Katrin und das Lachen

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  • Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    …und ein Ritual der Handlung wäre z.B. auch eine Entspannungsübung oder Meditation morgens und abends…

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Katrin,

    ich kenne das gut, wie Du dich fühlst! Da Du meinen Schmerzverlauf kennst, nimmst Du mir das sicher auch sofort ab ?

    Ich bin im Moment ziemlich frustriert, weil ich mich nicht „belohnt“ fühle mit weniger Schmerz für meine Entwicklungs- und Fortschritte der letzten Monate. Ich bin gerade sehr nah am Wasser und breche vor Verzweiflung in Tränen aus. Ich habe – glaube ich – einen Rückfall in eins meiner alten Muster: dass ich etwas TUN MUSS, damit es mir besser geht. Fragen danach, ob Akzeptanz und Annahme ausreichen, damit ich „leichter“ mit dem Schmerz umgehen kann, schwirren in meinem Kopf herum.

    Da hat man schon seine komplette Einstellung und sein halbes Leben hinterfragt und auf den Kopf gestellt und der „blöde Kopf“ tut immer noch so unglaublich weh. Da sei es uns verziehen, wenn wir bei kleinen Durchhängern doch immer mal wieder nach Gründen, Namen und Lösungen suchen. In der Regel holen wir uns da ja auch immer wieder raus.

    Ein Patentrezept habe ich (selbstverständlich) nicht, wie Du weißt, aber ich sitze gefühlt neben Dir auf dem Boden und weine mit. Und danach stehen wir zusammen auf ?

    Ich hoffe, Du hattest Spaß auf Deinem Trampolin!

    Liebe Grüße
    Susahund

    PS: Ich hoffe ich habe das mit der Zitatfunktion hinbekommen…sonst muss ich das hier gleich nochmal ändern…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28461

    Liebe Katrin,

    Ich habe bei meinem ersten Klinikaufenthalt in Kiel den Satz „Klotzen, nicht kleckern!“ mit auf den Weg bekommen. Das bezog sich sowohl auf die Dosis als auch darauf, von zwei Seiten anzugreifen. Wenn ich es noch richtig weiß, blockiert das Triptan die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, das Schmerzmittel stoppt die Weiterleitung und/oder das Andocken der Nervenbotenstoffe. Sollte das nicht stimmen, korrigiert mich bitte!

    Ja, das ist richtig mit dem Klotzen, denn man sollte eine Attacke nicht nur halbherzig, sondern ordentlich behandeln. Allerdings macht es wenig Sinn, die Wirkung eines eh schon gut wirkenden Tritans noch zu verstärken. Besser wäre eine Wirkverlängerung, die hast Du mit Indometacin nicht. Nur Medikamente einnehmen, die wirklich Sinn machen! Daher durchaus das Triptan alleine testen, ich brauche z. B. nie eine Wirkverstärkung.

    Naproxen kann ich leider nicht nehmen, weil ich allergisch darauf reagiere. ASS, Ibuprofen, Novalgin, Paracetamol haben keine Wirkung bei mir, so blieb und bleibt mir nur Indometacin.

    Hast Du schon mal Arcoxia getestet? Es wirkt noch länger als Naproxen und kommt aus einer anderen Wirkstoffgruppe.

    ch kann die 10/20-Regel relativ gut einhalten, meistens bin ich mit 10 Tagen dabei, manchmal drunter, wenig drüber. Mein Arzt und ich sehen mich eher nicht MÜK, denn meine Akutmedikation hilft ja wie schon geschrieben zu 90%. Mit einem MÜK hätte ich diese gute Wirkung nicht, oder?!

    Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen und spricht gegen einen MÜK.

    Ich bin gerade sehr nah am Wasser und breche vor Verzweiflung in Tränen aus. Ich habe – glaube ich – einen Rückfall in eins meiner alten Muster: dass ich etwas TUN MUSS, damit es mir besser geht. Fragen danach, ob Akzeptanz und Annahme ausreichen, damit ich „leichter“ mit dem Schmerz umgehen kann, schwirren in meinem Kopf herum.

    Du bist fix und foxi, dann leidet auch die Psyche und man ist nah am Wasser gebaut. Lass es mal zu, ist halt jetzt so. Du fällst nicht in alte Muster zurück, denn jetzt ist Dir so viel mehr bewusst und Du steuerst bereits dagegen.

