Nahrungsmittel als Trigger

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  • Hagebutte
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    Hallo!
    Ich bin neu hier, hatte seit ich 19 bin ab und an Migräne, in den letzten 2 Jahren ungefähr 3 x monatlich -bin inzwischen 46 – im Sommer hatte ich einen Migränestatus mit Krankenhaus und Cortisoninfusionen. Seitdem kämpfe ich um jeden migränefreien Tag…
    inzwischen bin ich bei 5-6 schweren Änfällen monatlich und vielen Kleinen.
    Ich finde einfach nichts was es triggert – es können immer mehrere Sachen gewesen sein..
    habt Ihr Erfahrung wie schnell ein Nahrungsmittel bei Euch triggert – sofort oder auch schon mal nach Tagen?
    Habe in der Literatur was von bis zu 72 Stunden gelesen – das macht das ganze total unübersichtlich.
    Wie ist das bei Euch? Merkt Ihr was es war und könnt es weglassen?
    Liebe Grüße,
    Hagebutte 🙂

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27813

    Herzlich willkommen im Forum, liebe Hagebutte. 🙂

    Nahrungsmittel triggern in aller Regel keine (!) Migräne, aber dieser Verdacht hält sich leider hartnäckig. So machen sich Betroffene völlig verrückt, können das Essen gar nicht mehr genießen und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig. Verständlich, da die Ursache nicht in den Nahrungsmitteln zu finden ist.

    Migräne ist eine neurologische primäre Erkrankung und nie das Symptom einer anderen Erkrankung. Einiges verbessern kann man durch Regelmäßigkeit im Tagesablauf und das schließt auch regelmäßige Nahrungsaufnahme mit ein. Wichtig sind für den Migräniker die Kohlenhydrate, da das Gehirn daraus schnell verfügbare Energie generieren kann.

    Bist Du bei einem Neurologen in Behandlung? Fürhst Du ein Kopfschmerztagebuch?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Ja beim Neurologen bin ich seit dem Status im Sommer – vorher bin ich selbst mit dem freiverkäuflichem Triptan zurecht gekommen – bin im medizinischen Bereich tätig und kenne mich gut aus – der Neurologe ist nicht wirklich eine Hilfe – ich soll halt das Triptan nehmen.. und die Trigger herausfinden um die Abstände zwischen den Anfällen zu vergrößern.
    Auch wenn es vermutlich nicht die Nahrungsmittel sind – ich würde trotzdem gerne wissen wie schnell die Migräne bei Euch kommt wenn es den triggert – kann es tatsächlich bis zu 72 Stunden dauern?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Du beziehst Dich also weiterhin darauf, dass Nahrungsmittel triggern können? Mit den 72 Stunden bis zum Ausbruch der Attacke beziehst Du Dich auch nur auf Nahrungsmittel, oder auch auf andere Trigger?

    Bei mir triggern Wetterwechsel, Stress, Auslassen von Mahlzeiten (Blutzuckerabfall), Alkohol, wenn ich nicht dazu esse und eh schon in einer schlechten Phase bin, Anstrengung, Hormone, Gerüche, Lärm, grelles Licht usw. Aber dann kommt die Attacke auch recht schnell und teilweise unmittelbar. Eine Aussage, dass Auslöser erst nach 72 Stunden eine Attacke hervorrufen, halte ich für „sonderbar“. Woran soll das festgemacht werden? Wenn man mehrere Trigger hat (und das hat jeder), wie sollte man dann differenzieren können zwischen dem Bier von vorgestern und dem Wetterwechsel vom selben Tag? Ich möchte Dir gerne raten, Dich von dieser intensiven Suche zu verabschieden und Dich nicht selbst verrückt zu machen.

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina,
    herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort – Du hast natürlich recht – eigentlich wollte ich nur die Bestätigung dass wenn etwas triggert – es zügig triggert.. ich versuche inzwischen nicht mehr zu suchen – aber nach jedem Anfall frage ich mich erneut was es wohl jetzt wieder war…
    Wenn ich herausfinden würde worauf ich reagiere könnte ich das zuwenigstens weglassen..
    Dadurch dass aber immer sehr viele Sachen zusammen kommen kann ich außer Alkohol als Trigger nichts festmachen – und den trinke ich schon überhaupt nicht mehr…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Es wird Dich sehr entspannen, wenn Du nicht weiter suchst. 🙂 Es gibt einen goldenen Mittelweg: offensichtliche Trigger zu erkennen und zu meiden, sofern es denn möglich ist. Oft ist es nicht möglich, aber das gehört auch zum Leben. Würde man nun jeden Stress verbannen wollen aus seinem Leben, dann sieht man doch meist den anderen beim Leben zu. Auch keine erstrebenswerte Option. 😉

    Man kann darauf achten, sich wichtiger zu nehmen. Immer wieder mal Pausen einbauen und aktive Entspannung üben. Regelmäßigkeit ist wichtig, hochdosiertes Magnesium kann als Prophylaxe Sinn machen und sonst das Leben genießen.

