Status migraenosus

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  • Mimi_56789
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo Bettina,

    Ok alles klar. Vielen Dank für die ganzen Informationen.
    Mir geht es jetzt gottseidank wieder gut nach 11 Tagen in einer Migräneblase…
    (hab noch eine 2 jährige Tochter zuhause rumhüpfen, die darauf gewartet hat dass Mama endlich wieder da ist, und da stresst einen irgendwie zusätzlich schon auch das Gefühl, dass man einfach nicht solange „ausfallen“ darf, das machts wahrscheinlich auch nicht leichter zu entspannen und loszulassen)

    Ich wusste ja gar nicht dass es sowas wie den status gibt und dass man Migräne so lange haben kann.?

    Habe jetzt in letzter Zeit viel in dem Forum gelesen, und muss echt mal sagen: Hut ab!!! Soviel Fachwissen und Kompetenz habe ich bis jetzt noch von keinem meiner Ärzte erlebt in den letzten 10 Jahren, in denen ich Migräne habe!
    Meistens fühlte ich mich irgendwie nicht ernstgenommen. Ich habe zwar meine Medikamente verschrieben bekommen, aber so richtig anfangen komnte keiner was mit der „Migräne“? muss aber dazusagen, dass ich nie bei Neurologen oder Fachärzten war, sondern immer nur bei Hausärzten, denn bis jetzt hatte ich ja alles ganz gut im Griff mit den Triptanen.

    Auf jeden Fall bin ich sehr froh dieses Forum gefunden zu haben! Vielen lieben Dank an alle die hier antworten und hier ihr über Jahre angeeignetes Wissen zur Verfügung stellen und mit andern teilen!!?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28221

    Danke für die lobenden Worte. 🙂

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 24

    Hallo 🙂 ich habe eigentlich immer ca. 2 mal im Monat 5 tage am Stück Migräne, triptane helfen, oft halte ich den 4. Tag so durch und am 5. Nehme ich wieder rizatriptan mit ibuprofen. Ist das dann auch immer dieser status?

    Corison hilft nicht. Könnte man da diazepan vill ausprobieren um den schmerz früher zu durchbrechen?

    Catingrid
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo liebe Leute,
    ich brauch mal Euren Rat. Ich fass mich kurz:
    Ich hab chronische Migräne; diagnostiziert in Kiel. Seit ich im Januar 18 in Kiel war hatte ich meine Migräne vergleichsweise gut im Griff.
    Aber seit 9 Tagen hat mich die Migräne voll im Griff. Habe in dem Zusammenhang nicht nur Kopfschmerzen sondern auch extreme Nackenschmerzen, kenne ich so nicht bei mir. Habe den Eindruck gefangenzusein in einem Teufelskreislauf; Migräne macht Nackenschmerzen und Nackenschmerzen triggern Migräne. Auf jeden Fall hören die Nackenschmerzen auf, sobald das Triptan wirkt. Von den 9 Tagen mit Migräne habe ich an 7 Tagen Triptane eingenommen; die haben auch immer geholfen. Könnte das trotzdem ein Status sein? Ich hab Angst; ich hatte sowas noch nicht in der Form! Ich versuche heute Nacht ohne Triptan zu überstehen. Mir platzt der Schädel. Lege mich jetzt mit Melperon und einem Muskelrelaxians ins Bett. Hoffe ich kann etwaigen Status dadurch unterbrechen.
    Was könnt ihr mir raten was ich tun soll? Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Oder gibt es aufmunternde Worte?
    Gruß, Ingrid

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4626

    Hallo Meike,

    Mit dem Begriff Status Migreanosus bezeichnet man Migräneattacken, die warum auch immer länger als 72 Stunden anhalten. Der Status migraenosus wird von der IHS unter den Migränekomplikationen aufgeführt.

