Lili

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  • lili
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    Beitragsanzahl: 229

    Hallo,
    ich habe länger mitgelesen und will mich nun mal vorstellen.
    Ich bin 44, habe Migräne seit meiner Jugendzeit, aber über die lange Zeit sehr unterschiedlich. Früher Migräne mit Aura, sehr stark und mit Erbrechen, aber eher kurze Anfälle und diese etwa 2-3 mal im Monat.
    Ich habe dann mit Ende 30 zwei Kinder bekommen und hatte zum Glück in den Schwangerschaften und auch in den Stillzeiten so ziemlich Ruhe. Und dann weiter Ruhe und ich hatte schon die Hoffnung, dass das Thema Migräne vorbei sein könnte … Aber leider, vor 2 1/2 Jahren, als mein Sohn 2 1/2 war kam die Migräne dann mit voller Macht und ich habe 8-10 Migränetage (ohne Aura) im Monat und in den letzten beiden Monaten eher noch mehr. Dazwischen Tage an denen ich erschöpft bin von all dem oder noch Nach-Druck oder Vor-Druck habe, so dass zu wenig gute Tage übrig bleiben.
    Kann diese plötzliche Migränezunahme schon mit 42 hormonell bedingt sein?

    Ich halte mich an so in etwa alle Verhaltensregeln, habe Entsprannungstraining gemacht, versuche regelmäßig Sport zu treiben, habe Magnesium, Topiramat, einen Betablocker und Valproat als Prophylaxe bislang erfolglos probiert.
    Ich nehme meist Zolmitriptan mit Naproxen, damit geht es mir nicht gut, aber die Schmerzspitzen sind weg.

    Tja und der Rest des Lebens, das kennt ihr wohl auch …
    Ich arbeite an der Uni und brauche eigentlich meinen Kopf um das erfolgreich tun zu können aber der ist nun so oft im Standby Modus, dass das schwierig ist und ich nur im Schneckentempo voran komme. Mutter-Sein finde ich an Migräne Tagen auch sehr schwierig, ich bin so lärmempfindlich und überhaupt ist alles so anstrengend und ich so bleiern, dass ich sehr an meine Grenzen komme. Auch in der Beziehung finde ich es nicht immer einfach – die guten Tage brauche ich um mich wieder aufzurichten … ich fühle mich selten wirklich offen für andere, …

    Gerade jetzt ist es so, dass die Angst mich im Griff hat, leichten Matschkopf und ich frage mich geht es los oder nicht und bin etwas panisch. Die Medikamenteneinnahmegrenze macht mir jetzt schon am Anfang des Monats Angst. Gibt es noch Tipps zum Umgang mit dieser Angst? Wenn ich längere gute Phasen hatte bin ich gleich viel entspannter und sage mir, dass ich das schon schaffe und auch diesen Anfall hinter mich bringen werde, aber im Moment ist das schwer.
    Ich frage mich, was ich mache wenn ich über die 10 Tage im Monat komme – zweilmal habe ich bislang 11 Triptane genommen – ich weiß echt nicht wie es gehen soll mich ohne Medikament um die Kinder zu kümmern …

    Ich könnte noch mehr schreiben, mit dem eigenen Leiden lassen sich wohl oft Bücher füllen, habe oft das Gefühl damit alle zu langweilen.
    Ich habe so sehr das Gefühl ein anderer Mensch geworden zu sein durch diese häufige Migräne, weniger offen, ängstlicher, weniger humorvoll, angspannter, …

    So, das wars erstmal –
    an einem besseren Tag schreibe ich auch positivere Dinge 😉 ihr kennt das ja,
    viele Grüße
    lili

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Lili,

    willkommen, hier bei uns.

    Du musst nicht panisch werden. Wenn man einmal oder zweimal etwas über die 10er Grenze kommt, gerät man nicht automatisch in den MÜK. Du findest dazu hier im Forum Infos bzw. als Buchtipp: H. Göbel, Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne.

