Gigi: Unterstützung bei Triptanpause? Wie oft kann man Cortison nehmen?

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  • susisonne
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    Hallo Gigi,

    schade, dass es nicht geklappt hat.

    Sicherlich machst Du schon viel, um Entspannung in Deinen Alltag zu bekommen und mit krankem Vater etc. hast Du ja noch zusätzliche „Belastungen“.

    Sorgen und Ängste auszuschalten, gelingt mir allerdings nicht so gut…daran muss ich noch arbeiten.
    Das ist ja auch nicht so einfach zu ändern. Aber schon das Bewusstsein ist ja der erste Schritt.

    Ich will noch mal zur Medikation kommen: Hast Du Vomex direkt ausreichend hoch dosiert eingenommen (2×50) und direkt bei den ersten Anzeichen/dem ersten Verdacht einer aufziehenden Migräne?
    Bei mir hilft es wirklich dann am besten und kann eine Migräne zum Verschwinden bringen, wenn ich es sofort nehme. Meistens werde ich spätestens 30 Min. nach der Einnahme so müde, dass ich mich hinlegen muss und schlafe dann für mehrere Stunden. Wenn ich versuche, wach zu bleiben (oder mich z. B. noch vor den Fernseher setze, weil es ja noch nicht so schlimm mit der Migräne ist zu diesem Zeitpunkt – ich weiß es zwar besser, aber …), wirken die Vomex meist nicht richtig und letztendlich muss ich doch ein Triptan nehmen und ich habe das „Elend“ quasi nur verlängert.

    Dies nur noch mal als Hinweis.

    Vielleicht klappt es am Wochenende. Ich drück die Daumen!

    Viele Grüße
    Susisonne

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5670

    Hallo Gigi,

    wenn es mir auf dem Magen richtig schlecht geht, nehme ich Vomex gerne abends als 150mg Zäpfchen. Die wirken bei mir recht stark, allerdings habe ich am nächsten Morgen einen Medi-Überhang, der bis zum Mittag anhalten kann. Das geht also nur am Wochenende oder an freien Tagen danach.

    Lieber Gruß
    Heika

    Gigi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 91

    Liebe Susisonne,

    Vielen lieben Dank auch an dich!

    Ja, ich habe zwei Tabletten Vomex genommen, wahrscheinlich hätte ich mich gleich ins Bett packen müssen… aber das war noch am frühen Nachmittag und ich hätte wahrscheinlich nicht durchschlafen können…ich konnte mich noch nicht einmal richtig entspannen und hatte eine starke Bewegungsunruhe. Spätestens als meine Tochter um 16 Uhr nach Hause kam, wäre ich sicher wieder wach gewesen…? Ich habe leider einen sehr leichten Schlaf…

    Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass das kurze Schlafen am Tage (bei mir) eine Migräne triggert…

    Ich werde aber versuchen, es dann abends einzusetzen, wenn die Migräne sich gegen Abend bemerkbar macht.

    Danke nochmal für den Hinweis und dein Schreiben! Ich weiß das wirklich zu schätzen! ??

    Ganz liebe Grüße,
    Gigi

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 572

    Liebe Gigi,

    du hast von den anderen Lieben schon hilfreiche Informationen und Anregungen bekommen. Ich möchte auch gerne noch ein paar Punkte aus deinem Beitrag vom 27.2.2019 aufgreifen und dich einladen – wenn du magst – diese etwas näher zu beleuchten. Vielleicht kann das hilfreich sein, einiges (wieder und deutlicher) ins Bewusstsein zu bringen, um Ansatzpunkte zu schaffen.

    Sollte ich etwas falsch verstanden haben, etwas nicht stimmen, oder solltest du dich durch meine Ausführungen unangenehm berührt fühlen oder nichts damit anfangen können, dann streiche es bitte, okay?!

    Im Frühjahr 2017 war ich in der Schmerzklinik in Kiel und habe eine Medikamentenpause gemacht, danach ging es eine Weile etwas besser, das hat aber leider nicht lange angehalten, vermutlich durch den Alltag und die Belastung im Beruf, war ich relativ schnell wieder an der Grenze zum Übergebrauch.

    Was meinst du, warum es danach eine Weile besser ging? Hast/hattest du eine wirksame Vorbeugung und Akutmedikation? Sternchen hat dir bereits geschrieben, wie wichtig es ist, an der „Verhaltensschraube“ zu drehen, wo es geht. Konntest du nach deinem Klinikaufenthalt in deinem Alltags- und Berufsleben für ENTLASTUNG sorgen?

    Ich schaffe es einfach nicht, Migräneanfälle ohne Triptane durchzustehen, sie sind bei mir sehr starken Schmerzen und mit unstillbarem Erbrechen verbunden und dauern unbehandelt ca. 24 Stunden. Dazu fehlt mir mittlerweile einfach die Kraft….

    Es ist wohl für niemanden hier „einfach“, Schmerzen unbehandelt durchzustehen. Davon, dass das enorm viel Kraft zieht, können wohl die meisten hier ein Liedchen singen.

