Guten Morgen, ich bin neu hier und möchte mich vorstellen (Sommerwind)

Ansicht von 30 Beiträgen - 91 bis 120 (von insgesamt 144)
  • Autor
    Beiträge
  • Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Liebe Sommerwind,

    du schreibst, dass dich (zwar nicht im Moment, aber ansonsten schon ab und an) auch Spannungskopfschmerzen plagen. Das ist vermutlich der kleinste von deinen ganzen Bergen, die sich derzeit vor dir aufgebaut haben, aber vielleicht einer, den man mit einfacheren Mitteln bezwingen kann. Wenn du den Geruch verträgst, wäre Minzöl (Euminz) eine Option – auf Stirn und Schläfen aufgetragen kann es Spannungskopfschmerz lindern. Oder ein TENS-Gerät, das kann dir dein Arzt zum testen verschreiben, sie sind aber auch im Einkauf nicht besonders teuer – 2 Elektroden an die Schläfen, 2 in den Nacken und auf ganz schwacher Stufe eingestellt, hilft es mir sehr gut bei Spannungskopfschmerz. Vielleicht hilft dir eine dieser Ideen, um zumindest an den Tagen, dir „nur“ Spannungskopfschmerzen mit sich bringen, diese zu lindern und damit die Medikamententage sicher für die Migräne zu haben. Nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ich wollte dir den Gedanken trotzdem kurz mitteilen 🙂

    Wie das mit dem „einfach“ funktionieren soll, wüsste ich manchmal auch nur zu gerne…
    Wobei ich eine Wortdefinition gefunden habe, die besagt, dass „einfach“ auch verwendet wird, um eine Aussage zu verstärken. Also eigentlich je nach Situation genau das Gegenteil von einfach…

    Vielleicht ist es mit dem einfach so, wie mit dem Wort „Umfahren“ – das Gegenteil davon ist „Umfahren“, genau dasselbe Wort mit komplett unterschiedlicher Bedeutung…

    Ansonsten wünsche ich dir, liebe Sommerwind, dass bald bessere Zeiten kommen mögen und dass du einen guten Weg für dich findest!
    Und euch allen ein schönes Pfingstwochenende und die Möglichkeit, das jetzt wieder besser werdende Wetter draußen genießen zu können!

    Liebe Grüße, Tanni

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Vielleicht ist es mit dem einfach so, wie mit dem Wort „Umfahren“ – das Gegenteil davon ist „Umfahren“, genau dasselbe Wort mit komplett unterschiedlicher Bedeutung…

    EINFACH GENIAL, liebe Tanni!!!
    Wenn man anfängt zu sinnieren, gibt es ganz viele dieser „Teekesselchen“! Da kann man doch die Sprache ganz neu entdecken!

    Vielleicht machen wir es uns mit der Akzeptanz auch manchmal EINFACH zu schwer! Es ist ja auch nicht einfach! Aber vielleicht könnte es manchmal ein bisschen einfacher sein, wären da nicht Angst, Wut, Verzweiflung, Erschöpfung, blank liegende Nerven…!

    Ich versuche jetzt, meine mittelstarke Migräne einfach mal mit Reisetabletten besser zu akzeptieren und nicht weiter wütend zu sein und einfach alá Progressiver Muskelentspannung die Anspannung aus meinem Gesicht „herausfließen“ zu lassen. Dieses „Loslassen“ macht die Schmerzen schon ein kleines bisschen erträglicher.
    Ich wünsche mir, dass ich so ohne Akutmedikamente durch meinen Tag komme!

    Und euch wünsche ich auch einen schönen Tag!
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Zum Thema „einfach“ gibt es ein geniales Lied von Gerhard Schöne, das da heißt „Ganz einfach“! Darin besingt er, wie einfach es eigentlich geht, und wir Menschen es verstehen, es uns nicht einfach zu machen…!

    Viva la Vida! ?

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben,

    nach langer, langer Zeit schreibe ich euch mal wieder.
    Das Topiramat hat leider überhaupt nichts weiter gebracht und nach einer Einnahme von 5 Monaten
    wurde es abgesetzt. Nächste Woche habe ich einen Termin bei meinem Neurologen um die weiteren Dinge zu besprechen.
    Die Migränetage halten sich weiterhin zwischen 12 und 18 Tagen im Monat. Ich habe allerdings nicht mehr so häufig diese Spannungskopfschmerzen, aber die Attacken gehen meistens wirklich erst mit dem Triptan. Ich versuche immer erst zu trinken, Kaffee mit Zitrone und Minzöl, aber meistens erfolglos, die Attacken bauen sich weiter auf.

    Meine Unterlagen sind jetzt in Kiel und ich warte gespannt auf eine Nachricht.

    Mein Gyn. hat mir ans Herz gelegt, mir zu überlegen, ob ich mir vielleicht die Gebärmutter entfernen lasse,
    einmal aus dem Grund, dass die meisten Migränetage in der Zeit Vor- In- und Nach der Regelblutung sind und er denkt, dass die Hormone Schuld sind und weil ich so lange und massive Blutungen habe. Ich stehe dem sehr skeptisch gegenüber, habe auch hier viel gelesen und nichts gefunden, was es unbedingt befürwortet. Oder gibt es inzwischen jemanden, dem diese OP geholfen hat?

    Ich werde nächste Woche meinen Neurologen fragen, was er davon hält.

    Gleichzeitig habe ich mir auch einen Termin bei einer Psychologin gemacht, da meine Stimmung in letzter Zeit oft auf dem Nullpunkt ist. Ich bin einfach müde und erschöpft von den ganzen Attacken und den ständigen Schmerzen und einfach nur noch genervt davon.

