Autofahren und Migräne

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  • Butterfly
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Hi, Leute.
    Ich weiß nicht ob das hier in dieses Forum passt, aber ich habe keines gefunden wo ich mir sicher war. Falls es hier falsch ist, kann man es ja vielleicht verschieben…

    Wie haltet ihr es mit Auto fahren?
    Also dass man nicht fahren sollte, wenn man eine Aura hat ist ja klar. Aber wenn man Migräne ohne Aura hat? Wann kann man noch fahren und ab wann sollte man es lassen?
    Ich mache momentan den Führerschein und es geht mir tierisch auf die Nerven, wenn ich immer wieder meine Fahrstunden absagen muss wegen Migräne…
    Heute bin ich trotzdem gefahren – ok, es war auch nicht sooo schlimm – aber am Mittwoch musste ich es wieder kurzfristig absagen…

    Bin gespannt auf eure Meinungen.
    Lg, Butterfly

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Liebe Butterfly,

    doch, passt recht gut hier rein. 🙂

    Bei Aura nicht fahren, das versteht sich von selbst. Und bei beginnender Aura rechts ranfahren, sollte man grad unterwegs sein.

    Sonst fahre ich Auto natürlich auch mit Migräne, wenn ich dringend wo hin muss. Da gibts gar kein Überlegen für mich, sonst hätte ich ja über Jahrzehnte das Autofahren verlernt. 😉

    Für Dich als Fahranfängerin ist das noch eher ein Thema, aber wenn Du mal geübter bist, stresst Dich eine Migräne auch nicht mehr so. Wirkt denn das Triptan nicht ausreichend, dass Du den Termin immer wieder mal absagen musst?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Butterfly
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Bettina,

    sagen wir mal so: wenn ich eine Schmerzstärke zwischen 1 und 3 habe nehme ich in der Regel keine Triptane. Aber wenn ich es doch nehmen muss, ist meine Konzentration im Eimer. Das habe ich ein Mal gemacht. Da war ich Arbeiten und bin in der Mittagspause gefahren. Da ich die Fahrstunde nicht rechtzeitig absagen konnte, hab ich mich trotzdem ans Steuer gesetzt – mit Triptan. Und was passiert? Ich habe das Gaspedal mit der Bremse verwechselt und es nicht einmal gemerkt 😮

    Ein weiteres Problem ist, dass ich oft ziemlichen Schwindel mit dabei habe bei den Attacken. Den bekomme ich auch mit Triptan nicht weg… da geht dann Auto fahren natürlich auch nicht…

    Grüßle

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Wenn die Begleiterscheinungen stark ausgeprägt sind, dann natürlich nicht autofahren! Mit Schwindel sowieso nicht.

    Aber das meinte ich vorher: Wenn Du mal Fahrpraxis hast, wirst Du nie mehr die Pedale verwechseln. 😉 Das geht dann alles automatisch, dann musst Du nicht mehr darüber nachdenken.

    Grundsätzlich gilt, dass man sich nur dann ins Auto setzen sollte, wenn man weder sich noch seine Mitmenschen gefährdet. Mit gut wirkendem Triptan bin ich meist topfit und kann problemlos autofahren.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    Hi Butterfly,

    ich möchte Bettinas Einträge lediglich untermauern. Sicher ist bei dir das Autofahren mit Migräne oder Triptan deutlich erschwert, da du Fahranfängerin bist, also eben was neues lernst, wofür höchste Konzentration in allen Abläufen gefordert ist, da ist auch noch kein „Automatismus“ vorhanden, der für/mit dir mitarbeitet 😉

    Später, wie eben Bettina sagt, kann man auch mit einem Triptan fahren, auch mit Migräne, wenns mal gar nicht anders geht und solche Situationen hat man im Leber immer wieder.

    Allerdings bei Schwindel ists ganz doof, da hilft auch keine Fahrpraxis bis ans Ende der Welt. In diesen Fällen fahre ich nicht.

