Magnesium Kalzium PPI

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  • Julia
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    Liebe Zuckerschaukel, liebe Gudrun,

    ich nehme die Frage hier in ein neues Forum, damit es für künftige Fragen besser gefunden werden kann.

    Es gibt ja immer wieder die Hinweise, dass man bei hoher Magnesiumeinnahme auch das Kalzium und evtl. auch Kalium substituieren sollte. Kalzium wäre einfach, Kalium eher problematisch. Darum Kalium immer nur nach Absprache mit dem Arzt und nie auf eigene Faust.

    Hier Zuckerschaukels Frage:

    Liebe Gudrun, liebe Bettina,

    ich habe eine Frage zur Magnesiumeinnahme: Ich nehme nach Empfehlung aus Kiel tägl. 600mg Magnesium ein zusätzlich zur Prophylaxe.
    Jetzt habe ich erfahren, dass so hohe Einnahmen auch Auswirkungen auf den Calziumspiegel haben und man auch Calzium zuführen sollte im Verhältnis 1: 2 Magnesium/Calzium.
    Stimmt das?

    Ich bin sehr gespannt, weil ich mir die Frage auch immer wieder stelle.
    Mal sehen, was die liebe Gudrun dazu meint!

    Liebe Grüße,
    Julia

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Sehr gute Idee mit dem Extraforum! 🙂

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Julia,

    vielen Dank für die gute Organisation!
    Lieber Gruss,
    Zuckerschaukel

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    😀

    malaya
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 643

    Hallo Ihr Lieben,

    koennt Ihr Gedanken lesen? Diese Frage stellte ich mir auch in letzter Zeit häufig!
    Bin gespannt auf den Expertenrat.

    Was ich mich auch frage – passt aber nur bedingt unter diese Überschrift.
    Ist das Magnesiumcitrat (Diasporal-Tütchen oder Migravent) nun schädlich für den Magen und wenn ja gibt es eine Alternative, die ebenso schnell wirkt wie das Citrat in den Tütchen? (habe eine leichte chronische Gastritis C)

    Und wenn man zusätzlich Eisen nehmen muss…wie macht man das am Besten und magenschonendsten (außer Infusionen)? Bekam retardiertes eisen (Tardyferon) verschrieben. Das hemmt doch dann permanent die Magnesiumaufnahme ?

    Habe zu dem Thema Nahrungsergänzungsmittel noch ein paar individuelle Fragen, die ich aber dann besser in meinem Schmerzverlauf stelle…

    Euch allen einen schönen Sommertag mit wenig „Kopp“

    malaya

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Julia,liebe Zuckerschaukel
    ich trete nun in Erscheinung, sorry, habe eine neues Notebook bekommen und vieles will noch nicht so wie ich es will, deshalb habe ich erst heute die Anfragen gelesen.
    (Liebe Bettina, ich sage nur :“Keine Wecker“, das sagt glaube ich alles.) 😉
    Nun zum Thema Calcium und Magnesium:

    Grundsätzlich ist es so, dass bei Aufnahme verschiedener Mineralstoffe zur selben Zeit nur dann eine entsprechende negative Beeinflussung entsteht, wenn eines unterrepräsentiert ist.
    Heißt also, wenn von jedem Mineralstoff genügend aufgenommen wird, entstehen laut Studien keine negative Beeinflussung. Dies gilt dann auch für Ca und Mg.
    Der tägliche Bedarf für Erwachsene liegt für Ca bei 1000mg und für Mg bei 300mg, also im Verhältnis ca. 1:3.

    Nehmen wir also zusätzlich zur Nahrung noch 600mg Mg auf, müssten wir demnach mindestens 1800mg Ca zusätzlich aufnehmen, um im richtigen Verhältnis zu bleiben.

    Die obige grundsätzliche Aussage wurde in einer umfangreichen Arbeit zur Mineralstoffaufnahme vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) getroffen.

