10-Tage-Regel

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  • Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Nelie, liebe Heika,

    aber doch auch auf gar keinen Fall zu spät, um einen bisher „guten“ Tag zu retten. Dann gefährdet man die gute Wirksamkeit, wenn die Attacke schon zu lange gelaufen ist.
    Ist immer wieder schwierig, das richtig hinzukriegen.

    Ich hab es eine Zeit lang mal so „biorhythmusaffin“ versucht. Bringt nicht wirklich viel. Man ist aber ja auch immer noch selbst dabei und kann dann evtl. mal schummeln, wenn es einem guttut 😉

    Liebe Grüße und gutes Weiterfeilschen so lange es nicht direkt in den MÜK führt,
    Julia

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    vor einiger Zeit fragte ich Prof. Göbel, ob es Sinn macht, durch das verschieben der Einnahme der Medi´s, auf nach 24 Uhr, einen Einnahmetag einzusparen, um dadurch in der 10/20iger Regel zu bleiben. Er antwortete mit „Ja“

    Sicher muss jeder für sich ein Gefühl entwickeln, wie schnell die Grenze zum MÜK überschritten ist.

    Sternchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Hm, ich überlege gerade, wie lange ich persönlich denn bereit wäre, die Einnahme eines Triptans hinauszuzögern, um den laufenden Tag noch als Schmerzmittel-frei eintragen zu können. Vermutlich: Um 23.45 Uhr maximal 15,1 Minuten ? . Und auch das nur, weil sich meine Attacken zum Glück langsam aufbauen.

    Denn wir wissen ja, dass man eigentlich früh behandeln sollte, damit die Attacke gar nicht erst zur vollen „Entfaltung“ kommt; und deshalb auch mit einer ausreichenden Schmerzmitteldosierung und nicht zu zögerlich.

    Wenn ich an die Anfänge meiner Erkrankung denke, bei denen ich definitiv kaum Ahnung vom Migränegeschehen hatte, lag ich mit meinem Verhalten völlig falsch: Erst versuchte ich, die Attacke ohne Medis auszuhalten, was aber in 99,9% der Fälle eh nicht klappte. Danach versuchte ich es mit einem angeblich sanfteren, ganz normalen Schmerzmittel, weil ich dachte, dass die Triptane den Körper stärker belasten würden. Damit klappte eine schmerzstillende Wirkung aber auch in 99,9% der Fälle nicht, so dass ich dann doch noch ein Triptan nachlegen musste. Und durch den späten Zeitpunkt war die Wirkung manchmal nicht mehr optimal.
    Ich habe es mir damals so viel schwerer gemacht als nötig!

    Heute weiß ich es zum Glück besser und erspare mir viele unnötige Schmerzen! Wobei ich dazu sagen muss, dass ich selten an der 10-12er Grenze der Schmerzmittel-Einnahmetage kratze. Damit kann man das Ganze natürlich ein wenig entspannter sehen.

    Letztlich pflichte ich Sternchen bei, dass man selber ein Gefühl für den individuell besten Weg finden muss.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 5 Monate von  heika.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo, ich bin neu im Forum, habe jetzt aber schon einiges gelesen.

    Für mich bleiben aber trotzdem noch Fragen offen.

    @bettina: An einer anderen Stelle im Forum, zum Thema „Migräne aushalten“ empfiehlst Du, Vomex einzunehmen. Zählt dann die Einnahme von Vomex nicht zu den Tagen mit Medikamentengebrauch?

    Ein weiteres Problem für mich, ist diese Kalendertageregelung, denn oft kommen meine Kopfschmerzen am Abend und werden dann in der Nacht so schlimm, dass ich nicht mehr schlafen kann.
    Da ich aber morgens früh rausmuss, gehe ich zeitig zu Bett.
    Für ein Triptan ist es dann meistens noch zu früh.
    Am besten hilft es mir dann, wenn ich am Abend noch eine Ibuprofen nehme und morgens so gegen 5:00 Uhr ein Triptan.
    Dadurch hätte ich dann zwei Medikamententage, obwohl die Einnahme nicht einmal 8 Stunden auseinanderliegt. Das verschärft die 10/20 Regel für mich schon ungemein, obwohl ich insgesamt gar nicht so viele Medis zu mir nehme.