    In Kiel hast du sicher gelernt, dass ein zu häufiger Triptan- und Schmerzmittelgebrauch (= Übergebrauch) geradewegs in einen MÜK führen kann. Deswegen sind diejenigen von uns, die an mehr als 10 Tagen im Monat Migräne haben, gewissermaßen gezwungen, die ein oder andere Attacke ohne Triptane und/oder Schmerzmedikamente auszuhalten, wenn wir das Risiko für den MÜK so klein wie möglich halten wollen. Es gibt – wie bereits geschrieben – sedierende Medikamente, die schmerzdistanzierend und gegen Übelkeit wirken und die Schmerzen etwas erträglicher machen können.

    So nehme ich zur Zeit fast jeden Tag ein Triptan ein, (seit 10 Tagen etwa alle 24 Stunden) schleppe mich damit zur Schule (bin Lehrerin) und durch den Alltag (bin alleinerziehend) und habe immer weniger Kraft für das alles. Muss mich auch zwischendurch immer wieder tageweise krankmelden, weil ich (auch mit Triptaneinnahme) oftmals sehr schlecht fühle. (Müdigkeit, Muskelschmerzen, etc.) allerdings baut sich dadurch auch ein Druck auf, nicht noch öfter fehlen zu dürfen/wollen. Bestimmt kennen viele von euch diesen Teufelskreis.

    Ich bin mir fast sicher, dass du weißt, dass diese „Schlepperei“ kein hilfreicher und entlastender Weg ist, du beschreibst es selbst als Teufelskreis. Manchmal ist ein solches Handeln nötig, weil es nicht anders geht. Der Sohn eines ehemaligen Bundeskanzlers schrieb in seinem Buch sinngemäß, dass wir uns immer weiter in diesem „Kreisverkehr“ = Teufelskreis bewegen werden, wenn wir die Ausfahrten, die definitiv vorhanden sind, nicht benutzen. Ich empfinde dieses Bild als sehr hilfreich. Die Entscheidung und Verantwortung, ob und welche Ausfahrt ich wann nehme, liegt letztlich immer bei mir selbst.

    Er hat er daraufhin unter anderem geschildert, dass er Patienten hat, die an 30 Tagen Triptane einnehmen und damit ganz normal arbeiten gehen.

    Es wäre doch sehr spannend, wie dein (Noch)-Neurologe darauf reagieren würde, wenn du ihn fragst, ob er auch so handeln würde!? Ich glaube, wir als Patienten sollten den „Ball“ solcher Bemerkungen sachlich aber bestimmt zurückspielen, um dann hoffentlich wieder auf Augenhöhe miteinander sprechen zu können.

    Ergänzender Hinweis: ich habe NICHT nach einer Arbeitsunfähigkeits-bescheinigung gefragt.

    Warum nicht? Fühlst du dich arbeitsfähig? Wenn nicht, solltest du das deinem Arzt auch mitteilen und ihm deinen Schmerzkalender, den du sicher führst, vorlegen. Dann wird er – wenn er gut hören und sehen kann – erkennen, dass es so nicht weiter gehen kann und eine Krankschreibung und eine Medikamentenpause mit guter ärztlicher Begleitung notwendig sind.

    Ich wollte nur wissen, was ich tun kann, um diese (für mich!) schlimme Situation zu bewältigen.

    In Kiel hast du sicher einiges an „Handwerkszeug“ und Wissen mitbekommen. Aus diesem „Angebots-Pool“ und den Empfehlungen das herauszufinden, was dir gut tut, liegt in deiner Verantwortung. Dabei kannst du gerne Hilfe (Arzt, Psychologe, headbook usw.) annehmen und dich auf der Suche nach Strategien im Umgang mit deinen Schmerzen unterstützen lassen. Abnehmen aber kann dir niemand weder die Suche noch die Schmerzen.

    Hast du in Kiel mit Hilfe der Therapeuten und Ärzte für dich etwas erarbeiten können? Wenn ja, was davon hast du in deinem Alltag vielleicht ein wenig aus den Augen verloren, und was könnte dir heute dienlich sein? Praktizierst du die Progressive Muskelentspannung oder hast andere Möglichkeiten „runterzufahren“?

    …meine Psyche braucht alle Vierteljahre mal ein paar Tage Ruhe im Kopf…

    Deine Psyche und dein Kopf brauchen möglichst täglich Ruhe, die du dir und ihnen gönnen solltest! Das ist nicht der Hauptzweck des Cortisons. Es kann dir einige Tage im Status oder in der Medikamentenpause – also im Notfall – helfen und sollte mit Bedacht eingesetzt, was du ja auch machst.

    Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber mir scheint, du nimmst das Cortison und auch die Triptane, um zu „funktionieren“, um deinen Alltag und deinen Beruf möglichst ohne Einschränkungen zu meistern. Vielleicht glaubst du, dass es ohne dich nicht läuft?

    Du spürst, dass du immer weniger Kraft hast, und dein Körper hält dir ein Stop-Schild vor die Nase. Schau hin, dir und deinem Körper zuliebe.

    …dass der Kopf nicht mal für einen Tag Ruhe gibt….

    Ich wiederhole mich, aber möglicherweise wird (auch) anders herum ein Schuh daraus?

    Gibt es wirklich Patienten, die jeden Tag ein Triptan einnehmen und damit ganz normal arbeiten? Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen….

    Welche Antwort möchtest du auf diese Frage haben? Du schreibst, dass du dich mit der fast täglichen Triptan-Einnahme nicht wohl fühlst. Würdest du dich wohler fühlen, wenn die Antwort auf diese Frage ‚Ja!‘ wäre?

    doch wie komme ich sonst von der Einnahme da Triptane weg?

