Ich bin wieder mal hier!! (Neele)

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  • neele
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    Selten habe ich hier geschrieben und mich auch nicht ausführlich vorgestellt.
    Das möchte ich jetzt nachholen.

    Ich bin jetzt fast 60 Jahre alt, verheiratet seit 40 Jahren, dreifache Mutter, vierfache Oma, noch immer voll berufstätig und wohne ganz im Osten von Deutschland.

    Migräne habe ich wahrscheinlich schon seit der Kindheit. Jedenfalls kann ich mich an schöne bunte Auren, mit nachfolgendem Erbrechen und Bauchschmerzen erinnern. Das hat niemand so richtig ernst genommen, ich galt als ein hypersensibles Kind. Das hat mich dann bis zum Ende der Pubertät begleitet.

    Ich habe Abitur gemacht, einen Beruf gelernt und angefangen zu studieren. Noch während des Studiums habe ich geheiratet und kurz hintereinander 2 Kinder bekommen, Studium abgeschlossen, in den Beruf eingestiegen, dann kam das dritte Kind. In der ganzen Zeit hatte ich keinerlei migräneartige Beschwerden und auch keine Kopfschmerzen, trotz Berufstätigkeit und den Belastungen, die man als junge Mutter so hat.

    Dann kam eine Zeit der privaten und gesundheitlichen Sorgen. Z.B. wurde bei mir Gebärmutterhalskrebs festgestellt, zum Glück rechtzeitig.
    Nach der OP (Entfernung der Gebärmutter) hatte ich dann erstmals richtige Migräneanfälle mit Aura und Erbrechen. Allerdings waren es nur wenige im Jahr und ich wusste nicht, dass es Migräne war. Es lief immer gleich ab. Für kurze Zeit Sehstörungen, dann 24h lang heftiges Erbrechen, mittelstarke Kopfschmerzen, danach 2 Tage Nachwehen.

    Manches setzt sich in der Familie fort, ich bin zeitig Mutter geworden, meine Tochter auch. So bin ich in den Genuss gekommen, meinen Enkel zu betreuen, damit meine Tochter ihr Studium fortführen konnte. Eine sehr schöne Zeit für mich, in der ich freiberuflich tätig war.

    Die Migräneanfälle wurden ab Mitte 40 häufiger, ab dem fünfzigsten Lebensjahr kamen sie dann fast wöchentlich und veränderten sich. Ich hatte seltener Erbrechen, dafür stärkere Schmerzen.
    Als ich dann mal den Notarzt rufen musste, und der mich im abgedunkelten Zimmer antraf, sagte er sofort, das ist Migräne. Daraufhin gab mir der Hausarzt zum Testen Naramig und überwies mich zum Neurologen.

    Die erste Einnahme von Naramig war ein Schlüsselerlebnis, die Schmerzen waren innerhalb einer Stunde verschwunden und ich fühlte mich viel besser.

    Bis jetzt hat sich an der Häufigkeit nicht viel geändert. Es ist ein ewiges auf und ab. Ich brauche ca. 6-8 Triptane im Monat. Diverse Prophylaxe Versuche (Beta Blocker, Topamax, Amitriptilin) haben, außer teilweise erheblichen Nebenwirkungen, nichts gebracht. Der Leidensdruck ist auch noch nicht groß genug, um noch andere Möglichkeiten auszutesten.

    Ich habe eine typische Wochenendmigräne. Die Woche über geht es meistens gut, aber wenn ich dann entspannen und etwas Schönes unternehmen könnte, habe ich Migräne.

    Ansonsten habe ich alles Mögliche und Unmögliche, wie viele hier, ausprobiert und viel Geld für Unsinniges ausgegeben.

    Da ich fleißig hier lese, habe ich wenigstens durch die zusätzliche Einnahme von Naproxen zum Allegro und MCP, kaum noch einen Wiederkehrkopfschmerz (gehabt). Im Frühling hatte ich eine Divertikulitis (war ganz, ganz unangenehm in Verbindung mit Migräne, weil man tagelang nichts essen darf) und soll jetzt möglichst keine NSRA mehr nehmen. Magnesium vertrage ich auch nicht, wegen des empfindlichen Darms. Im Moment habe ich eine eher schlechte Phase mit langen Anfällen.

