Dagmar – neu hier. Leider ist die Migräne nicht meine einzige Baustelle.

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  • Dagmar
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    Hallo Ihr Lieben!

    Bin eben erst auf dieses Forum gestoßen. Hab ganz viele Fragen – und hoffe auf Eure Erfahrung.

    Heute Morgen habe ich vom Neurologen eine Verordnung für Topramat bekommen. Erst 2 Wochen 25 mg, dann 50 mg, dann Blutkontrolle.

    Triptane darf ich nicht nehmen, da ein Radiologe auf einem Schädel-MRT alte Verkalungen entdeckt hat. Betablocker traue ich mich nicht zu nehmen, da ich einen sehr niedrigen Blutdruck habe. (Muss mich nur bequem hinsetzen, dann rauscht er auf unter 90/50.

    Habe seit vielen Jahre eine Angst- und Panikstörung, mittelschwere Depressive Episoden, Somatoforme Störung. Außerdem massive Magen-Darm-Probleme. Reizdarm, Sorbit-Malabsorption, chr. Magenschleimhautentzündung. Hab bereits 25 kg abgenommen, darf lt. Gastroenterolgen, nicht weiter abnehmen. (BMI 20, 49 Jahre alt).

    Hab mich durch viele Beiträge durchgelesen und bin jetzt extrem verunsichert, ob ich das Medikament einnehmen soll. Der Neurologe ist leider Typ „Halbgott“. Sprechen darf man nur, wenn man gefragt wird. Natürlich hab ich da immer direkt ein Brett vorm Kopf.

    Die aufgeführten Nebenwirkungen, hab ich doch so schon fast alle.

    Wer kann mir helfen?

    Liebe Dank!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Ein herzliches Willkommen im Headbook, liebe Dagmar. 🙂

    Topamax ist in Deiner Situation so ziemlich die allerletze geeignete Prophylaxe, sprich kontraindiziert. Das würde ich beim Arzt ganz deutlich erneut ansprechen und um erneute Beratung bitten. Topamax darf nicht eingesetzt werden bei bestehendem Untergewicht und auch nicht bei bestehenden Depressionen. Die Gewichtsabnahme ist sehr oft sogar drastisch, was für Dich bedenkliche gesundheitliche Folgen haben könnte. Zudem kann es Depressionen verstärken. Also ehrlich, dieser Empfehlung kann ich nicht folgen.

    Wenn der Arzt nur von oben herab mit seinen Patienten kommuniziert, dann suche Dir einen anderen. So kann man doch kein Vertrauensverhältnis aufbauen, zudem würde ich persönlich schon alleine wegen dieser Empfehlung kein Vertrauen haben. Schau mal in die Sidebox hier recht, da gibts einen Link mit Netzpartnern der Schmerzklinik Kiel. Vielleicht findest Du einen in Deiner Nähe.

    Auch das Triptanverbot würde ich erneut hinterfragen, denn sehr oft wird einfach mal nur ein Verbot erlassen, ohne weiter zu prüfen, ob es auch tatsächlich gerechtfertigt ist. Du als Patientin stehst dann da ohne vernünftige Attackenmedikation.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Danke, liebe Bettina!

    So habe ich mir das schon gedacht, nachdem ich mir viele Beiträge zum Thema durchgelesen habe.

    Habe den endlos lange Beipackzettel meinem Mann zum Lesen gegeben. Er sagte direkt, dass ich das nicht nehmen sollte (und könnte).

    Vor ca. 7 Jahren, hat mir mein Hausarzt mal Triptane mitgegeben. Gegen die Migräne, haben sie gewirkt, aber ich hatte ein extremes Engegefühl in der Brust. Das ist mit einer Angst- und Panikstörung nicht schön.

    Werde mir die Arztliste mal durchlesen und überlegen, wie ich weiter vorgehe.

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Einen schönen Abend noch, liebe Grüße, Dagmar

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Liebe Dagmar,

    diese Nebenwirkungen der Triptane, die in aller Regel nur zu Beginn der Behandlungen auftreten, sind harmlos und ungefährlich. Wenn man das weiß, beruhigt es sicher auch. Zudem gibt es ganz sanfte Triptane wie Allegro, Naramig und Almogran, die sehr gut vertragen werden und lange wirken.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Bettina,

    in meiner direkten Nähe gibt es leider keinen Arzt in der Liste. Etwas weiter weg, gibt es einen Schmerztherapeuten. Wegen meiner Angststörung für mich nicht so leicht zu erreichen.

