Bin auch neu (Anouk)

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  • Anouk
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    Beitragsanzahl: 296

    Hallo an alle,

    ich habe schon öfter mit Interesse Beiträge hier in diesem Forum gelesen und habe mich heute endlich registriert.
    Meine Geschichte ist dir folgende:

    Ich bin heute 34 und habe seit etwas über zehn Jahren Migräne. Schon als Kind hatte ich gelegentlich Kopfschmerzen und meine Mutter meint, das ging schon im Kindergarten los. Rückblickend war meine Kindheit aber ok, ich kann mich nicht an sehr starke Schmerzen erinnern, Kopfschmerzen kamen halt und gingen auch wieder.
    Mit Anfang zwanzig wurde es plötzlich anders, die Schmerzen fühlten sich anders an und wurden von Erbrechen begleitet. Da meine Mutter unter Migräne leidet, war mir schnell klar, wie das neue Wehwehchen heißt…
    Damals hatte ich eine gute Hausärztin, die mir direkt Triptane verschrieben hat, die damals wohl noch recht neu waren.
    Diese habe ich bei Bedarf genommen und sie haben auch immer gut geholfen. Nach einer Schmelztablette und zwei Stunden Ruhe konnte ich den Tag mit leichtem Wattegefühl im Kopf ganz normal weiterverbringen und auch Fernsehen oder am Computer arbeiten. Damals (während des Studiums) hatte ich im Schnitt vielleicht einmal im Monat Migräne, manchmal zweimal.
    Boah, war das noch schön!
    Nach Abschluss des Studiums habe ich eine Stelle angetreten, bei der ich den ganzen Tag am Computer gearbeitet habe und der Stress in der Firma war enorm. Großer Termindruck, es durften keine Fehler gemacht werden, vom Chef angeschrien werden gehörte zum Alltag. Und meine Migräne (und Spannungskopfschmerzen) nahm immer mehr zu. Regelmäßig hatte ich Wochenendmigräne und mehrmals im Monat Kopfschmerzen oder Migräne.
    Bei Bedarf habe ich weiterhin Triptane genommen oder Paracetamol, wenn die Schmerzen sehr stark waren auch Paracetamol mit Codein.
    Ich glaube in der Zeit hatte ich vor allem Entspannungskopfschmerzen und erinnere mich an einen Urlaub in dem ich in vier Wochen nur drei oder vier kopfschmerzfreie Tage hatte…
    Ich bin natürlich von Pontius zu Pilatus gelaufen und irgendein Neurologe hat mir Ausdauersport empfohlen. Ich habe mir daraufhin einen Heimtrainer gekauft und gleichzeitig mehrere Dinge in meinem Leben geändert. Ich habe die Pille abgesetzt, halt den Heitrainer angeschafft (und regelmäßig genutzt) und außdem ein sehr anstrengendes Fernstudium neben der Arbeit begonnen, welches ich als positiven Stress empfunden habe. In der Zeit hatte ich ein dreiviertel Jahr weder Migräne noch Kopfschmerzen!!!
    Aber irgendwann ging es wieder los.
    Vor fünf Jahren bin ich schwanger geworden und hatte etwa ab der 18. Schangerschaftswoche mindestens an drei Tagen in der Woche Migräne. Auf Wunsch meines Arbeitgebers habe ich mir ein Beschäftigungsverbot ausstellen lassen und bis kurz vor der Geburt vor mich hingelitten. Es gab Tage, an denen ich einfach nur sterben wollte, weil Schmerzmittel durfte ich nicht nehmen und meine Migräne war so schlimm wie nie.
    Nach der Geburt war es eine Zeit lang ganz ok und dann pendelte das alte Schema sich wieder ein, ein- bis zweimal im Monat Migräne. In dieser Zeit habe ich nicht gearbeitet.
    Nach einem Jahr war ich wieder schwanger und habe in der zweiten Schwangerschaft Akkupunktur ausprobiert. Die Migräne war insgesamt weniger stark, begann früher in der Schwangerschaft und hörte auch früher auf. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass das durch die Akkupunktur kam.
    Als mein zweites Kind ein Jahr alt war (vor zwei Jahren) habe ich mich in meinem Beruf selbstständig gemacht. Ich arbeite von zu Haue aus, aber auch ohne Chef ist es recht stressig. Termindruck gehört zu meinem Geschäft (ich bin Übersetzerin und es gibt nur eilig und supereilig) und habe „nebenbei“ zwei kleine Kinder die jetzt fast drei und viereinhalb sind. Die beiden sind tagsüber im Kindergarten, und ich arbeite eigentlich rund um die Uhr. An den meisten Wochenenden, an Feiertagen, abends. Ich liebe meine Arbeit, aber meine Migräne ist in den letzten zwei Jahren durch die Decke gegangen.
    Derzeit habe ich im Schnitt mehrmals in der Woche Migräne oder starke Kopfschmerzen. Manchmal vergeht eine Woche ganz ohne, aber selten.
    Behandeln tu ich mit Triptan, Ibuprofen 800 und wenn es gar nicht geht mit Paracetamol+Codein.
    Seit letztem Jahr mache ich eine Schmerztherapie und habe es schon erfolglos mit Betablockern versucht. Ende letzten Jahres habe ich von meiner Therapeutin Flunarizin bekommen und es hat zunächst wunderbar gewirkt. Leider habe ich schon in den ersten Wochen stark zugenommen und nach sechs Wochen ohne Schmerzen wurde ich leichtsinnig und habe das Medikament abgesetzt, weil ich nicht immer dicker werden wollte. Nach etwa sechs Wochen war die Migräne wieder mit voller Wucht da. Bei einem zweiten Versuch hat Flunarizin leider nicht mehr angeschlagen. Ich verstehe nicht, weshalb, habe aber schon öfter gelesen, dass das Medikament bei einem zweiten Anlauf wirkungslos sein kann. Nach etwa neun Wochen Flunarizin ohne jede Wirkung (und diesmal erstaunlicher Weise auch ohne Gewichtszunahme!) habe ich es letzte Woche abgesetzt.
    Ich bin momentan ziemlich hilflos/verzweifelt.
    Ich führe ein Schmerztagebuch und weiß, dass mein Schmerzmittelkonsum grenzwertig ist. Solange ab und zu eine Woche ohne Schmerzen dabei ist, denke ich, dass keine Abhängigkeit besteht und versuche die Schmerzen so oft wie möglich auszuhalten. Da ich mich mit zwei kleinen Kindern nicht einfach aus dem Alltag ausklinken kann sondern, funktionieren muss, klappt das leider selten.
    Da ich außerdem meine Aufträge abarbeiten muss und Migräne und Bildschirmarbeit sich bei mir überhaupt nicht verträgt, muss ich meistens etwas nehmen und bin oft bei 6 oder mehr Triptanen im Monat, plus Ibuprofen.
    Meine Schmerztherapeutin überwacht meinen Medikamentenkonsum und ist der Meinung, dass die Häufigkeit der Migräne hauptsächlich durch Stress ausgelöst wird, wobei auch mein Zyklus ein Trigger sein kann bzw. ist.
    Ich versuche, mich über jeden schmerzfreien Tag zu freuen, werde aber insgesamt leicht depressiv und würde (wie wahrscheinlich die meisten hier) alles tun, um die Schmerzen loszuwerden.
    Mein Migräneschema verändert sich ständig. Seit einem Jahr habe ich auch Drei-Tages-Migräne, wobei ich früher immer höchstens 12 Stunden Migräne hatte. Um meine Periode herum habe ich seit einiger Zeit Dauermigräne und seit drei Monaten die gesamte erste Zyklushälfte. Die zweite Zyklushälfte ist gut und ich habe relativ wenig Migräne und oft mehrere schmerzfreie Tage am Stück, aber das kann ich drei Monaten schon wieder ganz anders aussehen.
    Die Schmerzmittel helfen, aber in der Menge kann ich die nicht dauerhaft nehmen. Manchmal kriecht die Migräne aus einem verspannten Nacken hoch und ich weiß nachts nicht, wie ich den Kopf legen soll. Massage bringt etwas Linderung, wirkt aber nicht als Prophylaxe.
    Seit der zweiten Schwangerschaft/Geburt hat sich irgendetwas in meinem Körper verändert oder verschoben und ich kann nicht mehr auf dem Hinterkopf liegen, ohne rasende Kopfschmerzen zu kriegen. Bislang konnte mir kein Arzt oder Physiotherapeut sagen, woran das liegt.
    Da ich nicht mehr auf dem Rücken liegen kann, kann ich kein Yoga mehr machen, das mir früher manchmal geholfen hat.
    Ich bin gespannt, was meine Schmerztherapeutin als nächstes vorschlägt, aber inzwischen habe ich den Glauben ziemlich verloren, dass es DIE eine Lösung geben wird.
    In vier Wochen habe ich einen Hypnose-Termin und will versuchen, durch Hypnose anders mit meinem Stress umzugehen. Mal sehen, ob es hilft.