    Bei den Prophylaxen hast du schon viel probiert, aber noch längst nicht alles. Evtl. startest du wieder einen Versuch? Hast du einen guten Arzt an deiner Seite?

    Arbeitest du als Wissenschaftlerin an der Uni? Wenn ja, hast du vielleicht zeitliche Spielräume. Die würde ich ausnutzen, wenn das geht. Damit meine ich nicht, weniger zu arbeiten, sondern nach „Fitness-Grad“ (der schwankt ja bei uns Migränikern sehr).

    Was die Ängstlichkeit etc. betrifft, so gehen hier manche den Weg, dass sie sich therapeutische (verhaltens-) Hilfe holen, um besser mit der Situation umgehen zu können.

    Und du wirst sehen, das Forum hilft auch! 🙂

    Lieben Gruß
    Regenbogen

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Regenbogen,
    vielen Dank erstmal.
    Therapeutische Hilfe habe ich mir schon geholt und das tut auch gut.
    Ja, ich arbeite als Wissenschaftlerin und nutze die Freiräume die ich habe, allerdings gibt es bei zwei noch recht kleinen Kindern nicht so viele Freiräume um etwas nachzuholen, zumal ja auch die Kraft reichen muss. Ich bin dennoch sehr froh, dass ich einen flexiblen und nicht ständig überwachten Arbeitsplatz habe – allerdings befristet, wie Uni eben so ist.

    Tja, diese Angst – ich merke gerade dass es tatsächlich wohl der Vorbote von einem Anfall war und vielleicht auch daher begründete Stimmungsschwankungen. Habe gerade was genommen … und werde mich jetzt hinlegen bevor die Kinder kommen …

    Danke fürs Willkommen!
    lili

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Phhh jetzt sitze ich im Büro und frage mich, ob ich gleich zum 4. Mal was nehmen muss obwohl doch erst der 9.Juni ist … Außerdem bin ich heute Nachmittag und Abend allein mit den Kindern.
    Wie kriegt Ihr das hin mit Kindern und Migräne? Meine Tochter mit ihrem Dickkopf, mein Sohn mit seinen Wutanfällen und wenn sie sich dann wohlmöglich noch streiten … Dafür wirken die Medis nicht gut genug oder meine Qualitäten als Mutter …

    Mir ist zum …
    lili

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Ich hatte bis vorgestern schon fünf diesen Monat, vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung….

    Deine Qualitäten als Mutter würde ich mal gar nicht in Zweifel ziehen…, kannst du eine Pause machen und dich rausnehmen irgendwie?

    LG Johanna

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Johanna,
    vielen Dank für die schnelle Antwort …
    Im Moment sind die Anfälle nur so oft und ich war in den letzten beiden Monaten schon knapp über der Grenze (11). Wie machst du das, wenn du schon fünf hattest – macht dir das Angst?
    Rausnehmen geht gerade nicht … aber vielleicht will mein Sohn später beim Nachbarn spielen 😉
    LG
    lili

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Zur Zeit macht es mir noch keine Angst, ich habe im letzten Sommer acht Wochen durchgehalten ohne Akutmedikation, nur mit Magnesium, das gibt mir immer noch Kraft, ich weiß für mich, dass es geht.

    Ich war schon zwei Mal im MÜK und möchte das nicht wieder, aber Angst nützt da nichts (ist eher kontraproduktiv), das weiß ich mittlerweile auch.

    Vielleicht wird ja der Rest des Monats besser, zwei Triptane pro Woche habe ich noch, das ist doch was!

    War ein anstrengender Weg bis hierher…. Meine wichtigste Erkenntnis ist „locker bleiben“ und annehmen.

    Hört sich vielleicht blöd an, aber ich habe auch immer gedacht, das geht nicht und das geht nicht…. Heute gibt es Tage, da geht nichts bei mir, ich schaffe es gerade bis ins Bad und trotzdem geht alles weiter irgendwie.

    Meine Wäsche hängt z.B.seit Samstag auf der Leine, hätte ich früher nicht ertragen….