    In schlimmen Fällen, wenn der Magen überhaupt nicht mehr will, nehme ich Ascotop nasal.

    So, das war es erst mal von mir
    LG Neele

    Tanja
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    Beitragsanzahl: 764

    hallo neele,

    vielen dank für deinen bericht!

    mit den darmerkrankungen und migräne ist es ja wirklich schwer, das tut mir leid.
    du suchst also auch nicht weiter nach prophylaxen? bei 6-8 schmerzmitteltagen kein großer leidensdruck?
    heißt das, dass du keine migränetage ohne schmerzmittel hast oder nimmst du bei leichteren schmerzen keine? oder hast du nur schwere migräneattacken und dann nimmst du die triptane?

    ich frage, weil ich ja auch so bei 7-8 schmerzmitteltagen bin, aber bei ca. 12-15 migränetagen.
    und ich möchte schon noch nach einer prophylaxe weitersuchen, auch wenn ich einiges schon probiert habe.
    gebe die hoffnung irgendwie nicht auf…

    liebe grüße
    tanja

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo Tanja,
    Leidensdruck habe ich schon.
    Aber auch schlechte Erfahrungen mit den Prophylaxe Medikamenten. Die schlimmsten Migräneattacken hatte ich unter Topamax. Endlos lang und das Triptan (damals Sumatriptan oder Maxalt) hat nicht mehr gewirkt. Obwohl ich Topamax noch am besten vertragen habe, von der rasanten Gewichtsabnahme mal abgesehen (über 10kg trotz normalem Essen bei einem Anfangsgewicht von 55kg innerhalb eines halben Jahres). Ich war total schwach.

    Amitriptilin habe ich nur eine Woche genommen, bis zur ersten Triptaneinnahme. Da hatte ich eine paradoxe Reaktion, sprich ich konnte überhaupt nicht mehr schlafen, hatte einen hohen Ruhepuls und bin bei jedem Geräusch zusammengezuckt.

    Ich will einfach meinen Körper nicht mehr zusätzlich mit Medikamenten belasten.
    Außer den Migränetagen im Monat, die ich mit Triptan behandle, kommen noch ca 3-4 Tage mit aushaltbaren Schmerzen hinzu. Die ignoriere ich einfach.

    Ich habe aufgehört mit meinem „Schicksal“ zu hadern und akzeptiere es einfach. Seit dem nehme ich auch zeitig genug ein Triptan und warte nicht, in der Hoffnung, das ein Wunder passiert und die Migräne von alleine wieder verschwindet.

    Es gibt schon Tage, da bin ich deprimiert und am Verzweifeln. Andererseits gibt es ja auch die schmerzfreie Zeit, in der man sich wieder erholen kann.
    LG Neele

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Neele,

    wir kennen Dich ja schon lange, aber eine richtige Vorstellung gabs noch nicht. Danke! 🙂

    Wie schön, dass Du Deine Tochter unterstützen und dadurch Dein Enkel auch an Deiner Seite aufwachsen durfte. Ein unglaubliches Geschenk für Oma und Enkel und nicht zuletzt auch für die Mama. 🙂

    Singst Du noch so gerne und viel? Ich hoffe, doch!

    Mit Topamax warst Du wahrscheinlich nicht gut beraten, denn das setzt man nicht ein bei einer erwachsenen Frau mit dem Ausgangsgewicht von 55 kg. Schade, denn durch unpassend verordnete Prophylaxen geht viel wertvolles Potential verloren.

    Wenn Du ohne Probleme die 10er-Regel einhalten kannst, besteht kein zwingender Grund für eine Prophylaxe. Die Attackenmedikation passt, sodass eigentlich alles „gut“ ist. Na ja, man wird bescheiden … 😉

    Die allerbeste Entwicklung sehe ich allerdings darin, dass Du den Kampf aufgegeben hast. Dies hat nichts mit Resignation zu tun, sondern mit Annehmen. Sehr gut, denn alleine dadurch erhöht sich schon die Lebensqualität.