    Wie Sternchen bereits geschrieben hat, wirst du wohl um eine Medikamentenpause mit guter ärztlicher Begleitung nicht herumkommen. In Prof. Göbels Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ gibt es ein ausführliches und sehr verständliches Kapitel über das Thema MÜK und Medikamentenpause. Auch unter dem folgenden Link findest du Informationen zur Durchführung einer Medikamentenpause, die du deinem (Haus)Arzt geben könntest, damit er dich während einer Pause gut begleiten könnte. http://www.schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/medikamentenpause.pdf

    Einen Neurologenwechsel kommt aber auch nicht infrage, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte einem ein Arzt-Wechsel oft übelnehmen und dann werde ich das Medikament neue Medikament vermutlich gar nicht bekommen…

    Beim Lesen dieser Zeilen nehme ich eine große Angst wahr, ist das so? Das Wichtigste ist doch, dass du einen Neurologen findest, bei dem du dich gut aufgehoben und betreut fühlst. Wenn dir ein Arzt einen Arztwechsel übel nimmt, dann lass ihm das Übel und mach es nicht zu deinem. Außerdem musst du dir ein Rezept für das neue Medikament nicht durch „gute Führung verdienen“ oder darum “betteln“. Wenn du die Voraussetzungen für eine Verordnung erfüllst und das Medikament verschreibungsfähig ist, steht dir ein Rezept zu!

    Bleib dran und suche so lange nach „deinem“ Neurologen, bis du ihn gefunden hast! Es wird auch einen guten für dich geben!!!

    Möglicherweise könntest du für Entlastung sorgen, indem du Aufgaben abgibst, delegierst, Ansprüche prüfst, das Grübeln und Nachdenken „verlernst“, dir möglichst viel Wissen über deine Krankheit aneignest, um bedachter handeln zu können und der Angst weniger Raum zu geben.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 79

    Liebe Gigi,

    du bist aktuell wirklich ziemlich geplagt, das tut mir leid. Ich möchte mich Katrin anschließen und deine Situation aus einem anderen (nämlich aus meiner Erfahrung entstandenen) Blickwinkel beleuchten.

    Entschuldige bitte die harten Worte, die gleich folgen, manchmal sind sie notwendig, um durch die verdrehten Gedanken bis zum Gehirn durchzudringen. Gaube mir, ich weiß genau, wovon ich spreche … ? :
    Du selber trägst am meisten zu deiner verfahrenen Situation bei. Jeden Tag Analgetika und/oder Triptane einnehmen und dann unverändert weitermachen – das ist, als ob du glühende Kohlen mit einem Fächer anwedelst, um sie zu löschen. Die Kohlen bekommen zusätzlichen Sauerstoff und fangen an zu brennen.

    Aus meinem Aufenthalt in Kiel zum Jahreswechsel 2018/2019 habe ich u.a. mitgenommen, dass Migräne eine Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen im Kopf ist, die (nur bei genetischer Veranlagung) von verschiedenen Faktoren ausgelöst wird, u.a. durch ein Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn, verbunden mit unzureichender Zufuhr von Glucose und Fructose.

    Du bist Alleinerziehend (von inzwischen selbständigen Kindern/Erwachsenen), arbeitest als Lehrerin, hast einen demenzkranken Vater und kein Vertrauen zu deinem Neurologen. Vermutlich gibt es noch einige weitere Dinge, die dich täglich stressen.

    Stress (egal ob positiv oder negativ) führt dazu, dass der Körper Cortisol ausschüttet, wodurch wir – vorübergehend – über 100 % Leistung bringen können. Ist die Stresssituation vorbei (z.B. ärztliche Versorgung nach einer schweren Verletzung) wird das Cortisol zurückgefahren, die Leistungsfähigkeit sinkt, manchmal sogar kurzzeitig auf 0 (z.B. Ohnmacht).

    Du bist allerdings im Dauerstress, versuchst über einen langen Zeitraum mehr als die 100 % Leistung zu bringen, ohne dir die Zeit zu gönnen, durchzuatmen und dich zu erholen. Was passiert mit einem Akku, der ständig überstrapaziert und nicht richtig aufgeladen wird? Die Leistungsfähigkeit des Akkus nimmt ab, am Ende kann der Akku fast keine Leistung mehr erbringen, bis er sich gar nicht mehr laden lässt.

    Leider hat sich meine chronische Migräne in den letzten beiden Jahren weiter verschlechtert. Im Frühjahr 2017 war ich in der Schmerzklinik in Kiel und habe eine Medikamentenpause gemacht, danach ging es eine Weile etwas besser, das hat aber leider nicht lange angehalten, vermutlich durch den Alltag und die Belastung im Beruf, war ich relativ schnell wieder an der Grenze zum Übergebrauch.

    Bereits an dieser Stelle hast du selber schon erklärt, warum es dir nicht gut geht.

    Seit einem Jahr liege ich leider deutlich über den erlaubten zehn Triptanen im Monat (zwischen 13 und 18). An Prophylaxen habe ich bisher probiert: Topiramat (Jahre lang,z.T.mit erheblichen Nebenwirkungen), Flunarizin, Valproat, Amytriptillin, Doxepin, Venlafaxin, Magnesium) Betablocker nicht, wegen Asthma. Zur Zeit Botox, leider anscheinend ohne Erfolg.

