Dauerhaft Kopfschmerz seit 20.8.2019 (Steppenwölfin)

Ansicht von 30 Beiträgen - 31 bis 60 (von insgesamt 61)
  • Autor
    Beiträge
  • Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28677

    Liebe Steppenwölfin,

    ja, ich habe es lieb gemeint und weil Du schon so am Ende bist mit allem, hast Du auch keine weitere Zeit zu verlieren. Du hast keine Kraft mehr und solltest Dich daher zielgerichtet auf sinnvolle Therapieoptionen konzentrieren.

    wenn ich dir sage, dass ich bereits beim Neurochirurgen gewesen bin und er keine Indikation zu anderen Mitteln (OP) sieht, die Akupunktur von der schulmedizinisch arbeitenden OrthopädIn und Schmerztherapeutin (aus der Liste hier) angeraten wurde, und der Tinnitus in den medizinischen Leitlinien zu HNO standardmäßig mit Infusionen behandelt wird (die die Kasse eben nicht mehr finanziert).

    Soll das heißen, dass der Neurochirurg zur OP rät? Kann das aus der Ausführung leider nicht herauslesen.

    Dass Dir Akupunktur vom Mediziner (Schulmedizin ist ein Kampfbegriff der Homöopathen, den zumindest ich nicht gebrauche) angeraten wurde, ist bitter. Es gibt keine überzeugenden Studien, die über den Placeboeffekt hinausgehen. Manchmal ist es leider auch so, dass Ärzte Patienten „irgendwas“ anbieten, damit sie dem Patienten, der Therapien einfordert, etwas an die Hand geben können. Oder es soll halt verdient werden am Patienten, noch bitterer.

    Was ist denn in den Infusionen, die Du beim HNO erhältst? Außer Kortison ganz zu Beginn macht sonst nichts Sinn.

    So, alles Schulmediziner! Physiotherapeutin: Schulmedizin!

    Schulmedizin existiert nicht. Es existiert ja auch keine Schulmathematik, Schulphysik, Schulchemie … 😉

    Aber wer den Schaden hat, braucht für den Spott ja offensichtlich nicht zu sorgen.

    Hier spottet niemand, dafür ist uns unsere Freizeit zu schade und wir sind keine Sadisten. In Headbook wird seit über einem Jahrzehnt ehrenamtlich fast rund um die Uhr evidenzbasiert beraten. Das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben und möchten eben verhindern, dass kranke Menschen mit unwirksamen Verfahren abgezockt werden.

    Und mit ganzheitlich meine ich nicht etwa ausschließlich die Therapieformen, welche nicht von den Kassen übernommen werden, sondern einfach Menschen, die über ihre eigene Fachmedizin hinaus den Körper mit den anderen Fach Medizinern zusammenhängend betrachten!

    Und genau diesen ganzheitlichen Blick können nur Ärzte auf den Menschen haben. Idealerweise arbeiten sie interdisziplinär mit anderen Fachgruppen zusammen und überlegen gemeinsam einen Weg für alle Beschwerden, die der Patient hat. So die Theorie, in der Praxis klappt das leider nicht immer. Auch ich musste einige (zum Glück nur wenige) Ärzte ausprobieren, bis ich optimal aufgehoben war. Was nichts taugt, wird aussortiert. Das gilt bei mir auch für Behandler welcher Art auch immer.

    Das heißt für mich ganzheitlich. Und ich finde es etwas anmaßend, die Verantwortung über meine Falschbehandlung, die offensichtlich die ganze Zeit stattfindet, mir zuzuschreiben. Ich habe keinen Rat der Ärzte nicht befolgt.

    Nein, das ist nicht anmaßend, sondern sorgend. Aber – und das ist sehr wichtig -, man muss auch Verantwortung für sich selbst übernehmen. Wenn „so viele Ärzte“ anscheinend nicht passend sind, dann bist Du vielleicht zu kritisch? Oder hast andere Vorstellungen von einer Behandlung? Vielleicht liegt da ja auch ein klein wenig der Fehler an Dir selbst? Ist mir übrigens auch schon mal passiert vor langer Zeit.

    Und nur weil hier viele Migräne haben und diese für ihre Schmerzen verantwortlich sind, muss es auch nicht heißen, dass das bei mir so ist.

    Wie kommst Du darauf, dass Migränepatienten für ihre Schmerzen verantwortlich sind? 🤔 Niemand ist schuld an seinen Schmerzen, das ist Tatsache. Nur alternative Heiler aller Couleur arbeiten mit dem Schuldprinzip und machen den Kranken damit auch noch ein schlechtes Gewissen.

