AndreaR

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  • Andrea
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    Beitragsanzahl: 8

    Hallo, ich bin Andrea und seit kurzem 54 Jahre alt. Vor 9 Jahren begann meine Migräne, ich war da also 45.
    Bis dahin hatte ich praktisch so gut wie nie Kopfschmerzen. Meine Hausärztin hat halt mit den Schultern gezuckt, sie glaubte nicht, daß ich Migräne habe.Durch eigenes Suchen und Informieren habe ich mir mühsam ein Bild von meinen Kopfschmerzen gemacht. Mit selbsgestellter Diagnose: Migräne, die dann vom Neurologen bestätigt wurde, begann meine Ärztesuche und die Hoffnung auf Hilfe.
    Im Laufe dieser 9 Jahre steigerten sich meine Migränetage von 3-4 auf 10-12 Tage im Monat.Ich habe vieles versucht, mit sehr unterschiedlichem Erfolg.Seit mehr als 2 Jahren bekomme ich eine Hormonersatztherapie und ich nehmme morgens und abends einen Betablocker mit jeweils 10 mg.Ich sprühe jeden Tag 2 mal Magnesiumöl auf die Haut und nehme Q 10, außerdem nehme 2 mal wöchentlich 20 000 Vitamin D.Ich treibe 3 mal wöchentlich Sport (habe ich vor der Migräne auch schon gemacht)und versuche meine Entspannungstechniken nicht zu vernachlässigen. Meine Ernährung habe ich nahezu optimiert.
    ich habe mir verhaltenstherapeutische Unterstützung gesucht, um mit dem Frust über die Migräne besser umgehen zu können. Akkupnktur, klassische Homöopathie, Topiramat, Tapen der Fußsohlen… haben mir nicht geholfen.
    Es geht mir inzwischen so gut, daß mir 5 mg Rizatriptan bei einem Migräneanfall helfen. Aber ich liege halt mehrere Tage im Monat über 10 Tage Triptaneinnahme und habe auch keine Idee mehr, wie ich da runter kommen könnte. Den Versuch, ohne Rizatriptan durch eine Migräneattacke zu kommen habe ich inzwischen aufgegben, mein Allgemeinzustand verschlechtert sich dann so schnell, daß ich aus der Migräner kaum noch herausfinde.
    In einem Fernsehbeitrag über die Kieler Migräneklinik kam ich noch auf die Idee Amithriptylin zu versuchen. Ich habe mich im Laufe von 4 Monaten auf eine Dosis von 100 mg hochgearbeitet. Welche mg Dosis ist denn empfehlenswert bezüglich der Migräne, ursprünglich wurde Amithriptilin ja zur Behandlung von Depressionen entwickelt. Mein Arzt kann mir dazu auch nicht viel sagen. Weiß von euch jemand was dazu?
    Für andere Ideen bin ich aufgeschlossen.
    So wie es zur Zeit ist, kann ich mit der Migräne leben, das war auch schon anders. Schlimm ist, daß ich mich ohne wirksame ärztliche Unterstützung manchmal der Migräne ausgeliefert fühle.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Willkommen im Headbook, liebe Andrea. ?

    Mir fällt auf, dass Du sehr im alternativen Bereicht „rumgestochert“ hattest und nur wenig wirklich Wirksames mit dabei war. Das ist schade, da man damit Zeit verliert und eine Erkrankung eher mal chronifizieren kann.

    Ich sprühe jeden Tag 2 mal Magnesiumöl auf die Haut und nehme Q 10, außerdem nehme 2 mal wöchentlich 20 000 Vitamin D

    Magnesium kann über die Haut nicht aufgenommen werden, das Sprühen kannst Du getrost gleich mal einstellen. Nimm es als Kapseln, Granulat oder Brausepulver ein, aber hochdosiert muss es sein. Gut ist z. B. Migravent Classic, das auch noch das sinnvolle Vitamin B2 enthält, oder Magnesium von PUR.

    Akkupnktur, klassische Homöopathie, Topiramat, Tapen der Fußsohlen… haben mir nicht geholfen.

    Kein Wunder, denn bis aufs Topiramat machte nichts Sinn. Da kann man höchstens auf einen Placeboeffekt hoffen, was bei einer schwer verlaufenden neurologischen Erkrankung aber nicht so witzig ist. ?

    In einem Fernsehbeitrag über die Kieler Migräneklinik kam ich noch auf die Idee Amithriptylin zu versuchen. Ich habe mich im Laufe von 4 Monaten auf eine Dosis von 100 mg hochgearbeitet. Welche mg Dosis ist denn empfehlenswert bezüglich der Migräne, ursprünglich wurde Amithriptilin ja zur Behandlung von Depressionen entwickelt.