    LG Anna

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Willkommen Anna,

    Vonex zählt nicht in die 10/20 Regel. Somit eignet es sich gut, um vielleicht den einen oder anderen Behandlungstag einzusparen.

    Vomex selbst sollte man, unabhängig von der 10/20 Regel, auch nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat einnehmen, da es sonst eventuell nicht mehr optimal wirkt.

    Für die 10/20 Regel nimmt man den Kalendertag. Das ist natürlich doof, wenn der Abstand zwischen der Medikamenteneinnahme klein ist, oder der Anfall kurz. Aber irgendwo muss man sich eine klare Regel geben, und da ist die Kalendertagreglung am leichtesten zu handhaben. Die Hin-und Her-Rechnerei würde das Ganze nur kompliziert machen, und letzten Endes „betrügt“ man doch nur sich selbst ?

    Ich weiß von Migränikern (unter anderem auch ich ?), die die Medikamenteneinnahme bis Mitternacht verzögern, um einen Tag einzusparen. Haha, was macht man nicht alles ?

    LG

    Jojo

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Jojo,

    Vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Bis Mitternacht zu warten, würde meinen Rhythmus zu sehr durcheinander bringen, fürchte ich. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht eher kontraproduktiv wäre.

    Da scheint mir die Idee mit Vomex eine bessere Alternative zu sein.
    Das muss ich doch mal ausprobieren. Die sedierende Wirkung ist vielleicht zusätzlich hilfreich.

    Wie sieht es da eigentlich mit Verträglichkeit und Nebenwirkungen aus?

    LG Anna

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Ganz sicher ist Vomex die bessere Lösung ? Ich habe dir das auch nur als lustige Anekdote geschrieben, und nicht als Aufforderung, die Behandlung jedes Mal bis Mitternacht hinauszuzögern. ?

    Ich weiß nur, dass Vomex sehr schläfrig machen kann, und würde es nicht nehmen, wenn du zum Beispiel noch mit dem Auto raus musst, usw.

    Zusätzlich zum Vomex nehme ich dann auch noch immer Magnesiumtütchen. Die können den Anfall auch eventuell abfangen oder abschwächen.

    LG

    Jojo

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Nunja, wer weiß, vielleicht mal im Urlaub…;)

    Nein im Ernst, ich bin für jeden Tipp dankbar und sauge hier gerade alles auf wie ein Schwamm, aber sicherlich muss jeder für sich selbst herausfinden, womit er am besten zurecht kommt.

    Lieben Gruß und gute Nacht
    Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 5 Monate von  Anna.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Liebe Anna,

    Vomex gibt es in 50 mg Tablettenform und dann die deutlich höher dosierten 150 mg Zäpfchen. Ich persönlich nehme immer die Zäpfchen, meist abends, denn wenn ich zu den Zäpfchen greifen muss, halte ich eine Attacke aus, es geht mir also eh total schlecht und dann bin ich froh um alles, was nicht über den Magenweg gehen muss.
    Morgens bin ich allerdings immer noch recht duselig und setze mich auf keinen Fall hinters Steuer, wie Jojo das ja auch schon treffend geschrieben hat.

    Ich vertrage Vomex sehr gut und außer dass es mich schläfrig macht, habe ich keine anderen Wirkungen. Wenn du dich generell mal wegen des Mittels schlau machen möchtest, kannst du ja „Dr. Google“ befragen, da findest du alles ausführlich beschrieben.