    Allerdings habe ich keine kleinen Kinder mehr zu Hause, das ist wirklich schon noch mal eine andere Hausnummer. Aber vielleicht schaffst du es trotzdem, ein bisschen Druck rauszunehmen indem du das Bild von der „perfekten Mama und Frau“ mal vergisst.

    Liebe Grüße und gute Besserung
    Johanna

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe lili,

    ich habe den Eindruck, dass bei mir Anfälle so hartnäckig bleiben, wenn ich nicht beherzt dagegen angehe, d.h. WENN schon ein Meditag sein muss, dann klotzen, nicht kleckern.
    Ist natürlich auch mit Vorsicht zu genießen, wenn man an erlaubte Obergrenzen kommt, aber so schlimm ist es meistens ja nicht.
    Heißt: Frühzeitig das Triptan, kombiniert mit Domperidon für die Magentätigkeit, evtl unterstützt mit einem NSAR . . .alles ausschöpfen, solange es am selben Tag ist.

    Kleine Kinder habe ich auch nicht mehr zu Hause, wenn aber die Enkel zu Besuch sind, geht auch bei uns wieder die Post ab.
    Zwischendurch mal tief durchatmen und ein leises OMMM denken, was anderes hilft nicht. Ommen ist immer gut. 😀

    Liebe Grüße
    und baldige gründliche Besserung
    alchemilla

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Alchemilla, liebe Regenbogen,

    Danke für die Anteilnahme …
    Ommmm …
    Gerade was genommen, wahrscheinlich spät, war aber Wiederkehrschmerz und vorher dachte ich noch es geht. Jetzt gehts nicht mehr …

    Ich hoffe mein Sohn kriegt jetzt einen Lego-Flow und ich kann mich hinlegen.
    LG
    lili

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Du Arme, Gute Besserung. Zur größten Not, der Fernseher, da passiert auch nicht gleich was….

    Aber der Humor ist doch noch da, Lego-Flow, da habe ich jetzt schön gelacht!

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe lilli,

    ich habe gerade noch einmal deine Geschichte nachgelesen.
    Als ich in deinem Alter war, war es tatsächlich so, dass die hormonelle Umstellung sich mit Macht ankündigte, mit Migräne aber auch mit trüber Stimmung und Erschöpfung und so.
    Ich denke, dass die Zeit uns körperlich ziemlich fordert und die Migräne die Antwort des Körpers darauf ist.
    Allerdings hatte ich auch das Gefühl, die Kinder mehr und mehr an die lange Leine lassen zu können. Sie haben sich deutlich eine Art eigenes Leben aufgebaut, eigenes Interessen und die Fähigkeit, sich längere Zeit alleine zu beschäftigen.
    Das hat mir den Raum gegeben, mich meinerseits auch mehr um mich zu kümmern.
    Vielleicht steht für dich jetzt langsam auch ein großes Ich-Kümmere-Mich-um-Mich-Projekt an.
    z.B. bei einem Neurologen (oder ambulant in Kiel?) um eine Prophylaxe zu kümmern, vl. ein Antidepressivum?
    z.B. all die schönen „verhaltensmedizinischen“ Untenrehmungen, die du ja schon reichlich praktizierst, auszuweiten und zu GENIEßEN,
    z.B. das Schild herstellen „Bitte jetzt für eine halbe Stunde nicht stören“ mit konkreten Zeitangaben
    usw.
    Deine Kinder sind doch nicht mehr soooooooo klein, oder?

    „Lego-Flow“ merke ich mir. Das ist GUT !
    Der befällt auch regelmäßig Erwachsene. Denen muss man nur eine Kiste Lego-Grundbausteine hinstellen und das Unterhaltungsprogramm ist gelaufen.

    Alles Gute
    und angenehme Erholung!!!!