    Sorry, dass es so lang geworden ist!

    Liebe Grüße
    Anouk

    Ute
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 101

    Liebe Anouk,

    erst mal herzlich willkommen hier im Forum.
    Schön, dass du so ausführlich schreibst, denn dann können dir die Expertinnen bestimmt einen ersten Rat geben. Es tut mir sehr leid für dich, dass du so schlimme Schmerzen hast und dein Alltag sehr mühsam klingt.
    Das mit den KS, wenn du auf dem Rücken liegst, kann ich auch nicht zuordnen, klingt aber nicht gut, v.a. wenn dann Entspannungsmethoden im Liegen wegfallen.
    Hat deine Schmerztherapeutin noch eine weitere Prophylaxe empfohlen?
    Zu deiner Akutmedikation meine ich mich zu erinnern, dass in Kiel gegen Codein plädiert wird und auf alle Fälle gegen Kombinationspräparate.
    Hast du andere Entspannungsmethoden wie PME, die man auch im Sitzen durchführen kann, schon ausprobiert?
    Bei dir ist sicherlich der Alltag auch enorm stressig – musst du so viel arbeiten oder kannst das Ganze auch mal für Monate reduzieren? Könntest du deine Kinder gut versorgt zu Hause lassen und evtl. nach Kiel in die Klinik gehen?

    Oh je, ich wünsche dir sehr, dass du hr neue Ideen bekommst, die dich weiterbringen. Verständnis bekommst du auf alle Fälle…denn wir sitzen alle in einem ähnlichen Boot.

    Liebe Grüße aus dem heißen Baden-Württemberg von Ute

    Glasperle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Herzlich Wilkommen hier!

    Na wie sich das anhört plagt dich die Migräne ja auch ganzschön! 🙁
    Leider bin ich selbst noch ziemlich unerfahren, sodass ich dir nur gaaaaaanz viel Erfolg bei deiner Schmerztherapie wünschen kann. Es ist auf jeden Fall gut, dass du dir eine gesucht hast, wo du dich in guten Händen fühlst. DIE eine Lösung wird sich sicherlich aus vielen einzelnen Dingen zusammensetzen, die für dich am besten geeignet und am wirksamsten sind.

    Hast du schonmal autogenes Training probiert? Ich habe es eine Zeit lang gemacht, war gut um mal runterzukommen, aber leider half es bei mir nicht auf die Dauer… Vielleicht hast du ja mehr Erfolg. Oder suche dir etwas, wo du mal so richtig für dich sein kannst und den Kopf frei kriegst. Ich gehe total gerne raus in die Natur eine Runde joggen und genieße einfach mal den Augeblick. Zwar geht die Migräne dadurch nicht weg (jedenfalls bei mir nicht), aber es tut der Seele richtig gut 🙂

    Ich wünsch dir viel Erfolg & viele hilfreiche Tipps hier im Forum, vielleicht ist ja Hypnose was für dich!

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Herzlich willkommen im Headbook, liebe Anouk. 🙂

    Dein Bericht klingt nach ziemlicher Verzweiflung und das ist auch verständlich. Bei mir gibt es einen ähnlichen Verlauf, außer, dass ich während der ersten Schwangerschaft komplett schmerzfrei war, bei der zweiten auch fast. Ich stelle mir eine Schwangerschaft mit unbehandelten Schmerzen lieber gar nicht vor.

    Was ist mit Deinem Kopf los, dass Du nicht mehr am Rücken liegen kannst? Das muss man ganz systematisch abklären lassen. Lass Dich nicht abfertigen, dass man nichts findet! Nach Abkärung (auch Bildgebung) kann eventuell ein Osteopath helfen.

    Es wird nie DIE Lösung geben, die für alle passt, aber es wird sich eine Lösung auch für Dich finden. Ganz individuell. 🙂

    Prophylaxen wirken sonderbarerweise manchmal im zweiten Anlauf nicht mehr. Es gibt aber noch viele Möglichkeiten, die Du testen könntest.

    Hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2 haben in Studien Wirksamkeit erwiesen. Dies könntest Du jetzt schon starten.

    Als Selbstständige arbeitest Du viel, das kennen alle so. Trotzdem gibt es vielleicht auch hierbei noch Möglichkeiten, den Tagesablauf für Dich besser zu strukturieren. Dazu gehören auch Pausen und Rückzugsmöglichkeiten für Dich.

    Liebe Grüße und nie aufgeben, 🙂
    Bettina

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Ich danke euch allen vielmals für die netten Antworten und Tipps!
    Entspannungübungen habe ich früher im Anschluss an mein Yoga immer gemacht (mal PME, mal autogenes Training) und es hat mir immer sehr gut getan. Leider ist es sehr schwierig, sowas mit kleinen Kindern zu vereinbaren. Wenn die beiden auch nur im Nebenzimmer spielen, ist an Entspannung nicht zu denken und wenn sie abends im Bett liegen, bin ich so müde, dass ich nach fünf Minuten einschlafe…

    Mein Schmerztherapeutin verteufelt mein Paracetamol+Codein auch, aber wenn mal gar nichts geht, greife ich (auf eigene Kappe) gerne darauf zurück, weil ich weiß, dass es wirkt und solange ich es nur ein oder zweimal im Monat nehme, glaube ich nicht, dass es irgendetwas verschlimmert.

    Joggen gehe ich auch manchmal, aber auch das ist stellenweise schwierig mit den Kindern zu vereinbaren, so dass ich mir anstelle des Heimtrainers mittlerweile einen Crosstrainer angeschafft habe und wenn mein Kopf es zulässt, schwitze ich abends ganz gerne.

    Es ist schwierig die Arbeit zu reduzieren, da jeder abgesagte Auftrag zur Folge haben kann, dass ich auch den Folgeauftrag nicht erhalte. Es ist ein ständiges Abwägen und ich muss lernen öfter „nein“ zu sagen. Immerhin lehne ich inzwischen völlig wahnsinnige Liefertermine ab. und versuche mir auch hier und da mal ein Wochenende freizuschaufeln. Für etwas Entlastung haben wir seit einiger Zeit eine Putzfrau und unser Babysitter kommt an zwei Nachmittagen, um die Kinder zu bespaßen, damit ich nicht immer alles (Arbeit, Haushalt, Einkauf, Arzttermine, …) in den Vormittag quetschen muss. Aber ich weiß, dass ich daran arbeiten muss, einen etwas geregelteren Tagesablauf mit Pausen hinzukriegen.

    Nächste Woche bin ich wieder bei der Schmerztherapeutin und gespannt, was sie als nächstes vorschlägt.
    Außerdem habe ich mir wieder Termine bei meiner alten Heilpraktikerin geben lassen. Ihre Nadeln haben mir zwar nicht geholfen, aber sie hat mir vorher immer großartig den Nacken und Schulterbereich massiert und mit Schröpfglas und Schaber bearbeitet. Dadurch ist die Migräne manchmal schon verschwunden und ich bin ständig steif und verspannt.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Liebe Anouk,

    Sei willkommen bei uns. Schön, dass du so viel von dir erzählt hast.

    Mein erster Impuls war, dir einfach nur zur schreiben, hör auf, alles zu versuchen, die Schmerzen loszuwerden….(gut leben damit ist viel wichtiger!)

    Ich habe vor ein paar Wochen ein kleines Buch vom Arbor Verlag gekauft, das ist 2013 erschienen, heißt „Schmerz“ , da habe ich gestern drin gelesen, Schmerz muss nicht Leid sein, stand da, das hat mir sehr geholfen gestern.

    Du wirst hier viele gute Tipps bekommen, ganz bestimmt. Führst du einen Kopfschmerzkalender? An wie vielen Tagen im Monat nimmst du Medikamente gegen die Kopfschmerzen?

    Liebe Grüße
    Johanna

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Hallo Johanna,

    danke für deine Antwort!
    Medikamente nehme ich in einem durchschnittlich schlechten Monat an 10-12 Tagen aber manchmal mehr als ein Medikament am Tag.
    In einem richtig guten Monat sind es vielleicht nur 8 Tage.
    Einen Kopfschmerzkalender führe ich seit einem Jahr, deshalb ist mir auch aufgefallen, dass mein Migräneschema sich alle paar Monate ändert.
    Ich versuche, auch an Tagen mit Schmerzen etwas positives zu sehen, aber wenn du vor Schmerzen kaum gucken kannst und das Gefühl hast, jemand drischt mit Eisenhämmern auf deinen Schädel ein, ist das ganz schön schwierig…
    Umso mehr kann ich zwei oder drei schmerzfreie Tage in Folge genießen.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Katharina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 322

    Liebe Anouk,

    Herzlich Willkommen im headbook!
    Bei mir war es genauso während der Schwangerschaft, ich hatte vom dritten bis zum achten Monat ständig Migräne, danach war sie dann erst mal vier Monate weg.
    Und seit fünf Jahren steigert sie sich auch dauernd und immer wenn ich denke, jetzt habe ich ein Muster gefunden, dann wird’s wieder anders……

    Hier und in der Schmerzklinik habe ich gelernt, dass man sich vom Schmerz nicht so unterkriegen lassen soll, ich versuche auch immer zu schauen,,was geht trotz Schmerzen heute noch, und manchmal finde ich doch einiges….

    Aber an den Schlimmeren Tagen Versinke ich auch manchmal im Verzweiflungsloch, vor allem als die Kinder noch kleiner waren……ich probiere jetzt halt die verschiedene Prophylaxen, es gibt ja so viele, und ich habe auch gelernt, dass ich dafür viel Geduld brauche, und ich bin aber ein superungeduldiger Mensch 😉

    Aber bei dir scheint echt viel Druck und Stress zu sein und das mit dem Kopf und dem Liegen ist ja auch komisch? Tritt das immer beim Liegen auf und geht dann wieder weg,wenn du aufstehst?

    Also ich hatte im letzten Jahr auch immer, sobald ich mich zum Schlafen Hingelegt hatte, ein, zwei Stunden später totale KS,die manchmal vorbeigingen, wenn ich aufgestanden bin, aber ich weiß bis heute nicht, was es war.
    Dieses Komische Kopfweh direkt nach dem Enschlafen ist mit der Prophylaxe, Antidepressivum, fast weggegangen. Ich hatte dabei dann auch immer so ein komisches Dröhnen im Hinterkopf…….aber bei dir ist es anders, oder?

