Chroninchen stellt sich vor

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 53)
  • Autor
    Beiträge
  • Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo zusammen,
    ich bin fast 50 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines Teenagers.
    2009 wurde bei mir erstmalig Migräne diagnostiziert.

    Anfälle habe ich schon seit der Kindheit, damals wurden diese aber vom Arzt als „harmloser Infekt“ eingeordnet und nicht weiter untersucht; ich war eben „infektanfällig“.
    Erst mit Mitte 30 geriet ich an einen Hausarzt, der meiner „Infektanfälligkeit“ und den Kopfschmerzen auf den Grund ging. Mittlerweile sind Migräne und fünf weitere chronische Erkrankungen gesichert, was mir beruflich hilft, da ich mich mit dem unbefristeten Status ’schwerbehindet‘ „schmücken“ darf.

    Aktuell liegt die Frequenz meiner Migräne-Anfälle zwischen 0 und 8 pro Monat, wobei einzelne Attacken bis zu 4 Tage andauern können.
    Ich habe meistens keine Aura bei Anfällen, gelegentlich tritt die Aura aber als Vorbote auf, manchmal habe ich aber auch nur eine Aura, ohne dass Schmerzen folgen.
    Die Aura macht sich in Form von Sehstörungen bemerkbar: das Bild ist waagerecht in drei Teile geteilt, im Grenzbereich ist eine flimmernde Linie. Oben und unten ist das Bild relativ klar, in der breiten Mitte erscheint ein 3D-Bild mit unscharfen Konturen.
    Seit der Prophylaxebehandlung mit morgens 50 mg Metoprolol ist zwar die Häufigkeit der Anfälle kaum weniger geworden, aber die Stärke der Attacken hat deutlich abgenommen. Bei frühzeitiger Einnahme von Sumatriptan 100 und 100 mg Dimenhydrinat reicht oft ein Rückzug von max. 30 Minuten, um die Symptome für viele Stunden zum Abklingen zu bringen.

    Ich bin berufstätig im Büro mit 30 Stunden pro Woche und habe die Möglichkeit, bei Bedarf Zeitguthaben abzubauen. Meine Fehltage wegen Migräne sind somit auf wenige Tage im Jahr zurückgegangen, was aber aufgrund der Schwerbehinderung jetzt ohnehin kein Problem mehr darstellt.

    Ich kenne die Schmerzklinik Kiel nur vom Hörensagen und aus dem Internet. Neben der Migräne bin ich vor allem aus einem zweiten Grund diesem Forum beigetreten: Ich bin besorgt, dass sich eines Tages zur Miräne auch noch Kopfschmerzen wegen Übergebrauch von Schmerzmitteln gesellen.
    Ich nehme täglich Morphin und Metamizol, gelegentlich auch Ibuprofen oder Paracetamol; nach einem Bandscheibenvorfall vor vier Jahren habe ich täglich starke Rückenschmerzen, die nicht operativ gemildert werden können.

    Auch Amitriptylin gehört zum täglichen Programm, nicht wegen den gewollten positiven Nebenwirkungen, sondern als Antidepressivum.
    Diejenigen, die von meiner Depression wissen, schieben diese auf meinen Krankheitsverlauf der letzten Jahre – ich lasse sie in diesem Glauben.
    Tatsächlich ist die Depression eine Krankheit, an der ich schon seit Jahrzehnten in immer wieder auftretenden mittelschweren, manchmal auch schweren Phasen leide, die aber erst in den letzten Jahren diagnostiziert wurde. Neben Medikamenten unterziehe ich mich derzeit einer hochfrequenten ambulanten Therapie mit 10 bis 15 Stunden im Monat.

    Ich war in den letzten drei Jahren einmal vier und einmal sechs Wochen zur Reha sowie einmal zwei und einmal drei Wochen in einer Schmerzklinik – die Migräne war aber immer nur Begleiterkrankung. Ich fühle mich bei meinem Neurologen vor Ort migränetechnisch in guten Händen, zumal dieser auch mein Depressionsfacharzt ist.

    Ich habe die Schmerzklinik Kiel als Option ins Auge gefasst, wenn sich die Migräne-Anfälle wieder verschlimmern sollten bzw zusätzliche Kopfschmerzen dauerhaft auftreten, hoffe aber hier im Forum auch auf Tipps und Hilfestellungen von Leidensgenossen; vielleicht auch nur die Möglichkeit, mich ausheulen zu können bei Menschen, die nachvollziehen können, wie sehr Migräne die Lebensqualität beeinträchtigen kann.

