Heike stellt sich vor…

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  • Heike
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    Hallo zusammen,
    ich bin schon seit einiger Zeit eine „stille Mitleserin“ in diesem Forum und bin froh, es gefunden zu haben.
    Jetzt ist es aber glaube ich für mich Zeit, mich hier mal vorzustellen und meinen Migräneverlauf zu erzählen…
    Ich bin fast 45 Jahre alt, habe seit ca. 16 Jahren (nach der Geburt unseres ersten Sohnes) Migräne und kam bis vor ein paar Monaten auch gut mit dieser zurecht. Ich konnte eigentlich die Uhr danach stellen, wann ich wieder Migräne bekommen würde. Es war immer während und nach meiner Periode. Mit Zolmitriptan hatte ich diese eigentlich gut im Griff. Die Schmerztage waren auf 2-3 im Monat beschränkt, wo ich gut mit Leben konnte. Im September letzten Jahres ging es allerdings los, dass sich die Kopfschmerzen verändert haben…

    Ich hatte fast 14-tägige Kopfschmerzen mit Übelkeit und Schwindel. War bei meinem Hausarzt, der mir gesagt hat, ich solle die Triptane nehmen und im Wechsel Novalgintropfen. Es hat alles nichts geholfen, bis mich mein Mann am 12.09.2018 in eine neurologische Klinik (Lippstadt) gefahren hat. Dort wurde ein MRT von meinem Kopf gemacht und es wurde eine Sinusvenenthrombose festgestellt. Ich hatte mir schon alles mögliche ausgemalt, was mit meinem Kopf nicht stimmt und war letztendlich froh, endlich zu wissen, warum ich so wahnsinnige Kopfschmerzen hatte. Nachdem die Sinusvenenthrombose mit Heparin erfolgreich behandelt wurde, durfte ich das KH nach 14-tägigen Aufenthalt verlassen. Die Kopfschmerzen sind in dieser Zeit besser geworden, aber nie wirklich weg gewesen. Jeder Arzt sagte zu mir, dass die Schmerzen immer noch von der Thrombose kommen könnten. Ich habe es ihnen geglaubt und versucht mit Novalgintropfen die Schmerzen so einigermaßen zu ertragen.

    Am 11. November 2018 ging es mir aber wieder so dreckig, dass ich dachte, ich hätte schon wieder eine Thrombose im Kopf. Mein Mann brachte mich wieder ins KH. Dort wurde sofort ein MRT gemacht und es wurde festgestellt, dass keine Thrombose vorliegt.

    Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem dortigen Neurologen wurde mir erklärt, dass ich damals im September 2018 wahrscheinlich „Läuse und Flöhe“ gehabt hätte und ich nicht nur die Thrombose als Schmerz empfunden hätte, sondern auch eine status migraennosus mit chronischen Spannungskopfschmerz vorgelegen hätte. Ich wurde dann im KH zwei Tage mit Kortison behandelt und es wurde eine Amitriptylin Behandlung mit 50 mg gestartet. Nach zwei Tagen war ich schmerzfrei und durfte das KH verlassen. Der Neurologe im KH sagte mir, dass ich versuchen sollte, Ausdauersport zu betreiben und nur im äußersten Notfall Schmerzmittel zuführen sollte. Er meinte, dass ich schon einen MÜK entwickelt hatte.

    Ich versuche nun, fast täglich Ausdauersport (Heimtrainer Fahrrad) durchzuführen. Mal gelingt es mir und mal nicht.
    Das Amitriptylin nehme ich bis heute noch weiter ein. Hatte mir soviel von diesem Medikament versprochen, weil ich wirklich bis Ende 2018 schmerzfrei war. Dann fingen am 01.01.2019 die Kopfschmerzen wieder an. Ich habe versucht, sie mit Zolmitriptan im Schach zu halten, was mir einigermaßen gut gelungen ist. Jetzt habe ich aber seit 5 Tagen wieder Dauerkopfschmerzen. Das Triptan wirkt nicht wirklich gut und ich bin wirklich ratlos, was für ein Schmerzmittel mir jetzt noch helfen kann. Da ich durch die Thrombose im Moment Blutverdünner (Elliquis) nehme, darf ich manche Schmerzmittel nicht nehmen. Früher hat mir in so einer Situation oft Aspirin geholfen aber das darf ich ja jetzt nicht mehr einnehmen.

    Ich habe nächste Woche Dienstag erst einen Termin bei einem Neurologen. Hier auf dem „Lande“ muss man ewig auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Ich hoffe, dieser kann mir helfen.

    Könnt ihr mir vielleicht sagen, was für eine Prophylaxebehandlung es für Migräne noch gibt?
    Betablocker habe ich schon von gehört aber da ich eh einen niedrigen Blutdruck habe, hat mir der Neurologe im KH davon abgeraten…
    Ich bin für alles offen, hauptsache diese blöden nervenaufreibenden Kopfschmerzen hören bald auf und mit dazu auch noch die Angst, dass es wieder eine Thrombose sein kann, was ja aufgrund der Blutverdünner eigentlich nicht sein kann…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Willkommen im Headbook, liebe Heike. 🙂

    Amitriptylin hat Dir ja einige Zeit gut geholfen und wirkt wohl immer noch. Wenn Du es gut verträgst, könnte es ja theoretisch auch noch höher dosiert werden.

