Chronische Migräne ohne Aura (Pepita)

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 56)
  • Autor
    Beiträge
  • Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Guten Tag an alle.
    Dieses Forum habe ich in den letzten Monaten immer wieder besucht und Rat gefunden. Es ist echt super, wie sachlich und herzlich der Umgang hier ist. Wow, grosses Kompliment an alle Beteiligten und die super Moderation von Bettina!

    Seit meiner Kindheit habe ich eine Anfälligkeit für Kopfschmerzen. Auch war ich schon immer empfindlich auf Geräusche und Licht. Ich phantasierte darüber, ob es wohl möglich wäre, die Stille aufzunehmen und so laut abzuspielen, dass diese alles übertönen würde. Menschenmassen sind mir ein Graus, an Partys lande ich irgendwann in einer versteckten Ecke und heule und Abende an einem Tisch mit mehr als 3 Leuten bezahle ich mit einem Tag im Bett.

    Mit einsetzen der Menstruation kam die PMS und mit dieser stärkere Kopfschmerzen. Kopfschmerzen waren für mich so normal, dass ich mich gar nicht so recht erinnern kann, wie das war, ich habe diese einfach immer weggedrückt (das ging damals tatsächlich noch). Als Fotografin und Künstlerin Selbstständig erwerbend, lag Ausfallen auch nicht wirklich drin, da die Situation schon präkär genug ist überhaupt auf einen Grünen Zweig zu kommen.

    Mit 30 hatte ich einen Zusammenbruch. Diagnose: schweere Depression. Für ein Jahr war ich total ausser Gefecht. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens, es gibt keine Worte dafür. Seither war es nie mehr wie vorher. Meine Belastbarkeit ist gering, Soziale Kontakte muss ich wohl dosieren, dennoch gibt es gute und glückliche Zeiten.

    Die Kopfschmerzen nahmen danach zu, 2 Jahre mit starken Nacken und Schulterschmerzen (die bin ich wieder los).

    Ich rannte von Arzt zu Arzt, von Heilpraktiker zu Heilpraktiker. An Diagnosen fehlte es nicht: ADS, Hypersensibel, Depression, Bipolare Störung, chronische Spannungskopfschmerzen, Atypische Gesichtsschmerzen, Schweermetallvergiftung, Stirnhölenentzündung und was sonst alles noch habe ich verdrängt. Da niemand so recht eine Schublade fand, war natürlich alles zu guter Letzt Psychosomatisch (wobei sogar meine Psychologin meinte, es sei irgendwie untypisch…) Die Hypotesen über meine Psyche die dies alles verursachen sollte waren teilweise auch recht beeindruckend: Ich wolle meinen eigenen Erfolg sabotieren – oder – mich zum zu Hause bleiben zwingen damit ich innerlich meine Mutter beschützen kann – ach was weiss ich, es war jedenfalls schon recht phantasiereich und auch häufig einfach nur beleidigend. Dennoch glaubte ich anfangs, wenn ich es schaffe, den Inneren Knopf zu lösen, würden die Schmerzen verschwinden. Dieser Glaube hat meiner Erfahrung nach auch Nebenwirkungen: Endloses Grübeln, Selbstzweifel und Schuldgefühle.

    Im Sommer 2015, nahmen die Schmerzen so stark zu, dass ich dachte ich hätte eine Hirnhautentzündung. Während 6 Wochen war das Coldpac mein bester Freund und immer auf der Stirn, ich konnte nur noch weinen und mehr als einmal landete ich auf der Notaufnahme. Man schickt mich wieder nach Hause, einmal mit Lyrica, einmal mit Remeron (was mir guten Schlaf schenkte).
    Ein neuer Hausarzt (der letzte schickte mich auf eine Atemreise zur Selbstfindung – da fand ich einen Wechsel angebracht) jagte mich beim Ersten Treffen gleich zum Teufel, ich solle das jetzt zur Seite legen und wieder arbeiten gehen, ich sei ja so talentiert!. Nichts lieber als das!! Ich liebe meine Arbeit!…Wie sehr ich darunter litt meinen Beruf nicht mehr auszuführen (ich konnte früher Reisereportagen in aller Welt machen!) konnte er sich nicht vorstellen.
    Der Demütigungen genug, entschied ich mich nun lieber auszuharren als weiterhin die Projektionsfläche von Ärzten zu sein.

    Davon wurde aber nichts besser. Kopfschmerzfreie Tage gab es keine mehr. Jeden Morgen beim aufwachen fragte ich mich, wie ich denn diesen Tag überleben sollte. Ich lernte, alles was zu erledigen war, in den 2 Stunden wo es erträglich ist zu machen. Meine Effizienz ist ins unermessliche gestiegen ? Ich weiss nicht, wie ich es geschafft habe, dass ich noch nicht auf dem Sozialamt bin, aber ich bin es noch nicht.

    Eine neue Liebe motivierte mich dann doch für einen weiteren Versuch bei einem ihm bekannten Neurologen. Da ich auf dem Niveau war, dass ich mir auch einen Finger abgeschnitten hätte wenn es hilft, ging ich.

    Dieser nahm mich ernst. Er schaute sich meinen Stapel von Untersuchen an. Fragte. Befand: Chronische Migräne ohne Aura.
    Mein Vater ist Migräniker, mein Grossvater ebenfalls. Verwirrend war (ist für mich immer noch), dass der Schmerz nicht wie so oft beschrieben, pochend und nur selten einseitig ist. Erbrechen muss ich auch nicht und übel ist mir ganz selten. Eine Aura hatte ich ein einziges mal für 10 Minuten.
    Jedoch habe ich bei den Schmerzen stark das Bedürfniss mich zurück zu ziehen, alles wird zu viel, zu starke körperliche Bewegung verstärkt die Schmerzen. Licht und Geräusche schmerzen und ich möchte sterben.
    Es ist schwierig, die Dauerschmerzen in Attacken zu unterscheiden, eher hatte ich das Gefühl mehrmals pro Monat erkältet zu Sein: Donnerkopf, Nackenschmerzen, geschwollene Augen, Lichtempfindlichkeit aber kein Fieber, und sobald es wieder abklingt fängt es wieder an. Triptane helfen nicht wirklich, bisher probierte ich Maxalt und Relpax. Andere Schmerzmedikamente hatte ich nur selten genommen, ich wusste nicht genau welche und wie und dachte ich bekomme davon nur noch mehr Kopfschmerzen.