    Als Nahrungsergänzung empfiehlt das BfR 500mg Calcium pro Tag. Eine höhere Menge würde dazu führen, dass ca 10 % der Bevölkerung, die laut einer Studie schon bei einer durchschnittlichen Ca-Aufnahme von 2500mg/Tag liegen in eine Überversorgung kämen. Die noch gerade als unbedenklich eingestufte Ca-Menge liegt bei 3000mg/Tag.
    Die Bildung von Nierensteinen wird immer wieder im Zusammenhang mit hohen Calciummengen diskutiert. Erstaunlicherweise ergaben Studien, dass Erwachsene eher zu Nierensteinbildung tendieren, wenn die Bedarfsmenge nicht erreicht wurde.

    Die empfohlene Ca-Menge der DGE von 1000mg für Erwachsene wird schon mit einem viertel Liter Milch und zwei Scheiben Emmentaler Käse (ca.60 g ca. 2 Scheiben) erreicht.
    Brokkoli (87mg/100g), Grünkohl (212mg/100g) und Rucola (158mg/100g) sowie Mineralwässer (150mg/L) sind sehr calciumreich.
    Auch Haselnüsse (225mg/100g) und Paranüsse (130mg/100g) und Mandeln (252mg/100g) haben ebenfalls einen hohen Calciumgehalt.

    Es besteht aus meiner Sicht also keine zwingende Notwendigkeit zum Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln, wenn die Ernährung stimmt.
    Auch als Veganer ist es möglich ohne Nahrungsergänzungsmittel seinen Mineralstoffbedarf über die Ernährung zu decken.
    Es empfiehlt sich aber, um es richtig zu machen, eine Nährwerttabelle entweder online oder ganz altmodisch in der Printversion zurate zu ziehen, gerade wenn eine bestimmte Ernährungsweise bevorzugt wird.
    Für uns Migräniker, die Mg zusätzlich einnehmen gilt die obige Empfehlung, wobei mir 1800mg Ca zusätzlich sehr hoch erscheint, wir sind doch alle recht gut ernährt, so dass das von Julia angesprochene Verhältnis 1:2 wohl völlig ausreicht.
    Eine vorherige Feststellung der tatsächlichen Mineralstoffversorgung ist in jedem Fall sinnvoll und sollte immer mit dem Hausarzt besprochen werden.

    Liebe Malaya,

    wenn Du eine Empfindlichkeit verspürst beim Citrat, gibt es noch die Möglichkeit
    auf Magnesiumoxidkapseln zu wechseln. Die Kapseln lösen sich erst nach der Magenpassage auf und das Mg-oxid wirkt laut Aussage meiner Kardiologin ähnlich gut. Besprich diese Option doch bitte mit deinem Arzt.

    Die zeitliche Trennung der Aufnahme von Fe und Mg scheint mir hier die sicherste Lösung zu sein, um eine mögliche Resorptionsbehinderung auszuschliessen. Infusionen sind zwar gut um den Magen-Darm-Trakt zu schonen, kostet aber immer viel Zeit.

    LG Gudrun

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    Danke, liebe, Gudrun,

    für deine, wie immer, perfekte Antwort.
    Solche Fragen beim Hausarzt zu stellen bringt meist nicht viel. Und du kannst es auch viiiieeel besser erklären.

    Zum Magnesiumoxid eine Frage. Ich habe festgestellt, dass ich über Jahre einen wohl extremen Mg-Mangel hatte, wohl ausgelöst durch die pausenlose Einnahme von Omeprazol. Das heißt ich muss, um genug Mg zu mir zu nehmen, immer das Citrat nehmen. Ist das bei allen PPI so und bei allen Menschen, die die Medis nehmen?

    Viel Spaß mit dem neuen Laptop und ganz liebe Grüße,
    Julia

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Malaya,

    ich muss auch Eisen nehmen. Anfangs per Infusion, was auch kein Problem ist, wenn das Mittel in genügend Flüssigkeit und in ausreichender Zeit in die Venen gegeben wird.
    Infusionen sind aufwändiger und teurer und werden von den Ärzten nicht so gerne angeboten. So war das zumindest bei mir.

    Inzwischen bin ich auf Tabletten umgestiegen. Ich nehme die „ferrosanol duodenal 100“. Es steht extra im Beipackzettel, dass zu den Mahlzeiten ein ausreichender Abstand eingehalten werden sollte, wobei es dabei eher um die Bestandteile in der Nahrung geht, die die Eisenaufnahme hemmen.