    Ich Wünsche dir einen erfolgreichen Termin bei der Schmerztherapeutin,
    Viele Grüsse, Katharina

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Hallo Katharina,

    danke für deine Antwort!
    Wenn ich zu lange auf dem Hinterkopf liege, bekomme ich rasende Kopfschmerzen, die auch nach dem Aufstehen noch stundenlang anhalten können… 🙁
    Die kommen nicht sofort, erst nach einiger Zeit, also ein paar Minuten halte ich es auf dem Rücken aus, aber nach 10-15 Minuten wirds unbequem und beginnt zu pochen. Aber nur, wenn ich gerade auf dem Hinterkopf liege. Kann auch im Sitzen vorkommen, wenn der Hinterkopf zu stark abgestützt wird. Drehe ich den Kopf zur Seite bekomme ich nur einen steifen Hals und keine Kopfschmerzen…
    Die sich ständig ändernden Muster kommen mir sehr bekannt vor! Hat es sich bei dir irgendwann eingependelt oder „wandert“ deine Migräne immer noch?
    Wie war das in der Schmerzklinik? Wie lange warst du dort, war es schwierig einen Platz zu bekommen?
    Momentan geht es für mich leider nicht wegen der Kinder. Meine Mutter würde helfen und einspringen, aber mein Vater ist derzeit sehr krank und sie kann sich nicht frei machen. Vielleicht wäre es in einem halben Jahr oder so eine Möglichkeit.
    Ich erwarte ja gar nicht, plötzlich komplett schmerzfrei zu sein, aber ab und zu eine schmerzfreie Woche und nicht ständig Kopfschmerzen tagein und tagaus…
    Man wird als Migräniker doch so bescheiden und würde sich schon über ein bisschen Linderung freuen.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Liebe Anouk,

    hast du hier schon mal ein bisschen bei MÜK (Medikamentenübergebrauchskopfschmerz) nachgelesen?

    Weil, Kopfschmerzen, die so gar nicht mehr aufhören und auch nicht mehr eindeutig definierbar sind können auch MÜK sein. Dann wirkt auch in der Regel eine Prophylaxe nicht…..

    LG Johanna

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Anouk,

    ich kann mich noch gut an meine sehr stressige Zeit erinnern, als die Kinder noch klein waren und ich in zwei verschiedenen Berufen gearbeitet habe, daneben gab es noch viel anderes. Da ich gut im Organisieren bin, habe ich das durchaus einigermaßen gut hinbekommen, aber es war sehr anstrengend. Aus heutiger Sicht würde ich das nicht mehr so machen, ich würde mehr Ruhe in meine Familie reinbringen und die Zeit mit den kleinen Kindern mehr auskosten.

    Daher meine ganz direkte Frage: WILLST du so viel arbeiten oder MUSST du so viel arbeiten?
    Schön, dass du auch schon gelernt hast, manches an Arbeit abzulehnen. Ich wünsche dir, dass du bald den goldenen Mittelweg an Belastung findest, der allen Seiten gleichermaßen gut tut. Ich habe lange dazu gebraucht, ihn aber immerhin noch gefunden. Und wie heißt es so schön: Lieber spät als nie! 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Liebe Heika,

    ich WILL soviel arbeiten. Das Muttersein füllt mich leider überhaupt nicht aus und ohne meine Arbeit wäre ich total unzufrieden. Klar kann/muss ich sie zugunsten meiner Familie manchmal etwas drosseln aber ohne meine Arbeit würde ich es irgendwann hassen, Mutter zu sein.
    Ich arbeite daran, alles besser unter einen Hut zu bekommen.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Liebe Johanna,

    ich habe mir gerade mal das Infoblatt der Schmerzklinik durchgelesen.
    In den letzten acht Tagen habe ich nur ein Triptan genommen, sonst nichts, obwohl ich seit sechs Tagen Dauerkopfschmerzen habe.
    Keine Ahnung, ob das MÜK sein kann.
    Da ich letzten Monat auch eine Phase von elf (!) Tagen hatte, in denen ich nur ein Triptan genommen habe, mache ich mir in der Hinsicht keine großen Sorgen, allerdings irritiert mich mein momentaner Dauerkopfschmerz, eine Migräne ist es definitiv nicht und es wird immer stundenweise besser und wieder schlechter, seit etwa sechs Tagen, ist aber nie ganz weg. Auch wenn die Schmerzen stellenweise recht stark sind, lassen sie sich aushalten, also versuche ich, durchzuhalten und noch ein wenig zu verzichten.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Liebe Anouk,

    nimmt du dann auch nichts anderes? Weil, du schreibst oben von Paracetamol und Ibu….

    LG Johanna

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Liebe Johanna,

    ich nehme bei Bedarf entweder mein Triptan (Maxalt) meistens in Verbindung mit einer Ibu 800 oder nur Ibu 800 oder Paracetamol+Codein (aber da müssen die Schmerzen schon RICHTIG schlimm oder hartnäckig sein).
    Die Prophylaxe Flunarizin habe ich vor einigen Tagen abgesetzt.
    Habe ich deine Frage damit beantwortet?
    Wenn ich nächste Woche bei der Schmerztherapeutin war, wird sie wahrscheinlich eine neue Vorgehensweise vorschlagen.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Katharina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 322

    Liebe Anouk,
    In der Klinik in Kiel war ich knapp zwei Wochen und habe ca. Drei Monate auf den Platz gewartet, das ist glaub ich so der gewöhnliche Zeitraum.
    Leider „wandert“ meine Migräne immer noch, wobei sie mit der Prophylaxe momentan nicht ganz so stark ist (meistens)…. 😉
    Viele Grüsse, Katharina

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Liebe Anouk,

    Dauerkopfschmerzen können ein Anzeichen für MÜK sein, ich habe es irgendwann so gemerkt…Bin von chronischem Spannungskopfschmerz (bei dem sicher schon lange Migräne dabei war) in den MÜK gerutscht. Letztlich mit IBU und Katadolon und Diclo und Paracetamol….

    Hast du schon mal Naproxen 500 versucht zum Triptan, es hat eine längere Halbwertzeit als IBU. Wird in Kiel so empfohlen. Ich mache gute Erahrungen damit.

    LG Johanna

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    So, nach über einem Jahr Pause (leider nicht von der Migräne) möchte ich meine Situation aktualisieren, obgleich sich im Großen und Ganzen leider nichts geändert hat.