    Lieber Gruß
    Heika

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Anna,

    irgendwie kommt es mir so vor, als würdest du das Einsammeln von guten Tipps vom falschen Ende her betreiben.
    Es ist schwierig, gute Ratschläge zu geben, wenn man gar nicht so recht weiß, auf welchem Wissensstand du bereits bist. Hast du diagnostizierte Migräne? Auch andere Kopfschmerzen? Seit wann? Bist du bei einem Neurologen in Behandlung?
    Offenbar hast du noch jede Menge Beratungsbedarf, oder irre ich mich?

    Vielleicht wäre es besser, du würdest dir einen eigenen Schmerzverlauf in der Gruppe „mein persönlicher Schmerzverlauf“ anlegen. Dann hättest du bestenfalls später mal alle Tipps für dich immer wieder abrufbar an einer Stelle.

    Jetzt aber noch zu deiner Idee, weil es noch zu früh ist, erst ein Schmerzmittel zu nehmen und dann nach 24 Uhr erst das Triptan. Wenn du sicher sein kannst, dass es immer eine Migräne ist, (ist bei mir so), bringt es evtl. mehr, ganz rechtzeitig das Triptan zu nehmen. Und dann, so mach ich es, wenn ich merke, dass das ein heftiger Anfall wird, gleich 500 mg Naproxen zur Wirkverlängerung und -verstärkung dazu.

    Vomex, das Dimenhydrinat, gibt es übrigens ganz billig auch als Reisetabletten.

    Alles Gute und viele neue und nützliche Erkenntnisse wünsche ich dir,
    Julia

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Julia,

    hier nur in Kürze (ich werde mir möglichst bald die Zeit nehmen, um das mit meinem Schmerzverlauf zu schreiben).

    Kopfschmerzen, wie sie wohl fast jeder mal hat, habe ich ganz ganz selten und wenn, dann arten sie fast immer in eine Migräne aus.
    Bisher habe ich noch nichts gefunden, das eine beginnende Migräne stoppen kann.
    Die Triptane wirken bei mir nicht, wenn ich sie zu früh nehme.
    Wenn ich sehr früh Ibus nehme, dann kommt die Migräne zwar trotzdem, wird aber nicht so schlimm, dass ich mich erbrechen muss.
    Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass ein Mittel gegen Erbrechen genauso hilfreich sein könnte.
    Ich würde es auf jeden Fall gerne mal ausprobieren.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Anna,

    muss ja kein Roman werden, ein paar Eckdaten, auf denen wir aufbauen können.
    Kennst du das Buch von Prof. Göbel “ Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Ist absolut sinnvoll, du findest es rechts unten in der Sidebar, genau wie die Rubrik Migränewissen.

    Ich denke, du machst einen Gedankenfehler. 1. Eine Migräne noch stoppen klappt selten, aber durch MCP oder Domperidon, vor den Triptanen genommen, bringt man die Magen-Darm- Beweglichkeit wieder in Gang und dann wirken auch die Triptane meist. Wenn das dann rechtzeitig geschieht, ist man meistens beschwerdefrei oder es wird zumindest deutlich besser. Diese Wirkung hat Vomex allerdings nicht.
    Und 2. Kopfschmerzen, die dann irgendwann in Migräne übergehen, sind meistens schon von Anfang an Migräne, die man dann auch rechtzeitig mit Triptanen behandeln sollte. Probier es mal aus.

    Alles Gute,
    Julia

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Julia,

    ich habe jetzt mal was geschrieben, zumindest mal einen Anfang gemacht.

    Das Buch kenne ich schon, aber danke trotzdem für den Tipp.

    Welche Wirkung hat Vomex nicht? Die Magen-Darm-Beweglichkeit in Gang bringen?
    Ich muss zugeben, mit diesen Medis kenne ich mich noch nicht aus. Ich habe immer nur Schmerzmittel und Triptane genommen.