    Ich hatte meine Arbeitszeit reduziert in der Hoffnung, dass es der Migräne gut tut, aber außer Sorgen um das Geld hat es nichts gebracht, die Attacken sind unverändert oft und das Geld reicht für unsere Familie eigentlich nicht aus.
    Bedingt durch diese Sorgen, ist das auch nicht gerade förderlich für das Migräneköpfchen.

    Ich habe aufgrund eines LWS-Bandscheibenvorfalls schon den GdB 30% seit 2012 und habe mich jetzt doch dazu durchgerungen, wie die Klinik empfohlen hat, eine Erhöhung zu beantragen und habe die Migräne und den Vorfall in der HWS vom März noch nachgereicht. Die Bearbeitung kann bis zu 4 Monate dauern, habe schon ein Schreiben bekommen.
    Was denkt ihr, wird es erhöht?

    Ansonsten habe ich es aber endlich geschafft zu akzeptieren, dass die Migräne und meine kaputte Wirbelsäule zu meinem Leben gehören. Ich habe gelernt offen über alles zu reden und es nicht zu verschweigen aus Angst vor den Reaktionen. Es ist eben, wie es ist und ich habe mir das nicht ausgesucht und wäre natürlich viel lieber fit und gesund, wie wir alle hier ;-), aber so ist es eben nicht und nun versuche ich alles um wenigstens mehr Lebensqualität zu bekommen.

    Ich freue mich sehr auf Kiel und lege meine ganze Hoffnung in diese Klinik.

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße eure Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Sommerwind,

    schön, wieder etwas von dir zu hören!

    Die Zitrone und das Minzöl im Kaffee kannst du getrost weglassen. Außer dass es scheußlich schmeckt, wirst du davon keinen Effekt haben. Nimm lieber Zucker dazu, dann kannst du mit der Kombination von Koffein und Zucker vielleicht eine schwächere Attacke im Vorfeld abfangen. Oder probiere es mit einem großen Glas Cola (das normale), das hat denselben Effekt.

    Es wurde schon viel zu vielen Migränefrauen die Gebärmutter entfernt, ohne dass es auch nur den Hauch einer Besserung gegen die Migräne brachte. Davon kann ich dir nur abraten. Viele hier haben schon von dem vollzogenen Eingriff berichtet, ich kann mich an keine Frau erinnern, der es etwas in Bezug auf die Migräne gebracht hätte.
    Wenn du sehr lange und starke Blutungen hast, könnten Veränderungen in der Gebärmutter eine Ursache sein. Wurde das mal untersucht? Hast du auch deinen Eisenspiegel im Blick?

    Was du im Bereich der Akzeptanz deiner Erkrankungen geschafft hast, ist prima und ein ganz großer und wichtiger Schritt. Wenn man an den Schmerzen schon nicht viel drehen kann, kann man es immer noch an der Einstellung dazu. Jeder von uns muss durch diesen Prozess durch, jeder auf seine ganz individuelle Art.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 2 Wochen von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 2 Wochen von  heika.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Sommerwind,

    ich freu mich auch, hier von dir zu lesen.

    Jetzt grad, nachdem ich ein paar Beiträge von dir gelesen hatte, stelle ich fest, das Heika schneller war. 🙂 🙂 🙂 Meine Antwort erübrigt sich. Heika hat all das geschrieben, was auch mir wichtig war.

    Dein Aufentahlt in der Schmerzklinik in Kiel steht ja bevor. Eigentlich ist das das Wichtigste. Dort wird man auch feststellen, inwieweit der Spannungskopfschmerz vorherrscht, und welche Medikation die richtige ist. Ein wirklich guter Medikamentenplan und eine richtige Vorgehensweise könnten dir vielleicht noch helfen, den ein oder anderen Tag an Medi´s einzusparen.

    Schau zuversichtlich in die Zukunft, diese Gedanken entspannen. Es wird dir gut tun.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Guten Morgen liebe Sommerwind,

    auch ich freue mich sehr, wieder von dir zu lesen.

    Ich halte dir ganz fest die Daumen, dass die Zeit bis zu einem Klinikaufenthalt in Kiel schnell vergeht und du davon sehr profitieren wirst!

    Nun habe ich mir – wie von dir, liebe Heika, hier wiederholt , auch zwei Flaschen Cola gekauft, um bei einem beginnenden Anfall diese Möglichkeit auszuprobieren. Kaffee mit Zucker würde ich sicher noch schlechter „runterbekommen“ als Kaffee mit Zitrone – schüttel….!

    Zur Gebärmutter-OP: ich habe sie mir rausnehmen lassen, da ich immer sehr starke und sehr schmerzhafte Blutungen hatte, die mich meist zwei Medikamententage „gekostet“ haben. Natürlich spekulierten meine Frauenärztin und ich auch darauf, dass sich die Migräne in irgendeiner Form beeinflussen lässt, Hauptziel war das allerdings nicht. Die Migräne war völlig unbeeindruckt von dieser Maßnahme. Meine Eierstöcke wurden nicht entfernt und somit sind die Hormone nicht „ausgeschaltet“. Aber ehrlich – ich kenne niemanden, dem die Entfernung der Gebärmutter oder eine Total-OP eine Änderung der Migräne beschert hat. Die Frage wäre, wo du bei dieser Maßnahme dein Hauptziel sähst.
    Was ich nach dieser OP wirklich genieße, ist, dass ich keine Blutungen und keine Regelschmerzen mehr habe, das fühlt sich nach wie vor nach mehr Lebensqualität für mich an.

