Grüße von der Insel (Andromeda)

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  • Andromeda
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    Hi,

    Ich (Melanie im echten leben) bin inzwischen 33 und habe wohl schon mein ganzes Leben Migräne. Das früheste an das ich mich so richtig erinnern kann ist ein Geburtstag (muß so mit 10 oder 11 gewesen sein) den ich schlafend auf der Couch verbracht habe als alle anderen noch gefeiert haben (Ja, es war mein eigener) weil ich extreme kopfschmerzen hatte, glaub schlecht wars mir auch noch. Das nächste war dann so ab ca. 16 immer mal wieder für relativ genau drei Tage lang Schmerzen die sich von der Schulter über den Nacken bis ins Auge gezogen haben, überwiegend auf der rechten Seite.

    Ibuprofen, Asprin, Paracetamol hat nichts gebracht, es hat abends angefangen und drei Tage später wars abends auch wieder vorbei. An Migräne hab ich nie gedacht, nachdem mir auch überwiegend der Nacken weh getan hat, mirs auch nicht schlecht war, und auch Licht- und Lärmempflindlichkeit nicht sonderlich stark war und ich das immer auf die Schmerzen geschoben habe. Ich kann gar nicht mehr sagen wie oft ich das hatte, es war jedenfalls irgendwann schon störend, so dass ich dann mit Anfang 20 deshalb tatsächlich zum Hausarzt gegangen bin.

    Der war dann zwar wirklich sehr bemüht, aber ist leider in gut zwei Jahren nicht einmal auf Migräne gekommen. Statt dessen gabs Massagen (furchtbar, hatte ein paar der schönsten Anfälle danach), Schröpfen (Hat nichts gebracht), irgendwelche Spritzen ins Genick/Kopfansatz (das war fies, aber geholfen hats auch nichts), Katadolon (Hats zumindest besser gemacht), das Ok für 3x 800mg Ibuprofen am Tag (Ich meine es wäre zumindest mal für ne halbe Stunde erträglicher geworden damit, kann aber auch zufall gewesen sein), Tramadol (Nie sonst, weder vorher und nachher hab ich mich übergeben müssen bei Migräne, aber wenigstens wars mir dann auch relativ egal auf Tramadol. Gegen die Schmerzen geholfen hats nicht). Ansonsten hab ich noch die Maus von der rechten Hand in die linke gewechselt, weils eben überwiegend rechtsseitig war (Hab Informatik studiert und schon immer viel Zeit vorm Computer verbracht), zig verschiedene Kissen probiert, alles ohne Effekt.

    Irgendwann zu der Zeit wurde dann Naratriptan aus der Rezeptpflicht genommen, und nachdem ich wieder seit über nem Tag nur im Bett lag und schier gestorben bin (zu der Zeit wurden die Schmerzen teilweise wirklich kaum noch erträglich) dachte ich mir, schaden kanns nicht, jedenfalls nicht mehr als Ibu, Katadolon und sonstiges, und bin runter zur Apotheke gekrochen. Dann vier Stunden wie tot geschlafen, aufgewacht, Schmerzen weg. Sogar das im Genick, was ich ja immer noch als Ursache gesehen hatte. Naja, jetzt und viele Stunden google später weiß ichs auch besser. Seit dem war für mich der Fall klar, der Hausarzt hat mich auch erstmal nicht mehr gesehen.

    Dann gings erstmal ein paar Jahre ganz gut, hatte zwischenzeitlich mal Petadolex ausprobiert (erstes Mal war die Wirkung echt gut, ein paar Jahre später dann hatte es gar keinen Effekt mehr), und Magnesium, was gefühlt auch immer was gebracht hat. War halt immer mal besser und mal schlechter.

    Zwischenzeitlich war ich dann wegen anderer Probleme bei einem Psychiater/Neurologen, den ich, nachdem ich mal wieder ne Phase mit zwei Wochen Migräne mehr oder weniger am Stück hatte, drauf angesprochen hab. Ich solle mal mehr Sport machen, kam dann zurück. Ähm, ja, danke. Wann denn? Davon ab isses nicht leicht die richtige Menge Sport zu finden ohne gleich wieder Migräne zu bekommen. Den hats dann mehr interessiert warum ich komplett schwarz gekleidet war, und meinte noch, Magnesium würde eh nichts bringen. Dabei gabs da schon ne Studie die die Wirksamkeit belegt hatte. (Nur zur Erklärung, ich war da mit ca. 24 wegen einer manischen und ner anschließenden depressiven Episode, was sich bis jetzt *klopf auf Holz* zum Glück nicht wiederholt hat.)

