Body Mass Index, Übergewicht und Lebenserwartung

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  • Hanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 94

    Liebe Bettina,
    ich hatte eine Magenschlauch-OP, was bedeutet, dass mehr als 80% des Magens entfernt wurden.
    Und doch, ich bin zufrieden mit der OP. Ich hatte ja sehr lange Zeit, mich darauf vorzubereiten und den Entschluss zu überdenken.
    Wenn ich schreibe, ich werde diesen Eingriff niemandem empfehlen, hat das verschiedene Gründe. Vor allem möchte ich nicht, dass der Eindruck entsteht: hinlegen, operieren und alles ist gut.
    Diese OP ist eine ultima Ratio -Entscheidung! Die ständige Gewichtszunahme, ausgelöst durch Antidepressiva, über Jahre hochdosiertem Kortison und der einen oder anderen Migräneprophylaxe, zusätzlich ein Rheumamedikament, das als häufigste Nebenwirkung erhöhte Blutfettwerte verursacht (mein LDL-Wert lag bei über 400), beatmungspflichtige Schlafapnoe und dabei erblich bedingte Herzinfarkthochrisikogruppe haben für mich diesen Schritt unabdingbar gemacht. Dazu kommt Arthrose in Knien und Knöcheln als Folge der rheumatoiden Arthritis und mittlerweile 7 Bandscheibenvorfälle.
    Ich erhoffe mir durch diese OP weniger Schmerzen, eine reduzierte Medikamenteneinnahme und wieder etwas Lebensqualität. Als chronische Migränikerin sind gute Tage sowieso eher selten, mit den anderen Beschwerden zusätzlich gehen diese fast auf null.
    Dass dabei zusätzlich die Kleidergrösse kleiner wird, freut mich, war für mich aber nie der Anlass für die OP.

    Normalerweise gehe ich mit diesem Thema sehr vorsichtig um. Ausser meiner engsten Familie weiß niemand aus meinem Umfeld von dem Eingriff.
    Dass ich hier im Forum so offen darüber schreibe, liegt daran, dass ich weiß, es hier mit intelligenten Menschen zu tun zu haben, die keine vorschnellen Schlüsse ziehen.

    LG
    Hanna

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Liebe Hanna,

    ich kann mir vorstellen, dass so eine OP wohl überlegt werden muss. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass sich nun damit einige Deiner Probleme lösen lassen.

    Wenn Du magst, halte uns gerne auf dem Laufenden. Ich finde das alles sehr spannend und Dich enorm mutig und bewundernswert! 🙂

    Alles Liebe,
    Bettina

    sternthaler
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 412

    Liebe Grudrun,

    ja dieser Satz war wirklich ganz wichtig, ich habe bei vielen richtig gemerkt, wie das gewirkt hat. Endlich mal bestätigt zu bekommen, das es nicht daran liegt zu schwach für eine Gewichtsabnahme zu sein. Wenn man weiss was im Gehirn bei den Prophylaxemitteln abläuft, versteht man wie alles zusammenhängt. Ich war ja schon ein ,,alter Hase“ und kannte vieles aus den Vorträgen und doch ist es so, dass man immer wieder etwas mitnimmt.

    Liebe Grüße Pamela

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Hanna,

    ich kann mich Bettina’s Worten ganz und gar anschließen!

    Vielen Dank für deine offenen Worten, die uns einen Einblick geben in deinen Alltag mit verschiedenen belastenden Krankheiten und solch einen Eingriff, wie du ihn vorgenommen hast, nur allzu gut nachvollziehen lassen.

    Ich wünsche dir sehr, daß du jetzt im Lauf der Zeit an mancher Stelle Verbesserungen verzeichnen kannst und die Lebensqualität wieder steigt!

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Pamela,

    genau so ist es.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!!

    LG
    Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Hanna,

    wenn ich Deinen Bericht lese und Deine gesundheitlichen Einschränkungen bedenke, ist die Magen-OP eine eindeutige Chance auf eine Verbesserung Deiner Lebensumstände. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass Du Dein Gewicht hier nicht im Vordergrund siehst, es aber als positive Begleiterscheinung gerne in Kauf nimmst.
    Magst Du mir vielleicht aus erster Hand berichten, wie sich die OP auf Deine Nahrungsaufnahme ausgewirkt hat?
    Folgendes würde mich nicht nur persönlich sondern auch aus fachlicher Sicht interessieren.
    Kannst Du alle Nahrungsmittel vertragen? Hat sich Dein Hunger- bzw. Sättigungsgefühl verändert?
    Wie verteilen sich Deine Mahlzeiten über den Tag etc.?
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir darüber berichten würdest.
    Du kannst mir auch gerne eine PN mit diesen Informationen schicken, wenn Dir das lieber ist.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende mit möglichst wenig Schmerzen und Einschränkungen.

    Liebe Grüße und danke für Deine Offenheit.

