Gigi: Unterstützung bei Triptanpause? Wie oft kann man Cortison nehmen?

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  • Gigi
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    Hallo liebe Leidensgenossen/innen!
    Ich habe leider in den letzten Jahren einige Male Gebrauch von Cortison (Prednisolon) machen müssen, um entweder einen Status migränosus (länger als vier Tage andauernde Migräne) zu unterbrechen, oder um nicht die 10 Tage Triptangabe zu überschreiten… Leider ist es nun wieder soweit, dieser Monat ist erst halb vorbei und ich habe schon sieben Migänetage.. daher weiß mir nicht anders zu helfen. Als alleinerziehende Mutter muss ich weiter funktionieren, das Problem kennen sicher viele Frauen…. es ist schon klar, dass das Cortison kein Allheilmittel ist und ich nehme es nur im äußersten Notfall! Aber jetzt ist dieser eingetreten und außerdem möchte ich meine gebuchte Urlsubswoche mit meiner Tochter übernächste Woche nicht wegen Dauermigräne stornieren müssen, denn das ist mein Jahresurlaub (!) und ich brauche diesen sehr!
    Meine Frage ist: hat jemand von euch Erfahrung mit wiederholter Cortisongabe? Wie oft kann man das machen? Meine letzte Gabe liegt vier Monate zurück, ich hab da 10 Tage lang Prednisolon genommen, auch mit Erfolg, hatte auch danach deutlich weniger Migräne.
    Aber: Was kann man gegen die Nebenwirkungen von Cortison(Unruhe, Schlaflodigkeit und schmerzende Beine) tun? Habe auch Angst vor den Spätfolgen… Vor allem aber, will ich keine weiteren Triptane einschmeißen.. Als Ursache der zur Zeit verschlimmerten Migräne mache ich Hormonschwankungen (Beginn der Wechseljahre?) verantwortlich. Kann mir jemand einen Rat geben? Wäre dafür wirklich sehr dankbar!
    (Achso: Prophylaxemittel habe ich (fast) alle erfolglos durchprobiert…)
    Liebe Grüße,
    Gigi

    Bettina Frank – Admin
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    Herzlich willkommen bei uns, liebe Gigi. 🙂

    Es ist keinesfalls ein Weg, immer wieder Kortison einzunehmen! Die Langzeitfolgen könnten eine neue Baustelle eröffnen, Kortison sollte so selten wie möglich eingesetzt werden.

    Was hast Du an Prophylaxen denn schon eingenommen? „Fast alle erfolglos durch“ lesen wir hier sehr oft und bei weiterer Nachfrage ergibt sich dann, dass es noch viele offene Optionen gibt, oder Prophylaxen zu früh wieder abgesetzt wurden, oder die Dosis insgesamt zu niedrig war.

    Wenn man Kortison einnimmt, braucht man etwas zum Beruhigen und Schlafen, da Kortison künstlich aufputscht.

    Dein Augenmerk sollte also bei der passenden Prophylaxe liegen, damit sich die Migränetage reduzieren und Du die 10/20-Regel besser einhalten kannst. Zusätzlich auch an Entspannungsverfahren denken, Regelmäßigkeit im Tagesablauf, bei den Bettgehzeiten und Mahlzeiten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Gigi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Bettina,
    ich hatte dir gerade sehr ausführlich geschrieben und durch einen Tippfehler ist jetzt all das wieder weg…
    Ich mache es nun kurz:
    Zunächst ganz lieben Dank für deine Antwort!
    Dass es dieses Forum gibt, finde ich ganz toll! Ich habe es jetzt erst entdeckt!
    Leider nehmen meine Kopfschmerzen gerade im Moment stark zu, daher nur eine Frage: was könnte ich denn zur Beruhigung und Sedierung nehmen zusätzlich zum Prednisolon nehmen? Hilft auch Vomex?
    Liebe Grüße,
    Gigi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28128

    Liebe Gigi,

    ist ja ärgerlich, dass der ganze Text weg ist.

    Nimmst Du denn jetzt schon das Prednisolon? Wenn ja, dann morgens zusammen mit Magenschutz nehmen, zum Sedieren eigenen sich Vomex, Diazepepam (Benzodiazepin, Vorsicht wegen Abhängigkeit), nieder- oder mittelpotente Neuroleptika. Nimm es nicht so lange ein, manchmal reichen auch schon drei Tage mit 100 mg, um den Dauerkopfschmerz zu unterbrechen.