    Wohl aber ist man für sich selbst verantwortlich und wie Prof. Göbel immer rät: Man soll sein eigener Anwalt werden/sein.

    Aber tatsächlich finde ich auch, dass die Neurologin viel zu wenig diagnostiziert hat und sich viel zu wenig mit meiner Migräne beschäftigt hat. Aber was soll man bitte schön machen, wenn man immer flux mit dem Besen aus den behandlungs Zimmern gekehrt wird … nach dem zweiten Satz hören die Ärzte eh meist schon auf zuzuhören.

    Das wiederum ist mir zu undifferenziert, da Du alle Ärzte (bezieht sich auch auf Deinen Text oben) über einen Kamm scherst und ihnen Kompetenz und Einfühlungsvermögen absprichst. Es kann nicht sein, dass Du immer nur an unfähige Leute gerätst.

    WEnn ich selber genügend medizinisches Wissen hätte, um eigene Behandlungsansätze vorzuschlagen, wäre ich Medizinerin geworden und hätte diese Problematik nicht!! Aber ich bin Patientin!

    Und genau deshalb hast Du auch das Recht auf die bestmögliche Betreuung. Aber gib dem ein oder anderen Arzt auch eine faire und notfalls vielleicht auch eine zweite Chance?

    Ich kann im Moment ECHT keine Vorwürfe gebrauchen… für alle diejenigen, die GGF. noch welche auf Lager haben: bitte nicht!

    Sorry, zu spät gelesen und alles schon geschrieben. 😉

    Und nun mal Butter bei die Fische, wie man hier oben im Norden so schön sagt. 😀 Es gibt Hilfe – auch für Dich. Die findest Du aber nicht bei Behandlern, die Akupunktur, irgendwelche Infusionen, Reizstrom, Osteopathie & Co. anbieten. Das ist Zeit- und Geldverschwendung und meist auch nicht leitliniengerecht. Idealerweise bräuchtest Du eine Neurologin/einen Neurologen, mit der/dem Du persönlich gut zurecht kommst. Wenn das mit dieser Neurologin nicht klappt, dann wechsle. Dann muss die Zusammenarbeit mit dem Neurochirurgen (mich würde noch brennend interessieren, ob er zur OP rät) gut klappen und gemeinsam muss für Dich eine vernünftige Behandlung erarbeitet werden. Auf Basis der Evidenz, denn Du hast genug Zeit verloren.

    Ich habe jetzt gut 20 Minuten an diesem Beitrag geschrieben. An einem Montagnachmittag, an dem mein Schreibtisch überquillt und ich einige Termine wieder nicht schaffe. Ich mache das nicht, um Dich zu ärgern oder Dir Vorwürfe zu machen. Nein, ich möchte Dir helfen, daher habe ich mir die Zeit für Dich genommen. Sei also bitte auch gnädig mit mir. 🥰

    Liebe Grüße
    Bettina

    Steppenwölfin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 26

    Ein ganz liebes Hallo an das Forum! 💖🌻

    Einige Tage habe ich jetzt nun nicht hier rein geschaut, auch weil ich ein wenig ängstlich war, das meine wütende Reaktion nun dazu führt, dass mir keiner mehr zuhört. ,:-(

    Ich habe etwas überreagiert. Und ja, ich habe mich missverstanden gefühlt, und das als Vorwurf empfunden, obwohl Bettina Recht hat.

    Es ist auch richtig, darauf hinzuweisen, vorgeschlagene IGeL-Leistungen sehr gut abzuwägen.

    Und nachdem ich die erste Wut habe verrauchen lassen😉, habe ich mich noch mal an die evidenzbasierten Studien zu den Cortison basierten und gefäßerweiternden Infusionen (IGeL-Leistung) gegen Tinnitus gesetzt, die die Kasse nicht übernimmt, weil sie eben keine signifikante Besserung erbringen (im Vergleich zum Placebo) und habe infolge meiner Recherchen-Ergebnisse alle Infusionststermine abgesagt.

    Der Tinnitus ist noch immer da, aber immerhin gibt es keine negativen Nebenwirkungen von irgendwelchen Medikamenten, die nicht nachweislich helfen und mich dazu noch arm machen.

    Das gleiche habe ich mit den Akupunkturterminen gemacht.

    Aber nicht nur, weil es IGeL-Leistungen sind, sondern auch, weil die Orthopädin sich sonst überhaupt nicht um andere Therapieformen gekümmert hat.

