14 Tage Cortisontherapie und 21 Tage kein Schmerzmittel….

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  • papu64
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    Hallo zusammen,
    es ist mal wieder passiert 🙁
    Nachdem ich das Flunarizin aufgrund der NW abgesetzt habe und weil ich mit 7-9 Migränetagen, die relativ kurz und manchmal sogar ohen Triptane möglich waren, ging es mir eigentlich ganz gut.
    Mitte Ende März ging es dann los: Nächtliche Attacken, Nackenkopfschmerz, das ganze Programm bis hin zum Notarzteinsatz.
    Die Schmerzen sind in der Regel recht lange auszuhalten,-leider beginnt es oft nachts gegen zwei/drei und da ich aber da ich arbeite, nehme ich dann doch Zolmitriptan. Inzwischen bin ich bei fast vier Wochen am Stück, vielleicht mal mit einer Nacht Pause.
    Meine Schmerzärztin riet zur Cortisontherapie. Erst wollte ich weiter arbeiten gehen, aber heute habe ich mich dann doch für 14 Tage krank schreiben lassen und heut früh mit dem Cortison begonnen. Ich soll 2 Tage 60 mg, 2 50mg, usw nehmen. Dazu Doxepin zur Nacht, bei Bedarf Melperon und MCP.
    Ehrlich? Ich bin total angespannt, weil ich nicht eiß, ob ich das wirklich schaffe.
    Wenn ich nicht klar komme, soll ich zur Cortisoninfusion in die Praxis kommen…ich fühle mich nicht besonders gut damit.
    Beim letzten Mal habe ich es ja in Eigenregie gemacht, nachdem ich mich mit dem Arzt gestritten hatte. Hier hatte ich aber 100mg und dann abwärts und habe mich jede Nacht zugedröhnt mit Vomex, Doxepin und allem was ich finden konnte. Nun habe ich so meine Zweifel, dass das reicht, was ich jetzt angeboten bekommen habe.
    Zumindest bin ich dieses mal zu Hause.
    Die Frage nach Kiel wurde wieder abschmetternd beantwortet…nun machen wir erstmal das und dann sehen wir weiter.
    Ich bin ziemlich erschöpft und verstehe auch gerade nicht, wie ich so da reingeraten konnte, da ich im Prinzip ein sehr geordnetes Leben führe und es mir wirklich rundherum gut geht,- etwas zu tun auf Arbeit gibt es immer und hier und da eine kleine Sorge,- aber das ist doch normal.
    Also meine Fragen: Reichen 60mg abwärts wirklich?
    Was kann ich noch tun, außer mich zudröhnen mit Beruhignungsmitteln wenn die Schmerzen kommen?
    Wie kann es sinnvoll weitergehen?
    Danke
    LG
    papu
    Warum wird das so unterschiedlich gehandhabt?

    papu64
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    sorry, manche Sätze sind etwas schräg geraten :-/

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Papu,

    ein stationärer Aufenthalt ist gerechtfertigt, wenn man mit ambulanten Möglichkeiten nicht mehr weiterkommt. Könnte es sein, dass ambulant noch Luft ist? Das kann ich jetzt so nicht nachvollziehen.

    Grundsätzlich ist es so, dass Medikamentenpausen besser gelingen, wenn sie stationär begleitet werden. Zumal Du ja sicher voll im MÜK bist. Deine Erschöpfung kann ich nur zu gut nachvollziehen.

    Normalerweise startet man für die ersten Tage mit 100 mg und dosiert dann absteigend ab. Es könnte sein, dass die 60 mg gar nicht ausreichen, was sehr schade wäre. Kannst Du noch irgendwie Rücksprache halten, eventuell auch per Mail? Dann könntest Du ja nach Absprache mit der Ärztin einfach übers Wochenende mit 100 mg starten und Dir ab Montag ein ergänzendes Rezept ausstellen lassen. Doxepin, Melperon, Vomex usw. sind gut als Begleitmedikation. Magenschutz nicht vergessen! Immer morgens zusammen mit dem Kortison einnehmen.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    papu64
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    Beitragsanzahl: 124

    Hallo Bettina,
    ich habe sie dazu befragt und sie hat es abgelehnt.
    Beim letzten Mail hatte ich ja 100mg genommen.
    Ich warte mal ab, was heute nacht passiert,- bisher bin ich schmerzfrei.
    Das Doxepin sollte ich abends nehmen und zwischendurch wenn es schlimm wird Melperon oder MCP-Zäpfchen.
    Ich werde sehen was passiert.
    Schlimmstenfalls dosiere ich mich ab morgen auf 100mg um,- genug Tabletten habe ich ja.
    Ich habe schon einiges ausprobiert, aber ehrlich?
    Ich traue den wenigsten Ärzten noch. Heute saß sie auch wieder vor mir und sprach über eine abgesetzte Medikation, die ich noch nie hatte und eine die gerade nehme, die wir abgesetzt haben. Noch Fragen 🙁 ?
    Ich habe jetzt seit 35 Jahren damit zu tun und seit den Wechseljahren und einer blöden OP noch mehr. Es gibt Monate da geht es gut, aber bei 10-12 liege ich immer, dann aber auch mit der angemessenen Triptanmenge, also auch mal schmerzen aushalten oder Kaffee hillft.
    Ich denke, ich bin echt „reif für die Insel“- hatte ja extra die Kasse dafür gewechselt und bin jetzt auch bei den Ärzten, die Kiel verordnen dürfen.
    Aber auch da mache ich komische Erfahrungen, wie zum Beispiel, dass einer mir sagte ich hätte keine Migräne, sondern sei nur hysterisch, um dann meiner Hausärztin zu schreiben, dass ich schwere Migräne mit Aura hätte. :-/
    Ich weiß nicht,- mein Vertrauen ist da echt begrenzt.
    Wie auch immer. Ich hoffe es geht irgendwie so, dass es nicht zu schwer wird.
    Danke 🙂
    LG
    papu

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Papu,

    denke daran, dass Ärzte auch nur Menschen sind und manchmal erschöpft und am Ende mit ihrer Kraft. Das scheint man oft zu vergessen und erwartet immer 100 % Leistung vom Arzt. 😉 Ich würde Dir wünschen, dass das Vertrauen wiederkommt, denn sie sind nunmal Partner für uns, die wir brauchen.