    Ich wünsche dir, dass du einen Psychologen findest, der sich mit Schmerzen auskennt, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst und mit dem du gut „arbeiten“ kannst, um für dich hilfreiche Strategien und Ressourcen zu erarbeiten oder auszubauen! Ich kann nur sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, mich in die Hände meiner Schmerzpsychotherapeutin zu begeben, auch wenn ich lange noch nicht am Ziel bin und seit einiger Zeit das Gefühl habe, einen mächtigen Rückfall zu erleiden, aber das gehört jetzt nicht hier hin.

    Ob der GdB erhöht wird, würde ich versuchen, ganz entspannt abzuwarten. Selbst, wenn es so lange dauert, wird er meines Wissens nach (so war es bei mir) rückwirkend ab Antragstellung erhöht.

    Es klingt gut, dass du dich öffnest und deine „Baustellen“ nicht versteckst oder abdeckst. Das kann es einfacher für dich und vielleicht auch für die anderen machen, wobei die Sicht der anderen nicht in deinen Aufgabenbereich fällt, das muss ich auch noch lernen!

    Ich wünsche dir alles, alles Gute!

    Ganz liebe Grüße

    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Liebe Sommerwind,

    eine Total-OP ist schon ein ziemlich heftiger Eingriff.

    Ich hatte zur Migräne jeden Monat starke Schmerzen durch die Blutung, so schlimm, dass ich Nächte jammernd auf dem Heizkissen verbracht habe.
    Mir hat die Hormonspirale geholfen.
    Eine durchgenommene Pille kann natürlich auch eine Lösung sein.

    Wie du ja bereits gelesen hast, ändert die alleine Entfernung der Gebärmutter nichts am Hormonzyklus

    LG Anna

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Sommerwind,

    Mein Gyn. hat mir ans Herz gelegt, mir zu überlegen, ob ich mir vielleicht die Gebärmutter entfernen lasse,
    einmal aus dem Grund, dass die meisten Migränetage in der Zeit Vor- In- und Nach der Regelblutung sind und er denkt, dass die Hormone Schuld sind und weil ich so lange und massive Blutungen habe. Ich stehe dem sehr skeptisch gegenüber, habe auch hier viel gelesen und nichts gefunden, was es unbedingt befürwortet. Oder gibt es inzwischen jemanden, dem diese OP geholfen hat?

    Deinen Gynäkologen schicke entweder zu einer Fortbildung zum Thema Kopfschmerz und Migräne, oder er soll sich dahingehend lieber nicht mehr äußern. Ich kann es nicht fassen, dass auch heutzutage noch solche Vorschläge kommen. 🙁 Früher war es gang und gäbe, Migränekranken die Gebärmutter zu entfernen, Zähne zu ziehen, die HWS zu operieren und was weiß ich, was sonst noch manipuliert wurde – ohne zu verstehen, was Migräne ist.

    Migräne ist eine neurologische Erkrankung, eine primäre Erkrankung und nie das Symptom einer anderen Erkrankung. Sicher können Hormone triggern, so wie andere Faktoren auch, aber sie sind nicht der Grund für Migräne und schaltet man sie aus, ist die Migräne immer noch da. Zumal man ja auch die Eierstöcke mit entfernen müsste, wenn man sich schon auf so einen Wahnsinn einlassen würde.

    Bitte warte mit allem auf Kiel, dort wird man Dich eingehend beraten.

    Ich habe aufgrund eines LWS-Bandscheibenvorfalls schon den GdB 30% seit 2012 und habe mich jetzt doch dazu durchgerungen, wie die Klinik empfohlen hat, eine Erhöhung zu beantragen und habe die Migräne und den Vorfall in der HWS vom März noch nachgereicht. Die Bearbeitung kann bis zu 4 Monate dauern, habe schon ein Schreiben bekommen.
    Was denkt ihr, wird es erhöht?

    Das wird ziemlich sicher klappen, wobei der Antrag nach dem Aufenthalt in Kiel und mit entsprechender Bestätigung noch reibungsloser durchgegangen wäre. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben!

    Danke für eure Antworten.

    Das ich die Zitrone und das Minzöl weglassen kann, hatte ich jetzt schon öfter gehört.
    Dann werde ich es wohl mal durch Zucker ersetzen und mir Cola kaufen und hoffen das ich leichtere
    Anfälle damit in den Griff bekomme.

    Die Schleimhaut der Gebärmutter sieht wohl nicht so schön aus, er meinte sie sei normalerweise glatt begrenzt
    und bei mir sieht es verwaschen aus mit wenig Struktur. Der Eisenspiegel wurde in letzter Zeit nicht kontrolliert, vor Jahren musste ich mal Eisentabletten nehmen, weil das Blutbild mal auffällig war.
    Ich habe auch oft mit Schmerzen zu kämpfen und starken Blutungen, aber nicht jeden Monat. Ich glaube aus diesem Grund würde ich mich nicht operieren lassen. Die Blutungen sind meistens 10 Tage, davon 1-2 echt heftig, aber damit habe ich gelernt umzugehen. In diesem Jahr war es dreimal, wo ich wirklich zum Gyn. musste, weil die Blutungen so massiv waren, dass es mir Angst machte, aber die Stärke hängt auch oft mit dem Stresspegel in dem Monat zusammen.
    Die Spirale (Hormon und Kupfer) hatte ich schon, da hat sich die Gebärmutter entzündet und die musste wieder entfernt werden und egal von welcher Pille, habe alles probiert, ich bekomme immer Herzrhythmusstörungen.

