Das Migräne-Kochbuch

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Süßungsmittel Xylit

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  • Ulrike
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    Hallo zusammen,

    ich habe gerade einen Artikel gelesen, in dem es um ein altbekanntes, aber lange vergessenes Süßungsmittel geht. Es wird umgangssprachlich als Birkenzucker und offiziell als Xylit bezeichnet.

    Ich habe noch nie etwas davon gehört und es hört sich sehr gut an:

    Keine gesundsheitsschädigenden Effekte, sondern im Gegenteil, gesundheitsfördernde, wie z.B. soll es Karies und Parodontose vorbeugen

    Es wird insulinunabhängig verstoffwechselt, d.h. es kommt zu keinen abrupten Blutzuckerschwankungen und ist damit auch für Diabetiker geeignet.

    Es hat 40 % weniger Kalorien als Zucker!!! 🙂

    Die Süßkraft ist die gleich wie bei Zucker. man kann also seine Mengenangaben übernehmen.

    Hergestellt wird es aus Birkenrinde oder Mais.

    Am Anfang sollte man nicht zu hoch dosieren, da sich der Darm erst an den Stoff gewöhnen muß.

    Der Preis ist natürlich wesentlich höher als Zucker, aber ich werde mir mal eine Packung besorgen und testen!
    Freue mich jetzt schon auf meine supergesunden Kekse! 🙂 Es dürfen dann ja auch ein paar mehr sein. 😉

    Liebe Grüße
    Ulrike

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Liebe Ulrike,

    dazu wird sich sicher Gudrun noch äußern, sie kennt sich super damit aus.

    Ich süße manchmal mit Stevia, hat wohl ähnliche Eigenschaften.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8426

    Hallo, Ihr beiden,

    ich hab seit einiger Zeit Stevia-Zucker in Gebrauch. Schmeckt mir deutlich besser als Stevia allein, hat nur die Hälfte an Kalorien und ist deutlich günstiger als Stevia pur.

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Also ich nehme Stevia nur morgens im Kaffee und da passt es vom Geschmack. Sonst komme ich sowieso ohne normalen Zucker nicht aus. Also meist Rohzucker, der ist halt doch am besten. 🙂

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Ulrike,
    da hast Du ja etwas für Dich ausgegraben.

    Xylitol gehört wie Sorbitol zu den Zuckeralkoholen und findet als Zuckeraustauschstoff in Lebensmitteln seine Verwendung. Als Zusatzstoff wird Xylit oder auch Birkenzucker unter der Nummer E 967 auf den Zutatenlisten geführt. Der Trivialname Birkenzucker gibt einen Hinweis darauf wo dieser Zuckeralkohol gefunden wird, z. B. in Baumrinden, wie der der Birke. Aber auch in einigen Früchten, wie Pflaumen, Erdbeeren oder Himbeeren finden sich kleine Mengen Xylit.
    Die Herstellung ist in der Tat aufwendig daher erklärt sich der Preis. Heute wird häufig aus den Resten der entkörnten Maiskolben Xylit hergestellt, auf genfreien Mais wird darauf meines Wissens nicht geachtet.

    Bei uns wurde Xylit in den Diabetikernahrungsmitteln verarbeitet, da es mit 2,4 kcal/g weniger Energie mitbringt als normaler Zucker und nur einen sehr geringen Blutzuckeranstieg bzw. geringe Insulinantwort provoziert.
    Die Süßkraft ist ähnlich wie die des Haushaltszuckers, so dass es 1:1 ausgetauscht werden kann.
    Der Geschmack ist neutral macht aber ein leichtes Kältegefühl im Mund.
    Xylit ist stark wasserbindend, das führt bei der Lagerhaltung schnell zur Klumpenbildung und Xylit büßt so seine Rieselfähigkeit ein.