    Das Migränehirn wie Herr Prof. Dr. Göbel es in seinem sehr hilfreichen Buch beschreibt war eine Offenbarung. Da finde ich mich absolut wieder: erhöhte Sensibilität, schnell überflutet und dann Zusammenbruch. Meine Wahrnehmung ist auch mein Kapital, ich habe erst seit dem Zusammenbruch begriffen, dass nicht alle diese Wahrnehmung haben und diese ein, wenn auch sehr teures, grosses Geschenk ist. Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe, einen gutes Auge, viel Kreativität und Handwerkliches Geschick.

    Nun versuche ich mich, endlich doch noch der Schulmedizin zugewandt (krass, dass man auf all diese Unheilpraktiker hereinfällt…), seit einem Jahr durch die Medikamente (bisher Sibelium, Topiramat, Saroten). Mit der Kombination Saroten und Cefaly hatte ich 4 Monate lang sagenhafte 17 Kopfschmerzfreie Tage! Ein Wunder!
    Seit 2 Monaten hatte ich dann plötzlich wieder einen Einbruch und seither ist es sehr harzig.
    Möglicherweise habe ich es vor lauter Freude übertrieben. Ich lag die letzten sieben Jahr so viel im Bett und habe auf so vieles verzichten müssen – als es wieder ging, habe ich mir den Bauch vollgeschlagen, eh voilà.
    Dann bekam ich obendrauf vor 3 Wochen noch einen Tinnitus der wahrscheinlich vom Saroten kam, also absetzen. Nun schleiche ich Trimipramin ein.

    Dies zur Geschichte.

    Ich glaube, ich habe erst jetzt durch diesen Rückfall begriffen, dass ich diesen Kopf nicht „heilen“ kann sondern mich damit anfreunden muss, dass mein Spielraum darin besteht, das Schlimmste zu verhindern.

    Im Moment packt mich deswegen grosse Traurigkeit und auch etwas Wut. Ich hadere.
    Es ist so schwierig, den anderen beim Leben zu zu sehen. In meinem Alter bekommen alle Kinder. Ich hatte nie einen grossen Kinderwunsch, aber nun tut es doch weh – ich traue mir beim aller besten Willen nicht zu, auf ein Kind aufzupassen, ich bin sehr darauf angewiesen, in meine Gummizelle flüchten zu können, wenn ich schlecht schlafe bin ich auf allen vieren und mein Kopf explodiert. Finanziell bringe ich gerade knapp mich selber über die Runden.
    Ich leide häufig darunter, nicht einfach über mein Erleben erzählen zu können. Da ist die Gesellschaft wie nicht demokratisch und die Menschen werden schnell hilflos wenn es nicht darum geht, wie toll das Leben ist.
    Dabei erwarte ich gar keine Lösungen. Eher möchte ich davon erzählen können, wie von einer Reise (ich meine es ist ja schon (will die Sache nicht beschönigen) auch krass mit was für Fragestellungen man sich herum schlägt, wie weit man an den Rand gedrückt wird, wenn man nicht mehr ohne weiteres einfach Teilnehmen kann, wie man für sich herausfindet, was für einen persönlich Wichtigkeit hat und was nicht und wie die Sicht auf die Welt sich verändert..).

    Was habe ich für Fragen an Euch?

    Ob Ihr auch sagen würdet, dass dies eine Migräne ist?

    Wie macht Ihr dass mit Eurem Sozialleben? Wen klärt ihr auf und wie? Ich habe so grosse Schwierigkeiten mich auf neue Leute und berufliche Angebote einzulassen, immer die Panik, dass ich dann flach liege.

    Wie geht Ihr psychisch damit um, stark invalidisiert zu sein, obwohl es nicht sichtbar ist? Wie verteidigt Ihr Euch gegen Vorurteile und wie erkämpft Ihr Euch die Bedingungen, die für Euch nötig sind?

    Das wärs mal fürs Erste.

    Ich freue mich sehr über den Austausch mit Euch.
    Herzlichst

    Pepita

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Pepita,

    willkommen hier bei uns. Migräne kann zermürben, auslaugen, erschöpfen, auch einsam machen.

    Ob das Migräne ist, können wir dir nicht sagen, aber du hast doch schon eine Diagnose bekommen. Stellst du die in Frage?
    Ich finde es gut, dass du schon das Buch von Prof. Göbel hast. Informiert zu sein, ist so unendlich wichtig. Migräne ist nicht heilbar, aber eine Besserung ist absolut möglich! Hast du schon einmal über einen Aufenthalt in der Schmerzklinik in Kiel nachgedacht?

    Wie macht Ihr dass mit Eurem Sozialleben? Wen klärt ihr auf und wie? Ich habe so grosse Schwierigkeiten mich auf neue Leute und berufliche Angebote einzulassen, immer die Panik, dass ich dann flach liege.

    Mein engstes Umfeld weiß Bescheid und da die Menschen um mich herum das Gefühl haben, dass ich mich um mich kümmern kann, so und so viel mehr weiß als sie, akzeptieren sie das alles sehr gut. Ich bin selbstständig und dosiere meine Arbeitsbelastung nach Möglichkeit behutsam. Ich weiß, was Attacken auslöst (ich habe keine chronische Migräne), ich plane Puffer ein und übernehme nur so viel, wie ich schaffe – meistens zumindest. Nicht immer. Es gibt auch Phasen der Überforderung, aber weniger als früher.

    Wie geht Ihr psychisch damit um, stark invalidisiert zu sein, obwohl es nicht sichtbar ist? Wie verteidigt Ihr Euch gegen Vorurteile und wie erkämpft Ihr Euch die Bedingungen, die für Euch nötig sind?

    Nicht zuletzt dank Headbook habe ich es über die Jahre hindurch gelernt, nicht mehr so stark gegen die Migräne innerlich zu kämpfen. Mit Vorurteilen bin ich selbst nicht konfrontiert. Man kann versuchen, sein engstes Umfeld aufzuklären, sonst bleibt nur das dickeres Fell … Schwierig, ich weiß. Eine begleitende Therapie kann helfen, das Ganze besser zu bewältigen.

    Nun bin ich keine Expertin für chronische Migräne (im Buch von Prof. Göbel hast du dazu schon dazu nachgelesen?), aber der erste Schritt wäre zu schauen, ob es da Hilfe gibt. Ich habe jetzt auch nicht verstanden, ob du eine gute Ärztin bzw. einen guten Arzt an deiner Seite hast?

    Jedenfalls: Nie, wirklich nie die Hoffnung aufgeben!

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  regenbogen68.
    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Lieber Regenbogen

    Vielen Dank für Deine Zeilen.
    Ich bin sehr froh, über dieser Forum gestolpert zu sein um Erfahrungen austauschen zu können, das hilft schon sehr!