    Bisher habe ich noch nicht beim Neurologen angerufen, um die Termine (in 4 Wochen Blutentnahme, in 3 Monaten Verlaufskontrolle) abzusagen. Bin auf der Suche nach zitierfähigen Quellen, die darauf hinweisen, dass das Medikament bei Depressionen und drohendem Untergewicht nicht eingenommen werden darf. Mit „Info aus Internetforum“ braucht man den Ärzten leider nicht kommen, da rollen die direkt mit den Augen. Außerdem reagieren die Meisten extrem verärgert, wenn man eine Verordnung oder Behandlung in Frage stellt.

    Gerne würde ich auch natürlich Deine Aussage zitieren, wenn ich wüsste, dass Du zum Beispiel, vom Fach bist!

    Liebe Grüße

    Dagmar

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Hallo, Dagmar,
    im Internet kannst du Informationen zuhauf über Topimarat im allegemeinen und Topamax im besonderen finden.
    Wenn das alles nicht seriös genug ist, dann besorge dir das Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ von Prof Göbel. Da steht das auch drin.
    Auch in den Live-Chats hier im Forum hat Prof Göbel wiederholt darauf hingewiesen, dass bei psych.Problemen, insbesondere bei Depressionen Topamax nicht angewendet werden sollte.
    Da steht aber auch in dem Buch, dass Topamax bei hochfrequenter oder chronischer Migräne eingesetzt wird. Ist die Migräne bei dir so oft?
    Beim Lesen deines Beitrags werde ich richtig sauer über die Haltung deines Arztes. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass nur erfolgreich behandelt werden kann, wenn der Patient „mitspielen“ darf und darin sehr ernst genommen wird. Bei Migräne gilt das in besonderem Maß.
    Ein Arzt, der einen ernst nimmt, ist für mich das A und O in der Behandlung. Ich nehme dafür auch eine weite Strecke in Kauf. Ist ja in der Regel auch nur alle paar Monate, dass man da hinmuss.
    Meine Ärzte rollen nicht mit den Augen, wenn ich ihnen mit meinen Informationen komme. Sie sind eher froh, dass ich mich selbst auch kümmere.
    Wird deine Angststörung behandelt? Von wem? Ein Arzt? Ein Psychotherapeut?
    Manchmal findet man in der Nähe auch einen Hausarzt, der sich in Bezug auf Migräne kundig gemacht hat.

    Viel Erfolg!
    alchemilla

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe alchemilla!

    Danke für Deine Tipps. Das Buch werde ich direkt bestellen.

    Im Internet habe ich zum Thema psych. Erkrankungen und Topamax nix gefunden. Der Doc sagte, dass anhand des von mir geführten 3-Monatigem Migränekalender, eine Prophylaxe anzuraten sei.

    Die psych. Erkrankungen schleppe ich so lange mit mir rum, dass längst alles chronifiziert ist. Hab diverse ambulante und stationäre Therapien hinter mir und bin seit knapp 5 Jahren berentet.

    Liebe Grüße Dagmare

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7430

    Hallo, liebe Dagmar,

    ich denke, die Apothekerin hat ihren Job gut gemacht. Das im Vomex enthaltene Dimenhydrinat ist ein H1 Antihistaminikum, das Verstärkungen anderer Medimamente bedingen kann. Dass sie dich darauf hingewiesen hat ist also absolut richtig. Im Beipackzettel vom Trimipramin steht die Warnung auch drin. Wenn du es zusammen nehmen möchtest, solltest du es auf jeden Fall mit ganz niedriger Dosierung versuchen.
    Ich persönlich kenne Wechselwirkungen von Dimenhydrinat mit anderen Medikamenten.

    Warte doch mal ab, was Bettina dazu weiß, evtl. kann sie dir da genauer weiterhelfen.

    Mit dem Absagen des Termins hast du ja noch genügend Zeit, mach dich erstmal noch schlauer hier im Headbook.

