10-Tage-Regel

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitrag von Schachgigant:

    Wenn ich Wick Medinait für die Nacht nehme, zählt das wegen dem Paracetamol als ein Medikamententag?

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27898

    Lieber Schachgigant,

    nun hats ja doch geklappt. 😉 Paracetamol zählt schon in die 10-Tage-Regel. Ist die Erkältung so stark, dass Du Medikamente nehmen musst? Wick Medinait ist ein „wildes Gemisch“….

    Gute Dienste tun auch ein heißer Tee mit Honig und frischer gepresster Zitrone, Ingwertee und morgen eine frisch gemachte Hühnersuppe. Na ja, nur wenns nicht so schlimm ist, aber auch sonst als Ergänzung gut.

    Gute Besserung und liebe Grüße
    Bettina

    schachgigant
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Bisher hab ich heut nur was pflanzliches genommen, aber ohne Wick Medinait gehts glaub ich schlecht zu schlafen.

    Mag ein Gemisch sein, aber man schläft halt gut. Doch jetzt trau ich mich nicht…

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27898

    Wenns nur ums Schlafen geht, würde ich vielleicht doch versuchen, die Nacht so durchzustehen. Bei sehr starken Gliederschmerzen bei echter Grippe kommt man ohne Schmerzmedikament wahrscheinlich nicht aus. Aber auch hier würde ich die Einzelsubstanz (Paracetamol) bevorzogen – oder ASS.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bambinie83
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 57

    Hallo Ihr Lieben,
    ich hoffe, mein Beitrag ist hier richtig. 🙂
    Ich mache mich gerade etwas Sorgen wegen der 10-Tage-Regel.
    Seit meinem MÜK vor 8 Jahren bin ich so gut wie immer unter bzw. gerade bei 10 Triptanen im Monat geblieben.
    Seit ca. 6 Wochen bin ich etwas geplagt. Angefangen hat es mit einer Kieferhöhlenentzündung….War ca. 2 Wochen lang jeden Tag beim HNO mit Bestrahlung, Einlagen, etc. Hat jedoch alles nichts geholfen und hab dann Antibiotika bekommen. Laut HNO war die Kieferhöhle danach soweit i. O. aber die Schmerzen war noch da. War dann beim Zahnarzt, weil ich genau an dieser Stelle einen Zahn hab, der mich schon seit 10 Jahren plagt. Der Zahn wurde dann letzte Woche rausgemacht. Jedoch lief alles nicht nach Plan und der Kiefer schließt sich nicht und ich war jetzt jeden Tag beim Zahnarzt, Einlagen wechseln, Bestrahlen, etc. so langsam wirds bisle besser…..jetzt zu meinem Problem….duch die Kieferhöhlenentzündung und jetzt die Zahnextraktion habe ich fast jeden Tag Migräne. :-(. Letzten Monat waren es 10 Triptane, jedoch durch die Zahn und Kieferschmerzen bedingt, auch noch ein paar Ibuprofen. Heute ist der 05. des Monats und ich hab schon wieder 3 Triptane intus…..
    Gilt die 10-Tage-Regel nur für die Triptane oder fließen da auch die Ibus mit ein. Weiß mir leider nicht anderst zu helfen wie mit Tabletten, da ich ja auch noch ne 2 jährig Tochter habe.
    Kann man auch mal 1-2 Monate über die 10 Tage Regel gehen?
    LG Ines

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Ines,

    Du bist hier richtig. 🙂 Andere Erkrankungen gehen immer vor bei der Behandlung. Nur ja nicht vor lauter Panik (sollte man sowieso nie entwickeln) vor einem MÜK, eine andere Erkrankung oder Verletzung nicht ordentlich behandeln und auskurieren. Erst danach kann man sich wieder um einen eventuellen MÜK kümmern.

    Du hast jetzt noch die Probleme mit dem Zahn und der Kieferhöhlenentzündung und die musst Du ordentlich behandeln. So, als gäbe es keinen MÜK. 😉

    Man gerät nicht gleich in einen MÜK, wenn man ein oder zwei Monate zu viel einnimmt. Alle Schmerzmittel zählen in die Regel mit rein.