    Liebe Grüße
    Bettina

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Liebe Bettina,
    mein Enkel ist inzwischen 17 Jahre alt (im Mai 2014 wird er 18) und im letzten Abiturjahr.
    Wir haben wirklich ein besonderes Verhältnis zueinander.
    Meine jüngste Enkeltochter ist Zwei. Mit der singe ich auch noch ab und zu.
    Was die Migräne anbelangt, komme ich so ganz gut klar. Schwierigkeiten habe ich nur durch die Darmerkrankung, weil ich kein Naproxen mehr nehmen soll.
    Deshalb sind es in letzter Zeit leider wieder mehr Schmerzmitteltage.
    LG Neele

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Noch ein P.S. zu meiner Vorstellung.

    Was mich hauptsächlich belastet, dass man (oder ich) durch die Migräneerkrankung zum Außenseiter wird.

    Vieles kann ich nicht so mitmachen, wie Freunde und Kollegen. Ich kann nicht so feiern wie sie, bei Ausflügen bin ich nicht so belastungsfähig, in der Kneipe stört mich Lärm und Rauch. Alkohol geht gar nicht. Ich lebe immer mit angezogener Handbremse. Da stößt man schon auf Verständnislosigkeit. Kann ich auch verstehen, wer noch keine Migräne hatte, kann das nicht nachvollziehen. Und wer will schon dauernd Gejammer hören.

    Deshalb sind mir die verbliebenen sozialen Kontakte, die Arbeit, die Familie und auch meine Katzen ganz wichtig.
    LG Neele

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    fühle Dich bitte nicht als Außenseiter, denn das bist Du nicht! Du führst ein an Deine Krankheit angepasstes Leben, aber das machen viele Menschen zwangsläufig so.

    Es geht um die Qualität der Begegnungen und sowieso nie um Quantität. Die verbliebenen Kontakte sind wertvoll, wie Du schon schreibst und wer sich gar nicht einfühlen kann in einen schmerzkranken Menschen, ist es sowieso nicht wert, dass man mit ihm engeren Kontakt pflegt.

    Genieße das, was Du hast und das ist mit einigen guten Freunden und einer so großen Familie und Samtpfötchen doch sicher eine Menge. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    schnuffiri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Neele,

    Du sprichst von endlosen Attacken unter Topamax wo das Triptan nicht mehr richtig wirkte.
    Kommt mir gerade ein wenig bekannt vor. Aber ich darf nicht zu früh urteilen. Mache gerade die 7. Woche mit Topiramat, davon erst die 3. Mit 100 mg. Aber durchlebe zum ersten Mal bewusst eine 14 tägige oder längere Attacke und mein treues Naratriptan, welches mich ‚früher‘ bis zu 20 Std schmerzfrei ließ, schafft das zur Zeit auch nur 4-6 Std.
    Wie war das denn bei dir?
    Liebe Grüsse und alles Gute
    schnuffiri

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo Schnuffiri,
    ich habe Topamax das erste Mal kurz nachdem es zugelassen war probiert. Laut Neurologin war es DAS Zaubermittel. Somit habe ich auch eine tolle Wirkung erwartet. War aber leider nicht so.

    Wie schon geschrieben, habe ich stark abgenommen, obwohl ich ganz normal gegessen habe. Ansonsten hatte ich nur das Kribbeln in Armen und Beinen, das man ja sehr gut mit viel Trinken und etwas mehr Kaliumzufuhr (Bananen, Trockenobst) weg bekommt.

    Zuerst hat dann mein Naramig versagt. Dann habe ich es mit Sumatriptan und Maxalt versucht. Die haben immer nur sehr kurz gewirkt. Die Anfälle zogen sich manchmal über 7-10 Tage hin. Wechselten zwischendurch die Seite. Dann hatte ich für 10-14 Tage Ruhe bis es wieder von vorn anfing.

