Status migraenosus

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  • Bettina Frank – Admin
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    Zu den sehr belastenden Migränekomplikationen gehört der Status migraenosus. Nachfolgend wird von Prof. Göbel beschrieben, wie er entsteht und wie man ihn am besten vermeiden kann.

    Wenn die Attacke nicht enden will

    Dauert die Kopfschmerzphase einer Migräneattacke trotz Behandlung länger als 72 Stunden, wird diese als Status migraenosus bezeichnet. Gewöhnlich tritt ein Status migraenosus erst bei einer längeren, mehrjährigen Migräneerkrankung in Verbindung mit andauerndem Medikamenten-Übergebrauch auf. Bevor der Arzt konsultiert wird, hat der Patient dann mindestens 3 Tage mit ausgeprägter Übelkeit, Erbrechen und sehr starker Kopfschmerzintensität durchlebt. Die medikamentöse Selbsthilfe, meist mit einer bunten Mischung verschiedenster Substanzen und Kombinationspräparaten, erbrachte während der Zeit keinen Erfolg.

    Dies ist ein trauriges Kapitel, weil es in den meisten Fällen unnötig ist. Ich möchte Ihnen schildern, was der Arzt in einem solchen Falle tun kann, damit Sie – sollten Sie selbst einmal betroffen sein – die Behandlung selbst einschätzen können:

    Der Arzt kann in solchen Fällen eine stationäre Behandlung erwägen. Mit anderen Worten: Der Patient sollte in eine Klink eingewiesen werden. Dann sollte der Patient sofort

    1000 mg Lysinacetylsalicylat in Kombination
    mit

    10 mg Metoclopramid
    intravenös bekommen.

    Anschließend wird eine mit Medikamenten bewirkte Ruhigstellung (Sedierung) eingeleitet. Hierzu kann

    Levomepromazin 3 x 25 mg per os
    oder

    Diazepam 3 x 10 mg
    über 2 Tage mit allmählicher Dosisreduzierung verabreicht werden.

    Als weiterer Schritt kann die zusätzliche Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten die Besserung des Status migraenosus beschleunigen. Dazu kann z.B. die Anwendung von

    Dexamethason (intravenös), zu Beginn 24 mg mit nachfolgenden Einzeldosen von 6 mg in sechsstündigem Abstand für 3 bis 4 Tage,
    erfolgen. In Einzelfällen gibt es auch andere Therapiestrategien, die jedoch hier nicht näher ausgeführt werden können.

    Damit’s nicht wieder passiert
    Nach Abklingen des Status migraenosus ist eine ganz besonders tiefgehende Analyse der Migräne-Geschichte und der bisherigen Behandlung erforderlich. Gewöhnlich zeigt sich dabei eine nicht optimale Migräneprophylaxe und ein falscher Gebrauch von Medikamenten. Meist ist in solchen Fällen leider auch eine stationäre Medikamentenpause und eine medikamentöse Prophylaxe der Kopfschmerzerkrankungen notwendig.

    Zudem muss der Patient eingehend beraten werden und im Gebrauch nichtmedikamentöser Therapieverfahren unterrichtet werden.

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    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    Bin grade voll baff,

    ich hab das als normal angesehen, dass 2 Anfälle direkt hintereinander oder auch zum Teil während einander passieren können.
    Ist die Behandlung echt so nötig ?

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 1356

    ob die behandlung so nötig ist, wird dir dein körper schon sagen. 😉
    wenn du die schmerzen nicht aushalten kannst, dann ist die behandlung anscheinend nötig ;).

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28656

    Simon, dies ist nur ein Beispiel, welche Behandlung möglich wäre. Ein Status migraenosus zeigt natürlich auch unterschiedliche Facetten und nicht jeder Status ist so schlimm und belastend, dass man so vorgehen muss.

    Geht die Komplikation aber einher mit schweren, nicht behandelbaren Schmerzen, unstillbarem Erbrechen, Durchfall, Schwindel und sonstigen beeinträchtigenden Begleiterscheinungen, ist o.g. Behandlung mehr als angezeigt. Hier muss man schon sehr differieren.

    Liebe Grüße
    Bettina

    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    ah ok, danke. Mir war gar nicht klar, dass das n Sonderfall ist.
    Bislang konnte ich die Schmerzen aushalten.