    Wie ihr schon schreibt, ich habe auch noch keine Frau gefunden, die sagt nach dieser OP, geht es mir super und die Migräne ist weg oder deutlich besser. Erschließt sich mir auch nicht, wie ihr schon schreibt, eine neurologische Erkrankung hat ja damit wenig zu tun. Und die Eierstöcke würde er ja drin lassen, damit ich nicht gleich in die Wechseljahre ruschte. Das passt ja auch nicht zusammen. Wie ich schon geschrieben habe, ich bin davon wenig überzeugt.
    Und ihr bestätigt mich in dieser Meinung.

    Mit dem GdB warte ich ab und wenn, es nicht funktionieren sollte, stelle ich nach Kiel einen neuen Antrag.
    Wird ja sicher noch mindestens ein halbes Jahr dauern bis ich aufgenommen werden kann, aber nach 20 Jahren mit dieser Krankheit, werde ich auch diese Monate noch schaffen!

    Ich freue mich so sehr darauf! Ich bin so gespannt und hoffe einfach nur, dass ich danach deutlich weniger Migränetage habe und wieder mehr Kraft zum kämpfen und leben.

    Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße

    eure Sommerwind 🙂

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Sommerwind,

    manchmal verursachen Schleimhautauffälligkeiten starke Monatsblutungen, da könnte eine einmalige Ausschabung der Gebärmutter evtl. Abhilfe schaffen. Doch da es bei dir nicht jeden Monat so stark ist und du auch „nur“ 1-2 sehr starke Blutungstage hast, scheint das durchaus noch im Bereich des Normalen zu liegen.

    Da du eine Stressabhängigkeit bei dir erkennen kannst, hast du glücklicherweise einen Ansatzpunkt, an dem du selber etwas verändern kannst. Man muss dann nur noch die Theorie in die Praxis umsetzen. Was nicht immer ganz einfach ist. ?

    Und was die Eisenwerte betrifft, kannst du ja beim nächsten Mal, wenn eh ein Blutbild gemacht wird, darum bitten, dass man das mit kontrolliert. Solange du nicht auffällig müde und schlapp bist, würde ich da nichts extra unternehmen. Höchstens mal ein Schnitzel extra essen. 😉 Das Eisen, das in rotem Fleisch reichlich enthalten ist, ist für den Körper am leichtesten zu verwerten.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 2 Wochen von  heika.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Sommerwind,

    ok, nach Deinen ergänzenden Erklärungen steht die Empfehlung zur Entfernung der Gebärmutter nicht mehr so da, als wäre es nur ein Rat bezüglich der Migräne. Dann rege ich mich auch gerne wieder ein wenig ab. 😉 Trotz allem solle man erst mal eine Kürettage (Ausschabung) überlegen, bevor man an so einen drastischen Schritt denkt.

    Wird ja sicher noch mindestens ein halbes Jahr dauern bis ich aufgenommen werden kann, aber nach 20 Jahren mit dieser Krankheit, werde ich auch diese Monate noch schaffen!

    Das ist eine gute und richtige Einstellung.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben,

    das mit der Ausschabung hatte der Gyn. auch erwähnt, dass die Blutungen danach manchmal besser sind, in Hinsicht auf die Migräne und den Blutungsbeschwerden hat er dann aber gemeint, ich solle überlegen, wegen der Total OP.
    Mein Neurologe hat auch gesagt, das er das nicht machen würde und es seines Wissens nach niemanden gibt, dem es danach weniger Migränetage beschert hat. Bestätigt ja meine Meinung.

    Ich fühle mich schon sehr müde und schlapp, aber ich denke, das liegt auch einfach an diesen ständigen Attacken, die kräftezerrend sind und das ich im normalen Alltagswahnsinn ? mit Arbeit und meinen Schätzen zu Hause, einfach keine Zeit zum erholen von den Attacken bleibt.

    So nun zu meinem Neurologenupdate…
    Ich bin irgendwie sehr unzufrieden mit diesem Termin. Er hat gemeint, das Topiramat dann als Prophylaxe auch fehlgeschlagen ist, man könnte es noch mit Amitriptylin versuchen, aber hat wohl eine Patientin die mit 100mg ASS täglich ihre Kopschmerzen losgeworden ist. Kopfschmerzen, ich hab doch Migräne. Ich soll das versuchen mit dem ASS.
    Und ich soll mir überlegen, ob ich mir Botox spritzen lasse. Das mit Kiel findet er gut und unterstützt mich, wo er kann. ASS finde ich sehr fragwürdig. Botox hab ich hier gelesen, ist wohl ganz gut, aber dafür brauche ich doch erstmal ganz sicher die Diagnose chronische Migräne oder?

    Da meine Attacken ja oft mehrere Tage hinteinander sind, fragte ich nach einem länger wirksamen Triptan, das gibt es sagt er, muss man aber kaufen. Ich habe im Schnitt 15 Attacken im Monat und ich weiß, dass 2 Tabletten um die 10 Euro kosten, dass kann ich unmöglich bezahlen.

    Er hatte noch 2 Kliniken empfohlen in Königsstein und Düsseldorf, da wären die Wartezeiten nicht so lang.

    Ich habe noch Amitriptylin hier, da hatte ich mal für den Rücken zur Schmerztherapie bekommen. Abends 10mg.
    Vielleicht sollte ich es einfach selber versuchen.
    Mit welcher Dosis steigt man normalerweise da ein und welche Dosis ist nach Steigerung optimal für die Migräne?