    LG Semi

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    ……also ich habe kürzlich den nagelneuen

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    ….Mercedes meines Mannes rückwärts gegen einen parkenden Bulli gesetzt. Ich hatte ganz schlimme Migräne und hab das Gepiepe im Auto gar nicht wahrgenommen .
    Bin dann ausgestiegen und habe erstmal geheult und habe das Klischee der blonden Frau total bedient! Der Gärtner,dem der Bulli gehörte ,hatte richtig Mitleid mit mir!
    Also : mit Triptan kann ich fahren . Mit bestehenden Schmerzen bin ich dazu nicht in der Lage !
    Liebe Grüße

    Rosinante
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 358

    ..ich habe folgendes Problem.
    vor einem Migräneanfall kann es bei mir sein, dass ich ein leicht eingeschränktes Gesichtsfeld habe, dies aber nicht merke.
    Ich bin vor einigen Tagen eine unbekannte Strecke gefahren und habe beim Abbiegen zweimal ein Auto übersehen .Die Autos konnten noch bremsen.
    Am nächsten Morgen hatte ich eine fette Migräne.
    Wenn ich vorher meine Sprachstörungen habe, dann weiß ich was los ist.
    Aber ich kann ja nicht mein Leben lang nur bekannte Strecken fahren!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Mehr als aufmerksam und verantwortungsvoll kann man nicht sein. Man kann sich nicht gegen alle Eventualitäten absichern, manches kommt einfach mal so daher. Auch mir ging es mal so, dass ich halbblind in eine Klinik gefahren bin, als mich eine neue Auraform überfallen hatte. Ging aber alles gut aus. 😉

    Ich denke, sonst ist es aber klar, dass man fahrfähig sein muss, um ins Auto zu steigen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 670

    Moin,

    ich denke, alleine dass wir uns überhaupt Gedanken darüber machen, zeigt schon enormes Verantwortungsbewusstsein.

    Die meisten Unfälle passieren, weil Leute Sachen nebenher machen; telefonieren, SMS schreiben, usw.
    Auf so eine Idee würde ich gar nicht kommen; wenn ich fahre, dann konzentriere ich mich genau darauf.

    Grundsätzlich ist es sicher bei jedem unterschiedlich…der eine kann mit Schmerzen schlecht fahren, der andere mit Schmerzmitteln.

    Ich persönlich fahre nur, wenn ich keine Medikamente genommen habe…denn egal was, Schmerzmittel oder Triptan machen mich müde; so möchte ich nicht Auto fahren. Sogar mitfahren ist dann anstrengend 😉

    Mit Schmerzen ist es zwar doppelt anstrengend…aber ich behalte einen klaren Kopf.

    Man sollte sich bevor man einsteigt sicher sein, dass man den Kopf „frei“ genug hat, um sich aufs Fahren konzentrieren zu können. Und damit meine ich nicht das Bedienen des Autos, was sicher irgendwann zum Automatismus wird. Sondern frei genug um vorausschauend fahren zu können. Wenn man grad Migräne hat, denn lieber n bissle vorsichtiger fahren als sonst. Aber gar nicht ist auch keine Lösung.

    Ich hab da so meine „Notlösungen“. Fahre z.b. Strecken die übersichtlicher sind, oder wo nicht so viel los ist. Oder…wenn es grad geht…schicke meinen Mann los *g*.

    Grüßle Daniela

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    Ich fürchte, ich kann keine Unterschiede in der Fahrtauglichkeit machen, ob mit oder ohne Migräne bin ich wohl ein fahrendes Desaster. Es war nämlich mal so:

    Ich fahre ohne Migräne leichtgängig durch die Welt, fühle mich fitt und fahre doch glatt einem rechtsseitig parkenden Wagen den Fahreraußenspiegel ab.