    Nach einem halben Jahr habe ich dann nur noch 45kg gewogen und ich hatte das Gefühl, Topamax hat mir sämtliche Energien geraubt.

    Nach dem Absetzen habe ich mich sehr schnell wieder besser gefühlt.

    Trotzdem habe ich es nach 2 Jahren nochmal versucht. Diesmal habe ich ganz langsam aufdosiert. Alle vier Wochen. Diesmal habe ich wochenlang mit Durchfall reagiert. Die Gewichtsabnahme war nicht so schlimm, wie das erste Mal. Ich bin bis 75mg gekommen. Leider hatte ich wieder eher eine negative Auswirkung auf die Migräne. Außerdem hatte ich Haarausfall. Horrormäßig für mich. Ich bin leider schon von Natur aus nicht mit Superhaar gesegnet.

    Wie das erste Mal ging es nach dem Absetzen schnell wieder besser.

    Bei vielen wirkt Topamax sehr gut. Bei mir leider nicht.

    Ich habe bei mir festgestellt, wenn ich mehr als 2 Tage hintereinander Triptane nehme, rutsche ich sehr schnell in diese langen Anfälle.
    Deshalb halte ich, wenn es geht, am dritten Tag die Schmerzen aus.

    Liebe Grüße und einen schmerzfreien Feiertag
    Neele

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Schnuffiri,

    bitte sprich zeitnah mit dem Arzt darüber, ob Du Topamax weiter einnehmen solltest! Bei manchen verschlimmert sich die Situation und das scheint bei Dir so zu sein. In so einem Fall macht es auch keinen Sinn, sich weiterzuquälen, da dann kaum noch Hoffnung auf Verbesserung besteht.

    Auch Du, liebe Neele, solltest nie mehr in Deinem Leben Topamax versuchen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    schnuffiri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Liebe Bettina,

    Sehe Deinen Beitrag erst jetzt. Muss wohl meine *Wortfindungsstörung* ‚Technik‘ nochmal überdecken, wie ich hier ‚lese‘, um Beiträge nicht zu übersehen.
    Tja, leider hat mir die Sprechstdhilfe nur einen Termin in 10 Tagen gegeben. Da habe ich nichts von NW Topi gesagt sondern vom Status migraenosus. Hm… Mal morgen anrufen, ob ich so einen früheren Termin bekäme. DIE Neuro sprach ja von langsam abdosieren… Will das nun auch nicht eigenständig machen, eigentlich.

    Liebe Neele,

    Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung deiner leider weniger guten Erfahrungen mit Topamax. Gut, dass du dich letztendlich dagegen entschieden hast!

    Liebe Grüsse und eine schmerzfreie Woche
    Schnuffiri

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo an Alle,

    ich habe schon ewig nichts mehr geschrieben, aber öfter mitgelesen. Ich bin ja immer noch voll berufstätig und mir fehlt leider meistens die Zeit zum Schreiben. Lesen geht auch während der Arbeit ab und zu mal. Die wertvollen Informationen, die man in diesem Forum erhält möchte ich auch nicht missen.

    Danke dafür!!!

    Leider hat sich bei mir nichts zum Positiven verändert (es kommen mit steigendem Alter nur noch andere „Zipperlein“ dazu, leider auch begleitet mit Schmerzen).
    Ich hatte mich ja nach vielen vergeblichen Versuchen und vielen Nebenwirkungen gegen weitere medikamentöse Prophylaxe Versuche entschieden. Zurzeit nehme ich nur noch Magnesium und B2 und erhalte vierteljährlich Botox. Lebe, schlafe und esse nach der Uhr und versuche möglichst entspannt zu bleiben.

    Das gelingt mir allerdings häufig nicht. Und gewisse traurige oder freudige Lebensereignisse kann man leider nicht verhindern.
    So bleibe ich bei durchschnittlich 8-10 Triptane im Monat und 10-15 Schmerztagen.