    Und das kann nicht sein, dass man mich mit der Aussicht auf Akupunktur in 6 Wochen (1. Termin wäre erst Mitte Januar gewesen) ohne wirksame Schmerzmittel und keine andere Behandlung (außer Reizstrom) nach Hause schickt und in Skiurlaub fährt … Und das vor Weihnachten!!!!

    Zudem nach den wirkungslosen Interventionen, die die Hypothese Wirbelblockade als Hintergrundsdiagnose hatten, sehr nahe liegt, dass das Problem nicht hauptsächlich im orthopädischen Bereich liegt.

    Inzwischen wirken alle NSAR Schmerzmittel nicht mehr gegen meinen Schmerz.

    Ich habe aber auch alle Schmerzmittel abgesetzt. Als totales Notfallmittel habe ich von meinem Allgemeinarzt, den ich zwar nicht wirklich leiden kann, und der auch nur die Vertretung meiner eigentlichen Hausärztin ist, Tilidin bekommen.

    Das ist nur eine Notfallmedikation für mich, falls ich es über die Feiertage überhaupt nicht mehr aushalte. Ich habe sehr große Angst vor den Feiertagen (hab keine Familie).

    Bisher war noch kein Termin bei einer Neurologin oder anderen Internistischen Praxis zu erwirken.

    Jetzt vor den Feiertagen lässt sich sowieso kaum mehr was arrangieren.

    Ich habe das Schmerzzentrum in Kassel gefunden, was ähnlich wie die Klinik in Kiel, ein multimodales Schmerztherapie-Programm anbietet und -wie sie mir am Telefon sagten- auch noch mal interdisziplinäre Diagnostik.

    Der Allgemeinarzt der meine Ärztin vertritt ( die hat zwei Kinder und ist glaube ich auch selbst ein bisschen krank und deswegen kaum mehr in der Praxis) ist nicht ganz überzeugt, möchte das ganze eher auf die Psyche schieben, und hat jetzt einfach mal vorgeschlagen, mich mit Cortison durchzuspülen. Ich werde ihn heute noch mal genau fragen, warum er das denn machen will und ihn bitten, mich in dieser Klinik anzumelden. Vielleicht Frage ich ihn auch nochmal, ob ich Triptane Mal ausprobieren sollte/ könnte.

    Meine Vermutung ist, dass er eine Vermutung hatte, dass ich eine Gefäßerkrankung (riesen Zell aritiitis) habe. Die wäre aber mit einer einer gesunden Blutsenkung unwahrscheinlich.

    Überhaupt sind meine Blutwerte alle in Ordnung:

    Der Entzündungswert CRP ist in Ordnung (kleiner als 0,5 mh/dl), die Blutsenkung liegt bei 2 mm der 1-std.-wert, es ist eine Borrelien Testung gemacht worden, die ist negativ ausgefallen.

    Das einzige, was auffällt ist, dass Kalium an der unteren Grenze liegt (Kalium: 3,5 mmol/l bei Referenzbereich 3.4-5.1 Plasma, 3.6-5,4 serum).

    Und der Kreatininwert ist an der oberen Grenze 0,8 mg pro DL (Referenzbereich bis 0.9).

    Die Kopfschmerzen sind weiterhin da und ich habe nun am Ende meiner meines einwöchigen Urlaubes (indem ich nur mit Arztterminen beschäftigt war und in der es mir total beschissen ging) beschlossen, dass ich mich für nächste Woche krankschreiben lasse. Ich bin nicht arbeitsfähig, auch wenn mir kein Bein abgenommen wurde. 😖

    Inzwischen bin ich so dünnhäutig, dass ich Autoschlüssel und oder Portemonnaie und Führerschein vergesse und ähnliche Sachen.

    Aber das ist ja auch verständlich!

    Wenn man immer über eine bestimmte Hautstelle streicht, ist die irgendwann wund. So ist das mit Schmerzen auch.

    Weiß jemand einen ansprechbaren Arzt in der Region Osthessen Fulda Frankfurt, Hanau, Bad Kissingen?

    Ich habe jetzt Kontakt aufgenommen zu einer Kopfschmerz-Selbsthilfegruppe.

    Die Frau, mit der ich gesprochen habe am Telefon, war sehr freundlich und hat mir gesagt, dass es möglich ist, auch mit dauerhaften Schmerzen ein Leben zu führen.