    Bei der Aufzählung deiner Prophylaxen steht leider nicht, wie lange du sie ausprobiert hast oder ob verschiedene Prophylaxen miteinander kombiniert wurden. Ich nehme z.B. morgens Candesartan (off label) und abends Amitriptylin. Die Umstellung von Metoprolol (trotz Asthma) auf Candesartan wurde während der Medikamentenpause in Kiel vorgenommen; nach zwei Monaten Einnahme von Candesartan kann ich eine Besserung hinsichtlich der Häufigkeit und Schwere der Migräne-Attacken feststellen.

    Ich schaffe es einfach nicht, Migräneanfälle ohne Triptane durchzustehen, sie sind bei mir sehr starken Schmerzen und mit unstillbarem Erbrechen verbunden und dauern unbehandelt ca. 24 Stunden. Dazu fehlt mir mittlerweile einfach die Kraft…. ich habe alle Triptan-Arten durchprobiert, zur Zeit hilft mir das Zolmitriptan am besten. Naratriptan war leider wenig wirksam.
    Das Naproxen hilft mehr als Wirkungsverlängerung leider nicht.

    So nehme ich zur Zeit fast jeden Tag ein Triptan ein, (seit 10 Tagen etwa alle 24 Stunden) schleppe mich damit zur Schule (bin Lehrerin) und durch den Alltag (bin alleinerziehend) und habe immer weniger Kraft für das alles. Muss mich auch zwischendurch immer wieder tageweise krankmelden, weil ich (auch mit Triptaneinnahme) oftmals sehr schlecht fühle. (Müdigkeit, Muskelschmerzen, etc.) allerdings baut sich dadurch auch ein Druck auf, nicht noch öfter fehlen zu dürfen/wollen. Bestimmt kennen viele von euch diesen Teufelskreis.

    Ja, ich kenne den Teufelskreis, der auch mir schon bis zu 26 Tagen im Monat Migräne, Spannungskopfschmerz oder auch beides beschert hat. Sobald der Schmerz im Kopf wahrnehmbar war, habe ich mir Ibu 600 und/oder Sumatriptan 100 eingeworfen und weitergemacht. ‚Bloß nicht schon wieder auf der Arbeit fehlen, ohne mich läuft doch nichts.‘ Neben vielen anderen Nebenwirkungen hat dieses Verhalten – neben anderen Gründen – dazu beigetragen, dass ich vor zwei Jahren einen sehr schweren Autounfall hatte – glücklicherweise waren nur ein Baum, mein Auto und ich in diesen Unfall verwickelst. Wären andere Personen verletzt worden – ich mag mir nicht ausmalen, wie es mir jetzt gehen würde …

    Als ich das letzte Mal bei meinem Neurologen vorstellig wurde, war ich danach sehr frustriert. Ich habe ihm meine Verzweiflung geschildert und fühlte mich überhaupt nicht von ihm ernst genommen. Ich habe ihm erzählt, dass ich so gut wie jeden Tag ein Triptan einnehmen muss und mich dabei überhaupt nicht gut fühle. Er hat er daraufhin unter anderem geschildert, dass er Patienten hat, die an 30 Tagen Triptane einnehmen und damit ganz normal arbeiten gehen. Ich weiß nicht, was er mir damit sagen wollte, aber ich fühlte mich komplett unverstanden.

    Ein Arzt, der mich und meine Probleme nicht ernst nimmt, soll an mir auch nichts verdienen! Wenn ich das Gefühl habe, von einem Arzt nicht ernst genommen zu werden oder eine „Verlegenheitsdiagnose“ zu bekommen, ist dieser Arzt für mich Geschichte. Mit meiner Neurologin hatte ich Glück, mit meinen Orthopäden weniger. Ich habe in zwei Jahren sechs Orthopäden aufgesucht, bis ich mich jetzt bei dem Siebten sehr gut aufgehoben fühle. Er wollte bei der Anamnese nur die Bilder sehen (Röntgen, CT, MRT), keine Diagnosen der anderen Ärzte wissen. Er hat innerhalb von wenigen Monaten dafür gesorgt, dass mein Leben wieder weitestgehend rückenschmerzfrei und lebenswert ist.

    „Ärztehopping“ ist für die Ärzte ein Problem, die die Ursache der Erkrankung nicht finden. Weil ich mehrere chronische Erkankungen habe, war es mir sehr wichtig, meinen Hausarzt über alles auf dem Laufenden zu halten. Daher habe ich mir jedesmal wieder eine Überweisung geholt, wenn ich den Orthopäden gewechselt habe. Ein- oder zweimal hatte er nachgefragt, weil es die zweite Überweisung in dem Quartal war. Nachdem ich ihm meine Gründe offen gelegt habe, bekam ich ohne Probleme die zweite Überweisung.

    Ergänzender Hinweis: ich habe NICHT nach einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gefragt. Ich wollte nur wissen, was ich tun kann, um diese (für mich!) schlimme Situation zu bewältigen.