    Ich fahre mal wieder und das mit Migräne durch die Welt, Migräneschmerz in Person und fahre ebenso glatt einem rechtsseitig parkenden Wagen den Fahreraußenspiegel ab.

    h010.gif
    Vielleicht sollte ich grundsätzlich p065.gif fahren. a045.gif

    Lg Semi

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    …..hihi ……das könnte mir auch passieren 🙂

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 670

    Na solange du dann anhälst und bescheid sagst… vielleicht solltest du mal zum Augenarzt gehen *g* Manchmal lässt sich das seitliche Sichtfeld ausgleichen…mit der richtigen Brille 😉

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    😉

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Ich finde Du solltest grundsätzlich einen Tick weiter links fahren. mx10.gif lol7.gif

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2049

    Oder ein 10 cm schmäleres Auto kaufen 😉

    Sehr empfehlenswert ist es auch, LKW fahren zu lernen, sobald man sich an diese Breite gewöhnt hat, fährt man mit dem PKW ganz automatisch an der Mittellinie 😀

    Im Ernst, ich bin auch schon mehrfach mit Migräne Auto gefahren, habe dann lediglich zur Sicherheit ein wenig mehr Abstand gehalten und das Gaspedal nicht ganz so tief eingedrückt 😉 Genauso handhabe ich es an Tagen, an denen ich etwas müder oder unkonzentrierter bin (da ich dienstlich viel fahren muss kann ich schwerlich dann immer das Auto stehen lassen) – mit der Zeit und mit ausreichend Fahrpraxis laufen die Handgriffe ganz automatisch ab, so dass man auch an schlechteren Tagen sicher fahren kann.

    Ich erinnere mich allerdings an eine Fahrt als Fahranfänger – 39 Grad Fieber, Nebenhöhlenentzündung und Gleichgewichtsprobleme und ich musste meinen Bruder 2 Ortschaften weiter abholen. Ich war mit 20 km/h auf der Landstraße unterwegs, weil ich kaum die Spur halten konnte. Es ist damals zum Glück alles gut gegangen, aber seitdem bin ich nie wieder in einem vergleichbaren Zustand hinters Steuer gesessen und würde es auch mit meiner jetzigen Fahrpraxis niemals tun. Was ich damit sagen möchte: Wenn man spürt, dass man in einem akuten Zustand (wie auch immer dieser aussehen mag) nicht in der Lage ist, sicher zu fahren, dann sollte man lieber ein Taxi rufen.
    Mit der Zeit entwickelt man auch ein sensibles Gespür, was man sich da zutrauen kann und was nicht.

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 670

    Ich hab da DIE Lösung: Roller fahren….man hat immer frischen Wind um die Nase….und die Fahrbahn war mir bis jetzt noch nie zu schmal *g*

    Limm
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo!
    Ich bin ganz neu hier und bin gerade auf die Diskussion übers Autofahren bei Migräne gestoßen.
    Ist ja schon etwas her, dass hier geschrieben wurde, aber vielleicht liest es ja noch jemand.

    Das Thema ist sehr interessanter mich, weil ich seit kurzem nicht mehr Autofahren darf (vom Neurologen „verboten“), wenn ich Migräne habe, da ich ab und zu bewusstlos werde, wenn ein Anfall besonders schlimm wird. (Klar, dass ich bei „starker Migräne“ auch vorher nicht gefahren bin)
    Wie ich das mit meinem Beruf vereinbaren soll, hat mir leider niemand gesagt.

    Kennt das jemand und hat eine Idee, wie man diese Situation löst? Mehr als 10 Triptane soll man pro Monat nicht nehmen, ca. 15 Schmerztage habe ich im Monat, an denen nicht immer eine Tablette reicht.
    Das Naheliegendste, Zug oder Bus fahren, fällt, mangels Verbindung, leider raus, Umziehen auch, da ich hier ein Netzwerk von Freunden und Familie habe, die zur Kinderbetreuung einspringen, wenn ich mal wieder migränebedingt ausfalle.

    Ich bin für jeden Tipp dankbar!

    Ein schönes Wochenende!
    Limm

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4564

    Hallo liebe Limm,

    das ist schon eine blöde Situation, in der du dich befindest. Man stellt mal wieder fest, wie viele verschiedene Gesichter die Migräne haben kann.

