Hej und Moin – Vorstellung Toni

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  • Toni
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    Liebe Grüsse in die Runde….

    Ich bin Antonia (Toni), 52 Jahre bewegtes und leider auch kopfschmerzgeplagtes Leben im Schlepp….

    Gerade bin ich aus einer fast drei Tage andauernden Kopfschmerzattacke wieder aufgetaucht. Ich lebe wieder, möchte ich dann immer rufen :)!

    Da ich gerade erst eine Knie-OP und viel Zeit zum Nachdenken hatte, ist mir erst jetzt aufgefallen, dass ich -wie vieles andere in meinem Leben- einfach immer hinnehme und es erdulde. Nach den fast zwei Jahren Kniequälereien (falsche Diagnose, HKB-Riss übersehen) werde ich das ändern!

    So ist es auch mit meinen Kopfschmerzen, die mich schon seit meiner Kindheit begleiten. Ich erinnere mich, dass ich bereits als kleines Kind im Bad auf den kühlen Fliesen lag und mit meinem Kopf immer wieder gegen die Fliesen schlug. Kopfschmerzattacken hatte und habe ich immer und immer wieder.

    Normalerweise wache ich mit den quälenden Schmerzen irgendwann nachts auf (meist gegen Morgen, ab 2 Uhr) und dann weiss ich, dass der kommende Tag verloren ist. Wenn ich Glück habe, rettet mich noch viel Paracetamol (Minimum 1000 mg), aber meistens schwächt es den Schmerz nur kurz oder hilft gar nicht. Ab dann liege ich nur noch im Bett, alles muss dunkel sein, jedes Geräusch und vor allem jede Berührung tut unendlich weh und ich möchte nur noch irgendwie über den rasenden Schmerz hinwegschlafen.

    Dazu kommt noch, dass mir grottenschlecht ist, weswegen ich dann mit Schüssel im Arm im Bett liege, denn den Weg ins Bad würde ich niemals schaffen, ohne dass mein Schädel explodiert. Wenn ich dann erbrechen muss, ist wenigstens die Übelkeit weg, aber der Schmerz intensiviert sich. Ich zittere, bin schweissüberströmt und bewegungsunfähig.

    Seit ich denken kann, begleiten mich diese Anfälle. Es gab Zeiten, wo es häufiger vorkam und Zeiten, wo es weniger wurde. Welche Auslöser es gibt, kann ich bis heute nicht sagen. Stress? Wein? Zu kurz geschlafen? Zu lange geschlafen? Hohe Luftfeuchtigkeit? Zu heiss draussen? Irgendeine Erklärung findet sich ja immer, aber die wechselt eben.

    Zum Arzt bin ich nie gegangen, denn wenn die Attacken vorbei waren, war ja immer alles wieder gut und was soll ich dann beim Arzt? Vor gefühlten 25 Jahren habe ich mich mal von meinem Partner zu einem Neurologen schleifen lassen während eines Anfalls, der irgendwelche Hirnströme gemessen hat, aber zu keinem Ergebnis kam….glaube ich, denn während der Attacke war ich nicht wirklich aufnahmefähig. Es gab jedenfalls kein Ergebnis, weswegen ich auch nie wieder zum Arzt gegangen bin. Es kann ja eh keiner helfen.

    Ohnehin bin ich dauerkopfschmerzgeplagt durch meine chronische Sinusitis und der Polypen, die schon dreimal operiert worden sind. Allerdings sind die Sinusitis-Kopfschmerzen von ganz anderer Qualität. Die sitzen frontal mittig auf der Stirn und sind eher drückend und störend-nervtötend. Auch nicht schön, aber mit Paracetamol gut handhabbar, solange ich mich nicht sportlich betätige *g*.

    Diese Attacken dagegen sind unaushaltbar! Diese Tage kann man einfach nur durchleiden…und irgendwie überleben…

    Und das möchte ich nicht mehr. Der Knie-Unfall hat mir gezeigt, dass ich mir vertrauen kann und auf Hilfe bestehen muss…also habe ich mich jetzt mal wegen der Kopfschmerzen etwas belesen. Ich denke, dass es sich hier um Migräne handelt und dass es durchaus neue Behandlungsformen gibt.

    Also werde ich mich aufmachen zu einem Schmerztherapeuten, vielleicht sogar direkt in Kiel, denn dort bin ich wegen der Pendelei Schweden-D durchaus häufiger. Ich möchte nicht noch mehr Lebenstage verschwenden.

    Ich freue mich darauf, euch zu lesen!

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4682

    Liebe Toni,

    ich gratuliere dir ganz, ganz herzlich zu deinem Entschluss. Es ist das Beste, was du tun kannst.

    Ja, auch für mich hast du alle typischen Symptome der Migräne. Wenn du dir richtiges Wissen zu der Migräne anlesen möchtest, dann kannst du hier unten rechts auf dieser Seite in der Sidebar unter „Mgräne-Wissen“ alles nachlesen, was du unbedingt wissen solltest.

