Heftige Drehschwindelattacken bei meinem 6-Jährigen Sohn (Kyra)

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  • kyra82
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    Hallo zusammen,

    so richtig weiß ich nicht ob ich hier richtig bin. Wir sind schon seit 2 Jahren auf der Suche nach Erklärungen für das Phänomen bei unserem Sohn (6 Jahre). Jetzt äußerten so einige Ärzte den Verdacht auf Migräne.

    Zum ersten mal über Schwindel geklagt hat mein Sohn bereits mit 4 Jahren. Es passiert immer nur Nachts und er wacht davon auf und schreit vor lauter Panik. Ich soll ihn dann immer festhalten bis der Drehschwindel weg ist. Der vergeht auch nach wenigen Sekunden, taucht dann aber regelmäßig, aller 30 Minuten wieder auf und steigert sich in der Intensität bis mein Sohn sich übergeben muss. In Summe geht das dann bis in die Morgenstunden so, dauert meist 6 Stunden. Am nächsten Morgen ist er dann auch sehr blass und schlapp und Mittags ist der Spuk meist vorbei. Er trinkt und isst wieder normal und er macht wieder einen fitteren Eindruck.

    Da er seit Geburt eine Hörstörung hat und auch ein Implantat im Innenohr trägt, dachten wir Eltern als aller erstes an eine ohrbedingte Störung, die den Schwindel verursacht.

    Er wurde daraufhin in der HNO Uniklinik genauestens Untersucht (Schwindeltests und CT) und es fand sich keine Erklärung für seine Anfälle.

    In einer 2ten Klinik ließen wir neurologisch alles Abklären. Und auch dort fand sich nichts im EEG, EKG, Blut usw. Also wurden wir ohne Befund entlassen.

    Ich muss dazu sagen, dass alle Untersuchungen immer stattfanden wo er keine Beschwerden hatte. Von daher weiß ich auch nicht ob sie überhaupt aussagekräftig sind.

    Außerdem tritt es immer dann auf, wenn er einen Infekt ausbrütet. Zum Glück ist das nur selten der Fall (2 – 3 x pro Jahr). Er klagt meist Tage vorher schon über Bauschmerzen und ist abgeschlagen. Beim Abtasten ist aber kein schmerz da, von daher denke ich er kann den Schmerz nicht genau lokalisieren oder ihm ist einfach nur übel.

    Ich selbst leide auch schon seit Kindheit an unter Migräne mit Aura. Bei mir äußert sie sich nur vollkommen anders.

    Könnte es überhaupt Migräne sein, wenn es bereits mit 4 Jahren aufgetreten ist?
    Wie kann der Verdacht denn genau bestätigt werden, welche Untersuchungen wären da aufschlussreich?

    Die letzten 3 Nächte hatte er wieder Anfälle und wir hatten zufällig einen HNO-Termin. Der verschrieb jetzt Vomex-Zäpfchen, bestätigte uns nochmals das aus HNO-Sicht alles in Ordnung ist. Wir sind natürlich besorgt, denn es ist schrecklich wenn er so leidet und jetzt Nachts nicht mehr in seinem Bett allein schlafen möchte.

    Danke fürs Lesen, es wäre schön wenn jemand ein paar Hinweise auf Lager hätte.

    LG
    kyra

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4680

    Liebe Kyra,

    herzlich willkommen hier bei uns im headbook. Für Eltern ist es ganz besonders schlimm, wenn die eigenen Kinder so betroffen sind.

    Vorab, wir sind hier alles Laien, und können hier keine Diagnose oder ähnliches stellen. Wir können nur aus Erfahrung berichten. Aber das weißt du sicher.

    Heute wird Migräne bei Kindern immer häufiger diagnostiziert. Einmal, weil man über die Migräne viel mehr bescheid weiß und zum anderen sind die Kinder in der heutigen Zeit einer großen Reizüberflutung ausgesetzt sind, dass das Gehirn es eben manchmal einfach nicht schafft.

    Die Symptome der Migräne können bei Kindern ganz anders seien als bei Erwachsenen. Migräne wird vererbt. Das weiß man heute. Da auch du Migräne hast, könnte dein Sohn diese Genvariante von dir geerbt haben.

    Diese Frage läßt sich aber nur von wirklich kompetenten Ärzten klären.
    Es ist enorm wichtig, genau diese Ärzte zu finden. Nun weiß ich nicht, wo du zu Hause bist, und ob es adäquate Hilfe in deiner Umgebung gibt.

    Ließ aber einmal hier im Forum. Du wirst in den entsprechenden Gruppen einiges finden. Ich denke, es werden sich auch noch betroffene Eltern melden und ihre Erfahrungen mitteilen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28648

    Willkommen im Headbook, liebe Kyra. 🙂

    Wie Sternchen schon schreibt, kann Migräne auch schon bei sehr kleinen Kindern auftreten.

    Gut ist, dass NHO-mäßig und neurologisch alles abgecheckt ist, das ist mal das Wichtigste. Was mich stutzig macht, dass diese Anfälle nur im Zusammenhang mit einem Injekt auftreten. Das würde dann ja nicht für Migräne sprechen, sondern einen Zusammenhang mit Entzündung/Gehörgang usw. überlegenswert machen. Aber da können wir medizinische Laien leider auch nur mutmaßen.

    Vomex könnte bei Schwindelattacken helfen. Vielleicht schon mal prophylaktisch einsetzen, wenn sich die nächste Erkältung anbahnt?

