Erenumab (LieseAnne)

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  • LieseAnne
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    Hallo in die Gruppe,
    ich warte auch schon sehnsüchtig auf die Zulassung von Erenumab. Ich habe 12 bis 16 (manchmal mehr) Migräneattacken im Monat, die sich in der Regel mit Sumatriptan gut behandeln lassen. Seit über 9 Jahren nehme ich zur Prophylaxe Betablocker, die zwar nicht die Häufigkeit, dafür aber die Stärke der Attacken positiv beeinflusst haben. Auf Anraten eines Arztes (Migränesprechstunde in einer Klinik in HH) habe ich die Betablocker zwischenzeitlich kurz abgesetzt, aber die Attacken wurden dann sofort wieder so heftig, dass die Triptane öfters nicht geholfen haben.

    Insgesamt komme ich mit den Triptanen gut klar, mache mir nur Sorgen wegen der Menge und möchte deswegen gerne Erenumab ausprobieren. Mein Neurologe sagt, ich solle jetzt erstmal Flunarizin ausprobieren, was ich seit einer Woche mache. Da ich Sorge habe, dass es mir nicht ausreichend hilft, nehme ich auf sein Anraten hin weiter Betablocker. Das Flunarizin macht mich auch müder, was für mich ein großer Nachteil ist, da ich meistens in den Morgenstunden ein Triptan nehmen muss. Jetzt werde ich erst wach, wenn die Migräne schon ziemlich heftig ist und es dauert länger, bis die Wirkung des Triptans einsetzt.

    Hier im Forum habe ich jetzt gelesen, dass die Wirkung von Flunarizin erst nach 6 Monaten einsetzt. Eine lange Zeit. Mein Neurologe meinte zu mir, ich müsste mind. drei andere Prophylaxe Medikamente ausprobiert haben, bevor er mir Erenumab verschreiben könnte. Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich schon ein Antidepressivum erfolglos versucht: keine Veränderungen der Migränehäufigkeit, dafür aber durch den auch hier tieferen Schlaf eine Triptaneinname erst wenn der Schmerz schon ziemlich heftig war.
    Ich habe die Migräne inzwischen über 35 Jahre. Die Häufigkeit hat mit den Triptanen zugenommen, aber die Triptane haben mein Leben wieder lebenswert gemacht.

    Da ich insgesamt mit den Triptanen gut klar komme und meine Migräne mich in der Regel morgens „nur“ ca. 3 bis 4 Stunden ärgert, frage ich mich immer, ob es überhaupt Sinn macht, Flunarizin zusätzlich auszuprobieren. Sind die Nebenwirkungen von Flunarizin „besser“ als von Erenumab? Freue mich über Eure Rückmeldungen. Liebe Grüße

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5597

    Liebe LieseAnne,

    herzlich willkommen in Headbook!

    Wie oft behandelst du denn deine häufigen Migräneattacken mit Triptanen? Kennst du die 10-/20-Regel, die besagt, dass man nur an max. 10 Tagen pro Monat Triptane und Schmerzmittel nehmen sollte? Wie machst du das mit den übrigen Tagen?
    Wenn du davon sprichst, dass dich die Migräne morgens nur 3-4 Stunden ärgert, wirkt dann dein Triptan oder hast du manchmal sehr kurze Attacken, die dann bereits wieder vorbei sind?

    Das ist ja erfreulich, dass dein Betablocker die Intensität der Attacken etwas abmildert.

    Das kann man so nicht sagen, dass das Flunarizin erst nach 6 Monaten wirkt. Medikamentöse Prophylaxen wirken schon viel früher, doch wenn man anfangs nicht gleich eine positive Wirkung spürt, sollte man das Medikament trotzdem etliche Wochen weiternehmen, um beurteilen zu können, ob nicht doch noch eine Wirkung einsetzt. Bricht man zu früh ab, kann man das nicht beurteilen.
    Leider setzen Nebenwirkungen manchmal sofort ein, diese können aber auch wieder schwächer werden oder ganz verschwinden im Verlauf der Einnahme. Man sollte also eine gewisse Zeit durchhalten und nicht zu früh absetzen, ansonsten verpasst man vielleicht eine hilfreiche Chance.