    Ganz sicher wird es gut weitergehen und wenn die ambulanten Möglichkeiten erschöpft sind, dass wirst Du sicher mit Nachdruck einen stationären Aufenthalt für Dich einfordern. Einweisen kann Dich übrigens auch der Hausarzt. In der Klinik wird dann geprüft, ob ein stationärer Aufenthalt Sinn macht und auch von den Kassen getragen wird.

    Wie gehts Dir heute? Hatte die Kortison-Dosis gereicht?

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    papu64
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    Beitragsanzahl: 124

    Liebe Bettina,
    da ich aus der medizinischen Branche komme, ist das mit dem Vertrauen so eine Sache ;-), aber ich werde mich bemühen 😉
    Ich bin heute den ersten Tag Schmerzfrei, war allerdings vom Doxepin total erledigt und habe lange schlafen müssen. Ich bin sehr happy darüber. Und ich muss gestehen, dass ich die Dosis des Cortisons erhöht habe und es so mache wie beim letzten Mal.
    Nun werde ich sehen ,was in der nächsten Nacht passiert und ich hoffe, dass es weiter gut geht. Der Tag heute war sehr erholsam für mich.
    Ich bin froh, dass ich zu Hause sein kann, während dieser schmerzmittelpause. Es würde mir sonst sehr schwer fallen.
    Mit der Klinik verbinde ich die Hoffnung endlich die richtige Propylaxe zu finden da es in der ambulanten Behandlung ja irgendwie nicht klappt und meine Ärztin meint, ich hätte aus den drei Kategorien der Propylaxen ja schon die jeweils bestverträglichlichsten ausprobiert.
    Und nach dem Flunarizin wollte ich auch erstmal nicht mehr.
    Ich werde sehen was kommt.
    Danke fürs Lesen.
    LG
    papu

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28653

    Bemühe Dich, liebe Papu, denn es gibt so viele gute, engagierte und dem Menschen zugewandte Ärzte. Sie haben ein enormes Arbeitspensum und manchmal erwartet man auch zu viel.

    Viel Erfolg mit der Pause und versuche es einfach mal mit einem Antrag zur stationären Aufnahme.

    Liebe Grüße
    Bettina

    papu64
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 124

    Hallo,
    ich habe noch eine Frage,- warum werden die Pausen und die Menge des Cortisons so unterschiedlich gehandhabt?
    Ich soll jetzt insgesamt drei Wochen Schmerzmittelpause machen,bei eigentlich angesetzten 60mg alle zwei Tage, dann runter mit dem zwei Tage Rhythmus bis auf 5mg. Was ich hier so gelesen habe sind eher 100mg usus, so wie du es auch beschreibst liebe Bettina.
    Von Herrn Prof. Göbel habe ich gelesen, sind vier Wochen angedacht, wenn ich es richtig verstanden habe.
    Was macht nun Sinn?
    Ich habe heut nacht sehr unruhig geschlafen und bin trotzdem schmerzfrei aifgewacht,-das ist für mich ein gutes Zeichen.
    Bettina, ich habe Kiel wieder beiseite gelegt,- wenn ich hier lese, was andere Menschen so aushalten, bin ich noch lange nicht fällig.
    Vielleicht habe ich sogar noch Spannungskopfschmerz dazu, weil vieles über den Nacken kommt und ich dann den Kopf außer nur noch oben in einer bestimmten Stellung, gar nicht mehr ablegen kann.
    Wie auch immer.
    Ich habe Mitte Mai wieder einen offiziellen Termin, in dem mir mehr Zeit zusteht, wie wenn ich zwischendurch komme,- dann spreche ich das nochmal an.
    LG und Danke
    papu

    Julia
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    Hallo Papu,

    ich denke, das liegt daran, dass Therapien in der Migränebehandlung fast immer aus der Erfahrung heraus entwickelt werden. Fast jeder Patient hat zu unterschiedlichen Zeiten sehr unterschiedliche Eindrücke was die Wirkung der Therapieversuche betrifft. Und gerade beim Kortison bestimmen ja auch immer gewünschter Erfolg und Risikoabwägung für den Arzt eine große Rolle. Das kann und muss halt jeder Arzt individuell entscheiden und da kommen dann Empfehlungen der Experten mit großer Erfahrung und eigene Erkenntnisse zusammen.

    Ich z.B. brauche weder zum Kupieren einer langen Attacke noch zum Beenden eines MÜK initial 100mg. Dafür aber meistens eine Aufteilung der Kortisonmenge auf morgens die Hauptmenge und gegen Abend noch mal einen kleineren Nachschlag.
    Würde ich das einem Arzt mit wenig Migränetherapieerfahrung erzählen, könnte das seine Entscheidungen beeinflussen.

    Generell sollte aber eigentlich eine einmalige Gabe des Kortisons morgens zwischen ca. 4 und 8 Uhr gelten, da da der Körper die höchste eigene Kortisonproduktion hat.

    Ist alles nicht so einfach, auch für die Ärzte nicht.

    Alles Gute, vielleicht hast du es ja schon geschafft, den Schmerzdauerzustand zu unterbrechen,
    Julia

    papu64
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