    Sollte die Prophylaxe gewechselt werden, wären Betablocker (sie regulieren eher hohen Blutdruck, senken nicht zwingend niedrigen noch weiter ab) Mittel der 1. Wahl. Sonst gäbe es noch Sartane, Kalziumkanalblocker, weitere Antidepressiva, SSRIs, Antiepileptika usw.

    Ich habe versucht, sie mit Zolmitriptan im Schach zu halten, was mir einigermaßen gut gelungen ist. Jetzt habe ich aber seit 5 Tagen wieder Dauerkopfschmerzen. Das Triptan wirkt nicht wirklich gut und ich bin wirklich ratlos, was für ein Schmerzmittel mir jetzt noch helfen kann.

    Manchmal wirken Triptane nach einigen Migränetagen nicht mehr. Das liegt an der Wirkweise der Triptane, die ja keine Schmerzmittel sind. Novalgin könnte in solchen Fällen gut helfen und beeinflusst die Gerinnung nur geringfügig. Frag mal Deinen Arzt telefonisch, was er davon hält.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Ich bräuchte noch einmal eure Hilfe…
    Nachdem ich bis zu meiner Sinusvenenthrombose „nur“ an Migräne gelitten habe, hat sich jetzt auch noch ein Spannungskopfschmerz dazu gesellt. Als Prophylaxe nehme ich ja, wie schon oben erwähnt, dafür Amitriptilyn 50 mg ein.

    Jetzt ist es so, dass ich alle 14 Tage diese Spannungskopfschmerzen bekomme. Sie fühlen sich an, als ob jemand mir jedes einzelne Haar nach oben zieht. Der Kopf ist wie elektrisch aufgeladen. Es ziept und zieht an ganz verschiedenen Stellen am Kopf.
    Ich habe noch nicht wirklich ein passendes Schmerzmittel für diese Kopfschmerzen gefunden.
    Da ich den Blutverdünner „Eliquis“ nehme, scheiden für mich schon einmal Aspirin und alle weiteren Tabletten aus, die Aspirin als Inhaltsstoff haben.
    Mein Neurologe hat mir Ibuprofen 800 mg aufgeschrieben, die im Akutfall auch nicht richtig helfen.

    Jetzt meine Fragen:
    Muss ich die Ibuprofen mehrmals täglich nehmen, damit die Schmerzen weggehen?
    Gibt es noch andere Schmerzmittel die gut gegen diese Spannungskopfschmerzen helfen und die ich, trotz Blutverdünner, nehmen darf?
    Wenn ich an einem Tag mehrmals Schmerzmittel nehme, muss ich diese dann auch zu der 10/20er Regel beifügen oder ist es egal, wie oft ich am Tag Schmerzmittel nehme?

    Ich arbeite mich gerade hier im headbook und auf der Internetseite der Schmerzklinik durch, um die Spannungskopfschmerzen besser verstehen zu können. Aber diese Form der Kopfschmerzen sind mir noch so fremd. Ein paar Mal ist es jetzt auch vorgekommen, dass ich erst Spannungskopfschmerzen über mehrere Tage hatte und danach die Migräne begann.
    Ich finde es so schwer, nicht den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, um mir ein Triptan einzuwerfen. Wahrscheinlich ziehe ich es einfach zu lange raus.

    Viele liebe Grüße von einer zur Zeit hilflosen
    Heike

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5622

    Liebe Heike,

    ich selber leide unter dauerhaften Spannungskopfschmerzen und habe kein Akutmedikament gefunden, das mir hilft, auch nicht in Höchstdosierungen.

    Wie viel Ibuprofen du pro Tag nehmen darfst, findest du in der Packungsbeilage. Doch wenn dir die hohen 800mg als Einzeldosis nicht helfen, wird es bei einer zweiten am selben Tag wohl nicht viel anders sein, denn man muss zwischen den Einnahmen ja Pausen einhalten und der Wirkstoff wird vom Körper fortlaufend abgebaut.

    Bei der 10-/20-Regel zählen nur die Schmerztage, an denen etwas eingenommen wird, nicht die Anzahl der Tabletten.

