Es muss sich was ändern – nur wie?? Die Schmerzen und ich (Couragelda)

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  • couragelda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 162

    Bin neu im Forum, 50 Jahre, seit 20 Jahren Migräne ohne Aura. Anfangs immer zur Regel und leichte bis mittelschwere Migräne. Rechte Seite, linke Seite, rechte Seite und mit Tabletten in den Griff bekommen – mal mehr, mal weniger.

    Seit Ende 2011 „andere “ Schmerzen, die vom Nacken ausgehen, die ganz schnell nach oben kriechen, sich verzweigen und mich dann komplett lahmlegen. Wie Stecker raus von jetzt auf gleich. Antriebslos, lahm, mag nichts mehr tun, keine Freude mehr, pure Verzweiflung. Immer Angst im Job auszufallen, wenn schöne Dinge anstehen, nicht dabeisein zu können, Verabredungen absagen zu müssen.

    Lebe im Schongang unter meiner ständigen Selbstbeobachtung. Leichtes Ziehen im Nacken (geht es wieder los?), bin meist nur noch müde und extrem kaputt.

    Seit 2011 mehrere Kurzaufenthalte in der Notaufnahme, weil die Schmerzen so schlimm waren. Medikation (Paracetamol i.V, ; Novagin i.V, Maxalt unter die Zunge legen oder auch eine Kortisoninfusion zur Schmerzunterbrechung.

    Gerade aus Neurologie entlassen (EEG und MRT o.B.), Aufenthalt in Kiel brachte nicht den erwünschten Erfolg.
    Schreibe Kopfschmerztagebuch, aber es lassen sich keine Muster ableiten.

    Bin verzweifelt, traurig, weine oft und könnt mich einfach nur in die Ecke schmeißen.

    Bisher kann ich auch nur mit wenigen darüber reden, die das verstehen. Oft kommt dann nur, hast du es mal mit. xx probiert. Jaaaaa, hab ich, Osteopathie, Schwimmen, Meditieren etc.

    Freu mich über einen Austausch

    Couragelda

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Couragelda,

    schön, daß du jetzt im richtigen Forum gelandet bist. 😉
    Noch einmal herzlich willkommen! 🙂

    Eines kann ich dir ganz bestimmt versprechen. Verständnis wirst du hier finden und das ist ja manchmal schon sehr viel wert wenn man sich so traurig und verzweifelt wie du fühlst.

    Diese „anderen“ Schmerzen, gibt es da eine Diagnose oder ist es auch Migräne. Sprich: behandelst du dann mit Triptanen ?

    In Kiel bist du ja wahrscheinlich auf eine Prophylaxe eingestellt worden. Nimmst du irgendwelche Medikamente zur Prophylaxe?

    Es gibt hier die verschiedenesten Foren zu allen Themen rund um die Migräne. Hast du schon ein wenig herumgelesen?
    Welches sind die Themen, die du vorrangig mit uns besprechen möchtest?

    Viele liebe Grüße
    Ulrike

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5702

    Liebe Couragelda,

    herzlich willkommen in unserem Forum!

    Wie viele Migränetage im Monat hast du denn? Und hast du ein gut wirksames Triptan? Es gibt leider immer mal wieder Monsterattacken, wo nichts mehr hilft, du landest dann wohl in der Notfaufnahme, aber ich meine jetzt die Behandlung der ganz „normalen“ Attacken, bei denen eine gut wirksame Medikation dafür sorgen kann, dass man doch irgendwie den Alltag bewältigt.

    Ein wichtiger Schritt in der Akzeptanz der Erkrankung ist für mich persönlich gewesen, mich darauf einzustellen, dass vieles nicht mehr geht oder vielleicht nur eingeschränkt geht.
    Und ich habe meine Perspektive gewechselt: Ich halte mir bewusst vor Augen und bin dankbar dafür, wenn ich meine Arbeit normal erledigen konnte, wenn ich bei einem Fest dabei sein konnte, wenn ich Termine ohne Probleme wahrnehmen konnte.

