Basilarismigräne oder MS (Blitzgewitter)

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  • Blitzgewitter
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    Hallo alle zusammen,
    ich wollte mich kurz mal vorstellen und meine Geschichte erzählen, vielleicht hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht wie ich die letzten Monate.
    Ich bin weiblich, 39 Jahre alt und leide seit nahezu 18 Jahren an Migräne. Die Anfälle kommen und gehen manchmal jede Woche, jeden zweiten Tag, zwei mal am Tag und dann auch mal zwei Monate Ruhe.

    Seit 10 Jahren habe ich PMS und ab da kam die Migräne verstärkt mit meiner Menstruation, ich wusste also wann es ungefähr losgeht. Irgendwann wurden meine Beschwerden so schlimm, dass mir meine Frauenärztin die Desogestrel empfahl, die Migräne würde weniger werden und die restlichen Symptome ganz verschwinden, so die Botschaft. Was nur zum Teil stimmte, denn die Migräne verstärkte sich von da an stetig.

    Irgendwann habe ich die Pille aus Frust abgesetzt und war nahezu zwei Monate Beschwerde frei, bis ich einen heftigen Anfall bekam und ab da ging es richtlich los, das war letztes Jahr im August. Zwei Wochen später Doppelbilder, danach brannte einen Tag meine Gesichtshälfte, ne Woche später kurz Schwindel, Missempfindungen am Kopf, Geräuschempfindlichkeit, das Sehvermögen wurde schlechter, ständige Müdigkeit alles immer nur kurz im Wechsel. Bis ich eines Tages nicht mehr richtig laufen konnte weil der Boden unter mir geschwankt hat, was mich direkt zum Arzt brachte. Dieser machte Aufgrund meiner Aussagen neben Bluttest auch einen Test gegen Borreliose und Bingo man hatte die Diagnose.

    Ich bekam drei Wochen Antibiotika, die Beschwerden waren weg und ich dachte das hätte ich überstanden. Drei Monate später fingen die Missempfindungen am Kopf wieder an, mein Sehvermögen verschlechterte sich, zudem bekam ich wieder heftige Migräneatakken, weil ich wieder die Pille nahm. Mein Arzt meinte es wäre vielleicht eine Neuroborreliose, also ab zum Spezialisten. Der wiederrum schloss die Borreliose komplett aus, weil diese Symptome mit der Erkrankung nichts am Hut hätten.

    Also auf zum Neurologen, da war ich nun Gestern. Keine Borreliose, aber der Verdacht auf MS oder Basilarismigräne, nächste Woche bin ich beim MRT. Was mich stutzig macht ist, dass mir Maxalt verschrieben wurde und ich nach wie vor die Pille nehmen kann und das erste was ich über diese Art der Migräne lese ist, dass weder Triptane noch die Pille genommen werden dürfen!? Wer von euch hat denn ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7454

    Herzlich willkommen bei uns in Headbook, liebe Blitzgewitter.

    Erfahrungen, wie du sie in deiner Frage ansprichst haben ganz viele von uns, leider!
    Bisher hast du aber ja noch absolut keine konkreten Aussagen zu deinen Beschwerden, da muss sicher noch weiter geforscht werden.

    Solltest du tatsächlich eine Migräne mit Hirnstammaura (der neue Name für die Basilarismigräne) haben, wären die Triptane kontraindiziert, da hast du Recht. Also bitte vorsichtshalber bei entsprechenden Beschwerden erstmal nicht nehmen. Die Pille ist sicher nicht das Hauptproblem, da sind Rauchen etc. eher noch bedenklicher. Und du bräuchtest (ganz wichtig!) einen Neurologen, der sich auf Migräne spezialisiert hat.

    Dass aber deine oben geschilderten Beschwerden wirklich auf Hirnstammauren hindeuten, ist so für mich noch nicht zu erkennen. Beschreib die Beeinträchtigungen doch bitte noch mal eingehender. Und warte mal den MRT-Befund ab. Allerdings ist eine Migräne nicht im MRT zu erkennen, geht da wohl eher um die evtl. mögliche MS.