    Gudrun

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Also mich würde das auch sehr interessieren. Ich hatte gelesen, dass nur noch Minimengen möglich sind, man sehr schnell satt ist und auch nicht mehr alles so gut verträgt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Hanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 94

    Liebe Gudrun, liebe Bettina,
    entschuldigt bitte, dass meine Antwort so lange auf sich warten ließ. Ich hatte vor zwei Wochen heftige Darmprobleme durch Bakterien, die bei der OP wohl in den Dünndarm verschleppt wurden. Nach einigen Infusionen und einer weiteren Antibiotikatherapie geht’s mir jetzt recht gut. Leider wurde dadurch aus unserem Urlaub an der Ostsee nichts – die Zeit hat dafür nicht mehr gereicht. So wurden es nur noch ein paar Tage Südtirol. Auch schön!
    Mein Ernährungsverhalten hat sich durch die OP drastisch verändert. Wie sehr, kann ich erst jetzt, 5 Wochen nach der OP, so richtig einschätzen. In den ersten Wochen ist ja nur Suppe und breiig-flüssiges erlaubt.
    Jetzt bin ich zur Normalkost zurückgekehrt. Da die Portionen, die ich bei den 4 erlaubten Mahlzeiten zu mir nehmen kann, sehr klein sind (max. 150 g bzw. 150 ml),
    spielt dabei die Lebensmittelauswahl eine große Rolle.
    Die Ernährungspyramide hat sich dahingehend geändert, dass die Basis nun das Eiweiß bildet.
    Bei den Miniportionen müssen 2/3 der Portion aus einer Eiweißkomponente bestehen, um den tgl. Eiweißbedarf zu decken. Das restliche Drittel setzt sich aus Obst, Gemüse und Kohlenhydraten zusammen, was relativ wenig ist. Bei mir sind das etwa 30 g Brot oder 2 Minikartoffeln und ein Löffel Gemüse. Nudeln und Reis vertrage ich nicht. Da verursacht bereits der erste Bissen heftige Magenschmerzen. Auch bei den übrigen Nahrungsmitteln muss man ausprobieren. Nicht jeder verträgt das Gleiche. Ich habe z. B. mit einer warmen Mahlzeit mehr Probleme wie mit einer kalten.
    Grundsätzlich gilt: kein langfasriges Fleisch, also am besten Pute oder Hühnchen, keine Salatgurken, Zwiebeln, Sauerkraut, Radieschen, Paprika….
    Ansonsten ist kalorienreduzierte Mischkost angesagt.
    Was das Hungergefühl anbelangt: bei der OP wird ja der Großteil des Magens entfernt, unter anderem der Fundus, in dem vor allem das Ghrelin, das „Hunger“-Hormon gebildet wird. Somit hält sich anschließend das Hungergefühl in Grenzen. Etwas anders verhält es sich mit dem Appetit.
    Anfangs ist es gar nicht so leicht, nach drei oder vier Bissen mit dem Essen aufzuhören, weil der Magen stop sagt, der Appetit aber noch da ist. Ein Verstoß wird aber mit sofortigem heftigen Erbrechen bestraft!
    Alles in allem eine sehr große Lebensumstellung, die wohl überlegt sein sollte. Aber obwohl bei mir nicht alles soo glatt lief und ich kurzzeitig leichte Zweifel an meiner Entscheidung hatte, beweist mir der schon jetzt eingetretene Erfolg, dass es der richtige Weg war und ist: die Blutdruckmedikamente konnte ich schon halbieren und die Statine ganz weglassen!

    Liebe Grüsse
    Hanna

    PS: Bei allen, die dieses Thema nicht interessiert, möchte ich mich für die Länge des Beitrages entschuldigen!

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Hanna,

    wen das Thema nicht interessiert, muß ja nicht zu Ende lesen. 😉

    Ich finde es sehr interessant. Einen Bericht aus erster Hand zu dem Thema!

    Das ist allerdings eine sehr drastische Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und ich bewundere deinen Mut, dieses OP durchführen zu lassen.

    Umso mehr freut es mich, daß du schon nach so kurzer Zeit Erfolge verbuchen kannst.

    Alles Gute weiter bei der Ein- und Umstellung auf die neue Ernährung!

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    Liebe Hanna,

    ich wollte dir nur sagen, dass mich das Thema gerade sehr interessiert, da eine Freundin von mir zur Zeit dabei ist eine OP bei der Krankenkasse zu beantragen.

    Ich finde, du klingst sehr reflektiert und ich finde auch, dass jeder die Entscheidung für sich treffen muss. Es ist gut, dass es diese Möglichkeit als letzte Möglichkeit gibt!

    Bei meiner Freundin ist es nach meiner Auffassung grenzwertig, ihr BMI ist über 40, aber sie hat bisher nur einen ernsthaften Abnehmversuch gestartet. Bei der Beantragung fallen solche Sätze der behandelnden Ärzte, wie: schicken Sie mal ein Bild von sich mit dem Fahrrad, damit wir der Kasse schreiben können, dass Sie Sport machen…. Ich weiß echt nicht, ob da n