    LG Anna

    Tomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 70

    Hallo,

    ich glaube ja , das 10 Tage mit Triptan im Monat schon in den MüK führen können.
    Das haben mir auch Ärzte gesagt.
    Ich selber konnte bei weniger Einnahmen im Monat auch eine Veränderung der Wirkung feststellen, so kam bei Maxalt der Wiederkehrkopfschmerz nach vielen Monaten der Einnahme immer häufiger, was anfangs garnicht war.

    Anja
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Bei mir ist es auch so, daher lautet die Regel bei mir 8/22. Da ich aber ca. 14 Migränetage im Monat habe, bedeutet das für mich 6 Tage Hölle. Ich überlege manchmal, ob es meine Lebensqualität erhöhen würde, wenn ich jedesmal behandel und 1 -2-mal im Jahr eine Medikamentenpause mit Cortison und Sedierung mache.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 4 Monate von  Anja.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Tomi,

    ja natürlich kann bei manchen Personen der MÜK schon bei weniger als 10 Schmerzmitteln im Monat kommen. Ich pers. gehöre auch dazu. Die 10/20ger Regel ist auch nur ein Richtwert und sollte ein Anhaltspunkt sein.

    Möglich, dass sich bei dir das Migräneverhalten (Wiederkehrkopfschmerz) unter der Einnahme von Triptanen verändert hat. Aber genau so möglich ist es auch, dass sich dein Migräneverhalten auch ohne Triptan so verändert hätte. Wie bei den meisten von uns verändert sich die Migräne im Laufe der Zeit. Da ist es schwer zu sagen, was wäre wenn.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Diese Überlegung kann ich gut nachvollziehen Tipako.

    Auch ich hatte diese Überlegung schon. Ich habe für mich gelernt, Schmerzmittel und Triptane dann einzusetzen, wenn es unbedingt nötig ist. Alle anderen Attacken überwinde ich mit anderen Mitteln. (Jeder hat da so seine eigenen Möglichkeiten und Erfahrungen) Manchmal behandele ich Attacken erst ab dem 2. Tag, und ab und zu ertrage ich auch mal eine Attacke am letzten Tag ohne Schmerzmittel. Zu Beginn und am Ende des Anfalls ist die Attacke nicht auf ihrem Höhepunkt und somit leichter auszuhalten.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Anja
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Danke für deine Erfahrung. Ich werde es auch mal versuchen, erst am 2. Tag zu behandeln. Die Schmerzstärke ist bei mir leider schon am 1. Tag innerhalb von ca. 3 Stunden extrem stark. Mir machen die Schmerzen nach wie vor Angst, ich glaube sogar, die Angst wird immer heftiger, weil ich ja weiß, was mir bevorsteht. Daher habe ich bisher schon am 1. Tag behandelt. Außerdem hoffe ich immer, dass ich in dem Monat nur 8 Migränetage haben werde. Aber das ist eigentlich nie der Fall. Ich werde es ab März probieren, erst am 2. Tag zu behandeln. Diesen Monat darf ich nichts mehr nehmen … noch 4 Tage ?

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Tipako,

    ich verstehe das sehr gut. Da braucht wohl jeder seine eigenen Erfahrungen. Auf jeden Fall darf man es nicht zu verkrampft amgehen. Das wäre kontraproduktiv. Angst ist für die Migräne eher ein Trigger und natürlich kein guter Ratgeber.

    Also versuch ganz entspannt für dich die beste Möglichkeit herauszufinden, ob und wann du am besten einsparen kannst.

    Ich bin für einen MÜK besonders empfänglich, wenn ich an mehr als an 3 Tagen in Folge ein Triptan oder Schmerzmittel nehmen muss. Dann lege ich auch schon mal eine Pause von mind. 1 – 2 Tagen ein.

    Ganz viel Erfolg
    wünscht
    Sternchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Lieber Tomi,

    mir ging das mit Maxalt genauso, dass ich nach einer gewissen Zeit das Gefühl hatte, dass es nicht mehr so gut wirkte bzw. dass es kürzer wirkte als zu Anfang.