    Nun wisst ihr das Wichtigste über mich. Ich bin gespannt, wer und was mich hier erwartet ?

    LG Chroninchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4588

    Liebe Chroninchen,

    herzlich willkommen hier bei uns im Headbook. Schön, dass du uns gefunden hast. Du hast wie so mancher hier eine Menge an wirklich blöden Krankheiten mitbekommen. Als wenn die Migräne allein, nicht schon genug wäre.

    Ließ mal rechts unten auf dieser Seite unter dem Punkt Migräne-Wissen, da wird sich einiges für dich auf tun.

    Die Aura ist eine Migräne und nicht (wie oft geglaubt wird) ein Vorbote der Migräne.

    Migräne, Depressionen und auch Angsterkrankungen gehören nicht selten gemeinsam zu einem Krankheitsbild.

    Es ist gut, dass du einen kompetenten Arzt an deiner Seite hast. Sicher hast du somit auch schon von der 10/20 iger Regel gehört. Diese besagt, dass du an nicht mehr als an 10 Tagen im Monat KS bzw. Schmerzen mit sog. NSAR oder Triptanen d.h. Akutmedikamenten behandeln darfst. NSAR sind nicht-steroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen etc.) Sie sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie wirken nur symptomatisch: Sie unterdrücken zwar die Entzündung und nehmen die Schmerzen, haben aber keinen Einfluss auf den eigentlichen Krankheitsverlauf. Es sind Akutmedikamente. Wenn du an mehr als an 10 Tagen diese Medikamente einnimmst, läufst du Gefahr, einen sog. MÜK zu bekommen.

    Meines Wissens ist Metamizol ein NSAR. So gesehen wäre ein MÜK nicht unwahrscheinlich. Wie behandelst du deine Migräne? Nimmst du da Triptane? Diese kämen zu den Akutmedikamenten dazu.

    Die Schmerzklinik Kiel wäre definitiv die richtige Klinik für dich. Ich pers. würde an deiner Stelle auf jeden Fall einen Aufenthalt dort einplanen. Nicht nur die Migräne, auch deine Rückenprobleme sind dort in den besten Händen. Ich spreche aus Erfahrung!!!!!!!

    Soweit erst einmal von mir.

    Alles Gute
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Willkommen im Headbook, liebe Chroninchen. 🙂

    Sternchen hat Dir schon viel erklärt, so dass Du jetzt vielleicht etwas besseren Überblick hast. Es ist wichtig, dass man neurologisch gut betreut wird, was bei Dir ja der Fall ist. DA Dein Neurologe auch Deine Depression behandelt, wird er schon im Blick haben, dass Betablocker Depressionen auch mal verstärken können.

    Es wäre dringend notwendig, dass Du bezüglich Deiner täglichen Rückenschmerzen neu und besser eingestellt wirst. Opioide können und sollten retardiert gegeben werden und auch in ausreichender Dosierung. Das scheint mir bei Dir nicht der Fall, da Du zusätzlich täglich Analgetika einnimmst. Für Migräniker ist das nicht anzuraten, da man dieses Vorgehen direkt in einen MÜK führt. Metamizol ist ein Nichtopioid-Analgetikum (kein NSAR, liebes Sternchen 😉 ), wie auch Paracetamol, Ibuprofen ist ein NSAR. Alle drei Medikamente können bei täglicher und/oder sehr häufiger Einnahme in einen MÜK führen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass man bei Dir unter stationären Bedingungen einiges optimieren könnte, was auch sinnvoll erscheint.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4588

    AAAAh, gut, dass du das berichtigst. Danke, wieder mal was dazugelernt. 🙂 🙂 🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    🙂 🙂 🙂

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4588

    Gehört Mitamizol in die Gruppe, die eine MÜK wahrscheinlich
    nicht ganz so schnell begünstigen?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Nein, liebes Sternchen. Metamizol kann wie Triptane auch schnell in einen MÜK führen. Es hat auch nur eine Halbwertszeit von vier Stunden und alle Medikamente, die bei Migräne wirken, aber eine kurze Halbwertszeit haben, können schneller in einen MÜK führen.