    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Ein herzliches Willkommen im Headbook auch von mir, liebe Lili. 🙂

    Die Zeit ab Anfang 40 hatte ich auch als enorm anstrengend empfunden, obgleich meine Kinder damals schon etwas älter waren als Deine. Kinderlärm und die Ansprüche, die kleine Kinder nunmal haben, sind an Migränetagen nur schwer zu ertragen. Kannst Du Hilfe mobilisieren, damit Du auch mal ein wenig Auszeit hast? Also nicht nur mal kurz beim Nachbarn spielen, sondern vielleicht Eltern, die die Kinder in für Dich stressigen Phasen mal übernehmen könnten?

    Die 10/20-Regel würde ich immer im Blick haben, aber sie soll Dich nicht übermäßig stressen. Denn dieser Druck, der unweigerlich aufgebaut wird, triggert dann wieder Attacken. Ein unguter Kreislauf entsteht.

    Schnelle Besserung erstmal und liebe Grüße
    Bettina

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Bettina,
    vielen Dank!
    Meine Kinder sind jetzt 5 und 6 und Vieles ist schon leichter als vor ein paar Jahren, aber richtig groß sind sie eben noch nicht. Eltern oder Schwiegereltern sind nicht in der Nähe, es leben auch nur noch die Mütter und um die müssen wir uns eher kümmern … Die Kinder haben zwei Patentanten die mal da sind, aber eben eher nach ihrem eigenen Terminkalender geplant und nicht nach meinen Migränetagen.

    Wann ist es bei dir besser/ weniger anstrengend geworden?

    Ich habe noch eine Frage: ich habe irgendwo gelesen, das manche zu Beginn eines Anfalls Vomex nehmen und damit diesen unterbrechen können. Sehr oft merke ich den Beginn eines Anfalls schon Stunden vorher und fühle mich so hilflos weil ich nichts tun kann, auch Entspannung oder so was ist da erfolglos.

    Gerade ist mein Kopf nicht gut aber es geht so, Medis wirken noch etwas, habe mein Seminar hinter mich gebracht und gerade beschlossen mein Büro jetzt zu verlassen. Ich hoffe es kommt nicht heute nachmittag noch mal wieder also bitte ich um Daumen drücken 😉 (auch wenn ich mir nicht sicher bin ob die Wirksamkeit von Daumen drücken bisher in Studien nachgewiesen werden konnte … was sagt Kiel dazu?)

    liebe Grüße und Danke noch mal
    lili

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Liebe lili,

    selbst wenn es nur Placeboeffekt sein sollte – meine Daumen sind gedrückt! 😀

    Zu deiner Frage mit Vomex wirst du sicher noch Antwort erhalten. Mir ist nur bekannt, dass es ab und an genommen wird, um eine Attacke ohne Akutmedikamente durchzustehen…

    Ich musste gerade innerlich schmunzeln – Die großen erwachsenen Kinder mit den Legosteinen, das kennt glaube ich jeder (außer denjenigen, die damit spielen und behaupten, sie würden so etwas niiiiiiemals tun 😉 )

    Liebe Grüße und alles Gute, Tanni

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    Liebe Lilli,
    Ich behandele erfolgreich einige Attacken mit 2 vomex, um Schmerzmittel zu sparen !
    Voraussetzung : beginnende Migräne UND die Möglichkeit mich mindestens 5 Stunden hinzulegen .
    Bei dir wäre es vielleicht für Attacken am Wochenende für Attacken ,die am Abend beginnen , geeignet !
    Ich schlafe von den Vomex trotz Schmerzen wie ein Elefant und wache oft (nicht immer ) ohne Schmerzen auf . Dann kann ich mir in dem Fall ein Triptan sparen .
    Versuche es doch einfach mal !
    Hier im Forum gibt es auch eine medizinische Erklärung warum Vomex auch Anfälle stoppen kann ….es hat irgendetwas mit Dopaminausschüttung zu tun ….das kann Bettina dir bestimmt genauer erklären !

    Ich persönlich reagiere sehr stark auf sedierende Medikamente. Ich bin oft noch den ganzen nächsten Tag nach abendlicher Einnahme von Vomex benebelt …..aber das ist besser als Migröne 🙂

    Probiere es doch einfach mal aus!