    Sie erzählte, dass sie tatsächlich seit der Kindheit Migräne hat und heute „nur“ noch 15 Tage im Monat Kopfschmerzen hat. Ich war total schockiert, weil es mir ja bisher so gut ging. Vielleicht muss ich mich einfach auch an den Gedanken gewöhnen, dass ich’s jetzt 46 Jahre gut hatte mit dem Kopf und jetzt eben vielleicht eine chronische Schmerzstörung/ und oder chronische Migräne entwickelt habe. Aber ich werde nicht aufhören, an den Ursachen dranzubleiben und auch noch mal zu einem spezialisierten Arzt zu gehen.

    Nächste Woche werde ich noch mal die Augen checken lassen, weil meine Kopfschmerzen mit starken Augenschmerzen/ Augendruck und Augenbrennen verbunden sind. Ich habe die heimliche Hoffnung, dass er eine einfache Alters-Weitsichtigkeit feststellt, mir eine Brille verschreibt, und alle Kopfschmerzen nach einer Woche weg sind…🙈😜… lach, das ist natürlich eine sehr naive Hoffnung.

    Vielen lieben Dank auf jeden Fall nochmals für die sehr verständnisvollen und ermutigenden Worte, und dafür dass ihr zuhört und euch mitfühlend widmet!!! Auch Dir liebe Bettina, ich habe es in den falschen Hals bekommen, in den, der von den Dauerschmerzen ganz wund ist 😖

    Sich hier anvertrauen zu können und Rat zu holen tut sehr gut, denn die meisten Leute können das gar nicht verstehen. Die meisten sind -wenn man von Krankheit und Schmerz spricht- ja eh ganz schnell weg.

    So, nun genug geschrieben!!!

    Liebe Grüße 🌻🙋🌠

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7762

    Ein ganz liebes Hallo zurück 👍😊🍀

    Hast du schon mal nach Ärzten gesucht? Rechts ganz unten gibt es die Schmerztherapeutenliste, und auch bei der DMKG findest du einige in deiner Gegend, die sich mit Kopfschmerzen auskennen sollten, oder es zumindest meinen 😉. Darum schon bei der Anmeldung konkret nach der Ausrichtung fragen. Und auch mal bei Jameda und Co. und auf den Homepages der Ärzte ein bisschen stöbern.

    Gut, dass du den ganzen unsinnigen Quatsch abgesagt hast. Und ja, man kann, wie ich auch seit der ganz frühen Kindheit und heute noch, mit so vielen Migränetagen leben. Ist vielleicht etwas einfacher, wenn man sich nicht ohne kennt, weil es sooo früh angefangen hat.

    Alles Liebe,
    Julia

    P.S. Tinnitus muss nicht bleiben, meiner kommt und geht, und das auch noch in immer wechselnder Stärke.

    Steppenwölfin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 26

    Danke Julia, für die Info, dass der Tinnitus durchaus weg gehen kann. 😊 …

    Jameda vertraue ich nicht mehr so richtig, seit ich selbst mitbekommen habe, wie negative Erfahrungsberichte gelöscht werden und auch einmal eine sehr kritische und seriös recherchierte Dokumentation über das Geschäft mit den Bewertungen gesehen habe. Aber man kann anhand der Homepagen schon viel ablesen. Kiel und Königstein scheinen sehr gut aufgestellt und DIE Experten zu sein.

    Eine Freundin schlug vor, ich solle mich vom Hausarzt noch vor Weihnachten in eine Klinik einweisen lassen. Zur weiteren Diagnostik fände ich das super, weil dann auch nicht so viel Zeit zwischen den Terminen vergeht und alle an einem Strang ziehen. Natürlich würde ich mich auch über Behandlungen freuen, die Schmerzlinderung möglich machen und über Menschen, denen es genauso ergeht.

    Aber wahrscheinlich geht das nicht so schnell, richtig?

    Hab gleich noch einen Termin beim Hausarzt und wollte es auf jeden Fall ansprechen.

    Viele Grüße 🌻

    P.s. wow, seit der Kindheit Migräne 😨… Respekt vor allen, die schon seit Jahrzehnten ihr Leben erfolgreich meistern mit so einem Höllenzustand 😵

    Steppenwölfin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 26

    Hallo liebe Bettina!

    Deinen ausführlichen Beitrag habe ich jetzt erst nach meiner letzten Antwort gelesen. Und natürlich wollte ich darauf eingehen 😊😊
    … UND DANKE, DASS DU DIR DIE ZEIT FÜR MICH NIMMST! !! 🌻🌷💐</