Hanne Seemann

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  • Katrin
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    Beitragsanzahl: 528

    Guten Tag ihr Lieben,

    meine Schmerzpsychotherapeutin hat mir 2 Bücher von Hanne Seemann ausgeliehen:

    1. Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen. Über den Umgang mit psychosomatischen Schmerzen

    In dieses habe ich mal kurz reingelesen und denke, dass es mir hilfreich sein könnte.

    2. Kopfschmerzkinder

    Da geht es – wie der Titel schon sagt – um Kopfschmerzen bei Kindern. Sicher sehr informativ und hilfreich für Eltern und alle, die mit Kindern, die Kopfschmerzen haben, arbeiten.

    Beim Recherchieren bin ich auf eine Audio-CD „Migräne: Was sie auslöst, wie sie wirkt und wie man sich vor ihr schützt“ mit einem Vortrag von ihr zum Thema. Kennt das jemand von euch und kann mir etwas darüber sagen?

    Es gibt noch ein Buch von ihr:

    Mein Körper und ich – Freund oder Feind?: Psychosomatische Störungen verstehen. Mit Übungen auf CD (Fachratgeber Klett-Cotta / Hilfe aus eigener Kraft)

    Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Neuauflage des 1. Buches ist oder ein neues anderes.

    Interessant ist auch ein Vortrag von Hanne Seemann auf der Internetseite von Klett-Cotta, in dem sie auch von funktionellen Störungen aufgrund genetischer Dispositionen – wie Migräne – spricht und an Beispielen zeigt, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu hören und ihn als Freund zu betrachten. Manchmal etwas langatmig, wie ich finde, aber hoch interessant!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Hallo, Katrin,
    ich kenne die CD.
    Sie ist hilfreich und informativ, denn Hanne Seeman ist keine „Spinnerin“.
    Sie sagt von sich: „Ich habe auch Migräne – aber ich kriege keine mehr.
    Ihr Credo ist das rechtzeitige „Runterregulieren“, das, was du auch eben an Jana geschrieben hast.
    Ein Satz hat mich allerdings aufhorchen lassen.
    Sinngemäß lautet er: „Aber alles wird richtig schwierig, wenn es erstmal chronifiziert ist.“
    Ihre Tipps und Ratschläge sind für die nützlich, die nur gelegentlich eine Attacke haben.
    Letztlich blieb also für mich das Schulterzucken und die Erkenntnis: Wieder nicht für mich.

    Grundsätzlich sind aber auch für uns ihre Ausführungen gut. Nur dürfen wir uns nicht allzu viel erhoffen in Bezug auf Linderung der hochfrequenten Migräne.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27918

    Frau S. geht als Psychologin die Schmerzen von der psychologischen Seite her an. Die Migräne gehört da aber nicht rein. 😉 Zumal wir uns ja immer wieder freistrampeln von diesem Schubladendenken. Das sehe ich bei der Dame doch recht stark nach nur kurzem Stöbern.

    Migränekinder haben oft überprotektive Mütter, gegen die sich die Kinder im Unterschied zu Asthmakindern nicht auflehnen. Die Kinder sind freundlich, angepasst, kooperativ, hoch-compliant und tun fast zwanghaft alles, was sie müssen. Ziel der Hypnotherapie bei Kopfschmerzkindern ist daher, dass sich die Betroffenen mit ihrer erhöhten Reizsensibilität aussöhnen.

    Also nun ja, das ist genau das, was wir eigentlich nicht wollen. Einteilungen in „Migränekinder sind so und so“ und dann kriegen sie auch noch Hypnotherapie verpasst. Völlig an den Leitlinien vorbei, nicht selten wird durch solches Rumexperimentieren wertvolle Zeit verloren.

    Wenn Dir ihr Ansatz zusagt, liebe Katrin, dann ists ja gut. Aber bitte immer im Hinterkopf behalten, dass diese Frau keine Fachfrau ist, sondern Psychologin und halt eben ihren ganz speziellen Ansatz zu Schmerzen und in dem Fall auch zur Migräne und Kopfschmerzen hat. Für mich wär das ja nix … 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Bettina,
    was für „Leitlinien“ sind das denn eigentlich, die du immer zitierst?
    Wo stehen die?
    Vielleicht wäre es gut, die auch hier irgendwo zu platzieren, damit wir selbst ein wenig drauf achten können.