    Mir hat ein Arzt mal gesagt, dass ich das Flunarizin mindestens 6 Monate lang nehmen sollte, um die Wirkung umfassend beurteilen zu können. Gewirkt hat es bei mir jedoch schon nach wenigen Tagen.

    Nebenwirkungen können sehr unterschiedlich sein, wir alle reagieren sehr individuell auf Medikamente. Von daher ist es schwierig, genaue Aussagen zu treffen. Manche spüren bei Flunarizin überhaupt keine Nebenwirkungen, andere dagegen fühlen sich fast nur noch im Tiefschlaf 😉 , und zwischen diesen beiden Extremen befindet sich die ganze restliche Bandbreite von Wahrnehmungen.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monate, 3 Wochen von  heika.
    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27786

    Willkommen in der Gruppe, liebe LieseAnne. 🙂

    Erenumab ist doch bereits zugelassen. 😉 Nun geht es aber noch darum, ob ein Arzt es verschreiben will oder nicht. Es bestehen noch viele Unklarheiten, daher halten sich manche Ärzte noch zurück. Ist auch verständlich.

    Es ist vorgeschrieben, dass man folgende Prophylaxen bereits versucht haben muss, bevor der Arzt Aimovig verschreiben darf:

    Betablocker (Metoprolol oder Propranolol)
    Topiramat
    Flunarizin
    Amitriptylin
    Valproinsäure
    Botox (sofern chronische Migräne besteht)

    Hier im Forum habe ich jetzt gelesen, dass die Wirkung von Flunarizin erst nach 6 Monaten einsetzt.

    Das ist ein Irrtum, die Wirkung setzt – wenn man darauf anspricht – nach spätestens drei Monaten ein.

    Versuche es doch mal, vielleicht wirkt es ja gut bei guter Verträglichkeit. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 674

    Hallo Bettina,

    leider weiß ich nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber es gibt doch einen Unterschied, wie viele Prophylaxen man erfolgreich getestet haben muss – je nachdem, ob man chronische oder episodische Migräne hat?

    —–

    Hallo LieseAnne,

    ich wach auch manchmal morgens mit schon starken Schmerzen auf (oder nachts). Dann dauert es bei mir – wie bei Dir – länger, bis die Triptane wirken. Vielleicht könntest Du probieren, abends Vomex zu nehmen? (Aber natürlich nicht jeden Abend!)

    Wenn ich spätestens gegen 20 Uhr abends 100 mg Vomex nehme, komme ich morgens auch dennoch gut aus dem Bett. So könntest Du vielleicht die Migräne erst später bekommen (wenn Du Sie derzeit eh fast täglich hast) – also, wenn sie sich „anschleicht“ – und dann wirken die Triptane wahrscheinlich auch schneller.

    Wenn ich Vomex nehme, werde ich nach ca. 30 Min. sehr müde und muss mich meist hinlegen und schlafe dann mehrere Stunden am Stück bzw. abends dann in der Regel durch bis zum nächsten Morgen. (Autofahren könnte ich damit z. B. auf keinen Fall!!)

    Viele Grüße
    Susisonne

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 228

    Liebe susisonne,
    steht da bei Bettina, bei chronischer Migräne wird zusätzlich Botox erwartet.
    LG lili

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 674

    Hallo,

    ich habe gerade noch mal recherchiert.

    Bei der Migräneliga steht es ein wenig anders. (Ich hoffe, der Begriff „Migräneliga“ ist O.K.)
    Hier wird Topimarat und Valproinsäure in eine Wirkstoffklasse eingeordnet (Antiepileptika). Soweit ich weiß, ist Valproinsäure nicht zwingend.

    Viele Grüße
    Susisonne

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monate, 2 Wochen von  susisonne.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Leider ist Valproinsäure mit auf der Liste, was im Grunde unmöglich ist. Ich hatte es nie genommen, so wie viele andere auch. Das Nebenwirkungsprofil hatte mich immer abgeschreckt. Aber die Liste, die ich oben eingestellt hatte, ist leider im Moment „aktuell“. Wobei bei der Valproinsäure noch geklärt wird, inwieweit sie tatsächlich dann Gegenstand der eingeschränkten Erstattung sein wird.

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