Immer mal wieder was Neues (Daniela)

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  • Daniela
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    Hi,

    über ein paar Umwege habe ich gestern diese Internetseite entdeckt und beschlossen mich hier zu registrieren.

    Eigentlich habe ich bis jetzt eher schlechte Erfahrungen gemacht mit Foren/Internetgemeinschaften die auf Grund von gleicher „Krankheit“ existieren.
    Einerseits ist der Vorteil, dass man sich nicht verstellen muss…weil alle ähnliche Erfahrungen haben; aber meist zieht mich sowas eher runter, als dass es mich aufbaut ;o)

    Aber hier habe ich schon in einigen Stunden stöbern viel interessante Infos gefunden. Und das, obwohl ich dachte ich wüsste eigentlich schon nahezu alles über Migräne ;o)

    Deshalb stell ich mich jetzt einfach mal vor und schau was ich noch lernen kann.

    Ich heiße Daniela, bin bald 34 Jahre alt, verheiratet, (noch) keine Kinder.
    Meine erste Migräne-Attacke hatte ich 2002; damals hatte ich gerade eine handwerkliche Ausbildung angefangen und diese neue Erfahrung hat mich leicht aus der Bahn geworfen.
    Früher war ich nie krank, immer sportlich, schlank und auf einmal kam dieser Schmerz. Anfangs hab ich die Attacken nur mit Schmerzmitteln behandelt.
    Aber irgendwann wurde das einfach zu viel und ich besuchte einen Kopfschmerzspezialisten. Ich fing an vorbeugend Betablocker zu nehmen.

    Nach einem Nervenzusammenbruch (nicht hauptsächlich wegen der Migräne) habe ich eine tiefenpsychologische Therapie begonnen (das war 2009). Das hat richtig gut getan :o) In der Nähe der Praxis meines Psychiaters gabs ein regionales Schmerzzentrum. Dachte kann ja nich schaden, da mal nen Termin zu machen.

    Gesagt getan. Nachdem der Arzt hörte welche Menge an Schmerzmitteln ich so nehme (nicht nur wegen den Kopfschmerzen, hatte zusätzlich extremes PMS) hat er mich erst mal auf Schmerzmittelentzug gesetzt und nach und nach die Vorbeugung auf andere Betablocker umgestellt.

    Dann hab ich auf Triptane umgestellt. Migräneattacken habe ich seitdem nur noch mit Maxalt behandelt.

    Es gab da auch ein psychologisches Schmerzbewältigungstraining. Das war ganz ok. Es wurden Entspannungstechniken geübt; es gab einiges an Infos und auch Übungen, die einem helfen sollen mit Schmerzen klar zu kommen wenn nix wirklich wirkt.

    Nach diesem Training habe ich einige Sachen in meinem Leben verändert.
    Einige ehrenamtliche Sachen habe ich geändert oder ganz abgegeben, so dass ich mir einen Tag in der Woche schaffen konnte, an dem ich keine Termine habe und wirklich abschalten kann. Außerdem ha ich mittlerweile den Luxus, einen Job mit völlig freier Zeiteinteilung zu haben.

    2012 war kein gutes Jahr für mich ;o)
    Im Februar bin ich mit Gallensteinen im Krankenhaus gelandet. Da ich an dem Tag Blut gespendet hatte war eine OP so direkt nicht möglich…mein Kreislauf war zu schwach. Da ich aber gar kein Essen mehr verdauen konnte und mich von Kolik zu Kolik schleppte behielt man mich in der Klinik. Nach gut einer Woche konnte die Gallenblase endlich entfernt werden.

    Durch die Komplikationen im Krankenhaus und durch das Unwissen des Personals (man bestand darauf krankenhauseigene Präperate zu nehmen, hatte meine vorbeugende Medis aber nicht da…) war mein Vorbeugung tot.

    Schon im Krankenhaus hatte ich praktisch durchgehend Kopfschmerzen. Lag unter anderem sicher daran, dass ich ja nichts mehr essen konnte und immer bis nachmittags um 15 Uhr nichts trinken durfte, weil ich ja evtl. noch operiert werden sollte…das einzige was ich in dieser Woche zu mir nehmen durfte war ein Stück Traubenzucker *g* und jede Menge Infusionen mit Buscopan und Novalgin.

    Naja; sobald ich wieder daheim war hab ich meine vorbeugenden Medikamente wie vorher genommen, aber ich hatte viel mehr Migräne.