    Ich orientiere mich vor allem an den Ausführungen von Prof. Göbel. Besonders in dem Buch.
    In dem Kapitel zur Migränevorbeugung führt er auch psychologische Maßnahmen an. Z.B. Stressbewältigungs- und Selbstsicherheitstrainings sowie verhaltensmedizinische Maßnahmen.
    Zudem führt er in der „Checkliste für Kopfschmerzauslöser“ im Kapitel zu Migräne etliche psychische Faktoren an. Stress, Angst, Sorgen usw.
    Und da kann ein psychologischer Ansatz nicht so ganz verkehrt sein.
    Genau zu diesen Themen äußert sich Hanne Seemann auf der CD. Und ihre Überlegung sind in der Hinsicht sehr hilfreich.

    Dass ihre Vorschläge und Anregungen bei chronischer Migräne nicht mehr alleine ausreichen, das sagt sie ja selber.
    Und dass bei ihr Verallgemeinerungen zu finden sind, die auf einzelne evtl. nicht zutreffen, das ist ja überall so. Bei jedem Arzt, bei jedem Neurologen und auch bei jedem Beitrag hier in headbook muss man schauen, was davon für einen selbst relevant ist und was nicht.
    Das ist eine Binsenweisheit.

    Aber wenn das nicht den Leitlinien entspricht. . . ????

    LG
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27918

    Nicht im Ernst, Alchemilla, Du weißt nicht, was Leitlinien sind? ? Und Du hast selbst auch noch nie nach den Leitlinien gegoogelt? Jetzt bin ich aber baff, zumal Du schon so lange Mitglied bei uns bist und die Basics – dazu gehören die Leitlinien!! – eigentlich längst kennen solltest.

    Ich orientiere mich vor allem an den Ausführungen von Prof. Göbel. Besonders in dem Buch.

    Aber da sind sie doch auch erwähnt, zumal Prof. Göbel die Leitlinien mit erstellt.

    In dem Kapitel zur Migränevorbeugung führt er auch psychologische Maßnahmen an. Z.B. Stressbewältigungs- und Selbstsicherheitstrainings sowie verhaltensmedizinische Maßnahmen.
    Zudem führt er in der „Checkliste für Kopfschmerzauslöser“ im Kapitel zu Migräne etliche psychische Faktoren an. Stress, Angst, Sorgen usw.
    Und da kann ein psychologischer Ansatz nicht so ganz verkehrt sein.

    Natürlich nicht, es gehört mit zu einer multimodalen Therapie, die in der Schmerzklinik ja praktiziert wird. ? Aber hier ist eben das Wissen zu einer neurologischen Therapie vorhanden, bei einer Psychologin eben nicht. Sie kann nur ihr Fach und Migräne ist keine psychische Erkrankung.

    Es gibt soooo viele Leute, die meinen, genau zu wissen, was Migräne ist, was sie auslöst, wie man sie wieder wegbekommt und gleich dazu die passenden Inhalte, Nahrungsergänzungsmittel usw. Halt auch sehr viel Esoterisches. Aber wer Freude daran hat, kann das ja gerne zusätzlich nutzen. Man kann sich aber auch an das multimodale Konzept der Schmerzklinik halten, wo einfach alles perfekt aufeinander abgestimmt ist und man nicht mit Hypnotherapie & Co. daherkommt. Wie gesagt, jeder wie er will.

    Dass ihre Vorschläge und Anregungen bei chronischer Migräne nicht mehr alleine ausreichen, das sagt sie ja selber.

    Na ja, das ist ja auch richtig. Man kann natürlich den Umweg machen über Leute, die halt nur von ihrem Fachgebiet ausgehen und darauf basierend ihre Empfehlungen abgeben – man muss es aber nicht. ? Wie gesagt kann man das Gesamtpaket haben, das in der Schmerzklinik angeboten und praktiziert wird. Von einem Arzt, der Neurologe und Psychologe ist.

    Und nun noch extra für Dich, damit Du nicht selbst googeln musst.

