Astrid stellt sich vor und braucht Rat

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  • akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo,
    Ich lese schon längere Zeit mit und bin total begeistert von diesem Forum. Ich konnte mir schon viele Informationen herausziehen.
    Ich brauche gerade Euren Rat und dachte aber es wird Zeit sich auch mal vorzustellen.

    Ich bin weiblich, 36 Jahre und habe seit ca. 23 Jahren Migräne. Vor 3 Jahren habe ich in der Schmerzklinik Kiel die Diagnose chronische Migränr erhalten.

    Zurzeit nehme ich als Prophylaxe Amitriptylin + Bisoprolol + Migravent. Die Anfälle sind nicht mehr ganz so schwer, aber ich habe eine hohe Attackenfrequenz zurzeit (15-20 Schmerztage,auch mal mehr).

    Leider rutsche ich auch immer wieder in einen Status rein. Im Moment bin ich schon wieder in einen.
    Seit 11 Tagen Migräne, seit 4 Tagen nehme ich Kortison. Aber es wird kaum besser, die Schmerzen wechseln täglich auf die andere Kopfseite.

    Die 10/20-Regel halte ich ein. Die Ärzte in Kiel sagten und auch mein jetziger Schmerztherapeut sagt,dass ich nicht im MÜK bin. Ich hatte trotzdem auch schon mal längere Pausen gemacht (mit Kortison). Es hat nichts geändert.

    Im Oktober habe ich an 10 Tagen Triptane eingenommen.
    Meint ihr ich könnte heute wieder eins nehmen, obwohl ich ja schon Kortison nehme?
    Mit Cefaly wäre es denke ich, auch ohne Triptane aushaltbar.
    Morgen geht die Arbeit aber wieder los und ich hatte in letzter Zeit viele Fehltage, mal einzelne, aber auch schon mal 1-2 Wochen am Stück.

    Vielleicht könnt ihr mir ja einen Rat geben. Ich fühle mich gerade etwas überfordert.

    Danke & Viele Grüße
    Astrid

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28221

    Danke für Deine Vorstellung, liebe Astrid. 🙂

    Wir kennen Dich ja schon viele Jahre und auch Deinen Werdegang, weil Du in diversen Foren bereits über Dich berichtet hattest. Aber so ist nun alles an einem Ort und man kann sich schneller orientieren.

    Wie hoch dosiert nimmst Du denn das Kortison? Startet man zu niedrig (unter 100 mg), stellt sich nicht immer ausreichende Wirkung ein.

    Heute beginnt ein neuer Monat und Du kannst ein Triptan nehmen, wenn es ohne nicht geht. Mit einmaligem Überschreiten der 10/20-Regel gerät man nicht gleich in einen MÜK.

    Hast Du Cefaly schon bei Dir im Hause? Wenn ja, nutze es regelmäßig mit.

    Liebe Grüße
    Bettina

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Liebe Bettina,

    Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.☺️

    Ich habe sogar mit 200mg gestartet, da ich immer etwas mehr brauche. Bin jetzt noch bei 100mg (also 1 Tag 200, dann 3 Tage 100mg).

    Im Moment sind die Schmerzen etwas besser, aber sie wandern wieder in den ganzen Kopf.

    Cefaly habe ich zu Hause und ich denke, es ist auch ohne Triptan heute machbar. Aber immer gut in der Hinterhand zu haben, dass mein eins nehmen kann falls es doch nicht geht.

    Es stellt sich nur wieder die Frage, gehe ich morgen arbeiten, oder nicht? Nehme ich dann ein Triptan wenn es nicht besser ist, oder sollte ich zum Arzt? Immer
    die schwierigen Fragen…?

    Viele Grüße
    Astrid

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo Zusammen,

    Ich habe mich für heute und morgen krank gemeldet.
    Als ich aufgestanden bin, waren die Schmerzen immer noch/wieder da. Ich hatte gestern dann doch noch ein Triptan genommen und es hat gar nicht gewirkt, erst nachdem ich noch 2 Aspirin hinterher genommen habe wurde es besser.

    Im Moment bin ich total müde und erschlagen, obwohl die Schmerzen nun tatsächlich wieder weniger werden. Vielleicht hilft das Kortison nun endlich.