    Heule rum, wenn es sein muss, das kann erleichtern. 🙂 Wir hören Dir zu und trösten Dich.

    Liebe Grüße
    Bettina, auch mit Matschkopf

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 641

    Ihr Guten,

    danke, dass ihr meine Tränen ein bisschen getrocknet habt! Ja, im Moment ist es bei eben so, dass es nicht viel braucht bis die Tränen fließen. Das kann auch befreien. Ein kluger Spruch meine Mutter beschreibt es so: „Was vorne rauskommt, kann sich hinten nicht stauen!“.

    Liebe Johanna,

    Triptane und Schmerzmittel helfen mir trotzdem immer noch ein bisschen um über den Tag zu kommen, wirken allerdings zunehmend schlechter und ich fange wild an zu mixen. Ein ganz deutliches Zeichen ist bei mir Zunahme der Depression und totale Dünnhäutigkeit. Auch Erschöpfung ist ein deutliches Indiz bei mir.

    Ich bin wirklich froh, dass meine Akutmedikation zuverlässig wirkt und mir erstmal einige Stunden Schmerzfreiheit beschert bis der Wiederkehrkopfschmerz eintritt. Wobei ich mir mittlerweile manchmal nicht mehr sicher bin, ob es wirklich immer einer ist oder sich eine Dauermigräne entwickelt hat. Jedenfalls ziehen sich die Attacken über Tage (im März schon wieder 7), das schlaucht. In diesem Zustand die 10/20-Regel einzuhalten, gestaltet sich häufig als mühsam, für mich dank Vomex und Trimipramin meist machbar. Mir ist bewusst, dass diese Regel nicht starr zu betrachten ist und man mit einer Einnahme unter 10, an genau 10 oder über 10 Tagen in den MÜK geraten kann oder auch nicht.

    Ich glaube, diese Dünnhäutigkeit, von der du schreibst, ist bei mir Folge der deutlichen körperlichen und momentan auch zunehmenden seelischen Erschöpfung.

    Wenn wir zulassen, dass es im Moment so ist, verbrauchen wir wenigstens für den Kampf keine Kraft und haben Energie für sinnvolle Wege….

    Diese Sichtweise kann in Situationen wie diesen hilfreich sein! Eine Freundin schrieb gerade: „Es ist, wie ist ist, aber es wird, was du daraus machst!“.

    …und ein Ritual der Handlung wäre z.B. auch eine Entspannungsübung oder Meditation morgens und abends…

    Ich danke dir für diese Anregung! Ich war gestern nachmittag bei meiner Schmerzpsychotherapeutin – manchmal liegen die Termin echt passend, weil man sie gerade dann braucht! Sie formulierte es ähnlich, dass ich mir für das weggefallene Ritual eine Art „Ersatzritual“ schaffen könnte, was mir gut tut! Der Fantasie wären da keine Grenzen gesetzt!

    Liebe Susahund,

    genau dieses Einfühlungsvermögen schätze ich hier im headbook so. Eigentlich kann jeder in seinem Maße nachempfinden, wie es dem anderen geht, wie er sich fühlt, ohne dass man es groß erklären muss. Dafür bin ich sehr dankbar!
    Was ich noch sehr schätze ist, dass ihr die Beiträge mit großer Aufmerksamkeit lest, und den Schreibenden auf Dinge aufmerksam macht, die er selbst noch nicht sehen kann oder will. Ihm auch den Spiegel vorhaltet oder eine Rückmeldung gebt, wie derjenige und sein Geschriebenes auf euch wirkt. Und wenn es mit einer Kopfwäsche oder einem Schubs ist. Das verringert vielleicht nicht den Schmerz in Intensität und Häufigkeit. Aber es bietet Möglichkeiten auf andere, neue Sichtweisen, auf ein Bewuss-Werden eigener Denk- und Handlungsmuster und damit die Chance, diese zu verändern. Das kann sich insofern heilsam auswirken, als dass ich meinen Blick auf die Krankheit ändern kann, sie akzeptieren und annehmen lerne. Ein weiter, weiter Weg, dessen Ziel ich vielleicht nicht erreiche, aber jeder noch so kleine Schritt in Richtung dieses Ziels ist ein Erfolg!

    Da sei es uns verziehen, wenn wir bei kleinen Durchhängern doch immer mal wieder nach Gründen, Namen und Lösungen suchen.