    Dieses Jahr war besonders viel los.
    Lieblingskater an einer Herzschwäche gestorben, Mutter (88 Jahre) ins betreute Wohnen umgesiedelt, nach dem Umzug ist sie dann gestürzt und hatte einen Oberschenkelhalsbruch. Hat sich aber erstaunlicherweise ganz gut berappelt, braucht aber seitdem vermehrt Unterstützung. Selber bin ich auch umgezogen und mein jüngster Sohn hat geheiratet. Ich war zeitweise am Limit.

    Meine Arbeit will ich aber auf keinen Fall aufgeben, so kurz vor der Rente. Die Arbeit gibt mir auch noch Regelmäßigkeit, Struktur und Ablenkung vom Schmerz. Außerdem auch soziale Kontakte. Ich möchte das nicht missen.

    Ein schönes Wochenende für alle
    Neele

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    schön, wieder mal was von Dir zu hören. Tut mir leid, dass Dein Lieblingskater gestorben ist. Es gibt einfach Tiere, die sind dem Herzen noch näher als andere. Hatte vor einigen Jahren auch meine ganz besondere Katze verloren und kann das grad sehr gut nachfühlen.

    Die Sorgen um alte Eltern können auch sehr belasten, zudem Umzug und Hochzeit des Sohnes – dafür hältst Du Dich eh noch gut und kannst die Regel einhalten.

    Behalte die Arbeit unbedingt, denn sie tut Dir ja gut. Und so kurz vor der Rente schon gar nicht. 😉 Du schaffst das schon irgendwie, hat ja bis jetzt auch gut geklappt.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo Bettina,

    das mit dem Kater war wirklich schlimm. Er war erst 7 Jahre alt. Danke für dein Mitgefühl.

    Er hatte Wasser in der Lunge, drei Monate habe ich alles versucht. Er hat so brav seine Medikamente geschluckt. Dann musste ich ihn doch gehen lassen.

    Zwei Monate lag ich mit der Einnahme von Schmerzmitteln über den erlaubten Zehn. Hauptsächlich, weil ich wegen anderer Erkrankungen Schmerzmittel nehmen musste. Es ist immer etwas nervig z.B. dem Orthopäden erklären zu müssen, warum man nicht endlos Schmerzmittel nehmen kann. Das mit dem MÜK scheint bei vielen Ärzten nicht bekannt zu sein.

    Auch habe ich immer wieder Probleme mit dem Wiederkehrkopfschmerz. Ich habe manchmal das Gefühl, ich schiebe den Anfall vor mir her. Nach Allegro (+ Naproxen) habe ich 24-32h Ruhe, dann gehen die Schmerzen wieder los. Danach kann ich mir nur noch eine Einnahme erlauben, sonst lande ich in einer Endlosschleife. Wenn ich dann den Schmerz aushalte, zieht sich das nochmal über 2 Tage.

    In letzter Zeit kann ich Schmerzen nicht mehr so gut tolerieren. Leider vertrage ich sedierende Medikamente schlecht. Entweder ich reagiere paradox oder sie wirken nicht.

    Ich komme mir manchmal vor, als würde ich auf einem Drahtseil balancieren und ständig bekomme ich einen Schubs von links oder rechts, den ich mühselig abfangen muss, um nicht ganz abzustürzen.

    LG Neele

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    leider kennt nicht jeder die MÜK-Gefahr, die bei uns Migränikern nun mal da ist. Wenn Du mal sehr viele Tage am Stück hast, könntest Du vielleicht ein oder zwei Kortisontage einlegen. Frage einfach mal den Arzt danach.

    Oh ja, das ist ein Elend, wenn man ein geliebtes Tier gehen lassen muss. Ich musste heute meine Katze einschläfern lassen, bei der unter der Untersuchung in Narkose ein bösartiger inoperabler Tumor am Kehlkopf diagnostiziert wurde. Seit Wochen hatte sie zunehmende Atemnot, die letzten Tage nicht mehr gefressen, nun ist sie erlöst. Was bleibt ist erst mal die Leere und das Unfassbare, dass das Tierchen nach so langer Zeit an unserer Seite nicht mehr da ist. 🙁

    Liebe Grüße
    Bettina

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo,

    nach Kortison habe ich die Neurologin und auch den Schmerztherapeuten gefragt. Beide wollten mir kein Kortison verschreiben. Die Neurologin hat nur große Augen gemacht, die Wirksamkeit in Frage gestellt und mir einen Vortrag über möglich Nebenwirkungen gehalten. Der Schmerztherapeut hat gemeint, das ist nur bei einem MÜK sinnvoll. Ich wollte dann doch nicht widersprechen.