    Nachdem Naratriptan immer gut geholfen hat und ich auch immer mal ein, zwei Wochen komplett ohne Migräne war, ists dann halt so weiter gelaufen ohne medizinische Betreuung, wozu auch nochmal zu jemandem anders gehen, wenns der Neurologe schon nicht ernst nimmt. (Wobei ich mich nach 1,5 Wochen ohne Migräne tatsächlich immer schon frage, ob jetzt was kaputt gegangen ist wie zb. Hirntumor.. Der normale Mensch fragt sich das wohl eher bei Kopfschmerzen, nicht bei deren Abwesenheit ;D)

    Hatte nur damals schon, meistens am Wochenende/Sonntag, ganz komische Migräne, die mich innerhalb von max. 30min komplett ausgeknockt hat und bei der nichtmal Naratriptan mehr geholfen hat, aber inzwischen hab ich rausgefunden dass ich wohl Probleme mit ner Histaminintoleranz habe. Nach einem eher unschönen Erlebnis als wir mit Kollegen gekocht hatten (Pilze, Tomaten, Muscheln, Parmesan usw…) und noch ein paar mehr Stunden mit Google vor ca. 2 Jahren hat sich das zum Glück gegeben, seit ich mit Histamin aufpasse (Wie auch so ein paar andere Sachen, Herzrasen aus „heiterem Himmel“ usw.)

    Übriggeblieben ist jetzt nur noch wieder die „normale“ Migräne. (Übrigens immer ohne Aura, ich kann mich dumpf erinnern dass ich ein paar Mal Blitze gesehen und Wortfindungsstörungen hatte, aber vll fünf Mal in all den Jahren, überwiegend nach stressigen Phasen wie Prüfungsphasen an der Uni)

    Naja, sonst bin ich, ursprünglich aus München, vor fast vier Jahren nach Hamburg und dann im Februar dieses Jahres nach Schottland gezogen. Das unterschiedliche Klima hat die Migräne übrigens nicht beeindruckt, war in Hamburg so gut/schlecht wie in München.
    Leider ist es dann die letzten zwei, drei Monate richtig schlimm geworden.

    Zuerst hatte ich ne Wohnung in Glasgow mit dem größten hyperaktiven Trampel überhaupt über mir (Altbau, Holzboden, und der hatte die Angewohnheit 24/7 durch die ganze Wohnung im Kreis zu rennen. Einmal waren es fünf Stunden am Stück, hin und zurück, hin und zurück, ungelogen.) Nachdem ich nicht die erste war die sich über den beschwert hat (er war rotzebesoffen als ich mal oben war abends um 7 weil Wasser durch die Decke lief – erzählte er mir erstmal dass er schon mal über jemanden gewohnt hat der dauernd an die Decke geklopft hat… Warum wohl?) und auch noch sein Rauch durch die Decke zu mir kam, bin ich dann nochmal umgezogen.

    War dann anscheinend doch etwas viel, nachdems die ersten paar Monate hier relativ gut war, hatte ich dann September (da bin ich das zweite Mal umgezogen) und Oktober fast durchgehend Migräne/Kopfschmerzen. Ich bins ja gewohnt dass es erst nach Stressphasen so richtig losgeht, aber das kannte ich so bis jetzt auch noch nicht, ich war auch psychisch dann irgendwann nur noch fertig, ich hätte nur noch heulen können, ob in der Arbeit, oder zuhause abends.

    Seit November gehts (auch dank Magnesium und B2, danke an das Forum an dieser Stelle!) wieder aufwärts, langsam aber sicher… Hab aber morgen trotzdem einen Termin beim Arzt, nachdems mich letztes Wochenende so flachgelegt hat, dass ich beim Notdienst angerufen hab. (Bin immer noch ganz geflasht, die am Telefon meinte nur ich würde nicht so klingen als wäre ich fähig irgendwo hinzugehen, es kommt dann jemand vorbei. Kam dann auch knapp 2h später und hat mir ein Rezept für Naratriptan und Naproxen dagelassen – hier gibts leider nur Sumatriptan rezeptfrei, das hatte da schon das dritte Mal so überhaupt nicht angeschlagen, und, ganz neu, kotzübel wars mir da auch noch. Habs dann sogar irgendwie den guten km zur Apotheke geschafft, sonst hätte ich zur Not auch Nachbars fragen können).