    Im Befund steht wieder Diag.: Migräne mit V.a. chronische Form. Aber muss er denn nicht mal was anderes machen um es rauszufinden?

    Schöne Grüße eure Sommerwind

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  Sommerwind.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Sommerwind,

    kennst du das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Darin sind alle wichtigen Informationen rund um das Thema Migräne enthalten, auch, ab wann man eine Migräne eine chronische nennt.

    Man spricht von einer chronischen Migräne, wenn man an mindestens 3 Monaten hintereinander mindestens 15 Kopfschmerztage aufweist, davon mindestens 8 mit Migräne. Die anderen 7 Tage können auch Spannungskopfschmerzen sein, diese sind in der Diagnose chronische Migräne dann sozusagen integriert.

    Wenn du im Schnitt 15 Attacken im Monat hast, hättest du alleine schon durch deine Migräne die Kriterien für eine chronische Migräne erfüllt. Und dann übernimmt deine Krankenkasse auch die Botox-Behandlung.

    Das mit den 100mg ASS lass bitte bleiben! Ich habe durch eine andere Erkrankung jahrelang täglich 100mg ASS geschluckt, meinen Kopf hat das überhaupt nicht interessiert. Doch du reizt unnötig die Magen- bzw. Darmschleimhaut (normales ASS löst sich im Magen, ASS protect im Dünndarm auf), was zu neuen Problemen führen kann.
    Manchen Migränepatienten kann Aspirin schon helfen, dann aber in ausreichender Dosierung von 1000mg, selten die Hälfte. Hängt ja auch immer von anderen Faktoren, z.B. vom Körpergewicht, ab. Vielen helfen die normalen Schmerzmittel überhaupt nicht, für diese sind die Triptane unersetzlich.

    Naratriptan ist in der Apotheke frei verkäuflich, hat eine Halbwertszeit von ca. 6 Stunden und wirkt somit ca. 24 Stunden im Körper. Noch sehr viel länger wirkt jedoch Frovatriptan mit einer Halbwertszeit von ca. 12 Stunden, dieses ist allerdings rezeptpflichtig und hat leider bei einer 12-er Packung eine Zuzahlung von über 35,-€ bei mir. Das sollte der Neurologe eigentlich wissen.

    Wegen des Amitriptylins kann ich dir leider nichts schreiben. Ich selber bin auch kein Fan von eigenem Ausprobieren bei sehr wirksamen, verschreibungspflichtigen Medikamenten.

    Einen Aufenthalt in Kiel würde ich auf jeden Fall anstreben, nirgends wird dir kompetenter geholfen. Gut, dass dein Neurologe dich darin unterstützt, ich würde das zügig angehen, denn die Wartezeiten sind lang. Doch es lohnt sich!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  heika.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Sommerwind,

    zu Heikas Ausführungen fallen mir noch ergänzend ein paar Dinge ein.
    1. Weitere Untersuchungen zum Thema chronische Migräne hat dein Neurologe nicht zur Verfügung, da geht es rein um die Anzahl der Tage. Darum meine Frage, hast du 15 Attacken im Monat oder 15 Tage mit Migräne? Wenn deine Attacken sehr lang sind, kämst du ja leicht über die geforderte Mindestanzahl. Aber auch die genau 15 Tage könnte er m.E. ohne Probleme als chronische Migräne bezeichnen, und dir dann auch das Botox spritzen. Ich würde es an deiner Stelle auf jeden Fall versuchen.
    2. ASS 100mg tägl. hat man bis vor ca. 15 Jahren noch als Prophylaxemöglichkeit gesehen, heute absolut nicht mehr.
    3. Die beiden freiverkäuflichen Triptane sind im INet ganz günstig zu bekommen. Ich bestell mir mein Almotriptan immer bei Medikamente per Klick. Es ist da zwar nicht am günstigsten, aber portofrei ab 10,-€ Einkauf. Das Naratriptan, das 2. freiverkäufliche hat eine längere Wirkzeit, fängt aber auch später an!

    Lieber Gruß,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  Julia.
    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 672

    Hi Sommerwind,

    ich nehme seit Jahren Naratriptan 2,5mg. Ja das gibt es frei verkäuflich in 2er Packungen. Aber ich kriege es schon immer auf Rezept vom Schmerztherapeuten oder vom Hausarzt mit 5€ Zuzahlung pro Rezept. Bei mir gabs da nie Probleme. Die Höchstmenge sind 12 Tabletten. Hake da nochmal nach!
    Wenn ich es mit Naproxen 500mg kombiniere wirkt es schneller und länger. Damit komme ich persönlich super klar.

    Zum Amitriptylin: ich nehme das seit 2012 – mit einer Pause. Man sollte langsam eindosieren. Ich habe immer mit 10mg abends angefangen. Am Anfang hat mich das sehr müde gemacht und ich hab 3h nach der Einnahme spätestens geschlafen :o)

    Das hat sich dann aber nach ein paar Wochen gelegt. Meine Enddosis ist nach einigem rum probieren 25mg abends. Damit komme ich gut klar, hab kaum Nebenwirkungen und es wirkt sich gut auf die Migräne aus.

    Aber ich würde es NIE ohne ärztlichen Rat machen. Ich brauche die Sicherheit, einen Arzt zu haben, den ich jederzeit erreichen kann, wenn Nebenwirkungen auftauchen, mit denen ich nicht klar komme.

    Mir ist das einmal passiert (nicht mit Ami) und der Arzt der mir das verschrieben hatte war im Urlaub und kein anderer Arzt (inkl. Uniklinik) wollte sich dazu äußern.