    Manchen Patienten hilft Pfefferminzöl auf den Schläfen. Oder ein Coolpack. Oder ein wenig Bewegung an der frischen Luft, was ja bei Migräne gar nicht gut tut. Der Übergang von Spannungskopfschmerzen zu Migräne ist oft wirklich nicht einfach zu erkennen, das geht mir auch so. Doch mein Triptan hilft auch noch, wenn ich es später nehme.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  heika.
    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Hallo Heika,
    vielen Dank für deine Rückmeldung.
    Wie hältst du es jeden Tag mit Spannungskopfschmerzen aus???
    Ich bin im Moment nur ein halber Mensch, weil ich mich weder gut konzentrieren kann noch am Familienleben 100%ig teilnehmen kann.
    Was ich wirklich bemerkt habe ist, dass es mir an der frischen Luft besser geht. Ich versuche jeden Tag eine Runde Fahrrad zu fahren oder eine große Runde mit dem Hund zu gehen. Aber Beschwerdefreiheit erreiche ich damit nicht.
    Pfefferminzöl hat mir mein Neurologe auch empfohlen. Werde ich mir gleich nach der Arbeit mal besorgen…

    Viele Grüße
    Heike

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Liebe Heike,

    Spannungskopfschmerzen, gerade wenn sie täglich da sind, können extrem zermürben. Aber es lässt sich trotzdem irgendwie aushalten, mal besser, mal weniger gut 🙂 Ich habe gelernt, dass ich mit meinem Verhalten sehr viel erreichen kann – sowohl in Bezug auf Intensität und Dauer der Schmerzen, als auch in Bezug auf meine Wahrnehmung und Einschränkung dadurch.

    Wenn es dir an der frischen Luft besser geht, dann bleib unbedingt dran! Moderater Ausdauersport kann sehr gut helfen, vor allem wenn er regelmäßig betrieben wird. Vielleicht kannst du bei einer leicht höheren Intensität (Walking statt Spaziergang) noch mehr proftieren. Hier muss man nur aufpassen, weil eine zu hohe Intensität bei manchen Patienten wiederum Migräne triggern kann – ich selbst habe da zum Glück keine Probleme…

    Wenn du Minzöl versuchst, kann ich dir Euminz empfehlen – es lässt sich sehr gut anwenden und hilft vielen Patienten. Ansonsten könntest du probieren, ob dir die Anwedung eines TENS-Gerätes hilft.

    Wie sieht es bei dir mit Enspannung und regelmäßigen Pausen aus?

    Liebe Grüße, Tanni

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Hallo Tanni,
    ich bin seit Januar angefangen, 2 – 3 mal die Woche auf den Ergometer zu trainieren.
    Angefangen habe ich mit 15 Minuten, mittlerweile bin ich bei 30 – 40 Minuten.
    Ich merke es sehr schnell, wenn es mir zu anstrengend wird, dann werden die Kopfschmerzen mehr und ich höre sofort auf zu trainieren.

    Bekomme ich das Euminz bei Rossmann oder DM?
    Von einem TENS Geräte habe ich bisher noch nichts gehört. Kann mir mein Arzt das aufschreiben oder kann ich es auch so irgend wo kaufen?

    Entspannung ist so eine Sache bei mir…
    Ein normaler Tagesablauf sieht bei mir so aus, dass ich um 6.15 Uhr ins Büro fahre. Dort um 12.30 Uhr Feierabend mache, um anschließend mit unserem 9-jährigen Sohn Hausaufgaben zu machen bevor am Nachmittag alle anderen Aktivitäten unserer Kinder anfangen. Wenn ich es dann zeitlich irgend wie reinschieben kann, mache ich gerne die Progressive Muskelentspannung. Da muss ich allerdings noch sehr viel an mir arbeiten, denn die Kinder, das Telefon oder die Haustürklingel bringen mich nicht so richtig in die Entspannung rein. Wahrscheinlich ist es auch nicht gut, dieses zu Hause zu machen, sondern sich eher einer Gruppe anzuschließen…

    Vielen Dank für deine Rückmeldung Tanni:-)

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Heike,

    Jetzt ist es so, dass ich alle 14 Tage diese Spannungskopfschmerzen bekomme. Sie fühlen sich an, als ob jemand mir jedes einzelne Haar nach oben zieht. Der Kopf ist wie elektrisch aufgeladen. Es ziept und zieht an ganz verschiedenen Stellen am Kopf.

    bist Du sicher, dass es sich hierbei um einen Spannungskopfschmerz handelt? Diese äußert sich nämlich eher als dumpfer Druck und mit dem Gefühl, als hätte man einen zu engen Helm auf.

    Wie lang dauert dieser Schmerz denn jeweils an? Tage, Stunden, Minuten? Welche Begleiterscheinungen zeigen sich?

    Muss ich die Ibuprofen mehrmals täglich nehmen, damit die Schmerzen weggehen?
    Gibt es noch andere Schmerzmittel die gut gegen diese Spannungskopfschmerzen helfen und die ich, trotz Blutverdünner, nehmen darf?

    Hierzu solltest Du folgendes wissen und auch noch mal mit Deinem Arzt besprechen. Du nimmst ASS zur Gerinnungshemmung ein. Ibuprofen startet seine schmerzlindernde Wirkung auch an der Stelle, an der ASS seinen gerinnungshemmenden Effekte „generiert“. Es ist sozusagen der gleiche biochemische Kanal. Dabei verdrängt Ibuprofen die Acetylsalicylsäure, so dass die Gerinnungshemmung teilweise oder sogar komplett ausbleibt. Nimmst Du es nur einmal, wird es keinen großen Effekt haben, bei häufiger Einnahme allerdings schon. Die Gerinnungshemmung, die für Dich ja wichtig ist, findet in dieser Zeit nämlich nicht mehr statt.