    Ich glaube langsam werde ich doch mal Richtung Prophylaxe gehen, auch wenn ich da aufgrund meiner Vorgeschichte eher vorsichtig bin, grad was Antidepressiva angeht. Aber es reicht langsam echt, scheint wohl auch viel hormonell zu sein, alles andere vermeide ich eh schon so gut es geht.

    Hab mal ne Weile NFP gemacht, ganz schlimm sind die Tage bis zum Eisprung, so ca. 2 Wochen, danach isses relativ gut, auch mal 1,5 Wochen gar nichts, und dann oft, aber nicht immer, wenn ich meine Tage bekomme (meistens so vier, fünf Tage später), gehts wieder los. Vll mach ich auch nochmal einen Versuch mit ner Gestagenpille.
    Ansonsten wohne ich jetzt in nem freistehenden Haus in ner absolut ruhigen Gegend, es ist himmlisch ? Arbeite zwar leider in nem Großraumbüro, davon ab ist der Job+Kollegen echt toll (Einer hat auch Migräne, der arme – sieht dann immer genauso miserabel aus wie ich…)

    Ok, langsam isses genug Text, sorry dafür (Ja, ich schreibe immer viel, und ich schreibe gern, eins meiner Hobbies.. Obs gut ist, mag ich selber nicht beurteilen ? Kurzfassen fällt mir jedenfalls schwer.)

    LG
    Andromeda

    Bettina Frank – Admin
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    Willkommen im Forum, Andromeda. 🙂

    Ob Dein Text gut ist oder nicht, kann ich erstens nicht beurteilen, weil mir grad die Zeit für so einen langen Text fehlt. Zweitens geht es bei uns hier nicht um schöne Aufsätze, sondern wir leisten Hilfe und können dies schneller und leichter, wenn ein Mitglied auf den Punkt kommt und nicht zu ausschweifend erzählt. 😉 Bitte bedenke, dass dies Beratung in der spärlichen Freizeit ist. Aber morgen werde ich mir irgendwann tagsüber sicher die Zeit nehmen können.

    LG Bettina

    Andromeda
    Teilnehmer
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    Kein Thema 🙂
    Hätte ich nur eine Frage gehabt wäre es sicher um einiges kürzer geworden oder ich hätte den wichtigen Teil markiert, aber naja, das war der Einstand und am Schluß fiel mir dann selber auf dass es an sich schon wieder viel zu lang geworden ist.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
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    So, nun zum zweiten Teil. 😉

    Also im Grunde schilderst Du einen Verlauf, den wohl die meisten von uns hier auch so kennen. Wichtig ist immer die adäquate Begleitung durch einen Neurologen (hast Du jetzt einen guten Arzt?) und passende Akutmedizin wie auch eine Prophylaxe, wenn man die zehn „erlaubten“ Behandlungstage im Monat nicht einhalten kann. Magnesium und B2 nimmst Du schon ein und es hilft Dir auch.

    Dann wünsche ich Dir jetzt erst mal, dass Du eine passende Prophylaxe demnächst finden kannst, damit sich die Schmerztage reduzieren. Habe ich nun übersehen, wie viele Schmerztage Du im Monat hast, oder hast Du gar nichts dazu geschrieben?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Danke für die antwort und fürs lesen 🙂

    Nein, du hast es nicht überlesen, ich habs nicht erwähnt weil ich nie wirklich gezählt habe. Ich weiß ich bin immer hart an der 10 Tage Grenze, vll auch etwas drüber, im Oktober hab ich dann einen Kalender geführt und bin auf 13 Schmerzmitteltage und gut 20 Tage mit Schmerzen, überwiegend Migräne, gekommen. Hatte dann aber Anfang Oktober auch schon mit Magnesium und B2 angefangen, und Anfang November dann auf einmal wieder ganze 7 Tage ohne jede Migräne. November hab ichs dann mit dem Aufschreiben wieder schleifen lassen, aber hatte bis auf die vorletzte Woche tatsächlich nur am Wochenende, und es geht allgemein auch wieder runter auf gefühltes normalmaß. Also wohl grad nochmal Glück gehabt, auch was MÜK angeht. War halt immer wirklich ca. 2 Wochen im Monat jeden zweiten Tag, dann aber auch so gut wie jeden Monat mindestens einmal 7 schmerzfreie Tage am Stück, wenn nicht mehr, deshalb hab ichs dann immer schnell wieder verdrängt und nie wirklich Kalender geführt. Hätte ich sollen, ich weiß.