    Ich habe erst in diesem Monat nach etwa einem halben Jahr Pause wieder angefangen, einen KS-Kalender zu führen.
    Ich schätze, dass ich weiterhin bei 8-12 Migräne/KS-Tagen im Monat vor mich hindümpel, wobei ich meist 14 Tage am Stück mit gehäufter Migräne (nicht jeden Tag, aber fast) ab Einsetzen der Periode habe. Darauf folgen meist 14 relativ schmerzfreie Tage.
    Ich nehme weiterhin als Akutmedikation Maxalt oft in Verbindung mit einer Ibu800 Retard. Es gibt sicherlich öfter Monate, in denen ich an mehr als zehn Tagen Schmerzmittel nehme, aber wegen MÜK mache ich mir eigentlich keine großen Gedanken, weil ich das im vergangenen Jahr schon zweimal hatte, anscheinend gleich bei Beginn erkenne (so ein dumpfer Dauerschmerz, begleitet von einem gefühlten Summen im Kopf) und das ganze nach drei oder vier schmerzmittelfreien Tagen wieder verschwindet.
    Ich nehme zwar weiterhin zu viel Medikamente, aber solange jeden Monat 10-14 schmerzmittelfreie Tage am Stück dabei sind, denke ich, dass alles ok ist.

    Vor etwa zwei Monaten war ich sehr optimistisch, die Häufigkeit meiner Attacken durch wirklich regelmäßigen Ausdauersport zu senken und gehe seitdem 4-5 mal in der Woche für mindestens eine Stunde auf den Crosstrainer. Zuerst dachte ich, die Attacken würden sehr schnell viel weniger werden, aber inzwischen habe ich erkannt, dass auch mein Zyklus deutlich kürzer geworden ist, so dass ich pro Zyklus weniger Attacken habe, aber auch „mehr Zyklus“ pro Monat… Aber insgesamt stimmt die Richtung und die Attacken werden langsam weniger.

    Meine Schmerztherapeutin war immer der Meinung, die Ursache für die Häufigkeit meiner Attacken wäre der Stress durch die beiden Kinder und meine Selbstständigkeit.
    Anfang des Jahres wollte ich gerne stationär nach Kiel, um einmal eine Atempause zu erhalten (und zugegebenermaßen auch mal Abstand zu meinem anstrengenden Mutterdasein zu bekommen), aber die Schmerztherapeutin war komplett dagegen, weil sie der Meinung war, dass mir diese 14 Tage „Knast“ nicht helfen, wenn ich mein Leben nicht ändere. Sie wollte mich lieber stattdessen 6 Wochen zur Kur schicken, was für mich als Selbstständige mit zwei Kindern einfach nicht geht. Wenn ich sechs Wochen nicht für meine Kunden erreichbar bin, sind die hinterher weg und ich kann von vorne anfangen, mir eine Existenz aufzubauen. Sie konnte meine Gründe nicht verstehen und scheint eh der Meinung zu sein, ich sollte die Selbstständigkeit meiner Migräne zur Liebe an den Nagel hängen und auf 400,- Basis Brötchen verkaufen… Die Fronten sind in dieser Hinsicht etwas verhärtet.
    Aber ich bin ja nicht komplett beratungsresistent und auf ihre Anregung hin haben wir seit April dieses Jahres ein Au Pair, das sich viel um die Kinder kümmert und mir ganz viel abnimmt. Mein Mann und ich erleben ein völlig neues Lebensgefühl und auch die Kinder genießen es, jemanden zum Spielen zu haben und nach dem Kindergarten mit ihr noch lange auf den Spielplatz zu gehen.
    Insgesamt war es eine supergute Entscheidung, nur leider zeigt sich meine Migräne völlig unbeeindruckt.
    Im letzten halben Jahr hatte ich deutlich weniger Stress, sowohl mit den Kindern als auch mit der Arbeit, weil die Auftragslage seit dem Frühjahr sehr ruhig ist. Aber meine Migränehäufigkeit hat sich absolut nicht geändert. 🙁

    Außerdem leide ich seit bald zwei Jahren immer stärker unter PMS, was sich in meinem Fall durch schwere Depressionen äußert.
    Derzeit habe ich im Schnitt 14 Tage Migräne, gefolgt von 14 schmerzfreien Tagen, an denen ich schwere Depressionen habe. Was ist besser? Migräne oder Depression? (Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera – Juhu!). *Sarkasmus Ende*
    Ich habe schon mit meinem Frauenarzt gesprochen. Nachdem ich in den vergangenen Jahren mehrmals erfolglos versucht habe, wieder die Pille zu nehmen, um diese Hormonschwankungen zu verhindern, kommen Hormone für mich nicht mehr in Frage. Ich vertrage sie einfach nicht. Vor 5 Wochen hat er mir Mönchspfeffer verschrieben und ich soll 2-3 Monate ausprobieren, ob mir das hilft. Noch merke ich keinerlei Wirkung und die Depressionen werden von Zyklus zu Zyklus schlimmer. Wenn der Möpf nicht helfen sollte, wird er mir wahrscheinlich ein Antidepressivum verschreiben, wobei ich Bedenken habe, weil bei PMS wohl häufig Serotoninwiederaufnahmehemmer verschrieben werden, die sich nicht mit Triptanen vertragen.

    Aber jetzt ist mir eingefallen, dass mitunter ja auch Antidepressiva als Migräneprophylaxe verwendet werden. Vielleicht kann ich damit ja zwei Fliegen mit einer Klappe fangen…
    Die Hoffnung stirbt ja immer zuletzt. 🙂

    Ich werde also noch einen Monat den Möpf ausprobieren, wieder brav mein KS-Kalender ausfüllen und nächsten Monat wieder bei meiner Schmerztherapeutin vorstellig werden und sie darum bitten, mir Amitriptylin zu verschreiben.
    Vielleicht gibt es ja doch noch ein Happy End.
    Ich habe allerdings Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme. Wirkt das Ami auf den Appetit oder den Stoffwechsel? Das Flunarizin hat bei mir beim ersten Anlauf den Stoffwechsel dermaßen verlangsamt, das ich quasi auch von Luft zugenommen habe…
    Und ich frage mich auch, wie lange man ein Medikament wie Amitriptylin nehmen kann? Weder meine Migräne noch mein PMS werden in den nächsten zehn Jahren von alleine verschwinden…
    Auch das Absetzen scheint einigen Probleme zu bereiten.

