Heute stell ich meinen Kopf vor!(Sabrina)

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  • Sabrina
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    So, jetzt wird es endlich mal zeit mich vorzustellen!

    Mein Name ist sabrina, bin 20 Jahre alt, Krankenschwester in Ausbildung!

    Ich hab seitdem ich hier angemeldet bin viel nachgedacht, wann die Migräne denn angefangen haben könnte, das hab ich zwar auch vorher schon, aber mir viel nie ein wann das gewesen sein könnte.
    Angefangen hat es mit ca. 12 Jahren. Ich ging auf das Gymnasium, hatte montags immer ballettunterricht. Ich erinnere mich, wie ich zu meiner Mutter oft sagte, dass ich nicht zum Ballett möchte, denn ich habe montags immer Kopfschmerzen! Nach einiger zeit konnte ich sagen, ich hab montags und freitags immer Kopfschmerzen, konnte es quasi voraus sagen.
    Geglaubt wurde mir das nicht, „das bildest du dir nur ein!“, hieß es immer.
    Die Kopfschmerzen gingen damals eigentlich immer mit einer Aspirin weg. Als ich ein paar Jahre älter wurde, wurden die Schmerzen schlimmer, ich kann mich erinnern, dass keine Aspirin mehr geholfen haben. Ich lag oft zwei Tage mit Kopfschmerzen im Bett, habe mich zur Schule gequält, denn „wer hat denn schon so Kopfschmerzen, dass er zwei Tage im Bett liegt und nicht mehr zur Schule kann!?“
    In meiner Familie hat keiner Migräne, deshalb wahrscheinlich auch das Unverständnis.
    Als ich anfing im Krankenhaus mit Schichtdienst zu arbeiten wurde die Migräne schlimmer, habe mich auf der Arbeit übergeben müssen, Aspirin hatte wie so oft nicht mehr geholfen. Dann erzählte mir dort eine Kollegin zum ersten mal was von triptanen, meine Symptome hörten sich an wie eine Migräne.
    Von Migräne hatte ich bis zu dem Zeitpunkt auch nur das wissen wie so manch anderer gehabt: es seien dolle Kopfschmerzen.
    Meine Kollegin (damals auch migräne Patientin) gab mir eine Tablette Triptan (habe nicht mehr in Erinnerung welches es war), eingenommen, Schmerzen waren weg!
    Ich machte mir einen Termin beim Neurologen. Diagnostiziert wurde klassische Migräne, erklärt wurde mir nichts außer:“ sie sind noch so jung nehmen sie weiterhin ibuprofen oder Aspirin!“
    Habe mich so weiterhin zwei bis dreimal mit Migräne im Monat gequält. Triptan wurde mir von keinen Arzt verschrieben. Ich wusste nicht dass triptane auch ffeiverkäuflich waren, hätte ich mir zu dem Zeitpunkt jedoch auch nicht leisten können.
    Seit ca. Einem Jahr wohne ich jetzt alleine, habe meine Ausbildung als Krankenschwester begonnen, was für die Migräne jedoch nicht vom Vorteil ist und die Migräne nicht für die Ausbildung.
    Ich habe sehr sehr viel Spaß an diesem Beruf, es war sozusagen mein Traumberuf.
    Die Migräne hat das allerdings schon sehr verändert und auch mich. Sich um kranke Menschen zu kümmern und man hat migräne, die triptane haben mal nicht angeschlagen, dann ist das fast unmöglich. Man kann nicht so sein wie man müsste und es verlangt wird.
    Weil ich dies selber gemerkt habe, war mein Gang zum anderen Neurologen selbstverständlich. Meine Attacken hatten sich zu diesem Zeitpunkt bis zu 10-13 mal im Monat verschlimmert.
    Der Neurologe verschrieb mir Beta Blocker zur Prophylaxetherapie.
    Mir ging es nicht gut damit, kam
    Nicht aus dem Knick, Albträume…Blutdruck sank auf 80/60.
    ein weiterer Gang zum Neurologen: valproat als nächste Prophylaxe.
    Valproat nahm ich mit sehr viel Respekt und nachdenken dann doch ein, drei Wochen war alles gut, ca. Zwei Attacken, ich bekam wieder neuen Lebensmut und Freude. Das hat allerdings ncjt lange gehalten.
    In der Zwischenzeit bekam ich auch vom neuen Neurologen triptane aufgeschrieben (zum Glück denn ohne die wär meine Ausbildung schon vorbei). Nach absetzen von valproat hatte ich fast zwei Wochen lang Migräne, triptane haben nur teilweise geholfen, am nächsten Tag war es jedoch wieder da.
    In der zeit hatte ich einen Urlaub gebucht, mit voller Verzweiflung hingeflogen, migräne war erstaunlicherweise eine Woche weg! Aber kaum wieder in Deutschland hat sich die nächste Attacke angekündigt.
    Als nächste Möglichkeit habe ich meine Antibabypille gewechselt, von einem Kombipräparat auf eine mit nur einem Hormon, Einnahme ohne Pause. Ohne erfolg, migränetage blieben.
    Jetzt bin ich immernoch mit 10 Tagen migräne geplagt, kämpfe mich so durch den Alltag, hoffe täglich dass ich keine migräne mehr habe. Migräne kommt wenn ich zu wenig schlafe oder zu viel, wenn ich in der Arbeit und viel zu erledigen ist (im Frühdienst ist es am schlimmsten), wenn ich schule habe(dort ist die Situation auch nicht so prall, zu viele Schüler in der klasse, in den erholungspausen viel zu laut), wenn ich zu wenig esse, Alkohol trinke, und am schlimmsten ist es wenn ich am Wochenende mal wegfahren möchte, da ist die Migräne schon vorprogrammiert.
    Langsam bin ich echt verzweifelt. Ich würde sehr gerne einen Aufenthalt in der Klinik haben, in der Ausbildung allerdings fast unmöglich, da ich nicht so viele fehltage haben darf( allerdings frag man sich was vielleicht mehr fehltage bringt, eine Behandlung oder keine Behandlung)
    Viele Freunde sind schon enttäuscht von mir, da ich oft geplante treffen und Verabredungen absagen muss, mein Freund muss die Attacken auch ständig ertragen, etwas planen ist fast unmöglich.
    Kurz gefasst: die migräne bestimmt quasi mein Leben! Ich würd so gern so viel machen, in meiner Ausbildung kann ich nicht so arbeiten wie ich möchte und nicht das zeigen was ich kann was momentan eigentlich das wichtigste ist.