    Alles Gute,
    Julia

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Hallo Dagmar,
    Du schreibst:“Im Internet habe ich zum Thema psych. Erkrankungen und Topamax nix gefunden.“ – Das wundert mich sehr, denn ich habe auf Anhieb überall diesen Hinweis gefunden.
    Wenn du in eine Suchmaschine Topamax oder Topimarat eingibst, bekommst du u.a. auch „Fachinfo“ dazu. Unter Nebenwirkungen sind die Phänomene beschrieben, sowohl Gewichtsreduktion als auch Depressionen/ psychische Erkrankungen.
    Aber mit Zitaten von Prof Göbel sollte dein Doc eigentlich nichts mehr dagegenhalten.
    Hier in Chats z.B.
    Hartmut Göbel 2. Juni 2014 um 20:48 Uhr
    – „Bei Depressionen sind Betablocker und Topamax nicht ratsam.“
    und:
    Hartmut Göbel 13. April 2014 um 21:32 Uhr
    -„Topamax sollte bei psychischen Problemen entweder gar nicht, oder nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Es gibt Alternativen, die erwogen werden könnten. „

    Das Buch ist in jeder Hinsicht empfehlenswert.

    Nach der Behandlung der Angststörung habe ich deshalb gefragt, weil man ja mit einem Therapeuten die Angst für das Aufsuchen eines weiter entfernten Arztes eine Strategie entwickeln kann, medikamentös und auch verhaltensmedizinisch.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe alchemilla!

    Das habe ich in der letzten Verhaltenstherapie (über 70 Stunden), mit der Therapeutin alles durchprobiert. Inklusive Autofahren auf einer längeren Strecke. Medies habe ich in meiner langen „Karriere“ auch alle durch. Ursache dieser ganzen Probleme, ist eine komplexe PTBS.

    Die Suchanfrage werde ich nochmal in einer anderen Suchmaschine eingeben. Die Antworten von Prof. Göbel im Chat, müssten mir schon weiterhelfen. Vielen Dank.

    Weiter oben: liebe Julia! Deine Antwort gehört, glaube ich, unter einen anderen Beitrag! Trotzdem danke.

    Liebe Grüße, Dagmar

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Liebe Dagmar,

    gib die Suchanfrage in Google ein, dann erhältst Du eine Menge Ergebnisse. Eigentlich ist es nicht Sache des Patienten, sich über Kontraindikationen der verordneten Medikamente schlau zu machen. Über kurz oder lang solltest Du Dich vielleicht anders orientieren. Kann Dir Dein Hausarzt weiterhelfen, wie Alchemilla schon anregte?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Bettina,

    glaube nicht, dass ich nochmal zu dem Neurologen gehe. Bei meiner Hausärztin habe ich versucht, Unterstützung zu bekommen. Habe in der Praxis vorgesprochen. Darum gebeten, dass die Ärztin sich den Bericht des Neurologen durchliest und sich dann kurz bei mir meldet. Warte jetzt seit 2 Tagen.

    Wenn ich die Suchanfrage bei Google eingebe, bekomme ich viele Infos zum Thema, aber keine seriösen, die auf eine Kontraindikation bei drohendem Untergewicht und bestehenden Depressionen hinweisen. Sondern „nur“ über mögliche Gewichtsabnahme und das gelegentlich Depressionen ausgelöst werden können.

    Meine Frage hierzu aber nochmal: können die ganzen Nebenwirkungen auch bei dieser „Minidosis“ (so sagte der Neurologe) auftreten, oder beziehen sich die schlimmen Nebenwirkungen eher auf höhrere Dosen?

    Zuzeit überlege ich, ob ich dem Neurologen eine eMail schreibe, die Termine bei ihm absage und dies begründe.

    Aber nochmals vielen Dank für Eure Mühen und Antworten!

    Liebe Grüße, Dagmar

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Liebe Dagmar,
    wenn du eh nicht mehr zu dem Neurologen hingehen möchtest, kannst du dir die Sucherei ja auch ersparen. Es sind nicht alle Ärzte so.
    Die Neurologen, die ich bisher aufgesucht habe, haben ALLE respektiert, wenn ich nur angeführt habe, dass mir ein Medikament nicht behagt, ich ein ungutes Gefühl habe. Ich brauchte keine Rechtfertigung, schon gar keine „Beweise“.
    So muss das eigentlich gehen.
    Wenn man voller Bedenken und Widerstand ein Medikament einnimmt, erzeugt man einen sog. Nocebo-Effekt. Der allein kann dafür sorgen, dass das Medikament tatsächlich nicht hilft.
    Letztendlich ist es DEIN Körper, DU musst mit Wirkungen und Nebenwirkungen fertig werden und deswegen hast immer DU das letzte Wort und die Entscheidung über Einnahme oder nicht Einnahme.
    Alles Gute!
    alchemilla

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Danke, liebe alchemilla,

    das mit dem Nocebo-Effekt, kenne ich. Wegen meiner ganzen Ängste und meinem Misstrauen, klappt das mit diesen Medikamenten, vor allem, wenn sie so gravierend sind, bei mir sowieso nicht.

