Jung und krank…. (Jennifer)

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  • Jennifer
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    Beitragsanzahl: 12

    Hallo liebe Mitleidenden,

    ich stelle mich kurz vor: ich bin Jenny, 23 Jahre alt und habe seit ich 19 Jahre alt bin Migräne. Das es tatsächlich Migräne ist, habe ich erst vor einem Jahr herausgefunden. Ich arbeite Vollzeit im Rechtsbereich, was gern stressig wird. Ich habe im Monat durchschnittlich 20 Kopfschmerztage, die ich mit Sumatriptan versuche in den Griff zu bekommen. Ich habe keine Aura. Während eines Anfalls bin ich sehr Licht- und Lärmempfindlich, habe Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten, mir ist übel…In den seltensten Fällen muss ich mich übergeben… Seit August bin ich in Behandlung in einem Schmerzzentrum. Eine Therapie mit Amitriptilin war erfolglos. Nun bin ich dabei Ausdauersport zu machen und meine Ernährung umzustellen. Arbeitgeber nehmen das Thema Migräne nicht ernst…Ich gehe trotz der Anfälle auf Arbeit und bleibe dort auch wenn ich einen Anfall habe…Nun bin ich langsam so weit das ich sage: Ich ertrage das nicht mehr! Das ist so kein Leben… Diese ständigen Schmerzen und Einschränkungen…Ich habe Angst um meine Zukunft! Wie lange halte ich das durch? Werde ich dadurch krank bzw. depressiv? Was soll ich machen, wenn ich später Kinder habe, die ich mir sehr wünsche? Wie soll ich mich um meine Kinder kümmern mit der Migräne? Wie soll ich so vernünftig arbeiten und Geld verdienen? Die Familie macht sich Sorgen…Wem geht es noch so????

    Auf Nachrichten und Kommentare von Mitleidenden freue ich mich.

    Liebe Grüße Jenna

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28677

    Herzlich willkommen bei uns, liebe Jenna. 🙂

    Es ist gut, dass Du in einem Schmerzzentrum bist, damit die Therapie gut eingestellt werden kann. Amitriptylin hat nicht geklappt (warum eigentlich), aber es gibt noch so viele Prophylaxe, die Du testen könntest. Betablocker sind z. B. gut verträglich und haben bei vielen eine sehr gute Wirkung. Wie sehen denn die weiteren Empfehlungen aus?

    Hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2 kann als tägliche Prophylaxe gut unterstützen. Wie sieht es mit Deiner Tagesplanung aus? Könntest Du hier etwas optimieren? Mehr Pausen, mehr Regelmäßigkeit, keine Mahlzeit auslassen, ausreichend Kohlenhydrate usw?

    Sei nicht verzweifelt, es gibt so viele Möglichkeiten, alles steht Dir noch offen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jennifer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Hallo Bettina,

    danke für deine Antwort. Warum das Amitriptylin nicht geklappt hat, konnte man mir nicht sagen. Höher gehen mit der Dosis wollte man nicht, da ich noch recht jung bin, so die Aussage der Ärztin. Magnesium hatte ich bereits mehrere Monate probiert, ohne Erfolg. Auf Betablocker hat mich meine Ärztin bisher nicht verwiesen. Ich soll nun Ausdauersport machen. Was ich auch mache. Ich stehe jeden morgen um 6 Uhr auf um für eine halbe Stunde auf meinen Crosstrainer zu gehen. Ich muss es leider frühs machen, da ich über den Tag über Migräne bekomme und es dann nach der Arbeit körperlich nicht mehr schaffe. Seitdem ich frühs den Sport mache, kommt komischerweise die Migräne früher… Meine Mahlzeiten versuche ich immer zur selben Zeit zu nehmen und der Stress auf der Arbeit lässt sich leider nicht vermeiden.

    Ich habe vor kurzem einen Fragebogen für ein Migräne Chirurgie Zentrum ausgefüllt, um zu erfahren, ob ich für eine Botoxbehandlung in Frage komme. Ich habe nun die Zusage erhalten und werde erst einmal mir die Beratung hierzu anhören.

    Lora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 526

    Hallo Jennifer,

    ich würde Cross morgens früh lassen. Ich habe chronische Migräne und versuche den Tag so ruhig wie möglich anzufangen.

    So lange man so viele Kopfschmerztage hat, würde ich lieber bisschen spazieren gehen und lieber am Wochenende was aktiveres machen.

    Botox ist gut, probiere es aus.
    Lass dich bei der Arbeit nicht zu viel stressen. Denk daran, bis Rente ist noch sehr lange hin. Es bringt nix mit 23 auszubrennen.

    LG
    Lora

    Jennifer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Lora,

    danke für deine Antwort. Ich würde den Sport gern frühs lassen, jedoch wüsste ich nicht, wann ich ihn sonst machen soll. Und spazieren gehen finde ich auch gut, mach ich auch ab und an, nur wenn ich akut einen Anfall habe, will ich einfach nur noch ins Bett. Gestern war mein Anfall so schlimm, dass ich mich 8 Stunden übergeben musste und einfach nichts drin behalten konnte. Erst als die Übelkeit nachließ konnte eine Sumatriptan nehmen.

    Wenn du am Wochenende aktiv bist, was machst du da genau?

    Hast du Botox schon ausprobiert?

