Heike stellt sich vor…

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  • Heike
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    Beitragsanzahl: 47

    Hallo zusammen,
    ich bin schon seit einiger Zeit eine „stille Mitleserin“ in diesem Forum und bin froh, es gefunden zu haben.
    Jetzt ist es aber glaube ich für mich Zeit, mich hier mal vorzustellen und meinen Migräneverlauf zu erzählen…
    Ich bin fast 45 Jahre alt, habe seit ca. 16 Jahren (nach der Geburt unseres ersten Sohnes) Migräne und kam bis vor ein paar Monaten auch gut mit dieser zurecht. Ich konnte eigentlich die Uhr danach stellen, wann ich wieder Migräne bekommen würde. Es war immer während und nach meiner Periode. Mit Zolmitriptan hatte ich diese eigentlich gut im Griff. Die Schmerztage waren auf 2-3 im Monat beschränkt, wo ich gut mit Leben konnte. Im September letzten Jahres ging es allerdings los, dass sich die Kopfschmerzen verändert haben…

    Ich hatte fast 14-tägige Kopfschmerzen mit Übelkeit und Schwindel. War bei meinem Hausarzt, der mir gesagt hat, ich solle die Triptane nehmen und im Wechsel Novalgintropfen. Es hat alles nichts geholfen, bis mich mein Mann am 12.09.2018 in eine neurologische Klinik (Lippstadt) gefahren hat. Dort wurde ein MRT von meinem Kopf gemacht und es wurde eine Sinusvenenthrombose festgestellt. Ich hatte mir schon alles mögliche ausgemalt, was mit meinem Kopf nicht stimmt und war letztendlich froh, endlich zu wissen, warum ich so wahnsinnige Kopfschmerzen hatte. Nachdem die Sinusvenenthrombose mit Heparin erfolgreich behandelt wurde, durfte ich das KH nach 14-tägigen Aufenthalt verlassen. Die Kopfschmerzen sind in dieser Zeit besser geworden, aber nie wirklich weg gewesen. Jeder Arzt sagte zu mir, dass die Schmerzen immer noch von der Thrombose kommen könnten. Ich habe es ihnen geglaubt und versucht mit Novalgintropfen die Schmerzen so einigermaßen zu ertragen.

    Am 11. November 2018 ging es mir aber wieder so dreckig, dass ich dachte, ich hätte schon wieder eine Thrombose im Kopf. Mein Mann brachte mich wieder ins KH. Dort wurde sofort ein MRT gemacht und es wurde festgestellt, dass keine Thrombose vorliegt.

    Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem dortigen Neurologen wurde mir erklärt, dass ich damals im September 2018 wahrscheinlich „Läuse und Flöhe“ gehabt hätte und ich nicht nur die Thrombose als Schmerz empfunden hätte, sondern auch eine status migraennosus mit chronischen Spannungskopfschmerz vorgelegen hätte. Ich wurde dann im KH zwei Tage mit Kortison behandelt und es wurde eine Amitriptylin Behandlung mit 50 mg gestartet. Nach zwei Tagen war ich schmerzfrei und durfte das KH verlassen. Der Neurologe im KH sagte mir, dass ich versuchen sollte, Ausdauersport zu betreiben und nur im äußersten Notfall Schmerzmittel zuführen sollte. Er meinte, dass ich schon einen MÜK entwickelt hatte.

    Ich versuche nun, fast täglich Ausdauersport (Heimtrainer Fahrrad) durchzuführen. Mal gelingt es mir und mal nicht.
    Das Amitriptylin nehme ich bis heute noch weiter ein. Hatte mir soviel von diesem Medikament versprochen, weil ich wirklich bis Ende 2018 schmerzfrei war. Dann fingen am 01.01.2019 die Kopfschmerzen wieder an. Ich habe versucht, sie mit Zolmitriptan im Schach zu halten, was mir einigermaßen gut gelungen ist. Jetzt habe ich aber seit 5 Tagen wieder Dauerkopfschmerzen. Das Triptan wirkt nicht wirklich gut und ich bin wirklich ratlos, was für ein Schmerzmittel mir jetzt noch helfen kann. Da ich durch die Thrombose im Moment Blutverdünner (Elliquis) nehme, darf ich manche Schmerzmittel nicht nehmen. Früher hat mir in so einer Situation oft Aspirin geholfen aber das darf ich ja jetzt nicht mehr einnehmen.

    Ich habe nächste Woche Dienstag erst einen Termin bei einem Neurologen. Hier auf dem „Lande“ muss man ewig auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Ich hoffe, dieser kann mir helfen.