    Wegen deiner Katze hast du mein volles Mitgefühl. Der Schmerz ist groß, das können Nichttierbesitzer gar nicht nachvollziehen. Ich hatte tagelang einen Kloß im Hals und habe im Büro sozusagen innerlich geweint.

    Neele

    Valetta
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Ach Ihr Lieben, wenn man das mit den Katzen so liest und es selbst erfahren hat, dann hat man immer gleich wieder das einerseits schwere Gefühl im Herzen, zum anderen auch die Dankbarkeit ein solch tolles Tier eine Zeit begleitet haben zu dürfen.

    Bei mir ist es zwar schon ein Jahr her und wir haben auch zwei neue Fellnasen, aber es ist halt wirklich Trauer die verarbeitet werden muss. Wir hatten unsere auf Grund eines Hirntumors erlösen lassen müssen.

    LG Valetta

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Das stimmt. Man muss schon selbst Tierhalter sein, um das Leid nachvollziehen zu können, das nach so einem Verlust entsteht.

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo,
    hier bin ich mal wieder.

    Leider ging es mir migränetechnisch nicht so gut in den letzten 2 Jahren. Vor allem Ende 2017 hatte ich eine Zunahme der Anfälle und kaum noch Pausen dazwischen.

    Als erste Maßnahme habe ich dann meine Arbeitsstunden von 40h auf 30h reduziert, weil mir die beiden letzten Stunden immer sehr schwer fielen. Zunehmende Erschöpfung, 2 Drehschwindelanfälle und ein plötzlich sehr lauter Tinnitus kamen noch dazu und ich habe mich doch mal krankschreiben lassen (für kurze Zeit).

    Im Januar sollte ich Botox bekommen (turnusmäßig), die Schwester griff schon zur Ampulle, aber ich entschied mich spontan dagegen. Ich hatte gerade einen der seltenen schmerzfreien Tage, und konnte mir plötzlich einfach nicht vorstellen, dass mir jemand in den Kopf piekst.

    Daraufhin legte mir die Ärztin einen Aufenthalt in einer Schmerzklinik nahe, ich sagte, wenn, dann nur in Kiel.

    Jetzt habe ich meinen Termin bekommen. Ich bin ab 27.9.18 in Kiel.

    Seit dem ich die Anmeldung für Kiel abgeschickt habe, geht es allerdings wieder aufwärts.
    Januar bis März lag ich noch bei 16 Schmerztagen und 10-12 Schmerzmitteltagen, ab April hatte ich plötzlich Pausen von max. 10 Tagen zwischen den Anfällen.

    Keine Ahnung warum!

    Hab jetzt noch eine Frage zum Klinikaufenthalt. Ich hab leider das Blatt verlegt, auf dem stand, was man alles mitnehmen muss. Ist das irgendwo noch auf der Klinikwebsite zu finden. Hab gesucht, aber nichts gefunden.

    Glückwünsche noch an Bettina zur verdienten Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz.
    Vielen Dank für deinen Einsatz!