    Wenn man die Tablette mit Orangensaft zu sich nimmt, wird durch das Vit.C die Aufnahme des Eisens in den Organismus erhöht. Um meinen Magen zu schonen, esse ich manchmal einen Apfel dazu, das geht auch.

    Und ich nehme die Tablette direkt vor dem Zubettgehen. So bekomme ich den Abstand zu den Mahlzeiten am besten hin.

    Ob bei einer retardierten Form der Eisentabletten mehr vom Körper aufgenommen werden kann, weiß ich nicht, doch einen Grund muss es dafür ja geben. Frag doch mal in der Apotheke nach.

    Lieber Gruß
    Heika

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Julia,

    der Zusammenhang von chronisch niedrigen Mg-Spiegeln und Protonen-Pumpen-Hemmern (PPI) ist seit 2006 dokumentiert. Sowohl für das teure Pantozol (Pantoprazol) als auch für Omeprazol (Antra mups) und dem entsprechend günstigerem Generikum. Esomeprazol (Nexium® mups) wird in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt. Für Lansoprazol (Apopton) und Rabeprazol (Pariet) kann ich es nicht sagen, die allgemeine Aussage lassen aber darauf schliessen, dass es hier ähnlich ist.
    Interessant ist diesem Zusammenhang aber, dass ein Absetzen des PPI zur vollständigen Remission des Mg Mangels führen soll.
    Ob das bei allen Menschen gleich stark auftritt vermag ich nicht zu sagen. Fest steht ja aber, dass wir als Kopfschmerzpatienten einen erhöhten Mg-Bedarf haben, kommt der PPI- Einfluss noch hinzu erhöht sich der Bedarf entsprechend.
    Eine Abklärung bezüglich der Mg-Spiegel einmal im Jahr sollte dafür eine ausreichende Kontrolle sein.
    Ein weiteres Problem bei langer PPI Einnahme ist die Vitamin B12 Aufnahme auch dieses muss dann zusätzlich eingenommen werden.

    LG Gudrun

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    Gudrun du bist ein Schatz, ich danke dir!

    malaya
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 643

    Liebe Heika,

    danke für deine Infos und Ideen!
    Die Ferrosanol hatte ich auch schon genommen, aber Verstopfung bekommen…aber das ist eine Weile her, vlt. versuche ich es nochmal. Wobei ich eigentlich mit dem Gedanken gespielt hatte das Selen abends zu nehmen….Oh mann, ist das alles nervig…;-)

    Bezüglich des retardierten Eisens stellt sich für mich die Frage der besseren Verwertbarkeit gar nicht mehr. Denn wenn es dazu führt, dass dadurch permanent die Aufnahme des Magnesiums gehemmt wird, ist das für mich keine Option mehr.

    Ich denke auch daran, mir wieder Ferinject spritzen zu lassen (mehrere Kurzinfusionen), damit ich an der Front mal für eine Zeit Ruhe habe. Aber Kosten und Zeitaufwand sind halt wieder ein Faktor…

    Liebe Grüße und habe ien schönes Wochenende 🙂

    Malaya

    Malaya

    malaya
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 643

    Liebe Gudrun,
    liebe Julia,

    Dir liebe Gudrun zunächst ein großes „danke“ für Deine wieder mal umfangreiche Info!

    Ich wiege 53 kg bei 172cm Größe, bin also nicht so gut ernährt und habe leider oft Probleme mit dem Appetit (ich weiß, manche von Euch finden das vlt. beneidenswert, aber glaubt mir, das macht auch keinen Spass 😉 )

    Also gehe ich davon aus, dass ich den durch 600mg entstehenden Mehrbedarf von 1800mg nicht über die Ernährung decken kann. Mehr als 500mg Ca zusätzlich bergen aber die Gefahr von Nierensteinen. Und jetzt?
    Stehe ich auf dem Schlauch?

    Migräniker sind überwiegend Frauen, auch oft schlanke. Die haben nach den Wechseljahren ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Nun nehmen wir noch Magnesium, das konkurriert mit dem Calcium…(ich persönlich noch Schilddrüsen-Baustelle)…da winkt doch schon die Osteoporose am Menopause-Horizont, oder?