    Sicher wirst du dir auf Dauer ein eigenes Konzept entwickeln. Ich würde meinen Neurologen in die Überlegungen mit einbeziehen. Er weiß, wie und ob sich deine Ohnmacht ankündigt, und ob es genügend Zeit gibt, zu reagieren. Bringt ein Triptan genügend Abhilfe, sodass das Auto fahren möglich und sicher ist?

    Wie behandelst du die Migräne im Akutfall? Eine richtige Einstellung ist sehr wichtig. Ich frage, weil du schreibst, dass man nicht mehr als 10 Tristane im Monat nehmen darf. Das ist so nicht ganz richtig. Man darf an nicht mehr als an 10 Tagen im Monat,Tritane und Schmerzmittel in ihrer Höchstdosis nehmen. Das ist etwas anders. Kennst du bzw. dein Neurologe den Unterschied?

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7433

    Liebe Limm,
    ganz herzlich willkommen bei uns im Headbook.

    Das Thema Autofahren ist sicher ein sehr interessantes für viele kranke Menschen, also auch fur Migräniker und sollte hier auch gern weiter diskutiert werden.

    Trotzdem, da es ja im Wesentlichen um eine Verbesserung deiner Migränesituation im Allgemeinen geht, fände ich es sehr sinnvoll, wenn du dir einen eigenen Thread in der Gruppe “ mein persönlicher Schmerzverlauf“ anlegen würdest.
    Wenn du magst, schreib doch dort noch ein bisschen über deine bisherige Behandlung und deine persönliche Migräne. Ich vermute, da gibt es dann noch so manchen brauchbaren Tipp.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Limm
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo und danke für die schnellen und lieben Antworten!

    Und Entschuldigung, dass ich am falschen Ort geschrieben habe. Da es mir tatsächlich ums Autofahren geht und nicht um Tipps gegen die Migräne (wobei du Recht hast, Julia, die nehme ich natürlich auch gerne an 😉 ) dachte ich, jeder Thread weniger macht es übersichtlicher.

    So ganz klar ist mir die Handhabung der Triptane tatsächlich nicht. Die Angabe war von beiden Neurologen, bei denen ich bisher war, dass ich 10 Anfälle mit je einem Triptan behandeln „darf“, wenn ich mehr brauche, darf ich eben nur weniger Anfälle behandeln. Guter Hinweis, das nochmal anzusprechen, Sternchen, danke.

    Im Akutfall nehme ich, wenn ich funktionieren muss, ein Nasenspray, weil es am schnellsten wirkt, ansonsten , wenn möglich, ziehe ich mich zurück. Autofahren kommt dann natürlich nicht in Frage, jedenfalls nicht, bevor die Wirkung eintritt.

    Und da ist dann noch etwas: Müde von den Nebenwirkungen möchte ich ungern fahren. Auf der anderen Seite sagt niemand etwas dagegen, nach einer kurzen Nacht zu fahren.
    Ist das für euch ein Unterschied?

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 670

    Hi Limm,

    für mich gibts keinen großen Unterschied ob wenig Schlaf oder Triptaneinfluss – müde ist müde.

    Im Endeffekt muss das jeder selber wissen, wann er fahren kann und wann nicht. Wenn ich nachts fahren muss, ist es mir zum Beispiel lieber es sitzt wer neben mir, mit dem ich quatschen kann – oder ich höre Musik wo ich mitsingen kann.

    Zum Thema Triptane:

    1. Die meisten gibt es in unterschiedlichen Dosierungen – evtl. brauchst du eine andere Dosierung, damit dein Anfall damit wirklich beendet wird.

    2. Es gibt verschiedene Triptane mit unterschiedlicher Wirkungsweise. Manche wirken schnell dafür nicht besonders lange. Manche sind etwas sanfter – brauchen etwas länger bis sie wirken – wirken dann aber über einen längeren Zeitraum.

    3. Man kann einen Wirkbeschleuniger zusätzlich nehmen. Der bewirkt, dass das Triptan schneller und teilweise auch länger wirkt. Ich nehme z.b. Naproxen.