    Am meisten aber ärgere ich mich über mich selbst, da ich mich mal wieder nicht getraut habe, direkt meine Bedenken und Ablehnung auszusprechen. Aber wenn mir ein Arzt so arrogant gegenüber tritt, verhalte ich mich wie ein Kaninchen in Schockstarre.

    Wenn ich die vereinbarten Termine bei dem Neurologen absage, muss ich ihm doch eine Begründung nennen, oder nicht? Als notorischer Therapieverweigerer, möchte ich doch auch nicht dastehen. Es gibt ja gravierende Gründe für meine Ablehnung.

    Liebe Grüße

    Dagmar

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Liebe Dagmar,

    Du brauchst gar keine Begründung angeben, wenn du den Termin absagst. Du musst dich niemals dafür rechtfertigen. Es kann dir auch völlig egal sein, was er denkt, du wirst ihn nicht mehr wieder sehen.?
    Du kannst auch einfach kurz anrufen und der Arzthelferin nur mitteilen, dass du den Termin absagen willst. Und wenn gefragt wird, ob du einen neuen Termin haben möchtest, sagst du einfach, dass du dich meldest. So, und damit ist es erledigt.

    Wenn du ihm aber die Gründe nennen willst, dann kannst du das natürlich auch machen. Aber mache dir darüber nicht zu viel Gedanken, wir haben schon genug Baustellen (auch die Suche nach einem neuen Arzt). Ärgere dich kurz und dann versuche das Thema abzuhaken.

    Ich drücke dir fest die Daumen, dass du schnell einen guten Arzt findest und dass es dir schnell besser geht!!!

    Liebe Grüße
    Astrid

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    genau!
    Aber ärgere dich nicht über dich selbst. „Kaninchen in Schockstarre“ ist vollkommen in Ordnung. Das bewahrt uns immer vor übereilten Antworten, die wir hinterher bereuen und nicht ungeschehen machen können.
    Lass solche Menschen ruhig erstmal auf dich wirken, sammle dich danach und dann kannst du beherzt das angehen, was für DICH richtig ist.
    Wir haben auf unserem Lebensweg meistens verlernt, unsere eigenen Bedürfnisse auch nur zu spüren. Deswegen dürfen wir uns ruhig Zeit nehmen, ihnen auf die Spur zu kommen und müssen nicht immer sofort alles klar sehen.
    Ich hatte auch einmal solch einen überheblichen Schmerzarzt. Der hat in seiner Untersuchung festgetellt, dass ich körperlich schief gebaut bin, meinte, ich wüßte ja nun, wo meine Kopfschmerzen herkämen und hat mir eine beachtliche Liste durchzuführender Therapien in die Hand gedrückt und mir sogleich einen ersten Termin geben wollen. Zu Hause habe ich mich erholt davon und ihm dann kurzerhand geschrieben, dass ich keine weiteren Termine möchte. Punktum. Keine Begründung.
    Mach’s gut ! !
    LG
    alchemilla

    Winga
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 36

    Vielen Dank, Dagmar und Astrid, für eure Beiträge. Ich ärgere mich auch ab und an über meine „Kaninchenschockstarre“ beim Arzt. Aber, wie ihr schreibt, man muss ja nicht nochmal hingehen und kann seine Kraft für wichtigere Dinge sparen.

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Hallo liebe Winga,

    dann bin ich also nicht die Einzige mit dem Problem „Kaninchenschockstarre“. 😉

    LG, Dagmar

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Liebe Dagmar,

    schreib ihm, warum Du nicht mehr hin willst. Ich finde es wichtig, dass Ärzte solche Feedbacks erhalten. Vielleicht denkt ja doch der ein oder andere über sein Verhalten nach und ändert es ein wenig. Wie schon gesagt wurde, brauchst Du keine Begründung, nicht mehr zu ihm zu gehen.