    So lange gewartet für die Vorstellung, wahrscheinlich viel zu lange geschrieben und auch oftmals vom wesentlichen abgewichen aber das hat mal gut getan!
    Ich hoffe dass sich die Migräne irgendwann mal bessert.

    Ich wünsche ein schönes Wochenende und einen schönen Restabend.
    Liebe Grüße Sabrina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28336

    Liebe Sabrina,

    ich könnte Dir nun alles Mögliche aufzählen, was zu optimieren, einzunehmen oder zu vermeiden wäre. Dein Beruf bringt viel Unregelmäßigkeit mit sich, was die Sache nicht einfacher macht. Aber es ist zu schaffen!

    Ich würde Dir tatsächlich auch einen Aufenthalt in Kiel nahelegen, damit Du durch konkrete Beratung und eventuell medikamentöse Einstellung wieder mehr Lebensqualität erlangen und Deinen Alltag besser überstehen kannst.

    Nimmst Du Magnesium und Vitamin B2 ein? Wenn nicht, könntest Du gleich mal damit starten, es unterstützt gut.

    Versuche, wenn irgend möglich, regelmäßig Pausen in Deinen Alltag zu integrieren. Lasse nie eine Mahlzeit aus, trinke genug, wende Entspannungsverfahren an. Einiges ist nicht mit Deiner Ausbildung zu vereinbaren, aber das eine oder andere doch.

    Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende,
    Bettina

    Sabrina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo,
    Ja mit dem Aufenthalt in der Klinik ist es echt schwierig. Bin noch zwei Jahre in der Ausbildung und habe schon soooo viele fehltage.:(

    Ja bin deinem Rat gefolgt mit Magnesium, nehme jetzt täglich 350 mg und bei anfänglichen Attacken versuche ich es mit dem diasporal direkt, hilft aber nicht immer. Bin jetzt momentan am weiterlesen von dem Buch „erfolgreich gegen Migräne und Kopfschmerzen“.

    Ruhe zu finden ist immer gar nicht so einfach, auch wenn man Pause hat ist es nicht ruhig, In den Pausen geht man nicht von Station und in der Schule gibt es nicht viel räume wo man sich mal ausruhen könnte.

    Ich hatte noch so viel vor, aber die migräne macht einen echt sehr oft einen dicken fetten Strich in die Rechnung.
    Im Abänschluss an die Ausbildung wär es mein Traum gewesen Medizin zu studieren, aber wie soll man 24 Stundendienste mit Migräne bewältigen?!

    Schade dass die Medizin noch nicht so weit ist, dass das „Mittel aller Mittel“ gefunden wurde und die Migräne schwups geheilt ist ;p
    Hoffentlich können wir das alle noch erleben!

    Schönen Sonntag, Sabrina

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Sabrina,

    was macht dir so viele Sorgen wegen der Fehlzeiten?
    Daß du deine Ausbildung nicht abschließen kannst oder weil du deinen Dienst nicht „leisten“ kannst und andere für dich übernehmen?

    Oder noch andere Gründe?

