Schmerzmittelpause – wie oft Kotison? (Gismo1978

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  • Gismo1978
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    Hallo Zusammen,

    ich bin neu bei headbook und weiß noch nicht wie das hier so läuft…

    Ich habe eine Frage zur Medikamentenpause. Ich war vom 23.01. bis zum 08.02. stationär in Kiel. Hier habe ich mit einer Schmerzmittelpause begonnen. Ich bin mir nun nicht sicher, wie lange ich diese noch weiterführen soll? Reichen 4 Wochen oder ist es sinnvoll bis man 3 schmerzfrei Tage erreicht hat?

    Und gibt es eine Empfehlung wie oft man in dieser Zeit Kortison in der Akutbehandlung einnehmen darf?

    Bei mir wurde chronische Migräne mit Spannugskopfschmerz diagnostiziert. Ich habe seit letzten Jahr September eigentlich keinen richtig schmerzfreien Tag gehabt.

    Viele Grüße
    Steffi

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Gismo 1978,

    herzlich willkommen hier im Headbook. Die Vorstellung, so lange täglich KS zu haben ist grausig. Gut, dass du schon in der Schmerzklinik Kiel warst. Für viele der erste wirklich helfende Schritt im Umgang mit ihrer Migräne und KS.

    Zunächst würde es mich interessieren, was die Ärzte dir in Kiel empfohlen haben. Man bekommt ja immer eine Richtschnur mit an die Hand.

    Ich pers. würde von diesem Weg nicht abgehen.

    Die entscheidende und beginnende Behandlung für die Besserung der Kopfschmerzen ist die Medikamentenpause.

    Eine Pause wird als erfolgreich angesehen, wenn man nach Absetzen des Kortisons an drei aufeinanderfolgenden Tagen schmerzfrei ist.

    Wenn diese drei Tage nicht folgen, auch nach ca. acht Wochen noch nicht, könnte die Diagnose „chronische Migräne“ gestellt werden. Diese Diagnose hast du ja schon bekommen.

    Erst wenn man nach 8 Wochen noch keinen Erfolg hatte, kann man davon ausgehen, dass ein Mük nicht vorliegt.

    Nur wenn ein MÜK ausgeschlossen ist, kann eine Therapie eingesetzt werden und diese seine Wirkung richtig entfalten.

    Grundsätzlich ist Kortison kein Akutschmerzmittel und sollte auch so nicht eingesetzt werden.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Hallo Steffi,

    herzlich willkommen im headbook!

    Nun warst du, liebes Sternchen, etwas schneller. Bei mir läuft‘s heute „nur“ in Zeitlupe, aber ich stelle meinen Betrag – auch wenn sich einiges überschneidet – dennoch ein ?!

    Gerade bei täglich auftretende Schmerzen ist es sehr wichtig, dass du dir Wissen über deine Krankheit aneignest, um diese zu verstehen und die zur Verfügung stehenden medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen und Verhaltensregeln, über die du sicher in Kiel gut informiert worden bist, möglichst optimal nutzen zu können.

    Hast du von den Ärzten in Kiel keine Empfehlung bekommen, wie lange du die Medikamentenpause durchführen solltest? Soll deine Medikamentenpause der Diagnostik eines MÜKs dienen? Vielleicht könntest du bei dem Arzt, der dich in Kiel betreut haben, gezielt nachfragen.

    Ob bei der Diagnose „Chronische Migräne“ eine Medikamentenpause zu drei aufeinanderfolgenden schmerzfreien Tage führen kann, solltest du ebenfalls mit deinem Arzt klären.

    Cortison hast du vielleicht am Anfang deiner Medikamentenpause in Kiel bekommen? Es soll idelaerweise das Auftreten stärkerer Rebound-Kopfschmerzen in den ersten Tagen einer Medikamentenpause verhindern und stellt keine „Akutmedikation“ während der Pause dar. Um die Schmerzen in der Pause etwas erträglicher zu machen, gibt es sedierende Medikamente, die für eine Schmerzdistanzierung sorgen. Sicher hast du auch dazu Informationen in Kiel bekommen.

    Weiterführende Informationen zu den Themen MÜK, Medikamentenpause und zur 10/20-Regel findest unter dem Link „Migränewissen“ auf dieser Seite rechts unten. Ausführlichere, sehr verständlich geschriebene und hilfreiche Informationen findest du in Prof. Göbels Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“, deren Anschaffung ich dir sehr ans Herz legen möchte.

    Detailliertere Informationen findest du auch unter diesem Link: http://www.schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2014/04/Klassifikation-und-Therapie-des-Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerzes-10042014.pdf

    Ich wünsche dir alles Gute und eine möglichst lange und erträgliche Medikamentenpause, in der – wie du sicher weißt – Ruhe und Schonung in jeder Hinsicht äußerst wichtig sind.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Na, das ist doch gut, Katrin, dass du schreibst. 🙂 Jeder hat ggf. neue und eigene Info´s. die, wenn sie doppelt geschrieben werden, noch mal zur Deutlichkeit beitragen.

    Außerdem sind meine Beiträge nie auf Vollständigkeit ausgerichtet. Von daher finde ich es genau richtig, wenn hier jeder seinen Beitrag einstellt.

    Alles Liebe auch für dich
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27907

    Willkommen, liebe Steffi. 🙂

    Ich warte jetzt einfach mal ab, bis Du die Fragen der Vorschreiberinnen beantwortet hast, denn diese wären auch meine gewesen. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Gismo1978
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Guten Morgen,

    vielen Dank für eure Antworten ?