    Aber erstmal zählt jeder schmerzfreie Tag!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Anouk,

    ein Antidepressivum oder ein SSRI scheint in Deiner Situation sinnvoll, da Du wirklich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kannst. Nicht jeder nimmt zu und es gibt auch Mittel, die sowieso keine Gewichtszunahme bedingen.

    SSRIs wind mit Triptanen zu kombinieren, denn das sog. Serotoninsyndrom ist eher eine theoretisches Problem. In der Praxis wird es so gut wie nie gesehen, daher werden beide Substanzen ohne Probleme gemeinsam eingesetzt.

    Dass Deine Schmerztherapeutin sich so gegen Kiel sträut, ist mir unverständlich. Gerade Du als Selbstständige kannst von dem kompakten Programm enorm profitieren und bist nur kurze Zeit weg.

    Wie gut, dass Du Dir Hilfe geholt und nun wieder mehr Lebensqualität hast.

    In einem anderen Beitrag schreibst Du, dass Sport Dir sehr gut geholfen hat. Hier liest sich das anders, oder missverstehe ich da was?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anouk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 296

    Liebe Bettina,

    es tut mir leid, dass du dich heute Abend durch meine zahlreichen langen Beiträge kämpfen musst! Da ich kürzlich im Urlaub erfahren habe, wie gut es tut, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, habe ich das Forum quasi wiederentdeckt. Nichtbetroffene verstehen einen nicht wirklich.

    Der Sport hilft mir definitiv und die Anzahl der Attacken ist zurückgegangen, aber nicht so stark, wie ich zunächst euphorisch gedacht habe.
    Es geht langsam vorwärts, aber der Sport tut mir gut und leichte Kopfschmerzen kann ich damit kurieren.. Das habe ich missverständlich ausgedrückt und werde es gleich ändern.

    Was meine Ärztin gegen Kiel hat, kann ich auch nur zum Teil verstehen (was meinen konkreten Fall betrifft). Sie ist halt davon ausgegangen, dass meine häufige Migräne hauptsächlich durch meinen Stresspegel verursacht wird, was ich im Endeffekt selber ändern muss. Nur das die drastische Stressverminderung leider keinerlei Wirkung gezeigt hat.
    Die gängigen Prophylaxen wie Betablocker und Flunarizin hat sie mit mir ausprobiert und mir Grundlegendes im Umgang mit Schmerzmitteln erklärt (keine Kombipräparate, Akutmedikament rechtzeitig nehmen…).

    Aber die Chemie stimmt bei uns auch nicht und ich habe nicht das Gefühl, dass wir zusammen arbeiten sondern dass sie ihr Schema durchgeht.
    Aber ich war froh überhaupt einen Platz in einer Schmerztherapie zu finden, ohne ein dreiviertel Jahr warten zu müssen wie in den lokalen Kliniken. Als ich mit der Therapie angefangen habe waren meine Kinder 1 und 2 Jahre alt, da war an einen stationären Aufenthalt noch nicht zu denken.

    Mal sehen, was sie zu meinem Vorschlag mit dem Antidepressivum sagt.
    Manchmal ähneln die Gespräche mit ihr Ringkämpfen.

    Liebe Grüße
    Anouk

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Anouk,

    musst mich nicht bedauern, denn ich „muss“ mich ja nicht durch Deine Beiträge arbeiten. 😉

    Zumindest lindert der Sport, das ist ja schon mal was. Und den Depressionen tut er auch gut.

    Schade, dass die Chemie bei Euch nicht stimmt und sie Dir die Therapien eher überstülpt, als sie mit Dir gemeinsam durchzusprechen. Kannst Du ihr das nicht mal direkt sagen? Vielleicht ist ihr gar nicht bewusst, wie unzufrieden Du bist. Vielleicht gibt es doch noch einen Weg für Euch beide. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 672

    Hi Anouk,

    ich hatte auch mal sehr starkes PMS. Ich bin zwar nicht selbstständig; aber als Handwerkerin ist es für mich auch sehr schwierig, wegen sowas regelmäßig auszufallen.

    Nach 10 Jahren Ehe ohne Pille, hab ich mich dann doch für die Einnahme einer Pille entschieden und bei mir hat das gewirkt.
    Kommt ja bei dir wohl leider nicht in Frage,

    Nachdem meine Migräne vor 2 Jahren viel schlimmer wurde, habe auch ich zusätzlich Amitriptylin genommen. Mittlerweile habe ich es wieder abgesetzt, Aber es hat mir damals sehr gut geholfen.
    Ich habe ein paar Kilos zugenommen. Kann aber sein, dass das auch mit der Pille zusammen hing.
    Wie Bettina schon gesgat hat, reagiert nicht jeder mit Gewichtszunahme und es gibt ja auch andere Medis; aber grundsätzlich ist der Nutzen größer als die Risiken. Also n paar Kilos mehr…da kann man dran arbeiten. Weniger Kopfschmerzen – das gibt enorm viel mehr Lebensqualität.

    Zum Thema Schmerztherapeuten: also ich hab noch nie länger als 4 Wochen auf einen Termin gewartet. Hier (bin gerade an den Bodensee gezogen) nicht mal 2 Wochen, obwohl das hier ne totale Migräne-Gegend ist,
    Wenn du so gar nicht klar kommst mit deiner Therapeuten, würd ich mir an deiner Stelle eine/n andere/n suchen. Wenn die Terminvergabe da länger dauert, dann meld dich doch einfach an und wechsel dann, wenn der Termin da ist.

    Man hat in Deutschland freie Arztwahl und darf auch durchaus eine 2. Meinung einholen.

    Du hast gesagt, du bist selbstständig. Bist du privat versichert? Dann sollte es ja eher noch einfacher sein, an einen Termin zu kommen.

    Wobei ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass ich seitdem ich nicht mehr privat versichert bin, besser behandelt werde. Besser ist natürlich relativ. Aber zumindest wird mir genau erklärt, was man machen will…v.a. wenn ich da was selber von zahlen soll *g*.

    Grüßle und alles Gute!
    Daniela

    Anouk
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    Liebe Daniela,

    ich habe in den vergangenen zwei Jahren zweimal versucht, wieder die Pille zu nehmen und jedesmal nach der ersten Packung aufgegeben, weil es mir so schlecht ging (Dauerkopfschmerzen, Gereiztheit).
    Als ich die Pille damals nach 12 Jahren abgesetzt habe, hatte ich ein dreiviertel Jahr keine Kopfschmerzen und Migräne.