    Vielleicht meinst Du Arcoxia, den Cox-2-Hemmer, der mit seiner sehr langen Halbwertszeit nicht so schnell in einen MÜK führen kann?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Morphin nehme ich als Retardtabletten, morgens und abends 30 mg. Metamizol habe ich, weil mein Arzt sehr vorsichtig ist mit der Entscheidung, die Morphin-dosis zu erhöhen.
    Wer sich mit Rückenproblemen auskennt, kann sich vielleicht ein Bild von den Schmerzen machen: ich habe ein höhengemindertes Bandscheibenfach L5/S1 in Verbindung mit einem Gleitwirbel L5 und Verknöcherung der Facettengelenke L3 bis S1; einfacher ausgedrückt: Knochen reibt auf Knochen. Irgendwann kann der Bereich operatov versteift werden, da aber auch die darüber liegenden Bandscheiben teilweise stark vorgeschädigt sind, werden Folge-Versteifungen nicht lange auf sich warten lassen. Für die „versteifenden“ Ärzte bin ich noch zu jung ?.

    Arcoxia habe ich etwa 1.5 Jahre eingenommen, allerdings nur 60 mg, da bei 90 mg nach kurzer Zeit Nebenwirkungen in Form von starken körperlichen Beschwerden auftraten. Bei meinem letzten Aufenthalt in der Schmerzklinik ist Arcoxia als Depressionsverstärker ausgemacht worden und wurde abgesetzt.
    Auch ein Versuch mit Celebrex (ebenfalls ein COX-2-Hemmer) ist aufgrund der Nebenwirkungen gescheitert.

    Ich habe demnächst eine kleine OP, bei der die schmerzleitenden Nerven deaktiviert werden. Testläufe haben gut angeschlagen, so dass Hoffnung besteht, zumindest das Metamizol ausschleichen zu können.

    Immerhin hat sich die Migräne während der letzten Jahre nicht verschlechtert – das hätte auch ganz anders aussehen können …

    Liebe Grüße
    Chroninchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Liebe Chroninchen,

    tut mir leid, dass Du in jungen Jahren schon mehrfach so geplagt bist. Ich drücke die Daumen für den demnächst geplanten Eingriff.

    Immerhin hat sich die Migräne während der letzten Jahre nicht verschlechtert – das hätte auch ganz anders aussehen können …

    Du therapierst ja permanent, daher ist die Migräne (noch) schmerztechnisch gedeckelt. Das geht halt nur leider nicht ewig gut, da durch die ständige Medikamentengabe die Schmerzrezeptoren abstumpfen, das körpereigene Schmerzsystem erschöpft und nicht mehr greifen kann. Die Folge wird sein, dass irgendwann die gute Wirkung der Medikamente nachlässt, sich Erschöpfung und Depressionen einstellen und irgendwann mal nichts mehr geht.

    Es wäre daher idealer, wenn über die Opioide mit passender Dosis die Schmerzen in den Griff zu bekommen wären. Aber vielleicht klappt es ja jetzt über die Verödung.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Es ist nun schon einigen Wochen her, dass ich mich vorgestellt habe – und dann abgetaucht bin ?. Aber die letzten Wochen waren alles andere als angenehm für mich ?.

    Trotz fortlaufender ambulater Psychotherapie (2 bis 3 Termine pro Woche) war ich –
    mal wieder – in eine mehrwöchige schwere depressive Phase abgerutscht ?. Als Folge davon ist mein Schlafrhythmus völlig durcheinander geraten und liegt zwischen zwei und elf Stunden pro Nacht. Manchmal überkommen mich dann tagsüber Müdigkeitsanfälle, wo außer Schlafen nichts mehr hilft – ziemlich blöd, wenn ich nicht zu Hause bin … Autofahren ist damit auch auf ca. 25 km Entfernung beschränkt; vor ziemlich genau einem Jahr bin ich wegen Sekundenschlaf mit meinem Auto bei Tempo 100 gegen einen Baum gefahren. Damals habe ich wohl alle meine Schutzengel mit an Bord gehabt und bin mit kleineren Blessuren davongekommen.

    Aber weil das anscheinend noch nicht genug ist, wurde bei mir mittlerweile bei einer Nacht im Schlaflabor eine Schlaf-Apnoe diagnostiziert, d.h. wenn ich mal schlafe, setzt meine Atmung im Durchschnitt über 30 Mal pro Stunde aus. Der für die Regeneration wichtige Tiefschlaf kommt dadurch nicht mehr zum Zuge, die Sauerstoffversorgung des Körpers sinkt ab, ich bin nach dem Schlaf oft müder als vorher?.