    Vermutlich wäre die AUB der erste Weg zur Besserung gewesen …

    Auf mein Drängen hin, hat er mir dann für ein paar Tage Kortison verschrieben. Das nehme ich auch höchst ungern, weil ich um die Nebenwirkungen und Folgen weiß, aber vor allem meine Psyche braucht alle Vierteljahre mal ein paar Tage Ruhe im Kopf… Von den schlaflosen Nächten einmal abgesehen, hilft mir das immer gut. Aber ich möchte das natürlich nicht zu häufig machen. Meistens nehme ich es zwischen drei und zehn Tagen und maximal einmal im Quartal. Leider habe ich es nun bereits zwischen Weihnachten und Neujahr und dann, wie beschrieben, Anfang Februar nochmal für eine Woche genommen, daher kann ich das wohl nicht schon wieder machen….

    Das sehe ich genauso. Wieder Tabletten schlucken – und weiter im Programm, wie soll sich dein Zustand da denn ändern? So lange du dein Verhalten nicht änderst, wird sich – fürchte ich – an deiner gesundheitlichen Situation auch nicht viel zum Positiven ändern.

    Wer ist in der von dir beschriebenen Begegnung eigentlich der Arzt? Für mich hat dein Neurologe kein Behandlungskonzept und scheint auch die Gefahr der Unwirksamkeit bzw. Umkehreffekt von Triptanen bei übermäßigem Gebrauch nicht zu sehen. Und auch das Ersatzmittel Kortison haut in die gleiche Kerbe, denn es kann u.a. zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe und Schlafstörungen sowie zu psychischen Störungen führen. Zudem wird Kortison bei Migräne – soweit es mir bekannt ist – vor allem als Stoßtherapie angewendet, also einer einmaligen bis max. dreitägigen Einnahme/Infusion und wird dann ohne Ausschleichen abgesetzt. Ich mag mich ja irren, aber große Migränekompetenz scheint dein Neurologe nicht zu besitzen.
    Mein Hausarzt ist Internist, hat aber mit Interessen den Entlassungsbrief aus Kiel gelesen und würde dieses Behandlungskonzept auch übernehmen, wenn meine Neurologin das nicht ebenfalls tun würde. Sie hat sich zwar über Candesartan als Prophylaxe gewundert, es mir aber ohne Diskussionen auf Rezept verordnet.

    Vielleicht ist dein Hausarzt, ausgestattet mit entsprechenden Unterlagen von dir, ebenfalls bereit, dich in Anlehnung an deinen Entlassungsbrief aus Kiel zu behandeln? Zumindest so lange, bis du einen Neurologen deines Vertrauens gefunden hast. Hier kannst du übrigens auf den Seiten der Schmerzklinik Kiel einen Hinweis zum Thema „Integrierte Versorgung“ Neurologen finden, die eng mit der Schmerzklinik zusammenarbeiten. Vielleicht gibt es ja einen in deiner Nähe?

    doch wie komme ich sonst von der Einnahme da Triptane weg?

    Eigentlich ganz einfach: Du musst es wollen und du brauchst ärztliche Unterstützung.

    Ist es auch ein Status wenn die Migräne nach 24 Stunden immer wieder kommt?

    Vermutlich eher nicht. Ein Status ist meines Wissens nach dadurch gekennzeichnet, dass die üblicherweise wirksamen Triptane nicht oder nur unzureichend wirken und die Migräne nach 72 Stunden nicht abgeklungen ist. So wie ich dich verstehe, ist die Migräne weg und beginnt nach 24 Stunden erneut. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass auch psychische Komponenten deinen „24-Stunden-Rhythmus“ beeinflussen.

    Wenn ich versuche einen Migräneanfall auszuhalten, kann es sein, dass er dann bei einem Status gar nicht enden will? Diese Angst lässt mich davor zurückschrecken, es ohne Schmerzmittel zu probieren.

    Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wenn du mit Angst eine Sache angehst, kommt es leicht zur „selbsterfüllenden Prophezeiung“. Wenn du Angst vorm Scheitern hast, lässt die Situation bereits bei Beginn deinen Stresspegel steigen. Damit hast du bereits vor dem Ausprobieren deine Ausgangssituation verschlechtert und richtest deine Aufmerksamkeit auf die negativen Dinge. Ein Misserfolg ist dadurch wesentlich wahrscheinlicher.

    Versuche mit einer positiven Einstellung heranzugehen. Wenn du erst 12 Stunden später als sonst ein Triptan nehmen musst, ist es doch schon ein Erfolg. Auf zwei Tage gerechnet, sparst du ein Triptan, du reduzierst also die Triptaneinnahme um 1/3. 😀
    Es ist einfacher, sich den Weg zum großen Ziel in kleine Etappen aufzuteilen, als den ganzen Weg in einem Stück zu schaffen. Mit jedem kleinen Ziel, das du erreichst, kommst du dem großen Ziel ein Stück näher und irgendwann ist es erreicht.

    Bin absolut ratlos. Habe mich jetzt heute erst mal krankgemeldet, da die letzten Tage der Stress in der Schule meines Erachtens dazu beigetragen hat, dass der Kopf nicht mal für einen Tag Ruhe gibt….

    Ich fürchte, dass es nicht nur der Stress in der Schule ist, dass der Kopf keine Ruhe gibt, sondern deine Gesamtsituation. Ein paar Tage „Auszeit“ werden sicherlich nicht ausreichen, dich aus dieser verfahrenen Lage herauszuholen. Ist es eine Option, für wenige Nächte eine Schlaftablette zu nehmen, um die von dir ersehnte „Ruhe im Kopf“ zu bekommen und vielleicht sogar auf die Einnahme eines Triptans verzichteten zu können? Vielleicht geht es auch, eine feste Nacht in der Woche zu einer „Schlafnacht“ auszuwählen, also z.B. am Samstagabend eine Schlaftablette zu nehmen und ausgeruht in einen ruhigen Sonntag zu starten?