    Leitlinie Migräne: https://www.dgn.org/leitlinien/2298-ll-55-2012-therapie-der-migraene

    Leitlinie episodischer und chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp und anderer chronischer täglicher Kopfschmerzen: https://www.dgn.org/leitlinien/3019-ll-56-ll-therapie-des-episodischen-und-chronischen-kopfschmerzes-vom-spannungstyp

    Leitlinie Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen: https://www.dgn.org/leitlinien/3051-ll-54-ll-clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen

    Leitlinie Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln: https://www.dgn.org/leitlinien/2286-ll-57-2012-kopfschmerz-bei-uebergebrauch-von-schmerz-und-migraenemitteln

    Es gibt Leitlinien für jede nur mögliche Erkrankung. Diese sind die Basis der Therapie fernab jeglicher esoterischer oder sonstiger unwirksamer Therapien, mit denen Kranke eben gerne traktiert werden. Und genau das ist schon von Anfang an unser Auftrag in Headbook. Auch wenn Du schon von Anfang an damit zu hadern scheinst.

    Prof. Göbel hat auch die „International Classification of Headache Disorders 3rd edition“ erstellt samt Website: https://www.ichd-3.org

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Danke, Bettina.
    Vielen Dank.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27918

    Aber gerne doch! 🙂

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Bettina,

    nun habe ich den Vortrag von Hanne Seemann zu Ende geschaut – ich brauchte eine Pause – und zwei entscheidende Denkanstösse bekommen.

    1. Dass es wichtig ist, auf meinen Körper zu hören! Das funktioniert bei den einfachen Dingen noch recht gut:

    • wenn er Hunger hat, knurrt mein Magen, und ich esse.
    • wenn er Schlaf braucht, werde ich müde und schlafe.

    Wir müssen das Gespür für unseren Körper erst „wiederentdecken“, weil es uns abtrainiert wurde. So lernen wir, dass man im Unterricht nicht auf‘s Klo geht, wenn man muss. Oder nicht isst, wenn man Hunger hat. Ich musste in der 2. Klasse für den Rest der Stunde in der Ecke stehen, weil ich meinem Bedürfnis, den Hunger zu stillen, nachgegangen bin. Natürlich müssen wir lernen, was wann angesagt ist, aber doch nicht, indem ich lerne, meine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, zu unterdrücken oder mir andere aufdiktieren zu lassen. Natürlich unterliegen wir alle gewissen Zwängen. Aber da, wo ich die Möglichkeit habe, mich aus diesen zu befreien oder den Grad selbst zu bestimmen, inwieweit ich mich diesen ergebe, nutze ich sie.

    Prof. Göbels Aussage nach ist alles „zu viel, zu schnell, zu laut, zu…“ Gift für unsere Köpfe.

    Für mich als Migräniker bedeutet das, dass ich erspüren muss, wann es mir zu viel wird, was ich mag und was nicht, was mir gut tut und was nicht, was ich brauche und was nicht. Das steht in keiner Leitlinie, nur in meiner persönlichen.
    So habe ich „gelernt“ – und auch in der Bevölkerung hält es sich eisern – dass ich mit einem Migräneanfall still in einem abgedunkelten Raum liegen muss. Erst meine Psychoschmerztherapeutin hat mich ermutigt zu schauen, was ICH denn im Migräneanfall brauche. Und das ist eben nicht immer das Bett im abgedunkelten Zimmer. Wenn ich sehr starke Migräneschmerzen habe, tut mir das Liegen gar nicht gut.

    2. Mir die Frage zu stellen, in welchen Situationen und unter welchen Umständen es mir gut geht.

    Wir werden dazu angehalten, zu schauen, wann und in welchen Situationen es uns schlecht geht. Das ist wichtig, um meine persönlichen Auslöser herauszufinden. Es ist aber genauso wichtig zu schauen, wann es mir gut geht, damit ich die Möglichkeit habe, mir auch Situationen zu schaffen, die mir gut tun.

    Die Aussage von Hanne Seemann, dass Migränekinder oft überprotektive Mütter haben, verstehe ich als allgemeine Aussage. Viele Kinder haben sie, viele haben sie nicht, und viele Kinder haben Mütter irgendwo dazwischen.