    Wegen Deiner Frage: Ich habe gute Betreuung.
    Meinem Neurologen vertraue ich und meiner Psychologin auch. Wegen der Diagnose bin ich wohl deshalb unsicher, da ich in den letzten Jahren so viele verschiedene bekommen habe, niemand auf Migräne gekommen ist und vielleicht auch, weil mir gefühlte tausend male gesagt wurde, ich solle mich verdammt nochmal damit abfinden.
    (Schlussendlich ist mir die Diagnose in dem Sinne egal – aber sie ist wichtig, für die Richtige Behandlung…)

    Die Vorurteile kommen aus meiner Familie – verrückter Weise von meinem Vater, der selber Dauerkopfschmerzen hat… Er setzt auf positives Denken und so tun als ob nichts wäre. Eine andere Generation und Bauer… Am dicken Fell arbeite ich, was nicht immer einfach ist.

    Da Du selber aus selbständig bist: Kannst Du alles von Zuhause aus machen oder musst Du zu den Leuten? Informierst Du Deine Kunden?

    Liebe Grüsse und nochmals Danke.
    Pepita

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Pepita,

    eine Migräne kann man klar diagnostizieren, aber es gibt immer wieder MigränikerInnen, bei denen sich noch andere Erkrankungen dazu gesellen.
    Und ja, mit der Diagnose Migräne musst du dich abfinden, aber nicht mit der derzeitigen Situation. Die Migräne kann sich bessern.

    Dass gerade dein Vater deine Situation nicht versteht, ist bitter, denn 1 ist er dein Vater, 2 ist er auch Betroffener. Vielleicht könnt ihr das Thema einfach ausklammern? Ich persönlich würde ihm wohl das Buch von Prof. Göbel schenken, wenn er dann immer noch nicht versteht, was bei dir und ihm los ist, dann ist wirklich alles vergeblich.

    Ich habe ein Büro, arbeite aber oft auch zu Hause. Ich muss selten zu Kunden, halte aber immer wieder Seminare. Wenn ich an einem Seminartag Migräne habe, knüpple ich sie so früh als möglich nieder. Da zögere ich nicht eine Sekunde, ein Triptan zu nehmen (aber, wie gesagt, ich habe Migräne, oft, aber nicht chronisch). Müsste ich zu Kunden, würde ich an einem schlechten Tag durchaus auch mal mit dem Hinweis auf „Migräne“ absagen. Nein, ich würde sagen, dass ich schwer betroffene Migränikerin bin und heute eine Attacke habe. Dann ist das klarer und klingt nicht nach Ausrede. Auch andere werden mal krank. Hat alles damit zu tun, dass man eben dazu steht, was man hat.

    Könntest du dein Business migränegerechter umbauen? Statt persönlicher Kundentermine kann man auch skypen. Das ist gleich mal weniger stressig als die Fahrerei. Ich kenne sogar Coaches, die nur via E-Mail arbeiten.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Regenbogen

    Mit meinem Vater, mit dem ich sonst ein ganz gutes Verhältnis habe, habe ich ebenfalls entschieden, das Thema auszuklammern und ihn auf keinen Fall zu sehen, wenn es mir mies geht. Wenn er dennoch fragt, wie es geht, sage ich es ihm ehrlich und überlasse ihn dann seiner Hilflosigkeit und dem Schweigen. Es ist zu guter letzt sein Problem, dennoch bleibt es gewissermassen verletzend und manchmal möchte ich ihm das Brett vor dem Kopf wegreissen. Ein Buch würde er nicht lesen.

    Ich habe auch ein Büro für die Administration. Den Rest arbeite ich Zuhause, meist an meinen Ausstellungsprojekten. Da mein Brotjob bisher Fotografie für Magazine und Zeitungen war, müsste ich bei einem Auftrag zu den Leuten (Z.B für Portraits und Reportagen) was dann pure Tortur ist. In den letzten Jahren habe ich aber meinen Kundenstamm weitgehend verloren, weil ich zu viel absagen musste.
    Wie durch ein Wunder bekam ich Werkstipendien und Auszeichnungen und konnte immer wieder Werke verkaufen. Ich lebe so bescheiden wie möglich aber dieser „unvernünftige“ Berufszweig hat schon ohne Komplikationen etwas präkäres. Ich bin mit 14 an die Kunstschule, habe seither tausend mal überlegt was ich sonst lernen könnte – aber sogar ein Jobcoach meinte, es sei das Richtige.

    Das Business migränegerechter umbauen ist ein guter Imput. Auch die Vorzüge des Internets zu nutzen, da werde ich mal drüber brüten.
    Momentan habe ich den Plan an Jobs zu kommen wie z.B Architektur, Ausstellungsfotografie, also Sachen mit denen ich nicht von Mensch zu Mensch interagieren muss und und ich notfalls verschieben oder mich zwischendurch hinlegen kann.

    Bei den Notfall Medikamenten habe ich noch nichts rechtes gefunden, das würde mir etwas Macht und Vertrauen zurückgeben und auch ich würde nicht eine Sekunde zögern, sie zu nehmen. Maxalt und Relpax greifen aber nicht oder nur wenig.

    Schöne Grüsse
    Pepita

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Alle

    Ich habe in den letzten Tagen headbook rauf und runter gelesen. Einfach Gold Wert, dieses Forum.

    Mein Eingangsbericht war doch seeehr lang, wirr und jammernd.
    Also hier etwas strukturierter die momentan brennendste Frage:

    Für mich gibt es immer noch einen Zweifel an der Diagnose „Chronische Migräne ohne Aura“. Mich plagen weder Auren (soweit selbstsprechend) noch Übelkeit und Erbrechen und ich finde mich in Euren Beschreibungen von Attacken nicht recht wieder.

    Es ist mir in dem Sinne egal, wie man „ES“ nennt, aber für die Behandlung ist das wichtig. Daher möchte ich Euch gerne doch nochmals um Rat fragen:

    – Vater und Grossvater Migräniker
    – Bin schon immer sehr Licht und Geräuscheempfindlich, allgemein sehr Reizoffen
    – Habe seit Kindheit Kopfschmerzen, seit 2011 stärker und seit
    2015 immer wieder sehr stark und durchgehend.
    – Nachts keine oder nur selten.
    – keine Erbrechen, keine Übelkeit (eher ein Gefühl von es
    schnürt mir die Kehle zu) keine Aura.
    – Meine Attacken würde ich so beschreiben: Gefühl von Grippe
    mit Donnerkopf, juckende Augen, niesen, mehr Schleim, Lichtempfindlich, total Niedergeschlagen, Overload (kein Reiz kann mehr verarbeitet werden, ich muss mich ins Dunkle Zimmer legen), es ist, wie wenn die „Hirnhaut“ sich zusammenzieht, körperliche Bewegung verstärkt den Schmerz (diese ist nicht pochend sondern fühlt sich innerlich arg entzündet an, dies Schmerzen sind rund um den Kopf aber vor allem auf der Stirn brennend (eher links) und ziehen dann in die Nasenflügel herunter. Dauer bis zum „Abklingen“ etwa 5 Tage, dann fängt es von vorne an.
    – Kälte auf dem Kopf hilf.
    – Anfällig für Depression (wohl von der Mutter vererbt).