    Nimmst Du hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2? Kann gut unterstützen, versuche es mal.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Gigi
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    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Bettina,
    vielen Dank, das werde ich probieren! Kannst du mir noch schreiben, welches Neuroleptika infrage kommt?
    Prednisolon habe ich heute morgen begonnen, leider wirkt sich es noch nicht, hab jetzt wieder Migräne…
    Magenschutz nehme ich, Magnesium auch, Vit. B2 könnte ich nochmal versuchen.
    Danke schön!
    Wegen der Prohylaxe würde ich gern nochmal schreiben, wenn es mir besser geht. Wäre das ok?
    Mit dankbaren Grüßen,
    Gigi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28128

    Ja klar schreibe wegen der Prophylaxe an einem anderen Tag. Du könntest beim Arzt mal Melperon ansprechen. Übrigens würde für die Nacht auch ein Schlafmittel reichen, damit Du gut schlafen kannst.

    Gute Besserung,
    Bettina

    Gigi
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    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Bettina, liebe Forenmitglieder!
    Habe mich gestern als neues Mitglied angemeldet und bin begeistert! Dir,liebe Bettina, nochmals vielen Dank für deine schnelle Antwort auf meine Fragen! Es tut gut, sich Rat zu holen, ohne stundenlang (evtl. mit starken Kopfschmerzen)in einem überfüllten Wartezimmer einer Arztpraxis zu sitzen…

    Mir ist klar, dass man eine Behandlungsänderung auch immer mit einem Arzt absprechen muss, aber ich habe auch im Laufe der letzten Jahre gelernt, dass es keinen Königsweg für alle Migräniker gibt, sondern, dass man seinen eigenen Weg finden muss! Dazu gehört auch, offen zu sein für neue Ideen und Tipps anderer Betroffener und daher scheint mir dieses Forum sehr hilfreich!

    Leider ging es mir gestern mit der Migräne nicht gut, daher habe ich ( beim zweiten Anlauf) nicht viel über meine Migränegeschichte geschrieben, nachdem der erste Versuch auf einmal gelöscht war durch einen Tippfehler meinerseits.. 🙁
    Ich bin 49 Jahre alt und habe zwei Kinder ( 14 und 17 Jahre alt), bin alleinerziehend und habe einen recht anstrengenden Job als Lehrerin, der mir zwar auch Spaß macht, aber mich wegen der häufigen Migäne aber auch sehr stresst. Das empfinde ich als Teufelskreis, da ich sehr pflichtbewusst bin und auch zur Schule gehe, wenn ich mich nicht gut fühle, die Konsequenz ist ein übermäßiger Einsatz an Schmerzmitteln(vorwiegend Triptane) und ein gewisse Angst davor, als nicht belastbar zu gelten.Sorgen macht mir auch das Gefühl kein richtiges privates Leben mehr zu haben, abgesehen von der Mutterrolle… (zuhause bleibt oft einiges liegen, oder die Küche kalt, weil es mir nach der Arbeit oft sehr schlecht geht, am WE nehme ich mir nichts mehr vor, um nicht absagen zu müssen.. Auch das macht bei mir ein schlechtes Gewissen. Der Druck, funktionieren zu müssen, da die Kinder ein Mutter brauchen und der Job ja die Lebensgrundlagen darstellt, macht die Situation nicht besser. Das kennt ihr sicher auch, oder?

