Astrid stellt sich vor und braucht Rat

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    Beiträge
  • akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo liebe Headbooker,

    Ich fühle mich gerade wieder überfordert mit meiner Situation.

    Im Moment arbeite ich 3 Tage in der Woche. Mittwoch ist eh mein freier Tag und durch meine lange Krankheitsphase hatte ich noch so viel Urlaub, dass ich den Donnerstag auch noch frei habe (bis Ende März).

    Trotzdem ist es soooo anstrengend und heute musste ich wieder nach Hause, weil nichts ging. Ich habe ständig Schmerzen und bin so erschöpft, dass ich mich fast nur noch ausruhen kann an meinen freien Tagen. Und der Haushalt liegt ja auch noch an.

    Ich habe so gehofft, dass ich es schaffe mit der Arbeit. Aber mittlerweile zweifle ich, ob es wirklich geht. Vielleicht denke ich einfach auch zu viel darüber nach. Schwierig….

    Liebe Grüße
    Astrid

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28442

    Liebe Astrid,

    könntest Du einiges vielleicht im Homeoffice machen? Manche Firmen bieten dies ja an, wobei ich natürlich nicht weiß, ob dies bei Deiner Art der Arbeit überhaupt möglich wäre. Es kann nämlich schon entlasten, sich Hin- und Rückweg zu sparen und eventuelle Trigger am Arbeitsplatz.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4650

    Liebe Astrid,

    ich kann hier wirklich nichts gescheites mehr beisteuern.

    Aber ich möchte dir unbedingt sagen, dass ich ganz fest die Daumen für dich drücke, dass du endlich mal schmerzfrei bist.

    Alles Liebe
    Sternchen

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Liebe Astrid,
    ich kann dir deine Stimmung gut nachfühlen.
    Ich bin seit einem Jahr im Ruhestand und habe festgestellt, dass „nicht arbeiten gehen“ keine automatische Linderung in der Migränesituation mit sich bringt. Aber jetzt habe ich die Möglichkeit, rechtzeitige Pausen einzulegen und das Tempo meiner Aktivität selbst zu steuern. Das hilft.
    Ich bin gerne arbeiten gegangen. Jetzt im Nachhinein denke ich, dass für mich die Arbeitstage einfach zu lang waren. Hätte ich mehr Pausen machen können, Pausen, in denen ich wirklich „wegtreten“ kann, Augen zu machen, Geräusche wegdämmen usw., dann wäre es vielleicht nicht so hart geworden.
    Wenn du drei Tage in der Woche arbeitest, dann sind das wahrscheinlich die drei echt anstrengenden Tage. Und die freien Tage reichen zum wirklichen Regenerieren nicht mehr aus.
    Es stört das Gleichmaß, das für uns Migräniker so hoch geschätzt wird.
    Wäre eine Lösung vorstellbar -wenn Homeoffice nicht gehen sollte- dass du eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeitszeiten aushandeln könntest. Auch mit großen Pausen nach spätestens vier Stunden z.B.? Und eine Reduzierung der Stundenzahl, wenn dein Urlaub aufgebraucht sein wird?

    Ich bin im Moment nicht auf dem Laufenden: Hast du bereits einen GdB von 50 ? Auf der Grundlage kann man bestimmt verhandeln.

    Ich hoffe, dass dir unsere Beiträge ein paar Impulse geben, so dass es nicht mehr ganz so schwarz aussieht.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo Zusammen,

    Vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe es leider nicht geschafft früher zu antworten,da es mir nicht ging. Ich glaube, diese ständigen Wetterwechsel machen mir ziemlich zu schaffen.

    @Bettina: Ja, Homeoffice wäre noch eine gute Alternative. Obwohl ich Schwierigkeiten habe mich zu Hause zu motivieren, erst recht wenn es mir nicht gut geht. Aber bevor ich noch mehr Stunden reduzieren muss, sollte ich es zumindest testen.

    @Sternchen: Danke, für Deine lieben Worte. Ja, Schmerzfreiheit wäre mein Wunder 2017. ☺️ Vielleicht passiert es ja!!!

    @Alchemilla: Da es während meiner langen Krankschreibung von knapp 1 Jahr nur langsam etwas besser wurde, glaube ich es auch nicht, dass die Arbeit der ausschlaggebende Trigger ist. Aber wie du sagst, es ist eben sehr anstrengend und mal eben für 2 Stunden hinlegen ist nicht. Allerdings wenn es ginge, hätte ich immer im Hinterkopf:“Oje, das musst du nacharbeiten, dann sitzt du hier noch länger im Büro.“

    Ich habe ein GDB von 50 und mein Arbeitgeber weiß Bescheid und tut schon viel für mich. Z.B Einzelbüro, dunkler Tisch damit die Sonne nicht so reflektiert, keine eigenen Projekte mehr, um mir den Druck rauszunehmen…
    Ich denke, ich werde das Thema Homeoffice nun mal angehen und schauen was passiert.

    Lieben Dank für Eure Hilfe!

    Habt einen schön Tag heute?

    LG
    Astrid

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Hallo Zusammen,

    Ich wollte mal wieder von mir hören lassen.

    Ich hatte Ende März mein Mitarbeitergespräch und dabei meine Arbeitssituation besprochen. Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass ich jeden Tag 6 Stunden arbeite und Dienstag sowie Donnerstag jeweils zu Hause. Ich glaube damit fahre ich ganz gut.

    Trotzdem ist es anstrengend und nach 6 Stunden bin ich auch geschlaucht, sodass in der Woche kaum Kraft und Zeit für Hausarbeit da ist.
    Am Wochenende geht es mir auch nicht besser und hatte dann bisher auch mit starken Attacken zu kämpfen und die Triptane haben die letzten Male auch schlecht gewirkt und wenn sie wirken, habe ich trotzdem eine starke Erschöpfung.