    Wie sich das alles auf meine Migräneanfälligkeit auswirkt, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht weiter ausführen …

    Frei nach dem Motto „Schlimmer geht immer“ hat mir mein Orthopäde mitgeteilt, dass er die Klinik gewechselt hat und ihm in der neuen Klinik noch keine Belegzeiten zur Verfügung gestellt worden sind. Die ursprünglich für Januar geplante kleine OP am ISG (Thermokoagulation der Schmerznerven) ist derzeit verschoben, sein neuer Termin noch nicht in Sicht. Ohne den Eingriff habe ich aber keine Chance, das zusätzlich zum Morphin notwendige Metamizol abzusetzen – MÜK hängt wie ein Damoklesschwert über mir …

    Manchmal frage ich mich, wie ich bei alldem noch ein relativ normales Leben als berufstätige Mutter führen kann – aber es geht und ich kann bei einem entsprechenden Anlass auch immernoch fröhlich lachen.??

    Sorry, dass der Text so lang geworden ist, aber ich musste das alles mal loswerden.

    Und da das Sehvermögen auf dem linken Auge jetzt dem verräterischen Pochen hinter der Schläfe nachgeben will, werde ich den heutigen Tag beenden und mein Bett aufsuchen.

    Lieben Dank an alle, die bis zum Ende hier gelesen haben ??‍♀️.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Liebe Chroninchen,

    das ist ja alles leider eher suboptimal, tut mir echt leid für Dich.

    Erhältst Du eine Atemmaske?

    Die Thermokoagulation könnte ja auch in einer anderen Klinik vorgenommen werden, wenn Dein Arzt noch gar keinen neuen Termin in Aussicht hat. Kann er Dir nicht einen Kollegen empfehlen?

    Halt die Ohren steif, mehr fällt mir leider im Moment auch nicht ein.

    Alles Liebe,
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Liebe Bettina,

    ja, ich bekomme eine Atemmaske – irgendwann; Ende April habe ich den nächsten Termin im Schlaflabor und bis dahin soll ich von einer Firma mit einem Gerät versorgt worden sein. Dann hat es ziemlich genau auch nur ein 3/4 Jahr vom Anfangsverdacht meines Hausarztes bis zur effektiven Behandlung gedauert.

    Nein, ein anderer Orthopäde kommt für mich nicht in Frage. Mein Orthopäde hat seine Praxis in rund 100 km Entfernung von meinem Wohnort. Aber er ist bisher der einzige, der mir wirklich helfen konnte – und ich habe viele Orthopäden und Neurochirurgen in den letzten vier Jahren kennengelernt. Er ist außerdem der einzige, bei dem ich mich mit guten Gefühl „unters Messer legen“ mag.

    Und jetzt werde ich mich mal in der geschlossenen Gruppe umsehen und mich dort vorstellen …

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Liebe Chroninchen,

    Nein, ein anderer Orthopäde kommt für mich nicht in Frage. Mein Orthopäde hat seine Praxis in rund 100 km Entfernung von meinem Wohnort. Aber er ist bisher der einzige, der mir wirklich helfen konnte – und ich habe viele Orthopäden und Neurochirurgen in den letzten vier Jahren kennengelernt. Er ist außerdem der einzige, bei dem ich mich mit guten Gefühl „unters Messer legen“ mag.

    Kann ich absolut verstehen, dann lohnt aber auch das Warten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hoffnung

    Viel Sonnenschein, der Wind ist kalt,
    kommt durch das Fenster, lockt mich bald
    vor das Haus in meinen Garten,
    kann den Frühling kaum erwarten.

    Der grelle Sonnenschein
    schaut tief in meine Augen rein –
    und es hämmert und klopft
    in meinem Kopf, wie so oft.

    Schaue hier und schaue dort,
    finde den genauen Ort,
    wo gesetzt im Herbst die Blumenknollen,
    mir nun den Frühling bringen sollen.

    Die vielen bunten Vögel singen,
    für mich wie Sirenen klingen.
    Denn es hämmert und klopft
    in meinem Kopf, wie so oft.

    Sehen kann ich nur das Gras,
    vom Rauhreif in der Früh‘ noch nass.
    Doch alles Rufen, alles Singen,
    kann noch nicht den Frühling bringen.