    Nach dem Klinikaufenthalt bekam ich eine Ernährungsberatung vom Klinikum angeboten. Habe ich angenommen, aber leider war die ziemlich schlecht. Ich weiß jetzt alles über Vollkornbrot. Viel mehr kam da nich bei raus. Das Wissen über Vollkornbrot bringt mir nicht so wahnsinnig viel, weil ich kaum Brot esse *g*

    Naja; Versuch wars wert,

    Im Juli 2012, als ich wieder einigermaßen fit war und wieder arbeiten ging hab ich angefangen die Pille zu nehmen.
    Nicht wirklich freiwillig. Ich bin seit 12 Jahren verheiratet, bis 2012 hat das mit dem verhüten auch ohne Pille gut geklappt. Aber da ich einen relativ unregelmäßigen Zyklus hatte und extrem starkes PMS (prämenstruelles Syndrom)(stark= 3000mg Ibuprofen am Tag, 4-6 Tage lang, so viel Blutverlust, dass ich ständig Angst hatte irgendwie durch zu bluten…kam immer mal vor…is saupeinlich, wenn man im Pausenraum n blutigen Stuhl hinterlässt…oder Hotelbett…etc).
    Nach Jahren und Konsultation von Spezialisten hab ich mich dann doch zur Einnahme der Pille überreden lassen.

    Das PMS ging dadurch soweit zurück, dass ich keine Schmerzmittel mehr brauchte.

    Im August 2012 veränderte sich meine Migräne. Vorher hatte ich nie Aura-Symptome und eine Attacke dauerte nie länger als einen Tag.

    Ab August 2012 dauerten die Attacken meist mindestens 2 Tage.
    Außerdem waren da auf einmal Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen. Das war erst mal echt gruselig.

    Mein Schmerztherapeut schickte mich sicherheitshalber zum Neurologen, der ein EEG machte und ein MRT veranlasste.

    Beides ergab, dass es wirklich „nur“ Migräne ist.

    Ich hatte schon fast gehofft, dass das MRT was anderes offenbart…etwas das man vorzeigen kann, das man behandeln vielleicht sogar heilen kann.

    Aber so wars wieder „nur“ Migräne. Allerdings in einer Form, die so für mich als Handwerkerin gefährlich werden kann.
    Deshalb nehme ich seitdem zusätzlich zu den Betablockern vorbeugend Amitriptylin. In recht niedriger Dosis. Anfangs hat mich das trotzdem sehr müde gemacht.
    Im Jahr 2013 gabs denn relativ lange gute Phasen mit wenigen Schmerzattacken. Zwischenzeitlich gabs „labile“ Phasen. Dann hatte ich oft nur diese Aura-Symptome, ohne anschließende Schmerzen. manchmal reichte ein Lichtreiz auf der Arbeit um die Sehstörungen auszulösen.
    Manchmal kams auch aus heiterem Himmel.

    Im Oktober 2013 habe ich mich auf eine neue Stelle beworben und habe sie bekommen ;o)
    Im Januar 2014 habe ich diese neue Stelle angetreten.
    Am Anfang dachte ich cool….hier habe ich kaum mehr Migräne.
    Aber im März hat sie mich wieder eingeholt.

    Allerdings sind die Attacken nicht mehr so extrem stark. Die Vorbeugung scheint ganz gut zu funktionieren.
    Meist sind sie nach 1 Tag wieder weg.

    Mein neuer Schmerztherapeut hier hat mir empfohlen Aspirin zu nehmen, bei leichteren Attacken.
    Werde ich mal ausprobieren.

    Momentan bin ich etwas unsicher, was die richtige Ernährung für mich ist.
    Bis jetzt haben mir immer alle zu einer kohlenhydratarmen Ernährung geraten…
    Ich habe seit dem ich das Amitriptylin nehme ziemlich viel zugenommen (ca. 20kg).
    Mein Mann ist Diabetiker. Ich koche jeden Abend.
    Eigentlich versuche ich abends hauptsächlich Gemüse und Eiweiß (Fisch/Fleisch) zu kochen.
    Also im Sommer jetzt oft einfach n schönes Stück Fleisch und Salat. Oder auch mal nur ne Gemüsepfanne.

    Hier habe ich jetzt gelesen, dass man um den nächtlichen Blutzuckerabfalls zu verhindern abends kohlenhydratreich essen sollte…das war mir bis jetzt neu.

    Wie kann man das sinnvoll umsetzen? Würde ungern für meinen Mann und mich getrennt kochen.

    Naja; soviel erst mal für heute.
    Wenn ich mich etwas zurechtgefunden habe hier, kann ich meine Fragen ja auch in den den entsprechenden Themenbereichen äußern.