    Ich habe die Migräne seit fast dreißig Jahren, doch erst in den letzten zehn Jahren (seitdem ich alleine mit den Kindern bin) zunehmend schlimmer und immer am Rande zum Übergebrauch an Schmerzmitteln.
    Ich hoffe der Text war nicht zu lang…aber das ist nur ein Teil meiner Vorgeschichte, aber ich will niemanden langweilen…
    Meine Fragen an euch:
    Hat jemand von euch schon einmal Hypnose zur Behandlung von Stress und Ängsten ausprobiert? Ich würde gern zusätzlich die Migräne an einer möglichen Ursache angehen.. (ich weiß, dass es mehrere Gründe für die Migräne geben kann!)
    Außerdem: wie sind eure Erfahrungen zur Magnesiumeinnahme? Ich nehme es zur Prophylaxe, habe aber das Gefühl, dass es bei einem akuten Anfall, diesen sogar noch verstärkt… Kann das sein?
    Wie schon gestern geschrieben, nehme ich seit gestern Prednisolon um die Triptanschwelle in diesem Monat nicht zu überschreiten, hatte diesen Monat schon neun Migänetage, davon die letzten fünf Tage hintereinander… Bin heute zum ersten Mal in diesem Monat zuhause geblieben, zum Einen, weil die Noten in der Schule jetzt eingetragen sind und nichts Wichtiges heute anliegt, zum Anderen, weil das Kortison oft erst nach zwei, drei Tagen wirkt und ich die nächste Attacke ohne Triptan durchstehen will.. Hoffe aber, dass es nicht dazu kommt und das Cortison wirkt. Ich habe mir vorgenommen mind. zwei Wochen keine Triptane zu nehmen und wenn möglich, auch keine anderen Schmerzmittel. Habe aber Angst, dass ich das nicht schaffe, wenn das Cortison erst abgesetzt ist.
    Leider stehen auch ein paar wichtige Termine an (Abifeier meines Sohnes,etc.) wo ich unbedingt Migänefrei sein möchte! Aber einen günstige Zeitspanne zu finden, wo Wirklich NICHTS Wichtiges stattfindet ist wohl so gut wie nicht möglich…

    Zu deiner Frage Bettina, welche Prophylaxemittel ich schon probiert habe: etwa zwei Jahre lang Topitamat (anfangs mit mäßigem Erfolg und relativ starken Nebenwirkungen, vor allem was die Konzentrationsfähigkeit angeht) später mit zunehmend schlechtem Erfolg. Außerdem ohne Wirkung und starken Nebenwirkungen: Valproat. Flunarizin und Amytryptillin blieben weitgehend wirkungslos. Betablocker sind bei mir wegen eines leichten Asthmas kontraindiziert. Ich glaube, ich habe mit Prophylaxe genausoviele Migränetage, wie ohne…. Die Monate von Februar bis April ging es mir ohne Prophylaxe aber mit mehr Entspannung und einer Ernährungsumstellung gar nicht sooo schlecht. (Ca. 8-10 Migränetage). Eine Ernährungsumstellung scheint ein wenig zu helfen, ist aber gerade wenn man akut Migräne hat, auch nicht so leicht umzusetzen. Wie sind eure Erfahrungen hierzu?
    Ich glaube, mein Bericht ist schon etwas zu lang, deshalb schließe ich nun ab und bedanke mich bei allen die bis hierhin gelesen haben!;-)
    Ganz liebe Grüße und einen schmerzfreien Tag an alle!
    Gigi

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 3 Monate von  Gigi.
    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 380

    Liebe Gigi,
    da es bei uns einige Parallelen gibt, fühle ich mich von deinem Beitrag angesprochen. Ich bin auch Lehrerin und hatte ab Anfang 40 eine heftige Verschlimmerung der Migräneerkrankung, auch etliche Prophylaxen ausprobiert. Auch habe ich immer wieder phasenweise große Probleme, die Anzahl der Triptantage gering zu halten.
    Was du an prophylaxemitteln nennst, ist noch längst nicht alles! Bei mir selbst kamen am ehesten Antidepressiva infrage, dabei habe ich aber auf Amitryptilin paradox (also mit Verschlimmerung) reagiert, einige andere hatten unangenehme Nebenwirkungen (anfängliche Müdigkeit ist tolerabel, aber für mich nicht Übelkeit o.ä.). Letztendlich bin ich aber auf Doxepin hängengeblieben und fiel aus allen Wolken, wie entspannt man sich fühlen kann, ich konnte nach längerer Zeit wieder gut schlafen etc. Die Schmerztage wurden weniger. Das soll dir sagen, dass es sich immer lohnt, nochmal etwas auszuprobieren, nur kann kein Arzt die Reaktion vorher wirklich absehen, außer eben ein paar Ausschlusskriterien für die Wahl der Kategorie (also kein Betablocker bei Asthma oder Depression etc.).

