Nahrungsmittelunverträglichkeiten

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  • Toomi
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    Beitragsanzahl: 9

    Hallo,
    ich habe eine Frage diesbezüglich, ich war gestern bei einer Schmerztherapeutin hier in hamburg ( sie wird auch über die Schmerzklinik Kiel angezeigt) und sie erzählte nun, dass Ernährung ein wichtiger Teil der Migräne ist ( ich hoffe ihr wisst wie ich das meine), eben um die Anfälle zu reduzieren.
    Sie hat mir Blut abgenommen um unter anderem den Vitamin D Spiegel und sämtliche B Vitamine zu messen und meinte auch, dass ein Vorscann zu Nahrungsmittelunverträglichkeit gemacht wird und wenn dieser positiv anschlägt, genauer geprüft wird ( für ca 80 €) auf welche Lebensmittel ich reagiere und welche ich dann künftig besser weg lassen sollte…

    Ich bin ein bisschen irrtiert (es ist keine Heilpraktierin) sondern eine Schmerztherapeutin, Fachärztin für Anästhesie, mit einigen Zusatzqualifikationen, denn hier wird ja ziemlich deutlich gesagt, dass Nahrungsmittel keine Migräne triggern…

    Meine Kollegin ist auch bei dieser Ärztin, schon viele Jahre, und hat sich an die Vorgaben aus den Testergebnissen gehalten und fährt sehr gut damit, die Anzahl ihrer Anfälle hat sich deutlich reduziert, und merkt zb, wenn sie mal wieder Schafskäse isst, sie einige Tage später defintiv einen Anfall hat. Ich versteh nicht, wie das gehen soll, wenn mir was nicht bekommt, dann merke ich das doch umgehend, kann es nicht sein, dass in den Tagen bis zjm Anfall, andere Trigger dazukommen?

    Für mich ist Essen wirklich Lebensqualität, ich ernähre mich ausgewogen, bis auf wenige Ausnahmen. Ich würde mir die 80 Euro gerne sparen, wenn es da keinen Zusammenhang gibt.

    Was meint Ihr?

    Ich freue mich von Euch zu hören.

    Gruß

    Christiane

    Toomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Nachtrag:
    ich habe eben in der Praxis angerufen und gebeten mich anzurufen und mir zu berichten wie der Vorscann ausgefallen ist, wenn die Ergebnisse vorliegen und ich dann entscheiden kann, ob ich den weitern Test mache oder nicht. Die Reaktion war ein bisschen irrtierend, die Dame sagte mir, dass das natürlich meine Entscheidung wäre, aber die Ärztin nicht happy wäre (sie hat ja mit den Kosten für den Test nichts zu tun) wenn ich den Test nicht mache, denn bei ihnen in der Praxis hätte sich gezeigt, dass sie bei Patienten damit gute Ergebnisse erzielen (wenn diese auf bestimmte Lebensmittel verzichten). Es gäbe ja nachweislich Lebensmittel die viel Histamin enthalten und Histamin kann mit dazu beitragen, dass ein Anfall kommt. und hat man darüberhinaus Lebensmittelunveträglichkeiten würde der Körper dagegen mit einer Histaminausschüttung reagieren und dann habe ich eben auch zuviel Histamin. Sie sagte auch, dass sie weiß, dass da die Meinungen weit auseinander gehen, aber der Erfolg ihnen recht gibt.

    Bin verwirrt

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 208

    Hallo Toomi

    Nur ganz kurz, da ich gleich einen Termin habe.

    Ich war auch bei einer Schmerztherapeutin die genau so reagierte wie deine. Grundsätzlich ist das ein veraltetes Denken, denn Nahrungsmittel für sich sind eigentlich keine Trigger für Migräneattacken. Sondern die Summe von vielen Reizen sorgen irgendwann dafür, dass dein Nervensystem überreizt ist und mit Migräne reagiert.

    Wichtig ist eine regelmäßige Ernährung und ausreichend Kohlenhydrate, damit der Blutzuckerspiegel nicht all zu sehr schwankt.