    Naratriptan wirkt im Akutfall auch immer noch echt gut (Nur mit Sumatriptan bin ich echt durch, auch was die Nebenwirkungen bei mir angeht), aber mir persönlich wirds trotzdem einfach zu oft, auch weil ich vor den Anfällen meistens schon gut einen halben Tag echt in den Seilen hänge, was Müdigkeit angeht und ich im Stehen einschlafen könnte.

    Was Ärzte angeht bin ich grad am Suchen und das läuft hier in UK auch etwas anders als in DE, ich glaub da läuft wesentlich mehr beim Allgemeinarzt bevor die mal zum Facharzt überweisen. (Da hat man eh nicht die große Auswahl, da gehts nach Postleitzahlbereich) Mal schaun was der heute Abend zu sagen hat, war ja schon ganz positiv überrascht dass der Notdienstarzt letztes Wochenende von sich aus Naproxen dazu verschrieben hat, und zumindest soweit schon mal auf dem neuesten Stand war.

    Davon ab bin ich heute krank zuhause, weil mir seit letzten Montag dermaßen die rechte Schulter weh tut, und heute nacht wars dann so schlimm dass ich nichtmal schlafen konnte und echt durch den Wind war heute früh… Kenn das ja, so ein, zweimal im Jahr, aber normal wars immer nach etwa 4 Tagen und Bewegung von allein wieder weg. Nichtmal Naproxen hat gestern was gebracht. Vll wirds doch mal Zeit für Krankengymnastik… Aber gut, war „erst“ der 7. Krankheitstag dieses Jahr, und es ist ja bald vorbei. Es hätte aber auch einfach echt mal nichts sein können. 🙁

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28128

    Das Kopfschmerztagebuch sollte regelmäßig geführt werden, damit Du und auch der Arzt einen vernünftigen Überblick haben. Sonst kann man immer nur schätzen, was eine vernünftige Betreuung beeinträchtigt.

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Ja, ich weiß, ich hab da null Disziplin – hab aber immerhin die App schon und den Monat auch schon wieder angefangen. Ich glaub ich habs halt immer vermieden um es nicht schwarz auf weiß zu sehen.

    Arzt war grad genauso ein Griff ins Klo wie in DE auch. Fängt die gleich an von Topamax, dachte ich hör nicht richtig. Grad das sie vorher noch gefragt hat ob ich überhaupt schon mal was anderes ausprobiert hab. (nein, hab ich nicht, nur mal Citalopram aber nicht gegen Migräne und auch nur 10mg, und die Migräne hats nicht im geringsten interessiert. Genauso wie die zwei Jahre auf Quetiapin übrigens)
    Hab dann nach mehrmaligen nachfragen wies denn mit Nebenwirkungen davon aussieht und erklären warum ich nicht gerade mit Topamax anfangen möchte, jetzt ein Rezept für Propanolol, solls mal 3 (!) Wochen ausprobieren obs was bringt, dann kann man weiterschaun.
    Klar, gibt solche und solche Ärzte, das war wohl mal wieder Pech, aber muß man denn eigentlich echt immer alles selber machen und wissen?
    Ich weiß, beide haben als NW Depressionen angegeben, aber bin ich wirklich so falsch in meiner Denke dass man vll erstmal was anderes probieren sollte bevor man ausgerechnet mit Topiramat anfängt? Oder vll wenigstens mal nach der Vorgeschichte fragen.