    Ich kann deinen Frust über den Arzt nachvollziehen; mir geht das auch oft so. Oft ärgere ich mich, dass ich nicht schlagfertiger bin – aber gerade wenn es einem nicht so gut geht hofft man auf echte Hilfe und nicht auf „gut gemeinte aber unsinnige“ Ratschläge.

    Zum Glück hast du ja headbook, und kannst fragen bevor du alles mögliche ausprobierst.

    Jeder reagiert anders auf eine Prophylaxe. Ich hatte Topiramat nicht vertragen. Amitriptylin funktioniert bei mir recht gut. Aber wenn du schon auf Kiel wartest, dann warte besser ab, bevor du noch weiter rum probierst – da bekommst du eine „gescheite“ Diagnose und einen Weg, den du gehen kannst.

    Grüßle Daniela

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Sommerwind,

    Das Naratriptan bestelle ich mir immer im Internet,- online Apotheken- zwischen zwei und drei Euronen pro 2 Tabletten.
    Das Verschreiben hebe ich mir für Sumatriptan auf, weil es bei starken Attacken schneller wirkt.
    Aber wenn dir das Naratriptan immer reicht, würde ich es auch verschreiben lassen.

    Liebe Grüße
    Ruth

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Sommerwind,

    ASS ist keine gute Idee, wie schon geschrieben wurde. Und zu den Triptanen hast Du auch schon gute Infos erhalten. Grundsätzlich gesagt muss sie Dir der Arzt allerdings verschreiben. Wenn Du die beiden Freiverkäuflichen vorziehst, kannst Du sie auch sehr günstig selbst kaufen.

    Aber Botox wäre doch eine gute Option. Dazu müsste Dir Dein Arzt nur die chronische Migräne bestätigen, dann gibts auch keine Probleme mit den Kassen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Daniela,

    super Tipp, danke. Habe ich heute abend gleich ausprobiert.

    Ich komme nämlich eigentlich mit Naratriptan auch gut zurecht, mich schreckt aber oft die lange Wartezeit von bis zu 4h, bis es wirkt, darum greife ich dann doch meist zum Maxalt, das dann aber halt nicht so lange wirkt.

    Das Maxalt kombiniere ich zwar mit Naproxen, mit dem Naratriptan habe ich das aber bisher nicht gemacht, da das ja selbst lange wirkt und da ich immer dachte das Naproxen hätte auch eine längere Anlaufzeit.

    Jetzt habe ich das aber probiert und siehe da, nach einer guten Stunde war schon eine Besserung spürbar. Schneller ist das Maxalt auch nicht.

    Mal sehen, ob es wiederholbar ist oder die Attacke sowieso abgeklungen wäre, aber ansonsten wäre das echt ne super Alternative.

    LG Anna

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben,

    vielen Dank für eure lieben und hilfreichen Antworten!

    Naratriptan hatte ich zum Anfang meiner Migränekarriere, irgendwann hat es nicht mehr geholfen.
    Hatte es jetzt nochmal probiert, es hat keinen Effekt mehr.

    Ich hatte einfach nur überlegt, da meine Attacken ja teilweise täglich wieder kommen, ob es sinnvoll ist, ein länger wirksames Triptan zu nehmen, damit ich z.B. wie schon wieder in diesem Monat, 7 Tage hintereinander Sumatriptan 100mg nehmen muss. Ich dachte so könnte ich Schmerzmitteltage einsparen. Darauf ist mein Neurologe nicht eingegangen, irgendwie war er immer auf dem Sprung.

    Zur „Migräneimpfung“ hatte er auch noch keine genaueren Informationen und er meinte immer nur Kiel macht das schon.
    Also, heisst das für mich, weiter machen wie bisher und warten was mir in Kiel empfohlen wird.

    Das mit dem Ami., hatte er gemeint, kann ich ja nochmal probieren, aber er war ja vom ASS mehr überzeugt.
    Das ASS werde ich nicht nehmen.

    Ich habe 15 Attacken im Monat. Würde ich kein Sumatriptan nehmen, hält sich eine Attacke ca. 2-3 Tage bei mir auf.
    Ich habe das Gefühl, dass die Attacken nie von selber wieder gehen. Zumindest nicht im normal laufenden Alltag.
    Leichtere würde ich sicher mit Ruhe, trinken und schlafen weg bekommen, aber das zieht sich über 3 Tage, eh die Attacke weg ist vergeht meistens 1-2 Tage und an den Tagen danach ist der Kreislauf so im Keller, das ich bei der kleinsten Anstrengung Herzrasen bekomme. Die reinste Quälerei.

    Es endet fast zu 100% beim Sumatriptan, einfach auch um sich nicht Tage zu quälen. Ein paar Stunden versuche ich es immer mit den Alternativen, aber irgendwann ist die Kraft zu Ende.
    Mir hängt diese eine Attacke aus der Klinik immer noch so nach, hatte ich ja nach dem Klinikaufenthalt geschrieben,
    dass ich wirklich Panik bekomme, wenn ich an diese Schmerzen denke und dass ich mich danke dieser Attacke erst nach 4 Tagen wieder wie ein Mensch fühlte. Und die wurde ja auch nur mit Sumatriptan beendet.

    Das Dolortriptan, ist doch Almotriptan, dass wirkt doch länger. Wenn ich das mit Naproxen nehmen würde, könnte es klappen, das ich am nächsten Tag nicht wieder was nehmen muss?!