    Vielleicht befinde ich mich am Übergang von Spannungskopfschmerz und Migräne…? Ich komm nicht draus.

    Bisher probiert (alles min über 3 Monate) :

    Prophylaxe
    -Lyrica – keine Verbesserung
    -Sibelium – 5 schmerzfreie Tage, gute Verträglichkeit
    -Topiramat – 5 schmerzfreie Tage, schlechte Verträglichkeit, fette Depression
    -Saroten – 4 Monate lang sagenhafte 17 Tage „schmerzfrei“!!!
    Guter Schlaf, gute Stimmung, dann plötzlicher Wirkungseinbruch, 2 Monate lang zurück auf 3-4 schmerzfreie Tage / Mt. plötzlicher Tinnitus.
    -Nun dosiere ich seit dieser Woche Trimipramin ein,

    Akutmedikation
    Da tappe ich im Dunkeln.
    Maxalt und Relpax wirken nicht oder nur wenig.
    Nun ein Versuch mit Zomig und Naproxen.
    Mein Problem ist, dass ich weiss nicht, wann ich die Medikamente einnehmen soll.

    Ach! Das wurde schon wieder so unglaublich lang…

    Danke für Eure Hilfe.
    Liebe Grüsse
    Pepita

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7468

    Liebe Pepita,

    sorry nur kurze Antwort, habe gerade den 7. Tag Migräne und versuche auszuhalten.

    Spannungskopfschmerzen und Migräne sind zwei verschiedene Erkrankungen, die nicht in einander übergehen. Meist ist es dann von Anfang an schon Migräne. Man kann aber beides haben.

    Dein geschilderter Kopfschmerz entspricht genau dem, den ich momentan auch genieße, könnte also Migräne sein. Wenn die bisherigen Triptane nicht gewirkt haben, kann es daran gelegen haben, dass dein Magen im Tiefschlaf lag ?. Das kommt oft vor. Dann macht es Sinn, vorher ein Antiemetikum wie MCP oder Domperidon zu nehmen, um die Peristaltik wieder in Schwung zu bringen. 15 Minuten später dann das Triptan. Und das Triptan nicht zu spät nehmen. Als Anhaltspunkt dafür gibt es die Triptanschwelle. Die findest du links in der Sidebar unter Migränewissen.
    Und ganz viel hier lesen, das gibt auch Sicherheit ?.

    Alles Liebe,
    Julia

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Julia

    Vielen Dank!
    Das mit dem Magen im Tiefschlaf wusste ich nicht – weisst Du, ob das Naproxen den Magen auch aufwecken würde?
    Den Anhaltspunkt für die Triptanschwelle drucke ich gleich aus.

    Dir ganz gute Besserung.

    Liebe Grüsse
    Pepita

    PS:
    Ich lag gerade mehr oder weniger zwei Monaten im Bett und habe dabei herausgefunden, dass gut gesprochene Hörspiele bei mir gute Ablenkung von Grübeleien schaffen und die Langeweile etwas mildern können.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    Naproxen ist ein reines Schmerzmittel, das weckt den Magen nicht auf, reizt höchstens die Magenschleimhaut. 😉
    Du musst schon zu echten Magenmittel greifen wie MCP oder Domperidon, wie Julia es dir geschrieben hat. Diese kurz vor oder notfalls auch mit dem Triptan einnehmen, dann wird das Triptan vom Magen besser aufgenommen. Falls die Übelkeit und das allgemeine Wohlbefinden es zulassen, kann man auch etwas Kleines essen und das Triptan dann schlucken.

    Lieber Gruß
    Heika

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 200

    Liebe Pepita

    Ich kenne dieses Forum auch erst seit März diesen Jahres. Ab Morgen gehe ich ins 25. Jahr mit Dauerkopfschmerzen und bin seit Januar krank geschrieben. Seit dem versuche ich wieder herauszufinden welche Kopfschmerzform ich habe.

    Meine Symptome sind ähnlich wie bei dir, das heißt die Schmerzen sind hauptsächlich brennend, ziehend oder stechend. Die typischen Anzeichen wie pochender Schmerz oder Erbrechen fehlen bei mir ebenfalls. Ich habe im Laufe meines Lebens dieses schon mal gehabt, aber sehr selten. Weitere Symptome sind ebenfalls Tinnitus rechts, pulsierendes Rauschen links, Sprachstörungen, Konzentrations – und Koordinationsprobleme. Auch den Beginn oder das Ende einer Attacke kann ich nicht genau erkennen, habe deswegen auch Probleme den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz eines Triptan zu finden.

    Meine Schmerztherapeutin hat, genau wie bei dir, die chronische Migräne aber mit Aura diagnostiziert. Meinen Dauerkopfschmerz konnte sie allerdings nicht erklären. Ich gehe schon jetzt davon aus mindestens noch eine weitere Kopfschmerzform zu haben.

    Ich warte jetzt auf die Aufnahme in der Schmerzklinik in Kiel und hoffe irgendwie möglichst bald angenommen zu werden. Dir würde ich empfehlen diesen Schritt in die Klinik ebenfalls zu gehen. Und nicht zu lange warten, da die Warteliste sehr lang ist.

    Es Grüßt herzlich Flummi

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Heika
    Super – noch nie etwas von diesen Medikamenten gehört. Besorge ich mir und wecke also einmal meinen Magen vor dem Triptan mit diesen Stoffen.

    Liebe Fullmi
    Ich habe mir Deine Geschichte etwas genauer durchgelesen (nicht ganz alles, aber fast). Das ist arg und es macht Irre. Keine greifbare Erklärung dazu zu bekommen was die Ursachen sind tut sein übriges, dass kenne ich nur zu gut. Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass Dein Klinikaufenthalt ganz bald sein wird und dass sich dort Deine Fragen klären können und neue Ideen auf den Tisch kommen.

    Wegen Kiel: Ich bin aus und wohne in der Schweiz.
    Ich gehe davon aus, dass ein Klinikaufenthalt dort für mich Krankenkassentechnisch leider nicht in Frage kommt? Weisst Du da oder jemand Bescheid?