    Von dem freuchten Grase
    der Duft kommt in die Nase,
    und es hämmert und klopft
    in meinem Kopf, wie so oft.

    Die Sonne ist weg, es kommt die Nacht,
    hat neuen Frost gleich mitgebracht.
    Morgen ist ein neuer Tag,
    der den Frühling bringen mag.

    Egal wie es mir heute ging,
    keinen Tag will ich verzagen,
    und wie der Frühling
    morgen einen neuen Anlauf wagen.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 552

    Danke, liebes Chroninchen, dein Gedicht ist so schön!
    Ich schließe mich dir an und wage (gerade unter Tränen der Be-rührung) einen neuen Anlauf heute. Es ist nicht einfach, das Leben jeden Morgen neu zu versuchen, gerade dann, wenn man wieder mit schmerzendem Schädel „eingebrochen“ ist…!

    Alles Gute für dich!
    Katrin

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4588

    Ja, das ist wirklich wunderschön und wahr, liebes Chroninchen.

    Danke dafür.

    Sternchen

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Es ist soweit- ich war gestern bei meiner Neurologin und sie vermutet MÜK und will mich in eine Schmerzklinik einweisen.
    Meinem Vorschlag, in die Schmerzklinik nach Kiel zu gehen, steht sie positiv gegenüber.

    Ein Anruf in der Schmerzklinik hat mich allerdings geschockt: Die Wartezeit beträgt etwa NEUN Monate.

    Ich bin einigen an Schmerzen und Wartezeit gewöhnt, aber die Vorstellung, noch neun Monate zu warten, bis Hilfe bezüglich der täglichen Kopf- bzw. Migräneschmerz kommen könnte (MÜK ist „nur“ eine Verdachtsdiagnose), bringt mich an dem Rand des Erträglichen.

    Von einer Medikamentenpause zu Hause hat sie mir eindringlich abgeraten, zu gravierend sind meine weiteren chronischen Krankheiten, zu unkalkulierbar die
    physischen und psychischen Folgen.

    Wie Recht hatte mein Hausarzt, als er vor drei Jahren zu mir sagte: „Einfach geht anders!“

    Im Moment bin ich echt ratlos: Schaffe ich es, bis zur Aufnahme in Kiel auszuhalten ohne durchzudrehen, oder ist es besser, mich in meiner bisherigen Schmerzklinik aufnehmen zu lassen (Schwerpunkt: Orthopädie)????

    Sorry, ich musste meine Zwickmühle einfach mal loswerden. Vielleicht kann der eine oder andere aus seiner Erfahrung berichten …

    LG Chroninchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebes Chroninchen,

    was würdest du denn tun, wenn es die Option mit Kiel nicht gäbe 😉 ? Oder früher, als es noch keine Triptane gab? Durchdrehen war noch nie und ist auch heute keine Option, auch wenn ich deinen Frust gerade sehr gut verstehen kann.

    Wie gut eine Klinik, die nicht auf Kopfschmerzerkrankungen spezialisiert ist, für eine Medikamentenpause ist, könnte dir hier höchstens jemand sagen, der schon selber dort war. Wir haben hier allerdings schon etliche Berichte von Betroffenen gehabt, die in „normalen“ oder diversen Reha-Kliniken waren und fachlich nicht sonderlich gut betreut wurden.

    Ich selber würde die Wartezeit für Kiel auf mich nehmen, doch vielleicht gibt es hier von anderen noch alternative Tipps.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Liebe Chroninchen,

    oder ist es besser, mich in meiner bisherigen Schmerzklinik aufnehmen zu lassen (Schwerpunkt: Orthopädie)????

    Würde ich nicht machen, das kann vergeudete Zeit gewesen sein und Du musst dann wieder warten, bis Du erneut stationär gehen kannst.

    Klar, die Wartezeiten in guten Kliniken sind lang, aber das Warten lohnt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Habe Deinen doppelten Beitrag gelöscht.

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo zusammen,

    meine Überlegungen – Kiel oder orthopädische Schmerzklinik – sind beendet. Ich habe meiner Neurologin mein Dilemma geschildert. Unter diesen Voraussetzungen fällt ihre Entscheidung für die orthopädisch ausgerichtete Schmerzklinik. Ihre Begründung hat dann auch mich überzeugt: die Hauptursache für den hohen Schmerzmittelkonsum ist mein Rückenleiden, nicht die Migräne oder andere Kopfschmerzen. Bei einem Medikamentenentzug werden die Rückenschmerzen im Vordergrund stehen und ich werde diesbezüglich mehr ärztliche Hilfe benötigen als für die Migräne.