    Privat versichert bin ich trotz Selbstständigkeit nicht. Ich bin aus Überzeugung in der Gesetzlichen geblieben, weil ich mich dort immer gut aufgehoben gefühlt habe.

    Mein Mann rät mir auch dazu, nach einem anderen Schmerztherapeuten zu schauen, werde ich die Tage mal machen.
    Wobei ich meine Ärztin nicht schlecht machen will. Ich bin bei ihr tausendmal besser aufgehoben als bei einem überforderten Allgemeinmediziner und sie ist kompetent. Einzig das Miteinander ist schwierig und wir haben unterschiedliche Vorstellungen.

    Viele Grüße
    Anouk

    Anouk
    Teilnehmer
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    Der heutige Tag war Mist!
    Heute Morgen fing der Kopf an zu brummen und da es ganz langsam anfing und ich (laut Kalender) die wirklich schlimmen Tage noch vor mir habe, wollte ich heute mal versuchen ohne Schmerzmittel durchzukommen.
    Habe heute Mittag Vomex genommen und mich hingelegt in der Hoffnung, dass die Kopfschmerzen weggehen und keine Migräne draus wird. Zwei Stunden später war ich zwar recht benommen, aber dem Kopf ging es recht gut. War richtig stolz auf mich. Bis eine Stunde später eine hammermäßige Migräne von jetzt auf gleich losbrach. 🙁
    Also ganz schnell mein Rizatriptan und eine Ibu800 genommen. Aber weil die Migräne schon so richtig schön in Fahrt war, hat es drei Stunden gedauert, bis es besser wurde. Und ich war am Anfang so zuversichtlich. 🙁

    Das schlimmste ist erstmal vorbei aber es fühlt sich immer noch so an, als würde mein Kopf in einem Schraubstock klemmen und eigentlich müsste morgen oder übermorgen richtig schlimm werden. Wenn ich mir meinen KS-Kalender ansehe, ist da diesen Monat nicht mehr soviel Luft nach oben…

    Ist es eigentlich sinnvoll, zwischendurch ein Triptan mal durch sowas wie Vomex zu ersetzen und die Attacke dadurch nicht abzublocken sondern quasi im Hintergrund durchlaufen zu lassen?
    Der Begriff „schmerzdistanzierende Medikamente“ ist mir gestern zum ersten Mal hier im Forum begegnet. Oder macht man sowas nur während einer Medikamentenpause?

    Wie schlagt ihr eigentlich die Zeit während einer Migräneattacke tot? Die ganze Zeit schlafen kann ich nicht und nur die Wand anstarren und sterben wollen ist auch irgendwann langweilig. 😉
    Ich habe mir als es mit meiner Migräne losging (vor etwa 15 Jahren) direkt mein erstes Hörbuch gekauft (damals waren die noch ganz neu und es gab nur ziemlich wenige) und inzwischen habe ich eine richtige Sammlung. An Tagen wie heute läuft immer ein Hörbuch leise im Hintergrund. Zum einen lenkt es mich ab und die Zeit vergeht etwas schneller und zum anderen empfinde ich die Zeit, in der man nur rumliegen und nichts machen kann, dadurch nicht ganz verloren. Wenn ich nachts mit Migräne wach werde und es eine Weile dauert bis die Medis wirken und ich wieder schlafen kann, liegt der MP3-Player immer griffbereit.

    Anouk
    Teilnehmer
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    Gestern früh war ich noch total optimistisch, dass meine schlimme Phase erstmal wieder überstanden ist, aber im Laufe des Tages rollte dann die nächste Migräne heran und am Abend ging es mir so schlecht, dass ich doch wieder was nehmen musste.

    Fazit des Monats (der leider noch nicht vorbei ist) zehn Tage mit Schmerzmitteln und insgesamt zehn Triptane (davon einmal zwei an einem Tag). 🙁

    Ich zerbreche mir den Kopf, weshalb dieser Monat so schlimm ist, nachdem in den beiden Monaten davor eigentlich eine positive Tendenz zu erkennen war.
    Könnte es am Mönchspfeffer liegen, den mein Frauenarzt mir wegen des PMS verschrieben hat?
    Das sind zwar nicht direkt Hormone, aber das Mittel wirkt regulierend auf die Hormonproduktion und auf die Pille reagiere ich mit Dauerkopfschmerzen.

    Für alle Fälle habe ich den heute abgesetzt und am Montag bin ich bei der Schmerztherapeutin. Ich setze meine ganze Hoffnung in die nächste Prophylaxe und hoffe, dass die wirklich etwas bringt.

    Bis dahin habe ich allerdings regelrechte Panik vor der nächsten Migräne, weil ich nichts mehr nehmen darf, diesen Monat. Gestern Abend wurden die Schmerzen und die Übelkeit so schlimm, dass es nicht zum Aushalten war.

    Was mache ich, wenn es heute oder morgen noch einmal so schlimm wird?

    Kann ein einzelner wirklich schlechter Monat schon zum MÜK führen?
    Anfang des Monats hatte ich eine schmerzfreie (und schmerzmittelfreie) Phase von 12 Tagen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
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    Liebe Anouk,

    solltest Du heute oder morgen auch wieder Migräne haben, die behandelt werden muss – dann behandle! Nichts ist schlimmer, als sich selbst so enormen Druck aufzubauen, denn dieser triggert ebenfalls. Die 10/20-Regel ist ein Richtwert, aber nicht jeder reagiert gleich. Ich vertrage mehr als 10 Triptantage im Monat, ohne in einen MÜK zu geraten. So schnell geht das in aller Regel auch nicht, da mach Dir mal nicht allzuviele Sorgen. Wichtig ist, die Grenze im Kopf zu haben, aber extra stressen darf man sich damit nicht.

    Es gibt mal Monate, die nicht gut laufen, das kennt doch jeder. Gerade auch der Herbst mit seinen dauernden Wetteränderungen ist für viele schwer zu ertragen. Es kommen auch wieder bessere Zeiten, daran denke immer.

    Nochmal: Druck und Stress triggern ernorm die Migräne! Es ist für Dich weniger schädlich, die nächsten Tage auch noch zu behandeln, als nun so eine Angst zu entwickeln.