    Meinem Hausarzt brauche ich solche Luxus-Vorbeuge-Fragen nicht zu stellen 🙂 …

    Zum Mg-Citrat: Es verwirrt mich, dass es den SäureBasenHaushalt regulieren soll. Ist es also gar nicht schädlich für den Magen?
    Nachdem es vor Tagen bei der Migräne so gut half, nahm ich über den Tag DREI Pack Diasporal und ich bekam KEINE Magenschmerzen. In der zeit von Migravent classic schon…???
    (Die Oxid-Kapseln nehme ich seit einiger Zeit als Standard, aber im Migränefall nutzt nur das Diasporal mit Citrat…)

    @julia: Verhält sich das Citrat im Zusammenhang mit PPI-Einnahme anders als das Oxid, wird nur das Oxid gehemmt?

    Viele Fragen, ich weiß…aber ich würde das schon gerne mit Sinn und Verstand machen, wenn ich jeden Tag etwas schlucke 😉

    Danke und liebe Grüße an Alle

    malaya

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1735

    Liebe Malaya,

    wenn du etwas zunehmen möchtest, dann könntest du es mit Spezialdrinks versuchen. Bei uns in Österreich gibt es die in gut sortierten Supermärkten, die auch Sachen für Diabetiker etc. haben. Sie sehen aus wie kleine Kakaopäckchen und schmecken u.a. auch nach Kakao. Sie schmecken gut und haben deutlich mehr Kalorien als sonst üblich.

    Ich habe eine sehr alte Dame in meinem Bekanntenkreis, die sehr wenig Appetit hat und so etwas „zugefüttert“ bekommt.

    Lieben Gruß
    Regenbogen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    Liebe Malaya,

    das Mg-Citrat ist ein organisches Mg. Die Mg-Ionen sind gebunden an die organische Citronensäure und haben damit die nötige Säure selbst dabei. Die anderen Magnesiumarten, wie Oxid, Carbonat usw. sind anorganisch und brauchen die Magensäure, um im Darm aufgenommen zu werden. Die Magensäure-Produktion wird aber durch PPI gehemmt. Ohne Säure keine Mg-Aufnahme.

    Ich hoffe, ich konnte es verständlich erklären.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    Liebe G U D R U N !!!!!
    Wir brauchen dich bitte noch mal 🙂 !
    Gilt es dann auch, für die anderen Elektrolyte, wie Kalzium, Citratverbindungen zu bevorzugen, wenn man dauerhaft und über lange Zeit PPI nimmt?
    Wäre doch wohl sinnvoll???

    Lieber Gruß und schon mal danke,
    Julia

    augenstern
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 57

    Hallo,

    das ist alles sehr interessant und auch sehr gut erklärt! Vielen Dank!

    Aber oje, da habe ich ja alles gepachtet, was geht.

    Ich nehme nun schon lange PPis, weil ich einen sehr empfindlichen Maen habe und die ständigen Schmerzmittel anders gar nicht vertrage. Untergewichtig bin ich übrigens auch.
    Zusätzlich besteht eine ständige Eisenmagelanämie, d. h. ich nehme auch Eisen ein, z.Z. Ferosanol duodenal.
    Eine Osteoporose habe ich auch wegen der ständigen Cortisoneinnahme, muss also auch Vit.D und Calcium zusätzlich einnehmen, dazu ein Bisphosphonat als Kurzinfusion alle 3 Monate.
    Nun kommt noch das Magnesium dazu und Vit B2. Allein schon vom Eisen bekomme ich Durchfall und das Magnesium macht es auch nicht besser.Momentan nehme ich 300mg Magnesiumcitrat tägl. Reicht das dann überhaupt aus?
    Weiterhin habe ich eine Laktoseintoleranz, da geht eben dann nur Hartkäse etc, aber das habe ich gut im Griff.
    Kann mir bitte jemand einen Tipp geben, wie ich das alles am besten einnehme über den Tag verteilt? Ich bin da im Moment echt überfordert.
    Vielleicht hätte ich doch besser Medizin oder Pharmazie studieren sollen;-)

    Liebe Grüße
    augenstern

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 486

    Liebe Gudrun,

    ich hoffe Du hast genügend Geduld auch mir zu antworten.