    Frage Deinen Arzt doch mal, ob Du Novalgin versuchen könntest für diese Schmerzart. Was immer das auch ist, denn wie Spannungskopfschmerz hört es sich eher nicht an. 😉

    Bekomme ich das Euminz bei Rossmann oder DM?

    Euminz erhältst Du in der Apotheke ohne Verschreibung.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Liebe Heike,

    Euminz bekommst du in der Apotheke – DM, Rossmann und Co. haben zwar Minzöl, aber nur in unverdünnter Form, was sehr schnell zu Brennen auf der Haut und in den Augen führt. Euminz ist bereits mit Ethanol verdünnt. Selber verdünnen geht auch, aber war mir nach einigen Versuchen dann doch zu umständlich.

    Das TENS-Gerät kann dir dein Arzt zum Testen für 3 Monate verschreiben – ich hatte dann am Ende der 3 Monate von der Herstellerfirma ein Angebot bekommen, das Gerät vergünstigt zu kaufen und hab es mir gekauft, es wäre auch möglich gewesen, mit einer Folgeverordnung das Gerät für weitere 3 Monate zu nutzen…

    Training auf dem Ergometer liegt mir persönlich überhaupt nicht – da fehlt für mich einfach die frische Luft. Aber super, wenn du es durchziehen kannst 🙂 Bleib am besten bei Intensitäten, die keinen Kopfschmerz provozieren – länger und weniger intensiv ist hier meist wirkungsvoller.
    Bei Entspannung muss jeder selbst für sich schauen, was passt. Ich selbst entspanne lieber allein, als in der Gruppe, aber für viele ist der feste Termin und der Abstand von zu Hause von Vorteil, um richtig entspannen zu können.

    Ich wünsche dir, dass du da noch ein wenig mehr in deinen vollen Alltag einbauen kannst 🙂 (Vielleicht kann dein Sohn die ersten 20 Minuten Hausaufgaben alleine machen und du nutzt die Zeit für dich?!?)

    Liebe Grüße, Tanni

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    @bettina:
    Die Diagnose Spannungskopfschmerz habe ich aus der Klinik mit nach Hause bekommen.
    Wie ein zu enger Hut fühlt es sich nicht an…
    Für die Gerinnung nehme ich Eliquis, nicht ASS.
    Kann ich damit denn Ibuprofen nehmen, ohne dass meine Gerinnung nicht mehr läuft?

    @tanni
    Vielen Dank für den Hinweis. Ich werde meinen Arzt mal darauf ansprechen.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5622

    Liebe Heike,

    wie man mit täglichen Spannungskopfschmerzen klar kommt, hängt natürlich von der Intensität dieser Schmerzen ab und vom persönlichen allgemeinen Zustand, der ja auch nicht jeden Tag gleich ist.

    Ich hatte eine lange Phase mit konstant starken Schmerzen, das brachte ich mich physisch und psychisch an meine Grenzen. Dank kompetener ärztlicher Hilfe, zweier Medikamente und konsequentem Umsetzen diverser Verhaltenstipps (regelmäßige Pausen, gezieltes Entspannen, schwerere Arbeiten in kleineren Etappen durchführen, etc.) habe ich „nur“ noch einen Schmerzpegel von ca. 2 (Skala 1-10), damit kann ich durchaus „leben“ und nicht nur „existieren“.

    Auf die wirklich nachvollziehbare Frage, wie man das denn aushält, stellt sich die logische Frage: Gibt es denn Alternativen dazu? ? Mein Fazit: Man wächst mit seinen Aufgaben. Und: Man sollte nie aufhören, nach sinnvoller (!) Hilfe zu suchen, auch wenn man sich in einer schweren Phase nicht vorstellen kann, dass es sie gibt.

    Werden die Schmerzen besser, wird auch deine Konzentrationsfähigkeit wieder besser.
    Und bei meiner Schmerzbesserung habe nicht nur ich selber, sondern auch meine ganze Familie aufgeatmet. Die ganze Familie muss gewisse Abstriche machen, wenn es einem Familienmitglied nicht gut geht. Doch wenn ein Kind krank ist, macht man das ja auch!

    Dauerhaft eingeschränkt bleibt mein Leben dennoch, ich habe ja außerdem chronische Migräne. Und wenn wie gerade heute eine Migräneattacke auf der Seite stattfindet, auf der ich auch immer den Dauerspannungskopfschmerz habe, geht´s mir gar nicht gut und ich hänge rum wie ein Schluck Wasser. Deshalb bin ich heute auch so viel hier in Headbook 😉 , PC geht dann immer noch und ich mache wenigstens etwas „Gescheites“ 😉 .