    Zur Kaninchen-Schockstarre“: Der Arzt ist ein Mensch wie Du, der von Menschen wie Dir lebt. 🙂 Hier kann man an seiner Sozialkompetenz arbeiten, üben, sich gleichwertig zu fühlen und Wünsche und Bedenken ohne Angst und Unsicherheit vorzutragen. Nicht Du solltest in Schockstarre verfallen, sondern der Arzt sollte achtgeben, keine Patienten zu verlieren. Einfach mal den Blickwinkel ein bisschen ändern, dann sieht die Sache schon gleich ein bisschen anders aus. 😉

    Lies mal in dieser Seite zu den Prophylaxen, wie man sie verordnen soll und nach welchen Kriterien sie vom Arzt eingesetzt werden sollten. http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/vorbeugung/
    Da steht klar und deutlich, dass Topiramat weder bei Untergewicht, noch bei Depressionen eingesetzt werden soll. Da könnte auch Dein Arzt mal ein wenig stöbern, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Bettina,

    danke für Deine Tipps.

    Das mit dem Blickwinkel ändern, oder meine Sozialkompetenz steigern, ist für mich leider nicht so einfach.

    Leider bin ich, was ärztliche Falschbehandlungen angeht, ein gebranntes Kind. Weil ein Arzt damals, ich war gerade 12 Jahre alt geworden, eine schwere Erkrankung bei mir übersehen hat, bzw. mich nicht richtig behandelt oder überwiesen hat, hätte mich dies fast mein Leben gekostet. Obwohl es mir 4 Wochen sehr schlecht ging, ist es weder dem Arzt, noch meinen Eltern (die mich NICHT zu den Terminen begleitet haben), aufgefallen, dass sich mein Zustand stetig verschlechtert hatte. Erst eine Ärztin im Notdienst hat die Lage erkannt und mich direkt stationär eingewiesen, wo ich direkt operiert wurde.

    Das ist der Grund, warum mein Verhältnis zu Ärzten, nachhaltig gestört ist. Beim kleinsten bisschen Unbehagen, dem Arzt gegenüber, verfalle ich in mein „kindliches Verhalten“. Trotz des Wissens hierüber, passiert es mir immer wieder.

    Liebe Grüße, Dagmar

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Danke, liebe(r) Dragonfly für Deine mitfühlenden Worte!

    Die Energie hat es mich bereits gekostet. Seit Tagen ist mein Reizdarm hyperakriv – und schwupp – wieder ein Kilo runter. 🙁

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 670

    Hi Dagmar,

    ich finde dein Bild Kaninchenschockstarre ziemlich passend und kann mich da auch teilweise wieder erkennen.

    Für jemanden, der so eine Angst jahrelang oder jahrzehntelang mit sich rum geschleppt hat ist es nicht so einfach sie abzulegen. Dass sie kontraproduktiv und oft unnötig ist, weiß man selber…

    Ich hatte als Kind nicht so schöne Zahnarzterfahrungen. Nichts wirklich traumatisches, aber es wurde nie mit mir (dem Kind) gesprochen, sondern immer nur über mich mit meinen Eltern…ich hatte dann einfach still zu sein und zu gehorchen. Das habe ich meistens auch getan.

    Aber die Panik vor dem nächsten Besuch wuchs. Ging damals soweit, dass ich sobald wir in die Nähe der Praxis kamen Gründe erfunden habe warum wir woanders lang gehen müssen, damit meine Mutter nicht auf die Idee kommen könnte, dass ich da mal hin müsste.

    Habe oft jahrelang Schmerzen ausgehalten, weil die Angst vorm Zahnarzt so groß war.
    Mein Vater dachte er könnte mich mit Abschreckung „locken“. Da kamen dann so Sachen wie: „Wenn du lange genug nicht hin gehst, dann sterben dir Gliedmaße ab…usw.!“

    Einmal bin ich beim Röntgen vom Stuhl gekippt (ohnmächtig geworden) – das hat mir der Arzt in die Rechnung geschrieben…“Ohnmacht-100DM“ – auch das hielt mir mein Vater unter die Nase (wir waren privat versichert – die Kasse hat alles gezahlt, aber Papa musste es vorstrecken) – da dachte ich dann wieder wenn jetzt was is wirds wieder teuer…wieder ein Punkt für mich NICHT hin zu gehen.