    Gibt es wirklich Patienten, die jeden Tag ein Triptan einnehmen und damit ganz normal arbeiten? Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen….

    Sicherlich wird es irgendwo Patienten geben, die jeden Tag ein Triptan einnehmen und es vielleicht ganz gut vertragen, ohne in einen MÜK zu geraten. Ich habe sehr viele Monate täglich Analgetika in Tageshöchstdosis eingenommen, ohne dass es dadurch zu einer Zunahme von Kopfschmerzen oder Migräne gekommen ist. Und irgendwann ist es dann passiert, zu einem Zeitpunkt, als ich bereits deutlich weniger Analgetika genommen habe, kamen dann doch vermehrte Migräneattacken und vermutlich auch ein MÜK.

    Ich hoffe, liebe Gigi, dass du mir meine Offenheit nicht übel nimmst. Das war mal wieder eine Menge Text, das eine oder andere ist sicherlich auch schon in den vorangegangenen Kommentaren angeklungen. Ich bin kein Arzt und auch kein Therapeut, sondern kann dir nur meine Sicht deiner Situation aufgrund meiner eigenen Erfahrungen schreiben, verbunden mit dem Wunsch, dass du für dich daraus Nutzen ziehen und deine Situation verbessern kannst.

    Zudem wäre es vielleicht auch gut, wenn du verhaltenstherapeutische Hilfe in Anspruch nimmst. Das gibt die die Möglichkeit, deine eigene Situation „aufzudröseln“ und durch eigenes Handeln die Situation verbessern zu können.
    Ich habe in den letzten fünf Jahren sehr viele gesundheitliche Täler durchschritten und dabei erfahren, dass es durchaus helfen kann, den ungeschminkten Spiegel vorgehalten zu bekommen.

    Ich wünsche dir, dass du für dich einen Weg aus diesem Teufelskreis herausfindest, drücke dir die Daumen, dass es dir bald besser geht und dass du die Schmerzen beherrschst (nicht die Schmerzen dich).

    LG Chroninchen

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 79

    Liebe Gigi,

    irgendwie bin ich im vorangegangenen Beitrag mit dem Zitieren durcheinander gekommen. Vielleicht löscht Bettina ja den vorangegangenen Beitrag und diesen Satz 😉

    du bist aktuell wirklich ziemlich geplagt, das tut mir leid. Ich möchte mich Katrin anschließen und deine Situation aus einem anderen (nämlich aus meiner Erfahrung entstandenen) Blickwinkel beleuchten.

    Entschuldige bitte die harten Worte, die gleich folgen, manchmal sind sie notwendig, um durch die verdrehten Gedanken bis zum Gehirn durchzudringen. Gaube mir, ich weiß genau, wovon ich spreche … ? :
    Du selber trägst am meisten zu deiner verfahrenen Situation bei. Jeden Tag Analgetika und/oder Triptane einnehmen und dann unverändert weitermachen – das ist, als ob du glühende Kohlen mit einem Fächer anwedelst, um sie zu löschen. Die Kohlen bekommen zusätzlichen Sauerstoff und fangen an zu brennen.

    Aus meinem Aufenthalt in Kiel zum Jahreswechsel 2018/2019 habe ich u.a. mitgenommen, dass Migräne eine Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen im Kopf ist, die (nur bei genetischer Veranlagung) von verschiedenen Faktoren ausgelöst wird, u.a. durch ein Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn, verbunden mit unzureichender Zufuhr von Glucose und Fructose.

    Du bist Alleinerziehend (von inzwischen selbständigen Kindern/Erwachsenen), arbeitest als Lehrerin, hast einen kranken Vater und kein Vertrauen zu deinem Neurologen. Vermutlich gibt es noch einige weitere Dinge, die dich täglich stressen.

    Stress (egal ob positiv oder negativ) führt dazu, dass der Körper Cortisol ausschüttet, wodurch wir – vorübergehend – über 100 % Leistung bringen können. Ist die Stresssituation vorbei (z.B. ärztliche Versorgung nach einer schweren Verletzung) wird das Cortisol zurückgefahren, die Leistungsfähigkeit sinkt, manchmal sogar kurzzeitig auf 0 (z.B. Ohnmacht).

    Du bist allerdings im Dauerstress, versuchst über einen langen Zeitraum mehr als die 100 % Leistung zu bringen, ohne dir die Zeit zu gönnen, durchzuatmen und dich zu erholen. Was passiert mit einem Akku, der ständig überstrapaziert und nicht richtig aufgeladen wird? Die Leistungsfähigkeit des Akkus nimmt ab, am Ende kann der Akku fast keine Leistung mehr erbringen, bis er sich gar nicht mehr laden lässt.

    Leider hat sich meine chronische Migräne in den letzten beiden Jahren weiter verschlechtert. Im Frühjahr 2017 war ich in der Schmerzklinik in Kiel und habe eine Medikamentenpause gemacht, danach ging es eine Weile etwas besser, das hat aber leider nicht lange angehalten, vermutlich durch den Alltag und die Belastung im Beruf, war ich relativ schnell wieder an der Grenze zum Übergebrauch.