    Gute Besserung,
    Bettina

    Bambinie83
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 57

    Hallo Bettina,
    Vielen Dank für die Antwort.
    Es gibt ja noch die Regel, nicht mehr als an 3 Tagen hintereinander und nicht mehr wie 2 Triptane in 24 Stunden. Kann man da auch mal drüber wegsehen, oder sollte man dies eher einhalten?
    LG

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo Zusammen,
    im Moment bin ich eher nur eine stille Mitleserin,aber ich hoffe, dass ihr trotzdem meine Frage beantwortet.

    Und zwar bin ich mir nicht ganz sicher wie genau ein Tag bei der 10er Regel berechnet wird. Die Frage wurde bestimmt schon einmal gestellt. Ich habe schon im Forum gesucht, aber nichts genaues darüber gefunden, daher Sorry wenn ich noch einmal frage.

    Z.B. Wenn ich um 22 Uhr ein Triptan nehme, rechne ich von da an die 24 h? Was bedeutet, ich kann bis zum nächsten Tag 22Uhr ein zweites Triptan einnehmen und zähle es dann als 1 Einnahmetag?
    Oder müsste ich dann doch schon 2 Tage dafür berechnen?

    Danke Euch im Voraus.
    Liebe Grüße

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5623

    Liebe Akascha,

    es sind für dich in diesem Fall zwei Einnahmetage.

    Bei der Berechnung der Medikamenteneinnahmetage wurden die kalendarischen Maßeinheiten festgelegt, denn irgendeine Richtlinie muss es ja geben. Meiner Meinung nach hat sich Prof. Göbel in einem Live-Chat mal dazu geäußert, aber da müsste ich jetzt auch erst auf die Suche gehen.

    Wobei man dieses Thema nicht auf die Spitze treiben sollte. Wenn jemand um 23.59 Uhr ein zweites Triptan einwerfen würde mit dem Gefühl „puh, gerade noch geschafft“, während sich um 0.01 Uhr der panische Gedanke breitmachen würde „ach du meine Güte, schon wieder ein Triptantag“, wäre das sicherlich übertrieben.

    Lieber Gruß
    Heika

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Akascha,

    ich hatte Prof. Göbel einmal persönlich genau diese Frage gestellt, da auch ich oft jonglieren muss, um die 10/20iger Regel enhalten zu können. Nur dann, wenn man oft im Grenzbereich liegt, macht es besonders Sinn, sich diese Frage zu stellen.

    Er sagte mir seiner Zeit, dass es schon darauf ankommt, und Sinn macht, einen Tag voll auszunutzen, und um 23.00 Uhr noch das 2. Triptan nachzuwerfen,- natürlich nur sofern der Bedarf besteht-, anstatt auszuharren, und dieses Mittel erst am nächsten Tag also nach 24.00 Uhr als 1. Mittel zu nehmen.

    Das Nervensystem hat im ersten Fall etwas längere Zeit (Zeiten) am Stück, sich zu erholen.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Liebe Heika, liebes Sternchen,

    vielen Dank für Eure schnelle und hilfreiche Antwort.
    Ich jongliere ebenfalls immer um die 10 Tagesgrenze herum und ein kleiner Hoffnungsschimmer war ja schon da, dass man doch noch ein bischen mehr Freiraum hat…nagut. 😉

    Ich habe es gestern genauso gemacht, wie Du geschrieben hast Sternchen. Ich habe vor dem Zubettgehen noch ein zweites Triptan genommen statt auszuharren und mein Kopf hat es mir heute gedankt. Es geht mir um einiges besser. 🙂

    Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag!

    Liebe Grüße
    Akascha

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Schön, dass es Dir heute wieder besser geht, liebe Akascha. 🙂

    Mach Dir bitte nicht allzuviel Stress mit der Regel, denn selbst gelegentliche Überschreitungen dann und wann mal führen nicht gleich in einen MÜK. Überschreitet man permanent und länger als 3 Monate im Stück die Regel, „könnte“ ein MÜK die Folge sein.