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  heika.
    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Liebe Bettina,
    ich glaube, du hattest Recht mit deiner Vermutung, dass es sich nicht um Spannungskopfschmerzen handelt…zumindest bei dem jetzigen Kopfschmerz gerade.
    Im Laufe des Tages wurde es nämlich mit den Kopfschmerzen schlimmer. Jetzt habe ich pochende einseitige Kopfschmerzen und mir tut mein ganzer Nacken weh. Jetzt ist es wohl eine Migräne.
    Kann es denn sein, dass sich die Migräne erst im Laufe von ein paar Tagen aufbaut?
    Wenn ich vor zwei Tagen gewußt hätte, dass sich der Kopfschmerz ändert und in eine Migräne umwandelt, hätte ich die ganze Probiererei mit verschiedenen Schmerzmitteln auch sein lassen können und hätte mir sofort ein Triptan eingeworfen…

    Du hattest mir bei meiner Vorstellung damals geantwortet, dass ich das Amitriptylin auch erhöhen kann. Ich nehme im Moment ja 50 mg. Ich habe im Forum gelesen, dass das die Einstiegshöhe ist. Kann ich wohl eigenständig auf 75 mg erhöhen, indem ich einfach eine Tablette teile oder sollte ich da mit meinem Arzt drüber reden?
    Angefangen bin ich damals im Krankenhaus mit 25 mg. Damit war ich fast 6 Wochen schmerzfrei. Als dann die Kopfschmerzen wieder angefangen haben, hat mir mein Doc gesagt, ich solle auf 50 mg erhöhen. Das war Anfang Januar. Hält denn eine Prophylaxe nur ca. 6 Wochen bis sie wieder erhöht werden muss oder ist es wohl so, dass Amitriptylin nicht die passende Prophylaxe für mich ist???

    Fragen über Fragen…

    Entschuldige, wenn ich ein bisschen wirr schreibe, aber im Moment geht mir einfach soviel durch den Kopf…

    Euch allen einen schönen ruhigen Abend:-)

    LG
    Heike

    PS: Wo bekomme ich diese schönen Smilies her???

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Heike,

    bei mir baut sich eine Migräne auch immer wieder mal über einen längeren Zeitraum auf.
    Ein Triptan wirkt dann aber bei mir noch nicht sondern erst, wenn sich die Migräne typisch auf einer Seite manifestiert hat.

    LG Anna

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Hallo Anna,
    ja, so kommt es mir auch gerade vor.
    Sonst war das bei mir nicht so. Da konnte ich sofort sagen, dass es typische migräneartige Kopfschmerzen sind aber seit einigen Monaten haben sich meine Kopfschmerzen sehr verändert und ich weiß sie noch nicht zu händeln…

    LG
    Heike

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Guten Morgen zusammen,
    ich ärgere mich im Moment ein wenig selbst über mich…

    Amitriptylin habe ich jetzt seit einer Woche ausschleichen lassen, weil es mir an der Attackenhäufigkeit nicht wirklich hilfreich war. Mein Neurologe hat mir dann vorgeschlagen, auf Bisoprolol umzusteigen. Da bin ich jetzt mit 2,5 mg täglich angefangen. Vertrage ich auch ganz gut, bis auf das Schwitzen, was ich nach kleinsten Anstrengungen habe. Ich weiß allerdings nicht, ob dies vom Ausschleichen des Ami kommt oder vom Betablocka?!

    Was ich aber eigentlich schreiben wollte ist, dass ich meine Migräne eigentlich ganz gut im Griff hatte.
    Bis auf das dieses WE.

    Wir hatten das WE über Besuch (Freitag – Sonntag). Ich habe mich davor wieder selbst bekloppt gemacht, mit Putzen, Aufräumen, Garten auf Vordermann bringen, Waschen, Kochen und alles was dazu gehört, wenn man sich „gut präsentieren“ möchte und hatte am Freitag schon ab mittags schreckliche Kopfschmerzen. Da unser Besuch mittags kam, konnte ich mir kein Triptan einwerfen, weil ich davon total kaputt bin. Habe mir dann erst abends ein Triptan eingeworfen, was auch geholfen hat, gut über die Nacht zu kommen. Samstags morgens kamen die Kopfschmerzen allerdings wieder und ich konnte wieder nicht frühzeitig behandeln…mich ärgert das so, dass ich mich nicht besser im Griff habe.

    Ich weiß ganz genau, wenn ich Stress habe oder evtl. bekommen könnte, dass ich dann sofort auch wieder Migräne bekomme.
    Mit PME komme ich dann auch nicht weiter, weil mein Kopf nicht aufhören kann, zu denken.

    Manchmal wünsche ich mir einfach dieses „Scheiß-Egal-Gefühl“…aber ich weiß einfach nicht, wie ich mich diesbezüglich zügeln kann…

    Naja, seit gestern ist unser Besuch wieder weg und meine Kopfschmerzen auch.
    Ich hatte mich so darauf gefreut, unsere Freunde mal wieder zu sehen und dann sitze ich wieder da und plage mich mit diesen blöden Schmerzen herum….

    Sorry für’s Ausheulen…

    Ich wünsche euch eine angenehme Woche ohne Migräne.
    LG
    Heike

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Guten Morgen liebe Heike,

    manchmal muss die Luft einfach raus, das kann durchaus befreiend wirken!