    Könnt ihr mir vielleicht sagen, was für eine Prophylaxebehandlung es für Migräne noch gibt?
    Betablocker habe ich schon von gehört aber da ich eh einen niedrigen Blutdruck habe, hat mir der Neurologe im KH davon abgeraten…
    Ich bin für alles offen, hauptsache diese blöden nervenaufreibenden Kopfschmerzen hören bald auf und mit dazu auch noch die Angst, dass es wieder eine Thrombose sein kann, was ja aufgrund der Blutverdünner eigentlich nicht sein kann…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28336

    Willkommen im Headbook, liebe Heike. 🙂

    Amitriptylin hat Dir ja einige Zeit gut geholfen und wirkt wohl immer noch. Wenn Du es gut verträgst, könnte es ja theoretisch auch noch höher dosiert werden.

    Sollte die Prophylaxe gewechselt werden, wären Betablocker (sie regulieren eher hohen Blutdruck, senken nicht zwingend niedrigen noch weiter ab) Mittel der 1. Wahl. Sonst gäbe es noch Sartane, Kalziumkanalblocker, weitere Antidepressiva, SSRIs, Antiepileptika usw.

    Ich habe versucht, sie mit Zolmitriptan im Schach zu halten, was mir einigermaßen gut gelungen ist. Jetzt habe ich aber seit 5 Tagen wieder Dauerkopfschmerzen. Das Triptan wirkt nicht wirklich gut und ich bin wirklich ratlos, was für ein Schmerzmittel mir jetzt noch helfen kann.

    Manchmal wirken Triptane nach einigen Migränetagen nicht mehr. Das liegt an der Wirkweise der Triptane, die ja keine Schmerzmittel sind. Novalgin könnte in solchen Fällen gut helfen und beeinflusst die Gerinnung nur geringfügig. Frag mal Deinen Arzt telefonisch, was er davon hält.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Ich bräuchte noch einmal eure Hilfe…
    Nachdem ich bis zu meiner Sinusvenenthrombose „nur“ an Migräne gelitten habe, hat sich jetzt auch noch ein Spannungskopfschmerz dazu gesellt. Als Prophylaxe nehme ich ja, wie schon oben erwähnt, dafür Amitriptilyn 50 mg ein.

    Jetzt ist es so, dass ich alle 14 Tage diese Spannungskopfschmerzen bekomme. Sie fühlen sich an, als ob jemand mir jedes einzelne Haar nach oben zieht. Der Kopf ist wie elektrisch aufgeladen. Es ziept und zieht an ganz verschiedenen Stellen am Kopf.
    Ich habe noch nicht wirklich ein passendes Schmerzmittel für diese Kopfschmerzen gefunden.
    Da ich den Blutverdünner „Eliquis“ nehme, scheiden für mich schon einmal Aspirin und alle weiteren Tabletten aus, die Aspirin als Inhaltsstoff haben.
    Mein Neurologe hat mir Ibuprofen 800 mg aufgeschrieben, die im Akutfall auch nicht richtig helfen.

    Jetzt meine Fragen:
    Muss ich die Ibuprofen mehrmals täglich nehmen, damit die Schmerzen weggehen?
    Gibt es noch andere Schmerzmittel die gut gegen diese Spannungskopfschmerzen helfen und die ich, trotz Blutverdünner, nehmen darf?
    Wenn ich an einem Tag mehrmals Schmerzmittel nehme, muss ich diese dann auch zu der 10/20er Regel beifügen oder ist es egal, wie oft ich am Tag Schmerzmittel nehme?

    Ich arbeite mich gerade hier im headbook und auf der Internetseite der Schmerzklinik durch, um die Spannungskopfschmerzen besser verstehen zu können. Aber diese Form der Kopfschmerzen sind mir noch so fremd. Ein paar Mal ist es jetzt auch vorgekommen, dass ich erst Spannungskopfschmerzen über mehrere Tage hatte und danach die Migräne begann.
    Ich finde es so schwer, nicht den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, um mir ein Triptan einzuwerfen. Wahrscheinlich ziehe ich es einfach zu lange raus.

    Viele liebe Grüße von einer zur Zeit hilflosen
    Heike

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5725

    Liebe Heike,

    ich selber leide unter dauerhaften Spannungskopfschmerzen und habe kein Akutmedikament gefunden, das mir hilft, auch nicht in Höchstdosierungen.