    Ich nehme tgl. 600 mg. Mg.
    Ich habe seit 40 Jahre jede Menge Calciumoxalatsteine.
    Mein Calciumwert im Vollblut liegt bei 54,4 mg/l.
    Ich nehme 20 mg Pantozol am Tag.
    Ich habe Osteopenie, wahrscheinlich durch meine Mastozytose ausgelöst

    Aus Deinen obigen Erläuterungen schliesse ich, dass ich trotzdem kein Calcium substituieren muss/sollte, weil der Calciumwert im Blut OK ist.

    Sehe ich das richtig?

    Vielen Dank!

    glückdererde

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Julia,
    es ist in der Tat sinnvoll andere Mineralstoffe auch in Verbindung mit den organischen Säuren auf zunehmen.
    Es ist allerdings nicht so, dass die anorganischen Mineralstoffverbindungen in zu geringem Umfang aufgenommen werden, sondern nur über einen längeren Zeitraum. Die geringere Löslichkeit z. B. der Mg-Oxide führt dazu, dass gemäß dem MWG ( Massenwirkungsgesetz) der kleine gelöste Teil resorbiert, damit das Gleichgewicht gestört und wieder ein Teil gelöst wird etc. etc. . Auf diesem Weg wird fast genau so viel Mineralstoff resorbiert (dazu gibt es einige Studien), es dauert eben länger, was auch die unterschiedliche Wirksamkeit im Gegensatz zum Citrat erklärt. Oxid braucht ca. zwei Tage, die gleiche Menge Citrat nur 5 Std..
    So flutet die gleiche Menge Mg in kürzer Zeit an und ist für uns wahrscheinlich deshalb effektiver. Ist für mich schlüssig, aber was weiß ich schon, ich bin keine Medizinerin.

    Durch die PPI`s verändert sich der pH-Wert im Magen durchaus schon einmal von 1 auf 3-4. In diesem weniger saurem Milieu wird Ca, Fe und Vit B12 (fehlender Intrinsikfaktor) im Magen schlecht aufgenommen und sollte somit bei Langzeitaufnahme substituiert werden, so dass es konzentrationsabhängig im Dünndarm resorbiert werden kann.
    Um die Beeinflussung der Mineralstoffe untereinander zu minimieren empfiehlt sich die zeitliche Trennung der Aufnahme. Es gibt bereits Mineralstoffmischpräperate die diesem Umstand Rechnung tragen indem sie die verschiedenen Mineralstoffe zu unterschiedlichen Zeitpunkten freisetzen.
    Ein gut informierter Apotheker kann hier sicher helfen, wenn er seine Mineralstoffprodukte kennt.

    So liebe Julia, ich hoffe ich konnte helfen.
    LG Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Malaya,

    ich möchte erst einmal den Begriff Säure-Basen-Haushalt klären, denn es hat nichts mit der Magensäure zu tun.

    Säure Basen-Haushalt

    Der Säure-Basen-Haushalt beschreibt die Regulation der pH-Werte im menschlichen Körper, dazu tragen die Puffereigenschaften des Blutes, der Gewebe sowie der Gasaustausch in der Lunge und der Ausscheidungsmechanismen der Niere bei.

    Der pH-Wert des Blutes sollte sich zwischen 7,35 und 7,45 bewegen, ist also vom Grunde her ganz leicht basisch.Sinkt der pH-Wert unter 7,35 sprechen wir von einer Azidose (Übersäuerung) steigt er über 7,45 haben wir es mit einer Alkalose (Untersäuerung) zu tun.
    Exkurs dazu:
    Die sauren Eigenschaften von anorganischen oder organischen Säuren liegen in der Fähigkeit Protonen (H+-Ionen) in wässriger Lösung abzugeben, es entstehen dabei aus Wassermolekülen die sogenannten Hydronium-Ionen, die für die sauren Eigenschaften verantwortlich sind.
    H2O +HCl < => H3O+ + Cl-
    Wasser + Salzsäure = Hydroniumion + Chloriden

    Durch die Autoprotolyse des Wassers lässt sich sehr gut die pH-Wertscala erklären.