    Erst mit Mitte 20 habe ich eine Zahnarztpraxis gefunden wo ich als Person so wahrgenommen wurde, wie ich war – samt der Angst. Bei meinem ersten Termin haben wir gut 1h nur geredet… irgendwann wurde ich nervös und habe gefragt, ob wir nicht langsam zum Punkt kommen müssen. Aber der Arzt sagte erst mal bin ich wichtig als Mensch – wenn er mich kennt dann kann er irgendwann mal das Problem angehen. Er wollte wissen, warum ich diese Panik habe.

    Er hat mir dann gesagt, im Prinzip kann man so eine Angst nur überwinden, indem man regelmäßig kommt UND POSITIVE Erfahrungen macht. Das bedeutet gar nicht unbedingt, dass nix gemacht werden muss. Aber bei diesem Arzt hatte ich absolutes Vertrauen, dass er mir keinen Mist andreht; dass er mir alles gut und ausführlich erklärt und dass er in MEINEM Tempo arbeitet.

    Tja; jetzt bin ich 35 und umgezogen *g*. Nun geht die Suche nach einem guten Zahnarzt wieder los. Letztes Jahr war ich bei einer Ärztin mit sehr guten Bewertungen im Internet. Aber da werde ich freiwillig nicht mehr hingehen… die kann gut verkaufen und steht auf Heilpraktiker… sie hat weder mich samt Migräne ernst genommen, noch hat sie mich richtig und gut beraten was die Zahnsachen angeht. Vertrauen aufbauen unmöglich. Aber direkt ne Visitenkarte mitgegeben, mit der Bitte sie auf einer bestimmten HP positiv zu bewerten. *g*

    Naja; sry für den Roman. Ich wollte dir eigentlich nur vermitteln, dass du nicht alleine bist 🙂
    Und dass ich sehr gut nachvollziehen kann, dass du, wenn du beim Arzt bist nicht so mutig und schlagfertig bist wie daheim oder hier.

    Mein Mann ist da gaanz anders *g* vermutlich mag ich ihn deswegen…er sagt den Ärzten seine Meinung…ob positiv oder negativ *g* – und wenn er es mitbekommt verteidigt er mich oder geht für mich zum Arzt und geigt dem die Meinung. Was das angeht bewundere ich ihn wirklich. Und momentan schicke ich ihn immer vor…zum Zahnarzt testen *g*…wenn er ihn nicht auffrisst…dann versuche ich es auch mal *g*.

    Ich habe mal 2 Jahre Therapie gemacht, gegen die Angststörung. Die Therapie hat mir den Alltag sehr erleichtert und ich habe viel über mich gelernt. Aber bis sich jahrzehntelang erlernte Gewohnheiten abschalten lassen, dauert es sehr viel länger.

    Alles Gute dir! Ich hab leider eher ein Problem mit zu viel Gewicht *g*
    Aber zu wenig stelle ich mir schlimmer vor.

    Grüßle Daniela

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Daniela,

    mir stehen echt die Haare zu Berge, wenn ich lese, was Eltern ihren Kindern für einen Mist erzählen! So was Gemeines! Erst Schauermärchen, dann noch Schuldgefühle machen….

    Meine Eltern allerdings, haben sich so wirklich eigentlich überhaupt nicht drum gekümmert, ob oder was mit mir gewesen ist. Ich war ja immer so schön „selbstständig“. Heute weiß ich, dass das ein typisches Anzeichen ist, wenn Kinder vernachlässigt werden.

    Es gibt übrigens auch heute Ärzte, denen ich auf Augenhöhe begegnen kann. Das hängt für mich direkt mit dem Auftreten des Arztes und der Kommunikation mir gegenüber, zusammen. Aber mein Verhalten, wird durch das des Arztes direkt beeinflusst.

    Liebe Grüße, Dagmar

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Guten Abend, ihr Lieben!