    LG Neele

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 Monate, 1 Woche von  neele.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    danke für die Glückwünsche. 🙂

    Gut, dass Du bald in der Klinik einrücken darfst. Ich habe mal einiges zusammengefasst, was man wissen sollte vor dem Klinikaufenthalt. Vielleicht ist das Gesuchte ja auch dabei? Sonst einfach auf die Homepage sehen, da findest Du auch alles. https://headbook.me/groups/termin-in-der-schmerzklinik-kiel/forum/

    Liebe Grüße
    Bettina

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Danke für die Antwort, liebe Bettina.
    Mir fehlt die Seite, auf der geschrieben stand, was man mitbringen muss. Ich weiß nicht mehr, ob ich z.B. Handtücher einpacken muss, oder diese in der Klinik vorhandenen sind. Und was bedeutet keine Duftstoffe? Auch kein Deo und sowas?
    Ich suche nochmal auf der Homepage.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    Handtücher sind vorhanden, Bettwäsche natürlich auch, aber Föhn, Duschgel, Handseife und so Sachen bitte mitbringen. Deo kann man natürlich mitnehmen, aber man sollte das Zimmer nicht mit Parfum einnebeln, da viele auf starke Gerüche mit Attacken reagieren.

    Liebe Grüße
    Bettina

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo ihr Lieben,
    ich melde mich mal zurück nach langer Zeit mit positiven Nachrichten. Ende September bis Mitte Oktober war ich in Kiel. Das ist schon eine ganz besondere Erfahrung, in dieser tollen Klinik zu sein.
    Die medizinischen Versorgung , Seminare, Essen, Physiotherapie, Sportangebote, alles super. Dazu noch die schöne Lage der Klinik, Glück mit dem Wetter und tolle Kontakte, alles hat gestimmt.

    Mir ging es ja vorher schon viel besser, so dass ich fast nicht nach Kiel fahren wollte. Aber wenn man schon Mal die Chance hat, muss man die auch wahrnehmen. Der September war dann auch nicht so berauschend. Ich war doch froh, dass ich mich entschlossen hatte, nach Kiel zu fahren.

    Als Prophylaxe habe ich nun 8mg Candesartan. Das erste Mal habe ich auch keine fiesen Nebenwirkungen. Aber leider habe ich Probleme, das Medikament verschrieben zu bekommen. Es ist wohl leider nicht für die Migräneprophylaxe zugelassen. Da ich keinen hohen Blutdruck habe, wollte mir die Ärztin in der Schmerzambulanz das Medikament einfach nicht verschreiben. Ich musste das erst mal bei der KK beantragen, aber auch da bis jetzt keine Zusage. Mit Mühe und Not habe ich ein Privatrezept bekommen.
    Im November habe ich bis jetzt nur ein Triptan gebraucht. 2 weitere Anfälle waren so leicht, dass ich es spielend ohne Medikament aushalten konnte.

    Noch etwas zum Thema „Kurioses“.
    3 Wochen bevor ich nach Kiel gefahren bin, habe ich mir im rechten Ohr ein Daith Piercing stechen lassen. Ich hatte immer die schlimmen Migräne Anfälle rechts. Es hat auch fast immer rechts angefangen. Seit dem Piercing habe ich nur noch links Schmerzen, manchmal auch mittig.

    Liebe Grüße
    Neele

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo Ihr Lieben,
    ein kleines Update von mir.

    Ich habe gerade meinen Schmerzkalender aktualisiert und kann es selber nicht glauben. Seit ich das Candesartan nehme (Oktober), hatte ich im Durchschnitt 2 Medikamententage und noch zusätzlich 2 Tage mit leicht auszuhaltender Migräne, an denen ich nichts genommen habe.

    Vor Candesartan 10-15 Tage mit Schmerzen und 10-12 Medikamententage.

    Das ist sensationell!

    Zwar habe ich öfter das Gefühl, es könnte sich eine Migräne entwickeln, aber sie kommt nicht durch.
    Und was noch besser ist, ich habe keine Nebenwirkungen, auch der bei mir eher niedrige Blutdruck ist nicht noch weiter in den Keller gegangen.

    LG Neele

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 1 Woche von  neele.
    SteffiN
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 45

    Hallo Neele, wie viel Milligramm nimmst du denn am Tag? Ich bekomme auch Candesartan, 12 mg.

    neele
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Ich nehme nur 8mg.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Neele,

    das sind gute Nachrichten, freut mich sehr für Dich. Weiter alles Gute!

    Liebe Grüße
    Bettina

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