    Die allermeisten Prophylaxen, die man für Migräne einnimmt, sind ursprünglich für eine andere Erkrankung entwickelt worden. Amitriptylin kann gut helfen, die Dosierung ist jetzt schon an der Zieldosis für Migräne. Hast Du denn Wirkung und wie verträgst Du es?

    So wie es zur Zeit ist, kann ich mit der Migräne leben, das war auch schon anders. Schlimm ist, daß ich mich ohne wirksame ärztliche Unterstützung manchmal der Migräne ausgeliefert fühle.

    Genau so soll das nicht sein, denn Ärzte sind ja dazu da, einen unterstützend zu begleiten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    * * *

    Antwort von Andrea

    Danke für den Willkommensgruß, liebe Bettina,

    Ich freue mich über deine schnelle Rückmeldung.
    Tatsächlich habe ich neben der klassischen Schulmedizin immer wieder Unterstützung bei der naturheilkundlichen Medizin gesucht.
    Da das relativ wenig genüzt hat, wahrscheinlich hauptsächlich dem Geldbeutel der Therapeuten, habe ich für mich beschlossen, keine Therapieversuche mehr zu machen, die ich selbst bezahlen muss.
    Topiramat habe ich gar nicht gut vertragen und war dabei wochen- bis monatelang noch unter einer wirksamen Dosis.
    Amitriptylin vertrage ich vergleichsweise viel besser.
    Wobei ich auch in 4 Monaten die Dosis von 100 MG eingeschlichen habe. Ich nehme es jeden Abend um 20.00 Uhr. Ich werde dann bis ca. 11 Uhr ziemlich müde und schlafe gleich. Im Bett lesen geht nicht mehr, weil ich gleich einschlafe. Das ist aber kein Problem.
    Vormittags habe ich einen sehr trockenen Mund, aber auch das ist gut auszuhalten. Die Anzahl an Migränetagen ist bis jetzt nicht zurück gegangen aber ich habe den Eindruck, die Migräne ist leichter.
    Es ist für mich im Moment schwierig, die Vorteile und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Muß ich den bei Amitriptylin einen Spiegel erreichen?
    Könnte es sein, daß ich die Dosis noch etwas erhöhen muß?

    Ich freue mich über deine Unterstützung und wünsche dir eine gute Nacht.
    Viele Grüße Andrea

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5723

    Liebe Andrea,

    bist du denn jetzt wenigstens bei einem guten Neurologen in Behandlung? Immerhin hat er deine Migräne-Diagnose bestätigt und die Medis werden dir ja auch von wem verschrieben.

    Dass man sich der Migräne ausgeliefert fühlt, kann leider auch mit guter ärztlicher Betreuung passieren, gerade, wenn eine Migräneerkrankung hoch frequent verläuft und Unmengen Lebenszeit und -kraft verschlingt. Ein guter Arzt, der sich umfassend auskennt und mit dir gemeinsam überlegt, wie man deine Situation optimieren kann, wäre natürlich Gold wert.
    Nicht immer hat man das Glück, auf solche Goldstücke zu treffen. Mir ist das leider auch nicht vergönnt, doch dank Headbook und des Buches von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ kam ich bislang relativ gut klar.

    Hast du denn auch lange Attacken? Mit dem Rizatriptan hast du ja ein Triptan, das nicht so lange wirkt. Bei Attacken, die auch zwei oder drei Tage lang andauern, wäre zu überlegen, ob man nicht zu einem Triptan greift, das länger wirkt, damit du die Einnahmetage reduzieren könntest.

    Rechts unten auf der Startseite kannst du dir ja mal einen Überblick verschaffen. http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/anfallsbehandlung/ueberblick/
    Unter dem Punkt Migränewissen findest du auch darüber hinaus noch viele wichtige Informationen rund ums Thema.

    Lieber Gruß
    Heika

    * * *

    Antwort von Andrea

    Liebe Heika,
    Vielen Dank für deine Rückmeldung und Gedanken.
    Seit 2 Jahren bin ich jetzt bei einem Schmerztherapeut. Er nimmt sich Zeit und ist sehr verständnisvoll. Aber wenn ich deine und Bettinas Rückmeldungen zu meiner Vorstellung lese, kommen mir Zweifel, ob da nicht mehr Möglichkeiten für mich drin wären.
    Zuvor war ich bestimmt bei 4 verschiedenen Neurologen, die sich u.a. für Migräne kompetent bezeichneten. Das war vom Ergebnis her so ernüchternd, dass ich entschieden habe, zu keinem Neurologen mehr zu gehen.
    Einmal im Jahr bin ich noch bei einem Allgemeinmediziner, der sich auf Neurostress- Patienten spezialisiert hat, von ihm bekam ich die Hormonersatztherapie.
    Der Schmerztherapeut hat mir für stärkere Migräneattacken noch Sumatriptan aufgeschrieben, aber die haben keine bessere Wirkung gebracht.
    Du fragst ob ich denn auch lange Attacken habe.
    Immer wieder, aber zu Beginn der Migräne weiß ich ja noch nicht ob die jetzt langgeht oder ob die in ein paar Stunden vorbei ist, wenn ich Rizariptan genommen habe.
    Welches Triptan käme den da deiner Meinung nach für mich in Frage?
    Ich werde auf jeden Fall Professor Göbels Buch: „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ anschauen.
    Ich lese schon geraume Zeit immer wieder auf den Seiten der Kieler Migräneklinik.
    Über die Tipps, wo ich noch mehr lesen könnte, freue ich mich.Vielen Dank.
    Ich bin ja erst seit zwei Tagen im Migräneforum angemeldet und finde mich noch nicht überall zurecht.
    Ich freue mich, Unterstützung von“Fachleuten“ zu bekommen.
    Lieber Gruß
    Andrea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Liebe Andrea,