    Heute hatte ich einen Termin bei einem neuen Neurologen. Dieser hat sich erst Anfang des Jahres hier neu niedergelassen. Also jung und (noch) dynamisch. 😉

    Dank Eurer guten Tipps und Ratschläge, bin ich gut vorbereitet hin. Da Bettina damals schrieb, dass ein Triptanverbot meist unbegründet ist, bat ich ihn MRT-Bilder und div. Berichte zu lesen. Vor ca. 5 Jahren, wurden alte Verkalkungen (Durchblutungsstörungen) im Stammhirnbereich gefunden. Bei Ansicht der Bilder konnte er die kleinen weißen Bereiche direkt sehen. Er hat sie mir gezeigt. Er sagte, da keiner weiß, was die Ursache ist, wie alt die sind und es nicht absehbar sei, ob etwas passieren könnte, würde er ebenfalls von Triptanen abraten.

    Er bestätigte mir aber auch, dass Topiramat für mich ungeeinet sei. Auch würde er von Betablockern bei extrem niedrigen Blutdruck abraten.

    Thema war dann Vermeidung von möglichen Auslösern. Hier steht bei mir (Emotionaler)Stress an 1. Stelle. Der lässt sich leider nicht immer ausschalten. Mein Tagesablauf ist fest durchstrukturiert. Aufstehen, Mahlzeiten, Ruhepausen, Spaziergänge, Rehasport, Gymnastik…. Hierzu sagte er, ich solle auch an Genuss und Freude denken. Hm. Da hat er mich erwischt. Steht zurzeit leider nicht auf dem Plan. Da muss ich wohl noch dran arbeiten.

    Als medikamentöse Prophylaxe würde noch ein Antidepressivum zur Verfügung stehen. Aber die möchte ich nicht. Also dann noch Entspannungstechniken anwenden, geht auch noch als Vorbeugung.

    Er sagte mir auch, dass wenn ich beim Migräneanfall Novalgin nehmem würde, ich darauf achten soll, dies nicht zu häufig zu tun. Ich berichtete ihm, dass ich außer Novalgin zurzeit nix nehme. Aber ich starte immer nur einen Versuch mit 1000 mg. Wenn die nicht helfen, lege ich keine nach.

    Alles in allem, habe ich jetzt mehr Klarheit und weniger Zweifel. Zu diesem Arzt werde ich sicher bei größeren Problemen wieder gehen.

    An Euch nochmal ein großer Dank fürs Zuhören und die guten Ratschläge!

    Liebe Grüße, Dagmar 🙂

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Liebe Dagmar,
    das klingt gut.
    Ich wünsche dir, dass du da weiterhin in guten Händen bist.

    Bei Hierzu sagte er, ich solle auch an Genuss und Freude denken. Hm. Da hat er mich erwischt. Steht zurzeit leider nicht auf dem Plan. Da muss ich wohl noch dran arbeiten. passen irgendwie die Wörter
    Genuss – Freude nicht zu muss – arbeiten
    Vielleicht mehr darf und mir nehmen oder so?

    Alles Gute dabei!!!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27813

    Liebe Dagmar,

    wie schön, dass die Chemie stimmt mit Deinem Arzt und Du jetzt endlich wieder adäquate Betreuung hast. 🙂

    Genuss sollte auf jeden Fall auch am Plan stehen und dieser sollte Dich aber auch nicht einengen, sodass keine Zeit mehr für Spontaneität mehr bleibt. Warum willst Du kein Antidepressivum einnehmen? Sie könnten sich auf Migräne und Stimmung gut auswirken. Vielleicht mal ein SSRI überlegen?

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Liebe Bettina, lieba Alchemilla,

    Deine Worte, Alchemilla, sollte ich mir wohl mal groß aufschreiben! Mehr Gelassenheit würde mir auch in vielen Bereichen gut stehen! Und Genuss müsste ich wieder fest einplanen.

    Das mit den Antidepressiva ist so eine Sache. Da ich, wie ich schon schrieb, seit vielen Jahren eine Angst- und Panikstörung, mit wiederauftretenden Depressionen habe, musste ich im Laufe der Jahre, viele Medikamente versuchen.

    Das Gewicht, dass ich in den letzten 2 Jahren abgenommen habe, hab ich vorher ja auch zugenommen. Es hat sich im Laufe der Jahre, auch wegen der Medikamente, hochgeschaukelt. Und gegen meine Ängste und Depris, hat nichts geholfen. Ich hatte immer nur, wenn überhaupt eine Wirkung eintrat, ein seltsames unwirkliches, leeres Gefühl. Als wenn mir jemand im Winter die Jacke weggenommen hätte. Sehr unangenehm. SSRI sind da mit Sicherheit auch dabei gewesen. Escitalopram hatte ich zuletzt versucht.