    Übrigens, ich weiss nicht, wo Du nun mit Amitripylin stehst aber : Mit Saroten hatte ich 4 Monate sehr gute Erfolge, nahm aber 50mg. Die Dauerkopfschmerzen waren an 17 Tagen fast weg, im Bett war ich nur noch etwa 3 Tage und der Rest war mühsam aber machbar.
    Die Nebenwirkungen waren starker Schwindel beim Aufstehen, Ohrengeräusche und eben dann leider der Tinnitus.
    Den Einbruch vor 2 Monaten erkläre ich mir damit, dass ich es vor lauter Aufregung und Freude etwas übertrieben habe…

    Alles Liebe
    Pepita

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 200

    Liebe Pepita

    Ich meine schon gelesen zu haben, das auch Patienten aus Österreich oder der Schweiz in der Klinik waren. Da kann dir Bettina aber sicherlich mehr zu sagen.

    Das Amitriptylin habe ich nur kurz genommen, weil ich davon ein erhebliches Zittern bekam. Ich nehme jetzt seit etwa Juli Doxepin, bis jetzt aber ohne Wirkung.

    Ich habe Ende letzten Jahres auch eine deutliche Verschlechterung erlebt, mache mir aber keinerlei Gedanken mehr über mögliche Ursachen. Ich glaube auch, das es zumindest für mich, keinen Sinn macht darüber zu spekulieren. Des weiteren habe ich mich mit meiner Situation, nur noch sehr begrenzt zu funktionieren, abgefunden. Die Familie hilft mir bei den Aufgaben, die ich nicht schaffe.

    Dir ein möglichst aushaltbares Wochenende.

    Flummi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28023

    Schön, dass Du zu uns gefunden hast, liebe Pepita. 🙂

    In der Schmerzklinik sind regelmäßig Patienten aus der Schweiz und Österreich – also ja, das ist möglich. 😉 Aber warst Du denn schon mal im Kopfweh-Zentrum Hirslanden in Zürich? Dort kennt man sich auch gut aus mit der Migräne und sonstigen Kopfschmerzen.

    Was Du schilderst, könnte schon Migräne sein. Wir wollen und können natürlich hier keine Diagnosen stellen, aber es liegt schon recht nahe. Nicht immer müssen Migräneschmerzen nur einseitig sein, auch müssen nicht alle sonst bekannten Begleiterscheinungen auftreten.

    Es gibt sieben verschiedene Triptane und auch unterschiedliche Darreichungsformen. Mitunter muss man sich ein wenig durchprobieren.

    Du hattest einmal eine Attacke mit einer 10-minütigen Aura – damit steht die Diagnose Migräne mit Aura. Vorausgesetzt, es war damals auch eine Migräneaura. 😉

    Ich würde wirklich mal nach Zürich in diese Klinik gehen. Ambulant oder auch stationär.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Bettina

    Vielen Dank für Deine Begrüssung.
    Ich sauge headbook’s Inhalte auf wie ein Schwamm, Aufklärung ist in der Tat alles – das kam bisher wirklich zu kurz.

    In Hirslanden war ich noch nicht.

    Mit meinem Neurologen bin ich zufrieden und vertraue Ihm.
    Sein Behandlungskonzept ist das Erste, welches seit 7 Jahren eine Bewegung in Gang setzt. Mein Rückfall zum Dauerschmerz der letzten 2 Monate hat mich unsicher und auch verzweifelt gemacht – ich wusste ganz einfach nicht, dass eine Prophylaxe nicht für immer wirkt (ja, das dachte ich tatsächlich…). Ebenso, dass nicht jedes Triptan wirkt, man das Passende suchen und finden muss und auch nicht, dass die Symptomatik der Migräne von der Norm so abweichen kann, wie sie es wahrscheinlich bei mir macht.
    So lernt man dazu.

    Da sich ja schon Erfolge bei der Prophylaxe gezeigt haben, werde ich diesen Weg mit meinem Neurologen wie geplant weitergehen und wenn alles ausgeschöpft ist, peile ich Hirslanden an, es ist gut, die Klinik im Hinterkopf zu haben.

    Liebe Grüsse
    Pepita

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28023

    Liebe Pepita,

    Ich sauge headbook’s Inhalte auf wie ein Schwamm, Aufklärung ist in der Tat alles – das kam bisher wirklich zu kurz.

    Das ist schön, dass bist Du bald Dein eigener Experte – wie Prof. Göbel immer rät.

    Da sich ja schon Erfolge bei der Prophylaxe gezeigt haben, werde ich diesen Weg mit meinem Neurologen wie geplant weitergehen und wenn alles ausgeschöpft ist, peile ich Hirslanden an, es ist gut, die Klinik im Hinterkopf zu haben.

    Klasse, dass Du so gut betreut bist. War nur als Alternative gemeint zu Deiner Frage nach der Schmerzklinik.

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    in Zürich trifft sich übrigens zwei Mal im Jahr (Frühling und Herbst) eine Kopfschmerzgruppe, in der sehr nette Leute anzutreffen sind. Ich habe keine Ahnung, wo du wohnst, doch falls der Weg bis Zürich nicht zu weit sein sollte, könnte ich dir die näheren Infos gerne per PN schicken.

    Und im Schweizer Fernsehen gibt es heute Abend in der Sendung „Puls“ einen Beiträg über Migräne mit Experten-Chat. Es geht um die „Migräne-Impfung“, wobei sie dort vermutlich nichts erzählen werden, was wir hier nicht schon längst wissen. 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Heika

    Das tönt super und Zürich ist nicht fern.
    Wenn Du mir nähere Informationen senden magst, sehr gerne.
    Nur: Was ist PN und wie geht das? 🙂

    Danke auch für den Tip mit der Sendung, das interessiert mich sehr.
    Die Impfung war bei der letzten Sitzung beim Neurologen Thema,und ich selber weiss aber noch gar nicht viel darüber…

    Einen schönen Abend
    Pepita

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    wenn du dich angemeldet hast und ganz rechts oben mit der Maus auf „Willkommen, Pepita“ gehst, dann geht ein schwarzes Feld mit verschiedenen Bereichen auf, eines davon ist „Nachrichten“. Da siehst du dann eine „1“, wenn ich dir geschrieben habe. Dann einfach draufklicken. Eine PN ist eine persönliche Nachricht. Damit können wir hier in Headbook Dinge schreiben, die uns für die Startseite vielleicht zu persönlich sind oder auch mal Ärzte-Tipps loswerden, was man namentlich auf der Startseite nicht sollte.

    Bis gleich,
    Heika

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Guten Tag allerseits

    Langsam finde ich mich im Forum zurecht. Ein paar Technische Fragen habe ich aber noch:

    – Wie kann ich Korrekturen in bereits publizierten Beiträgen vornehmen?
    – Kann ich den Titel meines Schmerzverlaufs ändern (ist ja der Selbe Titel wie von einer Gruppe, was ich verwirrend finde.)