    In großen Frustphasen hat man nämlich oft die Wahrnehmung, dass man NICHTS mehr machen kann, was aber so meistens nicht stimmt. Den Vergleich mit völlig gesunden Menschen, die unbeschwert und voller Energie vor sich hin leben können, sollte man am besten nicht anstellen, denn das erhöht den Frust nur.

    Es ist wirklich nicht einfach, ich weiß…

    Lieber Gruß
    Heika

    couragelda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 162

    Danke Euch beiden für Eure Antworten und die Anteilnahme.

    Die „anderen“ Schmerzen sind auch als Migräne diagnostiziert worden. Vorher diesen Schmerzen kam ich so einigermaßen klar, ich wußte woran ich mit den Schmerzen war. Und ich war auch nicht so dünnhäutig wie heute.
    Mittlerweile laufe ich unter chronischer Migräne.
    Propyhlaxe habe ich in Kiel versucht: Mirtazapin, musste ich aber zu Hause wieder absetzen, da ich nur benebelt war und irgendwie ein zweites Ich hatte. Somit leider wieder alles von vorn.

    Nun soll es Amitrip. sein, das soll ja Wunder wirken. Habe damit im Krankenhaus mit 25 mg begonnen, war wie weggeschossen am nächsten Tag. Dann als Einstieg 10 mg, bin aber immer noch müüüüüüüüde und kann kaum aus den Augen gucken.

    Möchte noch erwähnen, dass ich auch Panikattacken hatte, deshalb Citalopram genommen habe. Nun aber nach 2 Jahren ausgeschlichen, weil Citalo + Amitrip sich nicht so vertragen sollen, Serotoninsyndrom oder QT.. irgendwas war da.

    Manchmal weiß ich auch gar nicht, ist es eine Migräne oder nicht, weil mir dabei nicht immer übel ist.

    Wie gesagt, früher konnte ich alles besser deuten, da war noch Verlass auf die Attacke… jetzt weiß ich es manchmal nicht.

    Kennt Ihr auch die Vorboten? Dieses undefinierbare Etwas, was über einem wabert bevor es losgeht?

    Couragelda

    Maestra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 217

    Hallo Couragelda. 🙂

    Ja, ich kenne das auch. Man hat irgendwie das Gefühl, irgendwas stimmt nicht. Ich nenne es „Kopf“. Wenn ich „Kopf“ habe, heißt das noch lange nicht, dass ich damit Kopfschmerzen meine. Es ist irgendwie diffus, man kann es nicht erfassen … und dann kommt der Holzhammer.

    Die Migräne, wie du sie beschreibst (mit Nackenbeteiligung etc) habe ich auch. Und auch mir fehlt die Übelkeit. Das zusammen ergibt ein nicht schlüssiges Krankheitsbild für die Ärzte. Ich bin gut 20 Jahre auf alles Mögliche behandelt worden, nur nicht auf Migräne. 🙁

    Nun weiß ich aber inzwischen ziemlich sicher, dass es Migräne ist. Denn Triptane helfen NUR bei Mig und sonst nichts. Da hatte mein Hausarzt tatsächlich mal eine gute Idee.

    Amitriptylin nehme ich nun auch. Und JA, ich konnte genau wie du bei der Eindosierung kaum aus den Augen gucken. Ich war in der ersten Zeit echt völlig balla im Kopp.

    Aber das hört auf, versprochen. Versuch es. Mir hat es scheinbar geholfen. Im Juni hatte ich noch 24 Tage Kopfschmerzen, im Juli nur noch 14 Tage. 🙂 Die Nackenbeteiligung (ich hatte TÄGLICH so ein Ziehen vom Nacken bis ins Gesicht) hat extrem nachgelassen. Öh, eigentlich ist es weg und taucht nur noch auf, wenn ich diese rechtsseitige Migräne hab.