    Bist du mit der Dosierung von Amitriptylin denn noch höher gegangen?

    Schwitzen ist als eine mögliche Nebenwirkung des Amitriptylins angegeben. Wenn es erst jetzt bei dir aufgetreten ist, kann man sicherlich einen Zusammenhang ausschließen. Im Beipackzettel von Bisoprolol ist Schwitzen nicht als Nebenwirkung angegeben, was nicht heißen muss, dass es nicht auftreten kann. Wir sind alle individuell, und so reagieren wir auch. Möglicherweise könnte es auch ein erstes Anzeichen der Wechseljahre sein.

    Was ich aber eigentlich schreiben wollte ist, dass ich meine Migräne eigentlich ganz gut im Griff hatte.

    Was heißt das genau?

    Ich weiß ganz genau, wenn ich Stress habe oder evtl. bekommen könnte, dass ich dann sofort auch wieder Migräne bekomme.

    Nun, das ist doch ein Punkt, an dem du gut ansetzen könntest.
    Laut deiner Schilderung in Bezug auf deinen Wochenend-Besuch hast du – entschuldige bitte, wenn ich es so deutlich schreibe – genau das gemacht, von dem du weißt, wohin es führen kann. Ich nehme deine Zeilen so wahr, dass du dich selbst in deiner „Erledigungs- und Wichtigkeitsliste“ an letzter Stelle eingeordnet hast.

    Mal ehrlich – was meinst du, warum der Besuch gekommen ist? Wegen der „Präsentation“ oder deinetwegen und um Zeit mit dir zu verbringen?
    Natürlich ist es sinnvoll, sich vorzubereiten. Und da gibt es sicher entspanntere Wege.

    Mit PME komme ich dann auch nicht weiter, weil mein Kopf nicht aufhören kann, zu denken.

    Auch da gibt es z.B. neben der Gedankenstop-Technik Möglichkeiten, sich aus dieser Gedankenspirale zu befreien. Es gibt auch andere Entspannungsmethoden außer der PMR, es gilt, die für sich Passende zu finden. Allen gemein ist sicher das Dranbleiben, die Übung, damit es in angespannteren und stressigen Situationen besser klappen kann.

    Vielleicht kannst du die Energie, die du jetzt für das Ärgern aufbringst, umleiten, indem du nach deinen Möglichkeiten schaust, dein Leben mit weniger Stress und entspannter zu leben.

    Alles Gute
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von  Katrin.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5622

    Liebe Heike,

    woher das Schwitzen kommt, können wir dir in diesem Fall natürlich nicht sagen, doch in einigen Wochen wirst du es selber wissen. Wenn es dann noch da ist, wird es mit dem Betablocker zusammenhängen.

    Tja, den Weg von der Perfektionistin bis zum „Mir-ist-alles-egal-Typ“ wirst du nicht schaffen. Und das ist auch gut so! Jede Charaktereigenschaft hat zwei Seiten, du musst dich gerade mit der negativen auseinandersetzen 😉 . Doch in einem gewissen Rahmen kann man sich schon in Bewegung bringen und etwas ändern.

    Dieses Wochenende war für dich schwierig, schade. Eigentlich sollten Freunde einen so nehmen und mögen, wie man ist. Auch wenn die Fenster ungeputzt sind, mal eine Staubflocke in einer Ecke zu finden ist und der Garten vor Unkraut überläuft. 😉
    Es gibt so viel Wichtigeres, das einander Zuhören, Verstehen, Helfen, Lachen, Blödsinn machen, …

    Klar, schmuddelig sollte es nicht sein, das meine ich natürlich nicht.

    Vielleicht nimmst du dir fürs nächste Mal ganz klar vor, was du alles machen wirst und was nicht. Ich bin überzeugt, wenn du nur die Hälfte von dem letzten Vorwochenendprogramm durchziehst, wird es immer noch super sein.:-)
    Auch beim Kochen ist weniger oft mehr. Ich habe mir früher auch alle Beine ausgerissen, weiß, von was ich hier schreibe. Inzwischen bin ich in diesen Dingen tiefenentspannt: Wem´s von den Gästen nicht passen sollte, dem passt´s halt nicht. Mir passt woanders auch nicht alles… 😉

    Jetzt erhol dich erst einmal gut und beim nächsten Mal machst du´s besser!
    Bei so viel Selbsterkenntnis (Hut ab!) wirst du das schaffen.

    Lieber Gruß
    Heika

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Heike,
    ärgere dich nicht zu sehr.
    Ärger ist auch Stress und Stress ist Migränemotor Nummer eins.
    Fürs nächste Mal möchte ich dir von mir berichten:
    Ich habe eine Bekannte. Wenn ich bei ihr zu Besuch bin, ist auch immer alles pikobello aufräumt, sauber, hübsch und ordentlich.
    Und ich fühle mich dann immer extrem unwohl.
    Zum einen traue ich mich kaum, mich gemütlich nieder zu lassen, denn das Gemütliche ist meist schon ein wenig unordentlich.
    Zum anderen bekomme ich Gewissensbisse, weil es bei mir nicht so aussieht.
    Dann denke ich, eine Wohnung MUSS so toll aussehen und meine eben nicht und ich schäme mich.
    Es ist eigentlich total ungemütlich.
    Ich bekomme von so einer Wohnung keinen tollen Eindruck von der Hausfrau, sondern fühle mich sehr distanziert. Und der Gedanke, sie zu mir einzuladen, macht mir keinen Spaß.