    Liebe Grüße
    ……mein Sohn ist 5….ich weiß wovon du redest 🙂

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Ich versuche es auch mal mit Diasporal, den „Trick“ habe ich hier im Forum gelernt, damit schaffe ich es manchmal über den Tag.

    Vomex nehme ich dann abends zum schlafen, meist ist zwar dann doch noch ein Triptan fällig irgendwann später am nächsten Tag, aber eins ist gespart…. Ich jongliere halt so mit dem was ich vor habe.

    Manchmal lege ich mich dann auch mit Schmerzen hin und „leide“. Ich bin halt sehr schnell im MÜK, das ist leider mein Problem, dafür sind meine Anfälle nicht ganz so schwer (meistens).

    LG Johanna

    Alinya
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Liebe Lili,

    meine Kinder sind auch 5 und 6 und ich kenne das, was du beschreibst nur allzu gut. Zur Zeit arbeite ich auch noch an der Uni und habe die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung oft nutzen müssen. Nach den Sommerferien werde ich wieder in meinem eigentlichen Beruf als Lehrerin arbeiten und mir graust es jetzt schon davor, wenn ich dann jeden Tag um 8 Uhr fit vor der Klasse stehen muss. 🙁

    Mein Mann ist auch an der Uni tätig und diese Woche leitet er einen Kompaktkurs und kommt immer nur zum Schlafen nach Hause, ich bin also allein für die Kinder zuständig.

    Das hat mich gerade gestern erst in die Situation gebracht, meine Kinder mit Migräne versorgen zu müssen. Das Triptan wollte einfach nicht wirken. Abendbrot habe ich noch hingekriegt, aber dann war schon fernsehen statt vorlesen angesagt, während ich auf dem Sofa vor mich hingedämmert habe.

    Dann mussten sie sich selber ins Bett bringen. Das war gar keine schöne Situation, denn sie waren sehr traurig, dass es kein Kuscheln gab und der jüngere hat noch einen kleinen Aufstand gemacht, den ich kaum aushalten konnte. Ich hab ihn dann auch etwas angefahren und hatte währenddessen schon ein schlechtes Gewissen, aber ich wollte einfach nur noch selber so schnell wie möglich ins Bett. Das hat dann auch geklappt.

    Als mein Mann dann später kam, musste er mich erst mal versorgen, weil ich alleine nichts mehr hinbekommen hab.

    Heute morgen war der Spuk zum Glück vorbei, ich war nur noch unglaublich müde. Ich hatte aber ein Seminar, dass ich nicht ausfallen lassen konnte.

    Zum Glück hatten mir meine Kinder schon verziehen. Ich habe mich noch mal entschuldigt, und erklärt warum ich so schlecht drauf war, aber das war für sie schon nicht mehr wichtig.

    Ich hoffe nur, das passiert so schnell nicht wieder.
    Mein Mann ist auch regelmäßig für jeweils eine Woche dienstlich unterwegs, und mir graust es immer vor diesen Wochen, weil ich angst habe, in so eine Situation wie gestern zu kommen…

    Die Großeltern wohnen leider zu weit weg, um in solchen akuten Fällen mal eben schnell vorbeizukommen.

    Heute nach dem Kinderabholen sind die beiden dann selber auf die Idee gekommen, auf den Spielplatz zu gehen. Das habe ich sehr genossen, denn so konnte ich noch etwas Schlaf nachholen, so dass das ins Bett bringen heute sehr harmonisch war 🙂
    Die Kinder werden älter und vieles wird leichter… hoffe ich jedenfalls 😉

    Viele Grüße
    Alinya

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Lili,

    Daumendrücken hilft sehr gut und dafür braucht es keine extra Studien. 😉 🙂 Aber jetzt mal im Ernst, es hilft wirklich! Alleine der Gedanke, dass da Menschen sind, die an Dich denken (ich hatte heute tagsüber an Dich gedacht), dass Du weißt, dass viele andere in der selben Situation sind, dass Du verstanden wirst und Mitgefühl erhältst, ist tröstend und lässt einen die eigene Situation nicht mehr ganz so schrecklich erscheinen.