    Du musst bitte direkt hier in Headbook antworten, nicht auf die Email-Benachrichtigung. Diese kommt nicht an, niemand kann Deine Antworten lesen. 😉 Also logge Dich bitte jedes Mal hier ein, rufe das Forum auf und antworte hier drin. Ok? 🙂 Wenn Du nicht klar kommst, schreibe mich gerne an, dann helfe ich Dir. Deine Kommentare habe ich in der Mail, Du musst sie also nicht alle neu schreiben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andrea
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Liebe Bettina,
    Mit dem Einloggen hat es super geklappt. Das habe ich nun verstanden.
    Leider hat sich mein Laptop aufgehängt.?
    Ich habe jetzt mein Handy genommen aber das ist wegen dem kleineren Bildschirm unübersichtlicher für mich.
    Habe ich dich richtig verstanden, du schickst meine letzte Antwort weiter?
    Viele Grüße Andrea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Liebe Andrea,

    wir regeln das mal am „kurzen Dienstweg“. 😉 Habe einfach Deine Antworten unter die betreffenden Kommentare eingefügt. Und nun weißt Du auch, dass Du nur hier in Headbook direkt kommentieren sollst und nicht auf die Mail. 🙂 Aller Anfang ist schwer, aber mit ein bisschen Übung klappt das bald.

    Nun zu den Antworten:
    Topamax wird von vielen nicht gut vertragen, das ist bekannt. Aber es gibt noch so viel mehr, Heika hat bereits darauf hingewiesen. Amitriptylin ist schon ausreichend dosiert, ein Spiegel baut sich durch die regelmäßige Einnahme auf. Messen muss man da nichts. Wenn die Attacken leichter verlaufen, ist das auch schon eine Wirkung, zudem verbessert es den Schlaf. Da würde ich an Deiner Stelle glatt noch ein wenig bei bleiben.

    Du fragst Heika nach einem länger wirkenden Triptan: Allegro wirkt am längsten von allen, aber recht sanft, reicht nicht jedem von der Stärke der Wirkung aus. Kann man aber durchaus auch mal testen. Sonst Relpax, das lange und stark wirkt. Möglich wäre auch noch Naramig (als Formigran freiverkäuflich), welches auch eher sanft aber auch lange wirkt. Du siehst, es gibt noch viele Möglichkeiten. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5723

    Liebe Andrea,

    ob eine Attacke kurz oder lang ist, erkennst du ganz einfach daran, ob nach dem Nachlassen der Wirkung des Triptans der Migräneschmerz zurückkehrt oder nicht. Man nennt das Wiederkehrkopfschmerz. Da du dir diese Frage überhaupt stellst, wie lang deine Attacken unter Triptan wohl sind, schätze ich deine Situation eher so ein, dass du mit deinem Triptan die Attacke eigentlich ausreichend lang behandelt bekommst. Oder musst du öfter mal ein weiteres Triptan nach einigen Stunden nachlegen?

    Wenn Attacken normalerweise zwei oder mehr Tage am Stück dauern, ist ein lang wirkendes Triptan von daher von Vorteil, dass man nur einen Einnahmetag hat und im günstigen Fall zwei Tage Schmerzfreiheit bzw. -besserung. Man spart sich einen Medikamenteneinnahmetag im Kopfschmerzkalender.

    Hast du aber klar voneinander abgegrenzte Attacken, die mit deinem jetzigen Triptan gut behandelbar sind, du jedoch eine hohe Attackenfrequenz insgesamt pro Monat hast, würde ich mir das mit dem lang wirksamen Triptan überlegen, denn dann hättest du ja noch weiterlaufende Medi-Wirkung an Tagen, an denen du es vom Kopf her gar nicht brauchst.

    Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu kompliziert formuliert, ansonsten einfach noch mal nachfragen!

    Lieber Gruß
    Heika

    P.S. Was bewegt dich denn dazu, zwei Mal pro Woche derart hoch dosiertes Vit.D zu nehmen? Ist das ärztlich abgesegnet?