    Und damit entsteht mein Problem, dass ich wieder anfange mich zu überfordern und nicht den richtigen Weg finde.
    Soll ich in der Woche die Hausarbeit liegen lassen, damit es nicht zu viel wird? Das bedeutet alles am Wochenende machen zu müssen. Nur leider bin ich dann auch so kaputt oder falle komplett aus. Ich kriege da richtig schlechte Laune von.

    Damit kein falscher Eindruck entsteht, mein Mann unterstützt mich und übernimmt auch viel (soweit er kann, er ist ja auch krank). Und er sagt immer, dass hier keiner verlangt, dass ich regelmäßig putze. Er schon gar nicht. Nur ich habe das Gefühl wenn ich nicht wenigstens die Grundsauberkeit erhalte, dann wird der Berg ja noch größer.

    Tickt hier zufällig jemand wie ich oder bin ich als einzige so „blöd“.
    Wie macht ihr denn das, fast tägliche Migräneschmerzen, Job, Haushalt, Freiteit unter einen Hut zu bringen?
    Manchmal denke ich, ich bin total bescheuert.

    Sorry, für den langen Text. Ist mal wieder mehr geworden als ich wollte.

    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.

    LG
    Astrid

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5761

    Liebe Astrid,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Seit Wochen geht es mir auch außergewöhnlich schlecht und ich bekomme mein normales Pensum überhaupt nicht auf die Reihe.
    Mein Mann ist ein Goldstück und würde hier zuhause durchaus mehr zupacken, doch er arbeitet viel und hart und seine eh zu geringen Erholungsphasen soll er nicht damit zubringen, den Staubsauger zu schwingen oder Wäsche aufzuhängen.

    Mein Glück ist, dass ich beruflich flexible Arbeitszeiten habe. In schlechten Phasen kann ich weniger arbeiten, in besseren mehr. Wobei ich den Stapel, der sich in den letzten Wochen aufgehäuft habe, lieber nicht ständig vor mir sehen möchte. ?

    Wäre eine Putzhilfe für dich eine Option? Dann wäre das Gröbste einmal in der Woche erledigt und für dich wäre der Druck weg, das spätestens am Wochenende machen zu „müssen“. Diesen Druck baust du dir ja selber auf.

    Mein Mann (habe ich schon erwähnt, dass er ein Goldstück ist? ? ), ist völlig unkompliziert, sowohl was das Essen oder den Haushalt allgemein angeht. Ich selber habe gelernt, Staubflocken auch mal liegen zu sehen. Die Vervollkommnungsstufe, diese auch noch lieben zu können, habe ich allerdings noch nicht erreicht ? . (Falls jemand die Geschichte nicht kennen sollte: Geht ein Mann, der dem Löwenzahn in seinem Garten nicht Herr wird, zu einem Weisen und fragt ihn, was er machen könne. Mein dieser: Wenn du dem Unkraut nicht beikommen kannst, dann lerne, den Löwenzahn zu lieben. ? )

    In guten Phasen koche ich doppelt und fülle meinen Tiefkühlschrank für anstrengende Migränezeiten.

    Ich habe in vielen Bereichen das Loslassen gelernt.
    Das Loslassen von der Vorstellung, wie ich gerne in allen Bereichen leben würde, denn das kann ich mit meiner Migräneerkrankung nicht.
    Das Loslassen von Erwartungen an mich selber, welche Arbeiten wann wie wo erledigt sein sollten. (Bsp: Fenster werden erst geputzt, wenn es schwierig wird zu erkennen, ob es draußen regnet. ? )
    Das Loslassen von dem Wunsch, alles unter einen Hut zu bringen. Ich bringe es nicht unter einen Hut. Doch ich habe die Wahl im Setzen meiner Prioritäten, und das mit der Zeit und der Kraft, die mir meine Erkrankung lässt.
    Ich musste auch Freundschaften loslassen. Wenn man immer wieder Termine nicht wahrnehmen kann oder sich Triptan-dösig in einer lustigen Gesellschaft bewegt, die mir dann zu laut und zu anstrengend ist, ist beiden Seiten nicht geholfen. Und so reduzieren sich gewisse Beziehungen einfach von alleine.
    Ich kann mein Leben nicht mit Volldampf leben, eher auf Sparflamme. Es war die größte Herausforderung von allen in Bezug auf meine Migräneerkrankung, diesen Zustand akzeptieren zu lernen und das Beste draus zu machen und damit zufrieden zu sein. Und es ist durchaus sehr entspannend, wenn man diesen Druck mal los ist, immer mehr machen zu müssen als man kräftemäßig kann. Und ebenso, wenn man sich von der Hoffnung verabschiedet hat, dass alles mal wieder „gut“ wird. Sollte dieser Zustand jemals eintreffen, wäre es genial, aber ich rechne nicht damit und verschwende auch keine Energie mehr in diverse Hoffnungsszenarien.

    „Carpe diem“ = pflücke den Tag. Was eben heute geht.

    Lieber Gruß
    Heika

    P.S. Unsere Texte nicht zu lang. 😉
    Man kann nicht immer alle Gedanken in drei Zeilen pressen. 😉

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 years, 7 months von heika.
    KaGo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 196

    Liebe akascha,

    die tagtägliche Herausforderung ist, sich vom Perfektionismus zu trennen, um Zeit zum leben zu gewinnen.

    Weißt Du eigentlich, wie Du jede „Wollmaus“ a