    Diese Regel ist ein Richtwert und soll dem Patienten helfen, nicht in einen MÜK zu geraten. Sie soll aber nicht zusätzlichen Druck aufbauen, denn dieser stellt wiederum einen ernstzunehmen Migränetrigger dar.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Ich weiss nicht wie es anderen geht, ich selbst habe für mich mal den Unterschied untersucht. Wenn ich nicht auf die 24 Uhr achte, sondern mich an die 24 Stunden halten würde, dann hätte ich im Monat ungefähr 2 Schmerzmitteltage mehr.

    Aber natürlich ist es richtig, man darf das alles nicht zu verkrampft sehen, und muss vor allem, sich selbst ein wenig einschätzen können. Denn wofür das ganze Theater, wenn man eh nicht so schnell in den MÜK kommt

    .

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo Bettina,

    ich danke Dir auch für Deine schnelle Antwort. Ja, Du hast recht man darf sich nicht verrückt machen . Da es mir in den letzten 3 Monaten sehr, sehr schlecht ging ist es manchmal schwer, sich nicht verrückt zu machen.

    @sternchen: „Wenn ich nicht auf die 24 Uhr achte, sondern mich an die 24 Stunden halten würde, dann hätte ich im Monat ungefähr 2 Schmerzmitteltage mehr….“
    Witzigerweise wäre es bei mir im letzten Monat nämlich genau anders herum gewesen, ich hätte mir zwei Schmerzmitteltage ersparen können.

    LG

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    🙂 ja, das ist wieder typisch für unsere Migräne.

    Sie macht was sie will, …..und besonders gerne dann, wenn wir es nicht erwarten.

    Alles Gute für Dich
    Lieber Gruß
    Sternchen

    Sandra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Hallo,
    ich hatte bis vor meinem Aufenthalt in Kiel einen MÜK, weil ich deutlich mehr Triptane genommen habe als ich sollte, so um die 15-20 im Monat.
    Seit der Medikamentenpause in Kiel, die ich 6 Wochen durchgehalten habe (ist schon länger als 1 Jahr her) halte ich mich streng an die 10er Regel, aber ich komme kaum hin damit, muss immer Anfälle aushalten (Horror pur – endet fast immer im Status migraenosus) oder mit Cortison die restlichen Tage des Monats überbrücken.
    Ich schaffe sehr selten mehr als 2 Tage ohne Schmerzen am Stück, jetzt im Januar habe ich mal wieder jeden zweiten Tag Migräne.

    Ich bin wirklich am Ende. Kann es sein, dass ich schon wieder einen MÜK habe, obwohl ich mich an die Regel gehalten habe? Es hieß in Kiel ja auch, dass die 10er Regel für den durchschnittlichen Patienten gilt, aber vielleicht sind 10 für mich schon zu viel? Was kann ich noch tun? Die Pause damals hat mir nichts genützt…

    Grüße von Sandra

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sandra,

    es kann auch sein, dass Du gar nicht im MÜK bist, sondern chronische Migräne hast. Dies sollte mal abgeklärt werden, denn in dem Fall müsstest Du Dich nicht so oft plagen. Ich kann an mehr als 10 Tagen im Monat behandeln, ohne in einen MÜK zu kommen. Ich muss schon ordentlich über längere Zeit drüber sein, dass ich einen MÜK entwickle. Daher behandle ich eigentlich jede Attacke, aushalten kann und will ich nicht mehr.

    Andererseite könnte es natürlich auch sein, dass Du weniger als 10 Behandlungstage verträgst. Das solltest Du wirklich schnell abklären lassen, damit Du nicht so oft leiden musst.

