Wie kann ich eine Migräne mit Aura ( auch Sprach- und Wortfindungsstörungen) von einem Schlaganfall

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  • sternchen
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    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    meine Migräne ist manchmal durch eine Aura vor dem KS aber auch während der Kopfschmerzphase begleitet. Durch das Medikament Relpax wurde die Aura bei mir deutlich erhöht, und sie trat auch heftiger auf. Manchmal habe ich Sprach- und Wortfindungsstörungen. Da Patienten mit Migräne und Aura ein höheres Schlaganfallrisiko tragen, frage ich mich, wie kann ich einen Schlaganfall von einer Migräne mit Aura unterscheiden kann, da bei einem Schlaganfall schnelles Handeln erforderlich ist?

    Hartmut Göbel
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 459

    Liebes Sternchen,
    normalerweise verstärken Triptane wie Relpax nicht die Aura-Intensität oder -Häufigkeit. Im Einzelfall kann dies jedoch möglich sein.
    Die Hersteller empfehlen aus Sicherheitsgründen, Triptane nicht während der Aura einzunehmen. Grund: Triptane haben eine gefäßverengende Wirkung. In der Auraphase vermutet man ebenfalls eine Gefäßverengung. Die Addition beider Ereignisse könnte rein theoretisch zu einer zu starken Verengung mit Minderdurchblutung führen. In der Praxis kenne ich jedoch solche Komplikationen nicht.
    Sprach- und Wortfindungsstörungen können Symptome von Auren sein. Treten Sie häufig und unangenehm auf, sollte eine wirksame medikamentöse Vorbeugung neben sorgfältiger Verhaltensanpassung durchgeführt werden.
    Die Unterscheidung findet sich schon in der Benennung der Krankheiten:
    Die Aurasymtome dämmern langsam auf wie die Morgenröte, ca. über 10 bis 15 Minuten. Sie dauern in der Regel 30 bis 60 Minuten an und klingen dann wieder ab. Oft treten „Plussymptome“ auf: Lichterscheinungen, Zick-Zacklinien, kribbeln.
    Der Schlaganfall tritt schlagartig auf: Schnell und sofort. Oft bestehen Ausfälle, „Minussymptome“: Lähmungen, Gefühllosigkeit.
    Das sind aber nur allgemeine „Mittelwerte“. Im Einzelfall finden sich viele Variationen.
    Letztlich wird die Aura dadurch zur Aura, indem sie wieder abklingt. Der Schlaganfall bleibt länger bestehen und bildet sich häufig nicht zurück.
    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

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