    Da er seit Geburt eine Hörstörung hat und auch ein Implantat im Innenohr trägt, dachten wir Eltern als aller erstes an eine ohrbedingte Störung, die den Schwindel verursacht.

    Das wäre doch irgendwie auch naheliegend, konnte dieser Verdacht von ärztlicher Seite her zerstreut werden? Jetzt mal unabhängig von den negativ verlaufenen Untersuchungen ?

    Liebe Grüße
    Bettina

    kyra82
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Ich danke euch für eure Antworten.

    @Sternchen: Wir wohnen in der Nähe von Bautzen in Sachsen. Wo findet man solche Spezialsten für Migräne?

    @Bettina: Ja das es von den Ohren her kommt wurde klar ausgeschlossen. Man hat viele Gleichgewichtstests gemacht. Es wurde zwar eine Störung der Otholitenfunktion entdeckt, diese erklärt aber nicht die Drehschwindelanfälle. Die Bögengänge sind normal ausgebildet und funktionieren normal.

    Gestern Nachmittag (der Anfall war ca. 12h her) hat unser HNO auch nochmal nach Nystagmus geschaut und nichts entdeckt. Er meint ebenfalls das es gegen eine Ohrbeteiligung spricht, dann hätte mein Sohn länger anhaltende Symptome die aufgefallen wären.

    Mit den Infekten bin ich mir nicht ganz sicher. Es war oft so, dass ich den Eindruck hatte er brütet was aus. Letzte Woche hat er schon mehrere Tage über Bauchweh geklagt. Freitags war er dann sehr blass und sein rechtes Auge tat ihm weh. Später hat er Temperatur bekommen max. 38° aber meist so um 37,8°. So richtig Grippe ist es nicht, aber er ist auch nicht in Top Form – komisch irgendwie. Als ich ihn nach Kopfweh fragte, zeigte er auf seinen Nacken.

    Aber mir fällt gerade ein, seinen ersten schlimmen Anfall hatte er nach einem sehr lauten und anstrengendem Tag, nach einer Kinderweihnachtsfeier. Da war z.bsp. kein Infekt da.

    Mir ist bewusst das hier niemand eine Diagnose stellen kann. Ich wollte nur mal lesen ob es überhaupt einen Zusammenhang zu Migräne geben könnte. Und ob es hier eventuell Eltern gibt, die ähnliche Erfahrungen mit ihren Kindern gemacht haben.

    LG kyra

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 527

    Liebe kyra,

    die Schmerzklinik Kiel führt eine Liste erfahrener Kopfschmerztherapeuten.

    Den Link dazu findest Du hier auf dieser Seite rechts unten. Ich kann ihn aber auch hier direkt einstellen.
    Die nächsten auf der Liste in Bezug zu Bautzen sind in Kamenz und in Dresden. Die farbigen Bezeichnungen in der Liste stehen für die Fachausrichtung des Kopfschmerzspezialisten:

    Liebe Grüße

    glückdererde

    Sina 09
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 45

    Hallo Kyra,

    ich möchte Dir kurz von meinem Sohn erzählen. Er hat auch seit frühester Kindheit Migräne und in den ersten Jahren hatte er auch oft bei Migräne mehr Bauchweh wie Kopfschmerzen. Bei größeren Attacken sah er meist aus als ob er Fieber hätte, rote Backen, glasige Augen und Schwindelanfälle dass er nicht alleine aufstehen konnte, kenne ich auch. Der Schwindel ist mit den Jahren jetzt besser geworden, dieses fiebrige Aussehen ist ganz weg.
    Ob das jetzt bei Deinem Sohn auch tatsächlich Migräne ist, müsst Ihr sicher mit den Ärzten klären, bei uns war es so.
    Wenn Du weitere Fragen hast kannst Du dich gerne nochmal melden.

    Ich wünsch Euch alles Gute

    Lg Sina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7745

    Liebe Kyra,

    in Dresden gibt es in der Uniklinik eine Kinderkopfschmerzexpertin, Frau Dr. G. Arztname von der Moderation abgekürzt

    Ich hatte übrigens schon ab spätestens 2 1/2 Jahren Migräne, es kann also schon sehr früh beginnen.
    Aber erstmal muss ja bei deinem Sohn geklärt werden, was genau er hat und ob es überhaupt Migräne ist.

    Ich drück euch die Daumen für eine schnelle und vor allem richtige Diagnose.
    Alles Gute,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28648

    Liebe Kyra,

    Mit den Infekten bin ich mir nicht ganz sicher. Es war oft so, dass ich den Eindruck hatte er brütet was aus. Letzte Woche hat er schon mehrere Tage über Bauchweh geklagt. Freitags war er dann sehr blass und sein rechtes Auge tat ihm weh. Später hat er Temperatur bekommen max. 38° aber meist so um 37,8°. So richtig Grippe ist es nicht, aber er ist auch nicht in Top Form – komisch irgendwie. Als ich ihn nach Kopfweh fragte, zeigte er auf seinen Nacken.

    Das könnte passen zur kindlichen Migräne. Lass ihn mal ganz gezielt auf die Migräne untersuchen, da die anderen Möglichkeiten ja ausgeschlossen wurden.

    Magnesium kann unterstützen als tägliche Prophylaxe, auch im Akutfall.

    Liebe Grüße
    Bettina

    kyra82
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3