    War zwar 2 mal kurz davor ins Krankenhaus zu gehen, versteh aber jetzt durch das Forum, dass es durch das Tramadol gekommen ist. Tja selber schuld, wenn man keinen ordentlichen Arzt aufsucht.

    muri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    hallo,

    ich wollt mal kurz mein „leiden“ berichten.
    im normalfall hab ich 1-2 anfälle pro woche, die sich gut mit sumatriptan behandeln lassen.
    nun seit 14 tagen hab ich heute den 8. anfall.
    weiterhin spreche ich gut auf sumatriptan an, aber die anfälle häufen sich.
    bin gerade ziemlich verzweifelt, und hoffe hier auf ein paar tipps oder zuspruch.
    ich weiss, das ihr das alles auch schon durchgemacht habt und hoffe das es bald wieder besser wird.
    vielen dank, das ihr einen immer so viel mut macht!

    liebe grüße
    andrea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28656

    Liebe Muri,

    ist es bei Dir vielleicht auch so, dass die Anfälle im Frühjahr und Herbst vermehrt auftreten?

    Um die Medikamenteneinnahme vielleicht etwas reduzieren zu können, wäre es möglich, zusätzlich zum Triptan noch 500 mg Naproxen zur Wirkverlängerung einzunehmen, da die Halbwertszeit des Sumatriptan nicht so lange ist. Vorher noch ein Antiemetikum, was die Wirkung des nachfolgenden Triptans verbessert. Auf diese Art und Weise kann ein Anfall eventuell schneller komplett gestoppt werden und der Wiederkehrkopfschmerz hält sich dann auch in Grenzen.

    Sonst, mehr an die Entspannung denken, regelmäßige Mahlzeiten und moderater Ausdauersport. Aber das machst Du sicher sowieso, wenn ich mir Dein Avatar betrachte. 😉

    Solltest Du einen Status migraenosus haben, findest Du die Behandlungmöglichkeiten oben auf dieser Seite. Kortison und z.B. ein Diazepam können auch einmalig eingesetzt schon den Durchbruch bringen. Alles natürlich immer nur in Absprache mit Deinem behandelnden Arzt.

    Gute und schnelle Besserung und liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5819

    Liebe Andrea,

    Tipps hat dir Bettina schon gegeben, von mir kriegst du noch ein wenig Zuspruch: Mich hat es in diesem März auch so schlimm erwischt wie schon seit Jahren nicht mehr. Und dabei habe ich an meinem Verhalten nichts geändert, die Lebensumstände sind auch gleich geblieben. Ich weiß es einfach nicht, wieso mein Kopf in diesem Monat so „entgleist“.
    Ich kann es leider nicht ändern, mir fällt auch nichts ein, was ich besser machen könnte. Ich hoffe einfach, dass es im nächsten Monat wieder besser wird und sich im „Migräne-Normalmaß“ einpendelt. Ich versuche, es ganz gelassen zu nehmen (was mir an migränefreien Tagen auch recht gut gelingt… 😉 ) und würde mich erst dann zu weiteren Schritten entschließen, wenn es drei Monate lang so bleiben würde.

    Hoffen wir nun gemeinsam auf einen besseren April!

    Lieber Gruß
    Heika

    Cinderella
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 548

    Hallo,
    mir geht es leider in diesem Monat ähnlich.Ich hatte heute nacht den 9 ten Anfall in diesem Monat.Und der Monat geht noch bis nächste Woche Donnerstag.Diesmal werde ich ganz bestimmt auf 11-12 Triptane kommen.Versuche mich dann im nächsten Monat mal mit dem naproxen.
    Muß man das eigentlich verschreibenlassen,oder gibt es das so in der Apotheke zu kaufen?Hab ich das richtig verstanden,dass man erst das Triptan einnimmt und zwei Stunden später das Naproxen?Eine Freundin sagte mir heute,dass ich mal wieder auf Maxalt umsteigen soll.Die Halbwertzeit ist auch etwas länger als beim Sumatriptan.
    Alles andere ist mir zu teuer von der Zuzahlung.Nun habe ich aber gerade erst eine neue Packung Suma angebrochen.Da sind noch 11 Tabletten drin.Wenn die Packungleer ist,werde ich umstellen.Muß man bei dem Naproxen eigentlich einen Magenschutz wie z.B bei dem Ibu nehmen?
    Und Heika hatte gut geschrieben,dass man erst umdenken soll oder muß,wenn der Zustand länger als 3 Monate anduert.Das beruhigt mich auch ein wenig.
    LG Cinderella

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7751

    Die 250 mg Naproxen kannst du kaufen und zum Ausprobieren 2 nehmen. Die 500 mg kriegst du dann auf Rezept. Beim Suma nehm ich sie sofort dazu, die braucht ja länger bis sie wirkt, da ist das Suma sonst schon verflogen. Magenschutz solltest du mit dem Arzt besprechen, da dadurch die Calciumaufnahme behindert wird.
    LG
    Julia

    Cinderella
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 548

    Hallo,
    also gleich das Naproxen mit demSuma zusammen?Werde ich mir morgen gleich besorgen.Vielen Dank für den Tip liebe Julia,wie auch für alle anderen Deiner Tips.
    Cinderella