    Die vielen neuen Informationen lassen mich viel und konstruktiv über meine Situation nachdenken. Einerseits bin ich mir nun ziemlich sicher, dass ich eine Mischform von chronischen Spannungskopfschmerzen und einer Form der Migräne habe.
    Das heisst, ich müsste lernen zu erkennen, wann was gerade am Start ist um dann passend reagieren zu können.

    Vielleicht habe ich auch deshalb den Eindruck, dass Triptane „irgendwie“ nicht wirken, da der Spannungskopfschmerz darunter bleibt, ich muss das nochmals genauer beobachten…

    Aber Eines nach dem Anderen. Zuerst die SK…

    Meine Spannungskopfschmerzen sind da sobald ich aufwache und werden über den Tag stärker. ( Dies seit 2 Monaten wieder täglich / mit Amitryptilin hatte sich das sehr verbessert, nun bin ich am Trimipramin eindosieren), Coldpacs helfen immer und das Tensgerät, solange es läuft.

    Frage an Spannunskopfschmerzbetroffene: Was tut Ihr im Akutfall? Welche Medikamente oder Massnahmen wirken? (Ich habe mit Schmerzmitteln wenig ausprobiert, da ich immer den Eindruck hatte, davon am Ende noch mehr Schmerzen zu bekommen, würde es aber noch einmal gezielt versuchen wollen)

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag.
    Alles Liebe
    Pepita

    PS: Sollte man eigentlich die Ärzten, welche einen nicht Diagnostizieren konnten, freundlich und ohne Anklage darauf hinweisen, bei einem ähnlichen Fall einfach auf „headbook“ zu verweisen?

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    bei Beiträgen, die man im Nachhinein korrigieren möchte, haben wir Mitglieder nur ein sehr begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Ich habe die Minuten noch nicht gestoppt, schätze aber so ca. 20 Minuten. Ab dann kann nur unsere Moderatorin Bettina noch ran. Man sollte nur bedenken, dass das für sie zusätzliche Arbeit ist, so dass man solche Aktionen nicht für „Schönheitskorrekturen“ in Anspruch nehmen, sondern sich nur für den Notfall (z.B. falscher Medi-Name o.ä.) aufheben sollte.

    Ob du den Titel deines Schmerzverlaufes jetzt selber noch ändern kannst, weiß ich nicht. Falls nein, vielleicht nächste Woche bei ihr mal anfragen, bis dahin hat sie noch viel anderes um die Ohren.

    Das beschreiben viele, dass sie beide Formen haben und es oft schwer ist, das auseinanderzuhalten, wenn die Formen auch mal ineinander übergehen. Das Abspüren, bis wohin es noch Spannungskopfschmerz ist und ab wann sich Migräne draufsetzt, ist gar nicht so einfach, denn Migräne ist zwar fast immer einseitig, kann aber durchaus auch mal zweiseitig ablaufen. Und den richtigen Triptaneinnahmezeitpunkt sollte man natürlich auch nicht verpassen.

    Bei Spannungskopfschmerzen kann Bewegung sehr gut helfen. Damit ist kein hartes Krafttraining gemeint, sondern Bewegung an der frischen Luft, Fahrrad fahren, Nordic Walking, zügiges Spaziergehen, Joggen. Wem es gut tut, auch Schwimmen, aber nur wenn man in Bauchlage auch mit dem Kopf ins Wasser taucht und ihn nicht krampfhaft ständig über Wasser hält, was für Verspannungen in der Nackenmuskulatur sorgen kann. Und das empfohlene Rückenschwimmen ist nur bei wenig Badebetrieb möglich (in diesem Sommer also gar nicht 😉 ).

    Hast du schon mal Pfefferminzöl auf den Schläfen ausprobiert? Da gibt es Fläschchen von Euminz, mit denen kann man direkt auf der Haut auftragen. Man muss nur ein wenig aufpassen, dass es nicht tropft oder gar in die Augen kommt. Ich kenne auch spezielle Pfefferminzöl-Sticks, die nur leicht cremig sind, sich super auftragen lassen und aussehen wie ein Lippenpflegestift, doch ich weißt nicht, ob es die noch gibt. Ich habe gerade kurz im Internet gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Vielleicht mal in der Apotheke nachfragen.

    Lieber Gruß
    Heika

    P.S. Diesen Hinweis in deinem P.S. würde ich mir bei solchen Ärzten lieber sparen 😉 . So freundlich kann man gar nicht sein, dass es ihnen nicht doch ein wenig vorwurfsvoll erscheinen könnte. 😉
    Doch unabhängig davon weise ich Ärzte gerne auf Headbook hin. Es ist ja auch für sie nur von Vorteil, wenn Kopfschmerzpatienten ihre vielen Fragen auch woanders hilfreich beantwortet bekommen, denn die Zeit ist in Arztpraxen oft knapp.

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Heika

    Einmal mehr Danke für die Informationen.

    Ich habe z.Z keine dringende Änderungen, fragte mich aber, eben wegen dem Titel dem ich gerne „Pepita“ zufügen würde, wo man dies tun kann. Dass diese Option zeitlich begrenzt ist, wusste ich nicht.

    Pfefferminzöl habe ich mir tatsächlich einmal ins Auge getropft – da hat man eine prompte und wirksame Ablenkung von den Kopfschmerzen, Autsch 😉

    Spazieren tu ich täglich, Schwimmen (Crowl) ist eigentlich meine liebste Sportart, doch seit etwa 2 Jahren habe ich das Gefühl, ich erkälte mich jedesmal und damit das Gefühl einer Attacke am nächsten Tag. Kann es sein, das Erkältungen Migräne triggern?

    Mich würde es interessieren, welche die Schmerzmittel erster Wahl bei Spannungskopfschmerzen sind? Ich habe eben nie richtig mit den üblichen Schmerzmitteln hantiert, wäre aber so froh, etwas zu haben, wenn ich beruflich vor die Leute stehen muss (was nicht sehr häufig ist).

    Dir ein ganz schönes Wochenende
    Herzlichst
    Pepita

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Heika

    Einmal mehr Danke für die Informationen.

    Ich habe z.Z keine dringende Änderungen, fragte mich aber, eben wegen dem Titel dem ich gerne „Pepita“ zufügen würde, wo man dies tun kann. Dass diese Option zeitlich begrenzt ist, wusste ich nicht.