    Welche Prophylaxe nimmst Du denn? Hier sollte man auf jeden Fall nochmal ansetzen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sandra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Hallo Bettina,

    erstmal: Du bist wirklich eine Wucht, dass du so schnell antwortest! Vielen Dank!
    Ich nehme zur Zeit keine Prophylaxe mehr bzw. setze das Topiramat gerade ab, weil es mir nichts gebracht hat. Vor ein paar Tagen hab ich dazu auch etwas im Forum geschrieben, vielleicht erinnerst du dich.
    Wie könnte ich das denn abklären lassen? Hier in meiner Umgebung war ich bei mehreren Neurologen (insgesamt 5), aber sie hatten alle keine echte Ahnung von Migräne, manche gaben das auch offen zu, genau wie meine beiden Hausärzte… Einer hatte nur die Idee, mich nach Kiel zu schicken.
    Wenn ich nicht am anderen Ende des Landes wohnen würde, würde ich mal in die Sprechstunde der Klinik kommen, aber das ist so ein weiter Weg und Reisen ist kein Spaß für mich.
    Wie kann ich herausfinden, ob ich eine chronische Migräne habe? Würde das bedeuten, dass ich so viel Triptane nehmen darf, wie ich will? Das hab ich ja früher getan, irgendwann war die Wirkung aber bei Null.

    Ich bin doch erst 23 Jahre alt und habe mittlerweile nichts mehr als Migräne, das Studium muss ich jetzt auch unterbrechen, weil es nicht mehr weitergeht und die Depressionen so schlimm geworden sind. Hast du irgendeine Idee?

    Viele Grüße
    Sandra

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sandra,

    hattest Du nach der 6-wöchigen Medikamentenpause nach Kiel denn mal drei schmerzfreie Tage am Stück? Wenn nein, kann man fast sicher davon ausgehen, dass Du nicht mehr im MÜK hast und somit die Diagnose chronische Migräne stehen würde. Das sind nämlich die Feststellkriterien.

    Auch mit chronischer Migräne darf man nicht behandeln, so viel man will. Auch dann kann man noch zusätzlich in den MÜK kommen, was dann heißen würde, dass man überhaupt keinen schmerzfreien Tag mehr hat und kaum mehr Wirkung der Triptane. Also trotzdem sehr aufpassen, aber die Regel muss dann nicht mehr so eng gesehen werden.

    Es ist wichtig, dass Du eine gut wirkende Prophylaxe hast, um die Schmerztage hierüber reduzieren zu können. Botox wäre auch noch eine Möglichkeit.

    Ich würde Dir sehr raten, so schnell wie möglich einen erneuten stationären Termin in der Schmerzklinik zu planen. Es muss alles unternommen werden, damit Du weiter studieren und weiter voll im Leben bleiben kannst.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Sandra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Hallo Bettina,

    ein Blick in meinen Schmerzkalender von damals sagt, dass ich während der Pause Phasen von bis zu 6 Tagen ohne Schmerzen hatte. Sobald ich wieder mit den Triptanen angefangen habe, haben sich diese Phasen ganz schnell auf 4, dann auf max. 3 Tage verkürzt. In ganz seltenen Ausnahmen hatte ich seitdem (Sept. 2013) mal mehr als 3 Tage schmerzfrei am Stück.

    Ich habe die CME-Weiterbildung von Prof. Göbel zu Botox gelesen, die im Forum verlinkt ist. Besonders enthusiastisch klingt es ja nicht, oder? „Der therapeutische Gesamteffekt war nicht sehr ausgeprägt“ – meinst du wirklich, dass sich das noch lohnt für mich? Mein Körper hat bisher jede Prophylaxe verweigert, egal was es war.
    Glaubst du, ich hätte überhaupt eine Chance, dass meine Kasse mir schon wieder einen Aufenthalt in Kiel zahlt? Was könnte man dort denn für mich noch tun?
    Wäre es sinnvoll, nochmal eine Medikamentenpause zu machen? (Das ist die schlimmste Folter, die man mir antun kann, deswegen möchte ich das nur nochmal durchmachen, wenn es sich lohnen könnte…)

    Viele Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sandra,

    inzwischen gibt es noch viel mehr Erfahrungswerte und auch Studien, mit eindeutiger positivem Effekt. Auf jeden Fall würde sich ein Versuch lohnen! Nach einem Jahr kann man in aller Regel wieder stationär gehen, sprich doch mal mit Deinem Arzt darüber.