    Ich versuche mal die Fragen zu beantworten. Ich habe mittlerweile meine Stationsärztin in Kiel nochmal gefragt, wie ich mich verhalten soll. Sie meint, dass sich eine Schmerzmittelpause von 4 Wochen als sinnvoll erwiesen hat. Wenn nach der Zeit keine Schmerzfreiheit eintritt ist das nicht mehr auf den Medikamentenübergebrauch zurückzuführen, sondern stellt das Grundniveau der Schmerzerkrankung da.

    Ich habe in Kiel Cortison nur dann bekommen, wenn die Migräne zu stark war und Vomex, Magnesium und Melperon keine Linderung ergeben haben.

    Ich versuche die neuen Erkenntnisse aus Kiel zu Hause weiterzuführen. Trotzdem fällt es mir schwer meinen Alltag mit den ständigen Schmerzen zu bewältigen.

    Viele Grüße
    Steffi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27907

    Hallo Steffi,

    welche Prophylaxe hast Du denn in Kiel bekommen?

    Kortison sollte nur in Ausnahmefällen eingenommen werden. Jetzt gar nicht, da Du ja bereits in Kiel welches erhalten hattest.

    Ich versuche die neuen Erkenntnisse aus Kiel zu Hause weiterzuführen. Trotzdem fällt es mir schwer meinen Alltag mit den ständigen Schmerzen zu bewältigen.

    Das ist ganz normal, setze Dich selbst aber nicht unter Druck.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Charlene
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Sie meint, dass sich eine Schmerzmittelpause von 4 Wochen als sinnvoll erwiesen hat

    JETZT habe ich aber mal eine Frage ?
    Ich habe meinen Aufenthalt in Kiel Ende Mai. Ich gehe jetzt einfach mal stark davon aus, dass mir eine Medikamentenpause empfohlen wird, da ich echt viel schlucke. Jetzt mal meine rein hypothetische Frage:

    Wenn ich ja nur zwei Wochen in der Schmerzklinik Kiel bin und mir wirklich eine Medikamentenpause angeordnet werden SOLLTE, wie werde ich denn dann im Anschluss „optimal“ eingestellt werden können?
    Meine Hoffnung war nämlich eigentlich so ein wenig, dass man mich mit einer für mich guten Prophylaxe einstellen könnte, weil mein Neurologe das bislang noch nicht geschafft hat und ich Kiel aus meinen Recherchen als äußerst fachlich erachte. Aber mit einer Medikamentenpause würde ich ja quasi zwei Wochen mit dem „Entzug“ zubringen?? Oder sehe ich das falsch?
    Ist es dann empfehlenswert, diese Medikamentenpause präklinisch zu beginnen?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  Charlene.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  Charlene.
    Brain
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 25

    Hallo Charlene,

    das ist der Thread von Gismo, magst du vielleicht in deinem Vorstellungsthread weiterschreiben? Ist dann etwas übersichtlicher.

    Nur kurz: Ich weiß grad nicht, ob man eine neue Prophylaxe parallel zu einer Schmerzmittelpause eindosieren würde. Ein bestehender MÜK könnte aber übrigens auch der Grund dafür sein, dass es mit den Prophylaxen bisher nicht funktioniert hat.

    Eine Pause außerhalb klinischer Betreuung ist sehr schwierig, geht i. d. R. nur mit Begleitmedikation, Krankschreibung und idealerweise unterstützenden Angehörigen. Würd ich mal den Nerologen fragen, ob das medizinisch Sinn macht und dich selbst, ob die Umgebung dafür vorhanden ist.

    Liebe Grüße
    Brain

    Brain
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 25

    P.S.: Ob eine Prophylaxe wirkt, bzw. ob eventuelle Nebenwirkungen nachlassen oder grundsätzlich tolerabel sind, sieht man ohnehin erst nach einiger Zeit. Also selbst wenn in Kiel „nur“ die Pause durchgeführt werden würde, wäre das keine Zeitverschwendung, sondern du könntest eine neue Prophylaxe im Anschluss testen und vielleicht dabei in Kontakt mit der Klinik oder ansonsten mit deinem Neurologen bleiben.

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Charlene,

    es kommt natürlich immer auf die Situation zu hause und im Beruf an, aber ich habe eine 6-wöchige Medikamentenpause ohne Klinik zuhause gemacht. Ich hatte 2 Wochen Urlaub und 4 Wochen habe ich gearbeitet. Alles sehr langsam (ich bin selbstständig) aber es ging. Ich habe mir Diazepam verschreiben lassen, Kortison habe ich nicht genommen, hatte ich aber zur Sicherheit zuhause. Ich hatte in den ersten Wochen teils mehrere Attacken täglich, ich habe aber auch sehr viele Schmerzmittel vorher genommen :/

    Mit kleinen Kindern oder stressigem Job hätte ich es zuhause nicht geschafft, so ging es aber ganz gut. Ich denke es kommt immer auch auf die Umstände an, wie man sich rausnehmen kann. Wenn du also auch zuhause viel Ruhe hast, einen Lebensgefährten/Lebensgefährtin, der/die dir ein bisschen was abnehmen kann und du es vom Job geregelt bekommst, ist glaube ich eine Medikamentenpause in der Klinik nicht unbedingt nötig, zumindest verstehe ich, dass du die Zeit „sinnvoller“ nutzen willst wenn du da bist 🙂

    Liebe Grüße,
    Bea

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