    Ich denke, ein wenig weniger Perfektionismus macht uns menschlicher.
    Ist natürlich eine Ansage, wo unsereins GERNE alles perfekt hat.

    Es lohnt sich aber, das zu trainieren.

    Und nun: lass dich nicht zu sehr nieder drücken.
    Liebe Grüße
    alchemilla

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4576

    Liebe Heike,

    jetzt hatte ich was geschrieben, mußte hier kurz fort und in der Zwischenzeit haben die anderen schon soooo viel geschrieben. Ich schicke meine Zeilen trotzdem.

    Es braucht wohl ein wenig Zeit, bis man abschätzen kann, welche NW bzw. Wirkungen woher kommen.

    Viele hier können deine Situation sehr gut nachvollziehen. Auch ich lade mir gerne Gäste ein, bewirte sie und habe Spaß alles herzurichten, zu organisieren und zu managen. Es gehört zu meinen Hobby´s.

    Leider tut es unseren Köpfen nicht gut. Das müssen wir erst lernen. Ganz speziell war für mich im Vorfeld eines solchen Marathons entscheidend, vorher genau festzulegen wo meine Prioritäten liegen und vor solchen Anlässen genau zu schauen, was ist MIR jetzt wichtig, was kann ich gut schaffen und was ist für den Besuch von dem allem sowieso unwichtig.

    Wenn man sich mal selbst in die Lage der Gäste versetzt, fällt auf, dass ganz andere Dinge Bedeutung bekommen, als ich als Gastgeber meine leisten zu müssen. Als Gastgeber habe ich oft einen viel zu kritischen Blick. Äußerlichkeiten die für mich entscheidend sind, fallen Gästen oftmals gar nicht auf. Für das beidseitige Genießen solcher Veranstaltungen ist doch das Befinden des Gastgebers viel wichtiger. Streiche Dinge, die dich zwar zufrieden stellen, deinem Kopf aber eindeutig zu viel sind. Plane bei solchen Vorbereitungen auch Tage ein, an denen dein Kopf eh spinnt. Plane so, dass du selbst dann nicht ins tudeln kommst.

    Ich weiß, das ist leicht gesagt. Aber es ist zu schaffen. Ich weiß es. 🙂 Immer ein kleines Stückchen mehr. Jedes Fest bringt dich weiter. 🙂

    So, und dann bringe bitte dich und deine Akutmedikation so in Schwung, dass sie zu solchen Anlässen auch effektiv sind. Das heißt für mich, wenn mich mein Triptan und MCP völlig niedereißen, ziehe ich mich eben solange zurück. Meine FREUNDE verstehen das. Schon lange, wenn es über Tage geht. Wenn das nicht deine richtige Medikation ist, versuche eine andere Kombi für solche Situationen zu finden. Ich nehme das Triptan und Naproxen. Wenn dich das Triptan aus der Bahn wirft, behandel vielleicht erst nur mit Naproxen. Schau mal ganz individuell, was möglich ist.

    Übrigens ich finde deinen Beitrag absolut nicht als „Ausheulen“. Selbst wenn, sowas muss auch mal sein.

    „Ausheulen heißt für mich eher, wenn man nicht dazu lernt, nicht bei sich ansetzt und von all dem was so geschrieben wird nix umsetzt und immer so weiter machen will.

    Erst einmal wünsche ich dir jetzt ein gutes Erholen und Nachklingen der Erlebnisse vom Wochenende.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Vielen Dank für eure lieben Antworten.
    Ich weiß ja, dass unsere Freunde wegen uns kommen und nicht wegen unserer sauberen Badezimmer aber ich bin so ein 1000%iger Mensch, dass es mir wirklich sehr schwer fällt, fünf grade sein zu lassen.

    Aber aus diesem WE habe ich wirklich gelernt und werde versuchen, es beim nächsten Mal entspannter angehen zu lassen.

    @katrin:
    Nein, mit dem Ami bin ich nicht höher gegangen. Das wollte ich nicht, weil ich mit 50 mg schon fast 8 kg zugenommen habe (von November bis Mai) und ich eh schon nicht die Dünnste bin.

    Mit Migräne gut im Griff gehabt meinte ich, dass ich immer frühzeitig behandelt habe und so die Attacke gut abwehren konnte. Das ging jetzt natürlich nicht, weil ich sonst 2 Stunden erst einmal geschlafen hätte.

    @heika:
    Ja, die Häfte hätte auch gereicht. Von den 2 Kuchen, die ich Freitag Morgen gebacken habe (das man auch bloß Auswahl hat), wurde nur einer gegessen:-)

    Ach ja, jetzt mit ein bisschen Abstand gesehen, kann ich über einige Sachen auch schmunzeln, die ich vorab alles erledigt habe aber in der Situation selbst, war es für mich nicht möglich, diese Sachen nicht zu machen.