    Mönchspfeffer könnte theoretisch schon mal triggern, ist aber eher unwahrscheinlich. Nicht immer findet man eine Ursache für eine Verschlechterung und das ist auch nicht so wichtig. 😉

    Entspanne am Wochenende, tu Dir was Gutes und weg mit dieser unnützen Panik! 🙂

    Liebe Grüße und schnelle Besserung,
    Bettina

    Anouk
    Teilnehmer
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    Liebe Bettina,

    vielen Dank für deine Antwort! Du hast mir damit sehr geholfen!
    Ich bin heute mit solch einer Angst aufgewacht, durch irgendeinen „Fehler“ eine erneute Attacke auszulösen, dass ich mich ganz verzweifelt und hilflos gefühlt habe. Natürlich ist dieser Druck schlecht.

    Gestern ging es mir vormittags ja prima und ich dachte, dass ein langer, entspannter Herbstspaziergang nach den Tagen der Bewegungslosigkeit genau das richtige sein könnte. Nur leider war ich anscheinend dermaßen schlapp, dass der Spaziergang viel zu anstrengend war (auch wenn ich die Strecke unterwegs mehrmals abgekürzt habe und normalerweise stundenlang laufen kann), so dass ich schon auf dem Rückweg schlimme Kopfschmerzen hatte, die dann am Abend zu der Migräne geführt haben.

    Warum weiß man immer erst hinterher, ob eine Entscheidung gut war oder nicht?

    Jetzt habe ich auch schon wieder Kopfschmerzen, aber wenn die so bleiben, kann ich sie gut aushalten. Den Rechner schalte ich gleich aus und versuche, mich ruhig zu halten und mich durch schöne Dinge abzulenken. Im Zweifelsfall mache ich die Augen zu und höre mein Hörbuch weiter.

    Die Zeit bis Montag kriege ich schon irgendwie rum, ich kann ja fast schon die Stunden zählen. Und außerdem ist bisher jede Migränephase irgendwann vorbei gewesen. Also weiter hoffen, auch wenn es gerade sehr schwer fällt…

    Liebe Grüße
    Anouk

    Daniela
    Teilnehmer
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    Hi Anouk,

    hab deine Antwort auf meinen Beitrag total übersehen, tut mir leid.

    Ich persönlich hab auch mit den gesetzlichen Kassen bessere Erfahrungen gemacht. Als Kind, privat versichert, weil mein Vater Beamter war, war ich für viele Ärzte eher ein Objekt mit dem man richtig Kohle machen kann, als ein Mensch (Kind) mit Ängsten, Problemen und Sorgen.
    Mein Zahnarzt…Dr.Reich wurde immer reicher wenn ich kam…der hat mir sogar mal 100DM berechnet, weil ich während der Behandlung umgekippt bin (Kostenpunkt Ohnmacht: 100DM für 5 Minuten Beine hoch halten…hab nicht mal n Glas Wasser bekommen…).
    Hab da teilweise krasse Sachen erlebt, die mich so traumatisiert haben, dass ich bis Mitte 20 (da kam ich dann in ne gesetzliche Kasse) ne totale Arztphobie hatte.

    Naja ist vorbei.

    Zum MÜK: mein Schmerztherapeut sagte mir, dass man erst bei 10 Schmerzmitteltagen im Monat mind. über den Zeitraum von 3 Monaten Gefahr läuft in den MÜK zu geraten.

    Also wenn das einmal passiert und der nächste Monat besser wird; dann ist das halt so. Es ist gut, wenn du es notierst und aufmerksam beobachtet; aber zu ernst muss man das nicht nehmen. Vorerst.

    Was deine Schmerztherapeutin angeht: im Endeffekt ist es deine Sache ob du wechselst oder nicht. Ich hab auch lange einen Schmerztherapeuten besucht, der nicht mehr viel gemacht hat. Aber er hat zumindest regelmäßige Blutuntersuchungen und EKGs gemacht. Ich hatte ansonsten auch nen guten Hausarzt, der sich ganz gut mit Migräne auskannte; so kam ich ganz gut klar und sah nicht unbedingt Bedarf, mir was besseres zu suchen.

    Hier bin ich jetzt viel mehr zufrieden…der neue Arzt ist etwas jünger, hat grad seine erste eigene Praxis eröffnet…da ist noch bissi mehr Motivation zu spüren…außerdem isser Franke *g*. Aber ich weiß nicht ob ich wechweln würde…wenn ich einigermaßen zufrieden wäre… ;o) Da kommt meine Arztphobie immer mal wieder durch… wer weiß ob der neue besser ist… *g* man könnte ja noch schlechter dran sein als eh schon.

    Naja; ich wünsche dir alles Gute und tu was dir dein Bauchgefühl sagt.
    Grüßle Daniela

    Ulrike
    Teilnehmer
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    Liebe Anouk,

    ich wünsche dir sehr, daß du dich heute entspannen und wieder zuversichtlich nach vorne schauen kannst.

    Alles Gute für das Wochenende! 🙂

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Anouk
    Teilnehmer
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    Hallo Daniela,

    danke für deine Antwort. Ich war als Kinder auch privat versichert und das Ganze hatte einen komischen Beigeschmack. Tja, das Schicksal der Lehrerkinder. 🙂

    Ich werde am Montag erstmal zu meiner Ärztin gehen und vieles von diesem Termin abhängig machen.
    Wenn sie sich auf meinen Wunsch einlässt und mit das Ami zum Ausprobieren verschreibt, sehe ich vorerst keinen Grund zu wechseln. Weigert sie sich und kann mir nicht zu meiner Zufriedenheit erklären, weshalb, suche ich mir einen anderen Arzt und lasse mir das Ami entweder von meinem Hausarzt oder meinem Frauenarzt verschreiben. Bei beiden sind meine Depressionen mittlerweile aktenkundig.

    Und danke für deine Meinung zum MÜK! Da ich erst Anfang des Monats eine längere schmerzfreie Phase hatte und die beiden letzten Monate etwas besser waren (weniger als 10 Schmerzmitteltage), versuche ich, mir erstmal keine zu großen Sorgen zu machen.

    Liebe Ulrike,

    danke für deine guten Wünsche!
    Bislang habe ich meinen Kopf erfolgreich ignorieren können und meine Ängste und Sorgen mit einem zünftigen Kaufrausch in der Innenstadt in Schach gehalten. 😀

    Es hat geklappt. Der Kopf muckt zwar, aber es ist auszuhalten. Ich denke, zumindest heute wird es nicht mehr viel schlimmer werden. Und nach dem Schlafen heißt es morgen eh wieder: neues Spiel, neues Glück.

    Dir auch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Annette

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