Lili

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  • Bettina Frank – Admin
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    Liebe Lilli,

    Kortison sollte so selten wie möglich genommen werden, aber das weißt Du ja bereits. Problem ist, dass sich zu den schon bekannten Nebenwirkungen eine Nebennierenschwäche einstellen könnte, dann hat man nämlich eine weitere sehr unangenehme Baustelle. Man kann auch nicht pauschal sagen, wer wie oft wie viel Kortison „verträgt“, ohne dass sich Nebenwirkungen einstellen. Daher – wenn es irgendwie ohne geht, lieber darauf verzichten. Wobei manchmal auch schon mal eine einmalige Dosis mit 100 mg (+ Magenschutz) hilfreich sein kann.

    Du kannst auch mit Sedierung arbeiten. Macht alles natürlich nur dann Sinn, wenn bei Dir zu Hause nicht die Hütte brennt. Wie sieht es denn aus mit Stress zu Hause und beruflich? Könntest Du mehr Entspannung und freie Zeit einbauen? Das wäre erst mal der beste Tipp, wenn man gerade in einer schwierigen gesundheitlichen Phase steckt.

    Alles Gute und schnelle Besserung!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Lilly,

    schade, dass es dir gerade wieder mal so mies geht.
    Ich stecke seit Monaten in der gleichen Situation und habe auch das Kortison gebraucht. Ist immer eine Gradwanderung und sicher nicht so einfach für den großzügigen Gebrauch freizugeben. Besser ist es immer, den Arzt zu fragen. Leider haben aber viele Ärzte einen sehr großen Respekt und wenig Erfahrung mit dem Einsatz von Kortison.

    Darum ein paar grundsätzliche Hinweise:
    Kortison ist seitdem es in den 1930 Jahren gefunden wurde ein Segen für viele Menschen mit schweren Erkrankungen. Man muss aber einige Regeln bei der Nutzung beachten und Respekt vor dem Mittel haben.
    1. Kortison wird in den frühen Morgenstunden ( ca 4-8 Uhr) gebildet, sodass es wichtig ist, dann auch das Medikament einzunehmen. Sonst bekommt man immer doppelt Kortison, weil die Eigenproduktion ja schon gelaufen ist. Einmal auch am Tag oder abends zu beginnen ist aber nicht schlimm.
    2. Kortison ist ein Hormon der Nebennierenrinde, das den Kohlenhydratstoffwechsel, den Fettstoffwechsel und den Proteinumsatz beeinflusst. Nimmt man es über längere Zeit zu hochdosiert, kann es zu bleibenden Schäden führen. Zu hoch bedeutet über 7,5mg täglich über längere Zeit. Das muss der Arzt entscheiden, gibt Erkrankungen, bei denen das nötig ist!
    Andererseits gibt man auch in akuten Notfallsituation 1000mg und mehr, ohne Schaden anzurichten.

    Also lieber mal kurz und knackig, als immer wieder kleine Mengen über längere Zeit. Ich denke, das meinte unser gemeinsamer Arzt in Kiel.
    Die Regel ist dabei für uns Migränegeplagte die Menge, die man bei einer Medipause gibt ( 100mg absteigend über 10 Tage) nicht öfter als 3 bis 4x im Jahr.
    Um einen Status mit 100mg Kortison zu unterbrechen, kann man sicher auch ein wenig öfter mal an ein bis zwei Tagen zum Kortison greifen. Aber sicher nicht regelmaßig jeden Monat und auch nicht, wenn man mal drei Tage Migräne hat. Nicht jede längerdauernde Attacke ist gleich ein Status und die Kortisongabe sollte die absolute Ausnahme sein.

    Also lieber einmal weniger als öfter zum Kortison greifen, oft hilft Ruhe und Entspannung da genauso gut.
    Genauer kann ich deine Frage leider nicht beantworten.