    So verstehe ich auch die Leitlinien als „ Handlungsmodell“, welches sich bei der Allgemeinheit bewährt hat. Wir sind alle individuell und so kann die Behandlung des Einzelnen gar nicht in Leitlinien erfasst werden. So geht es vielen nach Leitlinien Behandelten besser oder gut, bei anderen „versagt“ die Behandlung nach Leitlinien (und sie werden dann von den Ärzten in die psychosomatische Ecke gestellt), und viele bewegen sich irgendwo dazwischen.

    Es gibt das bio-psycho-soziale Modell, dass beinhaltet, dass alle drei Bereiche ineinandergreifen und Auswirkungen aufeinander haben. Für mich als Migräniker bedeutet das, dass ich eine genetische Disposition (bio) habe. Ich habe die Möglichkeit, Strategien medikamentöser Art (bio) oder verhaltensmäßiger Art (psycho) zu nutzen. Und bin ich gesellschaftlich (sozial = Familie, Freunde, HEADBOOK) gut gebettet, stärkt mich das in meiner Widerstandsfähigkeit (psycho und evtl. bio).

    Und noch einen Aspekt halte ich für sehr wichtig: Inwieweit beeinträchtigt mich meine Krankheit? Habe ich eine gut wirkende medikamentöse Vorbeugung und kann Migräneanfälle akut gut behandeln, bin ich weniger eingeschränkt, kann arbeiten gehen und mir selbst gut tun, kann meine sozialen Kontakte halten und pflegen und am kulturellen Leben teilhaben. Ist dem aber nicht so, sind meine Einschränkungen viel größer und ich schaue (gezwungenermaßen und aus meinem Leidensdruck heraus) über den Tellerrand meiner bisherigen Möglichkeiten, Strategien und Leitlinien.

    Meine Devise ist es mittlerweile, mir aus dem Angebot das rauszusuchen, was MIR hilft, mit meiner Krankheit und der daraus resultierenden Situation besser umgehen zu können. Und darin hat mich bisher auch nur meine Schmerzpsychotherapeutin, die ich genauso wie Hanne Seemann als Fachfrau bezeichne, bestärkt. Was hilft und gut tut, kommt in meinen „Notfallkoffer“, alles andere kann weg.

    Mir hilft die offene und kritische Einstellung beim „Rauspicken“ hier genauso wie bei der Entscheidung für oder gegen ein (vorbeugendes) Medikament.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27918

    Liebe Katrin,

    Deine Schmerzpsychotherapeutin kennt Dich und weiß sicher genau, worauf Du ansprichst, was Dir noch fehlt im richtigen Umgang mit einer Schmerzerkrankung und wie Du insgesamt besser damit zurechtkommst. Wenn Dir diese Bücher gut tun, ist ja für Dich persönlich alles gut. Ich möchte nur vermeiden, dass hier Empfehlungen unwidersprochen stehenbleiben und als eventuell allgemeingültig rüberkommen. Und wie gesagt gefällt mir dieses Schubladendenken nicht. Und die Botschaft, die Alchemilla weiter oben erwähnt: „Ich habe auch Migräne – aber ich kriege keine mehr.“ Das sind wieder so Botschaften, die mich schaudern lassen. Denn sie implizieren, dass diejenigen, die immer noch Migräne haben, es falsch machen. Sonst hätten sie ja auch keine mehr, wie es bei der Psychologin angeblich der Fall ist. Hier wird wieder versteckt mit Schuld gearbeitet und darauf bin ich inzwischen hochgradig allergisch! Denn dies zieht Betroffene nur noch mehr runter, da sie sich als Versager sehen.

    Tut mir leid, aber ich werde immer und immer wieder widersprechen, wenn ich etwas nicht so toll finde. Da muss keiner zustimmen, es hat sowieso jeder seine eigene Meinung. Aber wir sind hier eine große Plattform und ich leite sie. Daher werde ich dann darauf hinweisen, dass die Schmerzklinik sowieso multimodal arbeitet – und nach den Leitlinien -, aber nie (!) nach dem Schuldprinzip. Im Gegenteil, man arbeitet daran, dass Menschen aus dieser Schiene wieder rauskommen.