    Gruß Flummi

    Toomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo Flummi,
    so hatte ich es eben auch verstanden, dass es nicht nur den einen Auslöser gibt, sondern mehrere Faktoren zusammen kommen MÜSSEN, damit ein Anfall ausgelöst wird.
    Bin ein wenig erschrocken, von der Reaktion der Praxis und ratlos, ob ich dort weiter hingehen sollte.

    Natürlich wäre ein Verzicht auf etwas was ich gerne esse. wie zb Käse, echt eine große Beeinträchtigung, vielleicht bin ich deswegen auch skeptischer diesbezüglich.

    Danke Dir.
    Gruß
    Christiane

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7479

    Liebe Christiane,

    gut, dass du irritiert bist, denn auf der Schiene kommt man nicht weiter und wird nur viel Geld los. Wenn man all die Ernährungstipps, die es momentan so gibt, befolgt, bekommt man mit Sicherheit schon durch den Stress nur noch mehr Migräneanfälle ?. Eine ausgewogene und kohlenhydratbetonte Ernährung reicht vollkommen aus.
    Und von den B-Vitaminen hat nur das B2 auf die Migräne Einfluss. Außerdem macht es Sinn hochdosiertes Magnesium zu nehmen.

    Hast du das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Wenn nicht, besorg es dir! Damit, und mit dem „Migränewissen“ rechts unten unter Links, bist du gut ausgerüstet, um dich um eine vernünftige Migränebehandlung bemühen zu können. Nicht alle Ärzte in der Liste arbeiten nach den neuen evidenzbasierten Leitlinien. Dort kann sich jeder Arzt anmelden, der meint, Migräne behandeln zu können. Viele sind aber auch richtig gut!

    Lieber Gruß,
    Julia

    Toomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Julia,
    ich bin schon gern bereit, mich mit den Triggern auseinanderzusetzen, keine Frage und eben auch zu schauen was ich da beeinflussen kann, natürlich, und grundsätzlich wäre ich auch bereits probehalber auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Ich denke jeder Körper reagiert auch anders, und auch wenn hier geschrieben wird, dass Akupunktur nicht hilft, hat es bei mir einen wirklichen guten Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere der Anfälle.

    Und um zu den Lebensmitteln zurückzukommen: ich verstehe eben nicht so richtig, welche Aussagekraft dies hätte, eben weil ich auch Phasen habe, wo ich mal mehrere Wochen keinen Anfall habe, ohne meine Ernährung groß umgestellt zu haben.

    Ich werde mir das Buch einmal besorgen und meine Sammlung an Migränebüchern erweitern, hehe.

    Vielen Dank Julia für deine Einschätzung dazu.

    Gruß

    Christiane

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7479

    Bleib skeptisch!☺

    Wenn es so einfach wäre, die Migräne zu behandeln, würde man in der Schmerzklinik in Kiel schon morgen einen Termin bekommen und nicht erst in Monaten, weil nämlich schon alle geheilt wären!!! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Liebe Christiane,

    diese Tests übers Blut sagen nichts aus. Außer Spesen nix gewesen, null Benefit für Dich. Wie andere schon schreiben, ist dies veraltetes Denken und wenn die Ärztin nun auch noch verärgert reagiert – schnell wechseln. Da scheinst Du nicht gut betreut, das bringt Dich nicht weiter.

    Bin ein wenig erschrocken, von der Reaktion der Praxis und ratlos, ob ich dort weiter hingehen sollte.

    Nein, besser nicht! 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 570

    Liebe Christiane,

    beim Thema „Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten“ bin ich hellhörig geworden.

    Sehr skeptisch werde ich bei der von dir geschilderten Reaktion der Praxis. Da liegt die Vermutung nahe, dass eher deiner Ärztin geholfen werden soll – nämlich mit einem Nebenverdienst! Eine Arztpraxis ist heute eben auch ein Wirtschaftsunternehmen.

    Wenn wir bei solchen Reaktionen irritiert reagieren, dann ist das gesund! Ist ein Nach- oder Hinterfragen nicht erwünscht, stinkt die Sache mächtig!

    Um welchen Test soll es sich handeln?