    Kiel ist erstmal aufgeschoben, aber nicht gestrichen.

    Aber davon unabhängig bleibt mir ja zum Glück dass Headbook-Forum ?

    Was ist Glück?
    Immer vorwärts
    oder auch mal zurück?
    Glück ist ein Segen,
    wenn der Schmerz
    geht – mit neuen Wegen!

    LG Chroninchen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7468

    Hallo Chroninchen,

    hat dir deine Ärztin schon zu einer Klinik geraten? Wenn nicht, wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn du dich mal über die Berolina Klinik in Löhne/NRW informieren würdest.
    Die haben soweit ich weiß sowohl eine Orthopädie als auch eine Neurologie. Von der Neurologie ist bekannt, dass sie sich sehr gut mit Migräne auskennen. Sollte die Orthopädie genauso gut sein, könnte ich mir vorstellen, dass du dort perfekt aufgehoben wärst. Genaues zur Orthopädie weiß ich allerdings nicht.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir guten Erfolg für die Behandlung,
    Julia

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo Julia,

    vielen Dank für deinen Tipp.

    Meine Neurologin weist mich in den Klinikkomplex ein, wo ich seit 04/2015 insgesamt bereits 15 Wochen verbracht habe (2× Reha, 2x Schmerzklinik). Dort gibt es ebenfalls eine neurologische Klinik (allerdings ist der Schwerpunkt nicht Migräne).

    Meinem Aufenthalt wurde seitens der Schmerzklinik bereits zugestimmt 😀 , ich warte nur noch auf den tatsächlichen Aufnahmetermin. Bis Ende Mai habe ich in jeder Woche mindestens einen Arzttermin, die nächsten sechs Wochen sollten damit schnell vergehen 😉

    LG Chroninchen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7468

    Na, das klingt ja gut,dann weißt du ja schon, wie es werden wird. Ich würde aber sicherheitshalber das Buch von Prof. Göbel, oder zumindest einen Ausdruck über den MÜK mitnehmen. Es gibt ja leider fast überall Ärzte, die nichts vom MÜK wissen oder wissen wollen.

    Alles Liebe und Gute,
    Julia

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 552

    Liebes Chroninchen,

    dein Sechszeiler weiter oben gefällt mir ?!

    Für deinen Klinikaufenthalt wünsche ich dir viel Erfolg!
    Wenn du wieder in die Klinik gehst, in der du schon warst, musst du dort gute Erfahrungen gemacht haben und zufrieden gewesen sein, richtig? Magst du schreiben, um welche Klinik es sich handelt? Wenn nicht, ist das auch völlig in Ordnung ?!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Liebe Katrin,

    bislang habe ich in dem Klinikum viele gute Erfahrungen gemacht.

    Durch die drei Fachrichtungen (Orthopädie, Neurologie und Psychosomatik) unter einem Dach, die Zusatzausbildung vieler Ärzte in „Spezieller Schmerztherapie“ und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen habe ich von jedem Aufenthalt dort profitiert.

    Beim Betreten des Klinikgeländes hatte ich bei den beiden letzten Aufenthalten dort das Gefühl, ein Stück weit nach Hause zu kommen. 😀

    Wenn du (oder jemand anderes) aus persönlichem Interesse den Namen der Klinik wissen möchtest, schreibe mich bitte per PN an. Denn mit Kliniken ist es wie mit Medikamenten: Was für den einen Kopf gut ist, muss dem andereren noch lange nicht helfen …

    LG Chroninchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Liebe Chroninchen,

    das ist sicher eine gute und richtige Entscheidung.

    Bei einem Medikamentenentzug werden die Rückenschmerzen im Vordergrund stehen und ich werde diesbezüglich mehr ärztliche Hilfe benötigen als für die Migräne.

    Achte nur darauf, dass sie bei der Medikamentenpause auch tatsächlich keine Medikamente geben, sondern nur Sedierung und evtl. Kortison. Es kommt nicht selten vor, dass dann Novalgin oder Naproxen gegeben wird. 😉 Aber Du kennst Dich ja inzwischen aus und wirst gut für Dich selbst sorgen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Ich habe heute die – völlig unerwartete – Ablehnung von der mir vertrauten Schmerzklinik bekommen, ich wäre in einer spezialisierten Klinik – z.B. die Schmerzklinik in Kiel – besser aufgehoben.