    Nun ist zum Ende des Schuljahres ja auch der „Akku“ ziemlich leer und du hast noch so wichtige Termine wie Abiball und Urlaub vor dir. Dann das Thema „Kortison“: ich nehme es selbst in Notfällen bzw. um mal Schmerzmittelpausen durchstehen zu können, einige Tage muss ich allerdings auch die Schmerzen irgendwie anders durchstehen…
    Ich fragte letztens meine Ärztin, wie oft man Prednisolon nehmen dürfe aufs Jahr gesehen und die Antwort war: möglichst nicht mehr als 12 Tage/Jahr (bei der 100mg-Dosis)… Somit ist es tatsächlich nicht ganz unproblematisch. Also ich würde dir raten, dir wirklich einen Migräneexperten zu suchen, noch besser einen Aufenthalt in einer Spezialklinik wie Kiel oder Königstein (ich kenne und schätze beides). Kannst du dir so etwas bei deinen beiden Kids vorstellen, irgendwie einrichten? Man kann dort sehr viel über den Umgang mit der Krankheit lernen und mal runterkommen.
    Ich bin selbst alleinerziehend, wobei mittlerweile meine drei Kids Ü20 und „eigentlich“ ausgezogen sind zum Studium. Doch vor ein paar Jahren war ich nach dem Tod meines Mannes so am Ende, dass ich die beiden jüngeren mit damals 15 und 20 allein zuhause lassen musste für zwei Wochen Kiel, das ging recht gut mit einer Ansprechpartnerin für die jüngere, Mutter einer Freundin. Also manchmal finden sich kreativ Möglichkeiten und Wege.
    Es ist sicher gut, dass du hergefunden hast 🙂
    Herzliche Grüße
    Jasmin

    Gigi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Jasmin,
    Ich bin sehr froh, dass du mir zurückgeschrieben hast!
    Danke schön! 🙂
    Mir fällt es sehr viel leichter, Ratschläge von Migränikern anzunehmen, als von anderen Personen, die mit solchen Tips kommen wie: „hast du es schon mal mit Heilerde probiert? Oder mit Pfefferminztee?“
    Das ist alles gut gemeint, aber ich habe schon so viel probiert, dass solche Tipps mich einfach nur noch nerven… und ich hab auch das Gefühl, dass Nichtbetroffene nicht ahnen, wie es sich anfühlt, so oft so starke Schmerzen zu haben. Wie denn auch.. !
    Ich habe gestern Abend trotz Prednisolon nochmals Migräne bekommen 🙁 und habe es leider nicht geschafft, sie ohne nochmalige Triptaneinnahme
    durchzustehen… Hoffe nun, nicht nochmal etwas einnehmen zu müssen, denn ich bin nun beim elften Einnahmetag, also absolute Grenze!!! Daher habe ich beschlossen das Kortison für 10-14 Tage durchzunehmen, ich fange allerdings nicht ganz so hochdosiert an (mit 80 mg) und dann jeden zweiten Tag 10 mg weniger). Habe dennoch starke Nebenwirkungen, wie schmerzende, unruhige Beine, etc.
    Ich bin im letzten Jahr ganz bestimmt auf die von dir genannten 1200 mg gekommen, da ich das Kortison immer mal wieder für einige Tage genommen habe, allerdings nicht ganz so hoch dosiert, es hilft dann nach drei, vier Tagen Anlaufzeit… Das wollte ich eigentlich nicht so weiter betreiben…

    Dass du einen Erfolg mit dem genannten Prophylaxemittel hast, finde ich allerdings toll und das hört sich auch vielversprechend an. Nimmst du es immer noch? (Hab mir den Namen schon notiert!) 😉
    Hat das Mittel auch die Migränetage deutlich reduziert? Hat es Nebenwirkungen bei dir?
    Wie geht es dir inzwischen? Danke, dass du mir so offen von deiner Geschichte berichtet hast!