    Ich bin vor einigen Jahren, als ich noch kein Wissen über meine Erkrankung hatte, bei einem „Un“Heilpraktiker auf einen solchen Test reingefallen und habe dafür viel Geld bezahlt. Er nahm mir Blut ab und führte mit dem Labor, mit dem er gerne zusammenarbeitet ?, einen Test auf IgG-Anitkörper durch. Und nun darfst du gerne raten, was dabei herauskam: alles, was ich gerne und wovon ich am meisten gegessen habe, sollte ich jetzt nicht mehr essen! Wenn, dann muss man sich schließlich quälen – Medizin muss ja auch bitter schmecken, sonst nützt sie nichts (Prof. „Schnauz“ in „Die Feuerzangenbowle“)…!
    Habe ich auch durchgezogen. Und? Nichts passierte, außer, dass ich einige für mich sehr schmackhafte neue Lebensmittel für mich entdeckte.

    Das ich mit meinem Reizdarm und einer Fruktosemalabsortion dann Lebensmittel empfohlen bekam, die meinem Darm erst recht nicht gefielen und er rebellierte, führte dann zu der Reaktion, dass er sich erst daran gewöhnen müsse – so ein Quatsch!

    Lass dir bitte nichts aufschwatzen! Bevor du aktiv wirst (oder deine Schmerztherapeutin), informiere dich genau und achte auf seriöse Quellen!!! Das Argument, es hätte schon vielen der Patienten geholfen, ist keine nachprüfbare Aussage, dafür braucht es seriöse Studien!

    Im Übrigen ist es auch bei IGEL-Leistungen sehr sinnvoll, sich vorher zu informieren, ob und wie sinnvoll und aussagekräftig diese sind, dafür gibt es den Igel-Monitor.

    Also, iss und trinke, was dir bekommt und worauf du Lust hast, in Maßen, das ist dann genau das Richtige für dich!

    Guten Appetit!
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Toomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, das hilft mir sehr.

    Es ist ja nicht so, dass ich nichts ausprobieren und neue oder andere Wege gehen möchte, nur dass kam mir dann ein wenig seltsam vor, denn man muss ja als Patient nachfragen dürfen.

    Liebe Katrin,
    mir wurde Blut abgenommen um den Vitamin D Wert und B Vitamine zu messen, und einen Vorscann zur Lebensmittelunveträglichkeit, und wenn dieser Vorscann positiv ausfällt, dann würde sie mein Blut weiter in ein Labor geben, wo eben rausgefunden wird, auf welche Lebensmittel ich reagiere. Kostenpunkt dann 80 Euro Laborkosten, und die Ärztin betonte, dass sie daran GAR NICHTS verdient, das würde direkt ans Labor gehen, ich würde da eine Rechnung erhalten und die dann mit dem Labor begleichen. Sie würde das immer extra sagen, sie hat mit den Kosten dort nichts zu tun…

    Was für ein Test das sein soll, keine Ahnung, die Sprechstundenhilfe sagte eben, dass es histaminreiche Lebensmittel gibt, auf die ein Mirgäniker reagieren kann und wenn man dazu eben diese Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, dann schüttet der Körper körpereigenes Histamin aus und dann kann das eine Migräne auslösen.

    Es mag ja sein, dass der Verzicht auf manche Lebensmittel einigen Menschen hilft, wie sie sagte, und wenn man dazu googelt, kann man auch was finden, ebenso den genauen Gegenbeweis dazu, auch die Ernährungsdocs empfehlen ua. eher weniger gereiften Käse zu essen. Und diese Praxis sagt, dass die Schulmedizin das nicht anerkennen will, dass es zwischen Ernährung und Schmerzen bzw Migräneanfällen eine Zusammenhang gibt.