    4. Bei der 10/20er Regel geht es nicht darum nur 10 Triptane zu nehmen, sondern wie sternchen schon sagte es geht darum an kleiner/gleich 10 Tagen im Monat Triptane und/oder Schmerzmittel zu nehmen. An einem Behandlungstag kann man auch mehrere Medikamente oder auch mal 2 Triptane nehmen, wenn das erste die Attacke nicht ganz schafft. Normalerweise steht in der Packungsbeilage die Tageshöchstdosis (und ggf. wie viel Zeit zwischen 2 Einnahmen sein sollte).

    Ich denke da gibt es für dich vielleicht noch Optimierungspotetial 😉

    Hier:
    https://headbook.me/groups/migrane-akuttherpapie-2050216723/forum/topic/allgemeiner-ueberblick-ueber-die-7-triptane/

    gibt Bettina einen Überblick über alle Triptane.

    Ich fahre momentan kaum Auto *g* aber dafür Roller. Gerade wenn ich Migräne habe oder hatte ist mir das lieber – da habe ich immer einen frischen Wind um die Nase und bin viel aufmerksamer als in einem warmen kuscheligen Auto (grad jetzt im Winter).

    Grüßle Daniela

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7433

    Hallo Limm,

    du kannst natürlich schreiben, wo du willst. Ich bin aber der Meinung, dass du versuchst, das Pferd von hinten aufzuzäumen wenn du nur das Autofahren thematisierst.

    Ohne genau auf deine Migränesituation einzugehen, wird dir niemand, auch kein Arzt, helfen können, wenn es um die Möglichkeit gehen soll, Autozufahren.

    Nur in dem du dein Wissen um eine gute Migränebehandlung und -prophylaxe verbesserst, wird es dir gelingen, den Grund für die Ohnmachten zu finden/ finden zu lassen und dann zu behandeln.

    Natürlich fährt man nicht mit dem Auto, wenn es nicht geht. Aber ich bin mir ganz sicher, dass der weit überwiegende Teil der Mitglieder es hinkriegt, mobil zu bleiben.

    Darum mein Vorschlag, nur wenn du magst, dir einen eigenen Verlauf anzulegen, in dem du dann immer wieder die Tipps noch mal hochholen könntest.

    Also, wenn du möchtest, dass wir dir fundierte Tipps nach den Richtlinien der Schmerzklinik Kiel geben sollen, wäre es schön, wenn du einmal deine bisherigen Behandlungsversuche beschreibst und uns Fragen stellst. Und bitte auch etwas über die Ohnmachten, denn wenn es nur die Stärke der Schmerzen wäre, ich denke, das kriegt man meistens hin.

    Ich würde mich freuen, wenn wir dir zusammen helfen könnten 🙂 .

    Liebe Grüße,
    Julia

    Limm
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Oh, wow, danke!
    Das ist ja schon eine richtig detaillierte Beratung, danke auch fürs Raussuchen des Links.

    Das geht jetzt allerdings wirklich alles schon sehr in „meine“ Richtung, also werde ich in den nächsten Tagen mal aufschreiben, was ich bisher so migränemäßig unternommen habe und wie in die jetzige Lage gekommen bin.

    Dann also vielen Dank für eure Zeit und eure Tipps an dieser Stelle und vielleicht bis bald woanders!

    Liebe Grüße!

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4564

    Liebe Limm,

    mir will deine Äußerung bzgl. des Autofahrens und der Ohnmacht noch nicht ganz aus dem Kopf.

    Wirst du ohnmächtig nur in schlimmen Attacken? Wann tritt die Ohnmacht ein? Ist die Gefahr einer Ohnmacht vorbei, wenn du ein Triptan genommen hast?

    Was sagt dein Neurologe? Ist es eine besondere Form der Migräne? Oder ist es ein zusätzliches Symptom, welches noch nicht geklärt ist?