    H2O + H2O < => H3O+ + OH-
    Wasser + Wasser = Hydroniumion * Hydroxidion
    pH -Scala
    sauer H3O+ neutral OH- basisch

    0 bis 7 bis 12
    Das basische Pendant dazu ergibt sich aus folgender Gleichung:

    NaOH < => Na+ + OH-
    Natriumhydroxid = Natriumion + Hydroxidion

    Ende des Exkurs

    Es geht in der Ernährung nicht um Säuren oder Basen im Verdauungstrakt, sondern mit Säure-Basen-Haushalt ist in der Regel der ph-Wert des Blutes, der sonstigen Flüssigkeiten und das Gewebe gemeint.
    Um diesen pH-Wert konstant im oben angegebenen Bereich zu halten, gibt es Puffersysteme. Diese Systeme sind dazu in der Lage den pH-Wert in seinen engen Grenzen zu halten.
    Das bedeutendste Puffersystem des Blutes stellt das offene Bicarbonatsystem dar. Durch die Möglichkeit Kohlendioxid abatmen zu können, wird das Blut zu 75% darüber gepuffert. Atemfrequenz und Atemtiefe nehmen damit schnell Einfluss auf den pH-Wert des Blutes.
    Ein weiteres ist ein Eiweiß-Puffersystem, das geschlossen ist und damit langsamer reagiert. Darüber hinaus gibt es noch weitere kleine geschlossene Puffersysteme, die ich hier vernachlässige.

    Es geht in der Ernährung also nicht darum, dass z. B. saure Obstsorten säurehaltig sind und damit den Säure-Basen-Haushalt im Magen oder Darm beeinflussen, sondern es geht darum welche Stoffwechselprodukte beim weiteren Abbau dieser LM entstehen und einen Einfluss auf den pH-Wert im Blut etc. nehmen können.
    Zur kurzen Orientierung:

    Säurebildende Lebensmittel:

    Dies sind insbesondere Fleisch, Fisch, Käse und Eier. Auch Getreide, Getreideerzeugnisse und Brot zählen eher zu den säuernden Lebensmitteln.

    Basische Lebensmittel:

    Dazu zählen insbesondere Gemüse, Salate, Obst und -säfte sowie Milchprodukte mit einem hohen Molkeanteil.

    Basenfreundliche“ Ernährung
    Die wichtigsten Hinweise sind:
    • Essen Sie abwechslungsreich, also eine klassische Mischkost!
    • Essen Sie reichlich Gemüse, Salat, Vollkornprodukte und Obst.
    Wählen Sie Fleisch oder Fisch oder Eierspeisen als Beilage zur Mahlzeit und nicht als Hauptspeise!
    • Verzehren Sie mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst jeden Tag! 
z.B. Gemüse und / oder Salat zur warmen Hauptmahlzeit, Rohkost zum Brot und Obst zu den Zwischenmahlzeiten, im Müsli …!
    • Essen Sie häufiger Kartoffeln als Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Ofenkartoffeln u.ä. !
    • Trinken Sie reichlich! Hydrogenkarbonatreiche (Bikarbonat) Mineralwässer (> 1000 mg/l) wirken basisch!
    (DGE 2005)

    Ok ich hoffe, das hat zur Klärung beigetragen.

    Das Du bei Migravent classic Magenprobleme bekommst aber bei den Citrattütchen nicht kann eigentlich nicht am Citrat liegen, denn in beiden ist die Citratform vorhanden. Bei Migravent classic aber zusätzlich noch Vit. B2 und das Ganze als Kapsel im Gegensatz zum Granulat beim Diasporal.
    In aller Regel beobachten wir uns ja sehr genau, bist Du sicher, dass das Migravent der Schuldige ist?

    Das Du so wenig Appetit hast, ist wirklich nicht schön, da Essen auch Lebensfreude und Genuss bedeuten, ich verstehe Deinen Frust darüber sehr gut, denn leider kenne ich das Phasenweise auch.
    Der Vorschlag sich mit hochkalorischen Getränken (aus der Apotheke) zu versorgen, die alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis mitbringen, ist ein guter Vorschlag, wenn Du angst hast nicht gut ernährt zu sein. Es gibt diese kleinen Flaschen (ca. 300 kcal) in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die leider nicht alle wirklich lecker schmecken, musst Du ausprobieren. Schoko schmeckt noch am Besten finde ich.
    Bezüglich Deiner Angst vor Osteoporose wäre es vielleicht sinnvoll dies über eine Knochendichtemessung abzuklären, damit Du weißt wie es jetzt aussieht.
    Bitte Deinen Arzt unbedingt auch den Vitamin D Status zu bestimmen, denn die Vit D Versorgung ist laut einer Studie bei vielen Menschen eher schlecht.
    Das Calcium allein hilft Dir nicht, um die Knochen zu stabilisieren.
    Also Blutstatus für Ca, Vit D, Mg, Fe und B12 bestimmen lassen mit dem Arzt beraten.
    Vielleicht liesst Du auch noch einmal die Antwort an Julia, da steht noch etwas zum Oxid.

    Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zu sehr mit Infos versorgt.

    LG Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Augenstern,

    Du hast ein ganz „schönes“ Päckchen zu tragen, Respekt wie Du das machst.
    Ich verstehe gut, dass Du verunsichert bist.
    Ich würde es wie folgt machen:
    Morgens das Mg und B2
    Mittags Vit B12
    Abends Ca und VIt D
    Für das Kortison hat Dein Arzt Dir sicher den besten Zeitpunkt genannt.
    Ich würde mit dem Arzt besprechen ob die Eisenversorgung über Infusionen sichergestellt werden kann, das ist deutlich schonender für den Verdauungstrakt.
    Vielleicht kannst Du zusätzlich zu den 300mg Mg-Citrat noch ein Mg-Oxid in Kapselform aufnehmen, um die Gesamtmenge auf max 600mg zu steigern. Beobachte dann die Durchfallneigung, bei mir hat das Oxid keinen Durchfall verursacht.
    Aber bitte besprich auch dies mit Deinem Arzt.

    Bezüglich der Laktoseintoleranz bist Du ja entspannt weil Du es im Griff hast, auch daher kennst Du sicher Durchfall und Bauchkrämpfe wenn doch Lactose in der Nahrung vorhanden war.
    Wenn Du diesbezüglich noch Unterstützung brauchst, frag ruhig noch einmal nach.
    Ich wünsche Dir sehr, dass Du alles gut unter einen Hut bekommst und es Dir damit gut geht.

    LG Gudrun

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7429

    Liebe Gudrun, ganz ganz lieben Dank für diese wunderbaren Erklärungen. Schwieriges sooo gut erklären, das muss man können 😀

    augenstern
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 57

    Liebe Gudrun,

    vielen Dank für deine Erklärungen und Tipps, das ist wirklich super!

    Für mich ist es schon schwierig, diese ganzen Medis unter einen Hut zu bringen, zumal da jetzt auch 2 Fachärzte daran beteiligt sind und die Prophylaxe für die Migräne für mich noch echtes Neuland ist.

    Beim Cortion bin ich schon mal fein raus, das ist ein Depotcortison als Erhaltungsdosis und wird abends eingenommen, damit ich mich morgens überhaupt überhaupt bewegen kann. Früher hatte ich Prednisolon, das zwischen 6 und 7h eingenommen werden musste, das mache ich jetzt nur noch während einer Stoßtherapie, die ich in gewissen Grenzen selbst bestimmen kann.

    Das Eisen hatte ich schon als Infusion, aber meine Venen haben das nicht so gut vertragen, zumal ich zusätzlich noch ein Biologikum als Infusion laufen hatte, was es jetzt aber glücklicherweise als Fertigspritze gibt, die ich mir selbst verabreichen kann. Wir sind dann beim Eisen auf die Tabletten umgestiegen,aber da könte man ja wieder evt auf die Infusion zurück gehen.

    Deinen Tipp mit dem Magnesium werde ich sicher probieren, denn ich denke mal,dass die 300mg Magnesium momentan nicht reichen. Vit B mache ich dann so, wie du es vorgeschlagen hast.

    Vit D nehme ich nur alle 2 Wochen in Hochdosis, daran muss man dann auch nicht tägl. denken, bleibt das Calcium, da mache ich es so, wie du geschrieben hast.

    Den Magenschoner muss ich leider nehmen, weil ich häufig Schmerzmittel brauche und auch schon mehrmals eine Gastritis hatte.