    Pfefferminzöl habe ich mir tatsächlich einmal ins Auge getropft – da hat man eine prompte und wirksame Ablenkung von den Kopfschmerzen, Autsch 😉

    Spazieren tu ich täglich, Schwimmen (Crowl) ist eigentlich meine liebste Sportart, doch seit etwa 2 Jahren habe ich das Gefühl, ich erkälte mich jedesmal und damit das Gefühl einer Attacke am nächsten Tag. Kann es sein, das Erkältungen Migräne triggern?

    Mich würde es interessieren, welche die Schmerzmittel erster Wahl bei Spannungskopfschmerzen sind? Ich habe eben nie richtig mit den üblichen Schmerzmitteln hantiert, wäre aber so froh, etwas zu haben, wenn ich beruflich vor die Leute stehen muss (was nicht sehr häufig ist).

    Dir ein ganz schönes Wochenende
    Herzlichst
    Pepita

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    aber klar doch können Erkältungen Migräne triggern. Alles, was uns stresst, triggert, und Erkältungen sind doch wirklich sehr unangnehm und nervig.

    Ich habe im Kapitel Spannungskopfschmerzen aus Prof. Göbels Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ nachgelesen (Hast du das schon? Ist empfehlenswert!):

    Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Spannungskopfschmerzen. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen nimmt man keine Schmerzmittel (geht ja wegen der 10-/20-Regel eh nicht), nur Pfefferminzöl, kann aber auch begleitend mit medikamentösen Prophylaxen arbeiten wie Amitritpylin, Doxepin, Mirtazapin, etc.
    Bei akuten Spannungskopfschmerzen setzt man Analgetika ein wie Aspirin, Paracetamol (wirkt schwächer), Ibuprofen und Naproxen. Gleich ausreichend hoch dosieren, also z.B. 1000mg Aspirin. Dabei ist die 10-/20-Regel zu beachten.Auch hier kann man begleitend eine med. Prophylaxe einsetzen, falls nötig.

    Bei akuten und chronischen Spannungskopfschmerzen sind die üblichen Verhaltensregeln empfohlen wie Stressreduktion, Entspannung, Sporttherapie, aber auch Biofeedback, Wärme, Massagen.

    Spannungskopfschmerzen sind medikamentös oft schwieriger in den Griff zu bekommen als Migräne. Denkt man zwar nicht, ist aber so. Ich wünsche dir sehr, dass du für die Tage, an denen du beruflich einen klaren Kopf brauchst, etwas Passendes, d.h. gut Wirkendes, findest.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 Monate, 3 Wochen von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 Monate, 3 Wochen von  heika.
    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Heika

    Tausend Dank Dir fürs Nachlesen! Ich hatte das Buch aus der Bibliothek und daher nicht zur Hand…
    Ich probiere diese Schmerzmittel nun etwas systematischer als bisher und auch höher dosiert durch. Das wäre echt super, etwas zur Hand zu haben.
    Für die Prophylaxe habe ich mit Amitryptilin gute Erfahrungen gemacht und bin nun am Trimipramin eindosieren.

    Herzlich
    Pepita

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28023

    Liebe Pepita,

    – Kann ich den Titel meines Schmerzverlaufs ändern (ist ja der Selbe Titel wie von einer Gruppe, was ich verwirrend finde.)

    Habe einfach mal Deinen Namen oben ergänzt. Gut so? Sonst sag mir gerne Bescheid.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Hallo Zusammen

    Kurze Frage: Kennt Ihr dokumentarische Arbeiten oder Bücher (z.B Fotografie, Text, Interviews) über Migräne Betroffene die sich an die Allgemeinheit richten und Aufklären?

    Es würde mich interessieren, ob es da vielleicht eine Informationslücke besteht die es zu füllen gilt…

    Und eine zweite Frage: Gibt es unter „Migräne und Berufstätigkeit“ einen speziellen Thread zur „Selbständigkeit“ oder dürfte ich den bei Gelegneheit eröffnen?

    Liebe Grüsse
    Pepita

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Pepita,

    ich habe von der Migräne-Liga schon gute Broschüren zum Thema Migräne in der Hand gehabt, übersichtlich, leicht verständlich und inhaltlich mit Prof. Göbels Buch deckungsgleich. Mir wurde da mal ein ganzer Packen in die Hand gedrückt, als ich einmal eine Migräne-Selbsthilfegruppe besucht hatte.

    Ich habe mir die einzelnen Foren in der Gruppe „Migräne und Berufstätigkeit“ durchgeschaut und nichts Vergleichbares gefunden. Deiner Initiative bzgl. Selbständigkeit steht also nichts im Weg. 😉 Biko, die öfter hier vorbeischaut, ist auch selbständig. Fiel mir nur grad ein.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28023

    Liebe Pepita,

    schau Dir mal die Foren in dieser Gruppe an, vielleicht passt Dein Anliegen ja in eines der bereits vorhandenen: https://headbook.me/groups/berufstaetigkeit-und-migraene/forum/ Wenn nicht, einfach ein neues öffnen. 🙂

    Liebe Heika, welche Broschüren meinst Du? Aber doch nicht die Zeitung der Migräne Liga? 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5660

    Liebe Bettina,

    nein, ich meine nicht die Zeitschriften der Migräne Liga. Ich will auch nirgends beitragspflichtig werden.
    Eine Bekannte brachte mir einen Stapel „Migräne-Material“ mit, darunter war auch ein kleines Faltblatt, sehr übersichtlich, und ein kleines, dünnes Büchlein, auch sehr informativ. Hab´s leider nicht mehr, brauche ich ja nicht, bin ja in Headbook! 🙂

    Sonst hätte ich dir das gerne zugeschickt, Pepita.

    Lieber Gruß
    Heika

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 677

    Hi Pepita,

    du hast ja schon genug Antworten auf deine Fragen bekommen. Ich wollte dir nur meine Erfahrungen mit Schmerzmitteln weiter geben. Ich bin angestellt als Feinmechanikerin. Meistens habe ich keinen Kundenkontakt und kann meine Arbeit in Ruhe alleine machen – und ich habe relativ freie Arbeitszeiten….ich muss 35h in der Woche arbeiten. Wenn gerade keine Besprechungen oder Schulungen anstehen, dann ist es egal wie ich mir diese Zeit einteile. Das ist sehr angenehm – so kann ich auch mal später kommen, wenn ich Migräne habe oder eher gehen, wenn es mir nicht gut geht.