    JA!!! Und verzeihen wir es uns auch selbst!

    In der Regel holen wir uns da ja auch immer wieder raus.

    Genau, wir sind die Stehaufmännchen oder -frauchen!

    …ich sitze gefühlt neben Dir auf dem Boden und weine mit. Und danach stehen wir zusammen auf ?

    Und freuen uns, dass wir nicht alleine sind! Nach dem Motto ‚Geteiltes Leid ist halbes Leid’ ?! DANKE!

    Ich hoffe, Du hattest Spaß auf Deinem Trampolin!

    Nö, leider war ich noch nicht drauf…! Aber ich habe gestern und heute einen kleinen „Schleichgang“ gemacht – für einen Spaziergang waren meine Kräfte nicht ausreichend. Es war zwar grau und nasskalt, aber Luft und Bewegung haben mir sooooo gut getan! Die Schneeglöckchen, Winterlinge und so gar schon Christrosen blühen zu sehen, war Balsam für meine Seele. Die Vögel zwitschern auch schon wie wild, der Frühling naht, juchhu!

    Liebe Bettina,

    ich hoffe und wünsche dir, dass dein Kopf heute nicht mehr matschig ist!

    Besser wäre eine Wirkverlängerung, die hast Du mit Indometacin nicht. Nur Medikamente einnehmen, die wirklich Sinn machen! Daher durchaus das Triptan alleine testen…

    Das mache ich! Und Arcoxia liegt schon bereit ?!
    Was bin ich doch froh, dass ich diese Dinge mit meinem Schmerztherapeuten vor Ort so schnell und unkompliziert und noch dazu telefonisch händeln kann. Er ist ein echter Schatz!

    Du bist fix und foxi, dann leidet auch die Psyche und man ist nah am Wasser gebaut. Lass es mal zu, ist halt jetzt so. Du fällst nicht in alte Muster zurück, denn jetzt ist Dir so viel mehr bewusst und Du steuerst bereits dagegen.

    Genau, einfach mal lassen! Meine Schmerzpsychotherapeutin sagte gestern ebenso, es sei kein „Rückfall“! Sie ist der Meinung, ich bin gerade dabei einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen. Und as Gehen eines Weges bestünde aus mehr Schritten nach vorne, aber auch immer mal wieder einen Schritt zurück.
    Da fällt mir passend dazu der Wochenspruch auf meinem Kalenderblatt ein:

    Bedenke:
    Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
    ein anderes Stück hast du noch vor dir.
    Wenn du verweilst, dann nur
    UM DICH ZU STÄRKEN,
    nicht aber, um aufzugeben.

    Augustinus von Hippo

    Ich danke und grüße euch von Herzen!

    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28461

    Meine Schmerzpsychotherapeutin sagte gestern ebenso, es sei kein „Rückfall“! Sie ist der Meinung, ich bin gerade dabei einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen.

    Ja ja ja, genau so ist das bei Dir. 🙂

    ich finde es klasse, was Du geschaffst hast in der letzten Zeit und wie die Zuversicht immer wieder die Oberhand behält. Sei mal so richtig stolz auf Dich – und dazwischen dürfen ruhig wieder ein paar Tränchen fließen. Wir sind ja da und wir helfen beim Trocknen. 😉

    Alles Liebe,
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 641

    ???

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 641

    Ihr Lieben,

    ich brauche mal bitte eure Hilfe!

    Mir geht es ziemlich schlecht, möchte aber – wenn möglich – keine Schmerzmittel nehmen, weil ich in diesem Monat schon 5 Medikamententage habe (und schon 9 Migränetage, langsam geht mir die Puste aus!). Und wir fahren in einer Woche in den Urlaub, da will ich mir noch paar Tage aufheben, gleiches gilt für Cortison).

    Gegen 9.00 Uhr habe ich mich mit 150 mg Vomex sediert und das Gefühl, dass es Zeit wird, was nachzuschieben. Erlaubt sind aber „nur“ maximal 400 mg/Tag, der ist aber noch lang.

    Kann ich auch MCP zum Sedieren nehmen? Ich nehme es eigentlich schon längere Zeit nicht mehr, weil mir die sedierende Nebenwirkung immer zu heftig war. Jetzt wäre es mir recht, wenn es mich „außer Gefecht setzt“.

    Liebe Grüße
    Katrin