zu erhalten?

    Den Tipp mit dem Fitnessstudio finde ich auch nicht so gelungen. Vielleicht hatte die Ärztin sich nicht so klar ausgedrückt und eher moderates Ausdauertraining gemeint? Allerdings kann man mit täglicher Migräne sowieso keine Art von Ausdauertraining betreiben, wie wir alle wissen.

    Wie sieht es mit dem Tagesablauf aus? Isst Du regelmäßig und auch das „Richtige“? Trinkst Du über den Tag verteilt regelmäßig (kein Spitzentrinken!) und auch genug? Hältst Du die Schlaf-/Wachzeiten halbwegs gut ein?

    Wendest Du Entspannungsverfahren an? Ich hoffe, ich nerve Dich mit diesen vielen Fragen nicht und sie sollen auch nicht mit „erhobenem Zeigefinger“ daherkommen. Ich selbst bin nur oft allzu inkonsequent im Einhalten all dieser Dinge. Ich versuche nur irgend einen Ansatz zu finden, wie man Dir weiterhelfen könnte.

    Akzeptieren sollte man Dauerschmerzen nicht und immer versuchen, eine Lösung zu finden. Was man lernen sollte zu akzeptieren, ist, dass man eine chronische Erkrankung hat. Alleine diese Einsicht kann schon helfen, selbst etwas gelassener zu werden. Seit ich für mich dieses nun so annehme, verschwende ich nicht mehr „sinnlose“ Energien im Bekämpfen dieser Tatsache und hadere auch nicht mehr mit meinem Schicksal. Allerdings werde ich nie lockerlassen, wenn es darum geht, mir das Leben leichter zu machen. Auch bei mir lässt die Wirkung meiner Prophylaxe mehr und mehr nach und ich werde mich demnächst wieder umorientieren müssen. Werde ich aber bald anpacken. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5719

    Liebe Pamela,

    wie schlimm Migräne ist, weiß hier jeder, doch diese Schmerzen täglich zu haben, das mag ich mir gar nicht vorstellen.

    Was die Ärzte betrifft, kommen die manchmal einfach auch an ihre Grenzen oder haben vielleicht auch mal einen schlechten Tag. Mir war mal die Einnahme der Triptane verboten worden, und so saß ich völlig verzweifelt, noch dazu mitten in einer heftigen Attacke, meinem Neurologen gegenüber, der mir kurz und bündig erklärte, dass die normalen Schmerzmittel schon helfen würden, man müsse sie nur richtig nehmen. Ich meinte, dass ich schon wüsste, auf was ich da achten müsse und aus langjähriger leidvoller Erfahrung wüsste, dass die bei mir nichts (mehr) helfen würden, doch er beharrte auf seiner Meinung.

    Ich möchte dich ermutigen nicht aufzugeben, sondern genau zu überlegen, ob es irgendwo nicht doch noch Ansatzpunkte für dich geben könnte.

    Es ist eine große Herausforderung, mit chronischen Schmerzen sein Leben meistern zu müssen; ich wünsche dir, dass du in schmerzärmeren Phasen die Kraft findest für Dinge, die dir Freude bereiten und deiner Seele gut tun.

    Liebe Grüße
    Heika