    Momentan geht’s mir sehr gut. Aber ich hatte auch schon schlechtere Zeiten und habe deshalb immer Notfallmedikamente bei mir. Manchmal habe auch ich Kopfschmerzen, die sich anfangs nicht migränetypisch zeigen; manchmal fühlen sie sich eher an wie Zahnschmerzen, oder Verspannungen, sind nicht einseitig – also ähnlich verschwommen wie bei dir. Für solche Fälle habe ich immer Aspirin direkt dabei. Das sind so Tütchen, die man ohne Flüssigkeit nehmen kann. An Manchen Tagen wirkt das gut und ich bekomme meine Arbeit gut zu Ende. An anderen Tagen mildert das Aspirin etwas, aber im Laufe des Tages zieht sich der Schmerz auf eine Seite und ich nehme am Abend dann doch noch mein Triptan. Aber das ist dann ja auch egal, war ja eh schon ein Einnahmetag.

    Gerade für Dienstreisen brauche ich die Sicherheit, immer was zum Handeln dabei zu haben. Denn es gibt kaum eine Dienstreise ohne Migräne, egal wie gut es mir sonst so geht – die Anfahrt ist meist schon anstrengend, wenn mit Übernachtung ist es ein anderes Umfeld, meine Regelmäßigkeit wird unterbrochen – ausgerechnet da wo man es am wenigsten gebrauchen kann, kommt die Attacke dann meist auch heftiger als sonst. Dafür habe ich auch IMMER was gegen Übelkeit dabei. Wenn mal nicht, kann man sich in der Apotheke Reisekaugummis holen ;o) das funktioniert auch – aber Vorsicht, wenn man Auto fahren muss, es macht müde (ich hatte Chauffeure).

    Ab und zu hab ich gaaaanz leichte Kopfschmerzen. Je nachdem was ich an dem Tag mache, reicht es auch ein Tütchen Magnesium direkt zu nehmen. Wenn ich die Möglichkeit habe, fahre ich mein Pensum dann ein bisschen runter. Manchmal reicht das 😉 die Hoffnung stirbt zuletzt 🙂

    Zum Thema soziale Kontakte:

    Ich habe auch einen Vater, der Migräne nicht wirklich als Krankheit anerkennt. Genauso wie Allergien. Mittlerweile ist er älter geworden, und das Alter bringt ihm die ein oder andere Verschleißerscheinung *g* – seitdem wird er etwas ruhiger. Und mir geht es da auch ähnlich, er will sich nicht aufklären lassen – seine Meinung steht fest. Wenn ich mich nicht immer wieder verletzen lassen will, klammere ich das Thema eben aus.
    Vor 2 Wochen habe ich ihn getroffen auf einem Familientreffen. Er hat seit einiger Zeit Gicht *g* – naja in Bayern isst man gerne herzhaft – leider löst sein vom ihm so geliebtes Essen Gichtanfälle aus, genau so wie sein heiß geliebtes Bier. Er sagte im Restaurant dann er weiß gar nicht was er trinken soll…ich hab nur gesagt „Wasser, Papa, ganz einfach Wasser!“. Das will er nicht hören *g*. Aber naja; so ist er halt.

    Zu Freunden, Bekannten, Kollegen: Meine direkten Kollegen wissen bescheid, auch mein direkter Vorgesetzter. Die haben letztes Jahr mal eine Attacke mitbekommen, bei der nix mehr ging, sowas habe ich glücklicherweise sehr selten. Sie waren geschockt *g*. Ich habe meinen Mann angerufen – und dann gewartet bis er mich abholt. Die Zeit dazwischen hat mein Chef alle paar Minuten wen geschickt um zu gucken ob ich noch lebe – solche Kollegen sind super – aber keine Selbstverständlichkeit.

    Ich habe genau 2 Freundinnen, mit denen ich wirklich ALLES besprechen kann, die nicht werten und die mich so nehmen wie ich bin, mir keine dummen Ratschläge geben. Eine davon wohnt 200km entfernt, wir sehen uns 1-2 Mal im Jahr. Solche Freunde zu finden kostet Zeit. Ich bin unendlich dankbar für die beiden.
    Lockerere Freunde und Bekannte versuchen oft mich zu bekehren – geh doch mal da hin….oder ess kein Fleisch dann wird alles besser….oder wenn ich dann sage „Nein danke ich kenne meine Krankheit selber gut genug“ kommt dann „Du willst ja gar nicht dass sich was ändert…!“. Gegen dieses „Daherreden“ muss man sich ein dickes Fell schaffen. Für diese Leute ist es nicht mehr als Daherreden, sie wollen nicht wirklich schaden, aber sie wollen sich auch nicht wirklich ins Thema reinlesen. Sie wollen nur ihren Senf dazu geben.

    Mein Psychologe hat mal gesagt „gut gemeint ist das Gegenteil von gut“. Das sollten diese Leute mal verinnerlichen. Wenn man sich nicht wirklich gut auskennt, einfach mal die Klappe halten 😉 Aber das sagt man meistens nicht – man will ja nicht unhöflich sein.

    Zum Thema Kinderwunsch:
    Auch ich hatte die letzten Jahre keinen großen Kinderwunsch. Als ich geheiratet habe vor 16 Jahren, hatte ich schon vor irgendwann mal Kinder zu bekommen. Aber es hat sich erst mal nicht ergeben, ich war in der Ausbildung, mein Mann arbeitslos. Irgendwann war meine Ausbildung rum – ich bekam einen guten Job, aber mein Mann blieb arbeitslos.

    Mal ganz ohne den Migränefaktor – so wollte ich keine Kinder; ich verdiene zwar genug, aber ich wollte nicht direkt nach der Geburt wieder arbeiten gehen; das ist einfach nicht meine Vorstellung von Familie.
    Mit Migränefaktor – es gibt gute und schlechte Zeiten – Kinder haben keinen „Aus-Schalter“. In den letzten Jahren haben mein Mann und ich entschieden, dass wir (wenn es planbar ist) keine Kinder haben werden. Die Migräne ist nicht die einzige Krankheit die wir vererben würden (er ist auch Migräniker) – aber das ist nicht der Hauptpunkt.

    Es gibt hier viele Mamas, die ihr Leben auch mit Kindern meistern. Wenns jetzt einfach so „passieren“ würde, wäre uns ein Kind jederzeit willkommen – für mich ist ein Kind immer ein Geschenk Gottes – das Leben drum rum lässt sich dann organisieren.

    Klar ist so eine Entscheidung (in meinem Fall gegen Kinder) nicht so einfach; und wenn man dann andere Mamas mit ihren Babies oder Kindern sieht ist es manchmal auch hart; aber ich glaube, dass es für mich trotzdem die richtige Entscheidung ist. Das ist wichtig – triff eine Entscheidung – und steh dann auch dazu. Dann lebt es sich entspannter 🙂

    Soweit mal meine Erfahrungen. Ich wünsch dir viel Erfolg auf deinem Weg!
    Grüßle Daniela

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 56)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.