    Ich habe dann zuerst auf Sumatriptan umgestellt, da war mir aber die Wirkzeit zu kurz, so dass ich bei meinen zweitägigen Attacken bis zu vier Tabletten brauchte.

    Schließlich bin ich bei Allegro (Frovatriptan) gelandet, einem sanften, aber lang wirkenden Triptan. Da reicht mir in der Regel eine Tablette pro Attacke und die Wirksamkeit ist seit vielen Jahren unverändert gut. Es kann also auch am Triptan liegen und nicht nur an einem veränderten Migräneverlauf.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 4 Monate von  heika.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Ja genau Tomi, vielleicht wäre das auch für dich eine gute Alternative. Ich pers. finde Heika´s Vorschlag super.

    Auch ich profitiere von dem langwirksamen Allegro. Vielleicht könntest du so die Einnahmetage reduzieren, und hättest öfters mal kein 10/20ger Problem.

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Bei mir ist es genau umgekehrt wie bei Sternchen.

    Erstens komme ich nicht leicht in den MüK, auch wenn ich zwischen 10 und 15 Behandlungstagen habe.

    Zweitens komme ich persönlich besser klar, wenn ich am zweiten Tag nicht behandle. Ich behandle am ersten Tag ordentlich. Ich kann die richtig fiesen Schmerzen nämlich auch gar nicht mehr aushalten. Tipako, ich kann dich so gut verstehen. Zwar habe ich keine Angst, aber irgendwie habe ich null Energie mehr für das Aushalten.

    Dann bin ich am zweiten Tag morgens meist noch okay, und hangle mich am Nachmittag und am Abend mit viel Ruhe, Magnesium, Cefaly, Eis… noch so durch. Wenn es sein muss, behandle ich dann nochmals in der Nacht, und wache am dritten Tag weitgehend schmerzfrei auf.

    Mein „System“ erlaubt es mir, auch fast immer arbeiten zu gehen. Da ich, außer an einem Tag, nur morgens unterrichte, ist das für mich die ideale Vorgehensweise.

    Da muss aber jeder selbst herausfinden, was besser zu ihm passt.

    Migräne fordert halt immer wieder unsere Kreativität heraus ?

    LG

    Jojo

    Tomi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 70

    Moin Ihr Lieben,

    ja, von Maxalt bin ich ab !

    Habe jetzt Naratriptan, ich finde es extrem langsam wirkend.
    Ist der Magen nicht leer, dauert es sehr lange, nicht optimal.
    Manchmal wirkt es auch nicht.

    Allegro wäre wohl eine Alternative, weil stärker, ist aber von der Zuzahlung teuer ?

    An Zolmitriptan habe ich auch gedacht, z.B. als Nasenspray.
    Nur wirkt das wohl nicht so lange und wenn man mal die Migräne über 3 Tage hat, eignet es sich auch ?

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Hallo Tomi,

    Allegro ist das schwächste Triptan von allen, da wirst du ebenfalls Probleme haben. Bei mir dauert es bei leerem Magen ca. 2 Stunden, bis die Wirkung eintritt. Nehme ich es zu früh nach dem Essen, verzögert sich die Wirkung nochmals um eine oder mehrere Stunden und kann auch schwächer sein. Dann nehme ich zusätzlich 500 mg Naproxen, weil dieses Mittel die Wirksamkeit des Triptans verstärkt (und die Wirkdauer bei kürzer wirkenden Triptanen verlängert).

    Da sich meine Attacken relativ langsam aufbauen, komme ich damit gut klar. Bei schnell explodierenden Attacken, in denen gleichzeitig die Übelkeit schon stark ausgeprägt ist, muss man nach Alternativen suchen.