    Ich bleibe dabei, dass ich den weiteren Test nicht machen werde und schaue mal, wie die Ärztin beim nächsten Termin reagiert, ich habe mir ein paar Fragen notiert und wenn sie ins gleiche Horn bläst wie die Sprechstundenhilfe, dann war es das eben.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Liebe Christiane,

    Und diese Praxis sagt, dass die Schulmedizin das nicht anerkennen will, dass es zwischen Ernährung und Schmerzen bzw Migräneanfällen eine Zusammenhang gibt.

    wenn jemand schon das Wort „Schulmedizin“ benutzt, sollte einen das bereits hellhörig machen. Dies ist ein Kampfbegriff der Homöopathen, die damit suggerieren wollen, dass die sog. Schulmedizin außer „Chemie“ nichts zu bieten hat. Dabei wird vergessen, dass alles um uns herum Chemie ist – erst recht unser Körper. 😉

    Die Ernährungsdoks – das ist jetzt meine persönliche Meinung – hatten in manchen Sendungen dermaßen sonderbare Empfehlungen (wenig Kohlenhydrate für Migräniker ist nur eine davon), dass ich von deren Tipps nicht viel halte.

    Ernährung hat Einfluss auf Migräne, aber nur im Hinblick darauf, gute und ausgewogene Mischkost zu konsumieren. Am besten viel Frisches und auch frisch zubereitet, genügend Kohlenhydrate und die Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Mehr Empfehlungen gibt es im Grunde nicht, alles andere ist „alternativ zusammenfantasiert“. 😉

    Bleibe skeptisch und stelle durchaus auch kritische Fragen. Je nachdem wie die Reaktion dann ausfällt, kannst Du dann reagieren.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7479

    Ganzheitlich = sehr oft sehr kostspielig! Lass lieber die EC-Karte zuhause 😉 !

    Und falls du ein bisschen mehr auf der hohen Kante haben solltest: es wird sogar Mesotherapie angeboten. Ob die allerdings gegen Migräne so wirklich wirksam ist?

    Warst du schon auf der Homepage?

    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Julia

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 158

    Hallo zusammen,
    zu den Ernährungsdocs würde ich auch gerne was sagen.
    Es gibt eine Folge (die kann man sich noch auf Youtube angucken), wo sie einer Frau mit Migräne mit ihrer Ernährungsumstellung nicht helfen können. Am Ende schicken sie die zu einer Psychologin, die dann ernsthaft behauptet, solange die Patientin ihre Vergangenheit nicht aufarbeitet, könne man ihr auch nicht helfen. Auch nicht mit Ernährung. So nach dem Motto: wenn uns nichts mehr einfällt, liegts an der Psyche und die Patientin ist selbst Schuld.

    Seitdem ist diese Sendung echt für mich gestorben.

    Wenn „Schmerztherapeuten“ auf Schulmedizin schimpfen, würde ich mich generell etwas wundern muss ich sagen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7479

    Das hab ich auch gesehen, Indie, einfach schrecklich!

    Leider ist in der Gesellschaft die Meinung vorherrschend, dass alles, was wir möchten, auch machbar sein muss. Ein Akzeptieren von Dingen, die sich nur schwer oder auch gar nicht ändern lassen, wird immer schwieriger, je mehr tatsächlich möglich geworden ist.

    Da lässt sich dann eben auch in der Medizin nahezu unendlich Geld verdienen, kommt nur drauf an, wie gut man seine jeweiligen „Produkte“ zu verkaufen versteht! Und wenn ein Mensch unter für ihn unerträglichen Beschwerden leidet, ist es ein Leichtest ihm alternative und „ganzheitliche“ Therapien aufzuschwatzen.
    Was ganzheitlich eigentlich bedeutet, bleibt dabei total im Dunkeln. Muss auch nicht erklärt werden, weil es halt als „besser als die Schulmedizin“ von inzwischen sehr vielen Anbietern, leider auch aprobierten Ärzten, dargestellt wird!

    Das Problem bei gesundheitlichen Problemen ist, dass wir auf das Wissen und die Integrität der uns behandelnden Ärzte angewiesen sind, denn kontrollieren können wir es nicht wirklich, weil uns das nötige Wissen fehlt. Und das öffnet leider der Scharlatanerie in vielen Fällen Tür und Tor.

    Zum Glück haben wir hier auf dieser Seite die umfassenden, evidenzbasierten und seriösen Informationen direkt, und ohne Umwege über einen teuren Bezahlmodus, aus der, was Kopfschmerzen anbelangt, führenden Schmerzklinik in Kiel.
    Alles gratis und immer zugänglich! Wir müssen uns nur um Wissen bemühen, indem wir lesen und fragen!!!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate von  Julia.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 570

    Liebe Christiane,

    …denn man muss ja als Patient nachfragen dürfen.