    Bei schwierigen Situationen – und das ist bei Dir schwierig – ist ein erneuter stationärer Aufenthalt allemal einem ambulanten vorzuziehen. Es geht um viel bei Dir, man darf jetzt nichts versäumen und auch nichts auf die lange Bank schieben.

    War die Medikamentenpause in Kiel so eine Folter für Dich, oder hattest Du sie zu Hause durchgezogen? Ob eine Pause nötig ist oder nicht, kann ich Dir leider nicht sagen. Das muss der Arzt mit Dir zusammen herausfinden.

    Da Du doch mal längere schmerzfreie Pausen hattest, zeigt zumindest, dass kein MÜK mehr bestand. Ob die Diagnose chronische Migräne gestellt werden kann, sollte nochmals genau geprüft werden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sandra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Liebe Bettina,

    ich habe die Pause in Kiel 2 Wochen lang angefangen und dann noch vier Wochen zu Hause weiter durchgehalten, obwohl ich die 3 schmerzfreien Tage schon früher hatte.
    Es ist jedes Mal eine Qual, einen Anfall auszuhalten, das endet fast immer in einem Status. Dann nehme ich wieder Cortison, so wie jetzt gerade. Anders komme ich einfach nicht über die Runden, auch wenn das Cortison nicht nur Vorteile hat.
    Das mit dem Botox überlege ich mir noch. Es war bisher bei allen Prophylaxe-Versuchen ein Reinfall, und dann kommt immer die große Enttäuschung. Im Forum hier gibt es auch nicht so viele Beiträge, die von großen Botox-Erfolgen berichten, wenn ich das richtig gesehen habe.
    Es ist eben nicht so einfach – wenn man eine Behandlungsoption ablehnt oder auch nur skeptisch ist, heißt es von allen Seiten sofort: Na, dann kann es ja nicht so schlimm sein! Man fühlt sich direkt verpflichtet, alles auszuprobieren, egal wie sinnlos es vielleicht ist. Aber gegen die Folgen für die Seele gibt es keine Tabletten – ich habe sie alle getestet, aber glücklich(er) macht nichts davon.

    Grüße von Sandra

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Sandra,

    ich hab große Vorteile von Botox. Nicht unbedingt immer gleich gut und auch was die Häufigkeit der Migräne angeht nicht so doll. Aber meine Anfälle, die früher meist 4-7 Tage angehalten haben und teils sehr stark waren, sind jetzt meist mit 1 oder 2 Tagen erledigt und auch deutlich besser zu ertragen. Also einen Versuch ist es m. E. immer wert. Wenn man es dir in Kiel empfohlen hat, nimm die Chance war.
    Beim Kortison sind die Nachteile deutlich schwerwiegender als die Vorteile. Bitte unbedingt ganz vorsichtig einsetzen., du kannst dir Schäden für’s ganze Leben einhandeln.
    Wie oft nimmst du denn zur Zeit das Kortison?

    Gute Besserung,
    Julia

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 674

    Hallo,

    ich habe zwei Fragen:
    1. Hat es einen Vorteil-/Nachteil, wenn ich zwischen Maxalt und Sumatriptan wechsle?
    Hintergrund: Im Rahmen von Kinderwunsch nehme ich vor Einsetzen der Regel nur Sumatripan und anschließend bis zum Eisprung wieder Maxalt.

    2. Seit einigen Wochen wirken die Triptane nicht mehr so schnell. Bei Maxalt hat z. B. die Wirkung bei frühzeitiger Einnahme manchmal schon nach ca. 30 Min. eingesetzt, spätestens aber nach ca. 60 Min.
    Heute morgen z. B. hatte ich nach 2 Stunden immer noch (leichte) Kopfschmerzen und Übelkeit. Beides verschwand erst nach ca. 4 Stunden.

    Ist das ein Hinweis auf einen MÜK?