    Wann genau die Belastung für mich besser wurde, kann ich jetzt nicht mehr so wirklich festmachen. Dies ist ein schleichender Prozess, die Kinder werden ja von Tag zu Tag selbstständiger und verstehen auch immer besser, dass auch Mama mal Ruhe und Rücksichtnahme braucht und verdient. So wie Alinya das eben auch geschildert hatte.

    Mein Mann hatte anfangs, als die Kinder noch sehr klein waren, Nacht- und Wochenenddienste in der Klinik. Später dann Rufbereitschaft. Das empfand ich damals als belastend, da ich nicht fest mit seiner Anwesenheit rechnen konnte. Aber es ging und obwohl ich damals schon chronische Migräne hatte und im Dauer-MÜK war, hatten die Kinder meine Erkrankung nie als Belastung für sie empfunden, sie mussten nichts entbehren. Jetzt sind sie erwachsen und wiederholen dies immer wieder mal, wenn ich meine, mich für meine (vermeintliche) Unzulänglichkeit entschuldigen zu müssen. Die Kinder leiden nicht, sie wachsen mit dieser Situation auf. Wichtig ist die Liebe und Zuwendung, die unsere Kinder bekommen und davon hatten meine im Übermaß. 😀

    Zum Vomex wurde schon viel geschrieben, ich ergänze nur noch. Vomex wirkt direkt aufs Brechzentrum, das bei Migräne immer mitbetroffen ist. Die ein oder andere Attacke kann man damit verschlafen. Aber auch hier auf die 10/20-Regel achten, da zu häufiger Gebrauch die Wirkung herabsetzen kann und immer höhere Dosen nötig macht. Vomex macht keinen MÜK und kann auch während einer Medikamentenpause gut eingesetzt werden. Ich reagiere übrigens auch sehr stark auf sedierende Medikamente und nach 50 mg Vomex am Abend eingenommen, ist der nächste Tag für mich gelaufen. 😉 Da geht dann nur noch Couch. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Lilli,
    in meiner Schludrigkeit habe ich bei deiner Vorstellung nicht das Wort „Ende“ gesehen vor deiner Angabe, seit wann du die Kinder hast. Ich dachte 30 und nun 44 und ging von 14jährigen aus.
    DAS ist natürlich ein ganz anderer Schnack.
    (Allerdings weiß man manchmal nicht, ob 14jährige nicht auch anstrengender sein können als 5jährige).
    Ich wünsche dir gute Besserung!
    alchemilla

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    VIELEN DANK!

    Whow so viele lange Antworten – ich wusste nur vom Mitlesen gar nicht wie gut das Forum ist!

    @bettina: ich musste gerade erstmal schnell die Bürotür schließen. Wenn du schreibst, dass du an mich gedacht hast fließen bei mir sofort die Tränen. Du kennst mich doch gar nicht …
    Du hast schon recht, es wirkt und eigentlich weiß ich das auch … wie ich so Vieles weiß, was dann in schlechten Phasen dennoch nicht greifbar/ fühlbar ist. Wahrscheinlich ist dafür das Forum super, wenn es dann noch mal von außen kommt!

    Ich musste gestern keine Medis mehr nehmen, fühle mich aber immer noch benommen und mit leichtem einseitigem Druck, aber dennoch schon mal ganz gut. Ich sehne mich aber immer nach ganz klaren Tagen und wenn sie da sind, dann kann ich nur dasitzen und in meinen Kopf fühlen und mich freuen und das gute Gefühl genießen, damit ich nicht vergesse wie sich das anfühlt.