    Ich bin schon seit längerem am überlegen, ob ich nicht den Beruf wechsel durch den ganzen Stress. Allerdings ist mir bisher für mich nichts passendes eingefallen…

    LG
    Jenny

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Jenny,

    was arbeitest du denn, wenn ich fragen darf? 🙂

    Ausdauersport kann sehr gut vorbeugend wirken, sollte aber in den Alltag passen und dich nicht zusätzlich unter Druck setzen. Wenn du für den Crosstrainer zum Beispiel auf Schlaf verzichtest, den du eigentlich auch dringend brauchen würdest, ist der positive Effekt nicht unbedingt gegeben.
    Isst und trinkst du denn ausreichend vor deiner Sporteinheit? Viele Menschen frühstücken erst nach dem Frühsport, was für Migräneköpfe auch Gift sein kann.

    Wenn die Migräne mit so starkem Erbrechen einhergeht, frage ich mich, ob du ein Mittel gegen die Übelkeit (z.B. MCP) zur Hand hast und ob du schon einmal Triptane in anderer Darreichungsform (Nasenspray oder Spritze) getestet hast?

    Es ist gut, dass du in einem Schmerzzentrum zur Behandlung bist 🙂 Sicher findet sich für dich auch ein Weg!

    Liebe Grüße, Tanni

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28677

    Liebe Jenny (oder Jenna?) 😉

    So macht Sport überhaupt keinen Sinn, dann schlafe lieber aus und starte den Tag mit Ruhe. Spazierengehen und Bewegung tagsüber, am Wochenende etwas mehr, das hilft auch schon gut mit. Gemäßigter Ausdauersport mag zwar hilfreich sein und tut Körper und Seele gut, er muss aber in den Tagesablauf passen.

    Von welcher Botox-Behandlung sprichst Du denn? Wenn es sich um die sog. Corrugator-OP handelt, dann muss man ganz deutlich sagen, dass es keinerlei Evidenz für diese Art der „Therapie“ gibt, es keine Erfolgsberichte von dauerhaftem Erfolg gibt und dieser sog. Botox-Text nichts aussagt. Zudem muss man klar und deutlich sagen, dass man die Migräne nicht wegschneiden kann. Teuer ist die Sache obendrein, die Kassen zahlen zurecht nicht.

    Hattest Du denn eine Verbesserung durch das Amitriptylin?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Lora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 526

    Liebe Jenny,

    Ich hatte 2x Botox Behandlungen als Spritzen. Ich finde, dass zweites Mal in Kombination mit Topiramat und Venlafaxin sehr gut geholfen hat.

    Ich bin abends spazieren gegangen wenn ich das körperlich konnte oder bisschen Nordic Walking gegangen.

    Am Wochenende gehe ich Nordic Walking etwa 2,5 – 3 km oder Schwimmen. Mehr geht bei mir nicht, weil entweder der Rücken schmerzt (hatte Bandscheibenvorfälle) oder weil der Puls zu hoch wird.

    Was ich gemerkt habe: wenn es mir nicht gut geht und die Migräne schwach- mittel da ist, geht mein puls bei der Bewegung sehr schnell hoch. Schon beim langsam gehen kann es locker auf 180 steigen.

    Ich habe hier in Forum gute Tipps bekommen, und jetzt schaue mit pulsuhr dass ich mich nicht überfördere und mein Zustand nicht noch mehr verschlimmere.

    Sport ist schön und gut, das ist keine Frage. Man muss aber nicht vergessen, dass wir schwerkrank sind. Man kann nicht immer so trainieren als ob nix hätte.

    LG
    Lora

    Jennifer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Erst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die Anteilnahme an meinem eröffneten Thema bedanken. Es tut wirklich gut mal mit Gleichgesinnten zu sprechen 🙂

    Liebe Tanni,

    ich arbeite als Rechtsanwaltsfachangestellte im Rechtsbereich einer mittelgroßen Firma. Der Job ist ziemlich stressig, da es hier immer um Fristen und Verjährung geht. Zudem ist man nur am streiten den ganzen Tag …

    Ich habe tatsächlich immer nach dem Sport gegessen, da ich frühs einfach nichts runter bekomme. Ich esse immer gegen 9 Uhr. Vielleicht sollte ich das mit dem Crosstrainer dann machen, wenn es gerade in den Tag passt und die Stunde länger schlafen.

    Bezüglich der Migräne und dem Erbrechen muss ich zugeben, dass ich kein Mittel dagegen habe. Das mit dem Erbrechen kommt auch eher selten vor. Über das Nasenspray habe ich mich schon informiert. Leider gibt es das Sumatriptan als Nasenspray nicht in der Dosierung die ich benötige (50 mg). Über die Spritze bzw. Pen habe ich auch schon nachgedacht, nur kann ich mich einfach nicht selbst spritzen :O

    Was benutzt du denn bzw. wie gestaltest du deinen Alltag mit Schmerzen?

    Liebe Grüße
    Jenny

    Jennifer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina,

    Jenna ist nur ein Spitzname, da der Name Jenny doch recht häufig vorkommt 🙂

    Ich werde mir das mit dem Ausdauersport und meinem Tagesablauf zu Herzen nehmen und dies ändern. Ich sollte da etwas entspannter rangehen.

    Für eine OP würde ich mich nicht entscheiden, da mir dies zu unerf