    In einer gewissen Lebensspanne (ca. zwischen 25. und 30. Lebensjahr nimmt die Migräne meist zu und man kann gar nicht festmachen, woran das liegt. Man nimmt an, da man dann in seine aktivste Lebensspanne kommt (Karriere startet, Kinderplanung, viele wichtige Entscheidungen stehen an), sodass der tägliche Stress im Leben einfach zunimmt. Die Attacken häufen sich, man kann kaum gegensteuern und sollte „sinnlosen“ Kampf gleich mal aufgeben. Da kann man nicht als Sieger hervorgehen, man verschwendet aber Energien, die man woanders brauchen kann. 🙂

    Ich lasse mir übrigens immer wieder mal ein Glas Wein zum Essen schmecken oder auch einen Caipi. Das will ich mir nicht nehmen lassen und sehr oft geht es auch gut.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4564

    Liebe Hagebutte,

    Bettina schreibt mir aus dem Herzen. 🙂 🙂 🙂 Es ist enorm wichtig Entspannung in das Migränegeschehen zu bringen. Was du machst ist aus meiner Sicht pure Anspannung.

    Alles kann triggern. Vor allem aber viele Kleinigkeiten, die den Körper belasten. Dazu gehört auch ganz besonders das Gedankenkarussell und alles un- und außergewöhnliche, was den Körper aus seinem Gleichgewicht bringt.

    Deswegen sind Entspannung, Regelmäßigkeit, genügend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung so wichtig.

    Der goldene Mittelweg wird oben von Bettina angesprochen. Genau da liegt aus meiner Sicht die Lösung, und die Möglichkeit, seine Migräne durch nichtmedikamentöse Mittel auf ein Minimum zu reduzieren. Zusätzlich die Erkenntnis und die Akzeptanz, dass Migräne eine neurologische Grunderkrankung ist, die man nicht heilen kann.

    Wir haben hier eine Menge Beiträge in diese Richtung. Ganz viele Mitglieder hier im Headbook haben einen sehr guten Weg gefunden, klar zu kommen.

    Ich wünsche Dir, dass auch du bald entspannter mit der Migräne umgehen kannst, dein Leben lebst, und somit einen großen Gewinn verzeichnen kannst.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als ich auch noch mehr oder weniger verzweifelt auf der Suche nach den Auslösern war. Das war keine gute Zeit und hinterließ bei mir ständig das Gefühl, doch irgend etwas falsch gemacht zu haben und dies tunlichst beim nächsten Mal zu vermeiden. So kann man nur verlieren, man wird nie zum Ziel kommen.

    So hatte ich jetzt allerdings Hagebutte auch nicht verstanden. 😉 Ich selbst betrachte mich – auch durch die langjährige Beratung – schon als relativ abgeklärt. Und trotzdem ertappe ich mich auch immer wieder dabei, mal kurz zu überlegen, was denn nun schon wieder zum Anfall geführt haben mag. 🙂 Aber nur ganz kurz, dann pfeffere ich die Gedanken auch schon wieder in die nächste Ecke. 😉

    Liebe Grüße und Euch allen einen schönen Tag,
    Bettina

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Vielen lieben Dank für Eure lieben Worte – ich habe tatsächlich das letzte halbe Jahr nach Auslösern gesucht – bis ich gemerkt habe, dass mich das zu sehr stresst- jetzt suche ich nach dem bestmöglichen Umgang mit der Migräne und habe vermehrt Wert auf Entspannung,kohlehydratreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung gelegt – damit geht es mir schon besser, aber es dauert wohl noch etwas bis ich das Suchen komplett abstellen kann ☺ Liebe Grüße,
    Hagebutte

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4564

    toi, toi, toi.

    Ich drücke die Daumen für ganz viel Erfolg. „Daumen hoch“

    Lieber Gruß
    Sternchen

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 146

    Hallo,

    Ich schreibe mal hier in den Faden, weil ich meine, dass es inhaltlich irgendwie passt.

    Gibt es irgendwo eine Internetseite, auf der ausdrücklich erwähnt wird, dass eine spezielle Diät, das Verzichten auf bestimmte Nahrungsmittel oder Unverträglichkeit nicht der Auslöser für Migräne sein kann? Etwas, was man einem „schwierigen“ Menschen ausdrucken und vor die Nase legen kann? Eine Art Kurzbericht? Auf der Schmerzklinikseite habe ich nur einen kurze Erwähnung unter „Unkonventionelles“ gefunden.

    Hintergrund: Ein enger Verwandter hat seit mehreren Jahren Diabetes und diesen durch ein deutschlandweit vertretenes Ernährungsprogramm, bei dem durch eine teure Blutanalyse (Heilpraktiker) ein genaues Stoffwechselprofil ermittelt wird und infolgedessen ein Ernährungsplan aufgestellt wird (mit auf den Körper abgestimmten, individuell verträglichen Lebensmitteln) komplett in den Griff bekommen. Er braucht keinerlei Medikamente.

    Zeitgleich hat auch seine Migräne aufgehört und er ist fester Überzeugung, dass das jetzt auch bei mir helfen könne. (Ich habe keinen Diabetes, ausschließlich Migräne).

    Kann mir da jemand entsprechende „Literatur“ empfehlen?

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 2 Wochen von  soulsurfer.
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