    Ich hatte mich eigentlich in den Osterferien dazu entschlossen, in den Sommerferien (als brave Lehrerin natürlich in den Ferien;-)) nach Königstein zu gehen und habe mit meinem Hausarzt einen Antrag gestellt. Dieser wurde von einem Gutachter der Krankenkasse ( ich bin freiwillig pflichtversichert) aber abgelehnt! Ein Gutachter, der mich noch nie gesehen und gesprochen hat, befand, dass die örtlichen Behandlungsöglichkeiten ausreichen. Und da in einem Arztbericht der örtlichen Schmerzambulanz stand, dass es mir wegen einer Ernährungsumstellung gerade etwas besser geht (mit Ca. 8 Anfällen in dem betreffenden Monat, also nur eine Momentaufnahme!), hat er den Antrag abgewiesen… Ich hatte dann keine Lust und vor allem keine Kraft, dagegen anzugehen, oft sind neben der Arbeit und den nötigen Dingen zuhause, mir solche Sachen einfach Zuviel… Außerdem habe ich dann gedacht, dass ich mich zuhause vllt. sogar besser erholen kann und jetzt freue ich mich auf ein paar Rage Ostseeurlaub mit meiner Tochter, hoffentlich hält die Wirkung des Kortisons etwas an..
    Meine Belastungsgrenze ist derzeit ziemlich ausgeschöpft, vor allem durch die Arbeit!
    Das kennst du sicher auch, oder? Wie kommst du mit dem Spagat zurecht?
    Dass deine Kinder nun studieren und du es geschafft hast, dass sie ihren Weg gehen, sollte dich auf jeden Fall auch stolz auf dich selbst machen! Das war bestimmt auch für dich nicht immer leicht!
    Nochmals danke für deine Antwort und hoffentlich einen schmerzfreien Tag!!!

    P.S.: Ich habe gleich einen Termin bei einer Osteopatin,(hoffentlich nützt es etwas), dann zur Konferenz an die Schule und heute Abend zur Abizeugnisvergabe meines Sohnes, die leider zeitgleich liegt mit der Vergabe an meiner Schule, auch wieder eine Zwickmühle, die mir ein schlechtes Gewissen macht, da ich auch Tutanten habe, die nun ihr Zeugnis von einer Kollegin überreicht bekommen.. 🙁
    Soweit erstmal von mir.
    Alles Liebe und Gute für dich und stressarme letzte Schultage!!!
    Gigi

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 3 Monate von  Gigi.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 3 Monate von  Gigi.
    Julia
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    Liebe Gigi,

    besprich doch mal deine Kortisoneinnahme mit dem Arzt, der dir das Kortison verschreibt, denn es kommt nicht so sehr auf die Menge über das Jahr an als vielmehr die Zahl der Tage, an denen man die eigene Produktion unterdrückt. Darum lieber bis zu 3 höchstens 4 mal im Jahr wenige Tage hochdosiert als immer mal wieder über mehrere Tage mit kleineren Dosen behandeln. Schon ab 5mg täglich unterdrückt man die Funktion der Nebennieren und das sollte so selten und so kurz wie möglich passieren.

    Es ist sehr viel schonender beim Status migränosus mal 1-3 Tage 100mg zu nehmen als 14 kleinere Mengen. Bei einer Medipause macht es Sinn über einige Tage mehr absteigend ab 100mg zu behandeln, da man die Zeit braucht, in der man keine Medis nimmt.

    Gute Besserung,
    Julia

    Gigi
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    Liebe Julia,
    vielen Dank für diese wertvollen Infos!
    Ich hab nur Angst, dass wenn ich nur wenige Tage Kortison nehme, die Migräne nach dem Absetzen wiederkommt und ich dadurch in diesem Monat die Triptanschwelle überschreite. (Bin ja schon bei elf Tabletten!) daher wollte ich die Medipause möglichst lang halten. Ich schaffe es einfach nicht, einen schweren Anfall ohne Triptaneinnahme auszuhalten…:-(
    (Zumal die Anfälle mittlerweile sehr lange andauern können.)
    Trotzdem Danke, ich werde das nochmal überdenken. Hast du ein gutes Schema der Prednisoloneinnahme für die Medipause? Hab das noch nicht so ganz verstanden..
    Ganz liebe und dankbare Grüße!
    Gigi

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 3 Monate von  Gigi.
    Jasmin
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    Liebe Gigi,
    den Rat von Julia bzgl.der Kortisoneinnahmetage und Gespräch mit Arzt kann ich nur unterstützen! Es geht nicht so um die Zahl der Einnahmetage wie es bei den Triptanen genau anders ist. Die Angabe meiner Ärztin war auch nur eine etwaige Schätzung. Bei mir ist es auch so, dass es verschlimmern kann, wenn ich es zu lange nehme, eben weil die körpereigene Produktion ja zurückgefahren wird.