    @ Alinya Lehrerin stelle ich mir auch hart vor mit Migräne, da habe ich es an der Uni schon besser, andererseits frage ich mich gerade, was sich angesichts meiner geringen Produktivität bzgl Publikationen, Tagungen und Drittmittel irgendwann nach dem Auslaufen meiner jetztigen Stelle auftut …

    Diese Situationen mit Kindern finde ich echt schwierig, auch wenn ich nicht glaube, dass Sie gleich Schaden nehmen. Aber manchmal ist mir trotz Medis einfach alles zuviel, jede Berührung, jeder Laut, jeder Geruch und schon sowieso jeder emotionale Stress – ich fühle mich, als hätte ich keine Haut mehr, keine Schutzschicht, alles greift mich direkt an und alles was bei den anderen an Bedürfnissen und Stimmungen da ist zerrt an mir.

    Vomex, oder den Wirkstoff, habe ich mir gestern noch besorgt und werde es mal testen. Meist wirken Medis bei mir nicht so stark und mit Nebenwirkungen hatte ich bisher auch total Glück, mal sehen wie es hier ist. @bettina: Sehe ich es denn richtig, dass die 10/20 Regel bei Vomex dennoch unabhängig von den Triptanen ist? Das heißt: könnte ich an 10 Tagen Triptane nehmen und an 10 anderen Tagen Vomex (im Extremfall)?

    Ich hoffe es geht euch allen gut heute und die Sonne ist keine Bedrohung sondern eine Wonne!

    LG
    lili

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    Ja genau Lilli! 10 x vomex 10x Triptan ( im Höchstfall )
    Deine Beschreibung mit der fehlenden Schutzschicht kann ich so unterschreiben !
    ….aber es ist auch eine ganz Besondere Ressouce so viel spüren zu können …..ein Fluch und ein Segen zugleich !
    Liebe Grüße
    Eva

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Eva,
    ja ich hatte auch schon davon gehört, dass es Vorteile haben soll … aber im Moment … bei MBSR habe ich den Begriff des Teflongeistes gelesen – das will ich gerade haben: Alles schmiert ab, nichts kann mir was anhaben … 😉
    Wahrscheinlich wäre ich ein anderer Mensch?!
    LG
    lili

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Nein Lilli, ein anderer Mensch wirst du davon nicht.
    Ein anderer Mensch und nicht mehr wirklich ICH zu sein, hatte ich das Gefühl bei Betablockern als Prophylaxe.
    Zuerst tat es gut, denn es schob sich wirklich eine dicke Haut zwischen mich und das brüllende Leben,
    Aber irgenwann habe ich es vermisst, dieses unmittelbare tiefe Empfinden ALLER Eindrücke und Gefühle und Gedanken.

    Bei mbsr lerne ich eher, dass ich in den Pausen, wenn ich sie mir nehmen kann, wirklich auch den Gedankenkreisel unterbechen kann. Damit wird sozusagen das Ressourcen-Gefäß wieder ein bisschen aufgefüllt.
    Oft ist es so, dass beim körperlichen Entspannen das Hirn noch lange nicht Pause macht.
    Und DAS kann man mit mbsr lernen.
    Dass ich jetzt nach vielen Jahren Übung noch immer nicht gelassen und in mir ruhend durchs Lebens wandele, das ist einfach so, ist aber nicht schlimm, solange ich die verbrauchte Energie wenigstens ein wenig auftanken kann.

    Es tut gut. Das ist wichtig.
    Wenn die Enkel zu Besuch sind und immer mit MIR psielen wollen und Bücher angucken wollen, dann hilft es mir sehr, solche Denkpausen, so einen Hirnurlaub einzulegen.

    Kann ich dir nur empfehlen! ♥

    alles Gute
    alchemilla

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe alchemilla,
    ich meinte weniger ein anderer Mensch durch mbsr als durch einen echten Teflongeist – ich stelle mir das so bildlich vor wie alles an mir abrutscht wie das Spiegelei aus der Pfanne … :-))
    Bei dem einen Betablocker, den ich probiert habe, habe ich leider gar nichts gemerkt.
    Danke für deine Erfahrungen!

    Liebe Monty,
    von MCP Tabletten bin ich noch nie müde geworden – so unterschiedlich ist das,
    ja ich glaube mit Kindern gibt es keine einfache Lösung … immer wieder neu schauen was geht gerade jetzt … nicht auch noch dann perfektionistisch sein, wenn gerade eh nichts geht.