    Ja, genau das dürfen wir als Patienten. Ist das nicht gewünscht, mutet es schon sehr merkwürdig an! Noch merkwürdiger ist es, dass du keine Auskunft über die Art des geplanten Tests erhälst…!

    Was für ein Test das sein soll, keine Ahnung, die Sprechstundenhilfe sagte eben, dass es histaminreiche Lebensmittel gibt, auf die ein Mirgäniker reagieren kann und wenn man dazu eben diese Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, dann schüttet der Körper körpereigenes Histamin aus und dann kann das eine Migräne auslösen.

    Um herauszufinden, ob du auf histaminreiche Lebensmittel mit Migräne reagierst, könntest du diese auch für einen bestimmten Zeitraum einfach weglassen. Es gibt seriöse Listen im Internet bzw. Apps, wo du dich über den Histamingehalt der einzelnen Lebensmittel informieren kannst.

    Ich habe vor längerer Zeit für 6 Wochen sowohl histminreiche als auch zuckerhaltige Lebensmittel weggelassen, das Ergebnis war ernüchternd und sehr eindeutig – es trat keine Veränderung der Schmerzen ein. Mein Fazit war also, dass es bei mir keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahmen histaminreicher Lebensmittel und dem Auftreten der Migräneanfälle gibt.

    Es mag ja sein, dass der Verzicht auf manche Lebensmittel einigen Menschen hilft, wie sie sagte, und wenn man dazu googelt, kann man auch was finden,…

    Die Frage, ob diesen Erfahrungsberichten auch wirklich eine diagnostizierte Migräne zugrunde gelegen hat, bleibt häufig unklar, denn das steht meistens nicht dabei. Früher war ich immer ganz begeistert von diesen „vermeintlichen“ Erfolgen und probierte dies und jenes ohne eine diagnostizierte Migräne zu hinterfragen. Entsprechend groß war immer wieder die Enttäuschung, warum es bei mir nicht funktioniert!

    Nun halte ich es damit wie mit anderen Lebens- und Genussmitteln auch – wie schon von den anderen Lieben beschrieben: ich esse ausgewogen, maß- und genussvoll das, worauf ich Appetit und Lust habe. Das, worauf ich verzichte – und das beruht auf meiner ganz persönlichen Erfahrung und gilt für mich – auf Alkohol wegen meines Kopfes und blähende, reizende Lebensmittel wegen meines Reizdarms.

    …schaue mal, wie die Ärztin beim nächsten Termin reagiert, ich habe mir ein paar Fragen notiert und wenn sie ins gleiche Horn bläst wie die Sprechstundenhilfe, dann war es das eben.

    Genau, das ist eine gute Idee 😊! Wir sind uns selbst gegenüber verpflichtet, dem Arzt klarzumachen, dass wir Wert auf seine Hilfe, Meinung und medizinisch-fachliche Aufklärung legen und dies schätzen, aber ebenso unser Recht auf Mitsprache wahrnehmen möchten, um mit ihm gemeinsam zu entscheiden, wie sinnvoll eine Behandlung für uns ist oder sein kann. Schließlich ist es UNSER Körper, dem wir etwas zuführen und unser Geld, welches wir sicher gerne für Sinnvolles auszugeben bereit sind. Wenn sich herausstellt, dass dem Arzt blind vertrauende und blind folgende Patienten wichtiger sind als interessierte, mündige und Eigenverantwortung übernehmende, dann darf man sich auch getrost voneinander verabschieden.

    Da bin ich ja wirklich froh, dass ich die von dir, liebe Indie, erwähnte Sendung nicht gesehen habe. Ich werde mich auch lieber schonen und mir das „Elend“ nicht auf youtube ansehen. Da mache ich doch lieber einen wohltuenden Waldspaziergang oder esse was Feines 😉!