    Der andere Punkt bzgl. der Reha ist, dass KK zum Großteil erstmal Ablehnungen verschicken und scheinbar kaum noch eine Reha ohne Widerspruch erfolgt. Ich schicke dir dazu mal einen Musterbrief als PN, aus dem du evtl. einiges übernehmen kannst. Ich denke, beim Müttergenesungswerk kann man auch Tipps für ein Widerspruchsschreiben bekommen oder direkt in Königstein nachfragen, das ist deren „täglich Brot“. Ich weiß, dass man da oft keine Kraft zu hat… Oder hast du eine Rechtsschutzversicherung, die du fragen könntest?

    Du fragst noch, wie es mir mittlerweile geht: ich nehme das Doxepin weiterhin, nur etwas weniger. Anfangs nahm ich 75mg, bei Depressionen würde man noch mehr nehmen, nun seit längerer Zeit 50mg. Ein Versuch runterzudosieren ist kürzlich gescheitert, dann steigt auch die Migränebereitschaft, aber ich hatte eh im Frühjahr wieder eine chronische Phase mit ca. 20Tagen/Mon., die erst nach einer Schmerzmittelpause besser wurde. Doch dafür braucht man eine Phase ohne viel wichtige Termine und nachher bin ich dann immer froh, es durchgezogen zu haben.
    Vor längerer Zeit wurde bei mir auch mal eine Reha abgelehnt, daraufhin habe ich mich mit einem status migr. (kein Fake)in die Neurologie im Nachbarort einweisen lassen und die paar Tage dort hat meine KK und Beihilfe fast soviel wie eine Reha gekostet, kompletter Check mit MRT, EEG etc. Danach ging die Reha plötzlich doch…
    Allerdings muss ich dir sagen, dass ich aus dem Schuldienst seit einigen Jahren raus bin, was teils an der Schwere der Migräneerkrankung, aber auch an der damaligen Krebserkrankung meines Mannes (über vier Jahre Begleitung) lag, das war dann definitiv zuviel des Schlechten. Nun bin ich offiziell als dienstunfähig anerkannt, wurde teils jährlich überprüft, doch die neue Situation ohne Mann mit drei Kids in Pubertät, Ausbildung et. sowie weiteren Baustellen wie pflegebedürftigen Eltern und was das Leben sonst noch so alles bietet hat verhindert, dass ich wieder zurückkonnte.
    Seit einiger Zeit mache ich 1-2 Tage/Woche ehrenamtlich dort eine spezielle Förderung, da ich die Arbeit und die Kollegen immer vermisst habe. Ich habe es nun soweit akzeptiert, habe viel über mich gelernt (Langeweile kenne ich zum Glück nicht), habe einen neuen lieben Partner und – nachdem ich phasenweise komplett am Boden war und völlig überzeugt, dass es niiiiie wieder anders und besser wird – genieße ich nun mein Leben wieder. Ich habe jedoch immer wieder Phasen mit zuviel Migränetagen und gleichzeitig komme ich sehr viel schneller in einen MÜK als mit 10 Einnahmetagen.

    Ich wünsche dir sehr, dass du einen guten Weg für dich findest!!

    Herzliche Grüße
    Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
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    …habe vergessen zu erwähnen, dass es nach der Doxepin-Einnahme immer wieder auch sehr gute Phasen mit 3-5 Migränetagen/Mon. gab, aber die Pillen allein reichen nicht, dafür war auch eine sehr gute Verhaltenstherapie sehr hilfreich, in der ich u.a.lernte, dass ich auch mal Schwäche zeigen darf, Grenzen setzen darf und muss etc.

    LG nochmal

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 380

    Sorry, nun habe ich oben sicher was falsches geschrieben, dass es nicht auf die Einnahme Tage bei Kortison ankommt… Das hat Julia sicher besser dargestellt, es ist auf jeden Fall wichtig, dies ärztlich abzuklären.
    Das wars aber nun von mir;)
    LG

    Gigi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Jasmin,
    Danke, danke, danke, für deine Nachricht, die netten Wünsche und deine Offenheit! Du hast ja auch einiges durchgemacht…
    da freut es mich zu hören, dass du so tapfer damit umgegangen bist und dich nicht hast unterkriegen lassen!
    Was deinen Rat an mich angeht Widerspruch einzulegen: Ich fürchte dafür ist es nun zu spät.. Erstens bekommt man ja leider so kurzfristig keinen Termin (noch dazu in den Ferien) in Königstein, noch dazu habe ich jetzt ein paar Tage Ostsee mit meiner jüngeren Tochter gebucht, (auch kann ich nicht ohne langfristige Vorausplanung, meine K