    Ich habe hier und in der Migräne Community auf FB schon so viele Menschen erlebt, die in diesen Ratgebern fürs bessere Leben regelrecht versinken und irgendwann den Boden unter den Füßen verlieren. Die immer mehr abschweifen in Unwissenschaftliches, was letztendlich der Krankheit und dem Umgang mit ihr sogar abträglich ist. Denn startet man erst mal mit diesen „Lebensführern“, kommt eins zum anderen und manchen tut das halt auch nicht mehr gut. Und das finde ich einfach schade. Wobei es natürlich auch Menschen gibt, die mal ein wenig stöbern und dann ist wieder gut. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Oh!
    Jetzt verstehe ich die harsche Reaktion auf meinen Beitrag an Katrin!
    Aber für mich bedeutet so ein Ausspruch nicht eine Schuld-Zuweisung – für mich ist so etwas immer der Hinweis, dass man selbst etwas tun kann und sich nicht ausschließlich Opfer der Lebensumstände sehen muss.
    Wir arbeiten doch ALLE daran, weniger Migräne zu haben. Wir haben ALLE die Hoffnung, dass wir noch nicht alles ausgeschöpft haben.
    Es birgt in meiner Auffassung mehr Hoffnung als Niedermachen.
    Und: Nein, ich hadere nicht mit dem Auftrag in Headbook.
    Ich finde, dass ich den oft genug deutlich erkennbar unterstütze.
    Aber ich bezweifle, dass ein Neurologe -möglichst noch mit spezieller Migräne-Kenntnis- in der Lage ist, solche Trainings durchzuführen, von denen Prof Göbel schreibt, die uns helfen, die psychischen Trigger zu minimieren.
    Nicht, weil ihnen die Kompetenz fehlt, sondern weil sie schlicht und einfach dafür keine Kapazität mehr haben.
    In der Schmerzklinik habe ich für diese Fragestellung SEHR von den Beratungen mit den Psychologinnen profitiert.
    Naja. Sei’s drum.
    LG
    alchemilla

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Bettina,

    bei den Büchern, die mir meine Schmerzpsychotherapeutin ausgeliehen hat, war neben den beiden erwähnten auch eins von Prof. Göbel dabei. Dieses stammt aus dem Jahre 2005. Weil ich die aktuelle Ausgabe von „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ besitze, habe ich das hier nicht erwähnt. Das zeigt aber eben auch, dass sich meine Schmerzpsychotherapeutin mit der Schmerzproblematik eben nicht nur von der psychologischen Seite her auseinandersetzt, sondern dass sie durch die Zusatzausbildung „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ Wissen über körperliche Zusammenhänge bei Schmerzentstehung und -verarbeitung mit einbezieht und mir verständlich vermitteln kann.

    Nun, ob mir die Bücher von Hanne Seemann gut tun oder nicht, kann ich noch nicht beurteilen, denn ich habe sie nicht gelesen. Ich habe kurz drin geblättert, Textpassagen überflogen und glaube, dass ich aus dem Buch „Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen“ etwas mitnehmen kann. Denn oft sehe ich meinen Körper in den Situationen, in denen er nicht so „macht“ wie ich es möchte und wünsche, nicht unbedingt als meinen Freund.
    Neue Strategien oder neue Sichtweisen auf meinen kranken Körper zu bekommen, kann mir sicher gut helfen, psychisch stärker zu werden und so besser mit meiner Situation umzugehen. Ob und was das an den Schmerzen macht, ist eine andere Geschichte.

    Und wie gesagt gefällt mir dieses Schubladendenken nicht.

    Damit kann ich auch nichts anfangen, bin aber damit „erzogen“ worden (sicher auch viele andere Menschen). Irgendwie denken wir doch alle mehr oder weniger in Schubladen. Erst wenn mir das bewusst wird, kann ich es ändern, das braucht aber Zeit und geht nicht von heute auf morgen.

    „Ich habe auch Migräne – aber ich kriege keine mehr.“

    Ich kann mir das in meiner Situation – ehrlich gesagt – auch nicht vorstellen. Aber warum soll nicht auch das möglich sein? Wenn ich sehe, was sich ein Fakir so antut und aushält, verstehe ich das auch nicht und kann das nicht nachvollziehen. Mir tut schon alles weh, wenn ich da nur hinschaue, wenn ich zum Hinschauen überhaupt in der Lage bin… Oder wie ein tibetischer Mönch irgendwelche Sachen „kaputt haut“ ohne sich wehzutun. Oder sich ein Yogi in Meditation so weit runter regulieren kann, dass er als „scheintot“ gilt.
    Ich weiß, dass auch das nicht auf die Allgemeinheit zutrifft, aber deswegen gibt es so etwas ja trotzdem und zeigt die Möglichkeiten.