    Es scheint mir, du hast nicht das optimale Triptan zur Verfügung. Vielleicht solltest du ein Triptan wählen, welches eine lang anhaltende Wirkung hat. Rizatriptan ist ein schnell wirkendes Triptan. Es gibt 7 verschiedene Triptane. Da macht es Sinn, genau zu schauen, welches das passenste ist. Ließ auch hier mal genau nach und sprich dann mit deinem Arzt darüber.

    In der Spalte links sind alle Triptane erklärt.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 24

    Hallo liebes Sternchen, Rizatriptan ist das einzige was mir hilft. Ich habe schon alle in der Migräneklinik im königstein ausprobiert. Aber vielleicht sollte ich nochmal eletriptan probieren.

    Vielen Dank für deine Antwort 🙂

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4626

    Hallo Catingrid,

    ja, diese Zeiten gibt es leider, in denen die Migräne einen fest im Griff hat.

    Die Nackenschmerzen die du beschreibst, werden immer wieder auch falsch gedeutet. Die Migräne startet oft mit Entzündungen im Nackenbereich. Es müssen also keine Verspannungen die Ursache für diese Nackenschmerzen sein. Die Migräne ändert sich von Zeit zu Zeit gern mal. Daher hat es auch keine Bedeutung, dass dieses Symptom neu für dich sind. Dass die Nackenschmerzen sofort nach Einnahme eines Triptans aufhören, ist der beste Beweis dafür, dass die Migräne verantwortlich für diese Schmerzen ist.

    Wenn ein Migräneanfall einfach nicht enden will und länger als 72 Stunden andauert, spricht man von einem Status migraenosus. Angst solltest du aber nicht haben. Angst ist kein guter Begleiter und kann sich kontraproduktiv auswirken. Die 10/20 iger Regel hältst du grundsätzlich ein? Ist ein MÜK sozusagen ausgeschlossen? Aus so einer langen Attacke kann man auch mal mit einer kurzen Kortisongabe entgegenwirken. Sprich einmal mit deinem Arzt darüber.

    Gut, dass du jetzt versuchst zu schlafen um zur Ruhe zu kommen. Schau mal wie es morgen früh geht.

    Alles Liebe und ganz, ganz gute Besserung
    wünscht
    Sternchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5698

    Hallo Catingrid,

    wie Sternchen schon so richtig schrieb, sind bei dir die Nackenschmerzen eindeutig eine Folge der Migräne, da sie mit der Wirkung des Triptans verschwinden.

    Dennoch ist es leider so, dass Schmerzen grundsätzlich die Muskelspannung erhöhen, und verspannte Muskulatur erzeugt verstärkten Druck auf die Nerven, das reizt wiederum zusätzlich, was zu mehr Verspannungen führt, und das wiederum begünstigt Migräne. Es ist wirklich ein Teufelskreis.

    Deshalb kannst du ruhig auch mal symptomatisch gegen die Verspannungen vorgehen: Entspannungsübungen, leichte, angenehme Dehnübungen für die Nackenmuskulatur, Wärmepflaster draufkleben oder sich mal auf zwei Wärmeflaschen legen; und sich erst recht Ruhepausen gönnen.

    Und noch etwas Allgemeines, nicht speziell auf dich bezogen:
    Geht es uns tagelang sehr schlecht, häuft sich logischerweise viel Arbeit auf und wir versuchen dann oft, wenigstens so viel, wie halt gerade noch geht, zu schaffen. Es wäre meist klüger, in dieser Beziehung auch locker zu lassen, das schlechte Gewissen totzuschlagen 😉 und den Staubflocken gelassen beim Wachsen zuzusehen 😉 . Denn dieser (Arbeits-)Druck, den wir uns selber machen, verstärkt die negativen Auswirkungen nur noch mehr.

    Lieber Gruß
    Heika

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 583

    Liebe Heika, ihr Lieben,

    danke für den Tip mit den ZWEI Wärmflaschen für den Schulter- und Nackenbereich! Ich brauche dann noch eine dritte für meine Einfüße… ❄️ ?!