    Auf jeden Fall möchte ich dir aber zur „Fortbildung in Sachen Kopfschmerzen“ schon mal das Migränewissen rechts unten unter Links empfehlen. Genauso wie das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“. Ein unentbehrlicher Ratgeber, wenn man, wie Prof. Göbel es für absolut nötig hält, sein eigener Anwalt für Kopfschmerzen werden möchte. Das findest du unter Buchtipps.
    Und natürlich, was sehr viel bringt, hier im Forum mitlesen, auch die Fragen und Antworten anderer Mitglieder. Und fragen, fragen fragen!

    Ich wünsche dir, dass du schnell eine richtige Diagnose bekommst, mit der du dann weitersehen kannst.
    Alles Gute,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 6 Tagen von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27897

    Willkommen im Headbook, liebe Blitzgewitter. 🙂

    Maxalt würde ich bis zur genaueren Diagnosestellung erst mal nicht nehmen. Solltest Du unter Hirnstammauren leiden, wären sie kontraindiziert. Die Pille nehmen viele Frauen trotz Aura. Man muss ja auch die Lebensqualität im Blick haben und sichere Verhütung gehört dazu.

    Du kannst jetzt erst mal leider nichts anderes machen, als diesen Termin nächste Woche abzuwarten. Das Ergebnis wird ja sicher schnell besprochen werden und dann sieht man weiter.

    Was Du zur Migräne schilderst, ist ein eher „normaler“ Verlauf. Migräne ist eine progredient (also sich verschlechternd) verlaufende Erkrankung. Ab ca. Mitte 20 steigern sich bei vielen die Attacken und flauen bestenfalls ab Mitte 50 wieder etwas ab.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Blitzgewitter
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Hallo Julia und Bettina,
    danke für die Antworten. MRT soll bei mir eben MS ausschließen, danach käme für den Neurologen die Migräne mit Hirnstammaura in betracht. Aufgrund der Symptome die ich vorher hatte und die eben vereinzelt wieder kommen oder immer noch da sind. Das wären Doppelbilder (übereinander) nach der Migräne, Missempfindungen am Kopf, so als würde mir jemand im Gehirn herumstochern ohne dabei Schmerzen zu haben oder als würde mir irgendwas über die Stirn laufen. Ab und zu habe ich auch Probleme beim sehen, also plötzlich sehe ich Dinge unscharf.
    Letztes Jahr kamen noch Symptome wie:
    Geräuschempfindlichkeit, ich hatte das Gefühl alles wäre lauter und sehr unangenehm gleichzeitig vermindertes Hören.
    Müdigkeit, ich kam von der Arbeit nach Hause, legte mich hin und schlief bis zum nächsten Tag
    Ein Druck am Ober- und Hinterkopf, als würde ich was schweres tragen
    Schüttelfrost bei 30 Grad
    Aber das Schlimmste war die Gangunsicherheit, anfangs immer nur ganz kurz bis zum Dauerzustand. Beim gehen hatte ich das Gefühl zu schwanken, wie im betrunkenen Zustand. Es fühlte sich an als hätte ich Watte im Kopf.
    Sprachstörungen, Probleme bei Wortfindungen. Als würde mir die Zunge nicht gehorchen. Was mir auch Angst bereitete war, als ich die Namen meiner Kollegen nicht mehr wusste. Oder den Namen zwar kannte aber in ersten Moment nicht wusste wer die Person sei.

    Dieser Zustand hielt ca. drei Monate bis ich zum Arzt ging, weil die Symptome am Anfang immer nur kurz da waren und gleich wieder verschwanden. Ich dachte halt es wäre Stress, mein Körper bräuchte mal Ruhe. Als ich dann in Urlaub ging, manifestieren sich diese plötzlich. Ich hoffe es ist ausführlich genug beschrieben.

    Grüsse

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