    Bereits an dieser Stelle hast du selber schon erklärt, warum es dir nicht gut geht.

    Seit einem Jahr liege ich leider deutlich über den erlaubten zehn Triptanen im Monat (zwischen 13 und 18). An Prophylaxen habe ich bisher probiert: Topiramat (Jahre lang,z.T.mit erheblichen Nebenwirkungen), Flunarizin, Valproat, Amytriptillin, Doxepin, Venlafaxin, Magnesium) Betablocker nicht, wegen Asthma. Zur Zeit Botox, leider anscheinend ohne Erfolg.

    Bei der Aufzählung deiner Prophylaxen steht leider nicht, wie lange du sie ausprobiert hast oder ob verschiedene Prophylaxen miteinander kombiniert wurden. Ich nehme z.B. morgens Candesartan (off label) und abends Amitriptylin. Die Umstellung von Metoprolol (trotz Asthma) auf Candesartan wurde während der Medikamentenpause in Kiel vorgenommen; nach zwei Monaten Einnahme von Candesartan kann ich eine Besserung hinsichtlich der Häufigkeit und Schwere der Migräne-Attacken feststellen.

    Ich schaffe es einfach nicht, Migräneanfälle ohne Triptane durchzustehen, sie sind bei mir sehr starken Schmerzen und mit unstillbarem Erbrechen verbunden und dauern unbehandelt ca. 24 Stunden. Dazu fehlt mir mittlerweile einfach die Kraft…. ich habe alle Triptan-Arten durchprobiert, zur Zeit hilft mir das Zolmitriptan am besten. Naratriptan war leider wenig wirksam.
    Das Naproxen hilft mehr als Wirkungsverlängerung leider nicht.

    So nehme ich zur Zeit fast jeden Tag ein Triptan ein, (seit 10 Tagen etwa alle 24 Stunden) schleppe mich damit zur Schule (bin Lehrerin) und durch den Alltag (bin alleinerziehend) und habe immer weniger Kraft für das alles. Muss mich auch zwischendurch immer wieder tageweise krankmelden, weil ich (auch mit Triptaneinnahme) oftmals sehr schlecht fühle. (Müdigkeit, Muskelschmerzen, etc.) allerdings baut sich dadurch auch ein Druck auf, nicht noch öfter fehlen zu dürfen/wollen. Bestimmt kennen viele von euch diesen Teufelskreis.

    Ja, ich kenne den Teufelskreis, der auch mir schon bis zu 26 Tagen im Monat Migräne, Spannungskopfschmerz oder auch beides beschert hat. Sobald der Schmerz im Kopf wahrnehmbar war, habe ich mir Ibu 600 und/oder Sumatriptan 100 eingeworfen und weitergemacht. ‚Bloß nicht schon wieder auf der Arbeit fehlen, ohne mich läuft doch nichts.‘ Neben vielen anderen Nebenwirkungen hat dieses Verhalten – neben anderen Gründen – dazu beigetragen, dass ich vor zwei Jahren einen sehr schweren Autounfall hatte – glücklicherweise waren nur ein Baum, mein Auto und ich in diesen Unfall verwickelst. Wären andere Personen verletzt worden – ich mag mir nicht ausmalen, wie es mir jetzt gehen würde …

    Als ich das letzte Mal bei meinem Neurologen vorstellig wurde, war ich danach sehr frustriert. Ich habe ihm meine Verzweiflung geschildert und fühlte mich überhaupt nicht von ihm ernst genommen. Ich habe ihm erzählt, dass ich so gut wie jeden Tag ein Triptan einnehmen muss und mich dabei überhaupt nicht gut fühle. Er hat er daraufhin unter anderem geschildert, dass er Patienten hat, die an 30 Tagen Triptane einnehmen und damit ganz normal arbeiten gehen. Ich weiß nicht, was er mir damit sagen wollte, aber ich fühlte mich komplett unverstanden.

    Ein Arzt, der mich und meine Probleme nicht ernst nimmt, soll an mir auch nichts verdienen! Wenn ich das Gefühl habe, von einem Arzt nicht ernst genommen zu werden oder eine „Verlegenheitsdiagnose“ zu bekommen, ist dieser Arzt für mich Geschichte. Mit meiner Neurologin hatte ich Glück, mit meinen Orthopäden weniger. Ich habe in zwei Jahren sechs Orthopäden aufgesucht, bis ich mich jetzt bei dem Siebten sehr gut aufgehoben fühle. Er wollte bei der Anamnese nur die Bilder sehen (Röntgen, CT, MRT), keine Diagnosen der anderen Ärzte wissen. Er hat innerhalb von wenigen Monaten dafür gesorgt, dass mein Leben wieder weitestgehend rückenschmerzfrei und lebenswert ist.

    „Ärztehopping“ ist für die Ärzte ein Problem, die die Ursache der Erkrankung nicht finden. Weil ich mehrere chronische Erkankungen habe, war es mir sehr wichtig, meinen Hausarzt über alles auf dem Laufenden zu halten. Daher habe ich mir jedesmal wieder eine Überweisung geholt, wenn ich den Orthopäden gewechselt habe. Ein- oder zweimal hatte er nachgefragt, weil es die zweite Überweisung in dem Quartal war. Nachdem ich ihm meine Gründe offen gelegt habe, bekam ich ohne Probleme die zweite Überweisung.