    Mit dem ganzen Rest hab ich dann erst gar nicht mehr angefangen, Leitlinien lesen und dann ein Rezept organisieren kann ich auch selber. Außerdem hatte ich nach der beschissenen Nacht echt keine Nerven mehr für weitere Diskussion. Vll nächstes Mal wenn ich heute wenigstens mal wieder ohne dass es irgendwo weh tut schlafen kann. (Könnte…)
    Bin grad nur echt froh dass mein Arbeitgeber ne private Krankenversicherung zahlt, soweit ich das verstanden habe ist da zwar kein privater Hausarzt, aber sobald man ne Überweisung hat ein privater Spezialist abgedeckt. Und vll hab ich auch Glück mit dem Propanolol und das funktioniert schon.
    Sorry, ich weiß, ist nicht grad produktiv die Aufregerei, ich weiß es ist vll auch nicht die beste aller Ideen sich erst einen Arzt zu suchen wenns einem schlecht geht, aber mir reichts grad echt schon wieder 🙁

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Glaub das mit dem Propranolol hat sich dann auch erledigt. 🙁

    Hab Dienstag abends die erste genommen, war eine der schlimmsten Nächte die ich hatte bis jetzt.
    Bis ca. 5 in der Früh gar nicht schlafen können (Dann bis ca. 8 so ein bisschen, aber alle 20min wieder hellwach) erst Herzklopfen (Puls bei ca. 60, also nichtmal übermäßig langsam), pfeifen in den Ohren, jedesmal wieder aufgeschreckt wenn ich grad eingeschlafen wäre, Halsweh, Nackenschmerzen bis in die Oberarme, psychisch auch völlig daneben und dann noch den ganzen Mittwoch relativ aufgedreht, zwar körperlich langsam aber nicht müde. War dann auch in der Arbeit weil ich eh nicht hätte schlafen können. Erst gegend Abend gings dann wieder. Waren nur 40mg, und an sich sollte ich das zweimal am Tag nehmen. Ich kann das nichtmal in der Früh statt Abends nehmen weil ich dann trotzdem bis zum nächsten Morgen völlig verklatscht gewesen wäre, das geht auch nicht für ein paar Tage zum eingewöhnen. Heute hab ichs gegen Nachmittag mal mit einer viertelten probiert, in der Hoffnung so vll aufdosieren zu können, aber obwohls nichtmal ganz 10mg waren bin ich schon wieder hellwach und leicht überdreht, hatte erst Husten (der is jetzt wieder weg, dabei hab ich keine Probleme mit Asthma), merks im Hals und im Wechsel is mir warm und kalt.

    Schade, hätte es echt gern probiert, aber das ist mir echt zu heikel, ich will nicht dass das eskaliert richtung Manie, auch grad mit dem absolut fehlendem Schlafbedürfnis selbst bei 10mg. 🙁

    Das Beste wäre vermutlich wirklich zu schaun ob ich von der Hausärztin eine Überweisung zum Psychiater/Neurologen bekomme, oder? Ist zwar heute erst der zweite Schmerzmitteltag diesen Monat, aber muß ja nichts heißen.

    Lora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 524

    Hallo Melanie,

    Warum willst du keine AD als Prophylaxe probieren? Es gibt welche, die auch nachweislich gegen Migräne helfen. Mir hat z.B. 20 mg Escitalopram auch nix gebracht. Aber Venlafaxin hilft.

    Topiramat muss auch nicht unbedingt eine Depression verursachen. Und der kann auch mit AD kombiniert werden.

    Die Nebenwirkungen können auftreten und dann nach paar Wochen sich wieder legen.

    Wenn du von vorne rein AD, Antikonvulsiva, betablocker ablehnst, dann bleibt zu Magnesium und Vitamin praktisch nix übrig.

    Entspannung, geregeltes Tagesablauf usw..

    LG
    Lora

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Hi Lora,

    Das einzige was ich momentan noch kategorisch ablehne ist Topiramat. Vor allem wenn es eine Hausärztin verschreibt die mich das erste Mal für 10 minuten sieht, keine einzige Frage nach Vorgeschichte oder Vorerkrankungen stellt, und der gerade noch einfällt zu fragen ob ich schwanger bin oder werden möchte. Ich hatte ja angesetzt zu erzählen, aber dann fing sie schon an in ihrem Buch nach Topamax zu blättern, vor sich hinzumurmeln und ich hatte nicht den Eindruck dass sie groß zuhört.
    Der Bereitschaftsarzt hatte ja immerhin gefragt als er Propranolol vorgeschlagen hat, ob ich Asthma habe. Aber das konnte er halt so nicht verschreiben, deshalb bin ich ja zur Hausärztin.