    Dieses Triptan hat die längste Halbwertszeit von allen, ca. 20 Stunden.
    Die Zuzahlung ist wirklich hoch, ich bezahle für eine 12-er Packung zurzeit über 33,-€. Da es für mich aber keine Alternative gibt, muss ich da wohl oder übel durch.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Mir gehts wie Jojo, dass ich auch nicht so schnell in einen MÜK komme. Daher behandle ich jede Attacke, versuche aber, mit Prophylaxen dafür zu sorgen, dass ich nicht zu viele habe.

    Maxalt und andere kurz wirkende Triptane können schneller in einen MÜK führen, da man öfter nachlegen muss. Andererseits können stark, aber kurz wirkende Triptane die Attacke komplett kupieren, sodass sie gar nicht mehr wiederkommt. Hier muss man jonglieren und die eigenen Erfahrungen machen.

    Relpax wirkt stark und lange (aber nicht so lange wie das eher schwach wirkende Allegro) und könnte eine Option darstellen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Nelie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 17

    Hallo und lieben Dank an Euch alle, die seit meinem ersten Besuch im Januar 2017 ihre Erfahrungen schildern. Bei fast jedem von Euch finde ich mich irgendwie wieder… und ich muss gestehen, dass ich erst gar nicht geblickt habe, dass noch eine Fülle weiterer Antworten (auf der 2. Seite…) da war…

    Noch mal kurz zu mir: bin 55, Migräne seit 40 Jahren, als chronisch diagnostiziert seit 4 Jahren, Prophylaxe Bisoprolol 2,5mg, Amitryptilin 35 mg, Venlafaxin 150 mg, Botox alle 3 Monate, keine schmerzfreien Tage, lang anflutende und lang dauernde Anfälle, tapfer bemüht, und bisher nie über 10 Einnahmetage monatlich gekommen, Schmerzpsychotherapie seit Januar.

    Trotz meiner 40 Jahre „M“-Karriere und reichlich Erfahrung mit dem Thema: ja ich gebe es zu: Ich hadere nach wie vor
    – mit dieser bescheuerten Krankheit,
    – mit der mindestens ebenso blöden ERWARTUNGSANGST VOR jedem neuen Anfall,
    – mit der Rechnerei, wie viele Medi-Tage schon „verbraten“ sind und wieviel Monat leider noch übrig ist,
    – mit der Erschöpfung aufgrund der ständigen Schmerzen,
    – mit dem Damoklesschwert, wieder brav aufs Sofa zu müssen, anstatt mit meinen Lieben was Schönes zu unternehmen oder meinem über alles geliebten Beruf auch mal schmerzfrei nachzugehen.
    und insbesondere
    – mit dieser 1 Kalendertag = 1 Einnahmetag Regel:

    Vorausgesetzt, man beschummelt sich nicht selbst und beschönigt nicht seinen Medikamentenverbrauch, richte ich doch nochmal diese Frage an alle:

    ist nicht ein 24 Stunden Abschnitt mit maximal 2 Triptaneinnahmen für den Körper (und die Seele vor allem!!) verträglicher (man bedenke die Halbwertszeiten …), als die Einnahme eines 1. Triptans, sagen wir am 1.Mai um 0:01 und eines 2. Triptan an ebendiesem 1.Mai um 23:59??
    Bin gerade eingebrochen… habe von 0:01 bis heute 20:00 durchgehalten, wollte es bis morgen früh 00:01 schaffen und bin vorhin um 20:01 eingeknickt. Motilium, Relpax, Naproxen. Mist…

    Wenn ich jetzt Zeit hätte bis morgen 19:59, für die 2. Einnahme, empfände ich das als wirklich entlastend… Oder doch heute 23:59, damit es auch ja ein (Kalender-)tag bleibt?

    Danke für Euer Echo (und die Geduld beim Lesen…)
    Eure Nelie

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Liebe Nelie,

    Ich kenne viel, vom dem, was du hier beschreibst ?

    Ich kann deine Überlegungen so gut nachvollziehen. Aber man sollte sich wirklich an den Kalendertag halten.