    Bin noch nicht ganz sicher, ob ich zu meinem Neurologen gehe. Einen Termin habe ich erst wieder im Dezember. Zum Arzt muss ich in jedem Fall,da ich eine Krankschreibung brauche. Aber wenn es heute nicht wieder schlimmer wird, reicht vielleicht auch meine Hausärztin.

    Viele Grüße
    Astrid

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28221

    Liebe Astrid,

    es war sicher die richtige Entscheidung, nicht zu arbeiten. Unter Kortison sollte man sich sowieso sehr schonen, da es dann effektiver helfen kann. Hoffentlich lassen die Schmerzen endlich nach, den die Dosierung ist ja absolut ausreichend.

    Alles Gute und schnelle Besserung,
    Bettina

    ivitho
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 97

    Hallo liebe Astrid,

    ich bin auch 36 und habe die Migräne auch seit über 20 Jahren. Willkommen im Club 😉

    Ja, wir Migräniker gehen viel zu oft arbeiten aus Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, obwohl das auf Dauer so fatal ist. Klar, machen die Kranktage immer extremen Kopfstress, aber der Stress mit Schmerzen und heftigen Medikamenten arbeiten zu gehen, ist viel schlimmer, denke ich. Heute!

    Ich halte mich zwar auch nicht immer dran & sitze auch öfter im Büro, wenn ich eigentlich Schmerzen habe. Aber das ist wohl so bei uns 😮

    Doch mir wurde 2012 in der Reha von meinen Ärzten dort der Kopf gewaschen. Sehr drastisch. Das hat mir sogar Angst gemacht und deshalb bin ich heute viel bewusster, mich um mich zu kümmern, wenn mein Körper sagt, er braucht eine Pause. Das kann ich dir auch nur raten, gerade weil du ja auch chron. so extrem belastet bist mit Schmerzen.

    Was machst du denn so begleitend ohne Medikamente zur Prophylaxe? Das finde ich immer sehr wichtig. Mit 36 habe ich ja auch schon viel ausprobiert 😉 und für mich gefunden, was mir gut tut. Kann ich nur empfehlen, um auch die chronischen Phasen einzudämmen.

    Wünsche dir wieder eine schmerzfreie Zeit.

    Liebe Grüsse
    Ich weiss ja nicht, ob du die Möglichkeit hast, aber mein Hausarzt schreibt mich wegen Migräne krank, wenn ich mich telefonisch melde. Er sagte zu mir, da er mir nicht viel helfen kann und Ruhe dann das beste ist, brauche ich nur anrufen für eine Krankschreibung. Das hat es viel weniger stressig für mich gemacht.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 11 Monate von  ivitho.
    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo,

    Lieben Dank für Eure Antworten!

    Ich war gestern noch bei meinem Neurologen und er hat mich nun die ganze Woche krank geschrieben. Ich habe auch ein bisschen Ärger bekommen,dass ich letzte Woche gearbeitet habe…? Er sagte auch das gleiche wie Du, Bettina, dass es mit Kortison kontraproduktiv ist.?

    Heute geht es mir schon viel besser, ab und zu taucht der Schmerz wieder auf, aber er geht auch immer wieder weg…puh bin erleichtert.

    Es ist wirklich schwierig mit der chron. Migräne zu arbeiten. Habe schon von Vollzeit auf 30h gekürzt, aber ich habe trotzdem ständig Fehltage.
    Bin am überlegen noch weiter runter zu gehen.

    @ivitho: Danke für den Tipp mit der telef. Krankschreibung. Das kann ich bei meiner Hausärztin mal ansprechen.
    Zu Deiner Frage was ich zusätzlich zur Prophylaxe noch mache:
    Achtsamkeit & Meditation, Entspannungsübungen (PMR).
    Dann gehe ich viel spazieren und wenn es möglich ist, walken oder auf den Hometrainer. Aber da muss ich auch aufpassen, dass es nicht zuviel ist. Ich finde es schwierig hier das richtige Maß zu finden (besonders neben der Arbeit).

    Ich finde es bemerkenswert, was Du alles nebenbei noch machst. Yoga musste ich leider erstmal aufgeben, da ich irgendwann fast jedesmal danach Migräne bekommen habe.
    Machst Du das alles auch wenn Du Schmerzen hast, oder nur an den schmerzfreien Tagen?