    Alles Liebe und gute Besserung,
    Julia

    Habe inzwischen editiert: es ist die Nebennierenrinde, die für das Kortison zuständig ist und nicht, wie ich irrtümlich geschrieben hatte, die Nebenschilddrüse. Sorry

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von  Julia. Grund: Kortisondosierung, Nebennierenrinde
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von  Julia.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Oh Bettina, du warst schneller ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Doppelt gemoppelt ist besser als gar keine Empfehlung. 😉

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe Julia, liebe Bettina,

    danke für die doppelt gemoppelte Empfehlung!
    Ich meinte in meinem Beitrag übrigens nicht, dass irgendeine Gruppe, sondern dass die Grippe mich umgehauen hat. Tsss…
    Ach mit der Ruhe und Entspannung, das ist so eine Sache … ich versuche schon immer wieder Pausen zu machen oder mache sie auch tatsächlich, aber es ist gerade nicht so, dass ich das Gefühl habe mich gut mal einen ganzen Tag rausziehen zu können. Zu allem Überfluss ist jetzt auch noch meine Mutter nicht so fit und ich fahre immer mal wieder zu ihr abwechselnd mit meinen Geschwistern und das macht das Leben gerade nicht ruhiger, bzw. das sind dann die Tage an denen ich mich aus dem Familiengeschehen rausziehe, aber bei längerer Autofahrt und mich um meine Mutter kümmern ist das natürlich auch nicht Erholung für den Kopf.
    Bei der Arbeit kann ich mich im Moment auch nicht gut rausziehen, muss im Juni auch noch eine Woche ins Ausland und bereite das gerade vor.

    Ich weiß gerade wirklich nicht, wie andere das machen, aber mit Kindern und Arbeit und Mutter weiß ich gerade nicht, wie ich das mit wirklicher Ruhe oder Medikamentenverzicht machen sollte. Im Juli sollte zumindest eine Woche kommen in der so etwas gehen würde, mal sehen, wie es mir bis dahin geht.

    Ich hätte natürlich am liebsten so einen Tipp gehabt wie „alle 6 Wochen ist ok“, aber so konkret ist das wohl schwierig. Vielleicht frage ich auch noch mal beim Arzt. Die drei Kortisontage waren wirklich Balsam für Kopf und Seele. Gestern der Tag war super gut, ganz ohne alles und heute morgen frage ich mich eher schon wann es wieder losgeht.

    Viele Grüße
    lili

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Lilli,

    die Frage wird dir auch kein Fachmann sicher beantworten können, weil es dafür kein sicheres Wissen gibt. Die Funktionen von Kortison im Körper sind sehr weitreichend und jede Gabe greift in dieses System ein. Mal mehr mal weniger. Darum ist es wichtig, nicht zu übertreiben, wo immer die Grenze auch sein mag. Wenn es gravierenden Schaden angerichtet hat, kann es zu spät sein und man trägt die Last dann vielleicht ein Leben lang.

    Und ich würde jede Wette eingehen, dass jede von uns, wenn es ihr dann ein paar Mal gutgetan und wohl nicht geschadet hat, im „Notfall“ die Frequenz erhöhen würde. Die Grundvoraussetzungen, wie hohe Migränefrequenz und von außen kommende Belastung bleibt ja, auch nach der kurzen Behandlung. Die „Notfälle“ aber ja auch.

    Diese Wette hätte ich gerade in den letzten Monaten selbst verloren, zum Glück hat es mir nicht geschadet. Ich habe mehrere Erkrankungen, bei denen der Kortisoneinsatz hin und wieder kurzfristig was bringt. Drei von vieren machten mir gerade den Urlaub total kaputt! Es hat kurzfristig bei einer Sache etwas gebracht, würde aber den eventuell möglichen Schaden nicht rechtfertigen.
    „Wehret den Anfängen“ ist für mich darum die Konsequenz und Warnung.

    Versuch bitte, andere Wege zu finden, als die Kortisoneinnahme zu erhöhen.
    Ganz liebe Grüße,
    Julia

    P.S. Bei meiner Aufzählung der Wirkungen des Kortisons fehlte noch ein sehr wichtiger Aspekt: das Kortison hat großen Einfluss auf das Immunsystem, weshalb man es bei zusätzlichen Infektionen auch nur in ärztlicher Begleitung einnehmen darf. Die Wirkung hält so lange an, dass man erst nach mehr als einem Monat wieder Allergietestungen machen kann, weil in der Zeit die eigene körperliche Immunreaktion stark beeinflusst ist.
    Kortison spielt einfach fast immer mit, das darf man nie vergessen. Ansonsten ist es aber richtig eingesetzt ein Segen!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von  Julia. Grund: Kortison
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von  Julia.
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