    Mit dem Migräne-Wissen hast du die Möglichkeit, dich mit dem Neurologen, der sich unbedingt mit Migräne auskennen sollte auf Augenhöhe zu beraten.

    Vielleicht hast du nach dem Lesen noch ein paar Fragen. Scheue dich nicht, hier weiter zu schreiben. Ggf. kannst du dann auch etwas genauer und im Detail schreiben, wie oft du Migräne hast, und was und wie oft du an Medikamenten im Monat einnimmst.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28677

    Willkommen liebe Toni. 🙂

    Meine Güte, ich schlage gerade die Hände über den Kopf. Wie kann man so lange leiden und keinen Neurologen aufsuchen? 😉 Jetzt wirds aber wirklich Zeit, denn es gibt wirksame Akutmedikation, wirksame Prophylaxen und Verhaltensregeln, die alle zusammen im Paket sehr vieles verbessern können.

    Suche erst mal einen Neurologen vor Ort, denn stationär kann man erst aufgenommen werden, wenn ambulante Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Also starte jetzt durch!

    Lade Dir gleich mal unseren Kopfschmerzkalender, die „Migräne App“. Sie ist wichtig für die Dokumentation und auch wichtig für den Arzt, den Du ja bald aufsuchen wirst.

    Sonst lies Dich auch mal bei uns ein, es gibt viel zu lernen und zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Liebes Sternchen, liebe Bettina.

    Vielen Dank für eure Antworten und Tipps ?. Genau über das „Migräne-Wissen“ bin ich hier gelandet. Und die Migräne-App habe ich gestern auch noch geladen und die erste Attacke eingetragen. Das ist wirklich praktisch, denn gerade bei dem Medikamenten-Cocktail bin ich oft besorgt. Jetzt habe ich das besser im Auge.

    Ja, wie kann man so lange leiden? Ich denke, dass man das kann, wenn man Aushalten und Erleiden schon von Kind an gelernt hat. Diese Kopfschmerzen sind in unserer Familie bekannt. Die hat man eben, da hilft nichts und da muss man eben durch.

    Und selbst wenn man zum Hausarzt geht, dann schreibt der eben für den einen Tag krank, aber sagt auch nur, dass man nichts tun kann. Und einen Versuch beim Neurologen gab es ja. Und wenn man dazu noch an anderen Punkten gelernt hat, dass Ärzte so ziemlich alles auf Stress und Psyche schieben, dann meidet man solche Besuche.

    So habe ich das auch mit meiner Autoimmunerkrankung erlebt, wo die Erschöpfung, die Schlafstörungen etc. alles auf den Stress mit meinen drei damals Kleinkindern geschoben wurde. Erst als dann meine Blutungen ausblieben, ging ich zum Arzt und die Gynäkologin fand die Ursache. Verlorene Jahre, wo ich mich durchgequält habe, Tag für Tag.

    Wenn ich also nichts Greifbares, Sichtbares vorweisen kann, meide ich Ärzte, wo es nur geht. Daher ist meine Krankenakte auch relativ blande. Bis ich den Sturz auf das Knie hatte, 2016. Der diagnostizierte Innenbandriss wollte nicht heilen….es folgten eineinhalb Jahre Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit, Kampf mit Ärzten und endlich fand ich einen Arzt, der sofort gesehen hat, dass das HKB ebenfalls gerissen ist. Jetzt ist es operiert und alles auf einem guten Weg.

    Und ich jetzt hoffentlich auch. Ich führe ab jetzt den Kopfschmerzkalender in der App und wenn ich genug Daten gesammelt habe, mache ich mal einen Termin bei einem Neurologen. Mir graut es jetzt schon….

    Ich könnte jetzt gar nicht sagen, wie oft die Anfälle sind. Oft genug aber, dass ich Paracetamol supp. und meine Schüssel immer griffbereit im Nachtschrank habe. Manchmal kommen die Attacken häufiger und manchmal habe ich ein oder zwei Monate Ruhe. Weswegen ich oft dachte, es habe mit Stress zu tun und entschieden hatte, damit keinesfalls zum Arzt zu gehen!

    Der Schmerz, dieser fiese, hinterhältige, mörderische Schmerz sitzt immer links an der Schläfe. Immer! Ich hatte das noch niemals rechtsseitig. Jeder Pulsschlag ist die Hölle.

    In meiner Verzweiflung versuche ich zu drücken, aber der Pulsschlag danach ist unaushaltbar. Ich kühle, aber zu kalt, intensiviert den Schmerz auch. Es bleibt nur aushalten und hoffen, dass eines der Schemrzmittel anschlägt…was aber meist nicht passiert. Ich dämmere vor mich hin…bis es abklingt. Irgendwann schlafe ich ein und wache dann am nächsten Tag vollkommen gerädert auf und schleppe mich zur Arbeit.

    Ein grosses Problem, weswegen ich mich ebenfalls in der Gruppe „Berufstätigkeit“ eingetragen habe. Denn wenn ich noch irgendwie kann, schleppe ich mich zur Arbeit und halte durch. Allenfalls bei einer akuten Attacke bleibe ich einen Tag daheim, weil es einfach nicht anders geht.