    Ich bin etwas frustriert: Jahrelang habe ich für mich die 10-20-Regel so ausgelegt (ich glaubte, das wäre richtig), dass die Einnahme innerhalb von 24 Stunden (auch wenn sie über zwei Tage geht) als ein Tag zählt. Anders würde ich auch überhaupt nicht hinkommen und das, obwohl ich die Migräne zwischendurch ohne Schmerzmittel aushalte (was wirklich kein Zuckerschlecken ist:(; mein Mann meint, das wäre masochistisch …).

    Viele Grüße!
    Susisonne

    PS: Schön mit den Fotos – war lange nicht mehr hier …

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Susisonne,

    es ist schon blöd, wenn die Tristane nicht so toll wie gewohnt wirken.
    Ich benutze immer nur ein und das selbe Triptan. Deshalb kann ich zu dem Wechsel nichts sagen.

    Aber generell ist es ja so, dass sich die Migräne immer mal wieder ändert und auch die Wirkung der Medikamente muss nicht von unendlicher Dauer sein. Das muss dann zwar nicht gleich heißen, dass das Triptan nicht mehr das Richtige ist. Wenn es allerdings all zu schlimm wird, und die Wirkung zu lange dauert, kann man auch mal ein anderes Triptan ausprobieren.

    Ich warte sehr oft auf die Wirkung 3-5 Stunden. Das ist sicher nicht toll, aber für mich machbar.

    Von einem MÜK würde ich deshalb auch nicht gleich ausgehen. Ließ mal hier im Forum was einen MÜK ausmacht. Da gibt es viele weitere Kriterien.

    Ich wünsche dir dass sich der alte Zustand schnell wieder herstellt. Meine Daumen sind gedrückt.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Hallo Susisonne,

    1. Ein Wechsel zwischen zwei Triptanarten hat keine Nachteile. Ich wechsle auch immer wieder mal zwischen AscoTop 5 mg und Imigran Injekt. Je nachdem, wie die Attacke sich zeigt.

    2. Es muss kein Zeichen für einen MÜK sein – kann aber ein beginnender MÜK sein. Du weißt ja selbst am besten, inwiefern Du Dich an die 10/20-Regel halten kannst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Nelie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 17

    Hallo, ich bin hier ganz neu und noch nicht so versiert im chatting…
    Bin 54, Migräne seit wohl 40 Jahren, seit 5 Jahren chronifiziert (tägl. KS, immer halbseitig rechts oder links, mit 2 bis 5 „richtigen“ Migränetagen pro Woche) und hadere wie ihr alle anscheinend auch, mit der 10/20 Regel (meinen 1. und wahrscheinlich einzigen MÜK hatte ich vor 25 Jahren mit Ergotamin…) Wenn ich alle Antworten richtig lese, zählt wohl am ehesten der Kalendertag als Kriterium „1 Einnahmetag“. Also zb heute Mittwoch 14.12. von 00:01 bis 23:59.
    Ich halte mich akribisch daran, bin seit Jahren nicht über 8-10 nach obigen Kriterien definierten Einnahmetagen.
    Also heisst es täglich abwägen: was nehmen? In meinem Fall relpax 40 plus 500mg naproxen, meist 2 mal? Oder doch lieber Schmerzen aushalten und den Einnahmetag „aufsparen“ für die ganz wichtigen Tage??
    Fördert man damit nicht die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses?
    Diese Frage, liebe Forenteilnehmer konnte mir noch niemand zufriedenstellend beantworten, selbst Schmerzspezialisten nicht.
    Prophylaxen z zt Venlafaxin, Amitryptilin, Bisoprolol in kombination + alle 3 monate botox. Liebe Grüsse an alle

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 489

    Hallo NeLie,

    erst einmal willkommen im Forum.

    Fördert man damit nicht die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses?
    Diese Frage, liebe Forenteilnehmer konnte mir noch niemand zufriedenstellend beantworten, selbst Schmerzspezialisten nicht.

    Das kann Dir niemand beantworten, weil die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses bislang auch nur wenig erforscht wurde.