    Davon ab ist meine persönliche Nutzen/Risikoabwägung von Topiramat einfach absolut negativ, solange ich überwiegend mindestens die Hälfte des Monats schmerzfrei bin und es mir gut geht. Und nach den zwei Ausreißermonaten sieht es danach ja auch wieder aus. Auch gerade nachdem sich die Attacken behandeln lassen, nur halt nicht auf Sumatriptan ansprechen, was mein Pech im November war und es mich zwei Wochenenden deshalb komplett ausgeknockt hat. Jetzt hab ich wieder Naratriptan und damit isses nach ca. 2h nachhaltig vorbei. (Was aber nichts dran ändert das ich nach wie vor immer hart an/über der 10 Tagesgrenze bin, deshalb auch die Prophylaxe)

    Betablocker wollte ich ja probieren, und ich könnte mit den körperlichen Nebenwirkungen auch ne gewisse Zeit leben, bei 10mg gings ja, und ich könnte es ja langsam einschleichen. Aber ich fühle mich da drauf eben genauso wie als es damals mit der Manie angefangen hat. Auch bei 10mg, fast schon high und euphorisch, inkl hyperfocusiert und rededrang. Und ich kann nicht sagen ob das bleibt, weg geht trotz weiterer einnahme, weg geht wenn ich damit aufhöre, oder ob das nicht irgendeinen Schalter umlegt. Ich weiß halt dass mein Hirn dazu auch prinzipiell ohne Medikamente nur mit Stress als Auslöser in der Lage war, und es sogar immer noch schlimmer wurde als der damalige Auslöser dann definitiv vorbei war.

    Das letzte Mal als ich mich auf Medikamenten so gefühlt habe war es Mönchspfeffer, der irgendwie übers dopaminerge System wirkt, und das ich nach einer Woche wieder abgesetzt habe, obwohl ich überhaupt nur eine viertel Tablette am Tag genommen hab. Als Abschiedsgeschenk gabs noch ne Woche Depression hinterher, die ich schon als mittelschwer bezeichnen würde.

    Das gleiche kann auch bei AD passieren, weshalb ich da vorsichtig bin, sie aber nicht prinzipiell ablehne. Die hat die Ärztin nichtmal angesprochen. Ich hatte schon überlegt unabhängig von Migräne vll nach Trimipramin zu fragen, weil ich momentan auch relativ häufig Schlafprobleme habe. Das hab ich schon mal genommen, in niedriger dosis, allerdings war ich damals auch noch auf Seroquel, einem Neuroleptikum von dem ich immer viel zu früh wieder aufgewacht bin. Käme also auch auf einen Versuch an ob ich damit ohne NL austicke oder nicht.

    Ruhe und Entspannung ist grad den letzten Monat erstmal wieder möglich, und wie gesagt, es geht auch echt wieder aufwärts, aber halt langsam. Werde auch über Weihnachten hier in Schottland bleiben und nicht heimfliegen, weils einfach zuviel Stress ist. Das Geld für den Flug werde ich in einen Crosstrainer investieren, und auch dem Sport nochmal ne Chance geben.

    LG
    Andromeda

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28128

    Hallo Andromeda,

    Betablocker könnte man auch noch niedriger eindosieren, oder einen anderen testen. Nach einem Tag schon aufgeben, bedeutet, dass diese Prophylaxe vielleicht für immer abgehakt wird. Wäre schade.

    Aber insgesamt sieht es so aus, dass eher Antidepressiva für Dich passend wären. Wenn Du sowieso über Trimipramin nachdenkst, dann teste dies doch mal.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Hallo Bettina,

    da hab ich mich wohl etwas schlecht ausgedrückt – ich schließe nicht mit sämtlichen Betablockern für alle Zeiten ab. Da bin ich ganz bei euch dass die sicher sehr effektiv bei guter Verträglichkeit sind.