    Die Laktoseintoleranz habe ich ganz gut im Griff, solange ich selbst koche und auswähle, was ich esse. Leider erwischt man dann trotzdem hin und wieder was mit Laktose, wenn man mal eingeladen ist oder essen geht. Das macht mir dann schon Probleme, außerdem ist bei vielen Medikamenten Laktose enthalten, z.B. in der Umhüllung, worauf ich auch achten muss.

    Auf diese Weise bin ich dann täglich beschäftigt und mir wird nicht langweilig:-))

    Ich danke dir sehr für die Mühe, die du dir gemacht hast, das finde ich wirklich toll von dir!

    Liebe Grüße
    augenstern

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Lieber glückdererde,

    natürlich habe ich genügend Geduld für Deine Fragen.
    Deine Blutcalciumwerte geben aus meiner Sicht keinen Grund zur Calciumsubstitution. Die Toleranzwerte für Ca liegen bei 52 -61 mg/L im Vollblut und Dein Wert liegt bei 54,4mg/L.
    Du hast geschrieben, dass Du immer schon Oxalatsteine in der Niere hattest.
    Gab es schon einmal Zeiten in denen Du eine eher schlechte Ca-Versorgung hattest?
    Denn es ist bekannt, dass eine Ca-arme Kost zur vermehrten Oxalatsteinen führt, da weniger Ca-Oxalat im Darm gebunden und ausgeschieden wird und mehr Oxalat resorbiert wird und somit über die Niere ausgeschieden werden muss. Diese höhere Oxalatkonzentration führt leichter zu Steinen.
    Die Verordnung einer Ca-armen Kost bei Oxalatsteinen ist somit kontraproduktiv.
    Du solltest also prinzipiell darauf achten, dass Du gut mit Ca versorgt bist und es regelmäßig kontrollieren lassen, aber das machst Du sicher.
    Effektiver ist die Einschränkung von Kochsalz auf < 6 g/ Tag und tierischem Eiweiß, um die Steinbildung zu minimieren.
    Du siehst es also ganz richtig. Mehr Ca ist eigentlich nicht nötig.
    Leider gehörst Du wohl zu den 1,25% der systemischen Mastozytose, die eine Osteopenie ausbilden.
    Bist Du gut mit Vit. D versorgt, ich habe das schon Malaya geschrieben, oft ist die Versorgung schlecht und dann nützt Dir das Ca nicht so viel für den Knochenaufbau.
    Mit 20 mg Pantoprazol liegst Du eher am unteren Ende der Medikation, so dass es gut sein kann, dass die Auswirkungen nicht so gravierend auf den Mineralstoffhaushalt sind.
    Denke bitte auch noch einmal an die Kontrolle des B12 Spiegels.

    Grundsätzlich aber bitte Deinen Arzt dazu befragen, denn ich bin keine Medizinerin und habe nur diesen von Dir geschilderten Teilausschnitt Deines Gesundheitszustandes.
    Hast Du das Histaminproblem im Griff, nimmst Du Antihistaminika oder ist dies kein Problem bei Dir?
    Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen hinreichend beantworten.
    LG Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Julia,
    ich mache das sehr gerne wenn es denn ein wenig Licht ins Dunkel bringt.

    Ganz liebe Grüße
    Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Augenstern,
    es freut mich wenn ich helfen konnte, es ist wenig genug, aber probiere es aus.

    LG Gudrun

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27794

    Liebe Gudrun, echt klasse wieder mal Deine Infos! Dankeschön! 🙂

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 486

    Liebe Gudrun,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort!
    Das mit dem Kochsalz bei Calciumoxalatsteinen wusste ich nicht. Und den Vitamin B12 Spiegel hatte wir in diesem Frühjahr vergessen zu messen. Das werde ich nachholen.

    Herzliche Grüße

    glückdererde

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Lieber glückdererde,

    sehr gerne und wie man sieht, gibt es in der Ernährung doch noch etwas zu verbessern.

    LG Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Malaya,

    leider ist über Nacht der Exkurs zum pH-Wert zusammengeschrumpft und methodisch nicht mehr so gut als Erklärung brauchbar.
    Ich schicke Dir diesen Teil aber gerne per email wenn es Dich interessiert. Schicke mir dann einfach eine PN.

    LG Gudrun

    Gudrun
    Teilnehmer
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    Liebe Bettina,
    sehr gerne!!!

    LG Gudrun

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