    Es ist wirklich schwierig, den richtigen Weg zu finden. Ich versuche nur irgendwie nicht jeden Monat über die 10 Medikamententage zu kommen um nicht wieder im MÜK zu hängen und einen Entzug machen zu müssen.

    Meine Migräneapp „schimpft“ immer mit mir und es ist immer alles rot, außer der Juli war mit 9 Tagen mal hellgelb und die Medikamentenwirkung ist bei hellgelb-gut.

    Das Buch von Prof. Göbel habe ich und habe schon viel darin gelesen. Und viele Dinge umgesetzt und besser verstanden.

    Im Februar habe ich angefangen, die App zu führen.

    Feb. 18 Migränetage
    März 21 …
    April 17 …
    Mai 11 …
    Juni 15 …
    Juli 9 …
    August 17 …
    Sep. 15 …

    Die meisten Tage sind behandelt mit Sumatriptan 100mg.

    Liebe Grüße

    eure Sommerwind

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  Sommerwind.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Sommerwind,

    deine Überlegung ist absolut richtig, dass du dir mit einem lang wirkenden Triptan Schmerzmitteleinnahmetage sparst. Es ist nur leider so, dass die langwirkenden Triptane (Naratriptan, Frovatriptan) nicht nur einen längeren Wirkungseintritt haben, sondern auch zu den sanft wirkenden Triptanen gehören. Es gibt allerdings noch die Möglichkeit, gleich zusammen mit dem Triptan 500mg Naproxen zu nehmen, weil es die Triptanwirkung verstärken kann. Das könntest du noch ausprobieren.

    Almotriptan hat nur eine Halbwertszeit von ca. 6 Stunden, damit kannst du keine 2- oder 3-tägige Attacke abdecken.
    Naproxen hat eine Halbwertszeit von ca. 12 Stunden.

    Bei deiner hohen Migräneattackenfrequenz ist es wirklich schwierig, da einen guten Weg der Behandlung zu finden. Ich kann deine Zwickmühle gut nachvollziehen.
    Wenn du natürlich bei den Attacken immer erst abwartest, andere Dinge probierst, bis du dann schlussendlich doch beim Sumatriptan landest, haben sich die Attacken natürlich auch immer schon hochgeschaukelt und du hast viel Kraft gelassen, bis du dann durch die Wirkung des Triptans Erleichterung bekommst. Die Frage ist, ob du durch diese Vorgehensweise letztendlich Triptantage einsparen kannst oder es dir nicht noch schwerer machst. Alles nicht so einfach…

    Ich fühle mit dir, habe auch viele und lange Attacken, doch inzwischen zum Glück auch mal nur mittelschwere Attacken, die ich mit viel Ruhe und medikamentöser Sedierung auch ohne Akutmedikation aushalten kann.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Sommerwind,

    zu Heikas Kommentar möchte ich noch ergänzen, dass Relpax (Eletriptan) stark und lange wirkt und Du damit vielleicht gar keine Verstärkung und Verlängerung durch Naproxen benötigen würdest. Ist vielleicht einen Versuch wert.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben,

    danke für eure Antworten!

    Ja, das mit dem warten und erst probieren ist vielleicht nicht das Beste,
    ich habe immer die Hoffnung, dass es doch klappt und ich ohne ein Triptan auskomme,
    weil ich ja jeden Monat über die 10 Tage bin und mein Hausarzt im August schnippisch meinte:
    Was schon wieder ein Rezept, ich solle sorgsamer mit den Tabletten umgehen. Das hat mich wieder sehr verunsichert.

    Aber was soll ich denn machen, wenn ich so oft Migräne habe. Ich bin doch nun schon bemüht, alles zu tun.
    Gestern habe ich gleich was genommen und nach 2 Stunden war ich quasi wieder fit und konnte meinem Alltag wieder nachgehen.

    Das mit dem Eletriptan klingt sehr gut!

    Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!

    Liebe Grüße

    eure Sommerwind

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Wie lange dauert es eigentlich bis man Antwort aus Kiel bekommt?

    Bekommt man einen Brief oder eine Mail?

    Ich bin so gespannt und aufgeregt.

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27906

    Liebe Sommerwind,

    es kann viele Monate dauern, bis Du von Kiel den Termin zum „Einrücken“ erhältst. Hab Geduld, auch wenn es schwer fällt.

    Der Hausarzt hat nicht so ein großes Budget für teure Verschreibungen, vielleicht auch deshalb sein warnender Zeigefinger. Lass Dir die teuren Migränemedikamente lieber von Deinem Neurologen verschreiben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Sommerwind,

    ganz kurz zu diesem Satz:

    Gestern habe ich gleich was genommen und nach 2 Stunden war ich quasi wieder fit und konnte meinem Alltag wieder nachgehen.

    Vielleicht ist es genau das, was wir uns einfach immer wieder und immer wieder und mehr und mehr BEWUSST MACHEN MÜSSEN: dem Alltag lässt sich MIT TRIPTAN nicht wieder (einfach so) nachgehen, jedenfalls nicht auf Dauer und ohne Konsequenzen! Das ist schmerzhaft, aber wahr! Wenn wir uns selbst helfen wollen, werden daran NICHT VORBEISEHEN KÖNNEN!

    Danke, dass du mich mit deinem Satz wieder einmal genauer dorthin schauen lässt!

    Dir alles Gute, Kraft und einen starken Geduldsfaden!

    Katrin

    Viva la Vida! ?