    Grüßle vom schönen Bodensee :o)
    Daniela

    Bettina Frank – Admin
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    Herzlich willkommen, liebe Daniela. 🙂

    Wie schön, dass Du zu uns gefunden und so ausführlich berichtet hast. Ich bin die nächsten Tage leider ziemlich unter Zeitdruck, werde mich aber später mal ausführlich melden. Aber so viel Zeit muss sein für eine freundliche Begrüßung. 😉

    Bis bald und liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
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    Hi Bettina,

    hab schon gesehn, dass ihr ein Treffen habt dieses Wochenende.
    Also nur keine Eile…meine Migräne läuft ja nich weg.

    Grüßle Daniela

    Christof
    Teilnehmer
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    Hallo Daniela,
    wenn ich mich bei dir melden darf und ich das einmal vereinfachen darf wo du wahrscheinlich sagst was ist das denn für ein Penner. Die Aufzählungen deiner anderen gesundheitlichen Probleme ist natürlich ein Punkt was herunter zieht und zur gleichen Zeit mit den Kopfschmerzen.
    Aber so offen wie du darüber sprichst kann ich dir sagen wie auch jeder andere mir bestimmt Recht gibt, dass du auf den richtigen Weg bist. Ich bin genau so wie du ein Migräne Patient und weis was es heißt solche Schmerzen zu haben wie wahrscheinlich die meisten hier. Doch ich bin eher ein ruhiger Typ und mache in erster Linie alles mit mir selbst aus. Ich wohne
    noch bei meiner Mutter ich werde voll unterstützt auch von meinen Geschwistern doch man kann ja nicht immer drüber reden seit Oktober letzten Jahres hab ich 24 Std. am tag Migräne und bei körperliche und psychischen Streß und Konzentration werden sie so stark das ich mich hinlegen muß. Wenn du die Möglichkeit hast dann sprich in deinen privaten Umfeld darüber, auch oft wenn jemand mit einem gebrochenen Arm rumläuft den sieht man es mit seinen Gibs an, doch unsere Schmerzen nicht daher ist auch immer noch schwer drüber zu sprechen und leuten erklären was da Sache ist es geht ja nicht „nur“ um die Schmerzen sondern auch wie man sich psychisch fühlt wie geht man selbst damit um.

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 682

    Hi,

    mit meiner Familie rede ich kaum über die Migräne. Mein Vater ist der Ansicht das ist alles nur Einbildung. Der wird diese Meinung auch nicht mehr ändern. So ist er nun mal.

    Meine Schwester kämpft grad gegen Brustkrebs.
    Das ist das Hauptthema in der Familie.
    Ich hab nicht den Eindruck dass meine Familie wirklich nachvollziehen kann, wie es mir geht. Wahrscheinlich interessiert es sie auch nicht wirklich.

    Vor meinem Umzug (im Januar) hatte ich ein paar gute Freunde, mit denen ich drüber reden konnte. Hier muss ich mir die erst noch suchen ;o)

    Bis jetzt haben mir meine Therapeuten immer geraten ehrlich zu sein…z.b. auch einem Vorgesetzten gegenüber. Bei meinem Letzten habe ich das bitter bereuht.

    Beim neuen Job ist alle etwas kleiner und familiärer…mal sehen wie es hier wird. Die meisten meiner Attacken sind am Wochenende…ab und zu bin ich dann montags noch nicht arbeitsfähig. Das sieht für nen (neuen) Arbeitgeber immer doof aus…wenn man 3 Wochen nacheinander immer Montags fehlt *g*.

    Naja; alles in allem versuch ich aber, mir das Leben nich total vermiesen zu lassen. Ich bin fähig Kleinigkeiten zu genießen und mir ab und zuw as zu gönnen.

    Grüßle Daniela

    Christof
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Wenigstens denkst du so ist auch schon mal ein Vorteil mach so weiter finde mit wem du reden kannst persöhnlich und bis dahin hast du diese Seite. Wenn ich an meine Schmerzen und Situation denke ich kann auch nicht daher gehen und alle 5min. sagen ich habe Kopfschmerzen. Glaub mir ich weis wie du dich manchmal fühlen mußt und auch in deinem Umfeld sei es beruflich oder privat

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 682

    So, jetzt hab ich auch ein eigenes Profilbild :o)
    Das steht als Kunstwerk am Hafen von Altnau in der Schweiz…fand ich recht passend…für ein Kopfschmerzforum *g*