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Ein herzliches Willkommen im Forum, liebe Limm. 🙂

    Mal ein paar grundsätzliche Überlegungen von mir: Jeder rücksichtsvolle Mensch fährt nur dann Auto, wenn es die gesundheitliche und allgemeine Situation erlaubt. So fährt man nicht sturzbetrunken mit dem Auto, auch nicht, wenn man ein starke Grippe hat, die einen schwach und schwindlig macht. Man fährt auch nicht, wenn der Schneesturm starke Verwehungen auf der Autobahn verursacht, oder extreme Glätte ein Fahren unmöglich macht.

    Dass Dein Neurologe ein generelles Fahrverbot für Dich ausspricht, finde ich jetzt erstmal etwas sonderbar und vielleicht auch vorschnell. Mit einem Schlag bist Du ein Stück Deiner Unabhängigkeit und Eigenständigkeit los und so ganz klar ist mir nicht, wie dieses Verbot begründet wird. Auren, die eine Ohnmacht zur Folge haben können, kündigen sich in aller Regel vorher an. Man hat also Zeit, noch zu agieren (Auto zur Seite fahren, telefonieren, damit man abgeholt wird usw.). Dann gehe ich mal davon aus, dass nicht jede Attacke so verläuft, die meisten Dich nicht handlungsunfähig machen. Sollte ich mit meinen Überlegungen daneben liegen, kläre mich bitte auf. 🙂

    Welche Prophylaxe nimmst Du für Deine Migräne (Basilarismigräne?) ein? Man kann viel erreichen mit der passenden Prophylaxe und ist dann kaum mehr eingeschränkt als andere Menschen auch. Hochdosiertes Magnesium kann sowohl als tägliche Prophylaxe Sinn machen, als auch im Akutfall.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Limm
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo!
    Dann doch nochmal hier 😉
    Echt toll, wie viele und wie schnell ihr schreibt, entschuldigt bitte, dass ich es gar nicht schaffe, so schnell zu antworten.

    Sternchen, bisher bin ich noch nie ohnmächtig geworden, wenn ich ein Triptan genommen hatte. Dann werden die Attacken nicht so schlimm.
    Und wenn ich keins nehme, passiert es nicht jedes mal, nur wenn es sehr schlimm wird. Das ist dann allerdings ein Zustand, in dem ich sowieso nicht Autofahren würde.

    Das ist laut der beiden Neurologen, bei denen ich in deshalb war / bin, keine besondere Art der Migräne, sondern eine Reaktion auf den starken Schmerz.
    Als es die ersten Male passiert ist, sind natürlich alle möglichen Untersuchen gemacht worden, MRT, CT, Ultraschall des Kopfes etc. dabei ist aber nichts herausgekommen.

    Bettina, vielen Dank für deine Antwort.
    Ich weiß nicht, ob ich das deutlich geschrieben habe, er hat mir nicht generell das Fahren verboten, nur während Migräne-Anfällen.
    Begründung: Die Ohnmachten sind plötzlich aufgetreten, da hatte ich schon jahrelang Migräne. Genauso plötzlich kann es auch passieren, dass sie früher auftreten, nicht erst, wenn der Schmerz unerträglich ist und ich sowieso kein Auto mehr angucke.

    Als Prophylaxe nehme ich momentan 2 mal täglich 400mg Magnesium und einen Betablocker.

    Viele Grüße,
    Limm

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27821

    Ach so, das hört sich jetzt schon anders an. 🙂 Die Ohnmacht passiert nicht aufgrund einer Hirnstammaura, sondern aufgrund des starken Schmerzes. Ist zwar auch nicht toll, aber doch viel besser zu handhaben. Achte darauf, immer und überall wirksame Medikation dabeizuhaben. Imigran Injekt wirkt z. B. innerhalb von ca. 10 Minuten, damit bekommst Du das Problem sicher in den Griff. Das ist hinzukriegen, mach Dir da keine Sorgen.

    Es las sich vorher anders, weil Du infrage stellst, wie die Arbeit zu organisieren ist. Das geht, wenn Du selbst ein gutes Schmerzmanagement betreibst und darauf achtest, dass der Schmerz nicht mehr so überhand nimmt. Kennst Du die Triptanschwelle? wenn nicht, schau mal rechts in die Sidebar und nutze sie.

    Liebe Grüße
    Bettina

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