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Liebe Sommerwind,

    ich kann mich Katrin da vollumfänglich anschließen. Und zwar, weil wir Migräne haben. Migräne sind nicht irgendwelche Kopfschmerzen, bei denen man einfach eine Schmerztablette einwirft und das Problem beseitig hat. Genau das führt einem die Werbung für Schmerzmittel vor Augen, man denke nur an den Werbeslogan „XY schaltet den Schmerz ab. Schnell.“ In der Werbung sehen wir immer wieder Menschen, die gegen Schmerzen Tabletten nehmen oder Salben einreiben und kurz danach sind sie wieder fit für ihre sportlichen Unternehmungen und den Familientrubel. Es wird suggeriert, dass man sich das unbeschwerte, brausende Leben nicht durch Schmerzen einschränken lassen soll und muss.

    Doch wir haben Migränehirne. Wir haben eine neurologische Erkrankung, die in unseren Genen liegt. Wir verarbeiten Reize anders, können diese schlechter filtern oder ausschalten, sind dafür aber auch aufnahmefähiger, denken schneller, nehmen mehr wahr usw.

    Deshalb ist unser Reizleitungssystem anfälliger für Überbelastung. Wir sind schneller an unserer Reizgrenze. Wird diese überschritten, kommt es zur Attacke. Meist sind es mehrere Faktoren, die dazu führen: Man hat z.B. schlecht geschlafen, die Kinder streiten sich immer wieder lautstark und gerade dann steht plötzlich auch noch die schwierige Schwiegermutter unangemeldet vor der Tür ? ? . Und wir spüren, wie sich im Kopf so langsam alles zusammenzieht…

    Wir können unsere Gene nicht verändern, wir können unsere Mitmenschen auch nicht verändern, doch unseren Umgang mit den Reizen können wir ändern und auch dafür sorgen, dass wir durch Pausen zwischendurch in einen reizarmen Zustand kommen, in dem sich das überlastete System wieder erholen kann.

    Nehmen wir nur Triptane, behandeln wir zwar den Schmerz, doch an dem Grundproblem hat sich nichts geändert. Und unser Reizleitungssystem wird immer mehr strapaziert und immer anfälliger.

    Auch ich muss mir das immer wieder vor Augen führen. Denn die kluge Theorie ist das eine, die Umsetzung in der Praxis dann das andere. Da sehe ich bei mir immer noch Potential… ?

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  heika.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Sommerwind,

    Heika hat soo Recht, man muss sich immer wieder bewusstmachen, dass unsere Gehirne anders ticken ?. Und zum Runterkommen reichen oft auch schon ganz kleine Pausen, egal, womit man sich die verschönt.

    Ich bekam eben von einer sehr lieben Freundin, die auch heftig von der Migräne geplagt ist, die Erkenntnis mitgeteilt: „Manchmal muss man sich vor sich selber schützen“

    Eine wahre und erstaunliche Erkenntnis ???

    Liebe Grüße an alle und einen schönen und sonnigen Sonntag mit ein bisschen Ruhe.
    Julia

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Hallo ihr Lieben,

    ihr habt ja soooooo recht. Leider ist das im Alltag oft nicht möglich und in der Hektik des Tages, vergisst man immer und immer wieder sich Pausen zu gönnen und bei mir ist es dann so, wenn ich abends halb 9 meine Kinder im Bett habe, könnte ich was für mich tun, dann bin ich aber so müde, dass ich sofort einschlafe.

    Fazit… es muss sich dringend irgendetwas ändern. Wenn ich an meine Schwangerschaften denke, da ging es mir richtig gut. Keine Migräne und da ich jn der Medizin arbeite, musste ich auch immer gleich zu Hause bleiben und somit war ich total entspannt.

    Ich weiß gar nicht mehr, wer das mal sagte oder ob ich das gelesen habe, aber in der Schwangerschaft achtet man viel mehr auf sich, die Ernährung, keinen Alkohol, Pausen und Entspannung, dadurch geht es den Migräneköpfen in der Schwangerschaft oft besser. Nicht allen, aber bei mir war es so.

    Und das stimmt, manchmal muss man sich vor sich selber schützen.

    Ich sollte dringend umdenken…

    Ich danke euch für eure Worte und das Augen öffnen.

    Liebe Grüße

    Eure Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5624

    Manchmal sind es eben gerade ein paar Kleinigkeiten, die man ändern und in den Alltag einbauen kann. Ich habe früher auch sehr viel gearbeitet und extrem effizient organisiert. Das Erste wollte ich, das Zweite musste ich dann in der Konsequenz. ?

    Hatte ich z.B. einen Arzttermin, bin ich auf den letzten Drücker losgefahren und bekam ich nicht schnell einen Parkplatz, war ich unter Stress. Im Wartezimmer habe ich die Zeit immer mit einem guten Buch verbracht, schließlich wollte ich die Zeit „sinnvoll nutzen“. Doch mit einem Ohr hört man ja immer, ob man aufgerufen wird, auch geht es in manchen Arztpraxen recht turbulent zu.

    Inzwischen fahre ich 15 Minuten früher los, bin beim Parkplatzsuchen entspannt und im Wartezimmer genieße ich das Nichtstun. Kein Buch, kein Handy. Für mich ist das gut so.

    Oder beim Schlangestehen an der Einkaufskasse: nicht ärgern, dass man wieder mal an der falschen Schlange angestanden ist ? , sondern die Schultern bewusst locker lassen und entspannt warten, bis man dran ist.

    Winzige Oasen im Alltag bewusst wahrnehmen oder schaffen, sind immer noch besser als nichts. ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate, 1 Woche von  heika.
Ansicht von 30 Beiträgen - 91 bis 120 (von insgesamt 144)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.