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich hoffe, dass sich die Attackenanzahl noch weiter reduziert, das wäre toll. Dir wünsche ich das auch!

    lg
    Maestra

    Ullibeere
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 127

    Liebe Couragelda 🙂
    Schön, dass du nun hier bist.
    Mir haben die Triptane sehr viel Angst vor der Migräne genommen, ich habe im Monat zwischen 15-20 mal Migräne und an 2 Tagen davon helfen die Triptane mal nicht.
    Hast du schon mal Triptane ausprobiert?
    Nun bist du hier bei headbook und wirst noch viele liebe Menschen kennenlernen.
    Liebe Grüsse Ullibeere 🙂

    couragelda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 162

    Das tut gut, dass ich damit nicht allein bin, jemand diese Andeutungen versteht.

    Ich will dem Leben nicht nur den Schmerzen widmen. Aber wenn die und die depressiven Phasen Überhand nehmen, dann ist das schwer.

    Bin ein sehr kontrollierter Mensch, selbst im Schmerz kann ich ganz schwer loslassen. Frage mich dann, warum jetzt, was hab ich gegessen, getrunken, gemacht. Wenn ich Mittel nehme, so wie jetzt das Amiptrip. dann schaue ich in mich rein + denke, warum zum Teufel bin ich nur so müde, dass ich im Stehen einschlafen könnte.
    Habe so gar keine Kontrolle mehr über meinen Körper und seine Reaktionen.

    Aber auch mal was Positives: Hab nen super Internisten, der mich gut kennt. Nun bin ich nur auf der Suche nach einem Schmerzarzt, den man auch mal eben anrufen könnte und der Notfallmäßig was macht. Ohne drei Monate Wartezeit oder so. Habe einen Neurologen gehabt, den man nie erreichen konnte, wenn mal was war.

    Liebe Grüße an euch – und danke!

    Tini
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 73

    Liebe Courgelda,

    mir geht es ebenso wie dir! Ich hab seit 30 Jahren Migräne, alles fing ganz harmlos mit ein mal monatl. Migräne zur Periode, dann häufte sich das ganze, mittlerweile bin ich bei 15 Migränetage und ca. 10 weiteren Tagen mit halbseitigen leichten Kopfschmerzen und heftigsten Nackenschmerzen.

    Oft bekomme ich ganz diffuse Schmerzen im Kopf, es fühlt sich an wie ein Gewitter im Kopf. Dann schlägt der Hammer zu mit heftigstem Gepoche!!!
    Zusätzlich noch heftigste Nackenschmerzen.

    Bis vor einem Jahr hatte ich auch kaum Übelkeit bei den Attacken, das hat sich aber jetzt geändert – mir ist teilweise sowas von übel, den ganzen Tag ist mit mir nichts mehr anzufangen.

    Demnächst erhalte ich meinen Termin in der Schmerzklinik Kiel, darauf freue ich mich sehr!!

    Also wie du siehst, du bist nicht alleine!!

    Liebe Grüße
    Tini

    couragelda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 162

    Hallo Tini,

    bin gespannt, was du dann von Kiel berichtest, wenn du magst.

    Kannst du arbeiten? Wie bewältigst du die Schmerzen?

    Ich bin gerade dabei oder soll dabei sein: Akzetanz!! Nicht immer dagegen angehen.

    Die Nackenschmerzen sind erst ein Ziehen, dann könnt ich an den schmerzenden Stellen draufdrücken.

    Und eben ganz oft auch ein Gefühl als ob sich eine Erkältung anbahnt. Matschig und Glasglocke.

    Alles Gute, Annika

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Couragelda,

    es ist gut, daß du dir einen Schmerzarzt suchst oder einen Neurologen.
    Auf der rechten Seite sind Links und da ist auch eine Liste mit Schmerztherapeuten.

    Behandelt der Internist auch deine Migräne?

    Liebe Grüße
    Ulrike

    couragelda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 162

    Liebe Ulrike,

    nein, leider nicht, da nicht wirklich sein Fachgebiet. Er