    Wie viel Ibuprofen du pro Tag nehmen darfst, findest du in der Packungsbeilage. Doch wenn dir die hohen 800mg als Einzeldosis nicht helfen, wird es bei einer zweiten am selben Tag wohl nicht viel anders sein, denn man muss zwischen den Einnahmen ja Pausen einhalten und der Wirkstoff wird vom Körper fortlaufend abgebaut.

    Bei der 10-/20-Regel zählen nur die Schmerztage, an denen etwas eingenommen wird, nicht die Anzahl der Tabletten.

    Manchen Patienten hilft Pfefferminzöl auf den Schläfen. Oder ein Coolpack. Oder ein wenig Bewegung an der frischen Luft, was ja bei Migräne gar nicht gut tut. Der Übergang von Spannungskopfschmerzen zu Migräne ist oft wirklich nicht einfach zu erkennen, das geht mir auch so. Doch mein Triptan hilft auch noch, wenn ich es später nehme.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 months von heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 months von heika.
    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Hallo Heika,
    vielen Dank für deine Rückmeldung.
    Wie hältst du es jeden Tag mit Spannungskopfschmerzen aus???
    Ich bin im Moment nur ein halber Mensch, weil ich mich weder gut konzentrieren kann noch am Familienleben 100%ig teilnehmen kann.
    Was ich wirklich bemerkt habe ist, dass es mir an der frischen Luft besser geht. Ich versuche jeden Tag eine Runde Fahrrad zu fahren oder eine große Runde mit dem Hund zu gehen. Aber Beschwerdefreiheit erreiche ich damit nicht.
    Pfefferminzöl hat mir mein Neurologe auch empfohlen. Werde ich mir gleich nach der Arbeit mal besorgen…

    Viele Grüße
    Heike

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Heike,

    Spannungskopfschmerzen, gerade wenn sie täglich da sind, können extrem zermürben. Aber es lässt sich trotzdem irgendwie aushalten, mal besser, mal weniger gut 🙂 Ich habe gelernt, dass ich mit meinem Verhalten sehr viel erreichen kann – sowohl in Bezug auf Intensität und Dauer der Schmerzen, als auch in Bezug auf meine Wahrnehmung und Einschränkung dadurch.

    Wenn es dir an der frischen Luft besser geht, dann bleib unbedingt dran! Moderater Ausdauersport kann sehr gut helfen, vor allem wenn er regelmäßig betrieben wird. Vielleicht kannst du bei einer leicht höheren Intensität (Walking statt Spaziergang) noch mehr proftieren. Hier muss man nur aufpassen, weil eine zu hohe Intensität bei manchen Patienten wiederum Migräne triggern kann – ich selbst habe da zum Glück keine Probleme…

    Wenn du Minzöl versuchst, kann ich dir Euminz empfehlen – es lässt sich sehr gut anwenden und hilft vielen Patienten. Ansonsten könntest du probieren, ob dir die Anwedung eines TENS-Gerätes hilft.

    Wie sieht es bei dir mit Enspannung und regelmäßigen Pausen aus?

    Liebe Grüße, Tanni

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 47

    Hallo Tanni,
    ich bin seit Januar angefangen, 2 – 3 mal die Woche auf den Ergometer zu trainieren.
    Angefangen habe ich mit 15 Minuten, mittlerweile bin ich bei 30 – 40 Minuten.
    Ich merke es sehr schnell, wenn es mir zu anstrengend wird, dann werden die Kopfschmerzen mehr und ich höre sofort auf zu trainieren.

    Bekomme ich das Euminz bei Rossmann oder DM?
    Von einem TENS Geräte habe ich bisher noch nichts gehört. Kann mir mein Arzt das aufschreiben oder kann ich es auch so irgend wo kaufen?

    Entspannung ist so eine Sache bei mir…
    Ein normaler Tagesablauf sieht bei mir so aus, dass ich um 6.15 Uhr ins Büro fahre. Dort um 12.30 Uhr Feierabend mache, um anschließend mit unserem 9-jährigen Sohn Hausaufgaben zu machen bevor am Nachmittag alle anderen Aktivitäten unserer Kinder anfangen. Wenn ich es dann zeitlich irgend wie reinschieben kann, mache ich gerne die Progressive Muskelentspannung. Da muss ich allerdings noch sehr viel an mir arbeiten, denn die Kinder, das Telefon oder die Haustürklingel bringen mich nicht so richtig in die Entspannung rein. Wahrscheinlich ist es auch nicht gut, dieses zu Hause zu machen, sondern sich eher einer Gruppe anzuschließen…

    Vielen Dank für deine Rückmeldung Tanni:-)