    Es wäre meist klüger, in dieser Beziehung auch locker zu lassen, das schlechte Gewissen totzuschlagen ? und den Staubflocken gelassen beim Wachsen zuzusehen ? .

    Was für ein Kraftakt mit dem Totschlag! Ich kann meinem schlechten Gewissen mittlerweile meist leise registrierend einen angemessenen, deutlich kleineren Platz zuweisen. Aus dieser Ecke heraus darf es mich gerne auch mal demütig anschauen, ich stecke ihm dann einfach gedanklich mal die Zunge aus und lächle! Mit viel bewusstem Üben geht das immer besser! Ich hoffe, dass meinem schlechten Gewissen so die Lust auf Besuche bei mir vergeht…?!

    Die Staubflocken habe ich vor einiger Zeit umgetauft und betrachte sie seither mit stetiger Übung als unsere neuen „Haustierchen“ namens „Wollmäuse“. Vermehren und wachsen sie nicht zu schnell, kann ich ihre Anwesenheit jetzt auch mal etwas länger „dulden“ und frage sie belustigt im Vorbeischleichen, ob sie sich bei uns denn genauso wohlfühlen wie wir. Aber sie antworten nicht, sondern „laufen weg“… ?! Und wenn es mir zu viel wird, dann saugen ich oder mein lieber Mann sie mit Wonne wech – und tschüß!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 583

    Guten Morgen liebe Meike,

    gerne würde ich Sternchens Hinweis auf den Link mit der Triptan-Übersicht ergänzen. Schau mal auf dieser Seite:

    Hier findest du zusätzliche Informationen über Wirkungseintritt und -dauer der unterschiedlichen Triptane. Vielleicht entdeckst du dort das ein oder andere Triptan auch in Formen, die du noch ausprobieren könntest.

    Mir hat z.B. Rizatriptan vor langer Zeit erst in der Schmelzversion geholfen. Mittlerweile hilft mir auch die „normale“ Tablette, die ich aber nur in Fällen nehme, wenn ich eine schnellere Wirkung brauche als mit meinem für gewöhnlich verwendeten Naratriptan. Daran kann man erkennen, dass sich die Wirkung verändern kann und ein Triptan, welches vor einiger Zeit nicht gewirkt hat, dann doch wirken kann.

    Leichte und mittelstarke Migräneanfälle bekomme ich auch mal mit Dimenhydrinat in den Griff, meistens kann ich die Schmerzen damit aber besser aushalten oder ertragen, um einen Medikamententag zu sparen. Das klappt aber auch nicht immer, es bleibt meist ein Ausprobieren. Wobei es sicher auch Betroffene gibt, die eine zuverlässige Wirkung mit z.B. Dimenhydrinat haben.

    Beim Cortison habe ich festgestellt, dass auch ich nicht immer eine zuverlässige Wirkung habe, um aus dem Status zu kommen. Meistens klappt es, aber es gibt auch Zeiten, in denen es kaum Wirkung zeigt. Das heißt aber – wie in meinem Fall mit Dimenhydrinat – nicht, dass eine ausbleibende Wirkung nicht „festgeschrieben“ ist.
    Ich glaube auch, das ist es das Beste für uns, das Werten und die Ursachensuche zu lassen und möglicherweise in jedem Fall neu zu entscheiden, was zu tun ist. Dafür ist ein Plan, den du, liebes Sternchen, mir zu meinen headbook-Anfangszeiten ans Herz gelegt hast, sehr hilfreich!

    Ich weiß, dass das Lassen umso schwerer fällt, wenn man berufstätig ist, kleine Kinder oder andere Verpflichtungen hat, die sich nicht mal eben in Attackenzeiten „abschütteln“ lassen. Auch wenn es vielleicht schwerfallen sollte, kann sich das Finden nach Unterstützung im Umfeld und möglicherweise in der Arbeitswelt als eine wertvolle Hilfe erweisen.

    Alles Gute
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monate von  Katrin.