    Liebe Grüße
    Astrid

    ivitho
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 97

    Hallo Astrid,

    ich muss gestehen, dass ich nur noch 3 Tage die Woche halbtags arbeite. Bin damals auch erst von Vollzeit auf 30h Stunden runter und habe nach einer sehr langen, heftigen Phase, da ich auch an Adenomyose erkrankt bin und zusätzlich mit BTM behandelt werde, nochmal verkürzt.

    Somit habe ich nun endlich die Zeit für meine ganzen Termine und Übungen. Das ist ja schon sehr zeitraubend, wenn man dabei bleibt.

    Du hast recht beim Yoga muss man erstmal das richtige Yoga finden und dann das Mass, da Yoga extrem anstrengend sein kann und das wirkt sich dann wieder negativ aus. Deshalb sind Taichi und Qigong noch besser geeignet.

    Also, wenn ich leichte Kopfschmerzen habe, versuche ich immer mal wieder mit Qigong gegenzuwirken und hatte schon oft Erfolg damit, dass ich nach einer Übungseinheit schmerzfrei war. Aber wirklich nur, wenn die Migräne noch nicht voll ausgeprägt ist. Bei mir fängt es häufig mit Sehstörungen (Blitze, blinde Flecken) an und noch empfindlicheren Sinnen als sonst. Der Kopfschmerz ist dann erstmal ein beidseitiger Druck. Noch nicht zu stark ausgeprägt. Oder ich habe ein leichtes Pochen immer mal wieder auf einer Schläfe, dass immer wieder geht und kommt.

    Bei diesen Ankündigungszeichen funktioniert es bei mir noch mit Entspannung. Auch die Atemtechniken sind kann ich dann gut anwenden. Wenn die Migräne schon zu stark oder voll da ist, kann auch ich nichts machen. Bewegung ist dann wie Folter.

    Was mir auch hilft, sind regelmäßige Massagen. Meine Physiotherapeutin massiert dann auch immer gezielt meine speziellen Punkte ähnlich wie Akkupressur. Das ist wunderbar 😉 Und da ich von Prof. Göbel erfahren habe, dass die Verspannungen nicht die Migräne auslösen, sondern die Verspannungen durch die häufige Migräne entstehen, ist mir jetzt auch klar, warum sie immer wiederkommen trotz Sport und Massagen.

    Aber du machst ja auch schon so einiges an Bewegungsaktivität. Das finde ich supa. Das ist so wichtig. Wenn ich mal aussetzen muss für länger wegen meiner Adenomyose, merke ich die Auswirkungen eigentlich immer. Zeigt mir, wie wichtig der körperliche Ausgleich ist.

    Ja und ich muss gestehen, es ist ja eigentlich auch gut, wenn unsere Ärzte uns immer mal wieder ermahnen, wenn wir uns selbst nichts gutes tun. Dann merkt man auch, dass sie unsere Beschwerden ernst nehmen und mit aufpassen 😉

    Gute Besserung wünsche ich dir.

    LG ivitho

    Aller

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo,

    Nun habe ich mich vorgestern gefreut, dass die Migräne weg ist und dann kommt sie gleich am nächsten Tag wieder…und bleibt…bäh.
    Das Triptan, mit Naproxen zusammen, hilft auch nicht so richtig und ich fühle mich wieder total erschlagen.

    Ich habe das mittlerweile aber fast immer, das ich trotz Triptan immer total k.o. bin. Früher war das noch anders, wenn die Schmerzen weg waren ging es mir besser.

    Ich versuche wenn es möglich ist, mich zu bewegen und an die frische Luft zu gehen. Aber das wird immer weniger, entweder ich habe Migräne oder ich bin noch so k.o. von der Attacke. Ich traue mich auch nicht immer, da ich Angst habe, dass es wieder zu viel ist. Mittlerweile reagiere ich immer sehr schnell bei Anstrengung mit Migräne. Aber es fehlt mir auch, früher habe ich viel Sport gemacht, außerdem zeigt es sich auch auf der Waage.

    So, jetzt hoffe ich dass es morgen mal besser ist und Euch wünsche ich noch einen schmerzfreien Abend.

    LG
    Astrid

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28221

    Liebe Astrid,

    manchmal gibt es Phasen, in denen es nicht so gut läuft. Wer kennt das nicht? Ist zwar kein Trost, Du bist damit aber nicht alleine.

    Gute und schnelle