    Vielen Dank Euch!!!!

    LG
    Heike

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Ich hätte noch einmal eine Frage zum Absetzen des Amitriptylin…
    Ich habe es über knapp 3 Wochen langsam ausschleichen lassen.
    Jetzt nehme ich es seit ca. 8 Tagen nicht mehr.

    Jetzt habe ich aber seit 4 Tagen richtige Probleme mit Übelkeit, Herzrasen und Schmerzen in den Gelenken.
    Können das Nebenwirkungen vom Absetzen des Ami sein?

    LG
    Heike

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 488

    Liebe Heike,

    ich weiss nicht, wie lange und in welcher Dosierung du Amitriptylin genommen hast. 3 Wochen ausschleichen nach längerer Einnahme ist eher kurz. Als ganz grobe Faustregel gilt: Absetzen dauert in Wochen solange, wie man das Medikament in Monaten genommen hat. Ich kann Dir aber auch ein genaues Absetzschema schicken, falls Du so etwas häufiger machst;-)

    Übelkeit und Herzrasen können schon Absetzphänomene sein, bei Gelenkschmerzen würde ich eher auf eine andere Ursache tippen, es sei denn, Du hast zum Beispiel Fibromyalgie, die sich jetzt nach dem absetzen wieder verstärkt. Das wäre dann aber keine Absetzsymptomatik sondern ein Rezidiv der Symptomatik nach Beendigung der Medikation.

    Genau kann das hier aber natürlich niemand sagen. Am besten ist es, Du besprichst das mit dem ursprünglich verordnenden Arzt, falls die Symptome heftiger sind oder werden.
    Liebe Grüße

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Liebe Glückdererde,
    ich habe Ami genau 6 Monate genommen.
    Hätte ich mal vorher hier nachgefragt, dann hätte ich es länger ausschleichen lassen.
    Kann man denn ungefähr sagen, wie lange diese Nebenwirkungen des Absetzens bleiben?
    Die Übelkeit stört mich schon sehr.

    Es wäre lieb, wenn du mir mal das Absetzschema zusenden könntest.

    Liebe Grüße

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 488

    Ich schicke Dir eine PM.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Heike,

    wenn Du jetzt schon seit acht Tagen abgesetzt hast, macht es wenig Sinn, nun wieder zu starten, um der Absetzproblematik zu begegnen. Fürs nächste Mal weißt Du, dass Antidepressiva in aller Regel langsam ausgeschlichen werden müssen. Also langsamer, als Du das jetzt gemacht hast. 😉
    Wobei die Empfindlichkeit auch ganz unterschiedlich ist. Es gibt Leute, die können recht schnell absetzen, andere wiederum haben massive Probleme.

    Jedes hier empfohlene Absetzschema muss übrigens immer mit dem Arzt besprochen werden – aber das gilt sowieso für alle Empfehlungen hier in Headbook. 🙂

    Alles gute und liebe Grüße
    Bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 34

    Ich bin gerade wieder am überlegen, mit dem Ami wieder anzufangen.
    Habe seit gestern wieder fürchterliche Spannungskopfschmerzen und weiß nicht, ob das auch Absetzungsanzeichen sind oder aber ob ich vielleicht doch die Spannungskopfschmerzen mit dem Ami ganz gut im Griff hatte.

    Solche Spannungskopfschmerzen hatte ich zuletzt im November als ich stationär aufgenommen wurde und ich dann mit dem Ami angefangen habe.

    Werde gleich erst einmal versuchen, bei meinem Hausarzt noch in die Sprechstunde zu kommen.

    Es macht mich im Moment total fertig. Ich ärgere über mich selbst, dass ich das Ami abgesetzt habe.

    Ist jemand von euch auch wieder angefangen, Amitriptylin doch weiter zu nehmen?

    LG
    Heike

    SteffiN
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 45

    Ich habe es 5 Jahre genommen und setze auch gerade ab und habe sehr viel mehr Kopfschmerzen als vorher. Führe das bei mir aber ganz klar auf den Absetzprozess zurück (Rebound), denn solche Kopfschmerzen hatte ich vor der Einnahme des Ami niemals. Ich für mich glaube, dass ich da durch muss. Ich muss aber auch dazu sagen, dass für mich Ami nicht mehr in Frage kommt, weil ich dadurchu 18 KG zugenommen habe trotz aller Gegenmaßnahmen und jetzt, seit dem Abdosieren, endlich 10 kg davon wieder runter habe. Mich hat das Übergewicht auch körperlich so belastet, dass ich dieses Medikament nicht mehr nehmen möchte. Zudem möchten wir ein Kind in der Zukunft haben, und dafür muss ich ja auch vom Ami weg. Ich bin aber 5 Jahre lang nicht davon losgekommen, daher ist es für mich wie Teufelszeug. Sobald ich absetzte, kamen Schlafstörungen usw., und zack hab ich es wieder genommen.

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