    Dir, liebe Christiane, alles Gute!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate von  Katrin.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5669

    Liebe Christiane,

    ein Arzt muss das aushalten können, wenn wir kritisch nachfragen. Eigentlich sollte er dann überzeugende Argumente parat haben, mit denen er unseren Zweifeln begegnen kann. Dem Patienten gegenüber „ein wenig ungehalten“ zu werden, zeugt eher davon, dass diese nachweisbaren Argumente fehlen. Das Argument, dass sie damit in der Praxis gute Erfahrungen gemacht haben, ist nicht stichhaltig, denn die Frage ist immer, ob da nicht erst einmal Placebo eine Rolle gespielt hat, der Patient das ganz glücklich der Ärztin rückmeldet, diese das dann positiv verbucht, doch wenn alles wieder schlechter wird, der Patient das dann lieber für sich behält, weil er den Arzt nicht enttäuschen möchte oder sich ein wenig schämt, dass es „gerade bei ihm“ wohl nicht zu funktionieren scheint.

    Im Ernährungssektor gibt es viele Bluttests, auch ganz teure. Ich habe mir aus Interesse mal Infomaterial zuschicken lassen, da waren dann gleich Röhrchen zur Blutentnahme dabei. Das Blut hätte man beim Hausarzt abnehmen lassen sollen, dann an die Firma einschicken, die für den „Schnäppchenpreis“ von einigen hundert Euro die Auswertung der ganzen Immunreaktionen zugeschickt hätten, durch die man angeblich hätte erkennen können, auf was man „reagiert“.

    Nun muss man wissen, dass unser Körper auf alles, was ihm zugeführt wird, reagiert. Jedes Essen führt zu einer Wirkung, und das, was man gerade gegessen hat, natürlich besonders. Und was man gerne isst, isst man auch öfter, also werden wohl gerade die von uns geliebten Lebensmittel angeblich „auffällig“ sein.

    Das alles ist allerdings nicht zu verwechseln mit seriösen Tests z.B. über den Wert unseres Eisengehalts oder Eisenspeichers. Diese können gerade bei Frauen durchaus angebracht sein, um einen Eisenmangel zu erkennen.

    Haben wir einfach den Mut, auf unser Bauchgefühl zu hören, vor allem, wenn es auch noch an unseren Geldbeutel geht.

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5669

    Einem lockeren (!) Eigenversuch steht ja grundsätzlich nichts im Wege, wie Katrin das so treffend schreibt. Falls man unbedingt das Bedürfnis haben sollte, mal was auszuprobieren… 🙂

    Ich habe mal lange Zeit auf Schweinefleisch verzichtet, weil mir zwei glaubwürdige Personen unabhängig voneinander erzählt hatten, dass sie jemanden kennen, der damit eine extreme Besserung der Migräne erfahren hätte.

    Nun, dachte ich, das fällt mir leicht 🙂 . Ich bin eh nicht der große Fleisch- und Wurstesser. So war es für mich also gar kein Problem, aber gerade deshalb hätte ich es auch gleich bleiben lassen können 😉 .

    Man sieht das Problem nicht in Fleisch an sich, sondern an der darin enthaltenen Arachidonsäure, die entzündungsfördernd sein soll. Je fetter das Fleisch, desto höher der Wert der vorhandenen Arachidonsäure.
    Wenn man sich aber die Liste der vorhandenen Arachidonsäure in den Lebensmitteln anschaut, wird man überrascht, wie gering der Wert in magerem Fleisch ist. Und dass sie übrigens auch in anderen Lebensmitteln vorhanden ist. Ein Verzicht auf mageres Schweinefleisch ist also völlig unnötig und hat bei mir logischerweise überhaupt nichts bewirkt.

    Wenn man den Kieler Empfehlungen der ausgewogenen Mischkost folgt und alles in Maßen genießt, fährt man am besten und entspanntesten. Unsere Schmerzerkrankungen sind schon schwer genug, da muss man sich das kostbare Leben nicht noch künstlich schwerer machen.

    Und generell wird heutzutage extrem viel und viel zu viel „Gedöns“ um die richtige Ernährung gemacht, in Buchhandlungen füllt es inzwischen lange Regalreihen. Fast so, als wäre es uns Menschen zu langwe