    Euch noch weiterhin einen schönen Abend! 🙂

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Liebe Dagmar,
    du benutzt aber schon wieder das Wort MUSS.
    Kann es nicht sein, dass dein ganzes Leben von morgens bis abends (und nachts wahrscheinlich auch) aus MUSS besteht?
    Ich weiß, wovon ich rede. Es hat mich viel Zeit gekostet, mir dessen überhaupt BEWUSST zu werden.
    Ich habe dann begonnen, mir jeden Tag eine ganze Stunde „Muss-Pause“ zu gönnen. In der Zeit achte ich darauf, was ich denn MÖCHTE und was ich MAG.
    Da musste ich lange forschen, bis mir da Dinge einfielen.
    Zuerst war es nur „im-Sessel-sitzen-und-Gedanken-beobachten“.
    Allmählich bekam ich ein Gefühl dafür, dass ich selbst dies ohne schlechtes Gewissen machen kann und ohne all die Dinge zu betrachten, die noch getan werden müssen. Danach DARF ich ja dann wieder Pflichten erfüllen.
    Neulich hatte ich einen Traum. Ich stand vor einem Forsthaus in einer Waldlichtung mit einem großen blühenden Garten drum herum. Es war weiß mit dunklem Holz und hatte ein riesiges schützenes Dach. Es sah sehr einladend und gemütlich aus. Und IM Traum dachte ich: Wahrscheinlich würde ICH wieder nur all die Dinge sehen, die getan werden müssen.
    So ist es.
    Dies als Anregung für dich.
    Liebe Grüße
    alchemilla

    Dagmar
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 16

    Hihi, Alchemilla,

    Du scheinst mich gut zu kennen! 😀

    Leider bin ich so ein „Pflichtyp“. Auch ein ziemlicher Kleinlichkeitenkrämer und dann und wann auch – ein Korinthenkacker. 🙁

    Oft beneide ich Menschen, die einfach mal Fünfe gerade sein lassen können.

    Es fängt ja schon damit an, dass ich mich nicht traue, zu genießen. Es hängt damit zusammen, dass ich seit 5 Jahren berentet bin. Seit 1 1/2 Jahren auf Dauer.

    Mir gehen solche Sachen durch den Kopf, z. B. wenn ich mal zum Feiern rausgehe und mich eine Sprechstundenhilfe meiner Hausärztin sieht, könnte sie denken, wenn ich bei Frau Doktor über Schmerzen, Ängste und Stimmungstiefs spreche, dann würde ich simulieren. Ich glaube, ich denke innerlich selbst, es stünde mir nicht zu.

    Dieses Problem habe ich auch schon mit meiner Therapeutin thematisiert. Aber meine innere Einstellung hierzu, hat sich leider noch nicht verfestigt. Meine Beschwerden haben sich ja über viele Jahre aufgebaut. Viele Jahre hab ich dies nicht ausreichend gewürdigt und nicht für mich gesorgt. Langsam wird es Zeit damit anzufangen.

    Liebe Grüße

    Dagmar

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3971

    Hallo, Dagmar,
    das kann ich mir lebhaft vorstellen.
    Du bist aus gesundheitlichen Gründen in Rente und da sagt dir dein Unterbewusstsein, dass du dann auch krank sein MUSST und dass du nicht feiern und Freude haben und genießen darfst.
    Und alle Vernunftgründe sind nur im Bewusstsein aktiv und das Unterbewusstsein ist immer stärker. Vor allem weil dies auch über die Gefühle regiert.
    Vielleicht lässt es sich überzeugen, wenn der Rat deines neuen Arztes als VERSCHREIBUNG aufgefasst wird. Und wenn du es dir zur Pflicht machst, täglich deine Aktionen in Sachen Freude und Genuss protokollierst.
    Wenn du einen Kopfschmerzkalender für den Neurologen führst, dann muss eine dicke Spalte „Freude und Genuss“ eingefügt werden, denn dann MUSST du es tatsächlich und ich nehme meine vorherigen Appelle zurück.

    Habe einen SCHÖNEN Resttag ! ! ! !

    LG
    alchemilla

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