    Hier wird wieder versteckt mit Schuld gearbeitet…

    Ich glaube, dass mich meine „erlernte“ Denkweise immer wieder die Frage nach Schuld stellen lässt. Dass diese Fragestellung Unmut erzeugt und wenig Sinn hat, habe ich auch in meiner Schmerzpsychotherapie gelernt. Es ist wie es ist. Ob ich mich schuldig fühle oder nicht, hängt von meiner Betrachtungsweise ab. Ich frage auch noch immer hin und wieder nach Schuld, merke aber jedes Mal, dass ich so keine Lösung für mich finde.
    Es gibt sicher genug „Scharlatane“, die versteckt oder nicht versteckt mit der Schuldfrage arbeiten. Aber ob Hanne Seemann oder andere Leute, die ich für seriös halte, mit der Schuld arbeiten, bezweifle ich.

    Im Gegenteil, man arbeitet daran, dass Menschen aus dieser Schiene wieder rauskommen.

    Ich glaube, dass ich (sehr, sehr gerne mit kompetenter Hilfe) nur alleine aus dieser Schiene wieder rauskomme.

    Tut mir leid, aber ich werde immer und immer wieder widersprechen, wenn ich etwas nicht so toll finde. Da muss keiner zustimmen, es hat sowieso jeder seine eigene Meinung.

    Genau! Und deshalb muss es dir auch nicht leid tun, wenn du widersprichst. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass das andere nicht stimmen muss. Und genau deswegen heißt es ja auch MEINUNG und nicht DEINUNG, IHRUNG, UNSERUNG oder EUERUNG.

    < blockquote>Ich habe hier und in der Migräne Community auf FB schon so viele Menschen erlebt, die in diesen Ratgebern fürs bessere Leben regelrecht versinken und irgendwann den Boden unter den Füßen verlieren.

    Da stimme ich dir völlig zu! Aber es gibt Ratgeber und Ratgeber. Mit einer offenen und kritischen Betrachtungsweise, die ich übrigens u.a. auch hier bei euch gelernt habe, kann ich dabei mittlerweile ganz gut unterscheiden. Aber gerade in der heutigen Zeit, wo nahezu jeder alles schreiben und veröffentlichen darf, wo es sich viel zu oft nur um Verkaufs- und Umsatzzahlen als um Inhalte dreht, fällt es immer schwerer, sich zu orientieren und Sinnvolles und Nützliches von Sinnlosem und Unnützem zu unterscheiden. Sehe ich, was es alles an Ernährungsbüchern gibt (und jeder meint, seine Ernährungsweise ist die einzig Wahre), wird mir übel. Da lobe ich mir solche Leute wie z.B. Attila Hildmann, der seine Prinzipien hat und trotzdem mit Björn Freitag ins Steakhaus geht, ihm beim Futtern des für ihn Unmöglichen zuschaut und sich sein Veganes schmecken lässt. Wie nennt man das? Toleranz?

    Einen schönen Sonn(en)tag für dich und alle!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27918

    Liebe Katrin,

    ich sehe, ich muss mir um Dich keine Sorgen machen. Aber dass da mit verdeckten Schuldzuweisungen gearbeitet wird – das lass ich mir nicht ausreden. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina, die sich jetzt aus dem Thema verabschiedet. 🙂 Weil eh alles gesagt wurde.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Bettina,
    vielleicht ist es hilfreich für alle, diese Leitlinien irgendwo hier in headbook so zu verlinken, dass man sie leicht findet.
    Ich bin nicht so sicher, dass ich die einzige bin, die die noch nie gefunden hat und sich immer auf das Buch von Prof. Göbel beschränkt hat.
    Liebe Grüße
    alchemilla

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Das finde ich eine gute Idee. Ich bin unabhängig von Headbook letzte Woche auf die „Leitlinien“ gestoßen (bei mir war es das Portal „AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin“) und war erstaunt, dass es offenbar zu so gut wie allen Erkrankungen Leitlinien gibt.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

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