    Aber das ist Raubbau am eigenen Körper, denn fit bin ich am nächsten Tag nicht. Aber Gott sei Dank sind die Attacken ja so freundlich und kommen gern, wenn ich ein freies Wochenende vor mir habe oder Urlaub *grrr*….Meine schönen Aktivitäten fallen daher leider oft aus ?.

    Gibt es hier auch eine Sparte, wo Neurologen empfohlen werden? Ansonsten danke für die freundliche Aufnahme, ich gehe mal hier bei euch stöbern…

    Habt einen schönen, schmerzfreien Tag.

    Liebe Grüsse,
    Toni

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5823

    Hallo Toni,

    da, wo du das „Migräne-Wissen“ findest, steht auch der Punkt „Schmerztherapeuten“. Dort findest du bundesweit Ärzte, die mit Kiel zusammenarbeiten.

    Lieber Gruß
    Heika

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 691

    Hi Toni,

    ich bin nicht mehr so oft hier im Forum, aber nun lese ich just deinen Eintrag und möchte dir aus der Ferne zurufen:

    Sieh zu, dass du direkt morgen einen Termin beim Neurologen machst (verschieb den Anruf nicht;)), der dir dann sicherlich Triptane verschreibt. Nimm Dich wichtig!!!!

    (Dass mit dem Aushalten/Durchhalten kenne/kannte ich auch.) Die Wirkung der Triptane wird dir dann sicherlich wie ein Wunder vorkommen!!! So war es zumindest bei mir.

    Ich habe früher über einige Jahre Thomapyrin genommen … weil mein Vater es auch immer genommen hat … Aber die haben „natürlich“ nicht geholfen …

    Ich behandle inzwischen fast jede Attacke – und „liege zwischendurch aus“. Auch bei mir ist der Eimer unter dem Bett seit fast zwei Jahrzehnten Bestandteil meiner Bettgewohnheiten:) :(. Aber ich nutze ihn Gott sei Dank nicht mehr so häufig.

    Alles Gute für dich!
    Susisonne

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 8 months von susisonne.
    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 255

    Liebe Toni

    Da kommt mir doch einiges sehr bekannt vor.
    Ich bin 54 Jahre alt und meine Kinder sind mitlerweile groß. Vor fast 24 Jahren haben bei mir auch alle Ärzte meinen plötzlich aufgetretenen Dauerkopfschmerz nicht ernst genommen sondern mich konsequent in die Psychoschublade gesteckt. Es hat Jahre gedauert bis allein die Familie mir geglaubt hat, das der KS dauerhaft vorhanden ist.
    Meine Konsequenz daraus war, genau wie bei dir, der Rückzug von den Ärzten. Ich habe irgendwann dann für mich einen Weg gefunden damit klar zu kommen. Dieser Weg bestand in erster Linie daraus zu arbeiten (denn das lenkt ab), mir ein bis zweimal in der Woche eine Auszeit zu nehmen und diese Schmerzen einfach zu ignorieren. Das heist mich komplett zurück zu ziehen. Mein Mann hat in all diesen Jahren meine mehr oder weniger großen Probleme begleitet und für dieses Durchhaltevermögen bin ich ihm sehr dankbar. Das macht nicht jeder so lange mit.
    Bis zum Januar diesen Jahres war ich Vollzeit (40 Std./Woche) beschäftigt und habe diesen Job geliebt. Dann kam dieser zusätzliche einseitige Dauerkopfschmerz dazu. Seit dem bin ich krank geschrieben und auch der MDK hat diese AU voll bestätigt.
    Im Januar habe ich im Branchenbuch eine Neurologin gefunden, bei der ich halbwegs zeitnah (6 Wochen), einen Termin bekam. Diese hat mich erst aufmerksam darauf gemacht, welche verschiedenen KS Formen es gibt. Es folgten dann noch MRT, Augenarzt, HNO und CT.
    Mittlerweile habe ich mich in Kiel angemeldet und versuche für die Übergangszeit einen Termin bei einem Schmerztherapeuten zu bekommen. Dieses gestaltet sich aber schwer, da es entweder einen Aufnahmestopp oder eine lange Wartzeit gibt.
    Auch ich hatte vor etwa 13 Jahren nach einem Sportunfall einen Riss des hinteren Kreuzbandes. Aber im Gegensatz zu dir, hat bereits direkt nach dem Spiel eine Physiotherapeutin aus unserer Mannschaft dieses vermutet. Der Chirurg im Krankenhaus hat dieses, nach dem Taschengriff und MRT, auch gleich bestätigt. Mein Knie ist zwar nicht mehr wirklich belastbar aber im Vergleich zu den KS ist das pienats.
    Ich denke das die Leichtfertigkeit aber auch Ignoranz von unseren damaligen Ärzten dazu führten, das wir uns entschieden haben Ärzte zu meiden. Wobei das Unv