    Ich bin im Moment wie vor vor den Kopf geschlagen. Es spricht sicher für die Klinik und die Ärzte dort, dass sie ihre Grenzen kennen, aber nach der positiven Antwort auf meine Vorabanfrage mit dem Hiweis auf jahrelange Migräne und Verdacht auf MÜK war ich auf diese Absage nicht gefasst.

    PENG – wieder wurde mir die bildliche „Behandlungs-Tür“ vor der Nase zugeschlagen. Oft von der Krankenkasse, nun (?richtigerweise?) von der Klinik.

    Ich habe aufgrund der Vielzahl meiner chronischen Erkrankungen leider schon oft so eine Situation erlebt. Und trotzdem tut es jedesmal weh.?

    Ich werde mich also nun auf eine Wartezeit bis Weihnachten ? einrichten. Sicher ist die Schmerzklinik Kiel die beste Wahl, aber die nächsten neun Monate mit täglichen Kopf- und Rückenschmerzen trotz (oder wegen) Schmerzmitteln, gerne begleitet von Schlaflosigkeit, Tinnitus und Asthma, jeden Tag zur Arbeit gehen und freundlich zu den Kunden sein zu müssen – davor graust es mir.

    Ich werde jetzt erstmal versuchen, eine Nacht darüber zu schlafen. Vielleicht kommt morgen das Licht am Tunnelende in Sicht.

    Gerne würde ich euch Rat geben und helfen, aber zur Zeit ist es wohl so, dass ich Trost und Zuspruch gebrauchen kann – leider.

    Liebe Grüße von
    Chroninchen, die heute total am Boden zerstört ist …

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28026

    Ich habe heute die – völlig unerwartete – Ablehnung von der mir vertrauten Schmerzklinik bekommen, ich wäre in einer spezialisierten Klinik – z.B. die Schmerzklinik in Kiel – besser aufgehoben.

    Nun ja, das bedeutet ja erst mal, dass man sich Gedanken darum macht, wie man Dir am besten helfen kann. Schlaf mal drüber, morgen sieht das Ganze nicht mehr so schlimm aus. 🙂

    Kurzfristig wird Dir Dein Neurologe sicher weiterhelfen können. Man kann einen Status gut stoppen mit Kortison, eine neue Prophylaxe testen, die auch schlafanstoßend ist und auch sonst einiges optimieren. So kriegst Du die Wartezeit dann auch rum.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo und guten Abend zusammen,

    ich habe mal eine Frage an die medizinischen Experten?‍⚕️?‍⚕️:
    Sind Kopfschmerzen, die durch ein Triptan besser werden, immer gleichbedeutend mit Migräne?

    Bislang war mein Migräneschmerz pochend hinter dem Auge, meistens links, manchmal rechts und selten beidseitig.

    Neuerdings habe ich das Gefühl, einen Betonklotz mittig auf dem Kopf zu tragen, der sich ganz langsam Richtung Stirn bewegt und sich hinter dem Augen zur Ruhe begibt. ?

    Heute war es so arg, dass ich nicht einmal schlafen konnte (kann ich sonst immer – außer nachts ?).

    Ich habe dann vor einer Stunde aus Verzweiflung mein Triptan genommen – seit einer halben Stunde sind die Schmerzen endlich rückläufig.

    Ist das nun Zufall oder habe ich eine andere Form von Migräne bekommen?

    Liebe Grüße vom ratlosen
    Chroninchen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7468

    Hallo Chroninchen,

    wenn das Triptan wirkt, ist es Migräne (oder selten auch Cluster, der zeigt sich aber ganz anders. Das kann man unterscheiden). Umgekehrt gilt allerdings, dass, auch wenn keine Wirkung da ist, es trotzdem Migräne sein kann. So einfach macht es uns unser Kopf nicht.

    Die Migräne wechselt ständig ihre Erscheinungsform. Ich habe in den letzten Wochen gerade mal wieder zwei neue Spielchen meines Kopf ausprobiert. Beides würde ich ohne genug Wissen über die Migräne nicht dazurechnen. Aber meine Triptane helfen zuverlässig.

    Also nicht wundern und liebe Grüße,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 4 Monate von  Julia.
Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 53)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.