    Was aber wirklich gar nicht geht ist einfach mal alleine probieren und warten was passiert, wenn ich jetzt zweimal sämtliche Frühnwarnzeichen hatte, wie es damals bei mir mit der Manie losgegangen ist. Ich weiß nicht ob man das nachvollziehen kann wenn man es nicht erlebt hat, aber es ist halt weit mehr als nur aufgedreht zu sein.
    Und da bin ich mir auch überhaupt nicht sicher dass es wieder aufhört wenn ich es absetze, grade weil noch Schlafmangel durch fehlende Müdigkeit dazu kommen würde, was für sich alleine über längere Zeit schon Gift+Trigger ist. Damals war es „nur“ Stress der das ganze ziemlich nachhaltig getriggert hat. Vll ist das anders bei jemandem der nicht die Anlage zu einer Bipolaren Störung hat und man kann da fast sicher sagen es hört wieder auf wenn man es absetzt.

    Ich schließe aber nicht aus auch Propranolol nochmal zu probieren sobald ich einen Psychiater/Neurologen hier gefunden habe der das begleiten würde, weil ich ganz ehrlich denke dass die Hausärztin dafür nicht die richtige ist.

    Ich hatte unwahrscheinlich Glück dass es bis jetzt bei jeweils nur einer richtigen manischen und depressiven Episode geblieben ist, die auch noch relativ leicht verlaufen sind, sprich ohne Psychiatrieaufenthalt und stand auch nicht vor den Scherben meiner Existenz und bin auch nicht auf Phasenprophylaktika, ich hab da einfach zuviel Respekt davor auch nur eine Woche was zu nehmen was mich 24h am Tag wieder so fühlen lässt, ohne halbwegs kompetente Begleitung. Das hat in dem Fall dann nichts mit aufgeben zu tun.

    Meine damalige Psychiaterin hat mir die 10mg Citalopram trotz bipolar auch nur gegeben weil ich a) kaum noch aus dem Bett gekommen bin und sie schon fast angebettelt hab, b) dazu noch auf NL war und meinte auch ich solle es sofort absetzen falls es wieder kippt. Glaub der Rat ist auch bei allen anderen Sachen prinzipiell nicht verkehrt.
    Vermutlich sind da aber die trizyklischen AD auch noch besser, weil sedierend. Werde aber auf jeden Fall am Montag nochmal einen Termin machen (Und vll einen anderen Arzt erwischen, da arbeiten ja noch mehrere), und nach einem anderen Betablocker fragen (oder/und vll doch mal ADs ansprechen).

    LG
    Andromeda

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 9 Monate von  Andromeda.
    Bettina Frank – Admin
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    Hallo Andromeda,

    wenn eine bipolare Störung besteht, wurde Dir vielleicht auch schon mal Lithium angeboten. Aber Du hast recht, dass Du die engmaschige Betreuung durch einen Psychiater benötigst, damit ist nicht zu spaßen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andromeda
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Hi,

    Danke Dragonfly für deine lieben Worte.
    An alle, und auch speziell an Bettina ein großes Danke und: Ich hoffe ich konnte das jetzt wirklich alles etwas besser erklären 🙂 Ich will wirklich nicht dass es den Eindruck macht ich wäre nur einfach gegen alles weil hier und da mal etwas zwickt oder Anfangs NW auftreten. Ich finde dieses Forum und euren Einsatz wirklich absolut toll und möchte auch nicht dass es von mir rüberkommt als wäre ich undankbar.
    Ich hatte auch echt Hoffnung was den Betablocker angeht, umso mehr überrascht es mich dass ich da so (scheinbar) paradox drauf reagiere.
    Lithium wurde mir tatsächlich nie angeboten, ich war zwei Jahre auf Seroquel in wechselnder Dosierung, habe es dann ausgeschlichen, da war ich auch mit dem Studium fertig (und ein ganz großes Stück – für mich subjektiv – existenzbedrohender Stress jede Prüfungsphase wieder weggefallen ist) und seit dem war gott sei dank, bis die normalen Schwankungen ruhe. Phasenweise hab ich die Diagnose schon in zweifel gezogen oder es als einmalige Sache abgetan, wenn nicht Erlebnisse wie mit dem Mönchspfeffer und jetzt mit dem Propranolol dazwischen gekommen wäre und mich wieder auf den Boden geholt hätten. Anscheinend bin ich was Medikamente angeht da eher empfindlich. Wie gesagt, ich scheine gerade nochmal ziemlich Glück gehabt zu haben was den Verlauf angeht, aber provozieren will ich nichts.

    Lg und ein hoffentlich migränefreies Wochenende
    Andromeda