    Bei der Verdauung kann es zumindest in der Anfangszeit zu Problemen kommen. Bei einer Aufnahmemenge > 0,5 g/kg Körpergewicht wird das Xylit nur unvollständig resorbiert und gelangt so in die unteren Darmabschnitte, dort wird es von den Darmbakterien verstoffwechselt, dies und die starke Wasserbindungsfähigkeit führt zu einer abführenden Wirkung.
    Die Resorptionsrate von Xylit im Dünndarm steigt aber bei regelmäßiger Anwendung, so dass die abführende Wirkung langsam nachlässt.
    Problematisch ist Xylit bei bestehenden Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, da die Resorptionsrate von Xylit aufgrund des Entzündungsprozesses der Darmschleimhaut noch geringer ausfallen und eine zusätzliche Verdauungsproblematik hervorrufen würde. Bei Fruktoseintoleranz sollte auf den Verzehr von Xylit verzichtet werden, da Xylit die Resorptionsrate von Fruktose senkt und dadurch dessen Verdauungsproblematik nochmals verstärkt wird.
    Bei Lactoseintoleranz sollte ebenfalls auf Xylit verzichtet werden, da die Verdauungsprobleme die der Laktoseintoleranz verstärken oder überdecken.

    Tatsächlich wirkt Xylit antikariogen. Eine tägliche Aufnahmemenge von 5-10 g gut über den Tag verteilt und als Kaugummi oder Lutschpastillen verzehrt, zeigt diesbezüglich eine gute Wirkung.
    Xylit unterbricht den Stoffwechsel der kariesrelevanten Bakterien worauf diese zugrunde gehen und die Kariesentstehung deutlich verringert wird.

    Bei manchen Tieren, wie z. B. Hunden, führen bereits Aufnahmemengen von 0,1g Xylit/kg Körpergewicht zu einer toxischen Wirkung.
    Dramatischer Blutzuckerabfall, Leberschädigung (Leberversagen)und Gerinnungsstörungen sind die Folge.

    Also, keine für Menschen gedachten xylithaltigen „Leckerlis“ an Hunde verfüttern!!!

    Du kannst diesen Zuckeraustauschstoff aufgrund der Migräne problemlos verwenden, nur die oben beschriebenen Vorerkrankungen oder Intoleranzen müssen berücksichtigt werden.

    Stevia (E 960) ist übrigens kein Zuckeraustauschstoff, sondern ein natürlicher Süßstoff mit einer bis zu 450 mal höheren Süßkraft als Haushaltszucker.

    Viel Spaß beim Kekse backen!!!

    Liebe Grüße
    Gudrun

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Liebe Gudrun,

    vielen lieben Dank für Deine wie immer klasse Infos! 🙂

    Also wenn ich das alles so lese, bleibe ich doch lieber bei meinem normalen Zucker und gelegentlich Stevia. 😉 Abgesehen davon, habe ich eine Lactoseintoleranz, daher wäre es eh nichts für mich.

    Dass man Hunde damit umbringen kann, hatte ich heute schon leicht schockiert zur Kenntnis genommen. Ulrike, die Kekse dann bitte nicht an den morgens immer viel zu laut bellenden Nachbarshund verfüttern. Die futterst Du dann schön selbst. mx8.gif

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Zähneputzen wirkt übrigens auch antikariogen. 🙂

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Bettina,
    dein PS:… ist klasse und so unglaublich richtig!!!!

    Liebe Grüße
    Gudrun

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3315

    Liebe Gudrun,

    vielen Dank für die umfassenden Auskünfte! 🙂

    @ Bettina: also, daß du mir jetzt unterstellst, ich bin zu faul zum Zähneputzen, ts, ts… 😉
    Meinem Mann darf ich übrigens nichts von dieser Wirkung auf Hunde erzählen.
    Er hat nicht nur wegen des Bellens des Nachbarhundes, sondern auch noch aus anderen, nicht so appetitlichen Gründen schon eine richtige Hundeallergie entwickelt. 😉

    Aber das gehört nicht hierher!

    Ich kaufe heute Xyli! 🙂

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Miggy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Liebe @Ulrike,

    danke für deine Xylit-Frage, ich habe das nämlich schon im Haus seit 2 Monaten und mich noch nicht rangetraut.

    Liebe @Gudrun,

    herzlichen Dank für deine so richtig informative Antwort! Hut ab, Chapeau!

    Liebe Grüße in den tiefen Süden und den hohen Norden
    von Miggy

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Liebe Ulrike,

    ich hatte Dir nicht die Geschichte mit dem Zähneputzen unterstellt, eher das andere … 😉

    Also erzähl Deinem Männe nix davon. 🙂 Aber sag mal, das, was Du nicht aussprechen willst, machen doch sonst nur die lieben Kätzchen. 😉 Laufen die Hunde denn frei rum bei Euch?

    Liebe Grüße
    Bettina

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