    Das Schmerzgedächtnis ist ja nicht ’nur‘ ein psychologischer Vorgang, sondern basiert auf Veränderungen der Schmerzverarbeitungsmechanismen im Gehirn und im Rückenmark. Grundsätzlich werden die ‚grob gesagt‘ durch chronischen Schmerz überlastet.

    Durch Schmerzmedikamente werden sie aber auch überlastet mit der hauptsächlichen Wirkung, dass die körpereigenen Schmerzeduzierungsmechanismen geschädigt werden, was dann zu höherem Schmerzmittelgebrauch führt.

    Chronischer Schmerz ist nicht gut für chronischen Schmerz;-) Aber es sieht deutlich so aus, dass zu häufige Medikation noch schlimmer ist.

    Es gibt wohl noch nicht viel ausgesprochene Forschung zu diesem Gebiet (falls hier doch jemand gute Artikel hat, bitte mir schicken). Es gibt aber ein paar auch allgemeinverständliche Artikel zu chronischem Schmerz und Opioiden. Die zeigen hauptsächlich, dass die beständige Einnahme von Opioiden (bei Ratten) das Schmerzgedächtnis bei Rückenschmerzen verstärkt!

    Ist also so ähnlich wie den Teufel mit Beelzebub austreiben.

    Bislang geht die wissenschaftliche Meinung meines Wissens davon aus, dass die Abschwächung der Schmerzeduzierungsmechanismen durch Schmerzmittel eine stärkere Wirkung hat als der chronische Schmerz auf die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses.

    Deshalb ist ja auch die Prophylaxe so notwendig, weil nur sie bislang eine Linderung dieses Dilemma in den Raum stellt.

    Nichts bleibt – alles vergeht, sogar der Schmerz (nur halt nicht schnell genug)

    glückdererde

    Nelie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 17

    Hallo glückdererde,
    vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort, bin heute zum ersten Mal wieder im Forum. Heute vor allem, um danke zu sagen…
    Bildschirmarbeit, im web surfen, TV etc. geht bei mir immer nur kurz.
    Ich versuche weiterhin, so wenig Schmerzmitteltage wie möglich pro Monat einzuhalten. War seit Jahren ohnehin noch nie über 10 (meistens 6- max. 8 Einnahmetage).
    Diesen Monat (01/2017) bisher 5 Medikamententage. Laengstes medifreies Intervall 9 Tage. Davon komplett schmerzfrei 1Tag… müssen es tatsächlich 3 Tage am Stųck sein? Oje…

    Und jetzt noch eine „buchhalterische“ Frage: darf man für sich persönlich auch ein vom Kalendertag abweichendes 24 std Intervall als „1 Einnahmetag“ festlegen ? ZB jeweils von 22 Uhr bis 22 Uhr am Folgetag? So eine Art persönliche biorhythmus-affine Schmerzmittel-Zeitzone?

    Viele liebe Grüsse Nelie

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5623

    Liebe Nelie,

    da Buchhaltungen immer korrekt sein müssen ? , ist das bei den Einnahmezeiten auch so. Mitternacht ist die Zeitgrenze, an der ist leider nicht zu rütteln. Prof. Göbel wurde genau das übrigens mal bei einem Forentreffen gefragt und er meinte damals, dass eine feste Regel sein müsse.
    Nimmst du also z.B. ein Triptan um 23.59 Uhr und das Naproxen dazu um 0.01 Uhr sind das zwei Einnahmetage. Ganz penibel dargestellt.

    Wobei wir (hoffentlich ? ) alle einen gesunden Menschenverstand haben, der diese Zeiten in unserer persönlichen Wahrnehmung berücksichtigt. Mach dir in deinem Schmerzkalender doch einen entsprechenden Vermerk dazu.

    Auf keinen Fall sollte man aber irgendein Medikament früher als unbedingt nötig einnehmen, nur damit man nicht noch einen extra Tag aufschreiben muss!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 5 Monate von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 5 Monate von  heika.
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