    Ergänzender Hinweis: ich habe NICHT nach einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gefragt. Ich wollte nur wissen, was ich tun kann, um diese (für mich!) schlimme Situation zu bewältigen.

    Vermutlich wäre die AUB der erste Weg zur Besserung gewesen …

    Auf mein Drängen hin, hat er mir dann für ein paar Tage Kortison verschrieben. Das nehme ich auch höchst ungern, weil ich um die Nebenwirkungen und Folgen weiß, aber vor allem meine Psyche braucht alle Vierteljahre mal ein paar Tage Ruhe im Kopf… Von den schlaflosen Nächten einmal abgesehen, hilft mir das immer gut. Aber ich möchte das natürlich nicht zu häufig machen. Meistens nehme ich es zwischen drei und zehn Tagen und maximal einmal im Quartal. Leider habe ich es nun bereits zwischen Weihnachten und Neujahr und dann, wie beschrieben, Anfang Februar nochmal für eine Woche genommen, daher kann ich das wohl nicht schon wieder machen….

    Das sehe ich genauso. Wieder Tabletten schlucken – und weiter im Programm, wie soll sich dein Zustand da denn ändern? So lange du dein Verhalten nicht änderst, wird sich – fürchte ich – an deiner gesundheitlichen Situation auch nicht viel zum Positiven ändern.

    Wer ist in der von dir beschriebenen Begegnung eigentlich der Arzt? Für mich hat dein Neurologe kein Behandlungskonzept und scheint auch die Gefahr der Unwirksamkeit bzw. Umkehreffekt von Triptanen bei übermäßigem Gebrauch nicht zu sehen. Und auch das Ersatzmittel Kortison haut in die gleiche Kerbe, denn es kann u.a. zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe und Schlafstörungen sowie zu psychischen Störungen führen. Zudem wird Kortison bei Migräne – soweit es mir bekannt ist – vor allem als Stoßtherapie angewendet, also einer einmaligen bis max. dreitägigen Einnahme/Infusion und wird dann ohne Ausschleichen abgesetzt. Ich mag mich ja irren, aber große Migränekompetenz scheint dein Neurologe nicht zu besitzen.
    Mein Hausarzt ist Internist, hat aber mit Interessen den Entlassungsbrief aus Kiel gelesen und würde dieses Behandlungskonzept auch übernehmen, wenn meine Neurologin das nicht ebenfalls tun würde. Sie hat sich zwar über Candesartan als Prophylaxe gewundert, es mir aber ohne Diskussionen auf Rezept verordnet.

    Vielleicht ist dein Hausarzt, ausgestattet mit entsprechenden Unterlagen von dir, ebenfalls bereit, dich in Anlehnung an deinen Entlassungsbrief aus Kiel zu behandeln? Zumindest so lange, bis du einen Neurologen deines Vertrauens gefunden hast. Hier kannst du übrigens auf den Seiten der Schmerzklinik Kiel einen Hinweis zum Thema „Integrierte Versorgung“ Neurologen finden, die eng mit der Schmerzklinik zusammenarbeiten. Vielleicht gibt es ja einen in deiner Nähe?

    doch wie komme ich sonst von der Einnahme da Triptane weg?

    Eigentlich ganz einfach: Du musst es wollen und du brauchst ärztliche Unterstützung.

    Ist es auch ein Status wenn die Migräne nach 24 Stunden immer wieder kommt?

    Vermutlich eher nicht. Ein Status ist meines Wissens nach dadurch gekennzeichnet, dass die üblicherweise wirksamen Triptane nicht oder nur unzureichend wirken und die Migräne nach 72 Stunden nicht abgeklungen ist. So wie ich dich verstehe, ist die Migräne weg und beginnt nach 24 Stunden erneut. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass auch psychische Komponenten deinen „24-Stunden-Rhythmus“ beeinflussen.

    Wenn ich versuche einen Migräneanfall auszuhalten, kann es sein, dass er dann bei einem Status gar nicht enden will? Diese Angst lässt mich davor zurückschrecken, es ohne Schmerzmittel zu probieren.

    Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wenn du mit Angst eine Sache angehst, kommt es leicht zur „selbsterfüllenden Prophezeiung“. Wenn du Angst vorm Scheitern hast, lässt die Situation bereits bei Beginn deinen Stresspegel steigen. Damit hast du bereits vor dem Ausprobieren deine Ausgangssituation verschlechtert und richtest deine Aufmerksamkeit auf die negativen Dinge. Ein Misserfolg ist dadurch wesentlich wahrscheinlicher.

    Versuche mit einer positiven Einstellung heranzugehen. Wenn du erst 12 Stunden später als sonst ein Triptan nehmen musst, ist es doch schon ein Erfolg. Auf zwei Tage gerechnet, sparst du ein Triptan, du reduzierst also die Triptaneinnahme um 1/3. ?
    Es ist einfacher, sich den Weg zum großen Ziel in kleine Etappen aufzuteilen, als den ganzen Weg in einem Stück zu schaffen. Mit jedem kleinen Ziel, das du erreichst, kommst du dem großen Ziel ein Stück näher und irgendwann ist es erreicht.

    Bin absolut ratlos. Habe mich jetzt heute erst mal krankgemeldet, da die letzten Tage der Str