    Aah, jetzt habe ich gerade noch mal oben gelesen, daß es wohl nur eine bestimmte Anzahl von Fehltagen in deiner Ausbildung geben darf. Mit wem könntest du über dieses Problem reden? Weil dein Einwand ist natürlich richtig, was mehr bringt für die Fehlzeiten, eine gscheite 😉 Behandlung oder sich irgendwie durchwurschteln.

    Übrigens, zum Träume begraben, ist es noch ein bißchen früh! 😉

    Liebe Grüße
    Ulrilke

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5726

    Liebe Sabrina,

    mit einem Migränekopf in einem Beruf zu arbeiten, in dem man ständig „geben“ muss und auch körperlich stark gefordert ist, ist sehr anstrengend. (Wobei der Stressfaktor, in einem Beruf zu arbeiten, der einem nicht gefällt, nicht zu unterschätzen ist. ;-))
    Aber bei deiner großen Motivation wirst du es packen, da bin ich mir ganz sicher!

    Habe ich das in deinem Beitrag richtig verstanden, dass dir zuerst eine medikamentöse Prophylaxe verschrieben wurde und dann später erst die Triptane?
    Welches Triptan nimmst du denn? Wie viele Einnahmetage hast du pro Monat?

    Bei mir hat es auch viel zu lange gedauert, bis ich meine Triptane bekam. Irgendwie wartete mein damaliger Hausarzt ab, bis mein Verzweiflungspegel auf einer gewissen Höhe war. Schade, mir wäre bei einer guten, rechtzeitigen Behandlung viel erspart gebleiben. Dir auch!

    Das Leben mit Migräne erfordert von uns und unserem Umfeld viel Flexibilität. Je eher sich alle damit abfinden, dass es gewisse Einschränkungen gibt und man damit leben muss, desto besser.

    Wichtig ist auf jeden Fall erst einmal, dass man eine optimale Attackenbehandlung hat und auch bei der Vorbeugung umfassend ansetzt.

    Und auf das „Mittel aller Mittel“ warten wir hier alle! 😉
    Die Wartezeit sollten wir allerdings dazu nutzen, es uns mit der Schmerzerkrankung so erträglich wie möglich zu machen, und deswegen helfen wir uns hier gegenseitig.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28336

    Liebe Sabrina,

    gib nie Deinen Traum auf und lass Dir Deinen Berufswunsch von der Migräne nicht nehmen! Es ist machbar, wenn Du es wirklich willst. Wie Heika richtig erwähnt, ist es viel schlimmer, sich durch einen ungeliebten Job zu kämpfen. Da hast Du dann auch Migräne alleine schon durch den Frust.

    Meine Tochter ist auch schwer betroffen und studiert Medizin. Manchmal ist es schon hart für sie, aber sie will es, liebt das Studium und freut sich auf ihren Beruf. Ich hatte sie ermutigt und sie darin bestätigt, dass sie das schaffen kann und wird. Das möchte ich auch Dir nochmal ganz eindringlich sagen. Du schaffst das und Du hast ein Recht auf die Verwirklichung Deiner Träume. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sabrina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo ihr Lieben!

    Erst einmal zu Ulrike: genau, ich habe nur eine bestimmte Anzahl von Tagen an denen ich fehlen darf, damit ich zum Examen zugelassen werde. Meine Lehrerin konnte es mir auch nicht sagen, nachdem ich sie mal gefragt habe wie das wäre, wenn ich so einen klinikaufenthalt hätte. Kann mir einer von euch sagen wie das abläuft beim klinikaufenthalt, bzw. Gibt es dann immer eine bestimmte Anzahl von Tagen die man dort erstmal verbringt oder hängt das dann von Patient zu Patient ab?

    Zu heika: da hab ich mich mit den triptanen glaub ich nicht so ganz richtig ausgedrückt, habe sie ca. Ein Jahr vor den Prophylaxeversuchen genommen. Habe zu dem Zeitpunkt bis zu 11 einnahmen von triptanen pro Monat gehabt, mein Neurologe meinte da auch schon dass es ein mük sein könne, hat mir jedoch keine alternativen vorgeschlagen. Aber nach valproat hab ich mich auch nicht mehr zu dem Neurologen getraut, da er meiner Meinung nach nicht sehr viel Ahnung von der Behandlung hat und auch dass mir die Prophylaxe wieder nicht hilft und beim absetzen wieder so schlimme Anfälle die täglich da sind bevorstehen (ich weiß, mehr als ausprobieren geht nicht :p), aber dann kommt wieder die Frage mit der Ausbildung wenn ich jeden Tag wieder Attacken habe und dann fehle usw usw. …
    Die Einnahme von triptanen ist zurzeit meist bei 7-9 pro Monat. Aber versuche jetzt immer schon fleißig mit täglicher Magnesium Einnahme das zu reduzieren.

    Nun zu Bettina: das freut mich zu hören dass deine Tochter trotz der s