    Domperidon will ich mir mal verschreiben lassen als Test, das andere gabs ja einfach so in der Apotheke,

    LG euch allen
    lili

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Vomex ist Dimenhydrinat, Motilium ist Domperidon. Das sind zwei unterschiedliche Medikamente, liebe Monty. 🙂

    Vomex macht müde, sediert angenehm und hat die von mir oben beschriebene Wirkung. Es wird als Antiemetikum und Antihistaminikum eingesetzt. Es ist ohne Verschreibung in der Apotheke erhältlich.

    Domperidon macht in aller Regel nicht müde, ist ein Antiemetium und kurbelt die Magen-/Darmmotilität gut an. Es kann daher vor dem Triptan oder Schmerzmedikament eingenommen werden, um die Aufnahme des Medikaments zu verbessern. Es ist verschreibungspflichtig.

    Also nicht verwechseln. 😉

    Liebe Lili, ich/wir denken immer wieder an Mitglieder, die entweder gerade schwer gebeutelt oder ganz neu sind, so wie Du. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Bettina,
    jetzt noch eine Rückfrage, wird Domperidon auch eingesetzt in der Hoffnung eine Attacke zu unterbrechen oder nur um die Aufnahme des Triptans zu verbessern?
    LG
    Uta

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Domperidon verbessert die Aufnahme des Medikaments, Vomex (Dimenhydrinat) kann auch mal eine Attacke stoppen und macht schläfrig.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Stimmt, das hatte sich missverständlich gelesen. Aber durch unsere Konversation hat jetzt jeder den Überblick. 🙂 Sie wollte halt wohl eher etwas zum Sedieren, um mal Attacken auch verschlafen zu können, wenn ich sie richtig verstanden habe. 😉

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Ihr Lieben,
    ich habe jetzt zweimal Vomex gestestet … seltsames Gefühl. Einmal abends genommen und am nächsten Tag dann noch benommen und mit einseitigem starkem Druck, der aber aushaltbar war.
    Gestern morgens genommen, weil ich wusste, dass ich mich zu Not rausziehen kann. Habe dann nicht wirklich geschlafen, nur mal kurz eingenickt, Schlaft ihr davon auch tagsüber? Schmerzen waren da und nicht schön, aber aushaltbar. (Waren die Schmerzen durch Vomex weniger, durch die Benommenheit anders oder war es einfach ein nicht ganz so starker Anfall?) Habe mich aus den Familienpflichten aber auch eher rausgehalten. Heute ist es zum Glück gut.

    Das gibt mir zumindest das Gefühl, dass es noch etwas außer Triptanen gibt, was ein bisschen hilft, wenn ich die Höchstgrenze an Medis überschreite, hilft mit der Angst umzugehen … schon mal gut!
    Danke für den Tipp also!

    Schönen Sonntag euch allen …
    lili

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Lili,

    das Dimenhydrinat, Vomex oder die sehr viel billigeren aber genauso guten Generika, hilft vielen hier immer wieder, die Attacken ein bisschen besser zu überstehen. Mal mehr, mal weniger. Dafür sollte man es immer wieder probieren.

    Ich nehme das Dimenhydrinat jetzt sicher schon seit mehr als 30 Jahren, auch in immer wieder wechselnden Dosierungen.

    Vomex setzt im Gehirn im Brechzentrum an, das direkt neben dem „Migränemotor“ liegt. So kann es auch immer ein wenig auf die Migräne Einfluss nehmen.

    Ich wünsche dir weiter gute Erfolge durch Rumprobieren, dann wirst du im Laufe der Zeit immer sicherer und die Angst verliert sich.

    Alles Liebe,
    Julia

    PS für unterwegs geht auch mal ein Reisekaugummi. Hat die gleiche Wirkung wie die Tabletten. Sie enthalten nur 20mg, wirken aber direkter und wohl auch schneller über die Mundschleimhaut. Allerdings sollen sie weniger müde machen. Auch hier gilt: probieren 🙂

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