    Ich gebe zu, dass, wenn ich um 23:00 Uhr, und dann nochmals um 2:00 behandle, ich trotzdem „mogle“. Auch einfach, weil es der Seele gut tut, und so hübsch auf dem Kalender aussieht.

    Ich ziehe es allerdings nie so lange, wie du es in deinem Beispiel beschreibst.

    Es geht schlussendlich um unseren Kopf, und wenn, wir „mogeln“, schaden wir keinem anderen als uns selbst ?

    Alles Liebe

    Jojo

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Nelie,

    jeder, der immer mit der 10/20ger Regel zu kämpfen hat, kennt deine Frage nur zu gut. So auch ich :). Seiner Zeit habe ich Prof. Göbel genau diese Frage gestellt. Er sagte mir damals, dass es richtig ist, dass es sich um Einnahmetage und nicht um Einnahmezeiten handelt. Der Hintergrund ist der, dass sich das zentrale Nervensystem erholen soll.

    Ich für mich habe mal geschaut, wieviel Medi´s ich mehr nehmen würde, wenn ich die Version „innerhalb von 24 Stunden“ wählen würde. Dabei ergibt sich bei mir eine Mehreinnahme von 1-2 Medikamenteneinnahmen im Monat.

    Die 10/20 ger Regel ist ja ein Richtwert. Nicht jeder ist gleich bei 10 Einnahmetagen im MÜK. Manch einer ist aber schon bei 8 Einnahmetagen im Übergebrauchkopfschmerz. Also muss jeder für sich schaun, wann die Grenze überschritten ist.

    Vielleicht bist du jemand, der erst spät in den MÜK kommt, sodaß du vielleicht die 24 Stunden Option wählen kannst.

    Wie Jojo schon schreibt, es geht um deinen Kopf. Du mußt schauen, wieviel mogeln dein Kopf erlaubt.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Nelie,

    ich kann Dir nur raten, mehr Gelassenheit zu lernen und die Krankheit einfach so anzunehmen, wie sie sich nun mal zeigt. Dieses angstvolle Erwarten, diese unglaublich viele Gedanken, die um die Schmerzen kreisen, dieses dagegen Ankämpfen – all das sind Trigger, die die Schmerzerkrankung verstärken, Dich zusätzlich noch schön langsam depressiv machen können.

    Wenn ich eine Medikamenteneinnahme so um Mitternacht herum habe, dann schreibe ich sie noch zum Vortag, vorausgesetzt, ich hatte da eh schon behandelt. Da mach ich mir aber gar keinen Stress, denn es geht um den Kopf und nicht um den Kalender. 😉

    Entspanne Dich, nimm an, was so kommt und freu Dich trotzdem Deines Lebens und an den vielen schmerzfreien Tagen, die Du ja trotzdem hast. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Nelie,

    all diese Gedanken kenne ich auch.
    Ich versuche aber, so wie Bettina sagt, mehr loszulassen.

    Was die Tageszählung angeht, da kann dir Niemand Vorschriften machen außer dein Kopf.
    Ich habe neulich um 23:15 Uhr eine Tablette genommen und morgens um 4:00 Uhr nochmal eine, drumherum aber sonst keine mehr.
    Das habe ich als einen Tag gezählt, denn mein Kopf weiß ja nicht, wann das Datum wechselt und wenn das Ganze um eine Stunde verschoben wäre, wäre es auch nicht anders.
    Bei größeren Abständen oder wenn noch mehr Einnahmen dazu kommen, mach ich das nicht.
    Aber das ist meine ganz persönliche Entscheidung.
    Bei mir ist es aber auch so, dass bei der Tageszählung höchstens 1 oder 2 Tage mehr rauskommen.
    Und ob du dadurch in den MÜK kommst oder ob es keine Rolle spielt, kannst nur du wissen oder rausfinden.

    Mich stresst es so einfach weniger und bringt mich trotzdem nicht in den MÜK.

    LG Babs

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 2 Monate von  Anna.
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